Kalender 2026-01-17

Sperrvermerk Masterarbeit: Platzierung, Vorlage und Formulierung

Sperrvermerk einer Masterarbeit mit Vertraulichkeitshinweis und Unterschriftenfeld | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Ein Sperrvermerk schützt vertrauliche Inhalte deiner Masterarbeit vor unbefugter Einsicht. Hier bekommst du alle Details und zwei Vorlagen zum Kopieren.

Kurzantwort: Platzierung typischerweise nach dem Deckblatt. Inhalt: Titel, Unternehmensname, Sperrklausel, Sperrdauer (meist 2–5 Jahre). Unterschriften: du + Unternehmen (+ ggf. Prüfungsamt/Betreuung je nach Hochschule). Synonyme: Sperrfrist, Embargo. Vorgaben variieren, prüfe dein Prüfungsamt.

Auf einen Blick

Sperrvermerk Masterarbeit: Schützt vertrauliche Unternehmensdaten vor Veröffentlichung und Einsichtnahme durch Dritte. Übliche Sperrdauer zwei bis fünf Jahre. Unterschriften: du + Unternehmen (+ ggf. Prüfungsamt/Betreuung je nach Hochschule).

Was ist ein Sperrvermerk?

Ein Sperrvermerk ist eine schriftliche Erklärung, die den Zugang zu deiner Masterarbeit für einen bestimmten Zeitraum einschränkt. Die Arbeit wird zwar von deinen Prüfenden bewertet, bleibt aber für die Öffentlichkeit und die Hochschulbibliothek gesperrt. Was nach Ablauf der Sperrfrist passiert, variiert je nach Hochschule: Manche stellen die Arbeit dann zur Einsicht in der Bibliothek bereit, andere archivieren sie nur intern ohne aktive Veröffentlichung.

Der Sperrvermerk ist kein bürokratischer Selbstzweck. Er schützt legitime Interessen: Unternehmen möchten verhindern, dass Betriebsgeheimnisse, unveröffentlichte Forschungsergebnisse oder strategische Informationen öffentlich werden. Für dich bedeutet das: Du kannst mit echten Unternehmensdaten arbeiten und bekommst oft tieferen Einblick in Prozesse, als es sonst möglich wäre.

Sperrvermerk vs. Geheimhaltungsvereinbarung (NDA)

Ein häufiges Missverständnis: Sperrvermerk und NDA sind nicht dasselbe. Der Sperrvermerk regelt, wer deine Masterarbeit über die Hochschule einsehen oder veröffentlichen darf. Er ist ein Instrument des Hochschulprozesses und wirkt gegenüber Bibliothek, Prüfungsamt und potenziellen Lesenden.

Sperrvermerk vs. NDA: Unterschiede und Einsatz in der Masterarbeit | BachelorHero

Eine Geheimhaltungsvereinbarung (NDA) ist dagegen ein Vertrag zwischen dir und dem Unternehmen. Sie verpflichtet dich, bestimmte Informationen nicht an Dritte weiterzugeben, unabhängig davon, ob diese in deiner Arbeit stehen oder nicht. Die NDA wirkt also über die Masterarbeit hinaus und kann auch mündlich weitergegebene Informationen umfassen.

In der Praxis verlangen viele Unternehmen beides: eine NDA zu Beginn der Zusammenarbeit und einen Sperrvermerk für die fertige Arbeit. Manche Unternehmen halten eine NDA für ausreichend, andere bestehen nur auf dem Sperrvermerk. Kläre frühzeitig mit deinem Unternehmenskontakt, welche Dokumente erwartet werden. Deine Hochschule kann dir sagen, ob sie eine bestimmte Kombination empfiehlt oder vorschreibt.

Wann brauchst du einen Sperrvermerk?

Ein Sperrvermerk ist immer dann sinnvoll, wenn deine Arbeit vertrauliche Informationen enthält, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Das betrifft vor allem Masterarbeiten in Kooperation mit Unternehmen, aber auch Arbeiten mit sensiblen Forschungsdaten.

