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Literaturreview in der Masterarbeit: Aufbau, Vorgehen und Beispiele

Literaturreview in der Masterarbeit: Aufbau, Vorgehen und Synthese | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Ein Literaturreview ist das Kapitel deiner Masterarbeit, in dem du den Forschungsstand zu deinem Thema zusammenfasst, Quellen kritisch einordnest und die Forschungslücke ableitest, die deine Arbeit schließt. Anders als ein systematisches Review (eine eigenständige Forschungsmethode) dient es dazu, deine eigene Studie zu begründen. Ein gutes Review verbindet die Literatur zu einem kohärenten Bild und zeigt die Relevanz deiner Forschungsfrage.

Auf einen Blick

Vier Teile: Einleitung → Thematische Blöcke → Synthese → Forschungslücke.

Kernaufgabe: Quellen vergleichen, bewerten und zu Erkenntnissen verbinden.

Umfang: Richtwert 15 bis 30 % des Textteils (variiert je nach Fach).

Wichtig: Das Review als Kapitel ist nicht die Forschungsmethode selbst.

Was ist ein Literaturreview?

Ein Literaturreview (auch Forschungsstand, Literaturübersicht oder Literature Review) ist ein eigenständiges Kapitel, das die relevante Forschung zu deinem Thema systematisch aufarbeitet. Du zeigst, was bereits bekannt ist, welche Theorien und Methoden verwendet wurden und wo noch Fragen offen sind.

Der Unterschied zu einer einfachen Literaturliste: Statt Studie für Studie nachzuerzählen, ordnest du die Erkenntnisse thematisch, vergleichst Ansätze und arbeitest Muster heraus. Die Lesenden sollen nach dem Review verstehen, warum deine Forschungsfrage berechtigt ist und welche Lücke du schließt.

Wichtige Abgrenzung: Kapitel vs. Methode

Literaturreview als Kapitel

Zusammenfassung des Forschungsstands zur Begründung deiner eigenen Studie. Teil der Arbeit, nicht die Methode.

Systematisches Review als Methode

Das Review ist selbst die Forschung (z.B. Metaanalyse). Folgt PRISMA-Leitlinien und fixem Protokoll.

Woran erkennst du es? Prüfe dein Modulhandbuch: Steht dort „systematisches Review" als Methode? Dann ist es deine Forschung. Bei Interviews oder Fragebögen ist das Review hingegen ein Kapitel.

Literaturreview vs. Theorieteil: Wann was?
Merkmal Literaturreview Theorieteil
Leitfrage Was wurde bisher geforscht? Welche Konzepte brauche ich?
Fokus Empirische Befunde, Studien Theorien, Modelle, Definitionen
Output Forschungslücke identifizieren Analyserahmen aufbauen
Typischer Fehler Nur auflisten statt synthetisieren Kein Bezug zur eigenen Arbeit

Pro-Tipp: In vielen Masterarbeiten sind beide Teile kombiniert. Das ist okay, solange du beide Funktionen erfüllst: Forschungsstand aufarbeiten und theoretischen Rahmen schaffen.

Kriterien für ein gutes Literaturreview

Bevor du mit dem Schreiben beginnst, hilft es zu wissen, woran ein gutes Literaturreview erkennbar ist. Diese sieben Kriterien kannst du als Checkliste nutzen, sowohl beim Planen als auch beim Überarbeiten.

7 Kriterien für ein gutes Literaturreview
1
Vollständigkeit

Zentrale Studien und Theorien zum Thema sind erfasst. Keine offensichtlichen Lücken in der Recherche.

2
Synthese statt Auflistung

Quellen werden verglichen und in Beziehung gesetzt. Die meisten analytischen Absätze verbinden mehrere Perspektiven.

3
Kritische Bewertung

Methodische Stärken und Schwächen der Studien werden benannt. Nicht alles wird unkritisch übernommen.

4
Klare Struktur

Die Gliederungslogik (thematisch, chronologisch, methodisch) ist erkennbar und wird durchgehalten.

