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Der Ergebnisteil deiner Masterarbeit präsentiert deine Forschungsergebnisse klar und strukturiert. Hier zeigst du, was du herausgefunden hast, ohne zu interpretieren oder zu bewerten. Dieser Artikel erklärt dir den Aufbau, zeigt dir, wie du Daten richtig darstellst, und hilft dir, typische Fehler zu vermeiden.
Im Ergebnisteil präsentierst du deine Daten objektiv und strukturiert. Du beschreibst, was du gefunden hast, nicht warum. Die Gliederung orientiert sich an deinen Forschungsfragen oder Hypothesen. Tabellen und Abbildungen ergänzen den Fließtext, ersetzen ihn aber nicht.
Die Vorgaben deiner Hochschule, deines Instituts oder deiner Betreuung gehen immer vor. Viele Fachbereiche orientieren sich an APA oder anderen Standards, die Regeln für den Ergebnisteil enthalten. In manchen Fächern (z. B. Geisteswissenschaften, Teile der BWL) werden Ergebnisse und Diskussion in einem gemeinsamen Kapitel behandelt. Prüfe deinen Leitfaden, bevor du startest.
Was gehört in den Ergebnisteil?
Der Ergebnisteil hat eine klare Funktion: Du präsentierst deine Forschungsergebnisse sachlich und nachvollziehbar. Nach dem Lesen wissen deine Prüfenden, welche Daten du erhoben hast und welche Muster oder Zusammenhänge sichtbar wurden.
Der Ergebnisteil folgt auf den Methodenteil und bereitet die Diskussion vor. Du zeigst die Fakten, die Einordnung kommt später. Diese Trennung macht deine Arbeit wissenschaftlich sauber und gut lesbar.
Quantitative Daten: Statistische Kennzahlen, Häufigkeiten, Korrelationen, Signifikanzen, Mittelwerte, Standardabweichungen
Qualitative Daten: Kategorien, Muster, Themen aus Interviews oder Inhaltsanalysen, repräsentative Zitate
Visualisierungen: Tabellen, Diagramme, Grafiken zur Veranschaulichung der Daten
Beschreibung: Sachliche Erläuterung der dargestellten Daten im Fließtext
Checkliste: 7 Schritte pro Ergebnis
Diese Schrittfolge hilft dir, jedes Ergebnis vollständig und nachvollziehbar darzustellen. Arbeite sie für jede Forschungsfrage oder Hypothese durch.
Forschungsfrage/Hypothese nennen: „Zur Prüfung von H1 wurde untersucht, ob..."
Datengrundlage/Stichprobe für diese Analyse: „In die Analyse gingen n = 156 Datensätze ein..."
Kennzahlen/Tests mit Effektstärke: „(t(154) = 2.87, p = .005, d = 0.46, 95%-KI [0.14; 0.78])"
Verweis auf Tabelle/Abbildung: „Tabelle 3 zeigt die deskriptiven Statistiken..."
Kernaussage ohne Warum: „Gruppe A wies höhere Werte auf als Gruppe B." (keine Interpretation)
Hinweis auf Anhang bei Detailtabellen: „Die vollständige Korrelationsmatrix findet sich in Anhang C."
Übergangssatz zur nächsten Frage oder Diskussion: „Im Folgenden werden die Ergebnisse zu H2 dargestellt."
Muster-Absatz: Die Checkliste in Aktion
Hier siehst du einen vollständigen Beispielabsatz, der alle sieben Schritte der Checkliste umsetzt. Du kannst die Struktur für deine eigenen Ergebnisse übernehmen.
„[1] Zur Prüfung von H1, die einen positiven Zusammenhang zwischen Führungsunterstützung und Arbeitszufriedenheit postulierte, wurde eine Korrelationsanalyse durchgeführt. [2] In die Analyse gingen n = 182 vollständige Datensätze ein. [3] Es zeigte sich ein signifikanter positiver Zusammenhang (r = .47, p < .001, 95%-KI [.35; .58]). [4] Tabelle 3 zeigt die deskriptiven Statistiken und die vollständige Korrelationsmatrix. [5] Mitarbeitende mit hoher wahrgenommener Führungsunterstützung wiesen höhere Zufriedenheitswerte auf (M = 4.21 vs. M = 3.48). [6] Die Item-Statistiken finden sich in Anhang B. [7] Im Folgenden werden die Ergebnisse zu H2 dargestellt."
