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Die Harvard-Zitierweise funktioniert so: Setze bei jeder Übernahme einen Kurzbeleg in Klammern, der Autor, Jahr und bei direkten Zitaten die Seitenzahl enthält. Der Kurzbeleg verweist auf einen vollständigen Eintrag im Literaturverzeichnis.
In Harvard zitierst du im Text mit (Nachname Jahr, S. X) und führst die Quelle vollständig im Literaturverzeichnis auf. Bei Direktzitaten ist typischerweise ein Locator (Seitenzahl, Kapitel) Pflicht. Details variieren je nach Leitfaden.
Hier findest du alle Regeln, Beispiele und Lösungen für Sonderfälle, damit du in deiner Masterarbeit sicher nach Harvard zitieren kannst. Da es keine einheitliche Harvard-Norm gibt, haben die Vorgaben deines Leitfadens immer Vorrang. Nutze den Schnellcheck weiter unten, um deine Variante zu identifizieren.
(Nachname Jahr, S. X)
(Nachname Jahr)
Nachname, Vorname (Jahr): Titel. Ort: Verlag.
Kurzbeleg im Text: (Nachname Jahr) bei Paraphrasen, (Nachname Jahr, S. X) bei Direktzitaten. Bei kurzen Zitaten steht der Kurzbeleg typischerweise vor dem Satzzeichen: „Zitat" (Müller 2023, S. 45).
Literaturverzeichnis: Alle zitierten Quellen alphabetisch nach Nachname sortiert. Grundschema: Nachname, Vorname (Jahr): Titel. Ort: Verlag.
Im Zweifel: Lieber mehr Angaben machen (Seitenzahl, Abrufdatum) als zu wenig – das ist durchgängig die sicherere Wahl.
Was ist die Harvard-Zitierweise?
Die Harvard-Zitierweise ist ein Autor-Jahr-System, das ursprünglich an amerikanischen Universitäten entwickelt wurde. Der Name geht auf die Harvard University zurück, auch wenn es dort nie eine offizielle Standardisierung gab. Heute wird Harvard in vielen Fachbereichen verwendet, besonders in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.
Das Grundprinzip ist einfach: Im Fließtext steht ein kurzer Verweis in Klammern, der auf den vollständigen Eintrag im Literaturverzeichnis verweist. So bleibt der Text lesbar, und Lesende können die Quelle jederzeit nachschlagen.
Anders als bei Fußnoten-Zitierweisen (z. B. Chicago Notes-Bibliography oder deutsche Zitierstile) unterbricht der Kurzbeleg den Lesefluss kaum. Du siehst auf einen Blick, woher eine Information stammt, ohne ans Seitenende scrollen zu müssen. Für Masterarbeiten mit umfangreicher Literatur ist das ein praktischer Vorteil.
Kurzbeleg im Text: Direkt hinter dem Zitat oder der Paraphrase in Klammern. Enthält Nachname des Autors, Erscheinungsjahr und bei direkten Zitaten die Seitenzahl.
Vollständiger Eintrag im Literaturverzeichnis: Alphabetisch nach Autorennachname sortiert. Enthält alle Angaben, die zum Auffinden der Quelle nötig sind.
Schnellcheck: Welche Harvard-Variante verlangt dein Leitfaden?
Bevor du loslegst, gleiche deinen Leitfaden mit diesen fünf Prüfpunkten ab. So erkennst du sofort, welche Harvard-Variante verlangt wird, und vermeidest spätere Korrekturen. Gerade bei Masterarbeiten lohnt sich dieser Check am Anfang, da du mit vielen Quellen arbeiten wirst.
Komma nach Autor? Ohne Komma: (Müller 2023). Mit Komma: (Müller, 2023). Letzteres deutet auf APA hin.
Seitenzahl-Format? Mit „S.": (Müller 2023, S. 45). Mit Doppelpunkt: (Müller 2023: 45). Mit „p.": (Müller 2023, p. 45).
Ab wann „et al."? Ab 3 Autoren sofort, oder erst ab dem 2. Zitat? Manche Leitfäden erlauben „u. a." statt „et al.".
