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Wissenschaftliche Sprache in der Hausarbeit: Formulierungen und Tipps

Wissenschaftliche Sprache in der Hausarbeit: Formulierungen und Tipps | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Wissenschaftliche Sprache bedeutet: sachlich statt emotional, präzise statt vage, nachvollziehbar durch Belege. Du verzichtest auf Umgangssprache, Übertreibungen und unbelegte Behauptungen. Das Ergebnis ist ein Text, den andere prüfen und nachvollziehen können. Hier findest du konkrete Formulierungen, einen Schnellcheck für deinen Text und eine 10-Minuten-Routine für die Überarbeitung.

Auf einen Blick

Wissenschaftliche Sprache bedeutet: (1) Sachlichkeit (keine Wertungen), (2) Präzision (konkrete Angaben) und (3) Nachvollziehbarkeit (Belege für Behauptungen). Ob du „ich" verwenden darfst, hängt von deinem Fachbereich ab.

Was macht wissenschaftliche Sprache aus?

Wissenschaftliche Sprache unterscheidet sich von Alltagssprache nicht durch Kompliziertheit, sondern durch Klarheit. Ein guter wissenschaftlicher Text ist so formuliert, dass Lesende ihm ohne Mühe folgen können. Zentrale Aussagen lassen sich prüfen, weil du Quellen angibst und dein Vorgehen erklärst. Das Format der Quellenangabe hängt vom Fach ab: In manchen Disziplinen ist das Autor-Jahr-System üblich, in anderen Fußnoten oder Endnoten.

Der Unterschied zur Umgangssprache zeigt sich in Details. Statt „Das ist total wichtig" schreibst du „Dieser Aspekt ist von zentraler Bedeutung für...". Statt „Irgendwie hängt das zusammen" formulierst du „Zwischen X und Y besteht ein Zusammenhang, der sich in... zeigt". Statt „X beweist Y" schreibst du „X deutet darauf hin, dass Y" oder „X legt nahe, dass Y". Statt „viele Studien" schreibst du „mehrere Studien" und fügst eine Quellenangabe hinzu.

Grundprinzipien wissenschaftlicher Sprache: Sachlichkeit, Präzision, Nachvollziehbarkeit | BachelorHero

Abgrenzung: Sprache, Fachsprache, Schreibstil

Drei Begriffe tauchen im Kontext wissenschaftlichen Schreibens häufig auf. Sie meinen Unterschiedliches und sollten nicht verwechselt werden.

Wissenschaftliche Sprache

Definition: Stilprinzipien für das Formulieren: sachlich, präzise, nachvollziehbar, belegt.

„Die Daten deuten auf einen Zusammenhang hin." statt „Die Daten beweisen eindeutig, dass..."

„Mehrere Studien zeigen einen positiven Effekt (mit Quellenangabe)." statt „Es ist allgemein bekannt, dass ein positiver Effekt besteht."

Fachsprache

Definition: Die spezifischen Begriffe eines Fachgebiets (Terminologie).

Beispiel: „Signifikanz" in der Statistik, „Validität" in der Methodenlehre, „Diskurs" in der Soziologie.

Wissenschaftlicher Schreibstil

Definition: Das Gesamtpaket aus Sprache, Fachbegriffen, Aufbau, Argumentation und Zitierweise.

Beispiel: Klare Gliederung, roter Faden, logische Übergänge, korrekte Quellenangaben, angemessene Fachsprache.

In diesem Artikel geht es primär um wissenschaftliche Sprache: Wie formulierst du Aussagen so, dass sie den Anforderungen einer Hausarbeit entsprechen? Mehr zum roten Faden und zur Argumentation findest du in den entsprechenden Artikeln.

