Korrekturlesen der Masterarbeit: Checkliste, Ablauf und häufige Fehler vermeiden

Laptop mit hervorgehobenen Passagen und Randkommentaren, Klemmbrett mit Abhakliste und Sanduhr als Sinnbild für das Korrekturlesen der Masterarbeit.

Das Korrekturlesen deiner Masterarbeit ist mehr als Rechtschreibprüfung. In mehreren Durchgängen prüfst du Sprache, Stil, Logik und Formatierung. Mit einer klaren Struktur findest du systematisch Fehler, die dir beim Schreiben entgangen sind. Hier bekommst du einen erprobten Ablauf, eine Checkliste und Tipps für typische Stolperfallen. Für Rückmeldungen zu Argumentation und Verständlichkeit kannst du zusätzlich ein strukturiertes Peer-Review mit klarer Fragestellung organisieren.

Auf einen Blick
  • Durchgang 1 (Inhalt): Logik, Argumentation, Querverweise, Begriffe. Tippfehler ignorieren.

  • Durchgang 2 (Sprache): Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung, Satzlänge. Laut vorlesen hilft.

  • Durchgang 3 (Format): Verzeichnisse aktualisieren, Seitenzahlen, Abbildungen, PDF-Export prüfen.

  • Frische Augen: Mindestens eine zweite Person gegenlesen lassen.

Plane dafür mehrere Tage mit Pausen dazwischen. Der genaue Aufwand hängt von Umfang und Ausgangsqualität ab.

Hinweis zu Vorgaben: Beende den letzten Durchgang mit einem Abgleich gegen Prüfungsordnung, Modulhandbuch, Abgabehinweise und die vereinbarten Vorgaben deiner Betreuung.

Inhaltsverzeichnis

Warum systematisches Korrekturlesen wichtig ist

Prüfende lesen dutzende Arbeiten. Häufen sich Tippfehler oder inkonsistente Formatierungen, entsteht der Eindruck mangelnder Sorgfalt, der auf die inhaltliche Bewertung abfärbt. Umgekehrt signalisiert eine saubere Arbeit: Hier hat jemand wissenschaftliches Arbeiten verstanden. Nach Monaten am eigenen Text bist du betriebsblind. Dein Gehirn ergänzt fehlende Wörter und überliest doppelte automatisch. Systematisches Korrekturlesen durchbricht diese Routine.

Dabei geht es nicht nur um Rechtschreibung. Stimmen alle Querverweise nach der letzten Umstellung? Sind Abkürzungen einheitlich? Passen Einleitung und Fazit zusammen? Diese Fragen lassen sich nur mit Abstand und System beantworten.

Der optimale Zeitpunkt für die Korrektur

Zeitplan zum Korrekturlesen der Masterarbeit in drei Etappen, Rohtext eine Woche vor Abgabe fertig, ein Tag Abstand, Korrektur mit Puffer.

Plane das Korrekturlesen nicht auf den letzten Tag. Idealerweise ist der Rohtext mindestens eine Woche vor Abgabe fertig. So bleibt Zeit für mehrere Durchgänge, Pausen dazwischen und eventuelle Nachbesserungen. Wer erst am Abgabetag korrigiert, findet weniger Fehler und hat keinen Spielraum für Korrekturen.

Zwischen dem letzten Schreiben und dem ersten Korrekturdurchgang sollte mindestens ein Tag Pause liegen. Diese Distanz hilft, den eigenen Text mit frischeren Augen zu sehen. Noch besser sind zwei bis drei Tage, wenn der Zeitplan es erlaubt.

Wenn du externe Korrekturleser einbeziehst, plane deren Zeit mit ein. Freunde oder Familie brauchen für 80 Seiten ebenfalls mehrere Tage. Ein professionelles Lektorat benötigt je nach Auslastung oft eine Woche Vorlauf. Kläre Verfügbarkeiten frühzeitig.

Wenig Zeit? So priorisierst du

Nicht immer bleibt genug Zeit für den idealen Ablauf. Wenn es eng wird, hilft eine klare Priorisierung. Die folgenden Szenarien zeigen, was du mit unterschiedlich viel Zeit erreichen kannst und worauf du im Notfall verzichten solltest.

Korrektur je nach verfügbarer Zeit
  • Nur 24 Stunden

    Fokus: Verzeichnisse aktualisieren, Rechtschreibprüfung laufen lassen, Einleitung und Fazit laut vorlesen. Dann: Änderungen einfrieren, PDF exportieren und finale Prüfung (Seitenumbrüche, Seitenzahlen, Verzeichnisse).

