Analyse untersucht, was im Material vorkommt und wie es funktioniert. Interpretation erklärt, was das bedeutet und ordnet es in größere Zusammenhänge ein.
- Schreibstruktur pro Absatz: Befund → Beleg → Analyse → Interpretation → Rückbindung
- Denkprozess: Beobachten → Beschreiben → Analysieren → Interpretieren
Inhaltsverzeichnis
Analyse und Interpretation bilden das Herzstück deiner Seminararbeit. Hier zeigst du, dass du Quellen nicht nur wiedergibst, sondern wissenschaftlich durchdringst. In diesem Artikel bekommst du eine klare Anleitung, wie du vom Beobachten zum Deuten kommst, mit Formulierungshilfen und zwei Musterabsätzen für verschiedene Fächer.
Geisteswissenschaften
Hauptteil mit Analysekapiteln → Interpretation/Deutung (mit Rückbindung) → Zwischenfazit → Fazit
Empirische Arbeiten
Ergebnisse (Daten neutral präsentieren) → Diskussion (Interpretation + Einordnung) → Fazit
Begriffe klar trennen: Was ist was?
Vier Begriffspaare sorgen regelmäßig für Verwirrung. Die folgenden Abgrenzungen helfen dir, beim Schreiben sicher zu unterscheiden, auf welcher Ebene du dich gerade bewegst.
Analyse: Du zerlegst Material in Bestandteile und untersuchst Strukturen, Muster, Funktionen. Leitfragen: Was ist da? Wie ist es aufgebaut? Wie funktioniert es?
Interpretation: Du deutest die Befunde und ordnest sie in größere Zusammenhänge ein. Leitfragen: Was bedeutet das? Warum ist das relevant? Was folgt daraus für die Forschungsfrage?
Analyse: „Der Text verwendet durchgängig Dunkelheitsmetaphern."
Interpretation: „Diese Bildsprache verweist auf eine pessimistische Weltsicht, die für die Epoche typisch
ist."
Beschreibung: Du gibst wieder, was im Material steht, ohne es einzuordnen. Typische Formulierungen: „Der Autor sagt...", „Im Text steht...", „Die Befragten antworteten..."
Analyse: Du untersuchst, wie etwas funktioniert und welche Wirkung es erzeugt. Typische Formulierungen: „...zeigt", „...verdeutlicht", „...erzeugt den Effekt von", „...dient dazu"
Beschreibung: „Der Autor schreibt, dass das Leben wie ein Fluss ist."
Analyse: „Die Flussmetapher erzeugt durch das Bild der Strömung den Effekt von Unaufhaltsamkeit."
Interpretation: Du leitest Bedeutung nachvollziehbar aus Belegen her. Andere können deine Schlussfolgerung prüfen und nachvollziehen.
Bewertung/Meinung: Du gibst ein persönliches Urteil ohne systematische Herleitung. Typische Formulierungen: „Ich finde...", „Meiner Meinung nach...", „Das ist gut/schlecht"
Meinung: „Ich finde den Text sehr gelungen."
Interpretation: „Der Kontrast zwischen Licht und Dunkelheit strukturiert den Text und verstärkt die Aussage
über Hoffnung und Verzweiflung."
Ergebnisse: Du präsentierst Daten und Befunde neutral, ohne zu werten. Was haben die Interviews ergeben? Welche Muster zeigen sich in den Daten?
Diskussion: Du interpretierst die Ergebnisse, ordnest sie in die Forschung ein und benennst Limitationen. Was bedeuten die Befunde? Wie passen sie zur bestehenden Literatur?
Ergebnis: „70 % der Befragten gaben an, soziale Medien täglich zu nutzen."
Diskussion: „Dieser hohe Anteil deutet auf eine starke Verankerung im Alltag hin und deckt sich mit vergleichbaren
Studien."