Trennzeichen bei mehreren Autoren? Schrägstrich: Müller/Schmidt. Kaufmanns-Und: Müller & Schmidt. Ausgeschrieben: Müller und Schmidt.
Jahr-Position im Literaturverzeichnis? Nach Autor in Klammern: Müller, T. (2023). Nach Doppelpunkt: Müller, Thomas (2023): Titel.
Wenn dein Leitfaden keinen Zitierstil nennt, aber Beispiele zeigt, vergleiche diese mit den Prüfpunkten. So findest du heraus, ob es sich um Harvard, APA oder eine Mischform handelt. Bleibt es unklar, frag deine Betreuungsperson.
Harvard vs. APA: Die wichtigsten Unterschiede
Harvard und APA sind beide Autor-Jahr-Systeme und werden häufig verwechselt. Die Unterschiede liegen in Formatierungsdetails. Da es viele Harvard-Varianten gibt, können sich die Unterschiede je nach Leitfaden verschieben. In der Übersicht zur Zitierweise findest du auch Infos zu anderen Stilen.
Kurzbeleg: APA setzt ein Komma zwischen Autor und Jahr: (Müller, 2023). Bei vielen Harvard-Varianten fehlt dieses Komma: (Müller 2023). Manche Leitfäden verwenden einen Doppelpunkt vor der Seitenzahl (Müller 2023: 45), andere „S." oder „p." (Müller 2023, S. 45).
Mehrere Autoren: APA 7 verwendet ab drei Autoren sofort „et al.". Bei Harvard variiert die Regel je nach Leitfaden. Manche Harvard-Varianten nennen beim ersten Zitat alle Autoren (bis zu drei), danach „et al.". Andere verwenden von Anfang an „et al." ab dem dritten Autor.
Literaturverzeichnis: Bei APA steht das Erscheinungsjahr direkt nach dem Autorennamen in Klammern. Bei manchen Harvard-Varianten steht das Jahr am Ende des Eintrags oder nach dem Titel. Buchtitel sind bei beiden Stilen kursiv, aber manche Harvard-Leitfäden setzen sie in Anführungszeichen.
Komma nach Autor?
(Müller, 2023) = APA · (Müller 2023) = typisch Harvard
Mehrere Autoren?
„&" = APA · „/" oder „und" = typisch Harvard
Jahr im Literaturverzeichnis?
Müller, T. (2023). Titel = APA · Harvard variiert
Seitenzahl-Format?
„p." = oft APA/englisch · „S." oder „:" = meist Harvard
Hinweis: Diese Marker geben Orientierung. Manche Hochschulen nutzen hybride Leitfäden. Einmal identifiziert, bleib konsequent.
Harvard-Kurzbeleg im Text setzen
Der Kurzbeleg steht in runden Klammern und enthält mindestens Autor und Jahr. Bei direkten Zitaten ergänzt du die Seitenzahl. Du kannst den Autor auch in den Satz einbauen (narrative Form), dann steht das Jahr direkt nach dem Namen in Klammern.
Parenthetisch (alles in Klammern): Methodische Triangulation erhöht die Validität empirischer Studien (Müller 2023).
Narrativ (Autor im Satz): Müller (2023) zeigt, dass methodische Triangulation die Validität empirischer Studien erhöht.
Parenthetisch mit Seitenzahl: „Mixed Methods verbinden die Stärken beider Paradigmen" (Müller 2023, S. 45).
Zwei Autoren: (Müller/Schmidt 2023) oder (Müller & Schmidt 2023)
Direktzitat: (Nachname Jahr, S. X)
Paraphrase: (Nachname Jahr)
Direktzitat: (Nachname/Nachname Jahr, S. X)
Paraphrase: (Nachname/Nachname Jahr)
Direktzitat: (Nachname et al. Jahr, S. X)
Paraphrase: (Nachname et al. Jahr)
Direktzitat: (Org. [Abk.] Jahr, S. X)
Paraphrase: (Org. [Abk.] Jahr)
Tipp: Nutze „S. X", „: X" oder „p. X" je nach Leitfaden-Vorgabe.