  • 3 Tage Zeit

    Fokus: Durchgang 2 (Sprache) und 3 (Formatierung) komplett, Durchgang 1 (Inhalt) nur für Einleitung, Fazit und Kernkapitel. Eine zweite Person mindestens Einleitung und Fazit gegenlesen lassen.

  • 1 Woche oder mehr

    Fokus: Alle drei Durchgänge mit Pausen dazwischen. Zweite Person liest komplett gegen. Zeit für Nachbesserungen und Re-Check nach Korrekturen.

Die wichtigste Regel bei wenig Zeit: Vermeide große Umbauten allein für eine schönere Darstellung. Entdeckte sachliche Fehler oder falsche Schlussfolgerungen solltest du gezielt korrigieren. Prüfe danach betroffene Absätze und Querverweise, bevor du den Inhalt einfrierst.

Fehler, die am stärksten auffallen: Falsche Seitenzahlen im Inhaltsverzeichnis, fehlende Quellen im Literaturverzeichnis, grobe Rechtschreibfehler in Überschriften und auf dem Deckblatt sowie unvollständige Sätze. Diese solltest du selbst bei extremem Zeitdruck prüfen.

Was notfalls warten kann: Stilistische Feinheiten, optimale Satzlänge, elegante Übergänge zwischen Absätzen. Kümmere dich zuerst um inhaltliche Korrektheit und formale Vollständigkeit, danach um diese Feinheiten.

Korrekturlesen in drei Durchgängen

Alles auf einmal zu prüfen überfordert. Teile die Korrektur in drei Durchgänge mit unterschiedlichem Fokus. So behältst du den Überblick und arbeitest gründlicher als bei einem einzigen Durchlauf.

  1. Inhalt und Struktur

    Im ersten Durchgang liest du auf Verständlichkeit und Logik. Ignoriere Tippfehler zunächst bewusst.

    1. Lies jedes Kapitel einzeln und notiere in einem Satz, was es zur Forschungsfrage beiträgt. Wenn das schwerfällt, fehlt möglicherweise der rote Faden.
    2. Prüfe pro Abschnitt: Gibt es eine These oder Aussage? Folgt ein Beleg oder Argument? Endet der Abschnitt mit einer Schlussfolgerung oder Überleitung?
    3. Führe eine Liste aller Fachbegriffe und Abkürzungen. Werden sie bei der ersten Verwendung erklärt? Werden sie durchgehend gleich verwendet?
    4. Gleiche Querverweise ab: Stimmen Verweise auf Kapitel, Abbildungen und Tabellen noch nach der Überarbeitung?
  2. Sprache und Stil

    Jetzt geht es um Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und sprachlichen Ausdruck.

    1. Lies den Text laut vor. Bei holprigen Stellen stolperst du automatisch. Markiere sie und überarbeite später.
    2. Lies den Text rückwärts, Satz für Satz. So konzentrierst du dich auf Rechtschreibung statt auf Inhalt.
    3. Nutze die Suchfunktion für typische Fehlermuster: doppelte Leerzeichen, „und und“, „der der“, „dass/das“.
    4. Prüfe die Satzlänge: Nimm Sätze über 25 Wörter als Anlass, den Aufbau genauer anzusehen. Teile sie, wenn das die Aussage klarer macht.
    5. Lass die Rechtschreibprüfung deines Textprogramms laufen, aber prüfe jeden Vorschlag kritisch.
  3. Formatierung und Verzeichnisse

    Im letzten Durchgang prüfst du das Layout und die formalen Elemente.

    1. Aktualisiere alle automatischen Verzeichnisse (Inhalt, Abbildungen, Tabellen, Literatur) als letzten Schritt nach allen Textänderungen.
    2. Prüfe, ob die Seitenzahlen an der richtigen Stelle beginnen und mit dem Inhaltsverzeichnis übereinstimmen.
    3. Kontrolliere jede Abbildung und Tabelle: Beschriftung vorhanden? Im Verzeichnis aufgeführt? Quelle angegeben?
    4. Prüfe Formatvorlagen: Sind alle Überschriften einheitlich formatiert? Stimmen Schriftart und Schriftgröße?
    5. Exportiere als PDF und prüfe das Ergebnis auf einem anderen Gerät oder ausgedruckt. Am Bildschirm übersieht man Formatierungsfehler leichter als auf Papier.

