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Deutsche Zitierweise in der Masterarbeit: Fußnoten und Literaturverzeichnis

Deutsche Zitierweise in der Masterarbeit: Fußnoten und Literaturverzeichnis | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Die deutsche Zitierweise arbeitet mit Fußnoten am Seitenende. Du kennzeichnest jede Quelle durch eine hochgestellte Zahl im Text und gibst die vollständige Angabe in der Fußnote an. Hier erfährst du, wie Vollbeleg und Kurzbeleg funktionieren, welche Varianten es gibt und wie du dein Literaturverzeichnis aufbaust.

Auf einen Blick

Deutsche Zitierweise: Quellenangaben stehen in Fußnoten, nicht im Fließtext. Beim ersten Zitat kommt der Vollbeleg (alle Angaben), danach der Kurzbeleg. Je nach Hochschule lautet der Kurzbeleg „Nachname, Kurztitel, Seite" oder „Nachname Jahr, Seite". Das Literaturverzeichnis am Ende listet alle Quellen alphabetisch.

Was ist die deutsche Zitierweise?

Die deutsche Zitierweise ist ein Zitiersystem, bei dem Quellenangaben in Fußnoten am Ende der Seite erscheinen. Im Fließtext steht nur eine hochgestellte Zahl, die auf die entsprechende Fußnote verweist. Dieses System ist in den Geisteswissenschaften, der Rechtswissenschaft und Teilen der Sozialwissenschaften weit verbreitet.

Der Vorteil liegt im flüssigen Lesen: Der Text bleibt frei von Klammern und Jahreszahlen, die bei Harvard oder APA direkt im Satz stehen. Wer mehr über die Quelle wissen möchte, blickt zur Fußnote. Die Hauptaussagen bleiben ungestört.

Wichtig zu wissen

Der Begriff „deutsche Zitierweise" wird je nach Hochschule unterschiedlich definiert. Manche verstehen darunter den klassischen Fußnotenstil mit Kurztitel, andere nutzen Autor-Jahr-Angaben in Fußnoten. Beide Varianten sind korrekt. Entscheidend ist, was deine Richtlinie vorgibt.

Im Unterschied zu anderen Zitierweisen kennt die deutsche Variante zwei Formen: den Vollbeleg beim ersten Verweis und den Kurzbeleg bei allen folgenden. Diese Unterscheidung ist zentral und verursacht häufig Unsicherheit. In den nächsten Abschnitten erklären wir beide Formen mit allen gängigen Varianten.

Wann wird die deutsche Zitierweise verwendet?

Vergleich der deutschen Zitierweise mit Harvard und APA | BachelorHero

Ob du die deutsche Zitierweise nutzen darfst oder musst, legt deine Hochschule fest. Viele geisteswissenschaftliche Fächer wie Germanistik, Geschichte, Philosophie oder Theologie bevorzugen dieses System traditionell. In der Rechtswissenschaft ist es Standard. Auch in Teilen der Sozialwissenschaften und Kulturwissenschaften findest du es häufig.

Naturwissenschaftliche und wirtschaftswissenschaftliche Fächer nutzen dagegen meist Harvard oder APA. Der Grund: In diesen Disziplinen überwiegt die internationale Ausrichtung, und die Autor-Jahr-Systeme sind weltweit gebräuchlicher.

Bevor du mit dem Schreiben beginnst, prüfe unbedingt die Richtlinien deiner Hochschule oder deines Lehrstuhls. Manche geben die Zitierweise verbindlich vor, andere lassen dir die Wahl. Wenn du frei wählen kannst, orientiere dich an der Praxis in deinem Fachgebiet und an den Erwartungen deiner Betreuungsperson.

Vollbeleg und Kurzbeleg in Fußnoten

Das Herzstück der deutschen Zitierweise ist die Unterscheidung zwischen Vollbeleg und Kurzbeleg. Beim ersten Verweis auf eine Quelle gibst du alle bibliografischen Informationen an. Bei jedem weiteren Verweis auf dieselbe Quelle reicht eine verkürzte Form.