Seitenbereiche und mehrere Seiten gibst du so an: Aufeinanderfolgende Seiten mit Halbgeviertstrich (Müller 2023, S. 45–47). Manche Leitfäden erlauben „f." für genau zwei Seiten (Müller 2023, S. 45 f.), aber vermeide das unpräzise „ff." (fortfolgende). Nicht zusammenhängende Seiten trennst du mit Komma: (Müller 2023, S. 12, 18, 45).
Bei drei oder mehr Autoren kürzt du nach Harvard typischerweise ab. Zeigt dein Leitfaden beim ersten Zitat alle Namen? Dann nutze (Müller/Schmidt/Weber 2023), danach (Müller et al. 2023). Zeigt er sofort „et al."? Dann nutze von Anfang an die Kurzform.
Wenn du mehrere Quellen für eine Aussage anführst, trenne sie im Kurzbeleg mit Semikolon und sortiere alphabetisch: (Bauer 2022; Müller 2023; Schmidt 2021). Bei mehreren Werken desselben Autors nennst du den Namen einmal und listest die Jahre auf: (Müller 2021, 2023).
Direktes Zitat nach Harvard
Ein direktes Zitat übernimmst du wortwörtlich aus der Quelle. Kurze Zitate stehen in Anführungszeichen im Fließtext. Bei direkten Zitaten ist ein Locator Pflicht – je nach Quellenart eine Seitenzahl, ein Kapitel, Absatz oder Zeitstempel.
Parenthetisch: „Die Integration quantitativer und qualitativer Daten ermöglicht ein umfassenderes Verständnis komplexer Phänomene" (Müller 2023, S. 45).
Narrativ: Müller (2023, S. 45) betont: „Die Integration quantitativer und qualitativer Daten ermöglicht ein umfassenderes Verständnis komplexer Phänomene."
Längere Zitate ab etwa 40 Wörtern (manche Leitfäden sagen drei Zeilen) setzt du als eingerückten Block ohne Anführungszeichen. Der Kurzbeleg steht nach dem Schlusspunkt des Blockzitats, etwa: „…endet hier." (Müller 2023, S. 45). Blockzitate solltest du sparsam einsetzen, da sie den Lesefluss unterbrechen.
Falls du Auslassungen machst, kennzeichne sie mit drei Punkten in eckigen Klammern: [...]. Ergänzungen für grammatische Anpassungen stehen ebenfalls in eckigen Klammern: [ergänztes Wort]. So bleibt transparent, was Original ist und was du verändert hast.
Paraphrasieren nach Harvard
Beim Paraphrasieren gibst du Inhalte in eigenen Worten wieder. Das ist in wissenschaftlichen Arbeiten häufiger als direktes Zitieren und zeigt, dass du die Quelle verstanden hast. Auch hier ist der Kurzbeleg Pflicht.
„Die Integration quantitativer und qualitativer Daten ermöglicht ein umfassenderes Verständnis komplexer Phänomene."
Die Kombination verschiedener Datentypen erweitert die Analysemöglichkeiten bei vielschichtigen Forschungsgegenständen (Müller 2023).
Achte darauf, dass deine Paraphrase wirklich eigenständig formuliert ist. Nur einzelne Wörter auszutauschen reicht nicht und kann als Plagiat gewertet werden. Du solltest den Inhalt mit eigener Satzstruktur und eigenen Begriffen wiedergeben.
Manche Leitfäden verlangen die Seitenzahl auch bei Paraphrasen (Müller 2023, S. 45), andere nur bei Direktzitaten. Tipp: Die Angabe der Seite hilft beim Nachschlagen und ist im Zweifel immer die sicherere Wahl.
Sonderfälle im Kurzbeleg
Diese Fälle tauchen in fast jeder Masterarbeit auf. Die folgenden Lösungen orientieren sich an gängigen Harvard-Varianten.
Wenn ein Autor 2023 zwei Artikel veröffentlicht hat, unterscheidest du sie mit Kleinbuchstaben. Die Zuordnung erfolgt alphabetisch nach Titel.
