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Jede Abbildung in deiner Masterarbeit braucht eine Herkunftsangabe: "Quelle: Eigene Darstellung" bei selbst erstellten Grafiken oder eine vollständige Quellenangabe mit Autor/Organisation, Jahr und Fundstelle (Seitenzahl bei Büchern, URL + Abrufdatum bei Onlinequellen) bei fremden Abbildungen. Die Angabe steht typischerweise als eigener Absatz unter der Beschriftung. Konkrete Anforderungen können je nach Hochschule und Zitierleitfaden abweichen.
Hier erfährst du, wie du Bilder, Grafiken und Diagramme korrekt zitierst, welche Unterschiede es zwischen APA, Harvard und der deutschen Zitierweise gibt, und wie du typische Fehler vermeidest.
Eigene Abbildung: "Quelle: Eigene Darstellung"
Fremde Abbildung: "Quelle: Autor/Organisation (Jahr), Fundstelle" (Seite, URL + Abrufdatum oder Abb.-Nr.) plus Eintrag im Literaturverzeichnis
Modifizierte Abbildung: "Quelle: In Anlehnung an Autor (Jahr), Fundstelle"
Wichtig: Prüfe immer die Vorgaben deiner Hochschule – Details wie Position und Format können variieren.
Warum Bildquellen wichtig sind
Bildquellen sind genauso wichtig wie Textquellen. Eine fremde Grafik ohne Quellenangabe gilt als Plagiat – auch wenn der restliche Text sauber zitiert ist. Bei eigenen Darstellungen ohne Kennzeichnung fehlt zwar keine fremde Quelle, aber Prüfende können nicht erkennen, ob die Grafik von dir stammt. Beides führt zu Punktabzug.
Eine korrekte Quellenangabe zeigt, woher die Abbildung stammt. Sie macht deine Arbeit nachvollziehbar und schützt dich vor Plagiatsvorwürfen. Selbst bei eigenen Darstellungen ist eine Kennzeichnung erforderlich, damit Prüfende wissen, dass die Grafik von dir erstellt wurde.
Viele Plagiatschecks fokussieren primär auf Text. Unabhängig davon prüfen Betreuende und Prüfungsausschüsse Bildquellen meist manuell sehr genau. Eine fehlende oder unvollständige Angabe fällt sofort auf und kann je nach Hochschule zu Punktabzug oder weiteren Konsequenzen führen.
Drei Typen der Quellenangabe
Je nachdem, woher deine Abbildung stammt, verwendest du einen anderen Quellentyp. Die drei wichtigsten Fälle sind: eigene Darstellungen, unverändert übernommene Grafiken und modifizierte Abbildungen.
Wenn du eine Abbildung selbst erstellt hast, kennzeichnest du das mit "Eigene Darstellung". Das gilt für Diagramme aus deinen Erhebungsdaten, selbst entworfene Forschungsmodelle, Schaubilder zur Veranschaulichung von Zusammenhängen und Flussdiagramme deines Vorgehens. Bei eigenen Fotos kannst du optional Ort und Datum ergänzen: "Quelle: Eigene Aufnahme (Berlin, März 2025)".
Beispiel:
Abb. 1: Forschungsmodell zur Kundenzufriedenheit
Quelle: Eigene Darstellung
Wenn du eine Abbildung unverändert aus einer Quelle übernimmst, gibst du die vollständige Quellenangabe an. Das Format richtet sich nach deinem Zitierstil. Die Quelle muss zusätzlich im Literaturverzeichnis erscheinen.
Beispiel:
Abb. 2: Maslows Bedürfnispyramide
Quelle: Maslow (1943, S. 372)
Wenn du eine fremde Abbildung verändert, erweitert oder vereinfacht hast, nutze "In Anlehnung an" oder "Modifiziert nach". So zeigst du, dass die Grundidee von jemand anderem stammt, du aber eigene Anpassungen vorgenommen hast.
Beispiel:
Abb. 3: Erweitertes Akzeptanzmodell
Quelle: In Anlehnung an Davis (1989, S. 320)
Bilder aus Vorlesungsfolien oder Skripten: Auch Lehrmaterialien sind zitierpflichtig. Gib das Material als Quelle an, z. B. "Quelle: Müller (2025), Vorlesung Marketing, Folie 12" oder "Quelle: Skript Statistik II, Universität Beispielstadt, S. 34". Prüfe vorab, ob deine Dozierenden spezielle Vorgaben haben.
Ein Word-Tipp: Wenn du die Quelle als eigenen Absatz (Enter nach der Beschriftung) tippst, erscheint sie nicht im automatischen Abbildungsverzeichnis. So bleibt das Verzeichnis übersichtlich und zeigt nur Nummer, Titel und Seitenzahl.
