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Argumentation in der Hausarbeit bedeutet: Du stellst eine Behauptung auf und belegst sie mit Gründen und Quellen, um deine Fragestellung überzeugend zu beantworten. Der Workflow pro Absatz: These, Begründung, Beleg, Schlussfolgerung.
- ☐ These: Habe ich eine klare Behauptung formuliert?
- ☐ Begründung: Erkläre ich, warum die These zutrifft?
- ☐ Beleg: Stütze ich die Begründung mit einer Quelle oder eigenen Daten?
- ☐ Schlussfolgerung: Ziehe ich ein Fazit für meine Fragestellung?
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Beleg fehlt → Quelle suchen oder These abschwächen.
Schlussfolgerung fehlt → einen Satz „Daraus folgt..." ergänzen.
Was bedeutet Argumentation in der Hausarbeit?
Argumentation ist das Herzstück jeder wissenschaftlichen Arbeit. Du stellst eine Behauptung auf und lieferst Gründe und Belege, warum diese Behauptung zutrifft. Das unterscheidet wissenschaftliches Schreiben von bloßen Meinungsäußerungen: Nicht was du denkst zählt, sondern wie gut du es begründen kannst.
In einer Hausarbeit ziehen sich mehrere Argumente durch den Text zur Beantwortung deiner Fragestellung. Jedes Kapitel enthält typischerweise mehrere Argumente, die aufeinander aufbauen. Am Ende führst du die Argumentationsstränge im Fazit zusammen und beantwortest die Ausgangsfrage.
Gute Argumentation ist nachvollziehbar. Wer deine Arbeit liest, soll verstehen können, wie du von A nach B kommst. Das gelingt, wenn du jeden Gedankenschritt offenlegst und mit Quellen absicherst. Lücken in der Argumentation fallen Dozierenden auf, weil die logische Kette dann nicht mehr trägt.
Argumentation vs. Beschreibung, Analyse und Erörterung
Nicht jeder Text in einer Hausarbeit ist automatisch argumentativ. Es lohnt sich, die Unterschiede zu kennen, denn viele Studierende beschreiben, wo sie argumentieren sollten.
Beschreibung
„Die Studie umfasst 500 Teilnehmende aus drei Altersgruppen."
Analyse
„Die Daten zeigen einen signifikanten Unterschied zwischen Altersgruppe A und B (p < .05)."
Argumentation
„Der Altersunterschied legt nahe, dass Erfahrung eine Rolle spielt. Das stützt die These von Müller (2021)..."
Erörterung
„Einerseits spricht X dafür, andererseits Y dagegen. Abwägend überwiegt Position X, weil..."
Der Hauptunterschied liegt im Anspruch. Bei einer Beschreibung bleibst du neutral, bei einer Analyse interpretierst du Daten. Beim Argumentieren vertrittst du eine Position und musst sie verteidigen. Erörterung und Argumentation sind eng verwandt: Beide führen zu einem begründeten Standpunkt. Der Unterschied: Argumentation stützt zielgerichtet eine These, Erörterung wägt erst systematisch ab und entwickelt das Urteil aus der Abwägung.
In den meisten Hausarbeiten brauchst du mehrere dieser Ebenen. Die Daumenregel für den Hauptteil: Erst beschreibst oder analysierst du, dann ordnest du argumentativ ein. Die Frage „Was bedeutet das für meine Fragestellung?" sollte nach jeder Analyse beantwortet werden.
Typischer Fehler: Viele Studierende analysieren gründlich, vergessen aber die argumentative Einordnung. „Was bedeutet das für meine These?" bleibt unbeantwortet. Achte darauf, nach jeder Analyse den Bogen zu deiner Fragestellung zu schlagen.
Die vier Bausteine einer Argumentation
Ein vollständiges Argument enthält vier Elemente. Im Fließtext können diese ineinander übergehen oder implizit bleiben, aber sie sollten für Lesende rekonstruierbar sein. Die Reihenfolge kann variieren, je nach Fach und Kontext. Prüfe im Zweifel die Vorgaben deines Studiengangs.
Die These ist deine zentrale Behauptung, die du im Absatz vertrittst. Sie muss klar und überprüfbar sein. „Die Digitalisierung ist wichtig" ist keine These, sondern eine Allgemeinheit. Besser: „Die Digitalisierung führt zu einer Zunahme von Homeoffice in wissensbasierten Berufen."
