Inhaltsverzeichnis
Die Diskussion deiner Masterarbeit interpretiert deine Ergebnisse, ordnet sie in den Forschungsstand ein und benennt methodische Grenzen. Anders als im Ergebnisteil, wo du beschreibst, was du herausgefunden hast, erklärst du hier, was die Ergebnisse bedeuten und welchen Beitrag sie zur Forschung leisten.
Die Diskussion besteht aus fünf Bausteinen: Kernergebnisse zusammenfassen, interpretieren, in den Forschungsstand einordnen, Limitationen benennen und Implikationen aufzeigen. Sie umfasst meist 10 bis 20 % der Arbeit.
Pro-Tipp: Wenn deine Diskussion wie eine Wiederholung des Ergebnisteils klingt, fehlt die Interpretation. Frag dich bei jedem Ergebnis: Was bedeutet das konkret?
Schnellcheck: Was gehört wohin?
Die häufigste Unsicherheit: Was schreibe ich in den Ergebnisteil, was in die Diskussion und was ins Fazit? Diese Übersicht zeigt die Abgrenzung auf einen Blick.
Ergebnisteil
Ziel: Objektiv darstellen, was du gefunden hast
„Die Analyse ergab..." / „Der Mittelwert beträgt..."
Tabu: Interpretationen, Wertungen, Vergleiche mit Literatur
Diskussion
Ziel: Interpretieren, was die Ergebnisse bedeuten
„Dies lässt sich erklären durch..." / „Im Vergleich zu Müller (2021)..."
Tabu: Neue Daten, reine Wiederholung, persönliche Meinungen
Fazit
Ziel: Komprimiert zusammenfassen und Forschungsfrage beantworten
„Die Forschungsfrage kann wie folgt beantwortet werden..." / „Zukünftige Forschung..."
Tabu: Detaillierte Interpretation, neue Argumente
Faustregel: Im Ergebnisteil steht das Was (Zahlen, Beobachtungen, Muster). In der Diskussion steht das Warum und So What (Bedeutung, Erklärungen, Einordnung). Im Fazit steht das Gesamtbild (Antwort auf die Forschungsfrage, Beitrag, Ausblick).
Im Vergleich zur Bachelorarbeit erwartet die Betreuung bei einer Masterarbeit mehr Tiefe in der Diskussion:
Differenziertere Interpretation: Du erklärst nicht nur, dass ein Zusammenhang besteht, sondern auch, warum und unter welchen Bedingungen.
Breitere Einordnung: Du positionierst deine Ergebnisse expliziter im Forschungsstand und diskutierst Übereinstimmungen und Abweichungen differenziert.
Kritischere Reflexion: Methodische Grenzen werden detaillierter reflektiert, inklusive ihrer Konsequenzen für die Interpretation.
Diskussion Masterarbeit: Aufbau in fünf Bausteinen
Der Aufbau der Diskussion folgt einer bewährten Struktur. Die fünf Bausteine führen von der Ergebniszusammenfassung über die Interpretation bis zu den Implikationen. Die Gewichtung kann je nach Fach und Arbeitstyp variieren. In empirischen Arbeiten dominiert oft der Vergleich mit dem Forschungsstand, in theoretischen Arbeiten die konzeptuelle Einordnung.
Du startest mit einer knappen Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse. Das hilft Lesenden, den Überblick zu behalten, bevor du in die Interpretation einsteigst. Wiederhole nicht alle Details aus dem Ergebnisteil, sondern fokussiere auf die Kernaussagen.
„Die Regressionsanalyse identifizierte drei signifikante Prädiktoren für den Projekterfolg: Führungsunterstützung (β=0,42), Ressourcenausstattung (β=0,31) und interne Kommunikation (β=0,28)."
„Die Interviewanalyse ergab drei zentrale Kategorien: Vertrauensaufbau, Kommunikationsbarrieren und Rollenverständnis. Besonders die Kategorie Vertrauensaufbau zeigte sich als übergreifendes Thema."
Stolperstelle: Zu ausführlich werden. Die Zusammenfassung ist ein Einstieg, keine Wiederholung. Ein bis zwei Absätze reichen.
Das ist das Herzstück der Diskussion. Du erklärst, was deine Ergebnisse bedeuten und warum sie so ausgefallen sind. Hier zeigst du analytisches Denken und gehst über die bloße Beschreibung hinaus.
