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Wissenschaftlicher Schreibstil in der Hausarbeit: Regeln, Schnellcheck und Umform-Tipps

Wissenschaftlicher Schreibstil in der Hausarbeit: Tipps und Beispiele | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Der wissenschaftliche Schreibstil unterscheidet deine Hausarbeit von einem Schulaufsatz. Die Kurzformel: Behaupten erfordert Belegen, wertende Sprache wird zur begründeten Einordnung, Alltagssprache weicht präziser Fachsprache. Hier bekommst du konkrete Umform-Regeln, einen Schnellcheck für jeden Absatz und Vorher-Nachher-Beispiele, mit denen du deinen Text direkt verbessern kannst.

Hinweis: Alle Autorennamen und Jahreszahlen in den Beispielen dieses Artikels sind fiktiv und dienen nur der Veranschaulichung.

Auf einen Blick

Wissenschaftlicher Schreibstil heißt: (1) Aussagen belegen statt behaupten, (2) präzise statt vage formulieren, (3) sachlich einordnen statt werten. In der Regel enthält ein guter Absatz eine Aussage, einen Beleg und eine Einordnung. Die konkreten Konventionen variieren je nach Fachbereich und Lehrstuhl.

Was ist wissenschaftlicher Schreibstil?

Wissenschaftlicher Schreibstil ist eine Form des Schreibens, die auf Nachvollziehbarkeit ausgerichtet ist. Anders als in journalistischen Texten oder persönlichen Essays steht nicht deine Meinung im Vordergrund, sondern die Darstellung von Sachverhalten, Argumenten und Forschungsergebnissen. Das Ziel: Andere sollen deine Gedanken prüfen und weiterdenken können.

Die Funktion ist einfach: Du zeigst, woher du etwas weißt, warum du etwas annimmst und wie sicher deine Schlussfolgerung ist. Das klingt einschränkend, gibt dir aber einen klaren Rahmen für deine Einleitung und den gesamten Text. Wie streng die Regeln im Detail sind, hängt von deinem Fach ab. Naturwissenschaftliche Arbeiten sind oft formaler als geisteswissenschaftliche. Im Zweifel orientierst du dich an Beispielarbeiten aus deinem Lehrstuhl.

Die drei Grundprinzipien

Wissenschaftlicher Schreibstil: Vorher-Nachher-Beispiele für Präzision, Nachvollziehbarkeit und sachliche Einordnung | BachelorHero

Drei Grundprinzipien prägen den wissenschaftlichen Schreibstil. Sie helfen dir, jeden Satz und jeden Absatz auf Qualität zu prüfen. Die Prinzipien gelten fachübergreifend, auch wenn die konkrete Umsetzung je nach Disziplin variiert.

Prinzip 1: Präzision

Sage genau, was du meinst. Vermeide vage Formulierungen wie „irgendwie", „gewissermaßen" oder „mehr oder weniger". Ersetze Verstärker wie „sehr wichtig" durch konkrete Begründungen.

Vorher

„Der Effekt war sehr groß."

Nachher

„Der Effekt lag bei 0,8 Standardabweichungen, was als großer Effekt gilt."

Prinzip 2: Nachvollziehbarkeit

Belege deine Aussagen. Jede Behauptung, die über Allgemeinwissen hinausgeht, braucht eine Quelle. Zeige, woher du etwas weißt, damit Lesende es überprüfen können.

Vorher

„Studien zeigen, dass Social Media Jugendliche beeinflusst."

Nachher

„Hoffmann (2022) fand einen Zusammenhang zwischen täglicher Social-Media-Nutzung und Schlafqualität bei 14- bis 18-Jährigen."

Prinzip 3: Sachliche Einordnung

Trenne Fakten von Bewertungen. Wenn du eine Einschätzung gibst, kennzeichne sie als solche und begründe sie. Vermeide emotionale Sprache und Superlative. Die Stärke einer Argumentation zeigt sich in der Substanz, nicht in Adjektiven.

Vorher

„Diese bahnbrechende Studie beweist eindeutig, dass..."

Nachher

„Die Studie von Berger (2021) liefert Hinweise darauf, dass... Die Generalisierbarkeit ist aufgrund der kleinen Stichprobe (n=45) eingeschränkt."

Fachbegriffe richtig einführen

Fachbegriffe zeigen, dass du die Sprache deines Fachs beherrschst. Aber falsch eingesetzt wirken sie aufgesetzt oder machen deinen Text unverständlich. Vier Regeln helfen dir, die Balance zu finden.

Regel 1: Bei Erstnennung erklären

Führe jeden Fachbegriff bei der ersten Verwendung ein, entweder durch eine kurze Definition oder einen erklärenden Nebensatz.