(Zahlen fiktiv)
In der Seminararbeit brauchst du alle Ebenen, aber klar getrennt. Beim Überarbeiten hilft eine einfache Regel: Lies jeden Absatz und prüfe, ob du sowohl Analyse-Verben (zeigt, erzeugt, funktioniert) als auch Interpretations-Verben (verweist auf, bedeutet, lässt schließen) findest. Fehlt eine Ebene, ergänze sie gezielt.
Vom Befund zur Deutung: Der Vier-Schritte-Ablauf
Der Weg von der Beobachtung zur Deutung folgt einer klaren Logik. Diese vier Schritte beschreiben deinen Denk- und Arbeitsprozess beim Analysieren. Im nächsten Abschnitt lernst du dann das 5-Elemente-Template, das dir zeigt, wie du diese Schritte in einem geschriebenen Absatz umsetzt. Die vier Schritte sind der Prozess, die fünf Elemente die Schreibstruktur.
Du sammelst, was du siehst, ohne zu werten. Was steht im Text? Welche Elemente fallen auf?
Beispiel: „Der Text enthält mehrere Wiederholungen des Wortes ‚dunkel'."
Stolperstelle Zu schnell interpretieren. Sammle erst alle relevanten Beobachtungen, bevor du deutest.
Du benennst die Merkmale präzise mit Fachbegriffen. Welche Stilmittel, Strukturen oder Muster erkennst du?
Beispiel: „Die Wiederholungen bilden eine Anapher am Satzanfang und verstärken die rhythmische Struktur des Textes."
Stolperstelle Fachbegriffe falsch verwenden. Prüfe im Zweifel die Definition.
Du untersuchst, wie die Elemente zusammenwirken. Welche Funktion haben sie? Wie erzeugen sie Wirkung?
Beispiel: „Die Anapher erzeugt einen beschwörenden Ton und lenkt die Aufmerksamkeit auf das Bildfeld der Dunkelheit, das den gesamten Abschnitt dominiert."
Stolperstelle Funktion und Wirkung verwechseln. Die Funktion ist das, was ein Element im Text tut. Die Wirkung ist das, was beim Leser entsteht.
Du deutest die Befunde im Kontext. Was bedeuten sie für die Forschungsfrage? Wie ordnen sie sich in größere Zusammenhänge ein?
Beispiel: „Die durchgängige Dunkelheitsmetaphorik verweist auf die pessimistische Weltsicht des Textes, die sich in der zeitgenössischen Literatur der Epoche häufig findet."
Stolperstelle Interpretation ohne Rückbindung an die Analyse. Jede Deutung muss sich auf konkrete Textbefunde stützen.
Absatz-Template für dein Analysekapitel
Ein guter Analyseabsatz folgt einer festen Struktur. Dieses Template kannst du für jeden Analysepunkt in deiner Seminararbeit verwenden. Die fünf Elemente bauen logisch aufeinander auf.
- Befund: Was hast du beobachtet? Welches Muster, welche Auffälligkeit?
„An dieser Stelle zeigt sich..."
- Beleg: Konkrete Textstelle, Daten oder statistische Werte, die
den Befund stützen.
„Wie die Formulierung ‚...' (S. 15) verdeutlicht...", „70 % der Befragten gaben an...", „Der t-Test zeigt (p = .03)..."
- Analyse: Wie funktioniert das? Welche Wirkung entsteht?
„Diese Wortwahl erzeugt den Effekt von..." oder „Das Muster lässt sich auf X zurückführen..."
- Interpretation: Was bedeutet das im Kontext? Welche Schlussfolgerung
ergibt sich?
„Das verweist auf..." oder „Daraus lässt sich schließen, dass..."
- Rückbindung: Beitrag zur Beantwortung der Forschungsfrage.
„Für die Forschungsfrage bedeutet das..." oder „Damit bestätigt sich die These, dass..."
Nicht jeder Absatz braucht alle fünf Elemente in voller Länge. Bei kürzeren Analysen kannst du Analyse und Interpretation in einem Satz verbinden. Die Rückbindung kann auch am Ende eines Unterkapitels stehen, wenn du mehrere Befunde gesammelt hast. Wichtig ist, dass kein Element dauerhaft fehlt.