„Der starke Einfluss der Führungsunterstützung lässt sich durch die Ressourcenallokationsmacht des Top-Managements erklären. Ohne aktive Unterstützung fehlt es Projekten an Budget und Personal."
„Eine alternative Erklärung für den beobachteten Zusammenhang könnte sein, dass erfolgreiche Projekte mehr Aufmerksamkeit der Führung erhalten, nicht umgekehrt."
Stolperstelle: Nur beschreiben statt erklären. Frag dich bei jedem Ergebnis: Warum ist das so? Was bedeutet das?
Du vergleichst deine Ergebnisse mit bestehenden Studien aus dem Literaturreview. Stimmen sie überein? Weichen sie ab? Was erklärt mögliche Unterschiede?
„Diese Ergebnisse bestätigen die Befunde von Müller (2021), der ebenfalls Führungsunterstützung als zentralen Erfolgsfaktor identifizierte. Die vorliegende Studie erweitert diese Erkenntnisse auf den Mittelstand."
„Im Gegensatz zu Schmidt (2020) zeigt sich in der vorliegenden Studie kein signifikanter Einfluss der Unternehmensgröße. Dies könnte auf die homogenere Stichprobe (ausschließlich KMU) zurückzuführen sein."
Stolperstelle: Das Literaturreview wiederholen. Beziehe dich auf konkrete Studien, aber nur im Kontext deiner Ergebnisse.
Du benennst die methodischen Grenzen deiner Arbeit ehrlich, aber ohne sie abzuwerten. Limitationen zeigen Reflexionsfähigkeit und helfen bei der Einordnung. Erkläre auch, welche Konsequenzen sich für die Interpretation ergeben.
„Die Querschnitterhebung erlaubt keine kausalen Aussagen. Die identifizierten Zusammenhänge sind daher als Korrelationen zu interpretieren, deren kausale Richtung in Längsschnittstudien zu prüfen wäre."
„Die Stichprobe beschränkt sich auf Unternehmen aus der DACH-Region. Eine Übertragung auf andere kulturelle Kontexte erfordert die Berücksichtigung institutioneller Unterschiede."
Stolperstelle: Limitationen wie Entschuldigungen formulieren. „Leider konnte ich nur..." wirkt unprofessionell. Bleib sachlich.
Du zeigst, welche Konsequenzen sich aus deinen Ergebnissen ergeben. In anwendungsorientierten Fächern ergänzt du praktische Handlungsempfehlungen. Prüfe, ob dein Fachbereich Implikationen für die Praxis erwartet.
„Für die Forschung ergibt sich die Notwendigkeit, den Einfluss von Führungsunterstützung in anderen Branchen zu untersuchen. Besonders Dienstleistungsunternehmen könnten abweichende Muster zeigen."
„Für die Praxis legen die Ergebnisse nahe, bei Transformationsprojekten frühzeitig die aktive Beteiligung der Geschäftsführung sicherzustellen. Regelmäßige Steering-Committee-Meetings könnten ein geeignetes Instrument sein."
Wie lang sollte die Diskussion sein?
Die Diskussion umfasst typischerweise 10 bis 20 Prozent des Textteils. Bei einer Masterarbeit mit 60 Seiten reinem Textteil sind das etwa 6 bis 12 Seiten. Die genaue Länge hängt von Fach, Arbeitstyp und Prüfungsordnung ab. Prüfe deinen Leitfaden oder frag deine Betreuung nach den Erwartungen.
Bei einer Diskussion von 8 Seiten könnte eine sinnvolle Aufteilung so aussehen:
Zusammenfassung: 0,5 bis 1 Seite (kurzer Einstieg)
Interpretation + Einordnung: 4 bis 5 Seiten (Hauptteil der Diskussion)
Limitationen: 1 bis 1,5 Seiten (sachlich und mit Konsequenzen)
Implikationen: 1 bis 1,5 Seiten (Forschung und/oder Praxis)
Diese Richtwerte variieren je nach Lehrstuhl und Fach. In empirischen Arbeiten ist die Interpretation oft umfangreicher, in theoretischen Arbeiten die Einordnung.
Die Absatz-Formel für die Diskussion
Die Interpretation unterscheidet eine gute Diskussion von einer mittelmäßigen. Viele Studierende beschreiben ihre Ergebnisse erneut, statt sie zu interpretieren. Der Unterschied: Beschreibung sagt, was ist. Interpretation erklärt, was es bedeutet.