Vollbeleg: Erste Nennung einer Quelle

Der Vollbeleg enthält alle Angaben zur Identifikation der Quelle: Vorname und Nachname des Autors, Titel des Werks, Erscheinungsort, Verlag, Jahr und Seitenzahl.

Monografie:

Vgl. Müller, Thomas: Wissenschaftliches Arbeiten in der Praxis, München: Fachverlag 2023, S. 45.

Sammelband:

Vgl. Schmidt, Anna: Methoden der Textanalyse, in: Weber, Klaus (Hrsg.): Handbuch Literaturwissenschaft, Berlin: Akademie 2022, S. 120–145, hier S. 132.

Zeitschrift:

Vgl. Fischer, Luisa: Neue Ansätze in der Diskursforschung, in: Zeitschrift für Linguistik, Jg. 15, Nr. 2, 2024, S. 78–96, hier S. 84.

Kurzbeleg: Zwei verbreitete Varianten

Der Kurzbeleg verkürzt die Angaben auf das Wesentliche. Welche Variante du verwendest, hängt von deiner Hochschule ab.

Variante 1: Kurztitel

Vgl. Müller, Wissenschaftliches Arbeiten, S. 52.

Variante 2: Autor-Jahr

Vgl. Müller 2023, S. 52.

So entscheidest du richtig:
Zeigt deine Richtlinie Beispiele mit Kurztitel → Variante 1. Fordert sie Autor-Jahr in Fußnoten → Variante 2. Im Zweifel frag deine Betreuungsperson.

Die Abkürzung ebd. (ebenda) verwendest du, wenn du unmittelbar nacheinander dieselbe Quelle zitierst. Bei derselben Seite reicht „Ebd." allein. Bei einer anderen Seite schreibst du „Ebd., S. 53". Kommt zwischen zwei Verweisen auf dieselbe Quelle ein anderer Verweis, nutzt du wieder den Kurzbeleg.

Vollbeleg und Kurzbeleg in der deutschen Zitierweise | BachelorHero

Fußnoten-Platzierung und Vgl.-Regel

Bei einem direkten Zitat steht die hochgestellte Zahl meist unmittelbar nach dem schließenden Anführungszeichen. Bei indirekten Zitaten (Paraphrasen) setzt du die Zahl häufig ans Satzende nach dem Punkt. Prüfe deine Richtlinie, da manche Hochschulen abweichende Konventionen haben.

Das „Vgl." (vergleiche) zu Beginn der Fußnote ist eine verbreitete Konvention für Paraphrasen, aber nicht überall Pflicht. Manche Lehrstühle verzichten darauf, andere unterscheiden zwischen „Vgl." (sinngemäß) und „Siehe" (weiterführend). Halte dich an die Vorgaben deiner Hochschule. Wenn nichts vorgegeben ist, wähle eine Variante und dokumentiere sie, damit du konsequent bleibst.

Fußnoten-Position in der deutschen Zitierweise: hochgestellte Zahl und Seitenende | BachelorHero
Beispiel: Fußnoten im Text

Direktes Zitat

Die Methode wird als „besonders geeignet für qualitative Forschungsdesigns"¹ beschrieben.

Indirektes Zitat

Qualitative Forschungsdesigns profitieren von dieser Methode besonders.²

Fußnoten am Seitenende:

¹ Müller, Wissenschaftliches Arbeiten, S. 45.

² Vgl. Müller, Wissenschaftliches Arbeiten, S. 45 f.

Fußnoten-Schemas für alle Quellentypen

Hier findest du die Schemas für gängige Quellentypen, jeweils als Vollbeleg für die erste Nennung. Die Kurzbelege folgen dann nach dem Schema „Nachname, Kurztitel, S. x" oder „Nachname Jahr, S. x" (je nach Hochschule).

Monografie (Buch)

Schema (Vollbeleg)

Nachname, Vorname: Titel. Untertitel, Ort: Verlag Jahr, S. x.

