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Literaturverwaltung für die Masterarbeit: Citavi, Zotero und Mendeley im Vergleich

Literaturverwaltung für die Masterarbeit: Citavi, Zotero und Mendeley im Vergleich | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Ein Literaturverwaltungsprogramm übernimmt Import, Organisation, Zitate und Literaturverzeichnis und verhindert dabei Formatierungsfehler. Ob du 30 oder 150 Quellen sammelst, hängt von Fach, Thema und den Erwartungen deiner Betreuung ab. Der Nutzen des Programms bleibt derselbe: Du sparst Stunden an manueller Arbeit und behältst den Überblick.

Kurz gesagt

Schnell-Heuristik: Mac/Linux oder kostenlos → meist Zotero. Windows + Campuslizenz + Wissensorganisation → meist Citavi. Geteilte Bibliothek/Teamarbeit → Mendeley prüfen. Ausnahme: Strenge Datenschutzvorgaben → lokale Speicherung bevorzugen. Alle drei Programme erfüllen die Kernaufgabe. Im Abschnitt „Welches Programm passt zu dir?" findest du einen detaillierten Kriterien-Check.

Warum ein Literaturverwaltungsprogramm?

Ohne Literaturverwaltung sammelst du PDFs in Ordnern, tippst Quellenangaben manuell ab und formatierst das Literaturverzeichnis von Hand. Bei zehn Quellen ist das machbar. Bei 80 Quellen wird es fehleranfällig und zeitraubend. Ein Literaturverwaltungsprogramm löst diese Probleme systematisch.

Du importierst Quellen per Mausklick aus Datenbanken, das Programm extrahiert Autor, Titel, Jahr und weitere Metadaten automatisch. In Word fügst du Zitate per Plugin ein, der Kurzbeleg erscheint im gewählten Stil. Am Ende generierst du das vollständige Literaturverzeichnis mit einem Klick. Wenn sich der Zitierstil ändert, passt das Programm alle Einträge automatisch an.

Für die Masterarbeit lohnt sich ein Literaturverwaltungsprogramm in den meisten Fällen. Die Literaturrecherche liefert oft mehr Quellen als erwartet, und das manuelle Verwalten kostet Zeit, die du für Analyse und Schreiben brauchst. Der eingebaute Quellenmanager von Word reicht bei wenigen Quellen, stößt aber bei komplexeren Anforderungen schnell an Grenzen.

Citavi, Zotero, Mendeley: Die drei Programme im Überblick

Vergleichstabelle Citavi, Zotero und Mendeley: Kosten, Plattformen, Word-Integration und Cloud-Speicher auf einen Blick | BachelorHero

Alle drei Programme erfüllen die Kernaufgabe: Quellen sammeln, organisieren, zitieren. Die Unterschiede liegen in Plattformverfügbarkeit, Zusatzfunktionen und Kosten. Im Folgenden die wichtigsten Eigenschaften jedes Programms.

Citavi

Stärken: Citavi bietet neben der Literaturverwaltung umfangreiche Wissensorganisation. Du kannst Zitate markieren, Kommentare hinzufügen und Gedanken strukturieren. Die Aufgabenplanung hilft beim Projektmanagement. Sehr viele Zitierstile sind verfügbar.

Einschränkungen: Citavi Desktop läuft nur unter Windows. Mac-Nutzer können Citavi Web nutzen, das aber funktional eingeschränkter ist als die Desktop-Version. Die Vollversion kostet regulär Geld, an vielen deutschen Hochschulen gibt es aber eine kostenlose Campuslizenz.

Für wen geeignet: Windows-Nutzer, die neben der Literaturverwaltung auch Wissensorganisation und Projektplanung in einem Tool wünschen. Besonders beliebt in den Geisteswissenschaften und Jura.

Zotero

Stärken: Zotero ist vollständig kostenlos und Open Source. Es läuft auf Windows, Mac und Linux. Der Browser-Connector importiert Quellen direkt aus Datenbanken und Bibliothekskatalogen. Die Community entwickelt zahlreiche Plugins, etwa für bessere PDF-Annotation oder erweiterte Suchfunktionen. Daten lassen sich lokal speichern oder optional synchronisieren.

Einschränkungen: Die Wissensorganisation ist weniger ausgebaut als bei Citavi. Der kostenlose Cloud-Speicher ist begrenzt (aktuelles Kontingent auf zotero.org prüfen) und betrifft vor allem PDF-Anhänge, da reine Metadaten kaum Platz brauchen. Für mehr Speicher kannst du zahlen oder einen eigenen WebDAV-Server nutzen. Die Oberfläche wirkt nüchterner als bei den Konkurrenten.

