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Problemstellung Masterarbeit: Definition, Beispiele und Abgrenzung zur Forschungsfrage

Problemstellung Masterarbeit: Definition, Aufbau und Abgrenzung zur Forschungsfrage | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Kurz gesagt

Die Problemstellung erklärt, warum deine Masterarbeit relevant ist und welche Lücke im Forschungsstand sie adressiert. Sie besteht aus drei Teilen: Relevanz, Forschungslücke und Forschungsbedarf. Sie ist eine Beschreibung (keine Frage) und führt logisch zur Forschungsfrage.

Vorlage Problemstellung (3 Sätze)
Schritt 1: Relevanz

[Thema] ist relevant, weil [Begründung] für [Zielgruppe/Kontext].

Schritt 2: Forschungslücke

Bisher ist jedoch unklar, [was offen bleibt], insbesondere [Eingrenzung: Kontext/Population/Methode].

Schritt 3: Forschungsbedarf

Daher untersucht diese Arbeit [konkrete Untersuchung], um [Nutzen/Ziel].

Beispiel: Empirische Arbeit

„Die Digitalisierung verändert Arbeitsprozesse im Mittelstand grundlegend. Bisher ist jedoch unklar, welche Faktoren die Akzeptanz digitaler Tools bei Mitarbeitenden über 50 Jahren beeinflussen. Daher untersucht diese Arbeit mittels Befragung in drei mittelständischen Unternehmen, welche Barrieren und Treiber die Technologieakzeptanz in dieser Altersgruppe prägen."

Beispiel: Theoretische Arbeit

„Das Technology Acceptance Model erklärt die Akzeptanz neuer Technologien, wurde jedoch primär für jüngere Populationen entwickelt. In der gesichteten Literatur bleibt offen, ob und wie das Modell auf ältere Nutzergruppen übertragbar ist. Daher analysiert diese Arbeit die bestehende Literatur, um Anpassungsbedarfe des TAM für die Altersgruppe 50+ zu identifizieren."

Was ist eine Problemstellung?

Die Problemstellung ist der Teil deiner Einleitung, in dem du das wissenschaftliche Problem beschreibst, das deine Arbeit adressiert. Sie erklärt, warum dein Thema untersucht werden sollte und was im bisherigen Forschungsstand noch offen bleibt.

Betrachte die Problemstellung als Begründung für deine Forschung: Du zeigst, dass ein praktisches oder theoretisches Problem existiert und dass die bisherige Forschung dieses noch nicht vollständig beantwortet hat. Daraus ergibt sich der Bedarf für deine Untersuchung.

Eine gute Problemstellung ist präzise, fundiert und nachvollziehbar. Präzise bedeutet, dass du das Problem klar eingrenzt. Fundiert bedeutet, dass du die Relevanz und die Forschungslücke mit Quellen belegst. Nachvollziehbar bedeutet, dass Lesende verstehen, warum genau diese Untersuchung sinnvoll ist.

Problemstellung in der Einleitung

Die Problemstellung steht in der Einleitung deiner Masterarbeit, typischerweise nach der Hinführung zum Thema. Sie bildet die Brücke zwischen dem allgemeinen Themenfeld und deiner konkreten Forschungsfrage. Die genaue Position variiert je nach Fach und Lehrstuhl.

Problemstellung vs. Forschungsfrage: Der Unterschied

Unterschied zwischen Problemstellung und Forschungsfrage in der Masterarbeit | BachelorHero

Problemstellung und Forschungsfrage werden oft verwechselt, erfüllen aber unterschiedliche Funktionen. Die Problemstellung beschreibt das Problem und begründet die Relevanz. Die Forschungsfrage formuliert konkret, was du untersuchen wirst.

Wichtig: Ein wissenschaftliches Problem ist nicht dasselbe wie ein Alltagsproblem. „Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten mit der Digitalisierung" ist ein praktisches Problem. Ein wissenschaftliches Problem leitest du aus dem Forschungsstand ab: „Die bisherige Forschung erklärt nicht, warum bestimmte Gruppen Technologien ablehnen." Die Problemstellung verbindet beide: Sie zeigt das praktische Problem und benennt, was die Wissenschaft dazu noch nicht weiß.