Checkliste für den Sperrvermerk: Unternehmen fragen, Hochschule informieren, Dauer festlegen, Unterschriften einholen | BachelorHero

Typische Situationen, in denen ein Sperrvermerk erforderlich oder sinnvoll ist:

  • Interne Unternehmenszahlen: Du analysierst Umsätze, Margen, Kostenstrukturen oder andere Finanzdaten, die nicht öffentlich sind. Diese Zahlen könnten Wettbewerbern Einblicke geben.
  • Konzepte und Prototypen: Du entwickelst etwas, das das Unternehmen später nutzen oder weiterentwickeln möchte. Ohne Sperrung könnten Dritte die Idee übernehmen.
  • Unveröffentlichte Produkte oder Strategien: Du hast Zugang zu Informationen über Produkte vor Markteinführung oder zu strategischen Planungen, die noch nicht kommuniziert wurden.
  • Kundendaten oder Prozesse: Du wertest interne Abläufe, Kundenlisten oder Lieferantenbeziehungen aus, die das Unternehmen schützen möchte.
  • Interviews mit Mitarbeitenden: Aussagen von Beschäftigten sollen nicht öffentlich werden, etwa weil sie interne Kritik oder sensible Einschätzungen enthalten.

Wichtig: Nicht jede Unternehmenskooperation erfordert automatisch einen Sperrvermerk. Wenn du ausschließlich mit öffentlich verfügbaren Daten arbeitest oder das Unternehmen keine Einwände gegen eine Veröffentlichung hat, brauchst du keinen. Kläre das frühzeitig mit deinem Unternehmenskontakt, idealerweise bevor du mit dem Schreiben beginnst.

Wo gehört der Sperrvermerk hin?

Der Sperrvermerk steht typischerweise nach dem Deckblatt und vor allen inhaltlichen Teilen deiner Arbeit. Die genaue Position variiert je nach Hochschule, aber die Reihenfolge Deckblatt, Sperrvermerk, ggf. Abstract, dann Inhaltsverzeichnis ist am verbreitetsten.

Position des Sperrvermerks in der Masterarbeit zwischen Deckblatt und Inhaltsverzeichnis | BachelorHero

Die Seitenzählung beim Sperrvermerk ist uneinheitlich geregelt: Manche Hochschulen wünschen keine Seitenzahl, andere zählen ihn mit römischen Ziffern im Vortext mit. Der Sperrvermerk taucht üblicherweise nicht im Inhaltsverzeichnis auf. Er gehört zu den sogenannten Vortexten, die vor dem eigentlichen Textteil stehen. Manche Prüfungsämter möchten den Sperrvermerk zusätzlich als separates Dokument eingereicht haben.

Tipp: Wenn deine Hochschule eine eigene Vorlage für den Sperrvermerk bereitstellt, nutze diese. Das erspart dir Rückfragen und stellt sicher, dass alle formalen Anforderungen erfüllt sind. Die Vorgaben deines Prüfungsamts haben immer Vorrang vor allgemeinen Empfehlungen.

Sperrvermerk Masterarbeit: Vorlage zum Kopieren

Die folgenden Vorlagen kannst du direkt übernehmen und an deine Situation anpassen. Ersetze die Angaben in eckigen Klammern durch deine eigenen Daten. Wähle die Variante, die zu den Anforderungen deines Unternehmens passt. Die Struktur entspricht den gängigen Anforderungen deutscher Hochschulen.

Vorlage A: Standard-Sperrvermerk

Sperrvermerk

Die vorliegende Masterarbeit mit dem Titel „[Titel der Arbeit]" enthält vertrauliche Informationen der Firma [Unternehmensname]. Eine Weitergabe des Inhalts an unbefugte Dritte sowie eine Veröffentlichung der Arbeit, auch auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung der Firma [Unternehmensname] nicht gestattet.

Die Masterarbeit ist ausschließlich den Gutachtern, den Mitgliedern des Prüfungsausschusses sowie dem Prüfungsamt zugänglich zu machen. Die für den Prüfungsprozess und die Archivierung notwendigen Exemplare dürfen angefertigt werden.

Die Sperrfrist beträgt [Anzahl] Jahre ab dem Datum der Abgabe ([Abgabedatum]).

[Ort], den [Datum]

[Dein Name]

[Name, Position im Unternehmen]

Vorlage B: Striktere Variante

Sperrvermerk

Die vorliegende Masterarbeit mit dem Titel „[Titel der Arbeit]" enthält vertrauliche und geschäftskritische Informationen der Firma [Unternehmensname]. Die Weitergabe des Inhalts der Arbeit und eventuell beiliegender Zeichnungen und Daten im Gesamten oder in Teilen an unbefugte Dritte ist grundsätzlich untersagt.