Beispiel Fußnote

Vgl. Müller, Thomas: Wissenschaftliches Arbeiten in der Praxis. Ein Leitfaden, München: Fachverlag 2023, S. 45.

Kurzbeleg

Vgl. Müller, Wissenschaftliches Arbeiten, S. 52.

Literaturverzeichnis

Müller, Thomas: Wissenschaftliches Arbeiten in der Praxis. Ein Leitfaden, München: Fachverlag 2023.

Sammelband-Beitrag

Schema (Vollbeleg)

Nachname, Vorname: Titel des Beitrags, in: Nachname, Vorname (Hrsg.): Titel des Sammelbands, Ort: Verlag Jahr, S. x–y, hier S. z.

Beispiel Fußnote

Vgl. Schmidt, Anna: Methoden der Textanalyse, in: Weber, Klaus (Hrsg.): Handbuch Literaturwissenschaft, Berlin: Akademie 2022, S. 120–145, hier S. 132.

Kurzbeleg

Vgl. Schmidt, Methoden der Textanalyse, S. 135.

Zeitschriftenartikel

Schema (Vollbeleg)

Nachname, Vorname: Titel des Artikels, in: Zeitschriftenname, Jg. x, Nr. y, Jahr, S. x–y, hier S. z.

Beispiel Fußnote

Vgl. Fischer, Luisa: Neue Ansätze in der Diskursforschung, in: Zeitschrift für Linguistik, Jg. 15, Nr. 2, 2024, S. 78–96, hier S. 84.

Kurzbeleg

Vgl. Fischer, Neue Ansätze, S. 88.

Internetquelle / Website

Schema (Vollbeleg)

Nachname, Vorname: Titel, in: Website-Name, URL: [Link], abgerufen am TT.MM.JJJJ.

Beispiel Fußnote

Vgl. Weber, Klaus: Digitale Forschung im Wandel, in: Wissenschaft Online, URL: https://wissenschaft-online.de/digitale-forschung (Platzhalter), abgerufen am 10.01.2026.

Kurzbeleg

Vgl. Weber, Digitale Forschung.

E-Book / Online-PDF mit DOI

Schema (Vollbeleg)

Nachname, Vorname: Titel, Ort: Verlag Jahr, S. x, DOI: [DOI-Nummer].

Beispiel Fußnote

Vgl. Bauer, Michael: Qualitative Methoden digital, Berlin: Springer 2024, S. 78, DOI: 10.1007/978-3-123-45678-9 (Platzhalter).

Hinweis: Bei E-Books ohne feste Seitenzahlen gibst du Kapitel oder Abschnitt an.

Dissertation / Masterarbeit als Quelle

Schema (Vollbeleg)

Nachname, Vorname: Titel, Art der Arbeit, Hochschule Jahr, S. x.

Beispiel Fußnote

Vgl. Hoffmann, Sabine: Klimawandel und Stadtplanung, Dissertation, Technische Universität München 2023, S. 112.

Hinweis: Unveröffentlichte Arbeiten kennzeichnest du mit „unveröff." oder „unv." vor dem Jahr.

Gesetze und Gerichtsurteile

Gesetz

§ 823 Abs. 1 BGB.

Urteil

BGH, Urteil vom 12.03.2023, Az. III ZR 45/22.

Hinweis: In rechtswissenschaftlichen Arbeiten gelten oft detailliertere Konventionen. Prüfe die Vorgaben deines Lehrstuhls.

Sonderfälle: Mehrere Quellen und Autoren

In der Praxis begegnen dir häufig Situationen, die über das Standardschema hinausgehen. Hier sind die wichtigsten Sonderfälle mit konkreten Lösungen für beide Kurzbeleg-Varianten.

Hinweis zu den Beispielen

Alle Sonderfälle zeigen beide Varianten: Kurztitel (Nachname, Kurztitel, S. x) und Autor-Jahr (Nachname Jahr, S. x). Wähle die Variante, die deine Richtlinie vorgibt, und wende sie konsequent an.