Quellenangabe nach Zitierstil
Das Format deiner Quellenangabe richtet sich nach dem Zitierstil, den du in deiner Masterarbeit verwendest. Die drei gängigsten Stile sind APA, Harvard und die deutsche Zitierweise. Bei allen Stilen gilt: Fremde Abbildungen müssen zusätzlich im Literaturverzeichnis erscheinen. Eigene Darstellungen erhalten dort keinen Eintrag.
Nummer und Titel getrennt, Anmerkung mit "Aus [Titel] (S. X), von Autor, Jahr, Verlag."
→ Abbildung 1 / Titel / Anmerkung. Aus "Werk" (S. 45), von A. Autor, 2020, Verlag.
Kurzbeleg mit Autor (Jahr, S. X) als eigener Absatz unter Titel.
→ Abb. 1: Titel / Quelle: Autor (2020, S. 45)
Vollbeleg unter der Abbildung oder in Fußnote.
→ Abb. 1: Titel / Quelle: Nachname, Vorname: Werk, Ort: Verlag Jahr, S. X.
Zusätzlich URL + Abrufdatum. Bei fehlendem Jahr: "o. J."
→ Quelle: Organisation (Jahr), abgerufen am TT.MM.JJJJ von [URL]
Fundstellen-Optionen: Die Fundstelle variiert je nach Quellentyp. Bei Büchern und Artikeln gibst du die Seitenzahl an (S. 45). Bei Onlinequellen ohne Seitenzahlen nutzt du die URL plus Abrufdatum. In Reports oder Papers mit durchnummerierten Abbildungen kannst du auch die Abbildungsnummer angeben (Abb. 3). Bei langen Webseiten ist ein Abschnittsname oder Heading hilfreich. Prüfe deinen Zitierleitfaden für die bevorzugte Variante.
Prüfe die Vorgaben deiner Hochschule. Manche Institute haben eigene Richtlinien für Abbildungsquellen, die von den Standardregeln abweichen. Die Vorgaben deiner Formatierung haben immer Vorrang.
Bilder aus dem Internet zitieren
Internetbilder erfordern besondere Sorgfalt. Du brauchst mehr Angaben als bei gedruckten Quellen, und du musst auf Urheberrechte achten. Nicht jedes Bild im Netz darfst du einfach in deiner Masterarbeit verwenden.
Bei der Quellenangabe gibst du an: Urheber oder Organisation, Jahr der Veröffentlichung, Titel oder Beschreibung der Abbildung, URL und das Datum, an dem du die Seite abgerufen hast. Das Abrufdatum ist wichtig, weil Webseiten sich ändern oder verschwinden können.
Vollständige Angabe:
Abb. 4: Entwicklung der Studierendenzahlen 2015–2024
Quelle: Statistisches Bundesamt (2024), abgerufen am 10.01.2026 von https://www.destatis.de/...
Sonderfälle bei Internetbildern
- Kein Autor oder keine Organisation auffindbar Nutze den Website-Namen oder Seitentitel als Urheber. Ist auch das nicht möglich, beginne mit dem Bildtitel oder einer kurzen Beschreibung in eckigen Klammern. Beispiel: [Infografik Energiewende], Energieportal.de (2024), abgerufen am 10.01.2026 von [URL].
- Kein Datum erkennbar Schreibe "o. J." (ohne Jahr) an die Stelle des Jahres. Beispiel: Müller (o. J.), abgerufen am 10.01.2026 von [URL].
- Kein Titel vorhanden Beschreibe das Bild kurz in eckigen Klammern. Beispiel: [Balkendiagramm zur Altersverteilung], Statistisches Bundesamt (2024).
- Social Media (Instagram, X, LinkedIn) Die Mindestangaben sind: Account/Urheber, Plattform, Datum des Posts, Post-Beschreibung oder erste Worte, URL und Abrufdatum. Hochschulvorgaben variieren hier besonders stark – prüfe deinen Zitierleitfaden. Beispiel: @klimafakten [Instagram] (2024, 15. März), "Neue Studie zeigt...", abgerufen am 10.01.2026 von [URL].
- Creative-Commons-Bilder Zusätzlich zur normalen Quellenangabe gibst du den Lizenztyp, einen Link zur Lizenz und die URL zum Originalbild an. Bei jeder Bearbeitung (Zuschnitt, Farbänderung, Übersetzung) kennzeichne, was du verändert hast – das gilt für alle CC-Lizenzen, nicht nur CC BY-SA. Details der Formatierung können je nach Zitierleitfaden variieren, aber Lizenztyp und Lizenzlink sollten bei CC immer erkennbar sein. Beispiel: Müller (2023), "[Titel]", [Bild-URL], lizenziert unter CC BY 4.0 ([Lizenz-URL]), Bild zugeschnitten.