Für wen geeignet: Mac- und Linux-Nutzer, preisbewusste Studierende, alle, die ein schlankes Tool ohne Schnickschnack suchen. Beliebt in den Naturwissenschaften und bei LaTeX-Nutzern.

Mendeley

Stärken: Mendeley gehört zu Elsevier und bietet eine moderne Oberfläche mit gutem PDF-Reader. Die Zusammenarbeit in Gruppen funktioniert reibungslos, ideal für Teamprojekte. Cloud-Speicher für PDF-Anhänge ist verfügbar (aktuelles Kontingent auf der Mendeley-Website prüfen, Metadaten brauchen kaum Platz). Das Programm läuft auf Windows, Mac und als Web-Version.

Einschränkungen: Die Bindung an Elsevier stößt in der Open-Science-Community auf Kritik. Die Wissensorganisation ist weniger tiefgehend als bei Citavi. Einige erweiterte Funktionen erfordern ein kostenpflichtiges Abo. Mendeley synchronisiert über ein Konto und Elsevier-Server, lokale Kopien existieren als Cache, aber die Zusammenarbeit läuft über die Cloud.

Für wen geeignet: Studierende, die Wert auf PDF-Verwaltung und Teamarbeit legen. Verbreitet in den Naturwissenschaften und Medizin.

Welches Programm passt zu dir?

Entscheidungsbaum Literaturverwaltung: Welches Programm passt zu deiner Situation und deinen Anforderungen | BachelorHero

Die Entscheidung hängt von drei Faktoren ab: deinem Betriebssystem, deinen Anforderungen an Zusatzfunktionen und dem Angebot deiner Hochschule. Ein pragmatischer Entscheidungsweg hilft.

Prüfe zuerst die Campuslizenz: Viele deutsche Hochschulen bieten Citavi kostenlos für Studierende an. Wenn du Windows nutzt und Citavi verfügbar ist, ist das oft die einfachste Wahl, denn du bekommst den vollen Funktionsumfang ohne Kosten. Prüfe das Angebot deiner Hochschulbibliothek.

Mac oder Linux? Dann scheiden Citavi-Alternativen wie virtuelle Maschinen meist aus, weil der Aufwand den Nutzen übersteigt. Zotero ist hier die naheliegende Wahl: kostenlos, nativ für alle Plattformen, aktive Community. Mendeley ist ebenfalls eine Option, wenn dir die PDF-Verwaltung besonders wichtig ist.

Teamarbeit geplant? Wenn du mit anderen an einem Projekt arbeitest, sind Cloud-Sync und geteilte Bibliotheken wichtig. Mendeley bietet hier gute Gruppenfeatures. Zotero ermöglicht ebenfalls Gruppenarbeit, erfordert aber etwas mehr Einrichtung. Citavi hat mit Citavi Web eine Cloud-Lösung, die aber noch nicht den vollen Funktionsumfang der Desktop-Version bietet.

Kriterien-Check: Was ist dir wichtig?

Betriebssystem: Windows → alle drei (Citavi Desktop nativ). Mac/Linux → Zotero oder Mendeley nativ; Citavi Web ist eine Option, aber funktional eingeschränkter als die Desktop-Version.

Kosten: Campuslizenz vorhanden? → Citavi prüfen. Sonst: Zotero (kostenlos), Mendeley (Basis kostenlos).

LaTeX/BibTeX: Alle drei exportieren BibTeX. Auto-Export/Sync ist ein Setup-Thema: Zotero lässt sich dafür häufig gut konfigurieren, Mendeley je nach Version/Workflow eingeschränkt → vorab testen.

Teamarbeit: Geteilte Bibliothek nötig? → Mendeley stark. Zotero mit Gruppen möglich. Citavi Web eingeschränkt.

Datenschutz: Nur lokal? → Citavi (Standard) oder Zotero (Cloud deaktivierbar). Sync gewünscht? → Zotero (optional/WebDAV), Mendeley (Konto-gebunden), Citavi Web (eingeschränkt).

Cloud vs. lokal: Datenschutz beachten

Citavi speichert deine Daten standardmäßig lokal auf deinem Rechner. Zotero bietet beides: lokale Speicherung und optionalen Cloud-Sync (oder eigenen WebDAV-Server). Mendeley synchronisiert über Elsevier-Server, lokale Kopien existieren als Cache.

Wenn deine Hochschule Cloud-Speicherung untersagt: Nutze Citavi mit lokalen Projekten oder Zotero ohne Cloud-Sync (alternativ: eigener WebDAV-Server). Bei sensiblen Forschungsdaten kläre vorab mit deiner Betreuung oder dem Datenschutzbeauftragten, welche Lösung zulässig ist.