Mit dieser Absatz-Formel strukturierst du jeden Diskussionsabsatz. Die fünf Schritte führen vom Ergebnis zur Implikation: Ergebnis-Claim → Bedeutung/Mechanismus → Vergleich mit Literatur → Einschränkung/Alternative → Implikation/Überleitung.
[1. Ergebnis-Claim] Die Analyse zeigt, dass Führungsunterstützung der stärkste Prädiktor für Projekterfolg ist (β=0,42). [2. Bedeutung] Dieser Befund lässt sich durch die Ressourcenallokationsmacht des Top-Managements erklären: Projekte mit sichtbarer Unterstützung erhalten mehr Budget und qualifizierteres Personal. [3. Literaturvergleich] Das bestätigt die Ergebnisse von Müller (2021), der in Großunternehmen ähnliche Muster fand. [4. Einschränkung] Allerdings könnte auch ein umgekehrter Effekt vorliegen: Erfolgreiche Projekte ziehen möglicherweise mehr Führungsaufmerksamkeit an. [5. Implikation] Für die Praxis bedeutet dies, dass Führungskräfte frühzeitig eingebunden werden sollten.
Du musst nicht jeden Absatz exakt nach dieser Formel schreiben. Aber wenn du unsicher bist, gibt sie dir eine klare Struktur. Manchmal lässt du einen Schritt aus oder kombinierst mehrere Ergebnisse.
„Die Korrelation zwischen Führungsunterstützung und Projekterfolg beträgt r = 0,56 und ist signifikant (p < 0,001).“
„Der starke Zusammenhang zwischen Führungsunterstützung und Projekterfolg (r = 0,56) legt nahe, dass die Haltung des Top-Managements ein entscheidender Faktor ist. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass aktive Führungsunterstützung die Ressourcenzuweisung erleichtert und Widerständen entgegenwirkt.“
Alternative Erklärungen sauber diskutieren
In einer Masterarbeit erwartet die Betreuung, dass du alternative Erklärungen für deine Ergebnisse diskutierst. Das zeigt wissenschaftliche Reife: Du erkennst, dass deine Interpretation nicht die einzig mögliche ist. Die Kunst liegt darin, Alternativen zu benennen, ohne in Spekulation abzugleiten.
Könnte ein umgekehrter Kausalzusammenhang vorliegen? (Y führt zu X statt X zu Y)
Gibt es eine Drittvariable, die beide Phänomene beeinflusst?
Könnte ein methodisches Artefakt das Ergebnis erklären? (Stichprobe, Messinstrument)
Welche Kontextfaktoren könnten die Gültigkeit einschränken?
„Eine alternative Erklärung für diesen Befund wäre, dass..."
„Allerdings könnte auch ein umgekehrter Effekt vorliegen: ..."
„Es lässt sich nicht ausschließen, dass die beobachtete Korrelation auf [Drittvariable] zurückzuführen ist."
„Die Daten erlauben keine eindeutige Aussage darüber, ob X Y verursacht oder umgekehrt."
Wichtig: Nutze Konjunktiv und beziehe dich auf Evidenz. Vermeide reine Spekulation („Vielleicht ist es einfach so, dass...").
Diskussion in theoretischen Arbeiten
Bei theoretischen oder konzeptionellen Masterarbeiten erhebst du keine eigenen Daten. Dein „Ergebnis" ist ein entwickeltes Modell, eine Typologie, eine Argumentationslinie oder ein Analyserahmen. Die fünf Bausteine der Diskussion bleiben gleich, aber der Inhalt verschiebt sich.
Zusammenfassung: Dein entwickeltes Modell, die Typologie oder die zentrale Argumentation in komprimierter Form.
Interpretation: Warum ist dein Modell schlüssig? Welche Erkenntnisse ermöglicht es, die vorher nicht möglich waren?
Einordnung: Wie verhält sich dein Ansatz zu bestehenden Theorien? Wo ergänzt, erweitert oder widerspricht er?
Limitationen: Welche Phänomene erfasst dein Modell nicht? Unter welchen Bedingungen gilt es? Welche Annahmen liegen zugrunde?
Implikationen: Wie könnte dein Modell empirisch geprüft werden? Welche praktischen oder theoretischen Anwendungen ergeben sich?
„[Zusammenfassung] Die Arbeit entwickelte ein integratives
Modell, das drei bisher getrennt diskutierte Ansätze zur Erklärung von X verbindet.