Die Schritte im Detail: [1] Hypothese, [2] Stichprobe, [3] Kennwerte, [4] Tabellenverweis, [5] Kernaussage ohne Warum, [6] Anhang, [7] Übergang.
„[1] Zur Beantwortung von FF2 (Welche Faktoren beeinflussen die Arbeitsmotivation?) wurden die Interviewaussagen inhaltsanalytisch ausgewertet. [2] In die Analyse gingen 14 Interviews mit einer Gesamtdauer von 9,5 Stunden ein. [3] Es wurden drei Hauptkategorien identifiziert: Autonomie (42 Codierungen), Anerkennung (38 Codierungen) und Teamzusammenhalt (29 Codierungen). [4] Abbildung 4 zeigt das Kategoriensystem im Überblick. [5] Autonomie wurde am häufigsten genannt: ‚Wenn ich mir meine Arbeit selbst einteilen kann, bin ich viel motivierter' (IP7, Abs. 23). [6] Die vollständige Codierungstabelle findet sich in Anhang D. [7] Die Ergebnisse zu FF3 werden im Folgenden dargestellt."
Angepasste Schritte: [1] Forschungsfrage, [2] Material, [3] Kategorien/Häufigkeiten, [4] Abbildungsverweis, [5] Muster + Zitat, [6] Anhang, [7] Übergang.
Ergebnisse Masterarbeit: Aufbau und Struktur
Der Aufbau des Ergebnisteils richtet sich nach deiner Forschungsfrage. Bei mehreren Unterfragen oder Hypothesen erhält jede einen eigenen Abschnitt. So führst du Lesende logisch durch deine Ergebnisse.
Bei quantitativen Arbeiten startest du oft mit deskriptiven Statistiken und gehst dann zu den inferentiellen Analysen über.
Stichprobenbeschreibung: Wer hat teilgenommen? Demografische Merkmale, Rücklaufquote, Ausschlüsse
Deskriptive Ergebnisse: Mittelwerte, Häufigkeiten, Standardabweichungen der zentralen Variablen
Hypothesenprüfung: Ergebnisse der statistischen Tests, sortiert nach Hypothesen
Weitere Analysen: Zusätzliche explorative Befunde, falls relevant
Bei qualitativen Arbeiten strukturierst du nach den Kategorien oder Themen, die aus deiner Analyse hervorgehen.
Überblick über das Material: Anzahl der Interviews, Dauer, Transkriptionsumfang
Hauptkategorien: Jede Kategorie als eigener Abschnitt mit Beschreibung und Belegen
Repräsentative Zitate: Aussagen der Interviewten, die das Muster verdeutlichen
Zusammenhänge: Wie die Kategorien miteinander in Beziehung stehen
Wichtig bei der Struktur: Orientiere dich an der Reihenfolge, in der du deine Forschungsfragen in der Einleitung vorgestellt hast. So entsteht ein roter Faden, der sich durch die gesamte Arbeit zieht.
Vorlage: Textbausteine für den Ergebnisteil
Mit diesen Satzstartern schreibst du deine Ergebnisse strukturiert und präzise. Wähle die Vorlage, die zu deinem Forschungsansatz passt, und ersetze die Platzhalter in eckigen Klammern.
„Zur Prüfung von [H1/Forschungsfrage] wurde [Analysemethode] durchgeführt. [Variable A] wies einen Mittelwert von M = [Wert] (SD = [Wert]) auf. [Variable B] lag bei M = [Wert] (SD = [Wert]). Es zeigte sich ein [signifikanter/nicht signifikanter] [Unterschied/Zusammenhang] ([Testwert], p = [Wert], [Effektstärke], 95%-KI [[untere Grenze]; [obere Grenze]]). Tabelle [X] zeigt [Inhalt]. Die Daten [stützen/stützen nicht] [H1]."
Tipp: Ergänze bei Bedarf Effektstärken (d, η², r) und achte auf die korrekte Anzahl an Dezimalstellen laut deinem Leitfaden.
„Die Analyse ergab [Anzahl] Hauptkategorien: [Kategorie 1], [Kategorie 2] und [Kategorie 3]. Kategorie [X] umfasst [Beschreibung]. Sie wurde von [Anzahl] der [Anzahl] Interviewten thematisiert. Häufig genannt wurde [Aspekt]. Ein repräsentatives Zitat lautet: ‚[Zitat]' (Interviewpartner [Code]). Abbildung [X] zeigt das Kategoriensystem im Überblick."
Tipp: Achte darauf, dass die Zitate anonymisiert sind und deine Interpretation erst im Diskussionsteil erfolgt.