Dein Workflow in vier Schritten

Workflow Literaturverwaltung: Von der Quelle über das Programm bis zum fertigen Literaturverzeichnis in vier Schritten | BachelorHero

Ein guter Workflow macht die Literaturverwaltung zur Routine statt zur Last. Die folgenden vier Schritte funktionieren mit allen drei Programmen.

Schritt 1: Quellen importieren

Installiere den Browser-Connector (Zotero Connector, Mendeley Web Importer oder Citavi Picker). Wenn du in einer Datenbank eine relevante Quelle findest, klickst du auf das Icon in der Browser-Leiste. Das Programm importiert Autor, Titel, Jahr, Journal und weitere Metadaten automatisch.

Sofort nach dem Import: Prüfe die Metadaten auf Fehler. Wichtige Felder pro Quelle: Autor(en) mit korrekter Reihenfolge (Nachname, Vorname), Jahr, Titel, Quelle (Journal/Verlag/Website), DOI oder URL, bei Webquellen ggf. Abrufdatum (je nach Zitierstil; sicherheitshalber direkt erfassen). Häufige Probleme: Autorennamen vertauscht, fehlende Umlaute, Titel-Großschreibung inkorrekt.

Batch-Import: Bei vielen Treffern exportiere aus der Datenbank im RIS- oder BibTeX-Format und importiere über Datei → Importieren. Danach: Duplikate prüfen und zusammenführen.

Schritt 2: Quellen organisieren

Lege eine klare Ordnerstruktur an: Hauptordner „Masterarbeit", darunter Unterordner nach Kapiteln (z.B. „Theorie", „Methodik", „Ergebnisse") oder Themenblöcken. Vergib Tags für Querschnittsthemen, etwa „Methodik", „Theorie", „Empirisch", „Review".

PDF-Benennung: Aktiviere die automatische Umbenennung nach einem einheitlichen Schema, etwa „Autor_Jahr_Kurztitel.pdf". So findest du Dateien auch außerhalb des Programms wieder. Kryptische Dateinamen wie „10.1016_j.article.pdf" sind nicht durchsuchbar.

Sofort-Regel: Importiere keine Quelle, ohne sie einzuordnen und zu taggen. Eine Quelle ohne Ordner ist wie ein Buch ohne Signatur in der Bibliothek.

Schritt 3: Lesen und Annotieren

Lies die Quelle und markiere wichtige Passagen. Bei Citavi kannst du Wissenseinträge direkt im Programm anlegen und mit Kategorien verknüpfen. Bei Zotero und Mendeley nutzt du die integrierte PDF-Annotation oder externe Tools wie Hypothes.is.

Notiere bei jeder Quelle: Worum geht es? Was ist für meine Arbeit relevant? Welche Kernaussage nehme ich mit? Diese Notizen helfen dir später beim Schreiben des Forschungsstands.

Schritt 4: Zitieren und Literaturverzeichnis

Wenn du in Word schreibst und eine Quelle zitieren willst, klickst du auf das Plugin in der Menüleiste, wählst die Quelle aus und fügst sie ein. Der Kurzbeleg erscheint im Text, das vollständige Literaturverzeichnis generierst du am Ende automatisch.

Zitierstil wählen: Stelle zu Beginn den von deiner Hochschule oder Betreuung gewünschten Stil ein. Üblich sind APA, Harvard oder fachspezifische Stile. Wenn sich der Stil ändert, wählst du den neuen Stil und alle Zitate passen sich automatisch an.

Word-Integration einrichten

Word-Integration der Literaturverwaltungsprogramme: Zitat einfügen und Literaturverzeichnis automatisch erstellen | BachelorHero

Die Word-Integration ist das Herzstück der praktischen Nutzung. Einmal eingerichtet, sparst du bei jedem Zitat Zeit. Die Installation funktioniert bei allen drei Programmen ähnlich.

Zotero: Das Word-Plugin installiert sich automatisch mit Zotero. Nach dem ersten Start von Word erscheint ein neuer Tab „Zotero" in der Menüleiste. Dort findest du „Add/Edit Citation" zum Einfügen von Zitaten und „Add/Edit Bibliography" für das Literaturverzeichnis.

Mendeley: Installiere das Mendeley Cite Add-in über die Mendeley-Website oder den Microsoft-Store. In Word öffnet sich eine Seitenleiste, über die du Quellen suchst und einfügst. Die Bedienung unterscheidet sich etwas von Zotero, das Ergebnis ist dasselbe: Kurzbeleg im Text, Literaturverzeichnis am Ende.