Mehrere Quellen in einer Fußnote

Wenn du mehrere Quellen für eine Aussage anführst, trennst du sie mit Semikolon. Die Reihenfolge kann alphabetisch nach Nachname oder chronologisch nach Erscheinungsjahr sein. Wähle ein System und bleibe konsequent.

Autor-Jahr: Vgl. Müller 2022, S. 45; Schmidt 2023, S. 78; Weber 2024, S. 12.

Kurztitel: Vgl. Müller, Wissenschaftliches Arbeiten, S. 45; Schmidt, Textanalyse, S. 78; Weber, Forschungsmethoden, S. 12.

Mehrere Autoren (2, 3 oder mehr)

Bei zwei Autoren nennst du beide. Bei drei Autoren ebenfalls alle drei. Ob du Autoren mit Schrägstrich, „und" oder Komma trennst, hängt von deiner Richtlinie ab. Nutze das Format aus den Beispielen deiner Hochschule und bleibe konsequent.

Autor-Jahr: Müller/Schmidt 2023, S. 45 oder Müller/Schmidt/Weber 2023, S. 45.

Kurztitel: Müller/Schmidt, Teamarbeit, S. 45 oder Müller/Schmidt/Weber, Projektmanagement, S. 45.

Ab vier Autoren verwendest du den ersten Namen und „et al." oder „u. a.": Müller et al. 2023, S. 45 bzw. Müller et al., Handbuch, S. 45. Im Literaturverzeichnis werden in der Regel alle Autoren aufgeführt.

Gleiches Jahr, mehrere Werke desselben Autors

Hat ein Autor mehrere Werke im selben Jahr veröffentlicht, unterscheidest du sie durch Kleinbuchstaben. Bei der Autor-Jahr-Variante ist das zwingend nötig. Bei der Kurztitel-Variante reicht oft der Titel zur Unterscheidung, manche Richtlinien verlangen aber auch hier Buchstaben.

Autor-Jahr: Müller 2023a, S. 45 und Müller 2023b, S. 78.

Kurztitel: Müller, Wissenschaftliches Arbeiten, S. 45 und Müller, Forschungsmethoden, S. 78.

Die Buchstaben vergibst du häufig alphabetisch nach dem Titel, manche Hochschulen vergeben sie nach Reihenfolge der Zitierung im Text. Prüfe deine Richtlinie. Im Literaturverzeichnis erscheinen beide Einträge mit dem entsprechenden Buchstaben.

Seitenangaben: S., f., ff. und „hier S."

Einzelne Seite: S. 45. Zwei aufeinanderfolgende Seiten: S. 45 f. (Seite 45 und die folgende). Mehr als zwei Seiten: S. 45–48 (exakter Bereich) oder S. 45 ff. (Seite 45 und mehrere folgende). Viele Lehrstühle bevorzugen den exakten Bereich, da „ff." ungenau ist. Prüfe deine Richtlinie.

Bei Sammelbandbeiträgen und Zeitschriftenartikeln gibst du zuerst den Gesamtumfang an, dann die konkrete Stelle: S. 120–145, hier S. 132.

Sekundärzitat („zitiert nach")

Wenn du eine Quelle nicht im Original einsehen kannst, sondern aus einer anderen Quelle übernimmst, kennzeichnest du das als Sekundärzitat. Sekundärzitate solltest du vermeiden, wenn das Original zugänglich ist.

Autor-Jahr: Vgl. Weber 1998, S. 34, zit. nach: Müller 2023, S. 112.

Kurztitel: Vgl. Weber, Grundlagen, S. 34, zit. nach: Müller, Wissenschaftliches Arbeiten, S. 112.

Die Seitenzahl vor „zit. nach" bezieht sich auf das Original (Weber), die Seitenzahl danach auf die Sekundärquelle (Müller), aus der du zitierst. Ins Literaturverzeichnis gehört mindestens die Sekundärquelle, die du tatsächlich eingesehen hast. Ob auch das Original aufgenommen wird, regelt deine Richtlinie.