Problemstellung

Funktion: Begründet, warum deine Forschung nötig ist.

Inhalt: Relevanz des Themas, Forschungslücke, Forschungsbedarf.

Form: Beschreibender Text, keine Frage.

„Die Digitalisierung verändert Arbeitsprozesse im Mittelstand grundlegend. In der bisherigen Forschung bleibt jedoch die Akzeptanz bei älteren Mitarbeitenden unterbeleuchtet. Daher besteht Bedarf, Einflussfaktoren für diese Zielgruppe zu untersuchen."

Forschungsfrage

Funktion: Definiert, was konkret untersucht wird.

Inhalt: Variable, Population, Kontext, ggf. Zeitraum.

Form: W-Frage oder indirekter Fragesatz.

„Welche Faktoren beeinflussen die Akzeptanz digitaler Arbeitsmittel bei Mitarbeitenden über 50 Jahren in mittelständischen Unternehmen?"

Die Problemstellung liefert also das Warum, die Forschungsfrage das Was. Beide gehören zusammen: Aus einer klaren Problemstellung lässt sich die Forschungsfrage logisch ableiten. Wenn du die Problemstellung sauber formuliert hast, ergibt sich die Forschungsfrage fast von selbst.

Die logische Kette
1

Thema: Digitalisierung im Mittelstand

2

Problemstellung: Technologieakzeptanz älterer Mitarbeitender unterbeleuchtet

3

Forschungsfrage: Welche Faktoren beeinflussen die Akzeptanz?

4

Zielsetzung: Einflussfaktoren identifizieren & Handlungsempfehlungen

Aufbau der Problemstellung in drei Teilen

Aufbau der Problemstellung in der Masterarbeit: Relevanz, Forschungslücke, Forschungsbedarf | BachelorHero

Eine vollständige Problemstellung enthält drei Elemente, die aufeinander aufbauen. Diese Struktur hilft dir, die Relevanz deiner Arbeit überzeugend darzustellen.

Teil 1: Relevanz des Themas

Du zeigst, warum das Thema wichtig ist. Die Relevanz kann praktischer Natur sein (gesellschaftliches Problem, wirtschaftliche Bedeutung) oder theoretischer Natur (offene Fragen in der Forschung, widersprüchliche Befunde).

Beispiel praktische Relevanz: „Die Digitalisierung verändert Arbeitsprozesse in nahezu allen Branchen. Laut aktuellen Branchenerhebungen haben mehr als drei Viertel der mittelständischen Unternehmen in den letzten Jahren digitale Tools eingeführt."

Beispiel theoretische Relevanz: „Das Technology Acceptance Model (TAM) erklärt die Akzeptanz neuer Technologien, wurde jedoch primär in jüngeren Populationen validiert."

Teil 2: Forschungslücke

Du benennst, was im Forschungsstand noch offen bleibt oder bisher kaum adressiert wurde. Die Forschungslücke ist der Kern deiner Problemstellung. Sie zeigt, dass deine Arbeit einen Beitrag leistet, indem sie die beschriebene offene Frage systematisch untersucht.

Kontextlücke: Ein Thema wurde in einem anderen Land, einer anderen Branche oder einer anderen Zielgruppe in der gesichteten Literatur bisher kaum untersucht.

Methodische Lücke: Bisherige Studien nutzten andere Methoden, die bestimmte Aspekte nicht erfassen.

Zeitliche Lücke: Die vorhandenen Studien sind veraltet und berücksichtigen aktuelle Entwicklungen nicht.

Theoretische Lücke: Ein Konzept wurde bisher kaum auf einen bestimmten Bereich angewandt.