[Interpretation] Das Modell ermöglicht erstmals, die scheinbaren
Widersprüche zwischen den Ansätzen von A und B aufzulösen, indem es Kontextbedingungen als moderierende Variable
einführt.
[Einordnung] Der Ansatz knüpft an die Tradition von C an und
erweitert dessen Rahmen um die von D herausgearbeiteten institutionellen Faktoren.
[Limitationen] Das Modell setzt rationales Handeln voraus und
erfasst emotionale oder habituelle Entscheidungen nur eingeschränkt. Die theoretische Herleitung müsste empirisch
geprüft werden.
[Implikationen] Für die Theorie bietet das Modell einen Rahmen,
der in zukünftigen Studien operationalisiert werden könnte. Praktisch ergeben sich Ansatzpunkte für die Gestaltung
von Interventionen."
Diskussion vs. Fazit: Der Unterschied
Die Abgrenzung zwischen Diskussion und Fazit variiert je nach Fach und Prüfungsordnung. In manchen Fachbereichen sind beide Teile klar getrennt, in anderen gibt es ein kombiniertes Kapitel. Prüfe deinen Leitfaden oder frag deine Betreuung nach den Erwartungen.
Praktische Faustregel: Die Diskussion geht in die Tiefe (Interpretation, Vergleich, Reflexion), das Fazit geht in die Breite (Gesamtbild, Beantwortung der Forschungsfrage, Ausblick). Wenn du beides getrennt schreibst, vermeide Wiederholungen: Was in der Diskussion ausführlich steht, brauchst du im Fazit nur zu komprimieren.
Manche Fachbereiche erwarten ein gemeinsames Kapitel „Diskussion und Fazit" oder „Schlussbetrachtung". In diesem Fall integrierst du beide Funktionen: Erst interpretierst und reflektierst du (Diskussion), dann fasst du zusammen und beantwortest die Forschungsfrage (Fazit).
Diskussion Masterarbeit Beispiele
Hier siehst du zwei gekürzte Beispiele für verschiedene Arbeitstypen. In einer echten Masterarbeit wäre jeder Teil ausführlicher. Die Quellenverweise setzen voraus, dass diese bereits im Theorieteil eingeführt wurden.
„[Zusammenfassung] Die Analyse identifizierte drei signifikante Prädiktoren für den Erfolg digitaler Transformationsprojekte: Führungsunterstützung, Ressourcenausstattung und interne Kommunikation. [Interpretation] Der starke Einfluss der Führungsunterstützung (β=0,42) lässt sich durch die Ressourcenallokationsmacht des Top-Managements erklären. Projekte mit aktiver Unterstützung der Geschäftsführung erhalten tendenziell mehr Budget und qualifizierteres Personal. Zudem signalisiert die sichtbare Unterstützung den Mitarbeitenden die strategische Relevanz des Projekts. [Einordnung] Diese Ergebnisse bestätigen die Befunde von Müller (2021), der Führungsunterstützung als zentralen Erfolgsfaktor in Großunternehmen identifizierte. Die vorliegende Studie erweitert diese Erkenntnisse auf mittelständische Unternehmen. Im Gegensatz zu Schmidt (2020) zeigte sich kein signifikanter Einfluss der Unternehmensgröße, was auf die homogenere Stichprobe zurückzuführen sein könnte. [Limitationen] Die Querschnitterhebung erlaubt keine kausalen Aussagen. Die identifizierten Zusammenhänge sind als Korrelationen zu interpretieren. Die Selbstauskunft der Führungskräfte könnte zudem einem Social-Desirability-Bias unterliegen. [Implikationen] Für die Praxis legen die Ergebnisse nahe, bei Transformationsprojekten frühzeitig die aktive Beteiligung der Geschäftsführung sicherzustellen. Zukünftige Forschung könnte in Längsschnittstudien die kausalen Mechanismen untersuchen."