Quellen ohne persönlichen Autor (o. V. / Körperschaft)

Nicht jede Quelle hat einen namentlich genannten Autor. Bei Körperschaften wie Ministerien, Unternehmen oder Verbänden verwendest du den Organisationsnamen als Autor.

Autor-Jahr: Vgl. Bundesministerium für Bildung 2024, S. 12.

Kurztitel: Vgl. Bundesministerium für Bildung, Bildungsbericht, S. 12.

Ist kein Autor erkennbar und auch keine herausgebende Institution, verwendest du o. V. (ohne Verfasser): Vgl. o. V. 2023, S. 5 oder Vgl. o. V., Titel, S. 5. Diese Abkürzung solltest du nur nutzen, wenn wirklich kein Urheber ermittelbar ist. Manche Richtlinien setzen bei fehlender Autorenangabe stattdessen den Titel an die erste Stelle.

Auflage und Kurztitel-Bildung

Bei Neuauflagen ergänzt du die Auflage im Vollbeleg nach dem Titel: Müller, Thomas: Wissenschaftliches Arbeiten, 3. Aufl., München: Fachverlag 2023, S. 45. Im Kurzbeleg entfällt die Auflage oft, manche Richtlinien verlangen sie aber auch dort.

Für den Kurztitel wählst du häufig die ersten ein bis drei aussagekräftigen Wörter des Titels. Aus „Wissenschaftliches Arbeiten in der Praxis. Ein Leitfaden für Studierende" wird dann Wissenschaftliches Arbeiten. Der Kurztitel sollte eindeutig und einprägsam sein. Artikel wie „Der", „Die", „Das" am Anfang werden oft weggelassen. Wenn deine Richtlinie die Kurztitelbildung anders vorgibt, folge dieser Vorgabe.

Das Literaturverzeichnis aufbauen

Das Literaturverzeichnis am Ende deiner Arbeit listet alle verwendeten Quellen alphabetisch nach dem Nachnamen des Erstautors. Typischerweise steht es nach dem Fazit und vor einem eventuellen Anhang, die genaue Position kann aber je nach Hochschule variieren. Jede Quelle, die du in den Fußnoten genannt hast, muss hier erscheinen. Quellen, die du nicht zitiert hast, gehören nicht hinein.

Literaturverzeichnis bei der deutschen Zitierweise | BachelorHero

Die Einträge im Literaturverzeichnis unterscheiden sich leicht von den Vollbelegen in den Fußnoten. Im Verzeichnis steht der Nachname voran, gefolgt von Vorname und einem Doppelpunkt. Bei mehreren Werken desselben Autors ordnest du chronologisch nach Erscheinungsjahr. Die konkrete Seitenangabe entfällt, da das Verzeichnis die komplette Quelle erfasst (bei Aufsätzen aber den Seitenumfang).

Die konsistente Formatierung ist entscheidend: Einheitliche Reihenfolge der Angaben, gleiche Interpunktion, einheitliche Verwendung von Abkürzungen wie Hrsg., Jg., Nr. und S. Ein Literaturverwaltungsprogramm wie Citavi, Zotero oder Mendeley kann dir helfen, die Einheitlichkeit zu gewährleisten.

Häufige Fehler vermeiden

Vollbeleg vergessen: Ein häufiger Fehler ist, bei der ersten Nennung einer Quelle direkt mit dem Kurzbeleg zu beginnen. Lesende können die Quelle dann nicht zuordnen, weil die vollständigen Angaben fehlen. Prüfe bei der Endredaktion, ob jede Quelle einmal vollständig eingeführt wurde.

Kurzbeleg-Variante wechseln: Wenn du mit Kurztitel beginnst, bleibe dabei. Ein Wechsel zu Autor-Jahr mitten in der Arbeit verwirrt und wirkt unsauber. Entscheide dich einmal und dokumentiere deine Wahl.

Ebd. falsch verwenden: Die Abkürzung ebd. gilt nur, wenn du unmittelbar nacheinander dieselbe Quelle zitierst. Steht zwischen zwei Verweisen auf Quelle A ein Verweis auf Quelle B, musst du bei der Rückkehr zu Quelle A wieder den Kurzbeleg nutzen.