Citavi: Das Word-Add-in ist Teil der Citavi-Installation. In Word erscheint ein eigener Tab „Citavi". Die Besonderheit: Du kannst direkt aus dem Citavi-Fenster heraus Wissenseinträge in dein Dokument übernehmen, nicht nur Zitate.

Erste Einrichtung

Vor dem ersten Zitat: Wähle den Zitierstil, den deine Hochschule oder Betreuung vorgibt. Bei allen drei Programmen findest du sehr viele Stile in einer Datenbank, darunter APA, Harvard, Chicago und fachspezifische Varianten. Wenn du unsicher bist, frag nach oder schau in den Leitfaden deiner Hochschule.

Teste die Integration: Füge ein Testzitat ein und generiere ein Literaturverzeichnis. So erkennst du früh, ob alles funktioniert, bevor du mitten in der Schreibphase auf Probleme stößt.

LaTeX-Nutzer

Wenn du mit LaTeX schreibst, ist der Workflow anders. Du exportierst deine Bibliothek als BibTeX-Datei und bindest sie in dein LaTeX-Dokument ein. Alle drei Programme unterstützen BibTeX-Export. Ob der Export automatisch bei Änderungen aktualisiert wird (Auto-Export), hängt vom Setup ab: Bei Zotero über Community-Plugins möglich, bei Mendeley je nach Version eingeschränkt, bei Citavi manuell. Teste deinen Workflow vorab.

Typische Stolperfalle: Ohne automatischen Sync musst du nach jeder Änderung in der Literaturverwaltung die BibTeX-Datei neu exportieren. Gegenmaßnahme: Lege feste Citation-Keys fest und ändere sie nicht mehr. Nutze ein Auto-Export-Setup (bei Zotero über Community-Plugins verfügbar) oder exportiere nach jeder größeren Literatursitzung manuell.

Typische Fehler vermeiden

  • Metadaten nicht prüfen: Der Import funktioniert meist gut, aber nicht perfekt. Autorennamen können falsch formatiert sein, Umlaute fehlen, das Erscheinungsjahr stimmt nicht.

    Gegenmaßnahme: Prüfe nach jedem Import: Autor (Nachname, Vorname korrekt?), Umlaute, Titel-Großschreibung, Jahr, DOI/ISBN. Korrigiere Fehler sofort, nicht erst vor der Abgabe.

  • PDFs nicht benennen: Kryptische Dateinamen wie „10.1016_j.article.pdf" sind nicht durchsuchbar und erschweren die Arbeit außerhalb des Programms.

    Gegenmaßnahme: Aktiviere die automatische Umbenennung in den Einstellungen und lege ein Schema fest, etwa „Autor_Jahr_Kurztitel.pdf". Alle drei Programme bieten diese Funktion, bei Zotero gibt es zusätzlich Community-Plugins für erweiterte Optionen.

  • Keine Backups: Deine Literatursammlung ist Teil deiner Forschungsarbeit. Ein Festplattenausfall oder versehentliches Löschen wäre fatal.

    Gegenmaßnahme: Monatlich einen RIS- oder BibTeX-Export der gesamten Bibliothek erstellen und extern speichern. Bei Citavi zusätzlich das Projektverzeichnis sichern. Bei Zotero/Mendeley: Cloud-Sync aktivieren und gelegentlich prüfen, ob auch die PDF-Anhänge synchronisiert werden.

  • Zu spät anfangen: Das Literaturverwaltungsprogramm entfaltet seinen Nutzen, wenn du es von Anfang an verwendest. Wer die ersten 30 Quellen in einem Word-Dokument sammelt und dann umsteigt, muss alles nachtragen.

    Gegenmaßnahme: Richte das Programm ein, bevor du mit der Literaturrecherche beginnst. Die erste Stunde Einrichtung spart später viele Stunden Nacharbeit.

Zitierstil-Konsistenz

Auch wenn das Programm den Stil automatisch anwendet: Prüfe das fertige Literaturverzeichnis vor der Abgabe manuell. Manche Sonderfälle (Herausgeber, Übersetzungen, Sammelbände) werden nicht immer korrekt formatiert. Die Zitierweise sollte durchgehend einheitlich sein.

Nächster Schritt: Recherche starten

Dein Literaturverwaltungsprogramm ist eingerichtet, die Word-Integration funktioniert, du hast eine Ordnerstruktur angelegt. Jetzt kann die eigentliche Arbeit beginnen: die systematische Literaturrecherche.