Im Text: (Müller 2023a) und (Müller 2023b)
• Müller, Thomas (2023a): Forschungsdesign in Mixed Methods. München: Verlag.
• Müller, Thomas (2023b): Qualitative Datenanalyse. München: Verlag.
Entscheidungsregel: Nutze einen stabilen Locator (Kapitel, Absatz, Zeitstempel), damit Lesende die Stelle finden können.
E-Book: (Müller 2023, Kap. 3)
Kindle: (Müller 2023, Pos. 1245)
Webseite: (Müller 2023, Abs. 4)
Video: (Schmidt 2023, 2:35)
Wichtig bei Direktzitaten: Wörtliche Zitate brauchen immer einen Locator. Existiert keiner: paraphrasieren oder Quelle wechseln.
Wenn eine Organisation verantwortlich ist (Ministerium, Institut, Unternehmen), gilt sie als Autor.
Erstes Zitat: (Statistisches Bundesamt [Destatis] 2023)
Folgende Zitate: (Destatis 2023)
Versuche immer, die Originalquelle zu beschaffen. Nur wenn das nicht möglich ist, zitierst du sekundär.
Im Kurzbeleg: (Meier 2019, zitiert nach Müller 2023, S. 45)
Literaturverz.: Nur die tatsächlich gelesene Sekundärquelle (Müller) aufnehmen.
Bei fehlendem Datum verwendest du „o. J." (ohne Jahr). Bei Internetquellen ergänze das Abrufdatum im Literaturverzeichnis.
Im Kurzbeleg: (Müller o. J.)
Literaturverz.: Müller, Thomas (o. J.): Titel. URL [Abruf: 15.03.2024]
Entscheidungsregel: Prüfe zuerst, ob eine Organisation verantwortlich ist (Ministerium, Institut). Falls ja, nutze diese als Autor. Nur wenn wirklich kein Autor erkennbar ist, beginne mit einer Kurzform des Titels.
Kurzbeleg: („Neue Studie zu Lernmethoden" 2023)
Literaturverz.: „Neue Studie zu Lernmethoden" (2023). URL [Abruf: 15.03.2024].
Ohne Autor + ohne Jahr: („Titel" o. J.) – Das Abrufdatum im Literaturverzeichnis dokumentiert den Stand.
Entscheidungsregel: Ergänze die Initialen des Vornamens, um Verwechslungen zu vermeiden. Haben beide Autoren dieselben Initialen, schreibe den Vornamen aus.
Verschiedene Initialen: (A. Müller 2021) und (T. Müller 2023)
Gleiche Initialen: (Anna Müller 2021) und (Anton Müller 2023)
Literaturverzeichnis nach Harvard erstellen
Das Literaturverzeichnis steht am Ende deiner Masterarbeit und enthält alle Quellen, die du im Text zitiert hast. Die Einträge sind alphabetisch nach Autorennachname sortiert. Bei mehreren Werken desselben Autors sortierst du nach Erscheinungsjahr (ältere zuerst).
Jeder Eintrag folgt einem festen Schema, das je nach Harvard-Variante leicht variiert. Das Grundprinzip bleibt gleich: Autor, Jahr, Titel, Quelle. Achte auf die Interpunktion deines Leitfadens, denn hier unterscheiden sich Harvard-Varianten oft. In deiner Literaturverwaltung kannst du den passenden Stil auswählen.
Nachname, Vorname (Jahr): Titel des Werks. Ort: Verlag.
Sortierung: Alphabetisch nach Nachname, bei gleichem Autor nach Jahr.
Einzug: Erste Zeile bündig, Folgezeilen eingerückt (hängender Einzug).
Kursivschrift: Buchtitel und Zeitschriftentitel kursiv, Artikeltitel normal.
Häufige Quellentypen mit Muster
Die folgenden vier Quellentypen tauchen in fast jeder Masterarbeit auf. Zu jedem Typ findest du eine Vorlage und ein ausgefülltes Beispiel. Die Formatierung folgt einer gängigen Harvard-Variante ohne Komma nach dem Autor. Passe die Interpunktion an deinen Leitfaden an.