„[Zusammenfassung] Die Interviewanalyse identifizierte drei zentrale Kategorien im Erleben der Betroffenen: Vertrauensverlust, Handlungsohnmacht und Neuorientierung. Besonders die Kategorie Vertrauensverlust erwies sich als übergreifendes Thema. [Interpretation] Der wiederkehrende Vertrauensverlust lässt sich als Bruch mit etablierten Deutungsmustern verstehen. Die Betroffenen beschreiben, dass bisherige Annahmen über institutionelle Verlässlichkeit erschüttert wurden. Die Handlungsohnmacht resultiert aus dem Gefühl, keinen Einfluss auf die Situation nehmen zu können. [Einordnung] Diese Befunde korrespondieren mit dem Konzept der „biographical disruption" (Bury, 1982), das ursprünglich für chronische Erkrankungen entwickelt wurde. Die vorliegende Studie erweitert diesen Ansatz auf institutionelle Kontexte. Die von Meyer (2019) beschriebenen Bewältigungsstrategien zeigten sich in modifizierter Form. [Limitationen] Die geringe Stichprobe (n=12) ermöglicht keine Generalisierung, erlaubt aber ein tiefes Verständnis individueller Erfahrungen. Die retrospektiven Interviews könnten durch Erinnerungseffekte verzerrt sein. [Implikationen] Für die Beratungspraxis legen die Ergebnisse nahe, den Aspekt des Vertrauensverlusts explizit zu thematisieren. Zukünftige Forschung könnte untersuchen, welche Faktoren die Neuorientierungsphase begünstigen."
Stil im quantitativen vs. qualitativen Beispiel: Im quantitativen Beispiel stehen Kennzahlen und statistische Zusammenhänge im Vordergrund. Im qualitativen Beispiel dominieren Kategorien, Deutungsmuster und theoretische Konzepte. Die Struktur (fünf Bausteine) bleibt gleich, aber die Argumentationsweise unterscheidet sich.
In der Diskussion nutzt du abschwächende Formulierungen (im Englischen „Hedging"), um wissenschaftliche Vorsicht auszudrücken. Das ist kein Zeichen von Unsicherheit, sondern von Genauigkeit.
Präteritum für deine Ergebnisse und Methodik:
„Die Analyse zeigte..." / „Die Befragung ergab..." / „Es wurde deutlich, dass..."
Präsens für Schlussfolgerungen und Forschungsstand:
„Die Ergebnisse legen nahe..." / „Müller (2021) argumentiert..." / „Dies deutet darauf hin..."
Konjunktiv und Abschwächungen für vorsichtige Aussagen:
„X scheint Y zu beeinflussen" / „könnte darauf zurückzuführen sein" / „lässt sich nicht ausschließen"
Vorlage mit Satzstartern
Mit dieser Vorlage kannst du deine Diskussion strukturiert aufbauen. Zu jedem Baustein findest du Satzstarter, die du direkt verwenden oder anpassen kannst.
„Die Analyse ergab folgende zentrale Ergebnisse: [Aufzählung der Hauptergebnisse]."
„Zusammenfassend zeigen die Daten, dass [Kernaussage]."
„Dieses Ergebnis lässt sich durch [Erklärung] erklären."
„Eine mögliche Erklärung für den beobachteten Zusammenhang ist [Erklärung]."
„Alternativ könnte [alternative Erklärung] eine Rolle spielen."
„Diese Ergebnisse bestätigen/widersprechen den Befunden von [Autor]."
„Im Vergleich zu [Studie] zeigt sich in der vorliegenden Untersuchung [Unterschied/Gemeinsamkeit]."
„Die Abweichung könnte auf [methodische/kontextuelle Unterschiede] zurückzuführen sein."
„Einschränkend ist anzumerken, dass [Limitation]."
„Die [methodische Einschränkung] begrenzt die Aussagekraft hinsichtlich [Konsequenz]."
„Die Ergebnisse sind daher als [Einordnung, z.B. explorativ] zu verstehen."
„Für die Forschung ergibt sich die Notwendigkeit, [Forschungsdesiderat] zu untersuchen."
„Für die Praxis legen die Ergebnisse nahe, [praktische Handlungsempfehlung]."
Typische Fehler vermeiden
Diese Fehler tauchen häufig in Diskussionen auf. Mit den konkreten Korrekturen siehst du, wie du sie vermeidest.
„Die Korrelation zwischen X und Y war signifikant (r = 0,56, p < 0,001). 65 % der Befragten gaben an, dass...“
„Der starke Zusammenhang zwischen X und Y (r = 0,56) lässt sich durch die gemeinsame Abhängigkeit von Z erklären. Dies steht im Einklang mit der Theorie von Müller (2021), der argumentiert, dass...“
„Die Ergebnisse beweisen eindeutig, dass X zu Y führt. Alle Unternehmen sollten daher sofort X implementieren."
„Die Ergebnisse deuten auf einen positiven Zusammenhang zwischen X und Y hin. Die Querschnittserhebung erlaubt jedoch keine kausalen Aussagen. Unternehmen könnten prüfen, ob X für ihren Kontext relevant ist."