Beispiel

„Die kognitive Dissonanz, also das unangenehme Gefühl bei widersprüchlichen Überzeugungen, beeinflusst laut Berger (2019) Kaufentscheidungen."

Regel 2: Fachbegriff nur wenn präziser

Verwende einen Fachbegriff nur, wenn er mehr sagt als ein Alltagswort. „Operationalisierung" ist präziser als „Messbarmachung", aber „finalisieren" ist nicht besser als „abschließen".

Faustregel Wenn ein einfaches Wort denselben Inhalt transportiert, wähle das einfache Wort.

Regel 3: Konsistent bleiben

Wenn du dich für einen Begriff entscheidest, bleibe dabei. Wechsle nicht zwischen Varianten, wenn es sich um einen zentralen Fachbegriff handelt.

Beispiel

Begriffe wie „Reliabilität" und „Zuverlässigkeit" werden teils synonym verwendet. Entscheide dich für eine Version, definiere sie kurz und nutze sie durchgängig.

Regel 4: Fremdwörter ≠ Fachsprache

Nicht jedes kompliziert klingende Wort ist ein Fachbegriff. „Problemstellung" klingt nicht wissenschaftlicher als „Fragestellung".

Vorher

„Die Thematik wurde unter Berücksichtigung diverser Aspekte analysiert."

Nachher

„Das Thema wurde aus drei Perspektiven analysiert: ökonomisch, sozial und ökologisch."

Quellen sprachlich einbinden

Quellen einbinden ist mehr als Zitieren. Wie du eine Quelle sprachlich in deinen Text integrierst, signalisiert, wie du die Aussage einordnest. Das richtige Verb macht den Unterschied.

Vorher/Nachher: Monotone vs. variantenreiche Einbindung
Vorher (monoton)

„Laut Berger ist Motivation wichtig. Laut Hoffmann hängt sie von Autonomie ab. Laut Weber steigt sie durch Feedback."

Nachher (variantenreich)

„Berger (2020) betont die Bedeutung von Motivation. Hoffmann (2021) findet, dass Autonomie ein zentraler Faktor ist. Diese Einschätzung teilt Weber (2022), der zusätzlich auf die Rolle von Feedback hinweist."

Verben nach Aussagetyp
Meinungen/Positionen

argumentiert, vertritt die Ansicht, betont, plädiert für

Kausale Ergebnisse

zeigt, belegt, weist nach, bestätigt

Korrelationen

findet, berichtet, stellt fest, findet einen Zusammenhang

Kritik/Einwände

kritisiert, wendet ein, hinterfragt, bezweifelt

Definitionen

definiert, versteht unter, bezeichnet als, grenzt ab

Die Wahl des Verbs ist nicht beliebig. „Zeigt", „belegt" und „weist nach" sind starke Verben, die du nur bei kausalen Zusammenhängen aus experimentellen Studien verwenden solltest. Bei Korrelationen oder Beobachtungsdaten passt „findet" oder „berichtet einen Zusammenhang" besser, weil diese Verben keine Kausalität implizieren.

Beispiele: So klingt gute Quelleneinbindung
Position

„Berger (2020) argumentiert, dass intrinsische Motivation nachhaltiger wirkt als extrinsische Anreize."

Korrelation

„Hoffmann (2021) findet einen positiven Zusammenhang zwischen flexiblen Arbeitszeiten und Arbeitszufriedenheit (r = 0,42)."

Kausaler Befund

„Das Experiment von Weber (2022) zeigt, dass Feedback die Leistung steigert."

Definition

„Unter Selbstwirksamkeit versteht Meier (2019) die Überzeugung, schwierige Situationen aus eigener Kraft bewältigen zu können."

Schnellcheck: Ist dein Absatz wissenschaftlich?

Checkliste wissenschaftlicher Schreibstil: 10 Punkte zum Prüfen jedes Absatzes | BachelorHero

Mit diesem Schnellcheck prüfst du jeden Absatz in unter einer Minute. Gehe die Fragen durch und markiere Stellen, bei denen du mit Nein antwortest. Diese Stellen überarbeitest du gezielt.

10-Punkte-Schnellcheck
  1. Enthält der Absatz eine klar erkennbare Kernaussage?
  2. Ist jede Behauptung belegt (Quelle oder eigene Daten)?
  3. Sind alle Fachbegriffe bei Erstnennung erklärt?
  4. Fehlen Füllwörter wie „eigentlich", „irgendwie", „halt"?
  5. Fehlen unbegründete Superlative wie „beste", „eindeutig", „revolutionär"?
  6. Sind Verstärker („sehr", „total") durch Zahlen oder Vergleiche ersetzt?
  7. Ist die Aussagestärke angemessen (nicht zu absolut, nicht zu vage)?
  8. Gibt es Sätze über ~25–30 Wörter, die du teilen könntest?
  9. Ist die Zeitform im Absatz konsistent?
  10. Endet der Absatz mit einer Einordnung oder Überleitung?