Nach jeder größeren Änderung: Wenn du während der Korrektur Passagen umstellst oder ergänzt, mach einen kurzen Re-Check. Prüfe, ob die Querverweise noch stimmen, ob das Inhaltsverzeichnis die neuen Seitenzahlen zeigt, ob Abbildungs- und Tabellenverzeichnis aktuell sind und ob alle Quellen im Literaturverzeichnis stehen. Exportiere stichprobenartig ein PDF und kontrolliere Seitenumbrüche. So vermeidest du, dass Korrekturen neue Fehler erzeugen.

Hilfreiche Tools und ihre Grenzen

Rechtschreibprüfung (Word, LibreOffice): Hilft, Tippfehler zu finden. Stelle die richtige Prüfsprache ein und prüfe Vorschläge im Satzkontext. Korrekte Fachbegriffe kannst du ins Benutzerwörterbuch aufnehmen. Kontrolliere Kommasetzung und Wortbedeutung zusätzlich selbst, etwa bei „seit“ und „seid“.

Verzeichnisse aktualisieren: In Word das Inhaltsverzeichnis über „Verweise → Tabelle aktualisieren“ aktualisieren; bei geänderten Überschriften das gesamte Verzeichnis wählen. In LibreOffice über „Extras → Aktualisieren → Verzeichnisse“ alle Verzeichnisse aktualisieren. Spätestens nach den letzten Textänderungen erneut prüfen.

Suchfunktion (Strg/Cmd+F): Ideal für gezielte Fehlersuche (doppelte Wörter, inkonsistente Schreibweisen). Nutze „Suchen und Ersetzen“ für Massenänderungen.

Checkliste für das Korrekturlesen

Korrektur-Checkliste für die Masterarbeit mit sechs Feldern, Rechtschreibung, Zeichensetzung, Einheitlichkeit, Zitate, Verzeichnisse und Formalia.

Diese Checkliste fasst die wichtigsten Prüfpunkte zusammen. Arbeite sie Punkt für Punkt ab und hake erledigte Punkte ab. So vergisst du nichts und behältst den Überblick.

Korrektur-Checkliste Masterarbeit

Rechtschreibung und Grammatik: Tippfehler, Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- und Zusammenschreibung, Grammatikfehler.

Zeichensetzung: Kommata, Punkte, Doppelpunkte, Anführungszeichen, Gedankenstriche einheitlich und korrekt.

Einheitlichkeit: Abkürzungen, Fachbegriffe, Schreibweisen (z. B. Zahlen) durchgehend gleich verwendet.

Zitate und Belege: Alle direkten und indirekten Zitate korrekt gekennzeichnet, Zitierweise einheitlich.

Verzeichnisse: Inhaltsverzeichnis, Abbildungs-, Tabellen- und Literaturverzeichnis aktuell und vollständig.

Formalia: Deckblatt, eidesstattliche Erklärung, Seitenzahlen und Seitenränder laut Vorgaben.

Häufige Fehler und wie du sie behebst

Manche Fehler tauchen in Masterarbeiten besonders häufig auf. Wenn du sie kennst, kannst du gezielt danach suchen und beheben. Die folgenden Stolperfallen begegnen Korrekturlesern immer wieder.

Zwei Satzbeispiele zum Korrekturlesen der Masterarbeit zeigen „und und“ als Tippfehler und „Der der Gruppe“ als korrekte Wiederholung.
  • Doppelte Wörter

    Problem: „und und“, „der der“, „in in“ entstehen beim Überarbeiten und fallen beim normalen Lesen kaum auf.

    So behebst du es: Nutze die Suchfunktion (Strg+F bzw. Cmd+F auf Mac) und suche gezielt nach konkreten Doppelformen: „und und“, „der der“, „die die“, „in in“, „zu zu“, „ist ist“. Prüfe jeden Treffer im Satzkontext: In „Der der Gruppe zugewiesene Raum ist frei.“ ist „der der“ korrekt. Suche auch nach doppelten Leerzeichen („ “), die auf gelöschte Wörter hindeuten.

  • Dass/das-Fehler

    Problem: „Das“ und „dass“ werden verwechselt. „Das“ ist Artikel, Relativ- oder Demonstrativpronomen, „dass“ eine Konjunktion.