Beispiel: „Obwohl zahlreiche Studien die Technologieakzeptanz bei jüngeren Mitarbeitenden untersucht haben, bleibt die Altersgruppe über 50 Jahren im deutschen Mittelstand in der bisherigen Forschung unterbeleuchtet."

Teil 3: Forschungsbedarf

Du leitest ab, was untersucht werden muss. Der Forschungsbedarf verbindet die Forschungslücke mit deiner konkreten Untersuchung. Er zeigt, warum genau diese Studie sinnvoll ist.

Beispiel: „Es besteht daher Bedarf, die spezifischen Faktoren zu untersuchen, die die Akzeptanz digitaler Arbeitsmittel bei älteren Mitarbeitenden beeinflussen. Nur so können Unternehmen zielgruppenspezifische Maßnahmen entwickeln."

Die drei Teile fließen im Text ineinander. Du musst sie nicht mit Überschriften trennen, aber alle drei Elemente sollten erkennbar sein. Eine gute Problemstellung liest sich flüssig und führt logisch von der Relevanz über die Lücke zum Bedarf.

Problemstellung Masterarbeit Beispiele

Die folgenden Beispiele zeigen, wie eine Problemstellung in verschiedenen Fachbereichen aussehen kann. Achte darauf, wie jedes Beispiel die drei Elemente enthält: Relevanz, Forschungslücke, Forschungsbedarf.

Beispiel für eine Problemstellung in der Masterarbeit | BachelorHero
Beispiel Wirtschaftswissenschaften

Die Einführung agiler Arbeitsmethoden gilt als Erfolgsfaktor für Unternehmen in dynamischen Märkten. Mehrere Studien belegen positive Effekte auf Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit in Großunternehmen. Die vorhandenen Befunde stammen jedoch überwiegend aus Konzernkontexten; für den Mittelstand bleibt die Frage offen, obwohl hier andere Rahmenbedingungen herrschen: geringere Ressourcen, flachere Hierarchien und oft fehlende Change-Management-Expertise. Es ist daher unklar, ob sich die Erkenntnisse aus Großunternehmen übertragen lassen. Die vorliegende Arbeit untersucht deshalb, welche Faktoren die erfolgreiche Implementierung agiler Methoden im Mittelstand beeinflussen.

Strukturanalyse

Relevanz: agile Methoden wichtig. Forschungslücke: Mittelstand kaum adressiert. Forschungsbedarf: Einflussfaktoren identifizieren.

Beispiel Sozialwissenschaften

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein zentrales Thema der Arbeits- und Sozialpolitik. Während für Familien mit zwei Elternteilen zahlreiche Studien und Unterstützungsangebote existieren, bleibt die Situation alleinerziehender Eltern in der Forschung bisher kaum adressiert. Insbesondere Alleinerziehende in atypischen Beschäftigungsverhältnissen wie Schichtarbeit oder befristeten Verträgen sind in der bisherigen Forschung kaum mit qualitativen Methoden untersucht worden. Angesichts des wachsenden Anteils atypischer Beschäftigung besteht Forschungsbedarf, um zielgerichtete Unterstützungsmaßnahmen entwickeln zu können.

Strukturanalyse

Relevanz: gesellschaftliches Thema. Forschungslücke: Alleinerziehende in atypischer Beschäftigung. Forschungsbedarf: qualitative Untersuchung.

Beispiel Psychologie

Der Zusammenhang zwischen Social-Media-Nutzung und psychischem Wohlbefinden ist Gegenstand zahlreicher Studien. Die bisherige Forschung konzentriert sich jedoch vorwiegend auf Jugendliche und junge Erwachsene. Für die Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen, die Social Media zunehmend beruflich und privat nutzen, bleibt diese Frage in der bisherigen Forschung unterbeleuchtet. Zudem fokussieren bestehende Studien auf Nutzungsdauer, nicht auf Nutzungsmotive. Es bleibt daher offen, ob unterschiedliche Nutzungsmotive wie soziale Vernetzung, Information oder Unterhaltung unterschiedliche Effekte auf das Wohlbefinden haben.