Urheberrecht beachten: Bevor du ein Bild aus dem Internet verwendest, prüfe die Lizenz. Bilder unter Creative-Commons-Lizenz darfst du meist nutzen, musst aber die Lizenzbedingungen einhalten. Stock-Fotos von kostenpflichtigen Plattformen erfordern eine Lizenz. Im Zweifel: Erstelle die Grafik selbst oder nutze gemeinfreie Bilder.
Screenshots und Softwarebilder
Screenshots sind in vielen Fachbereichen ein gängiges Mittel, um Benutzeroberflächen, Webseiten oder Analyseergebnisse zu dokumentieren. Nur "Domain + Abrufdatum" ist allerdings oft zu dünn – behandle Screenshots von externen Quellen wie vollständige Internetquellen.
(SPSS, Excel, R, Python):
→ "Quelle: Eigene Darstellung (Screenshot SPSS 29)" oder "Quelle: Eigene Auswertung"
Zitiere wie eine Internetquelle: Urheber/Organisation, Seitentitel oder Produktname, URL und
Abrufdatum.
→ "Quelle: Google Analytics (2026), Dashboard-Übersicht, abgerufen am 10.01.2026 von [URL]"
Bei Screenshots von Webseiten gibst du also nicht nur die Domain an, sondern möglichst auch die Organisation oder den Seitenbetreiber, den Seitentitel und das Abrufdatum. So ist die Quelle nachvollziehbar und wissenschaftlich korrekt.
Bei Screenshots mit personenbezogenen Daten musst du Namen, E-Mail-Adressen, Profilbilder und andere identifizierende Informationen vor der Verwendung anonymisieren. Das gilt für Screenshots von Social-Media-Profilen, E-Mail-Verläufen oder Nutzerkommentaren. Verwende Bildbearbeitungssoftware, um sensible Daten unkenntlich zu machen.
Tabellen und Diagramme
Tabellen und Diagramme zitierst du nach dem gleichen Prinzip wie andere Abbildungen. Der wichtigste Unterschied: Tabellen erhalten eine eigene Nummerierung (Tab. 1, Tab. 2), getrennt von den Abbildungen (Abb. 1, Abb. 2).
Textbezug herstellen: Jede Abbildung muss im Fließtext erwähnt und erläutert werden. Der Verweis erfolgt mit "siehe Abbildung X", "(vgl. Abb. X)" oder "Abbildung X zeigt...". Platziere die Abbildung möglichst nah an der ersten Erwähnung. So wissen Lesende, warum die Grafik relevant ist und worauf sie achten sollen.
Bei selbst erstellten Diagrammen aus eigenen Erhebungsdaten schreibst du "Quelle: Eigene Darstellung" oder "Quelle: Eigene Erhebung". Wenn du Daten aus einer externen Quelle visualisierst, gibst du die Datenquelle an: "Quelle: Eigene Darstellung nach Daten von [Quelle]". So zeigst du, dass du das Diagramm selbst erstellt hast, die Daten aber aus einer fremden Quelle stammen.
Tabellen, die du unverändert aus einer Quelle übernimmst, erhalten die vollständige Quellenangabe wie bei Abbildungen. Mehr dazu findest du im Artikel zum Tabellenverzeichnis.
Typische Fehler vermeiden
- Quellenangabe komplett vergessen Der häufigste Fehler. Auch eigene Darstellungen brauchen eine Kennzeichnung.Korrektur: Ergänze "Quelle: Eigene Darstellung" unter jeder selbst erstellten Grafik.
- Uneinheitliches Format Wenn du bei einer Abbildung "Quelle: Müller (2020)" schreibst und bei der nächsten "Quelle: Müller, 2020, S. 45", fällt die Inkonsistenz auf.Korrektur: Entscheide dich für ein Format und verwende es durchgängig bei allen Abbildungen.
- "In Anlehnung an" bei unveränderter Übernahme Nutze diesen Zusatz nur, wenn du die Abbildung tatsächlich verändert hast.Korrektur: Bei 1:1-Übernahme → "Quelle: Autor (Jahr, S. X)". Nur bei echten Änderungen → "In Anlehnung an".
- Externe Daten ohne Datenquelle Wenn du fremde Daten in einem eigenen Diagramm visualisierst, reicht "Eigene Darstellung" nicht.Korrektur: "Quelle: Eigene Darstellung nach Daten von [Autor, Jahr]" oder "Quelle: Eigene Darstellung, Daten: [Quelle]".
- Urheberrecht ignorieren Nicht jedes Bild darfst du einfach verwenden. Bei Verstößen riskierst du mehr als nur Punktabzug.Korrektur: Prüfe vor der Nutzung die Lizenz. Im Zweifel: Erstelle die Grafik selbst oder nutze gemeinfreie/CC-Bilder.