5
Relevanz

Jeder Abschnitt trägt zur Begründung deiner Forschungsfrage bei. Kein „Nice to know" ohne Funktion.

6
Forschungslücke

Am Ende wird klar, was fehlt und warum deine Arbeit diese Lücke schließt.

7
Aktualität

Die Quellen entsprechen den Anforderungen deines Fachs (z.B. aktuelle Forschung vs. Klassiker).

Aufbau des Literaturreviews in vier Teilen

Aufbau des Literaturreviews: Einleitung, thematische Blöcke, Synthese, Forschungslücke | BachelorHero

Der Aufbau des Literaturreviews folgt einer klaren Logik: Du führst ein, präsentierst die Literatur strukturiert, verbindest sie zu einer Synthese und leitest zur Forschungslücke über. Die genaue Gewichtung variiert je nach Fach und Thema.

Teil 1: Einleitung des Reviews

Du erklärst, was das Kapitel leisten soll und nach welchen Kriterien du die Literatur ausgewählt hast. Optional gibst du einen kurzen Überblick über die Struktur des Kapitels.

Beispiel (empirisches Fach)

„Das folgende Kapitel gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Mitarbeiterakzeptanz digitaler Transformationsprojekte. Die Literaturauswahl konzentriert sich auf empirische Studien der letzten zehn Jahre, die in peer-reviewed Journals erschienen sind."

Hinweis: Die Auswahlkriterien variieren je nach Fach. In Geisteswissenschaften können auch ältere Monografien zentral sein.

Stolperstelle

Keine Einordnung geben und direkt mit der ersten Quelle starten. Die Lesenden brauchen Orientierung.

Teil 2: Thematische Blöcke

Der Hauptteil des Reviews gliedert die Literatur in sinnvolle Abschnitte. Die Gliederung kann thematisch, chronologisch oder methodisch erfolgen. Innerhalb jedes Blocks stellst du die relevanten Studien vor und vergleichst sie.

Beispiel: Thematische Gliederung
2.1 Theoretische Grundlagen der Technologieakzeptanz
2.2 Empirische Befunde zu Erfolgsfaktoren
2.3 Barrieren und Widerstände bei der Einführung
2.4 Branchenspezifische Unterschiede
Übergangssatz zwischen Abschnitten

„Nachdem die theoretischen Grundlagen der Technologieakzeptanz dargelegt wurden, wendet sich das folgende Kapitel den empirischen Befunden zu den konkreten Erfolgsfaktoren zu."

Stolperstelle

Quellen nacheinander abhandeln ohne Verbindung. Vermeide bloße Aufzählungen wie „A sagt X, B sagt Y".

Teil 3: Synthese und kritische Würdigung

Du führst die Erkenntnisse aus den thematischen Blöcken zusammen. Was sind die zentralen Übereinstimmungen? Wo gibt es Widersprüche? Welche methodischen Stärken und Schwächen zeigen sich?

Beispiel Synthese-Satz

„Zusammenfassend zeigt sich, dass die Führungskräfteunterstützung in allen untersuchten Studien als zentraler Erfolgsfaktor identifiziert wird. Weniger eindeutig sind die Befunde zur Rolle der Unternehmenskultur..."

Stolperstelle

Keine eigene Bewertung vornehmen. Ein Review, das nur wiedergibt, erfüllt nicht den wissenschaftlichen Anspruch.

Teil 4: Forschungslücke und Überleitung

Du benennst, was in der bisherigen Forschung fehlt und leitest zu deiner eigenen Untersuchung über. Die Forschungslücke sollte sich logisch aus der Synthese ergeben.

Satzbausteine für die Forschungslücke

„Bisherige Studien konzentrieren sich auf X, während Y kaum untersucht wurde."

„Trotz umfangreicher Forschung zu X fehlen Erkenntnisse zu Y im Kontext von Z."

Anti-Beispiel

„Es gibt keine Studien zu diesem Thema." → Zu absolut. Belege die Lücke durch deine Recherche, nicht durch Behauptungen.