Die Masterarbeit ist nur den Gutachtern, den Mitgliedern des Prüfungsausschusses sowie dem Prüfungsamt zugänglich zu machen. Kopien dürfen ausschließlich für den Prüfungsprozess und die vorgeschriebene Archivierung durch die Hochschule angefertigt werden. Eine darüber hinausgehende Vervielfältigung und Veröffentlichung der Masterarbeit, auch auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung der Firma [Unternehmensname] nicht gestattet.

Die Sperrfrist beträgt [Anzahl] Jahre ab dem Datum der Abgabe ([Abgabedatum]).

[Ort], den [Datum]

[Dein Name]

[Name, Position im Unternehmen]

Welche Variante wählen? Die Standard-Variante A reicht für die meisten Kooperationen aus. Sie schützt vor unbefugter Weitergabe und Veröffentlichung, erlaubt aber explizit die für den Prüfungsprozess notwendigen Kopien. Variante B ist für Unternehmen gedacht, die besonderen Wert auf eine restriktive Formulierung legen. Beide Varianten stellen klar, dass Prüfende Zugang haben, damit deine Arbeit bewertet werden kann.

Aufbau eines Sperrvermerks mit den Bestandteilen Titel, Begründung, Sperrdauer und Unterschriften | BachelorHero

Ein vollständiger Sperrvermerk enthält mehrere Kernelemente: den Titel deiner Arbeit, den Namen des Unternehmens, die Sperrklausel mit den geltenden Einschränkungen, die explizite Ausnahme für Prüfende und Prüfungsamt, die Sperrdauer mit Datum sowie Unterschriftenfelder. Die Formulierung sollte sachlich und präzise sein. Vermeide vage Aussagen wie „gewisse Informationen" und benenne stattdessen konkret, dass vertrauliche Unternehmensdaten enthalten sind.

Sperrdauer festlegen

Die Sperrdauer ist Verhandlungssache zwischen dir, dem Unternehmen und der Hochschule. Üblich sind Zeiträume von zwei bis fünf Jahren. Manche Hochschulen haben Obergrenzen, häufig liegt diese bei fünf Jahren. In seltenen Fällen sind auch kürzere oder längere Fristen möglich.

Bei der Festlegung der Dauer solltest du mehrere Faktoren berücksichtigen: Wie schnell veralten die Informationen? Bei technischen Themen können zwei bis drei Jahre ausreichen, weil sich Produkte und Prozesse ohnehin weiterentwickeln. Bei strategischen Informationen oder langfristigen Projekten sind längere Fristen angemessen.

Wichtig für dich: Bedenke, dass du während der Sperrfrist deine Arbeit nicht veröffentlichen oder für Bewerbungen vollständig teilen kannst. Du kannst Thema und Ergebnisse beschreiben, aber die vollständige Arbeit bleibt unter Verschluss. Wenn dir eine spätere Veröffentlichung wichtig ist, verhandle eine möglichst kurze Sperrfrist.

Sperrdauer: Typische Zeiträume

2 Jahre: Häufig bei technischen Themen mit schnellem Innovationszyklus oder wenn nur wenige sensible Daten enthalten sind.

3 Jahre: Standardzeitraum für viele Unternehmenskooperationen. Bietet ausreichend Schutz, ohne unnötig lang zu sperren.

5 Jahre: Bei besonders sensiblen Daten, langfristigen Strategien oder unveröffentlichten Forschungsergebnissen. Oft das Maximum, das Hochschulen akzeptieren.

Unterschriften und Formalitäten

Der Sperrvermerk wird in der Regel von mehreren Parteien unterschrieben. Du selbst unterschreibst als Verfasserin oder Verfasser der Arbeit. Das Unternehmen bestätigt durch die Unterschrift einer bevollmächtigten Person, dass die Sperrung gewünscht ist und die genannten Daten tatsächlich vertraulich sind.

Ob die Hochschule ebenfalls unterschreiben muss, variiert. Manche Prüfungsämter verlangen eine zusätzliche Bestätigung durch die Betreuungsperson oder eine Genehmigung des Sperrvermerks durch die Fakultät. Andere akzeptieren den Sperrvermerk ohne hochschulseitige Unterschrift. Kläre das frühzeitig mit deinem Prüfungsamt.