Fußnote am falschen Ort: Meist steht die hochgestellte Zahl bei direkten Zitaten hinter dem Anführungszeichen, bei indirekten Zitaten häufig am Satzende nach dem Punkt – prüfe deine Richtlinie. Eine Fußnotenzahl mitten im Satz lässt unklar, welcher Teil sich auf die Quelle bezieht.

Literaturverzeichnis unvollständig: Jede Quelle, die in den Fußnoten vorkommt, muss im Literaturverzeichnis stehen. Umgekehrt gehören nur zitierte Quellen ins Verzeichnis. Ein Abgleich am Ende ist Pflicht.

Checkliste vor der Abgabe

Bevor du deine Arbeit abgibst, gehe diese Checkliste durch. Sie hilft dir, typische Zitierfehler zu finden und zu beheben.

Abschluss-Checkliste Deutsche Zitierweise

Jede Quelle hat bei der ersten Nennung einen Vollbeleg.

Alle Kurzbelege sind eindeutig und folgen derselben Variante.

Ebd. wird nur für die direkt vorhergehende Quelle verwendet.

Alle Fußnoten-Quellen erscheinen im Literaturverzeichnis.

Das Literaturverzeichnis ist alphabetisch sortiert.

Abkürzungen (Hrsg., Jg., Nr., S., f., ff.) sind einheitlich.

Seitenbereiche sind konsistent formatiert (S. 45–48 oder S. 45 ff.).

Direkte Zitate sind mit Anführungszeichen und Seitenangabe versehen.

Bevor du deine Arbeit abgibst, lohnt sich eine Plagiatsprüfung. Sie zeigt dir, ob alle Übernahmen korrekt gekennzeichnet sind. Auch ein letzter Blick auf Formatierung und Korrekturlesen zahlt sich aus.

Wenn deine Masterarbeit fertig formatiert ist, kannst du sie bei BachelorHero drucken und binden lassen. Die Hardcover-Bindung mit Prägung gibt deiner Arbeit einen professionellen Abschluss.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen deutscher Zitierweise und Harvard?

Bei der deutschen Zitierweise stehen die Quellenangaben in Fußnoten am Seitenende. Bei Harvard erscheinen sie direkt im Text in Klammern. Die deutsche Zitierweise unterbricht den Lesefluss weniger, erfordert aber mehr Formatierungsaufwand. Deine Hochschule legt fest, welche Variante du verwenden sollst.

Muss ich immer einen Vollbeleg und dann einen Kurzbeleg verwenden?

Das ist die klassische Vorgehensweise: Bei der ersten Nennung kommt der Vollbeleg, danach der Kurzbeleg. Manche Hochschulen verlangen jedoch durchgehend Kurzbelege, wenn das Literaturverzeichnis alle Angaben enthält. Prüfe deine Richtlinien, denn die Praxis variiert je nach Lehrstuhl.

Wie zitiere ich mehrere Quellen in einer Fußnote?

Trenne die Quellen mit Semikolon und ordne sie alphabetisch oder chronologisch. Autor-Jahr: Vgl. Müller 2022, S. 45; Schmidt 2023, S. 78. Kurztitel: Vgl. Müller, Wissenschaftliches Arbeiten, S. 45; Schmidt, Textanalyse, S. 78. Die Reihenfolge sollte in der gesamten Arbeit einheitlich sein.

Wie zitiere ich Bücher mit zwei oder mehr Autoren?

Bei zwei Autoren nennst du beide: Müller/Schmidt 2023, S. 45 (Autor-Jahr) bzw. Müller/Schmidt, Teamarbeit, S. 45 (Kurztitel). Bei drei Autoren alle drei: Müller/Schmidt/Weber 2023, S. 45 bzw. Müller/Schmidt/Weber, Projektmanagement, S. 45. Ab vier Autoren kürzt du mit „et al.": Müller et al. 2023, S. 45 bzw. Müller et al., Handbuch, S. 45. Ob du Schrägstrich, „und" oder Komma nutzt, hängt von deiner Richtlinie ab. Im Literaturverzeichnis werden in der Regel alle Autoren aufgeführt.