Nicht jeder Absatz muss alle zehn Punkte erfüllen. Eine Einleitung braucht etwa weniger Quellen als ein Theorieteil. Punkt 8 ist ein Richtwert, keine absolute Grenze: In rechtswissenschaftlichen Arbeiten sind längere Sätze üblich, in naturwissenschaftlichen eher kurze. Wenn ein Satz über 30 Wörter hat, prüfe, ob du ihn teilen kannst.

Welche Aussagen brauchen eine Quelle?
  • Forschungsergebnisse und empirische Befunde
  • Theorien, Modelle und Konzepte anderer
  • Definitionen von Fachbegriffen
  • Zahlen, Statistiken und Fakten
  • Meinungen und Positionen, die du wiedergibst

Keine Quelle nötig Allgemeinwissen („Die Erde kreist um die Sonne"), eigene Schlussfolgerungen (als solche kennzeichnen) und methodische Beschreibungen deiner eigenen Arbeit.

Beispiel: Satz teilen

Vorher (38 Wörter): „In einer Untersuchung zeigte sich, dass Teilnehmende, die regelmäßig Feedback erhielten, eine höhere Motivation aufwiesen als die Kontrollgruppe, wobei dieser Effekt besonders bei komplexen Aufgaben ausgeprägt war."

Nachher (zwei Sätze): „Teilnehmende mit regelmäßigem Feedback zeigten eine höhere Motivation als die Kontrollgruppe. Dieser Effekt war besonders bei komplexen Aufgaben ausgeprägt."

Sechs Umform-Regeln für wissenschaftliche Sätze

Diese Umform-Regeln helfen dir, typische Formulierungsprobleme systematisch zu lösen. Jede Regel zeigt ein Muster: Links die problematische Formulierung, rechts die wissenschaftliche Alternative.

Regel 1: „Ich finde" → Analyse + Begründung
Vorher

„Ich finde, dass die Methode problematisch ist."

Nachher

„Die Methode weist Einschränkungen auf, da die Stichprobe nicht repräsentativ ist (vgl. Berger, 2021, S. 45)."

Hintergrund Persönliche Meinungen werden durch begründete Einordnungen ersetzt. Die Ich-Form ist in manchen Fächern akzeptiert, aber die Aussage braucht trotzdem eine Begründung.

Regel 2: „sehr/total/extrem" → Zahl oder Vergleich
Vorher

„Die Ergebnisse waren sehr unterschiedlich."

Nachher

„Die Ergebnisse streuten zwischen 12 und 89 Punkten, also um mehr als das Siebenfache."

Hintergrund Zahlen und Vergleiche sind überprüfbar. „Sehr" ist subjektiv und sagt nichts über das tatsächliche Ausmaß.

Regel 3: „Studien zeigen" → Konkrete Quelle
Vorher

„Studien zeigen, dass Stress die Leistung beeinflusst."

Nachher

„Hoffmann (2020) fand, dass moderate Anspannung die Leistung steigert, während starker Stress sie senkt."

Alternative „Es gibt Hinweise darauf, dass..." oder „Mehrere Untersuchungen deuten darauf hin, dass... (für einen Überblick siehe Weber, 2022)."

Regel 4: „Es ist wichtig zu beachten" → Streichen
Vorher

„Es ist wichtig zu beachten, dass die Stichprobe klein war."

Nachher

„Die Stichprobe umfasste 18 Teilnehmende, was die Generalisierbarkeit einschränkt."

Ähnliche Phrasen „In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen...", „An dieser Stelle sei darauf hingewiesen...", „Interessanterweise..."

Regel 5: Passivketten → Aktiv mit Subjekt
Vorher

„Es wurde festgestellt, dass von den Befragten angegeben wurde, dass..."

Nachher

„Die Befragten gaben an, dass..." oder „Berger (2022) stellte fest, dass..."

Wann Passiv sinnvoll ist Wenn der Handelnde unwichtig oder unbekannt ist, etwa bei Methodenbeschreibungen: „Die Proben wurden bei 4°C gelagert."

Regel 6: Definition einführen → Begriff + Quelle + Abgrenzung
Vorher

„Motivation ist, wenn man etwas tun will."