Praktischer Ablauf: Idealerweise holst du die Unterschrift des Unternehmens ein, bevor du deine Arbeit abgibst. Schicke dem Unternehmen den ausgefüllten Sperrvermerk rechtzeitig zu und plane Zeit für den Postweg oder interne Genehmigungsprozesse ein. Kurz vor der Abgabe wird es oft hektisch, daher lieber früher als später.

Tipp: Digitale Unterschriften

Viele Hochschulen akzeptieren inzwischen digitale Unterschriften. Frage vorher nach, ob eine qualifizierte elektronische Signatur ausreicht oder ob eine handschriftliche Unterschrift auf dem Original erforderlich ist. Das kann dir Zeit sparen, besonders wenn das Unternehmen an einem anderen Standort sitzt.

Häufige Fehler vermeiden

Bei der Erstellung des Sperrvermerks passieren immer wieder dieselben Fehler. Mit diesen Hinweisen kannst du die häufigsten Stolperstellen umgehen:

Falsche oder fehlende Zeichnungsberechtigung: Die Unterschrift eines Praktikumsbetreuers oder Abteilungsmitarbeiters reicht oft nicht aus. Kläre vorab, wer im Unternehmen befugt ist, solche formal relevanten Dokumente zu unterzeichnen. Typischerweise sind das Abteilungsleitungen, Prokuristen oder Geschäftsführende.

Sperrdauer ohne Hochschulfreigabe: Das Unternehmen wünscht sechs Jahre Sperrfrist, aber deine Hochschule erlaubt maximal fünf. Prüfe zuerst die Obergrenzen deines Prüfungsamts, bevor du dem Unternehmen eine Zusage machst. Sonst musst du nachverhandeln.

Sperrvermerk im Inhaltsverzeichnis: Der Sperrvermerk gehört in der Regel nicht ins Inhaltsverzeichnis. Er ist üblicherweise ein Vortext wie das Deckblatt. Prüfe die Vorgaben deiner Hochschule, aber an den meisten Fakultäten ist ein Eintrag im Inhaltsverzeichnis unüblich und kann unprofessionell wirken.

Zu harte Formulierungen: Sätze wie „Jegliche Kopie ist verboten" sind unpraktikabel, weil Prüfende und das Prüfungsamt Exemplare benötigen. Formuliere immer eine explizite Ausnahme für den Prüfungsprozess und die Archivierung, sonst entsteht ein Widerspruch.

Fehlende Regelung zu Prüfexemplaren: Manche Hochschulen verlangen mehrere gebundene Exemplare. Der Sperrvermerk muss klarstellen, dass diese angefertigt werden dürfen. Sonst könnte das Unternehmen theoretisch Einwände erheben.

Nächster Schritt: Sperrvermerk einreichen

Du hast jetzt alle Informationen, um deinen Sperrvermerk zu erstellen. Die folgende Schrittfolge hilft dir, nichts zu vergessen:

Checkliste: Sperrvermerk einreichen
1

Hochschulvorgaben prüfen: Hat dein Prüfungsamt eine eigene Vorlage? Welche Sperrdauer ist maximal erlaubt? Wird der Sperrvermerk als separates Dokument verlangt?

2

Mit Unternehmen abstimmen: Welche Sperrdauer wünscht das Unternehmen? Wer ist zeichnungsbefugt? Wird zusätzlich eine NDA benötigt?

3

Vorlage ausfüllen: Titel, Unternehmensname, Sperrdauer und Abgabedatum eintragen. Passende Variante wählen.

4

Unterschriften einholen: Plane Zeit ein. Das Unternehmen braucht oft interne Freigaben. Kläre, ob digitale Signaturen akzeptiert werden.

5

Sperrvermerk in Arbeit integrieren: Position nach dem Deckblatt. Seitenzählung gemäß Hochschulvorgabe.

6

Beim Prüfungsamt einreichen: Frist beachten. Manche Ämter wollen den Sperrvermerk vor oder mit der Abgabe, nicht erst danach.

Denke daran: Der Sperrvermerk schützt vertrauliche Informationen, aber er ändert nichts an den wissenschaftlichen Anforderungen deiner Arbeit. Deine Einleitung, dein Hauptteil und dein Fazit müssen genauso fundiert sein wie bei jeder anderen Masterarbeit.