Strukturanalyse

Relevanz: Social Media und Wohlbefinden. Forschungslücke: Altersgruppe 30–50, Nutzungsmotive. Forschungsbedarf: differenzierte Analyse.

Beispiel Informatik

Machine-Learning-Modelle zur Kundenabwanderungsprognose erreichen in kontrollierten Studien hohe Genauigkeitswerte. In der Praxis zeigen sich jedoch häufig Abweichungen, die auf veränderte Kundendaten oder Marktbedingungen zurückzuführen sind (Model Drift). Während Techniken zur Erkennung von Model Drift existieren, sind Ansätze zur automatischen Modellanpassung ohne vollständiges Retraining bisher kaum entwickelt. Dies ist insbesondere für kleine und mittlere E-Commerce-Unternehmen relevant, die nicht über die Ressourcen für kontinuierliches Retraining verfügen.

Strukturanalyse

Relevanz: ML in der Praxis. Forschungslücke: automatische Anpassung kaum entwickelt. Forschungsbedarf: Lösung für KMU.

Problemstellung formulieren: Schritt für Schritt

Die Formulierung der Problemstellung ist ein iterativer Prozess. Du wirst sie im Laufe deiner Arbeit mehrfach überarbeiten. Diese Schritte helfen dir, eine erste tragfähige Version zu entwickeln.

  • Schritt 1: Forschungsstand sichten. Bevor du die Problemstellung formulierst, musst du wissen, was bereits erforscht wurde. Eine gründliche Literaturrecherche ist die Grundlage. Notiere beim Lesen, welche Fragen offen bleiben, welche Einschränkungen genannt werden und wo Autoren selbst weiteren Forschungsbedarf sehen.
  • Schritt 2: Relevanz begründen. Überlege, warum dein Thema wichtig ist. Gibt es aktuelle Entwicklungen, die das Thema drängend machen? Welche praktischen oder theoretischen Konsequenzen hat das Problem? Sammle Belege wie aktuelle Statistiken, Berichte oder Zitate aus der Fachliteratur.
  • Schritt 3: Forschungslücke identifizieren. Formuliere präzise, was offen bleibt. Vermeide vage Aussagen wie „wurde noch nicht untersucht". Stattdessen: Was genau bleibt offen? In welchem Kontext? Mit welcher Methode? Bei welcher Zielgruppe?
  • Schritt 4: Forschungsbedarf ableiten. Erkläre, warum es wichtig ist, diese Lücke zu schließen. Was gewinnen Wissenschaft oder Praxis, wenn die Frage beantwortet wird? Der Forschungsbedarf sollte logisch aus der Lücke folgen.
  • Schritt 5: Zusammenführen und prüfen. Formuliere die drei Teile als zusammenhängenden Text. Prüfe: Ist die Argumentation nachvollziehbar? Führt die Problemstellung logisch zur Forschungsfrage? Besprich die Formulierung mit deiner Betreuung.
Tipp: Signalwörter für die Forschungslücke

Diese Formulierungen helfen dir, die Forschungslücke zu benennen:

„Obwohl X gut erforscht ist, bleibt Y in der bisherigen Forschung unterbeleuchtet..."

„Bisherige Untersuchungen konzentrieren sich auf X, vernachlässigen jedoch Y..."

„Es ist unklar, ob die Befunde zu X auf den Kontext Y übertragbar sind..."

„Für die Zielgruppe X liegen in der gesichteten Literatur kaum empirische Erkenntnisse vor..."

Typische Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der Problemstellung vermeiden: Checkliste für die Masterarbeit | BachelorHero
Ist das schon eine Problemstellung?

Diese Abgrenzung hilft dir zu prüfen, ob du eine echte Problemstellung formuliert hast:

1. Problemstellung Beschreibung

Beschreibt Relevanz + Lücke + Bedarf. Enthält keine W-Frage.

Zu vage

„Die Digitalisierung ist ein wichtiges Thema."