Stolperstelle

Die Forschungslücke nicht aus dem Review ableiten. Wenn die Lücke überraschend kommt, fehlt die argumentative Grundlage.

Vorgehen: Vom Sammeln zur Synthese

Das Schreiben eines guten Literaturreviews beginnt lange vor dem ersten Satz. Ein systematisches Vorgehen spart Zeit und führt zu besseren Ergebnissen. Die Literaturrecherche liefert das Rohmaterial, das du anschließend strukturierst und verdichtest.

Literaturreview-Prozess: Vom Sammeln zur Synthese in der Masterarbeit | BachelorHero
  1. Schritt 1: Recherchieren und Sammeln. Nutze Fachdatenbanken wie Web of Science, Scopus oder fachspezifische Datenbanken. Dokumentiere deine Suchstrategie, damit du sie später beschreiben kannst. Sammle mehr Quellen, als du letztlich verwenden wirst. Das Aussortieren kommt im nächsten Schritt.
  2. Schritt 2: Sichten und Selektieren. Lies Abstracts und Einleitungen, um die Relevanz einzuschätzen. Sortiere jede Quelle in eine von drei Kategorien: Must-have (direkt relevant), Kontext (Hintergrund) oder Raus (nicht relevant).
Typische Ausschlussgründe (mit Ausnahmen)

Falscher Kontext: Die Studie untersucht ein ähnliches Thema, aber in einem Kontext, der nicht auf deine Fragestellung übertragbar ist.

Ältere empirische Studien: Als Daumenregel gelten Studien älter als 10 Jahre als potenziell veraltet. Ausnahmen: Klassiker oder historische Entwicklungen.

Methodisch unpassend: Die verwendete Methode beantwortet eine andere Frage als deine (z.B. rein deskriptiv, wenn du Kausalitäten suchst).

Nicht wissenschaftlich: Blogbeiträge oder Meinungsbeiträge ohne empirische Grundlage. Ausnahmen: Statistiken von Behörden oder Branchenreports für Fakten.

Redundanz: Eine Studie wiederholt Erkenntnisse, die du bereits aus besseren Quellen hast, ohne neue Perspektiven.

Schnellcheck: Must-have oder Kontext?

Must-have

Beantwortet Forschungsfragen direkt, definiert Kernkonzepte oder ist eine zentrale Schlüsselstudie.

Kontext

Liefert Hintergrundwissen oder methodische Grundlagen, zahlt aber nicht direkt auf die Frage ein.

  1. Schritt 3: Lesen und Exzerpieren. Lies die relevanten Quellen gründlich und notiere die wichtigsten Informationen in einer Literaturmatrix. So kannst du Quellen später schnell vergleichen, ohne jedes Mal die Originaltexte lesen zu müssen.
  2. Schritt 4: Kategorisieren und Strukturieren. Gruppiere die Quellen nach Themen, Theorien oder Methoden. Überlege, welche Gliederung für dein Thema am sinnvollsten ist. Die Struktur des Reviews ergibt sich aus den Kategorien.
  3. Schritt 5: Synthetisieren und Schreiben. Jetzt erst beginnst du mit dem eigentlichen Schreiben. Zeige Muster, Widersprüche und Lücken auf. Nutze die Formulierungshilfen im nächsten Abschnitt.

Syntheseformen und Formulierungshilfen

Syntheseformen im Literaturreview: Narrativ, thematisch, chronologisch, methodisch | BachelorHero

Je nach Thema und Literaturlage eignen sich unterschiedliche Syntheseformen. Thematisch gruppierst du nach inhaltlichen Schwerpunkten. Chronologisch zeigst du, wie sich das Feld entwickelt hat. Methodisch vergleichst du, zu welchen Ergebnissen verschiedene Methoden kommen. In der Praxis kombinieren viele Reviews diese Formen.

Der eigentliche Schlüssel zur Synthese liegt im Absatz-Aufbau. Ein guter Synthese-Absatz folgt einem Schema: Du startest mit einer Aussage zum Thema, belegst sie mit mehreren Quellen, zeigst Unterschiede oder Ergänzungen und ziehst eine Schlussfolgerung für deine Arbeit.