Nachname, Vorname (Jahr): Artikeltitel. In: Zeitschriftentitel, Jg. X, Nr. Y, S. X–Y. https://doi.org/XXX
Müller, Thomas (2023): Methodische Triangulation in der Sozialforschung. In: Zeitschrift für Soziologie, Jg. 52, Nr. 3, S. 234–251. https://doi.org/10.1515/zfsoz-2023-0015
Nachname, Vorname (Jahr): Kapiteltitel. In: Hrsg.-Nachname, Vorname (Hrsg.): Buchtitel. Ort: Verlag, S. X–Y.
Weber, Klaus (2022): Qualitative Interviews in der Praxis. In: Schmidt, Anna/Bauer, Michael (Hrsg.): Handbuch empirische Sozialforschung. Wiesbaden: Springer VS, S. 123–156.
Organisation [Abkürzung] (Jahr): Titel des Berichts. URL [Abruf: TT.MM.JJJJ].
Statistisches Bundesamt [Destatis] (2023): Bildung und Kultur: Studierende an Hochschulen. https://www.destatis.de/Gesellschaft.pdf [Abruf: 15.03.2024].
Nachname, Vorname/Organisation (o. J.): Titel. URL [Abruf: TT.MM.JJJJ].
Deutsche Forschungsgemeinschaft [DFG] (o. J.): Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis. https://www.dfg.de/foerderung [Abruf: 10.01.2024].
DOI oder URL? Wenn ein DOI (Digital Object Identifier) vorhanden ist, nutze diesen bevorzugt, da er dauerhaft gültig ist. Die vollständige DOI-URL beginnt mit https://doi.org/. Nur wenn kein DOI existiert, gib die URL an.
Abbildungen und Tabellen aus fremden Quellen benötigen eine Quellenangabe direkt unter der Abbildung. Mehr dazu findest du im Artikel zu Bilder zitieren in der Masterarbeit.
Typische Fehler beim Harvard-Zitieren
Locator bei direkten Zitaten vergessen: Bei wörtlichen Übernahmen ist ein Locator Pflicht – bei Printquellen die Seitenzahl, bei E-Books das Kapitel, bei Videos der Zeitstempel. Gegenmaßnahme: Notiere den Locator direkt beim Exzerpieren in deiner Literaturverwaltung oder im Notizzettel neben dem Zitat.
Inkonsistenz zwischen Beleg und Verzeichnis: Jeder Kurzbeleg braucht einen passenden Eintrag im Literaturverzeichnis und umgekehrt. Gegenmaßnahme: Am Ende jedes Kapitels die Kurzbelege dieses Kapitels gegen das Literaturverzeichnis querprüfen. Bei Literaturverwaltungsprogrammen: Ungenutzte Einträge vor der Abgabe entfernen.
Mischen von Harvard-Varianten: Komma nach Autor in einem Beleg, ohne Komma im nächsten. Gegenmaßnahme: Einmal mit dem Schnellcheck die Variante identifizieren, dann einen Referenz-Kurzbeleg als Muster anlegen und daran alle anderen prüfen.
Falsche Kursivsetzung: Buchtitel und Zeitschriftentitel gehören kursiv, Artikeltitel und Kapitelnamen nicht. Gegenmaßnahme: Vor der Abgabe das Literaturverzeichnis durchgehen und prüfen: Ist der Titel eines selbstständigen Werks (Buch, Zeitschrift) kursiv? Ist der Titel eines unselbstständigen Werks (Artikel, Kapitel) nicht kursiv?
Fehlendes Abrufdatum bei Onlinequellen: Bei veränderlichen Internetquellen (Wikis, Blogs, Webseiten ohne festes Publikationsdatum) ist das Datum des Zugriffs wichtig. Gegenmaßnahme: Beim Speichern einer Onlinequelle sofort das Abrufdatum im Format [Abruf: TT.MM.JJJJ] ergänzen.
Programme wie Zotero, Citavi oder Mendeley formatieren deine Quellen automatisch. Wähle dort den passenden Harvard-Stil (z. B. „Harvard Anglia"). Prüfe die Einträge dennoch stichprobenartig auf Vollständigkeit.