Wissenschaftlich

„Die Digitalisierung verändert Arbeitsprozesse. Für ältere Mitarbeitende bleibt die Akzeptanz jedoch unterbeleuchtet. Daher besteht Bedarf..."

2. Forschungsfrage Prüfbar

Konkret, untersuchbar. Enthält Variablen, Population und Kontext.

Zu vage

„Was beeinflusst die Digitalisierung?"

Wissenschaftlich

„Welche Faktoren beeinflussen die Akzeptanz digitaler Tools bei Mitarbeitenden über 50 Jahren im Mittelstand?"

3. Zielsetzung Ergebnis

Ergebnisabsicht („Ziel ist es..."), nicht die Begründung.

Falscher Fokus

„Ziel ist es, die Forschungslücke zu schließen."

Korrekt

„Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für altersgerechte Digitalisierungsstrategien abzuleiten."

Forschungslücke nicht belegen: Viele behaupten eine Forschungslücke, ohne sie zu belegen. „Es gibt keine Studien zu X" ist nur dann korrekt, wenn du systematisch recherchiert hast. Zeige durch Verweise auf den Forschungsstand, was existiert, und benenne dann präzise, was offen bleibt.

Formulierungsfallen bei der Forschungslücke

Vermeide absolute Aussagen, die du nicht beweisen kannst. Nutze stattdessen präzise Formulierungen:

Falle

„Es gibt keine Studien zu diesem Thema."

Problem: Zu pauschal & oft faktisch falsch

Präziser

„In der gesichteten Literatur finden sich kaum empirische Untersuchungen zur Altersgruppe über 50 Jahren im deutschen Mittelstand."

Falle

„Dieses Thema wurde noch nicht erforscht."

Problem: Wirkt oft wie mangelnde Recherche

Präziser

„Bisherige Studien konzentrieren sich auf quantitative Befragungen, während qualitative Ansätze zu Bewältigungsstrategien bisher kaum vertreten sind."

Zu allgemeine Relevanz: Aussagen wie „Das Thema ist wichtig" oder „Die Digitalisierung betrifft alle" sind zu vage. Konkretisiere: Für wen ist das Thema wichtig? Warum gerade jetzt? Welche Konsequenzen hat das Problem?

Problemstellung und Forschungsfrage vermischen: Die Problemstellung beschreibt das Problem, stellt aber keine Frage. Wenn du bereits in der Problemstellung fragst „Welche Faktoren beeinflussen...?", greifst du der Forschungsfrage vor. Halte die Problemstellung als Beschreibung, die Frage kommt danach.

Forschungsbedarf nicht begründen: Es reicht nicht zu sagen, dass eine Lücke existiert. Du musst erklären, warum es wichtig ist, sie zu schließen. Welchen Nutzen hat die Beantwortung? Für wen? Ohne diese Begründung bleibt die Problemstellung unvollständig.

Problemstellung am Ende nicht anpassen: Viele schreiben die Problemstellung früh und passen sie nie an. Wenn sich im Schreibprozess der Fokus verschiebt, muss auch die Problemstellung aktualisiert werden. Prüfe am Ende, ob Problemstellung, Forschungsfrage und Fazit konsistent sind.

Schnellcheck: Problemstellung prüfen

Relevanz belegt? Belege durch aktuelle Quellen & Statistiken.

Lücke präzise? Klar benannt, was genau im Forschungsstand fehlt.

Bedarf begründet? Nutzen der Untersuchung für Wissenschaft/Praxis.

Logik-Check? Problemstellung führt logisch zur Forschungsfrage.

Form-Check? Rein beschreibender Text, keine (indirekte) W-Frage enthalten.