Absatz-Schema für die Synthese
Satz 1

Thematische Aussage

Was ist die zentrale Erkenntnis zu diesem Aspekt?

Satz 2–3

Belege mit Vergleich

Welche Studien stützen das? Wo gibt es Konsens?

Satz 4–5

Abweichungen

Wo weichen Studien ab? Welche Perspektiven ergänzen?

Satz 6

Einordnung

Was bedeutet das für deine Arbeit/Lücke?

Formulierungshilfen erleichtern das Schreiben. Hier sind Satzstarter für typische Situationen im Literaturreview:

Satzstarter nach Funktion

Übereinstimmung

„Übereinstimmend zeigen mehrere Studien, dass..." · „Dieser Befund wird gestützt von..."

Widersprüche

„Im Gegensatz dazu fand [Autor]..." · „Diese Ergebnisse stehen in Spannung zu..."

Methodik

„Die Diskrepanz könnte auf methodische Unterschiede zurückzuführen sein..."

Limitationen

„Einschränkend ist anzumerken, dass..." · „Die Generalisierbarkeit wird begrenzt durch..."

Forschungslücke

„Trotz dieser Erkenntnisse bleibt offen, ..." · „Bisher kaum untersucht wurde..."

Literaturreview Beispiel

Hier siehst du einen Ausschnitt aus einem thematisch gegliederten Literaturreview. Die Kommentare zeigen, welche Funktion jeder Satzteil erfüllt.

Beispiel mit Erklärungen

„Die Rolle der Führungskräfte bei digitalen Transformationsprojekten wird in der Literatur übereinstimmend als zentraler Erfolgsfaktor identifiziert (Müller, 2020; Schmidt & Weber, 2021; Chen et al., 2022)."

Thematische Aussage mit Sammelbeleg

„Während Müller (2020) den Fokus auf die Vorbildfunktion legt, betonen Schmidt und Weber (2021) die Bedeutung der Ressourcenbereitstellung. Chen et al. (2022) erweitern diese Perspektive um den Aspekt der emotionalen Unterstützung."

Differenzierung

„Trotz dieser Übereinstimmung zeigen sich Unterschiede in der Operationalisierung: Quantitative Studien messen Führungsunterstützung typischerweise über Selbsteinschätzungsskalen, während qualitative Untersuchungen konkrete Verhaltensweisen erfassen."

Methodische Einordnung

„Diese methodischen Unterschiede könnten erklären, warum die Effektstärken zwischen den Studien variieren."

Schlussfolgerung
Gegenbeispiel: Keine Synthese

„Müller (2020) untersuchte die Rolle von Führungskräften bei digitalen Transformationsprojekten. Er fand heraus, dass die Vorbildfunktion wichtig ist. Schmidt und Weber (2021) führten ebenfalls eine Studie durch. Sie stellten fest, dass Ressourcenbereitstellung relevant ist. Chen et al. (2022) befragten Mitarbeitende zu ihren Erfahrungen. Sie betonten die emotionale Unterstützung."

Problem: Die Studien werden isoliert nacherzählt. Es fehlen Vergleiche („während", „im Gegensatz zu"), Einordnungen und Schlussfolgerungen.

Vorlage und Literaturmatrix

Mit dieser Vorlage kannst du dein Literaturreview strukturiert aufbauen. Ersetze die Platzhalter durch deine eigenen Inhalte.

Vorlage zum Kopieren
Teil 1 – Einleitung

Das folgende Kapitel gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu [Thema]. Die Literaturauswahl konzentriert sich auf [Auswahlkriterien]. Das Kapitel gliedert sich in [Anzahl] Abschnitte: [Vorschau].

Teil 2 – Thematische Blöcke

[Thema des Blocks]: [Einleitender Satz]. [Autor A] argumentiert, dass [Kernaussage]. Diese Perspektive wird von [Autor B] gestützt/erweitert, der/die [abweichende Erkenntnis].