Nachher

„Unter Motivation versteht Weber (2020) die aktivierende Ausrichtung auf einen Zielzustand. Sie unterscheidet sich von Volition durch den Fokus auf die Zielbildung, nicht auf die Umsetzung."

Schema Begriff nennen → mit Quelle definieren → von verwandten Begriffen abgrenzen.

Absatzstruktur: Aussage, Beleg, Einordnung

Ein guter wissenschaftlicher Absatz folgt typischerweise einer klaren Struktur: Du machst eine Aussage, belegst sie und ordnest sie ein. Diese drei Elemente müssen nicht immer in exakt dieser Reihenfolge stehen, aber sie sollten in den meisten Absätzen erkennbar sein.

Musterabsatz: So sieht die Struktur aus

„Die Motivation von Mitarbeitenden hängt oft von der wahrgenommenen Autonomie ab Aussage. Hoffmann (2021) fand in einer Längsschnittstudie mit 320 Beschäftigten, dass intrinsische Motivation steigt, wenn Menschen ihre Aufgaben als selbstgewählt erleben Beleg. Für die vorliegende Untersuchung bedeutet das: Arbeitszeitmodelle mit hoher Flexibilität könnten die Motivation positiv beeinflussen, sofern die Rahmenbedingungen stimmen Einordnung."

Pro-Tipp Eigene Schlussfolgerungen (wie die Einordnung) brauchst du nicht zu belegen, aber kennzeichne sie als solche („Für die vorliegende Untersuchung bedeutet das...").

Nicht jeder Absatz braucht alle drei Elemente gleich stark. In der Einleitung überwiegen Aussagen und Einordnungen, im Theorieteil dominieren Belege. Aber das Grundmuster hilft dir, keine leeren Behauptungen stehen zu lassen. Wenn du einen Absatz ohne Beleg schreibst, frag dich: Ist das Allgemeinwissen, meine eigene Schlussfolgerung oder fehlt hier eine Quelle?

Aussagestärke abstimmen: Wann welche Formulierung?

Die Aussagestärke deiner Formulierungen sollte zur Datenlage passen. In der Wissenschaft sind absolute Aussagen selten gerechtfertigt. Die Kunst liegt darin, weder zu schwach noch zu stark zu formulieren.

Abstufungen der Aussagestärke
Stark

„zeigt", „belegt", „bestätigt": Nur bei robuster Datenlage verwenden, etwa bei experimentellen Designs mit großer Stichprobe, replizierten Ergebnissen oder etablierten Theorien.

Mittel

„deutet darauf hin", „legt nahe", „spricht für": Standardfall für die meisten empirischen Befunde. Zeigt Evidenz, ohne Absolutheit zu behaupten.

Vorsichtig

„könnte erklären", „scheint zu bestätigen", „es gibt erste Hinweise": Bei kleinen Stichproben, explorativen Studien oder einzelnen Befunden ohne Replikation.

Faustregel Je weniger Daten, desto vorsichtiger die Formulierung. Bei einer Meta-Analyse mit 50 Studien kannst du stärker formulieren als bei einer Einzelstudie mit 20 Teilnehmenden.

Beispiel: Gleicher Befund, verschiedene Stärken
Stark (Meta-Analyse)

„Die Meta-Analyse von Berger (2023), die 47 Studien einschloss, bestätigt den Zusammenhang zwischen Autonomie und Arbeitszufriedenheit."

Mittel (Einzelstudie)

„Die Ergebnisse von Hoffmann (2022) deuten darauf hin, dass Autonomie mit höherer Arbeitszufriedenheit zusammenhängt."

Vorsichtig (Pilotstudie)

„Die explorative Studie von Weber (2023, n=25) liefert erste Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Autonomie und Arbeitszufriedenheit."

Vermeide das andere Extrem: Zu viele Abschwächungen wie „vielleicht", „möglicherweise", „unter Umständen" in einem Satz wirken unsicher und verwässern deine Argumentation. Ein Hedging-Ausdruck pro Aussage reicht in der Regel. Die Konventionen für Aussagestärke variieren je nach Fachbereich. In der Medizin wird oft vorsichtiger formuliert als in der Physik.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Umgangssprache ist der häufigste Stilbruch. Ausdrücke wie „das ist ja klar", „halt", „irgendwie" oder „total" gehören nicht in Hausarbeiten. Test: Lies deinen Text laut vor. Alles, was nach Gespräch klingt, formulierst du um.

Unbelegte Behauptungen fallen besonders auf. Sätze wie „Es ist allgemein bekannt, dass..." ohne Quellenangabe wirken unseriös. Entweder du nennst die Quelle oder du formulierst vorsichtiger. Die korrekte Verwendung von Fußnoten hilft dir dabei.