Die Begründung erklärt, warum deine These zutrifft. Sie liefert die logische Verbindung zwischen Behauptung und Beleg. Ohne Begründung fehlt der Zusammenhang: Du stellst dann nur eine Behauptung neben ein Zitat, ohne zu erklären, warum das eine das andere stützt.
Der Beleg untermauert deine Begründung mit Fakten, Daten oder Zitaten aus wissenschaftlichen Quellen. Ein Beleg ohne Quellenangabe ist kein Beleg. Achte darauf, dass du den Beleg einordnest: Nicht das Zitat allein überzeugt, sondern deine Erklärung, was es für deine Argumentation bedeutet.
Die Schlussfolgerung zieht das Fazit aus These, Begründung und Beleg. Sie verknüpft das Argument mit deiner übergeordneten Fragestellung. Ohne Schlussfolgerung bleibt unklar, was das Argument für deine Arbeit leistet. Dozierende fragen dann: „Und was folgt daraus?"
So baust du Argument-Ketten im Kapitel
Ein Kapitel besteht aus mehreren Absätzen, die jeweils ein Kernargument entwickeln. Die Faustregel lautet: Ein Absatz, ein Argument. Ausnahmen gibt es bei komplexen Argumenten, die mehr Platz brauchen, oder bei Übergangsabsätzen, die Kapitel verbinden. Prüfe auch hier die Konventionen deines Fachs.
„[Deine Behauptung zum Teilaspekt dieses Absatzes]."
„Dies lässt sich damit erklären, dass [logische Verbindung]. [Weitere Erklärung, falls nötig]."
„[Autor Jahr] zeigt, dass [Befund/Zitat]. Diese Ergebnisse stützen die Annahme, dass [Bezug zur These]."
„Damit zeigt sich, dass [Mini-Fazit]. Daraus ergibt sich die Frage, [Überleitung zum nächsten Absatz]."
Der Topic Sentence am Absatzanfang ist entscheidend. Er verrät Lesenden sofort, worum es geht. Wer nur die ersten Sätze jedes Absatzes liest, sollte den roten Faden deiner Argumentation erkennen können. Vermeide Einstiege wie „Zunächst soll..." oder „Es ist zu beachten, dass..." ohne klare Aussage.
Übergänge zwischen Absätzen machen die Argumentationskette sichtbar. Nutze Formulierungen wie „Daraus ergibt sich...", „Dies führt zur Frage...", „Im nächsten Schritt..." oder „Aufbauend auf diesem Befund...". So erkennen Lesende, wie die Argumente zusammenhängen.
Induktiv oder deduktiv argumentieren
Je nach Thema und Methodik wählst du eine Argumentationsrichtung. Beide haben ihre Berechtigung, und du kannst sie innerhalb einer Hausarbeit auch kombinieren. Welche Richtung üblich ist, hängt oft vom Fachbereich ab.
Vom Einzelfall zum Allgemeinen: Du sammelst Beobachtungen, Daten oder Beispiele und leitest daraus eine allgemeine Aussage ab.
Beispiel: „In Unternehmen A, B und C hat die Einführung von Homeoffice die Mitarbeiterzufriedenheit erhöht. Daraus lässt sich schließen..."
Typisch für: Empirische Arbeiten, Fallstudien, qualitative Forschung.
Vom Allgemeinen zum Einzelfall: Du startest mit einer etablierten Theorie oder Regel und wendest sie auf einen konkreten Fall an.
Beispiel: „Herzbergs Zwei-Faktoren-Theorie besagt, dass Arbeitsbedingungen Hygienefaktoren sind. Homeoffice verbessert die Arbeitsbedingungen..."
Typisch für: Theoriegeleitete Arbeiten, Literaturanalysen, konzeptionelle Hausarbeiten.
Welche Richtung passt zu dir? Wenn du mit eigenen Daten arbeitest oder Fallbeispiele analysierst, ist induktives Vorgehen naheliegend. Wenn du bestehende Theorien auf einen neuen Kontext anwendest, argumentierst du eher deduktiv. Viele Hausarbeiten kombinieren beide Ansätze: Du leitest eine Hypothese deduktiv aus der Theorie ab und prüfst sie induktiv an Beispielen.