Methoden je nach Material
Die Wahl der Analysemethode hängt von deinem Material ab. Nutze die folgende Übersicht, um die passende Methode zu finden und zu verstehen, was jeweils in Analyse und Interpretation gehört.
- Literarische Texte, Reden, historische Quellen?
Sprach- oder Strukturanalyse
- Interviews, offene Umfragen, qualitative Daten?
Qualitative Inhaltsanalyse
- Medientexte, Werbung, politische Kommunikation?
Diskursanalyse
- Quantitative Daten, Statistiken, geschlossene Umfragen?
Deskriptive oder statistische Auswertung
Sprach- und Strukturanalyse (Geisteswissenschaften)
Typische Analysefragen: Welche Stilmittel werden verwendet? Wie ist der Text aufgebaut? Welche Wortfelder dominieren? Wie verhält sich Form zu Inhalt?
Typische Interpretationsfragen: Was bedeutet diese Gestaltung für die Aussage des Textes? Wie ordnet sich der Befund in den historischen oder literarischen Kontext ein?
Qualitative Inhaltsanalyse (Sozialwissenschaften)
Typische Analysefragen: Welche Kategorien lassen sich bilden? Wie häufig kommen bestimmte Themen vor? Welche Muster zeigen sich in den Aussagen?
Typische Interpretationsfragen: Was sagen die Muster über die Forschungsfrage aus? Wie passen die Befunde zur bestehenden Literatur? Welche Limitationen hat die Analyse?
Diskursanalyse (Medien- und Politikwissenschaft)
Typische Analysefragen: Welche Begriffe werden verwendet, welche vermieden? Wer spricht, wer wird zitiert? Welche Annahmen werden als selbstverständlich vorausgesetzt?
Typische Interpretationsfragen: Welche Machtstrukturen werden sichtbar? Welche Perspektiven werden marginalisiert? Was sagt der Diskurs über gesellschaftliche Verhältnisse aus?
Quantitative Auswertung (Statistik, Umfragen)
Typische Analysefragen: Welche Kennwerte (Mittelwert, Standardabweichung) beschreiben die Daten? Welche Zusammenhänge zeigen die Korrelationen? Sind die Unterschiede statistisch signifikant? Welche konkreten Tests du verwendest (t-Test, ANOVA, Regression), hängt von deinem Studiendesign und den Seminarvorgaben ab. Wichtig: Statistisch signifikant bedeutet nicht automatisch praktisch relevant. Effektstärken helfen, die Bedeutsamkeit eines Befunds einzuordnen.
Typische Interpretationsfragen: Was bedeuten die statistischen Befunde für die Forschungsfrage? Wie ordnen sich die Ergebnisse in die bestehende Literatur ein? Welche Limitationen (Stichprobengröße, Verzerrungen) schränken die Aussagekraft ein?
Wichtig: Bei quantitativen Arbeiten trennst du klar zwischen Ergebnissen (Results) und Diskussion (Discussion). Im Ergebnisteil präsentierst du Zahlen und Tabellen neutral. In der Diskussion interpretierst du, was die Zahlen für die Forschungsfrage bedeuten.
Frag im Zweifel deine Dozentin oder deinen Dozenten, welche Methode für dein Thema geeignet ist. Die Methodik solltest du in deiner Arbeit transparent machen.
Formulierungen für Analyse und Interpretation
Mit den richtigen Formulierungen machst du den Unterschied zwischen Analyse und Interpretation sprachlich sichtbar. Hier findest du Satzbausteine zum direkten Einsetzen.
Formulierungen für die Analyse
Beobachtungen benennen: „Auffällig ist...", „Der Text weist auf...", „Erkennbar wird...", „Es zeigt sich, dass...", „An dieser Stelle findet sich...".