Nominalstil-Überladung macht Texte schwer lesbar. „Die Durchführung der Analyse der Daten erfolgte unter Berücksichtigung der Empfehlungen" ist grammatisch korrekt, aber unnötig kompliziert. Besser: „Die Daten wurden gemäß den Empfehlungen analysiert." Nominalstil ist nicht verboten, aber sparsam einsetzen.

Inkonsequente Zeitformen stören den Lesefluss. Lege fest: Präsens für deine Argumentation und allgemeingültige Aussagen, Präteritum oder Perfekt für vergangene Forschung. In manchen Fächern gibt es andere Konventionen. Orientiere dich an Beispielarbeiten deines Lehrstuhls.

Monotone Quelleneinbindung schwächt deinen Text. Variiere die Verben und Satzanfänge, wie im Abschnitt „Quellen sprachlich einbinden" beschrieben. Nutze unterschiedliche Verben je nach Aussagetyp und wechsle zwischen aktiver und passiver Einbindung ab.

Nächster Schritt: Überarbeiten und Abgabe

Der wissenschaftliche Schreibstil entsteht oft erst beim Überarbeiten. Der erste Entwurf darf unperfekt sein. Gehe den Text mit dem Schnellcheck durch, wende die Umform-Regeln an und prüfe die Absatzstruktur. Lies nach einer Pause noch einmal. Mit Abstand fallen Stilbrüche eher auf.

Wenn du mit Inhalt und Stil zufrieden bist, prüfe die Zitierweise und stelle sicher, dass alle Quellenangaben korrekt sind. Mehr zur finalen Überarbeitung findest du im Artikel zur Korrektur der Hausarbeit. Für den Druck exportierst du dein Dokument als PDF und prüfst Seitenränder, Seitenzahlen und Formatierung.

Häufig gestellte Fragen

Darf ich in der Hausarbeit „ich" oder „wir" schreiben?

Das hängt von deinem Fachbereich und Lehrstuhl ab. In vielen sozialwissenschaftlichen Arbeiten ist die Ich-Form akzeptiert („In dieser Arbeit untersuche ich..."), in naturwissenschaftlichen oft nicht. Frag im Zweifel nach oder orientiere dich an veröffentlichten Arbeiten deines Lehrstuhls. Alternative: unpersönliche Formulierungen wie „Diese Arbeit untersucht..." oder „Im Folgenden wird analysiert...".

Wie vermeide ich Umgangssprache in meiner Hausarbeit?

Lies deinen Text laut vor. Alles, was du in einem lockeren Gespräch sagen würdest, aber nicht in einem Fachbuch lesen würdest, ist wahrscheinlich zu umgangssprachlich. Typische Kandidaten: „halt", „irgendwie", „total", „echt", „ja klar". Ersetze sie durch präzisere Alternativen oder streiche sie ersatzlos. Beispiel: „Das ist halt total wichtig" wird zu „Dieser Aspekt ist zentral für die Argumentation".

Was ist Nominalstil und wann ist er sinnvoll?

Nominalstil bedeutet, Verben in Substantive umzuwandeln („die Durchführung der Analyse" statt „die Analyse durchführen"). Er wirkt formal, macht Texte aber oft schwer lesbar. Nutze ihn sparsam, etwa in Überschriften oder wenn du mehrere Handlungen kompakt zusammenfassen willst. Beispiel: „Nach Auswertung der Daten erfolgte die Interpretation" ist akzeptabel, aber „Die Daten wurden ausgewertet und anschließend interpretiert" ist leichter lesbar.

Wie formuliere ich Ergebnisse vorsichtig, ohne zu absolut zu wirken?

Nutze Hedging-Formulierungen wie „deutet darauf hin", „legt nahe", „scheint zu bestätigen" oder „könnte erklären". Vermeide „beweist" oder „zeigt eindeutig", außer bei sehr robuster Datenlage. Beispiel: Statt „Die Studie beweist, dass Stress krank macht" schreibst du „Die Ergebnisse legen nahe, dass chronischer Stress mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zusammenhängt".

Welche Zeitform verwende ich in der Hausarbeit?

Präsens für allgemeingültige Aussagen und deine Argumentation („Diese Theorie erklärt..."). Perfekt oder Präteritum für abgeschlossene Forschung („Die Studie untersuchte..."). Die Konventionen variieren je nach Fachbereich. In naturwissenschaftlichen Arbeiten ist Präteritum für Methoden und Ergebnisse üblich, in geisteswissenschaftlichen oft Präsens. Orientiere dich an Beispielarbeiten aus deinem Fach.

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