Teil 3 – Synthese

Zusammenfassend zeigt sich, dass [zentrale Übereinstimmung]. Weniger eindeutig sind die Befunde zu [Widersprüche]: Während [Perspektive A], betonen andere Studien [Perspektive B].

Teil 4 – Forschungslücke

Trotz der umfangreichen Forschung zu [Thema] fehlen Studien, die [Lücke]. Insbesondere [spezifischer Aspekt] wurde bisher nicht untersucht. Diese Lücke adressiert die vorliegende Arbeit, indem sie...

Die Literaturmatrix hilft dir, den Überblick über deine Quellen zu behalten und Muster zu erkennen. Kopiere die Tabellenstruktur in ein Tabellenkalkulationsprogramm oder Notion.

Literaturmatrix für das Literaturreview: Quellen strukturieren | BachelorHero
Literaturmatrix: Vorlage mit Beispiel
Autor/Jahr Methode Kernergebnis Relevanz
Müller (2020) Quantitativ, Fragebogen Vorbildfunktion FK zentral Must-have
Chen et al. (2022) Qualitativ, Interviews Emotionale Unterstützung wichtig Must-have
[Autor] [Methode] [Ergebnis] [Kategorie]

Tipp: Ergänze Spalten wie „Stichprobe" oder „Limitationen" in Excel oder Notion. Die Matrix wächst mit deiner Recherche.

Qualitätsbewertung: 5 Fragen pro Studie
1
Stichprobe

Wie groß? Wie ausgewählt? Übertragbar auf deinen Kontext?

2
Design

Experimentell, korrelativ, explorativ? Passt zur Fragestellung?

3
Messung

Wie wurden Variablen operationalisiert? Validierte Instrumente?

4
Bias

Selbstauskunft? Soziale Erwünschtheit? Selektionseffekte?

5
Generalisierbarkeit

Auf welchen Kontext sind die Ergebnisse übertragbar?

Tipp: Im Text reicht oft ein Satz zur Einordnung (z.B. „Die Generalisierbarkeit wird durch die Stichprobe begrenzt").

Typische Fehler vermeiden

  • Auflisten statt synthetisieren: Das häufigste Problem. Ein Review, das Studie für Studie nacherzählt, erfüllt nicht den wissenschaftlichen Anspruch. Nutze das Absatz-Schema und Vergleiche zwischen Quellen.
  • Zu unkritisch bleiben: Bewerte die methodische Qualität der Studien. Nutze die „5 Fragen pro Studie" als Leitfaden für die kritische Einordnung.
  • Keine klare Struktur: Wenn Lesende nicht erkennen, nach welcher Logik du gegliedert hast, wirkt das Review chaotisch. Halte deine Gliederungslogik konsequent durch.
  • Forschungslücke nicht ableiten: Das Review muss zur Lücke hinführen. Wenn die Lücke überraschend am Ende auftaucht, fehlt die argumentative Grundlage.
  • Aktualität nicht geprüft: In empirischen Fächern muss der Forschungsstand aktuell sein. Begründe im Text, wenn du bewusst ältere Literatur einbeziehst.

Nächster Schritt: Vom Review zur Methodik

Das fertige Literaturreview liefert drei Dinge für deine weitere Arbeit: eine klar begründete Forschungslücke, die deine Forschungsfrage rechtfertigt, einen Überblick über bewährte Forschungsmethoden in deinem Feld und die theoretischen Konzepte für deinen Analyserahmen.

Nächster inhaltlicher Schritt: Schreibe das Methodenkapitel. Begründe dort, warum du dich für eine bestimmte Methode entscheidest. Im Review hast du gesehen, welche Methoden andere nutzen. Jetzt erklärst du, welche Methode zu deiner Forschungsfrage passt. Wenn du fertig bist, prüfe mit einer Plagiatsprüfung, ob alle Quellen korrekt angegeben sind.

Für den Druck deiner Masterarbeit findest du bei BachelorHero verschiedene Bindungsoptionen. Ein Hardcover mit Prägung ist eine gängige Wahl für Masterarbeiten.