Funktionen beschreiben: „...dient dazu, ... zu verstärken", „...erzeugt den Effekt von...", „...lenkt die Aufmerksamkeit auf...", „...kontrastiert mit...", „...betont...".
Zusammenhänge herstellen: „Im Zusammenspiel mit... entsteht...", „Dieser Befund korrespondiert mit...", „Parallel dazu zeigt sich...", „In Verbindung mit... wird deutlich...".
Formulierungen für die Interpretation
Bedeutung erschließen: „Das verweist auf...", „Daraus lässt sich schließen...", „Dies deutet darauf hin, dass...", „Im Kontext von... zeigt sich...", „Das legt nahe, dass...".
Zur Forschungsfrage zurückbinden: „Für die Forschungsfrage bedeutet das...", „Damit bestätigt sich die These, dass...", „Im Hinblick auf die Ausgangsfrage ergibt sich...", „Dieser Befund stützt die Annahme, dass...".
Formulierungen für Einschränkungen und Alternativen
Einschränkungen markieren: „Möglicherweise...", „Es ist denkbar, dass...", „Einschränkend ist anzumerken, dass...", „Dieser Befund gilt jedoch nur unter der Voraussetzung, dass...", „Zu berücksichtigen ist, dass die Datenbasis begrenzt ist."
Alternative Lesarten benennen: „Eine mögliche Lesart wäre...", „Alternativ ließe sich argumentieren, dass...", „Gegen diese Interpretation spricht...", „Ein Gegenargument könnte sein, dass...", „Zwar könnte man einwenden, dass... Allerdings zeigt...", „Die vorliegende Deutung schließt nicht aus, dass..."
Abwägen und entscheiden: „Im Vergleich der Lesarten erscheint X überzeugender, weil...", „Trotz dieser Einschränkung bleibt festzuhalten, dass...", „Die Analyse legt nahe, X den Vorzug zu geben, da..."
Variiere deine Formulierungen. Wenn jeder Absatz mit „Das zeigt, dass..." beginnt, wird der Text monoton. Nutze die verschiedenen Optionen im Wechsel und passe sie an den jeweiligen Kontext an.
Musterabsätze: Geisteswissenschaft und Empirie
Zwei durchgearbeitete Musterabsätze zeigen, wie die Absatz-Struktur in verschiedenen Fachkontexten aussieht. Nutze sie als Vorlage für deine eigenen Analyseabschnitte.
Forschungsfrage Wie gestaltet Kafka das Motiv der Entfremdung in „Die Verwandlung"?
[Befund] Bereits im Eröffnungssatz fällt die sachliche Darstellung des Fantastischen auf. [Beleg] Die Formulierung „fand er sich [...] zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt" (Kafka, Die Verwandlung, Eröffnungssatz) verzichtet auf jede emotionale Markierung oder Erklärung. [Analyse] Dieser nüchterne Ton erzeugt einen Verfremdungseffekt: Der Leser wird ohne Vorbereitung mit dem Ungeheuerlichen konfrontiert, was die Irritation verstärkt. [Interpretation] Die Spannung zwischen Form und Inhalt verweist darauf, dass die Entfremdung kein plötzliches Ereignis ist, sondern nur sichtbar macht, was bereits bestand. [Rückbindung] Für die Forschungsfrage zeigt sich damit, dass Kafka Entfremdung nicht als Ausnahmezustand, sondern als Normalität gestaltet.
Hinweis: Der Beleg stammt aus dem realen Werk. Die Analyse dient als Strukturvorlage für eigene Texte.
Forschungsfrage Wie beeinflusst Social-Media-Nutzung die politische Meinungsbildung Jugendlicher?