Zwei vollständige Beispiele aus verschiedenen Fächern
Wie sieht ein vollständiges Argument im Fließtext aus? Hier zwei Beispiele aus unterschiedlichen Disziplinen. Achte darauf, wie alle vier Bausteine ineinander übergehen und wie der Stil je nach Fach variiert. Die Quellenangaben sind beispielhaft und zeigen nur die Struktur. Ersetze sie durch deine eigene Literatur.
These Die Einführung von Homeoffice-Regelungen kann die Mitarbeiterbindung in Unternehmen stärken. Begründung Flexible Arbeitsmodelle signalisieren Vertrauen gegenüber den Beschäftigten... Beleg Eine Metaanalyse von Gajendran und Harrison (2007) zeigt... Schlussfolgerung Diese Befunde stützen die Annahme, dass Unternehmen durch Homeoffice-Angebote qualifizierte Mitarbeitende länger binden können.
These In Kafkas „Die Verwandlung" dient der Raum als Spiegel der sozialen Isolation Gregor Samsas. Begründung Gregors Zimmer wird im Verlauf der Erzählung sukzessive von Möbeln befreit... Beleg Bereits nach der ersten Transformation bemerkt der Erzähler... Schlussfolgerung Die räumliche Gestaltung ist damit nicht bloße Kulisse, sondern narratives Mittel...
In beiden Beispielen folgen die Bausteine erkennbar aufeinander, auch wenn die Übergänge fließend sind. Im literaturwissenschaftlichen Beispiel ist der Beleg zweigeteilt: ein Primärtext-Zitat plus eine Sekundärquelle. Das ist in Textwissenschaften üblich. Der wissenschaftliche Schreibstil variiert je nach Fach, aber die argumentative Grundstruktur bleibt dieselbe.
Gegenargumente souverän einbinden
Wer Gegenargumente kennt und entkräftet, zeigt wissenschaftliche Reife. Das Ignorieren naheliegender Einwände macht deine Arbeit angreifbar. Aber wann musst du Gegenargumente einbinden, und wie machst du das überzeugend?
- ☐ Die Gegenposition ist in der Forschung etabliert oder viel zitiert.
- ☐ Kritische Lesende würden den Einwand sofort bemerken.
- ☐ Deine These ist kontrovers und wird unterschiedlich bewertet.
Wenn keiner dieser Punkte zutrifft, kannst du auf Gegenargumente verzichten. Bei zentralen Thesen deiner Arbeit lohnt sich die Auseinandersetzung aber fast immer, weil sie deine Argumentation stärkt.
Die Quellenangaben sind beispielhaft und zeigen nur die Struktur.
Konzession (Zwar... jedoch...)
„Zwar ließe sich einwenden, dass Homeoffice die Teamkommunikation erschwert. Jedoch zeigen Studien, dass digitale Tools diesen Nachteil weitgehend kompensieren können (vgl. Berger 2022)."
Abwägung (Einerseits... andererseits...)
„Einerseits betont Schmidt (2020), dass Präsenzarbeit den Wissenstransfer fördert. Andererseits belegt Weber (2023)... Da die untersuchten Tätigkeiten überwiegend Routinecharakter haben, überwiegen hier die Vorteile."
Warnung vor Strohmann-Entkräftung: Stelle das Gegenargument fair dar. Wenn du eine Position absichtlich schwächer formulierst, um sie leichter widerlegen zu können, fällt das auf. Gute Wissenschaft bedeutet, sich mit den stärksten Einwänden auseinanderzusetzen, nicht mit den schwächsten.
Typische Fehler erkennen und korrigieren
Behauptungen ohne Beleg sind der häufigste Fehler. Du schreibst, dass etwas so ist, lieferst aber keinen Nachweis. Reparatur: Ergänze nach jeder zentralen Aussage einen Quellenbeleg. Wenn du keine passende Quelle findest, formuliere die Aussage vorsichtiger oder streiche sie.
Logische Sprünge entstehen, wenn zwischen These und Schlussfolgerung Schritte fehlen. Reparatur: Lies den Absatz laut vor und frag dich bei jedem Satz: Folgt das logisch aus dem vorherigen? Wenn nicht, füge einen erklärenden Zwischensatz ein.
Zirkelschlüsse passieren, wenn du deine These als Begründung verwendest. Reparatur: Prüfe, ob deine Begründung einen neuen Gedanken enthält. „Homeoffice ist vorteilhaft, weil es Vorteile bietet" ist kein Argument. „Homeoffice ist vorteilhaft, weil es die Pendelzeit reduziert" schon.