Starte mit einer groben Suche in Google Scholar oder deinem Bibliothekskatalog, um ein Gefühl für das Themenfeld zu bekommen. Importiere relevante Quellen direkt in dein Programm und ordne sie sofort ein. Mit der Zeit wächst deine Sammlung, und du siehst schneller, wo Lücken sind und welche Richtungen sich für deine Forschungsfrage anbieten.

Wenn deine Masterarbeit fertig ist und das Literaturverzeichnis stimmt, geht es an den letzten Schritt: Drucken und Binden. Bei BachelorHero findest du verschiedene Bindungsoptionen für deine Abschlussarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Welches Literaturverwaltungsprogramm ist das beste für die Masterarbeit?

Das hängt von deiner Situation ab. Citavi bietet den größten Funktionsumfang für Wissensorganisation; Citavi Desktop läuft unter Windows, Citavi Web ist eine eingeschränkte Option für Mac/Linux. Zotero ist kostenlos, plattformübergreifend und hat eine aktive Community. Mendeley punktet bei der PDF-Verwaltung und Zusammenarbeit. An vielen Hochschulen ist Citavi über eine Campuslizenz kostenlos verfügbar.

Kann ich mein Literaturverwaltungsprogramm später wechseln?

Ja, über RIS- oder BibTeX-Export lassen sich die bibliografischen Daten übertragen. Notizen, Tags und PDF-Annotationen gehen dabei aber meist verloren. Praktischer Tipp: Entscheide dich spätestens nach der ersten Woche Recherche und bleibe dann dabei. Falls du doch wechseln musst, plane einen halben Tag für Export, Import und Nachbearbeitung ein.

Wie viel Speicherplatz brauche ich für meine Quellen?

Das hängt davon ab, ob du PDFs speicherst. Reine Metadaten (Autor, Titel, Jahr usw.) brauchen kaum Platz, die Cloud-Kontingente sind vor allem für PDF-Anhänge relevant. Mit angehängten PDFs können bei 100 Quellen schnell 500 MB bis 1 GB zusammenkommen. Die kostenlosen Cloud-Kontingente variieren je nach Anbieter und Tarif. Bei Citavi liegt alles lokal auf deinem Rechner, der Cloud-Sync ist optional. Prüfe die aktuellen Speicheroptionen auf den Anbieterseiten vor dem Start.

Funktioniert die Literaturverwaltung auch mit Google Docs?

Zotero unterstützt Google Docs über den Zotero Connector: Du kannst Zitate einfügen und Literaturverzeichnisse erstellen. Einschränkungen gegenüber Word: In der Praxis brauchst du eine stabile Online-Verbindung, bei sehr großen Dokumenten mit vielen Zitaten kann die Performance sinken, und Stilwechsel oder Formatierungsanpassungen sind etwas umständlicher. Mendeley und Citavi bieten keine direkte Google-Docs-Integration. Für längere Arbeiten wie eine Masterarbeit empfiehlt sich Microsoft Word oder LibreOffice.

Wie zitiere ich richtig mit einem Literaturverwaltungsprogramm?

Du wählst in Word oder deinem Textprogramm die Stelle, an der das Zitat erscheinen soll, und fügst über das Plugin die Quelle ein. Das Programm formatiert den Kurzbeleg automatisch nach dem gewählten Zitierstil. Am Ende generierst du das Literaturverzeichnis mit einem Klick. Den Zitierstil kannst du jederzeit ändern, alle Einträge passen sich automatisch an.

Muss ich für Citavi, Zotero oder Mendeley bezahlen?

Zotero ist vollständig kostenlos und Open Source. Mendeley ist in der Basisversion kostenlos, bietet aber kostenpflichtige Erweiterungen für mehr Speicher. Citavi kostet regulär, ist aber an vielen deutschen Hochschulen über eine Campuslizenz kostenlos für Studierende verfügbar. Prüfe das Angebot deiner Hochschulbibliothek.

Wie gehe ich mit Sammelbänden, Webquellen und fehlenden Angaben um?

Bei Sammelbänden trägst du sowohl die Kapitelautoren als auch die Herausgeber ein, das Programm formatiert beides automatisch. Bei Webquellen wird das Abrufdatum je nach Zitierstil verlangt, trage es sicherheitshalber direkt beim Import ein. Fehlt eine Angabe (z.B. kein Autor bei einer Website), nutze die Ersatzregeln deines Zitierstils: Bei fehlendem Autor wird oft „o.V." oder der Seitentitel verwendet, bei fehlendem Datum oft „o.J." (ohne Jahr). Die genaue Regel hängt vom Stil ab, prüfe solche Sonderfälle vor der Abgabe manuell im Literaturverzeichnis.

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