Nächste Schritte

Wenn deine Problemstellung die drei Elemente enthält und logisch aufgebaut ist, hast du das Fundament für deine Masterarbeit gelegt. Die nächsten Schritte bauen direkt darauf auf:

  • 1. Forschungsfrage formulieren: Leite aus der Forschungslücke ab, was du konkret untersuchen wirst. Die Forschungsfrage sollte so formuliert sein, dass ihre Beantwortung die beschriebene Lücke schließt.
  • 2. Zielsetzung ableiten: Formuliere, was du mit der Beantwortung der Forschungsfrage erreichen willst. Das Ziel ist das Ergebnis (z.B. Handlungsempfehlungen entwickeln), nicht die Begründung.
  • 3. Scope eingrenzen: Prüfe, ob deine Problemstellung zu breit ist. Wenn du mehr als zwei Teilfragen brauchst, ist die Eingrenzung wahrscheinlich noch nicht scharf genug.
  • 4. Erste Gliederungsskizze: Die Gliederung ergibt sich aus der Forschungsfrage und der gewählten Methode. Falls du noch am Anfang stehst, ist das Exposé der richtige Ort, um alles erstmals zusammenzuführen.

Wenn deine Masterarbeit fertig geschrieben ist, findest du bei BachelorHero passende Bindungsoptionen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Problemstellung und Forschungsfrage?

Die Problemstellung beschreibt das Problem und begründet, warum es relevant ist. Sie zeigt die Forschungslücke auf. Die Forschungsfrage baut darauf auf und formuliert konkret, was du untersuchen wirst. Die Problemstellung ist das Warum, die Forschungsfrage ist das Was.

Wie belege ich eine Forschungslücke, ohne „es gibt keine Studien" zu schreiben?

Zeige zunächst, was existiert, und benenne dann präzise, was offen bleibt. Formuliere relativ: „In der gesichteten Literatur finden sich kaum Untersuchungen zu X im Kontext Y" oder „Bisherige Studien konzentrieren sich auf A, vernachlässigen jedoch B". So belegst du die Lücke, ohne eine absolute Aussage zu treffen, die du nicht beweisen kannst.

Wie mache ich aus einer Problemstellung eine prüfbare Forschungsfrage?

Identifiziere in deiner Problemstellung die Lücke und formuliere sie als W-Frage. Ergänze dann: Was genau untersuchst du (Variable)? Bei wem (Population)? In welchem Kontext? Prüfe: Lässt sich die Frage mit deiner Methode und den verfügbaren Daten beantworten? Wenn ja, ist sie prüfbar.

Wo steht die Problemstellung in der Masterarbeit?

Die Problemstellung steht in der Einleitung, typischerweise nach der Hinführung zum Thema und vor der Forschungsfrage. Sie bildet die Brücke zwischen dem allgemeinen Themenfeld und deiner konkreten Untersuchung.

Wie lang sollte die Problemstellung sein?

Eine Problemstellung umfasst typischerweise ein bis zwei Absätze, also etwa 100 bis 300 Wörter. Die genaue Länge hängt von der Komplexität des Themas ab und variiert je nach Fach, Lehrstuhl und Betreuung. Wichtiger als die Wortzahl ist, dass alle drei Elemente enthalten sind: Relevanz, Forschungslücke, Forschungsbedarf.

Kann ich die Problemstellung auch als Frage formulieren?

Die Problemstellung selbst ist keine Frage, sondern eine Beschreibung des Problems. Du kannst aber rhetorische Fragen einbauen, um das Problem zu verdeutlichen. Die eigentliche Frage ist die Forschungsfrage, die aus der Problemstellung abgeleitet wird.

Muss ich für die Problemstellung Quellen angeben?

Ja, die Problemstellung sollte wissenschaftlich fundiert sein. Belege die Relevanz des Themas mit aktuellen Zahlen oder Studien. Die Forschungslücke leitest du aus dem Forschungsstand ab und solltest entsprechende Quellen nennen, die zeigen, was bisher untersucht wurde.

Wann schreibe ich die Problemstellung?

Die erste Version entsteht früh, oft schon im Exposé. Die finale Formulierung steht meist nach Abschluss der Literaturrecherche, wenn du den Forschungsstand überblickst. Überarbeite die Problemstellung am Ende noch einmal, um sicherzustellen, dass sie zum tatsächlichen Inhalt passt.

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