    So behebst du es: Suche nach „dass“ und „das“ und wende die Eselsbrücke an: Lässt sich „das“ durch „dies“, „dieses“, „jenes“ oder „welches“ ersetzen, wird es mit einem s geschrieben.

  • Kommafehler

    Problem: Fehlende oder falsche Kommata können Satzgrenzen und Bezüge verschleiern. Besonders bei Nebensätzen, Einschüben und Aufzählungen schleichen sich Fehler ein.

    So behebst du es: Die folgenden Faustregeln helfen: (1) Nebensätze mit „weil“, „obwohl“, „dass“ oder „wenn“ werden vom übergeordneten Satz durch Komma getrennt; stehen sie am Anfang, folgt das Komma danach. (2) Eingeschobene Nebensätze und Zusätze werden beidseitig abgegrenzt. (3) Vor „und“ oder „oder“ steht bei einfachen Aufzählungen kein Komma. Zwischen zwei selbstständigen Hauptsätzen ist es zur besseren Gliederung möglich: „Sie korrigierte den Text, und er exportierte das PDF.“ (4) Infinitivgruppen mit „um“, „ohne“, „statt“ oder „als“ sowie solche, die von einem Nomen oder Verweiswort abhängen, werden durch Komma abgegrenzt, etwa in „Sie las den Text, um Fehler zu finden.“ In anderen Fällen ist das Komma empfohlen, etwa in „Sie plante, den Text erneut zu prüfen.“ Im Zweifel: Prüfe die konkrete Konstruktion im amtlichen Regelwerk oder in einem aktuellen Wörterbuch. Die Rechtschreibprüfung liefert nur einen Hinweis und ersetzt diese Prüfung nicht.

  • Inkonsistente Schreibweisen

    Problem: Mal „E-Mail“, mal „Email“, mal „e-Mail“. Mal „Abbildung 1“, mal „Abb. 1“, mal „Fig. 1“.

    So behebst du es: Lege eine Schreibweisenliste an (z. B. in einem separaten Dokument) und nutze „Suchen und Ersetzen“, um alle Varianten zu vereinheitlichen.

Weitere typische Fehlerquellen

Diese Fehler fallen oft erst beim zweiten Blick auf:

  • Satzfragmente

    Problem: Unvollständige Sätze, die beim Überarbeiten entstanden sind.

    So behebst du es: Prüfe jeden Satz auf Subjekt und Prädikat. Lies verdächtige Stellen laut vor.

  • Veraltete Querverweise

    Problem: „Wie in Kapitel 3 beschrieben“ verweist auf Kapitel 4, weil sich die Gliederung geändert hat.

    So behebst du es: Suche nach „Kapitel“, „Abbildung“, „Tabelle“, „siehe“ und prüfe jeden Verweis manuell.

  • Fehlende Quellenangaben

    Problem: Eine Behauptung, die einen Beleg braucht, aber keinen hat.

    So behebst du es: Lies kritisch und frage bei jedem Faktum: Woher weiß ich das? Übernommene fachliche Aussagen brauchen einen Nachweis; allgemein bekanntes Wissen ist ausgenommen.

Stil- und Wissenschaftsfehler: Stark verschachtelte Sätze erschweren das Verständnis. Unklare Bezüge wie „dies“, „das“ oder „es“ ohne eindeutigen Bezugspunkt verwirren. Ich-Form, unpersönliches Aktiv und Passiv können unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Prüfe die Vorgaben deiner Hochschule und wähle die Form danach, ob handelnde Personen, Vorgehen oder Ergebnisse im Vordergrund stehen.

Beispiel langer Satz (vorher)

„Die Ergebnisse der Studie, die im Rahmen dieser Arbeit durchgeführt wurde, zeigen, dass die Befragten, die regelmäßig Sport treiben, im Vergleich zu denjenigen, die keinen Sport treiben, eine höhere Lebenszufriedenheit aufweisen.“

Gekürzt (nachher)

„Die Ergebnisse zeigen: Befragte, die regelmäßig Sport treiben, berichten höhere Lebenszufriedenheit als Nicht-Sportler.“

Beispiel unklarer Bezug (vorher)

„Die Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Motivation und Leistung. Dies ist wichtig für die Praxis.“

Konkretisiert (nachher)

„Die Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Motivation und Leistung. Dieser Zusammenhang ist wichtig für die Personalentwicklung in Unternehmen.“

Uneinheitliche Terminologie schwächt die wissenschaftliche Präzision. Wenn du einmal „Befragte“, dann „Teilnehmende“, dann „Probanden“ schreibst, ist unklar, ob dieselbe Gruppe gemeint ist. Lösung: Definiere zentrale Begriffe im Methodenteil und verwende sie danach konsequent.