Druckfertig machen: Wenn alles geschrieben und korrigiert ist, exportiere dein Dokument als PDF. Prüfe, ob der Sperrvermerk an der richtigen Stelle steht und alle Unterschriften vorhanden sind. Ein letzter Blick auf Formatierung, Literaturverzeichnis und eidesstattliche Erklärung schadet nie. Für den Druck deiner fertigen Arbeit findest du bei BachelorHero verschiedene Bindungsoptionen.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Sperrvermerk rechtlich bindend?

Die rechtliche Wirkung hängt von der Prüfungsordnung deiner Hochschule und ggf. separaten Vereinbarungen ab. Der Sperrvermerk selbst ist kein Vertrag im klassischen Sinn, sondern regelt primär die Einsichtnahme und Veröffentlichung über die Hochschule. Für eine weitergehende vertragliche Absicherung gegenüber Dritten ist oft eine zusätzliche Geheimhaltungsvereinbarung (NDA) zwischen dir und dem Unternehmen sinnvoll.

Wer unterschreibt den Sperrvermerk?

Typischerweise unterschreiben zwei bis drei Parteien: du als Verfasserin oder Verfasser, eine zeichnungsberechtigte Person des Unternehmens (oft Abteilungsleitung oder Geschäftsführung) und je nach Hochschule auch deine Betreuungsperson oder das Prüfungsamt. Kläre vorab mit dem Unternehmen, wer intern befugt ist, solche Dokumente zu unterschreiben.

Was passiert, wenn ich den Sperrvermerk vergesse?

Ohne Sperrvermerk kann deine Arbeit nach der Abgabe in der Hochschulbibliothek öffentlich zugänglich werden. Das genaue Vorgehen und die Fristen für eine nachträgliche Sperrung variieren je nach Hochschule. Falls dir das erst nach der Abgabe auffällt: Kontaktiere sofort dein Prüfungsamt und das Unternehmen. Viele Hochschulen ermöglichen eine nachträgliche Sperrung, wenn du schnell handelst und alle Unterschriften nachreichst.

Brauche ich zusätzlich eine Geheimhaltungsvereinbarung (NDA)?

Das hängt von den Anforderungen des Unternehmens ab. Der Sperrvermerk schützt vor Veröffentlichung durch die Hochschule. Eine NDA regelt darüber hinaus deine vertragliche Pflicht zur Geheimhaltung gegenüber Dritten. Viele Unternehmen verlangen beides, manche nur eines. Kläre das frühzeitig mit deinem Unternehmenskontakt.

Wie lange gilt ein Sperrvermerk typischerweise?

Die Sperrdauer liegt meist zwischen zwei und fünf Jahren. Manche Hochschulen haben Obergrenzen, häufig bei fünf Jahren. Das Unternehmen und die Hochschule müssen der Dauer zustimmen. Was nach Ablauf passiert, variiert: Manche Hochschulen stellen die Arbeit dann in der Bibliothek zur Einsicht bereit, andere archivieren sie nur intern.

Kann ich eine anonymisierte Version veröffentlichen?

Das ist möglich, wenn das Unternehmen schriftlich zustimmt. Wichtig: Auch bei einer „anonymisierten" Fassung können NDA-Klauseln oder andere Vertraulichkeitsvereinbarungen weiterhin gelten. Kläre deshalb schriftlich mit dem Unternehmen, was genau als „anonymisiert" gilt und welche Teile freigegeben werden. Für eine Veröffentlichung über die Hochschule (Repository, Bibliothek) benötigst du zusätzlich deren Zustimmung.

Darf ich Ergebnisse im Lebenslauf oder im Kolloquium nutzen?

Im Kolloquium darfst du deine Arbeit typischerweise vorstellen, da die Prüfenden ohnehin Zugang haben. Für den Lebenslauf kannst du Thema und Methodik nennen, ohne vertrauliche Details preiszugeben. Frage im Zweifel beim Unternehmen nach, welche Informationen du extern kommunizieren darfst.

Beeinflusst ein Sperrvermerk meine Note?

Nein, ein Sperrvermerk hat keinen Einfluss auf die Bewertung deiner Arbeit. Die Prüfenden bewerten den wissenschaftlichen Inhalt unabhängig davon, ob die Arbeit gesperrt ist. Der Sperrvermerk regelt nur die spätere Zugänglichkeit für Dritte.

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