Was mache ich bei zwei Werken desselben Autors aus demselben Jahr?

Bei der Autor-Jahr-Variante unterscheidest du durch Kleinbuchstaben: Müller 2023a und Müller 2023b. Bei der Kurztitel-Variante reicht oft der Titel zur Unterscheidung. Die Buchstaben vergibst du häufig alphabetisch nach Titel, manche Hochschulen nutzen die Reihenfolge der Zitierung. Prüfe deine Richtlinie.

Wie zitiere ich eine Dissertation oder Masterarbeit als Quelle?

Behandle Abschlussarbeiten wie Monografien, ergänze aber den Typ und die Hochschule. Beispiel: Weber, Klaus: Titel der Arbeit, Masterarbeit, Universität München 2024, S. 45. Unveröffentlichte Arbeiten kennzeichnest du mit „unveröffentlicht" oder „unv.".

Wann schreibe ich Vgl. vor die Fußnote?

Die Konvention variiert: Viele Lehrstühle nutzen „Vgl." für Paraphrasen, andere verzichten darauf. Manche unterscheiden zwischen „Vgl." (sinngemäß) und „Siehe" (weiterführend). Halte dich an die Vorgaben deiner Hochschule. Wenn nichts vorgegeben ist, wähle eine Variante und bleibe konsequent.

Wie gehe ich mit ebd. (ebenda) um?

Ebd. verwendest du, wenn du dieselbe Quelle direkt nacheinander zitierst. Zitierst du auch noch dieselbe Seite, reicht ebd. allein. Bei einer anderen Seite: ebd., S. 45. Kommt zwischen zwei Verweisen auf dieselbe Quelle eine andere Quelle, verwendest du stattdessen den Kurzbeleg.

Wie zitiere ich Gesetze oder Gerichtsurteile?

Gesetze zitierst du mit Paragraph, Absatz und Gesetzesname: § 823 Abs. 1 BGB. Urteile enthalten Gericht, Datum und Aktenzeichen: BGH, Urteil vom 12.03.2023, Az. III ZR 45/22. In rechtswissenschaftlichen Arbeiten gelten oft spezielle Konventionen, die dein Lehrstuhl vorgibt.

Brauche ich bei der deutschen Zitierweise trotzdem ein Literaturverzeichnis?

Ja, unbedingt. Das Literaturverzeichnis am Ende der Arbeit listet alle verwendeten Quellen alphabetisch auf. Die Fußnoten verweisen auf diese Quellen, ersetzen das Verzeichnis aber nicht. Das Literaturverzeichnis ermöglicht die schnelle Übersicht über alle genutzten Werke.

Wie zitiere ich ein Sekundärzitat richtig?

Nenne zuerst die Originalquelle, dann „zit. nach:" und die Sekundärquelle. Autor-Jahr: Vgl. Weber 1998, S. 34, zit. nach: Müller 2023, S. 112. Kurztitel: Vgl. Weber, Grundlagen, S. 34, zit. nach: Müller, Wissenschaftliches Arbeiten, S. 112. Die erste Seitenzahl bezieht sich auf das Original, die zweite auf die Sekundärquelle. Ins Literaturverzeichnis gehört mindestens die Sekundärquelle.

Wie zitiere ich Quellen ohne Autor (o. V. oder Körperschaft)?

Bei Institutionen verwendest du den Organisationsnamen als Autor: Bundesministerium für Bildung 2024, S. 12 (Autor-Jahr) bzw. Bundesministerium für Bildung, Bildungsbericht, S. 12 (Kurztitel). Ist kein Urheber erkennbar, nutzt du „o. V.": o. V. 2023, S. 5 bzw. o. V., Studienleitfaden, S. 5. Manche Richtlinien setzen stattdessen den Titel an die erste Stelle: Bildungsbericht 2024, S. 12. Nutze o. V. nur, wenn wirklich kein Autor ermittelbar ist.

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