Schnellcheck vor der Abgabe
Bevor du deine Masterarbeit abgibst, prüfe alle Abbildungen mit diesen Punkten. Fehlende oder falsche Quellenangaben fallen bei der Bewertung sofort auf.
- Quellenangabe vorhanden Jede Abbildung hat eine Quelle ("Eigene Darstellung" oder vollständige Literaturangabe).
- Format einheitlich Alle Quellenangaben folgen demselben Zitierstil und Format.
- Literaturverzeichnis vollständig Jede fremde Abbildung hat einen entsprechenden Eintrag im Literaturverzeichnis.
- Textbezug vorhanden Jede Abbildung wird mindestens einmal im Fließtext erwähnt und erläutert.
- Bildqualität geprüft Alle Grafiken sind scharf und gut lesbar, auch im Ausdruck (mindestens 300 dpi).
- Urheberrecht geklärt Du hast das Recht, alle verwendeten Bilder zu nutzen (eigene Darstellung, Lizenz oder gemeinfrei).
Wenn alle Abbildungen korrekt zitiert sind und das Abbildungsverzeichnis stimmt, bist du für die Abgabe bereit. Exportiere das Dokument als PDF und prüfe ein letztes Mal, ob alle Bilder korrekt angezeigt werden.
Druckfertig machen: Wenn du deine Masterarbeit drucken und binden lassen möchtest, achte auf die Bildqualität. Fotos und Grafiken sollten mindestens 300 dpi haben, damit sie im Druck scharf sind. Bei BachelorHero kannst du deine Arbeit online konfigurieren und bekommst eine Vorschau, wie das Ergebnis aussehen wird.
Häufig gestellte Fragen
Wie zitiere ich eine Abbildung, die ich selbst erstellt habe?
Bei eigenen Abbildungen schreibst du als Quellenangabe "Quelle: Eigene Darstellung". Das gilt für Diagramme aus eigenen Erhebungsdaten, selbst entworfene Modelle oder Schaubilder. Wenn du externe Daten visualisierst, nutze "Quelle: Eigene Darstellung nach Daten von [Quelle]".
Muss ich für jede Abbildung einen Eintrag im Literaturverzeichnis anlegen?
Nur bei fremden Abbildungen. Wenn du eine Grafik aus einem Buch, Artikel oder einer Webseite übernimmst, muss die vollständige Quelle im Literaturverzeichnis erscheinen. Eigene Darstellungen erhalten keinen Eintrag.
Was schreibe ich bei einer modifizierten Abbildung?
Wenn du eine fremde Abbildung verändert, vereinfacht oder erweitert hast, nutze "Quelle: In Anlehnung an [Autor, Jahr]" oder "Quelle: Modifiziert nach [Autor, Jahr]". So zeigst du, dass die Grundidee von jemand anderem stammt, du aber Anpassungen vorgenommen hast.
Wie zitiere ich ein Bild ohne Autor oder Datum?
Kein Autor: Nutze die Organisation oder den Website-Namen als Urheber. Kein Datum: Schreibe "o. J." (ohne Jahr). Kein Titel: Beschreibe das Bild kurz in eckigen Klammern, z. B. "[Diagramm zur Altersverteilung]". Beispiel: "[Infografik Klimawandel], Umweltbundesamt (o. J.), abgerufen am 10.01.2026 von [URL]".
Wie zitiere ich Creative-Commons-Bilder korrekt?
Bei CC-Bildern gibst du zusätzlich zur normalen Quellenangabe den Lizenztyp, einen Link zur Lizenz und die URL zum Originalbild an. Bei jeder Bearbeitung (gilt für alle CC-Lizenzen) musst du angeben, was du verändert hast. Beispiel: "Müller (2023), [Titel], [Bild-URL], lizenziert unter CC BY 4.0 ([Lizenz-URL]), Bild zugeschnitten."
Darf ich Screenshots in meiner Masterarbeit verwenden?
Ja, Screenshots sind erlaubt. Bei eigenen Softwareauswertungen (z. B. SPSS, Excel) nutze "Quelle: Eigene Darstellung (Screenshot SPSS 29)". Bei externen Websites zitiere wie eine Internetquelle: Urheber/Organisation, Seitentitel, URL und Abrufdatum. Bei personenbezogenen Daten musst du Namen und E-Mail-Adressen anonymisieren.
Wo steht die Quellenangabe bei einer Abbildung?
Typischerweise als eigener Absatz direkt unter der Abbildungsbeschriftung (Nummer und Titel). In Word: Nach der Beschriftung Enter drücken und die Quelle im neuen Absatz tippen, damit sie nicht im Abbildungsverzeichnis erscheint. Manche Hochschulen verlangen die Quelle in einer Fußnote – prüfe deine Richtlinien.
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