Verallgemeinerungen ohne Grundlage schwächen deine Argumentation. Reparatur: Ersetze „alle", „nie" oder „immer" durch „häufig", „in vielen Fällen" oder „die untersuchten Beispiele zeigen". So bleibst du wissenschaftlich korrekt.
Fehlende Schlussfolgerung lässt Lesende ratlos zurück. Reparatur: Beende jeden argumentativen Absatz mit einem Satz, der das Ergebnis zusammenfasst und den Bezug zur Fragestellung herstellt. „Daraus folgt..." oder „Dies stützt die These, dass..."
Vorgaben variieren: Wie streng die vier Bausteine sichtbar sein müssen, hängt von Fach und Dozent ab. Prüfe den Leitfaden deines Studiengangs und frag im Zweifel nach.
Abschluss-Check: Von der Argumentation zum fertigen Text
Bevor du deine Hausarbeit abgibst, prüfe die Argumentationsqualität systematisch. Dieser Check dauert etwa eine Stunde, verbessert aber die Qualität deutlich.
- ☐ Die meisten argumentativen Absätze haben einen Topic Sentence.
- ☐ Zentrale Aussagen sind mit Quellen belegt und eingeordnet.
- ☐ Schlussfolgerungen sind für Lesende klar erkennbar.
- ☐ Die Übergänge zeigen den logischen Zusammenhang.
- ☐ Naheliegende Gegenargumente sind adressiert.
- ☐ Zitate sind korrekt zitiert und eingeordnet.
Nach der inhaltlichen Prüfung kommt die Korrektur von Sprache und Formatierung. Exportiere das Dokument als PDF und prüfe Seitenränder, Seitenzahlen sowie Deckblatt und Verzeichnisse.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Argument und Meinung?
Ein Argument besteht aus einer Behauptung plus Begründung und Beleg. Eine Meinung ist nur eine Behauptung ohne Nachweis. In wissenschaftlichen Arbeiten zählen nur Argumente, keine bloßen Meinungen.
Wie viele Argumente brauche ich pro Kapitel?
Das hängt von der Fragestellung und den Vorgaben deines Fachbereichs ab. Qualität geht vor Quantität. Ein gut ausgearbeitetes Argument mit sauberer Begründung und Beleg ist wertvoller als drei oberflächliche. Orientiere dich an deiner These und prüfe, ob sie ausreichend gestützt ist.
Wie baue ich einen Absatz auf, wenn ich zwei Quellen gegeneinander abwäge?
Beginne mit deiner These, dann stelle Position A mit Beleg vor. Leite mit „Demgegenüber argumentiert..." zu Position B über. Schließe mit deiner begründeten Einschätzung, welche Position überzeugender ist und warum. So bleibt dein Standpunkt erkennbar, obwohl du beide Seiten zeigst.
Wo gehört die Einordnung des Zitats hin: vor oder nach dem Zitat?
Die Einordnung kommt in der Regel danach. Erst zitierst du, dann erklärst du, was das Zitat für deine Argumentation bedeutet. Ausnahme: Wenn du das Zitat kontextualisieren musst (etwa historisch einordnen), kannst du einen kurzen Satz voranstellen.
Wie argumentiere ich, wenn die Forschungsliteratur uneinig ist?
Stelle die Kontroverse transparent dar: „Während Autor A argumentiert, dass X, vertritt Autor B die Position Y." Dann begründe, welcher Position du dich anschließt und warum. Alternativ kannst du eine vermittelnde Position entwickeln, die beide Perspektiven integriert.
Wie erkenne ich ein schwaches Argument?
Schwache Argumente erkennst du an fehlenden Belegen, Verallgemeinerungen ohne Nachweis, emotionaler Sprache statt Sachlichkeit oder logischen Sprüngen. Prüfe jedes Argument mit der Frage: Würde das auch jemanden überzeugen, der anderer Meinung ist?
Muss ich jede Behauptung mit einer Quelle belegen?
Nicht jede, aber alle zentralen Aussagen. Allgemeinwissen wie historische Daten musst du nicht belegen. Spezifische Fakten, Forschungsergebnisse und Theorien brauchen einen Beleg. Im Zweifel lieber einmal mehr zitieren. Prüfe dazu auch die Vorgaben deines Fachbereichs.
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