[Befund] Die Auswertung der Interviews zeigt ein wiederkehrendes Muster: Befragte unterscheiden kaum zwischen redaktionellen und nutzergenerierten Inhalten. [Beleg] So äußerte eine Befragte: „Ob das jetzt von einer Zeitung kommt oder von einem Creator, ist mir eigentlich egal, Hauptsache es klingt logisch." [Analyse] Diese Aussage steht exemplarisch für eine Tendenz, die sich in 8 von 12 Interviews findet: Glaubwürdigkeit wird weniger an institutioneller Herkunft als an subjektiver Plausibilität festgemacht. [Interpretation] Das Muster deutet auf eine veränderte Medienkompetenz hin, bei der klassische Qualitätskriterien in den Hintergrund treten. Dies deckt sich mit Befunden zur sinkenden Relevanz traditioneller Gatekeeper in der Forschungsliteratur. [Rückbindung] Für die Forschungsfrage bedeutet das, dass Social-Media-Nutzung die Kriterien der Meinungsbildung verschiebt, nicht aber notwendigerweise deren Intensität.
Hinweis: Alle Daten, Zitate und Befunde in diesem Beispiel sind frei erfunden und dienen nur zur Demonstration der Absatzstruktur.
Beachte, wie beide Absätze derselben Struktur folgen, obwohl Material und Methode unterschiedlich sind. Die farbigen Markierungen zeigen die fünf Elemente. In deinem Text lässt du die Markierungen weg, aber die Struktur bleibt erkennbar.
Typische Fehler vermeiden
Reine Nacherzählung statt Analyse: Der häufigste Fehler. Du gibst wieder, was im Text steht, aber nicht, wie er funktioniert oder was er bedeutet. Prüfe jeden Absatz: Enthält er Analyse-Verben wie „zeigt", „verdeutlicht", „erzeugt den Effekt"? Wenn nicht, fehlt die analytische Ebene.
Interpretation ohne Beleg: Du deutest, ohne dich auf konkrete Stellen zu beziehen. Das wirkt spekulativ. Jede Interpretation braucht einen Anker im Material. Zitiere oder paraphrasiere die Stelle, auf die du dich beziehst, bevor du deutest.
Überinterpretation: Du liest mehr in den Text hinein, als er hergibt. Nicht jedes Detail trägt eine tiefere Bedeutung. Frag dich bei jeder Deutung: Ist das plausibel? Gibt es Belege dafür? Markiere Unsicherheiten mit „möglicherweise" oder „legt nahe".
Fehlende Rückbindung: Du analysierst gründlich, aber vergisst, die Ergebnisse auf deine Forschungsfrage zu beziehen. Am Ende jedes Analyseabschnitts sollte ein Satz stehen, der den Befund einordnet.
Analyse und Interpretation vermischen: Du springst zwischen Ebenen, ohne es zu markieren. Das verwirrt Lesende. Halte die Reihenfolge ein: erst Befund, dann Beleg, dann Analyse, dann Interpretation.
Nur Beschreibung: „Der Autor verwendet viele Metaphern. Er schreibt, dass das Leben ein Fluss ist und die Zeit vergeht."
Vollständiger Analyseabsatz: „[Befund] Der Text nutzt durchgängig Naturmetaphern. [Beleg] Die zentrale Formulierung ‚Das Leben fließt dahin wie ein Strom' steht exemplarisch für dieses Bildfeld. [Analyse] Die Wortwahl ‚dahinfließen' erzeugt den Effekt von Unaufhaltsamkeit, da Wasser keine Rückwärtsbewegung kennt. [Interpretation] Das verweist auf ein Zeitverständnis, das Vergänglichkeit als natürlichen, unumkehrbaren Prozess begreift. [Rückbindung] Für die Forschungsfrage zeigt sich damit, dass der Text Zeit nicht als gestaltbar, sondern als schicksalhaft konzipiert."
Beide Beispiele sind frei erfunden und dienen nur zur Demonstration.
Schnellcheck vor Abgabe
Gehe diese 10 Fragen durch, bevor du dein Analysekapitel als fertig betrachtest. Jedes „Nein" zeigt dir, wo du nacharbeiten solltest.