Alternative Formulierung: Statt „Die Daten stützen H1" kannst du auch schreiben „Die Ergebnisse sind konsistent mit H1" oder „Die Ergebnisse sprechen für die Annahme, dass...". Wähle die Variante, die zu den Gepflogenheiten deines Fachbereichs passt.
Schnellcheck: Tabelle oder Abbildung?
Wann nutzt du eine Tabelle, wann ein Diagramm? Diese Entscheidungskriterien helfen dir, die passende Darstellungsform zu wählen.
Wichtig: Im Fließtext nennst du dann nur die 2 bis 3 wichtigsten Kennwerte und verweist auf die Tabelle.
Wichtig: Im Fließtext beschreibst du den zentralen Kontrast oder das Muster, das die Abbildung zeigt. Prüfe deinen Leitfaden auf Diagrammvorgaben.
Formatregeln für Tabellen und Abbildungen
Sobald du dich für Tabelle oder Abbildung entschieden hast, gelten konkrete Formatierungsregeln. Die meisten Fachbereiche orientieren sich an APA oder ähnlichen Standards.
Nummerierung und Titel: Fortlaufend nummeriert, Titel über der Tabelle (z. B. „Tabelle 3. Deskriptive Statistiken der Hauptvariablen")
Spaltenköpfe: Eindeutig beschriftet, Einheiten in Klammern (z. B. „Alter (Jahre)", „Reaktionszeit (ms)")
Dezimalstellen: Einheitlich, meist 2 Stellen. Vermeide Scheingenauigkeit (nicht 3.14159, sondern 3.14)
Anmerkungen: Unter der Tabelle: Abkürzungen erklären, Signifikanzniveaus angeben (z. B. „*p < .05. **p < .01. ***p < .001.")
Nummerierung und Beschriftung: Getrennt von Tabellen nummeriert, Beschriftung unter der Abbildung (z. B. „Abbildung 2. Mittelwerte der Arbeitszufriedenheit nach Gruppe")
Achsenbeschriftung: Beide Achsen beschriftet mit Einheiten, Schriftgröße lesbar (nicht zu klein)
Legende: Bei mehreren Gruppen/Kategorien, innerhalb oder neben der Abbildung
Diagrammtyp: Vermeide 3D-Effekte und überladene Grafiken. Viele Leitfäden empfehlen schlichte 2D-Darstellungen
Nicht signifikante Ergebnisse richtig berichten
Hypothesen, die sich nicht bestätigen, sind genauso wichtige Ergebnisse wie signifikante Befunde. Das Verschweigen nicht signifikanter Ergebnisse gilt als wissenschaftlich unsauber. Hier siehst du, wie du sie korrekt berichtest.
„H2 wurde abgelehnt." oder „Es gab keinen Effekt."
„Für H2 zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen (t(98) = 1.24, p = .22, d = 0.25, 95%-KI [-0.15; 0.65]). Die Effektstärke deutet auf einen kleinen Effekt hin, der jedoch nicht gegen den Zufall abgesichert werden konnte."
Warum so? Die vollständige Angabe ermöglicht Lesenden, die praktische Relevanz selbst einzuschätzen. Ein nicht signifikantes Ergebnis kann trotzdem einen relevanten Effekt andeuten.
Typische Fehler vermeiden
Diese Fehler tauchen häufig im Ergebnisteil auf. Mit den konkreten Korrekturen siehst du, wie du sie vermeidest.
„Wie erwartet zeigte sich ein positiver Zusammenhang..."
„Es zeigte sich ein positiver Zusammenhang (r = .42, p < .01, 95%-KI [.28; .54])."
„Die Ergebnisse zeigt Tabelle 4."
„Tabelle 4 zeigt die deskriptiven Statistiken. Der höchste Mittelwert lag in Gruppe A (M = 4.8), der niedrigste in Gruppe C (M = 2.3)."
„Der Unterschied war signifikant (p<.05)."
„Der Unterschied war signifikant (t(98) = 2.45, p = .016, d = 0.49, 95%-KI [0.09; 0.89])."
Checkliste: Nenne immer Testwert, Freiheitsgrade, exakten p-Wert, Effektstärke und (wo üblich) Konfidenzintervall.
Wenn du in der Einleitung drei Forschungsfragen ankündigst, müssen im Ergebnisteil alle drei beantwortet werden, in derselben Reihenfolge. Prüfe am Ende, ob Einleitung und Ergebnisteil zusammenpassen.