Selbst korrigieren oder Hilfe holen?

Drei Schritte für externe Korrekturhilfe bei der Masterarbeit, erlaubten Umfang klären, gezielt beauftragen und Hinweise selbst im Kontext prüfen.

Eigenkorrektur ist der erste wichtige Schritt, reicht aber oft nicht aus. Egal wie sorgfältig du arbeitest, eigene Fehler übersiehst du häufiger als fremde. Nach Monaten mit demselben Text bist du nicht mehr objektiv.

Eine zweite Person findet Fehler, die dir nicht mehr auffallen. Das muss kein Profi sein. Freunde, Familie oder Kommilitonen mit guten Deutschkenntnissen helfen bereits. Ideal ist jemand, der dein Fachgebiet nicht kennt und deshalb merkt, wenn etwas unverständlich formuliert ist.

Ein professionelles Lektorat geht tiefer. Neben Rechtschreibung und Grammatik prüfen Lektoren auch Stil, Verständlichkeit und Konsistenz. Das kostet Geld und ist nicht an jeder Hochschule im vollen Umfang erlaubt. Es kann sich aber lohnen, besonders wenn Deutsch nicht deine Muttersprache ist.

Korrektorat vs. Lektorat

Die Begriffe werden oft verwechselt. Der Unterschied liegt im Umfang der Bearbeitung:

  • Korrektorat

    Umfang der Bearbeitung

    Prüfung auf Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Der Text wird nicht inhaltlich oder stilistisch verändert.

  • Lektorat

    Umfang der Bearbeitung

    Zusätzlich Überarbeitung von Stil, Ausdruck, Satzbau und Verständlichkeit. Manchmal auch Prüfung von Logik und Argumentationsstruktur.

Was ist erlaubt? Das ergibt sich aus Prüfungsordnung, Eigenständigkeitserklärung und den konkreten Vorgaben deiner Hochschule. Rechtschreibhinweise können zulässig sein; stilistische Umformulierungen, neue Argumente oder eine fremde Umstrukturierung können dagegen als inhaltliche Mitwirkung gelten. Kläre den erlaubten Umfang vorab, statt aus allgemeinen Empfehlungen eine Freigabe abzuleiten.

In der eidesstattlichen Erklärung versicherst du, die Arbeit selbstständig verfasst zu haben. Im Zweifel: Frag deine Betreuung, was erlaubt ist, und dokumentiere, welche Hilfe du erhalten hast.

Formatierung und Layout prüfen

Neben dem Text selbst braucht auch die Formatierung einen kritischen Blick. Viele Hochschulen haben detaillierte Vorgaben zu Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand und Seitenrändern. Abweichungen fallen auf und können je nach Hochschule zu Nachbesserungsaufforderungen oder Punktabzug führen. Die genauen Konsequenzen variieren, aber ein professionelles Erscheinungsbild zahlt immer auf den Gesamteindruck ein.

Prüfe alle automatisch generierten Verzeichnisse. Das Inhaltsverzeichnis muss die korrekten Seitenzahlen zeigen. Das Abbildungsverzeichnis muss alle Abbildungen mit den richtigen Titeln und Seitenzahlen enthalten. Aktualisiere die Verzeichnisse als letzten Schritt vor dem Export.

Exportiere deine Arbeit als PDF und prüfe das Ergebnis. Manchmal verschieben sich beim Export Elemente, Schriften werden ersetzt oder Seitenumbrüche ändern sich. Ein Kontrollblick auf das finale PDF lohnt sich deshalb in jedem Fall.

Format-Check vor Abgabe
  • Seitenränder entsprechen den Vorgaben der Hochschule

  • Schriftart und Schriftgröße einheitlich im gesamten Dokument

  • Zeilenabstand (meist 1,5) durchgehend korrekt

  • Seitenzahlen beginnen an der richtigen Stelle

  • Alle Verzeichnisse aktualisiert nach letzten Änderungen

Nächster Schritt: Finale Prüfung vor Abgabe

Nach dem Korrekturlesen steht die finale Prüfung. Exportiere das Dokument als PDF und kontrolliere es noch einmal komplett. Prüfe, ob alle Seiten vollständig sind, Bilder korrekt eingebettet wurden und keine Schriften fehlen.