Von der Analyse zum Fazit
Deine Analyse und Interpretation bildet das Fundament für das Fazit. Dort fasst du die wichtigsten Ergebnisse zusammen und beantwortest die Forschungsfrage auf Basis deiner Befunde. Im Fazit kommen keine neuen Analysen mehr, nur die Synthese dessen, was du erarbeitet hast.
Bevor du zum Fazit übergehst, prüfe: Hast du alle relevanten Aspekte deiner Forschungsfrage durch Analyse und Interpretation bearbeitet? Sind die Ergebnisse nachvollziehbar hergeleitet? Im Hauptteil sollte jeder Abschnitt einen Beitrag zur Beantwortung der Forschungsfrage leisten. Mehr zum roten Faden findest du im verlinkten Artikel.
Vor der Abgabe: Exportiere dein Dokument als PDF und prüfe Formatierung, Literaturverzeichnis und Inhaltsverzeichnis. Wenn du deine Seminararbeit drucken lassen möchtest, findest du bei BachelorHero passende Optionen für Bindung und Papier.
Häufig gestellte Fragen
Wie erkenne ich beim Schreiben, ob ich gerade analysiere oder schon interpretiere?
Schnelltest: Beschreibst du, was im Material vorkommt und wie es funktioniert? Das ist Analyse. Erklärst du, was es bedeutet und warum es relevant ist? Das ist Interpretation. Prüfwörter helfen: „zeigt", „verwendet", „besteht aus" signalisieren Analyse. „verweist auf", „deutet darauf hin", „lässt sich schließen" signalisieren Interpretation. Markiere beim Überarbeiten farblich, welche Sätze welcher Ebene entsprechen.
Wie schreibe ich Interpretation in empirischen Seminararbeiten?
In empirischen Arbeiten trennst du Ergebnisse (Results) und Diskussion (Discussion). Im Ergebnisteil präsentierst du Daten neutral: Was haben die Befragten geantwortet? Welche Muster zeigen sich? In der Diskussion interpretierst du: Was bedeuten diese Muster für die Forschungsfrage? Wie ordnen sie sich in die Literatur ein? Welche Limitationen hat die Erhebung? Diese Trennung macht deine Arbeit nachvollziehbar.
Wie viele Belege oder Zitate brauche ich pro Interpretationspunkt?
Als Richtwert gilt: Jede zentrale Deutung braucht mindestens einen konkreten Beleg aus deinem Material. Bei strittigen Interpretationen sind zwei bis drei Belege sinnvoll. Bei quantitativen Arbeiten sehen Belege anders aus: Hier stützt du Interpretationen auf Kennwerte, Tabellen oder statistische Tests statt auf Zitate. Die erwartete Belegdichte variiert je nach Fach, Methode und Dozent. Prüfe die Vorgaben deines Seminars.
Was mache ich, wenn mehrere Interpretationen möglich sind?
Mehrere plausible Lesarten sind in der Wissenschaft normal und zeigen analytische Tiefe. Formuliere so: „Eine mögliche Lesart wäre X, da [Beleg]. Alternativ ließe sich argumentieren, dass Y, weil [Beleg]. Für die Forschungsfrage erscheint X überzeugender, weil..." Damit zeigst du Reflexionsfähigkeit und begründest transparent, warum du dich für eine Interpretation entscheidest.
Wie unterscheide ich Interpretation von persönlicher Meinung?
Der Unterschied liegt in der Begründung. Meinung: „Ich finde den Text gut." Interpretation: „Die wiederkehrende Lichtmetaphorik verweist auf Hoffnung, wie der Kontrast in Zeile 5 zeigt." Interpretationen sind nachvollziehbar hergeleitet, an Belege gebunden und für andere überprüfbar. Vermeide Formulierungen mit „ich finde" oder „meiner Meinung nach" und nutze stattdessen „die Analyse zeigt" oder „daraus lässt sich schließen".
Literaturrecherche durchführen
Folien Aufbau für die Präsentation
Vortrag zur Seminararbeit halten