„Die Befragten gaben an, dass Kommunikation wichtig ist. Dies zeigt, dass Kommunikation eine Rolle spielt."
„Die hohe Bedeutung der Kommunikation bestätigt die Befunde von Schmidt (2020), der in ähnlichen Kontexten ebenfalls Kommunikation als Erfolgsfaktor identifizierte. Die vorliegende Studie ergänzt diese Erkenntnisse, indem sie spezifisch die interne Kommunikation als relevanten Faktor herausarbeitet."
Weitere häufige Fehler: Limitationen vergessen oder als Entschuldigungen formulieren. Neue Daten einführen, die nicht im Ergebnisteil stehen. Persönliche Meinungen ohne Begründung äußern. Den Forschungsstand aus dem Theorieteil wörtlich wiederholen, statt gezielt auf einzelne Studien zu verweisen.
Abschluss-Checkliste
Bevor du zum Fazit übergehst, prüfe deine Diskussion mit dieser Checkliste. Die Einleitung und das Fazit bilden einen Rahmen: Was du in der Einleitung ankündigst, löst du im Fazit ein. Die Diskussion ist das Bindeglied, das erklärt, wie du von der Frage zur Antwort gekommen bist.
Nächster Schritt: Im Fazit fasst du die Kernerkenntnisse komprimiert zusammen und beantwortest die Forschungsfrage explizit. Was in der Diskussion ausführlich steht, komprimierst du dort auf die Essenz.
Vor der Abgabe: Prüfe Formatierung, Seitenzahlen und Inhaltsverzeichnis. Exportiere als PDF und kontrolliere, ob alles korrekt dargestellt wird. Falls du deine Arbeit binden lassen möchtest, findest du bei BachelorHero verschiedene Optionen.
Häufig gestellte Fragen
Wie schreibe ich eine Diskussion ohne eigene Datenerhebung?
Bei theoretischen oder konzeptionellen Arbeiten ist dein „Ergebnis" das entwickelte Modell, die Argumentation oder die Typologie. Du diskutierst, wie schlüssig deine Argumentation ist, wo sie an bestehende Theorien anknüpft und wo Grenzen liegen. Die fünf Bausteine bleiben gleich, nur der Inhalt verschiebt sich von Daten zu Argumenten.
Wie diskutiere ich Widersprüche zu bestehender Literatur?
Benenne den Widerspruch konkret und erkläre mögliche Gründe: unterschiedliche Methoden, Stichproben, Kontexte oder Definitionen. Formuliere sachlich („Im Gegensatz zu Müller (2021) zeigt sich hier...") und vermeide Abwertungen. Widersprüche können ein wertvoller Beitrag sein, wenn du sie begründet einordnest.
Wie strukturiere ich die Diskussion bei Mixed-Methods?
Diskutiere zunächst quantitative und qualitative Ergebnisse getrennt, dann führe sie zusammen. Zeige, wie sich die Befunde ergänzen, bestätigen oder widersprechen. Die Integration ist der Mehrwert von Mixed-Methods. Typische Struktur: Quant-Diskussion → Qual-Diskussion → Synthese → Limitationen → Implikationen.
Wie viele Studien vergleiche ich pro Ergebnis?
Pro zentralem Ergebnis reichen meist 2 bis 4 Studien für einen aussagekräftigen Vergleich. Wähle die relevantesten aus deinem Literaturreview. Mehr ist nicht automatisch besser: Es geht um gezielte Einordnung, nicht um Vollständigkeit. Bei Abweichungen diskutiere die wichtigste Vergleichsstudie ausführlicher.
Wie formuliere ich Limitationen, ohne meine Arbeit abzuwerten?
Benenne Einschränkungen sachlich und begründe, warum sie für deine Arbeit akzeptabel waren. Formuliere die Konsequenzen für die Interpretation („Die begrenzte Stichprobe erlaubt keine Generalisierung, ermöglicht aber vertiefte Einblicke"). Das zeigt Reflexionsfähigkeit, ohne die Arbeit zu entwerten.
Was gehört nicht in die Diskussion?
Neue Daten oder Ergebnisse, die du im Ergebnisteil nicht präsentiert hast. Persönliche Meinungen ohne Begründung. Wiederholungen von Rohdaten oder Tabellen aus dem Ergebnisteil. Die bloße Zusammenfassung der Ergebnisse ohne Interpretation gehört ins Fazit, nicht in die Diskussion.
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