Nächster Schritt: Masterarbeit fertigstellen
Mit korrekten Harvard-Zitationen ist ein wichtiger Teil deiner Masterarbeit erledigt. Für den Endcheck empfiehlt sich ein systematischer Durchgang: Stimmen alle Kurzbelege mit den Einträgen im Literaturverzeichnis überein? Ist die Interpunktion konsistent? Fehlen Locator-Angaben (Seite, Kapitel, Absatz, Zeitstempel) bei direkten Zitaten?
Prüfe auch die restliche Formatierung. Die Gliederung sollte logisch aufgebaut sein, Einleitung und Fazit bilden einen runden Rahmen. Beim Korrekturlesen kannst du auch die Zitate noch einmal prüfen.
Druckfertig machen: Exportiere dein Dokument als PDF und kontrolliere, ob alle Formatierungen korrekt übernommen wurden. Wenn du deine Masterarbeit drucken und binden lassen möchtest, achte auf druckfähige Auflösung bei Grafiken und korrekte Seitenränder. Das Hardcover ist für Masterarbeiten eine beliebte Wahl.
Häufig gestellte Fragen
Wie zitiere ich ein E-Book ohne Seitenzahlen nach Harvard?
Nutze alternative Locators: Kapitel (Kap. 3), Position (Pos. 1245) oder Abschnittsüberschrift. Direktzitat: (Müller 2023, Kap. 3). Paraphrase: (Müller 2023) reicht aus. Existiert kein Locator, paraphrasiere statt wörtlich zu zitieren.
Muss ich bei Paraphrasen die Seitenzahl angeben?
Das hängt von deinem Leitfaden ab. Manche Hochschulen verlangen die Seitenzahl auch bei Paraphrasen, andere nur bei Direktzitaten. Tipp: Die Angabe ist im Zweifel immer die sicherere Wahl und erleichtert das Nachschlagen.
Wie zitiere ich eine Quelle ohne Autor nach Harvard?
Prüfe zuerst, ob eine Organisation verantwortlich ist (z. B. Ministerium, Institut). Falls ja: (Destatis 2023). Falls wirklich kein Autor erkennbar ist, nutze eine Kurzform des Titels in Anführungszeichen: („Neue Studie" 2023). Ohne Autor und ohne Jahr: („Titel" o. J.) mit Abrufdatum im Literaturverzeichnis.
Wie unterscheide ich mehrere Werke desselben Autors aus demselben Jahr?
Ergänze Kleinbuchstaben alphabetisch nach Titel: (Müller 2023a) und (Müller 2023b). Tipp bei ähnlichen Titeln: Die Zuordnung erfolgt streng alphabetisch nach dem ersten unterschiedlichen Buchstaben im Titel. Prüfe vor der Abgabe, dass Kurzbeleg und Literaturverzeichnis konsistent sind.
Ab wie vielen Autoren verwende ich et al.?
Bei Harvard variiert die Regel je nach Leitfaden. Häufig gilt: Ab drei Autoren sofort „et al." oder beim ersten Zitat alle Namen, danach „et al.". Manche Leitfäden erlauben „u. a." statt „et al.".
Wie zitiere ich Abbildungen nach Harvard in der Masterarbeit?
Unter der Abbildung steht die Quellenangabe. Übernommen: „Quelle: Müller (2023, S. 45)." Angepasst: „Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Müller (2023, S. 45)." Selbst erstellt: „Quelle: Eigene Darstellung."
Wie gehe ich mit Sekundärzitaten um?
Versuche immer, die Originalquelle zu beschaffen. Nur wenn das nicht möglich ist: (Meier 2019, zitiert nach Müller 2023, S. 45). Im Literaturverzeichnis erscheint nur die tatsächlich gelesene Quelle (Müller).
Wie zitiere ich zwei verschiedene Autoren mit gleichem Nachnamen?
Ergänze die Initialen des Vornamens, um Verwechslungen zu vermeiden: (A. Müller 2021) und (T. Müller 2023). Haben beide Autoren dieselben Initialen, schreibe den Vornamen aus: (Anna Müller 2021) und (Anton Müller 2023).
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