Wenn du die Arbeit bereits durch eine Plagiatsprüfung geschickt hast, prüfe auch die korrigierte Fassung noch einmal. Änderungen können neue Übereinstimmungen erzeugen.

Plane einen Puffer für unerwartete Probleme. Technische Schwierigkeiten beim Druck, Formatierungsfehler im PDF oder ein voller Terminkalender bei der Druckerei sind keine Seltenheit. Wer früh genug fertig ist, kann gelassen reagieren.

Wenn du deine Masterarbeit drucken und professionell binden lassen möchtest, findest du bei BachelorHero verschiedene Bindungsoptionen. Das Hardcover eignet sich besonders für repräsentative Exemplare, das Softcover für Arbeitsexemplare.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Korrekturdurchgänge brauche ich, wenn ich Änderungen einarbeite?

Die drei Hauptdurchgänge (Inhalt, Sprache, Format) bilden die Basis. Nach jeder größeren Änderung solltest du einen kurzen Re-Check machen: Stimmen die Verweise noch? Ist die Argumentation schlüssig? Plane bei umfangreichen Korrekturen einen zusätzlichen Durchgang ein. Faustregel: Je mehr du änderst, desto wichtiger wird ein finaler Kontroll-Durchgang.

Wie gebe ich einer zweiten Person klare Korrektur-Anweisungen?

Lege den Umfang fest: Soll die Person nur auf Rechtschreibung und Grammatik achten oder auch auf Verständlichkeit? Aktiviere die Änderungsverfolgung (Track Changes) im Dokument. Stelle eine kurze Liste mit Fachbegriffen und gewählten Schreibweisen bereit, die nicht geändert werden sollen. Erkläre, was du nicht brauchst (z. B. keine inhaltlichen Umstellungen).

Was ist eine Normseite und wie wird bei Lektoraten abgerechnet?

Bei Lektoraten ist eine Normseite eine Abrechnungseinheit, deren Umfang je nach Anbieter meist etwa 1.500 bis 1.650, teils auch 1.800 Zeichen inklusive Leerzeichen beträgt. Eine feste Wortzahl lässt sich daraus nicht ableiten. Manche Anbieter rechnen pro Wort oder pauschal ab. Beim Angebotsvergleich: Achte auf die Berechnungsgrundlage, ob Fußnoten und Verzeichnisse mitgezählt werden und welche Leistungen genau enthalten sind (nur Rechtschreibung oder auch Stil?).

Welche Tools helfen beim Korrekturlesen, und wo machen sie Fehler?

Die Rechtschreibprüfungen in Word oder LibreOffice helfen, Tippfehler zu finden. Welche Grammatikhinweise verfügbar sind, hängt unter anderem von Sprache, Version und installierten Prüfwerkzeugen ab. Prüfe Vorschläge im Satzkontext, besonders bei Fachbegriffen und ähnlich geschriebenen Wörtern wie „seit“ und „seid“. Nutze die Tools als Ergänzung, nicht als Ersatz für eigenes Lesen.

Was mache ich, wenn ich kurz vor Abgabe noch grobe Fehler finde?

Priorisiere sinnverändernde Fehler, fehlende Belege und unvollständige Pflichtbestandteile. Prüfe außerdem Inhaltsverzeichnis, Deckblatt und Überschriften. Korrigiere die gravierendsten Fehler, aktualisiere die Verzeichnisse und exportiere erneut als PDF. Lieber eine saubere Arbeit mit kleinen Restfehlern als hektische Last-Minute-Änderungen, die neue Fehler erzeugen.

Muss ich nach jeder Korrektur alle Verzeichnisse neu erstellen?

In der Regel reicht es, automatisch erzeugte Verzeichnisse zu aktualisieren. Das ist nötig, wenn du Überschriften, Abbildungen oder Seitenzahlen geändert hast. In Word aktualisierst du das Inhaltsverzeichnis über „Verweise → Tabelle aktualisieren“, in LibreOffice alle Verzeichnisse über „Extras → Aktualisieren → Verzeichnisse“. Aktualisiere sie spätestens nach den letzten Änderungen. Dann PDF exportieren und die Seitenzahlen im Inhaltsverzeichnis stichprobenartig gegen das Dokument prüfen.

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