Nächster Schritt: Von den Ergebnissen zur Diskussion
Wenn dein Ergebnisteil alle relevanten Daten präsentiert, jede Tabelle im Text erläutert ist und die Struktur zur Einleitung passt, kannst du zur Diskussion übergehen. Dort interpretierst du deine Befunde, ordnest sie in den Forschungsstand ein und beantwortest die Frage nach dem Warum.
Dein inhaltlicher nächster Schritt: Strukturiere die Diskussion, indem du für jede Forschungsfrage die Ergebnisse interpretierst, mit der Literatur verknüpfst und Limitationen ableitest. Die Diskussion führt dann zum Fazit, in dem du die Forschungsfrage explizit beantwortest und einen Ausblick gibst.
Falls du bei der Datenanalyse oder Statistik noch unsicher bist, findest du dort weitere Hilfestellung. Wenn du deine Masterarbeit drucken und binden lassen möchtest, kannst du das bei BachelorHero online konfigurieren. Ein Hardcover ist eine gängige Wahl für Masterarbeiten und verleiht deiner Arbeit einen professionellen Auftritt.
Häufig gestellte Fragen
Wie lang sollte der Ergebnisteil sein?
Die Länge hängt von Umfang und Komplexität deiner Daten ab. Typisch sind 15 bis 30 % des Textteils. Bei einer 60-seitigen Masterarbeit entspricht das etwa 9 bis 18 Seiten. Entscheidend ist: Alle relevanten Ergebnisse vollständig und nachvollziehbar darstellen, ohne zu interpretieren. Prüfe die Vorgaben deiner Hochschule, da diese Vorrang haben.
Wie formuliere ich Hypothesen: annehmen, ablehnen oder berichten?
Vermeide „Hypothese bestätigt/abgelehnt", da das zu vereinfacht klingt. Besser: „Die Daten stützen H1" oder „Die Ergebnisse sind konsistent mit H1" oder „Für H2 zeigte sich kein signifikanter Effekt (p = .34, d = 0.12)". So bleibst du präzise und wissenschaftlich korrekt. Bei nicht signifikanten Ergebnissen nennst du trotzdem Effektstärke und Konfidenzintervall, damit Lesende die praktische Relevanz einschätzen können.
Welche Zeitform verwende ich im Ergebnisteil?
Für abgeschlossene Analysen nutzt du Präteritum oder Perfekt („Die Analyse ergab..."). Bei der Beschreibung von Tabellen und Abbildungen ist Präsens üblich („Tabelle 3 zeigt..."). Vermeide Wechsel innerhalb eines Absatzes.
Wie viele Tabellen und Abbildungen sind angemessen?
Es gibt keine feste Regel. Nutze Visualisierungen, wenn sie Informationen besser vermitteln als Fließtext. Bei umfangreichen Daten kannst du Detailtabellen in den Anhang auslagern und im Text nur die wichtigsten Kennzahlen zeigen. Faustregel: Jede Visualisierung muss im Fließtext erläutert werden.
Muss ich alle Ergebnisse darstellen?
Du stellst alle Ergebnisse dar, die zur Beantwortung deiner Forschungsfrage relevant sind. Nicht signifikante Ergebnisse sind ebenfalls wichtig und sollten nicht verschwiegen werden. Nebenergebnisse ohne Bezug zur Fragestellung können im Anhang dokumentiert werden.
Wie strukturiere ich den Ergebnisteil bei mehreren Forschungsfragen?
Orientiere dich an deinen Forschungsfragen oder Hypothesen. Jede Frage erhält einen eigenen Abschnitt mit Unterüberschrift. So schaffst du einen roten Faden und Lesende können gezielt navigieren.
Darf ich im Ergebnisteil Quellen zitieren?
Im Ergebnisteil zitierst du in der Regel nicht. Du präsentierst deine eigenen Erhebungen und Analysen. Verweise auf Methoden oder Instrumente, die du verwendest, können vorkommen. Der Vergleich mit anderen Studien erfolgt erst in der Diskussion.
Wie stelle ich Ergebnisse bei Mixed-Methods dar?
Bei Mixed-Methods-Designs hast du zwei Optionen: Entweder stellst du quantitative und qualitative Ergebnisse in getrennten Abschnitten dar, oder du strukturierst entlang deiner Forschungsfragen und integrierst beide Datentypen pro Frage. Die zweite Variante zeigt besser, wie sich die Methoden ergänzen. Prüfe, welche Struktur dein Leitfaden empfiehlt.
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