Häufig gestellte Fragen

Wie lang sollte das Literaturreview in einer Masterarbeit sein?

Der Umfang variiert je nach Fach und Prüfungsordnung. Typischerweise umfasst das Literaturreview 15 bis 30 Prozent des Textteils. Bei einer 80-seitigen Arbeit entspricht das etwa 12 bis 24 Seiten. Kläre die Erwartungen mit deiner Betreuung, da manche Fächer einen ausführlicheren Theorieteil erwarten.

Was ist der Unterschied zwischen Literaturreview und Theorieteil?

Das Literaturreview fasst den aktuellen Forschungsstand zusammen und identifiziert Lücken. Der Theorieteil erklärt die theoretischen Grundlagen und Modelle, auf denen deine Arbeit aufbaut. In vielen Masterarbeiten sind beide Teile kombiniert. Der Unterschied: Das Review fragt „Was wurde bisher geforscht?", der Theorieteil fragt „Welche Konzepte brauche ich für meine Analyse?".

Wie viele Quellen brauche ich für das Literaturreview?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Entscheidend ist, dass du den Forschungsstand zu deinem Thema vollständig abbildest. Bei einem eng gefassten Thema können 30 bis 50 Quellen ausreichen, bei breiten Themen sind es oft 80 oder mehr. Qualität und Relevanz sind wichtiger als Quantität.

Wie viele Studien sollte ich pro Absatz oder Abschnitt zitieren?

Das hängt von der Absatzfunktion ab. Ein Überblicksabsatz kann viele Quellen bündeln (Sammelbeleg), um einen Konsens zu zeigen. Ein Analyseabsatz fokussiert oft weniger Quellen, um sie detailliert zu vergleichen. Als grobe Orientierung: Die meisten Synthese-Absätze verarbeiten zwei bis fünf Quellen. Entscheidend ist nicht die Anzahl, sondern dass du die Quellen miteinander in Beziehung setzt. Wenn ein Absatz durch zu viele Quellenverweise unlesbar wird, teile ihn auf.

Wie gehe ich mit widersprüchlichen Studienergebnissen um?

Widersprüche sind normal und wissenschaftlich wertvoll. Stelle die unterschiedlichen Ergebnisse neutral dar und analysiere mögliche Gründe: Unterschiede in Methodik, Stichprobe, Kontext oder Zeitpunkt. Die Widersprüche können auf eine Forschungslücke hinweisen, die deine Arbeit adressiert.

Wie zitiere ich im Literaturreview: Paraphrase oder direktes Zitat?

Die Konvention variiert stark nach Fach und Zitierstil. In empirischen Fächern (Psychologie, BWL, Medizin) dominieren Paraphrasen, weil sie flüssigere Synthesen ermöglichen. Direkte Zitate nutzt du hier sparsam für zentrale Definitionen. In Geisteswissenschaften (Literaturwissenschaft, Philosophie, Geschichte) ist Close Reading mit mehr wörtlichen Zitaten üblich, weil der exakte Wortlaut oft argumentativ wichtig ist. Prüfe die Vorgaben deines Zitierstils und frag im Zweifel deine Betreuung nach den fachspezifischen Erwartungen.

Wie formuliere ich eine Forschungslücke, ohne zu übertreiben?

Vermeide absolute Aussagen wie „Es gibt keine Studien zu...". Präziser sind Formulierungen wie „Bisherige Studien konzentrieren sich auf X, während Y kaum untersucht wurde" oder „Trotz umfangreicher Forschung zu X fehlen Erkenntnisse zu Y im Kontext von Z". Belege die Lücke mit deiner Recherche, nicht mit Behauptungen.

Wann schreibe ich das Literaturreview?

Die Literaturrecherche beginnt früh, aber das Schreiben des Reviews erfolgt oft nach der Einleitung. Viele überarbeiten das Review nach der empirischen Arbeit noch einmal, um die Relevanz für die eigenen Ergebnisse zu schärfen. Ein iteratives Vorgehen ist typisch.

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