Die drei Kriterien in der Praxis: Sachlichkeit bedeutet, Wertungen in Beobachtungen umzuwandeln. Statt „Dieser Ansatz ist absurd" schreibst du „Dieser Ansatz lässt die Faktoren X und Y unberücksichtigt". Präzision bedeutet, vage Quantoren durch konkrete Angaben zu ersetzen. Statt „viele Studien" schreibst du „mehrere Studien" und fügst eine Quellenangabe hinzu. Nachvollziehbarkeit bedeutet, zentrale Behauptungen zu begründen. Statt „Es ist offensichtlich, dass X" schreibst du „Die Analyse zeigt, dass X, da..." und fügst einen Quellennachweis hinzu.

Schnellcheck: Ist mein Text wissenschaftlich genug?

Mit diesen Prüffragen erkennst du in wenigen Minuten, ob dein Text den Anforderungen entspricht. Geh jeden Absatz durch und prüfe die folgenden Punkte.

Schnellcheck: 12 Prüffragen
  • Enthält der Satz eine persönliche Wertung? → Streichen oder sachlich umformulieren.

  • Sind zentrale Behauptungen belegt? Sind eigene Schlüsse klar gekennzeichnet?

  • Stehen vage Wörter wie „viele", „einige", „oft" ohne Konkretisierung? → Ersetzen.

  • Nutze ich Absolutheiten wie „beweist", „immer", „nie"? → Abschwächen (außer in Logik).

  • Ist der zentrale Begriff definiert oder bei erster Verwendung erläutert?

  • Ist die Kausalität sauber? („X führt zu Y" nur wenn belegt, sonst „X korreliert mit Y").

  • Habe ich Füllwörter wie „halt", „eigentlich", „natürlich" entfernt?

  • Ist die Ich-Form/Perspektive mit dem Leitfaden abgeglichen?

  • Verwende ich denselben Fachbegriff konsistent (nicht wechselnde Synonyme)?

  • Transportiert jeder Satz nur einen Gedanken? → Zu lange Sätze aufteilen.

  • Dominiert Nominalstil? → Verben bevorzugen, wenn möglich.

  • Gibt es rhetorische Fragen? → In Aussagesätze umwandeln.

Formulierungshilfen für typische Situationen

Bestimmte Situationen tauchen in jeder Hausarbeit auf: Du musst einen Sachverhalt einführen, eine Position beschreiben, Kritik üben, abgrenzen oder zusammenfassen. Hier findest du Formulierungsvorschläge, die du an dein Thema anpassen kannst.

Formulierungshilfen für wissenschaftliche Hausarbeiten: Einführen, Beschreiben, Kritisieren, Zusammenfassen | BachelorHero
Einen Sachverhalt einführen

„Im Folgenden wird dargestellt, wie..."

„Zunächst gilt es zu klären, was unter X verstanden wird."

„Der Begriff X bezeichnet in diesem Kontext..."

„Ausgangspunkt der Überlegungen ist..."

Einen Begriff definieren

„Unter X wird in dieser Arbeit... verstanden (mit Quellenangabe)."

„Der Begriff X bezeichnet nach [Nachname] ([Jahr])..."

„X lässt sich definieren als..."

Eine Position beschreiben

„[Nachname] ([Jahr]) argumentiert, dass..."

„Nach Auffassung von [Nachname] ([Jahr]) lässt sich X auf Y zurückführen."

„In der Forschung wird überwiegend die Position vertreten, dass..."

„Ein alternativer Ansatz geht davon aus, dass..."

Abgrenzen und einschränken

„Diese Arbeit konzentriert sich auf... und klammert... aus."

„Die Analyse beschränkt sich auf den Zeitraum..."

„Im Rahmen dieser Arbeit kann X nicht umfassend behandelt werden."

Kritik formulieren

„Dieser Ansatz lässt jedoch außer Acht, dass..."

„Kritisch anzumerken ist, dass..."

„Die Argumentation von X überzeugt insofern nicht, als..."

„Ein Einwand gegen diese Position ergibt sich aus..."

Vorgehen begründen

„Dieses Vorgehen wurde gewählt, weil..."

„Die Methode eignet sich, da..."

„Der Fokus auf X begründet sich durch..."

Ergebnisse zusammenfassen

„Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass..."

„Die Analyse hat gezeigt, dass..."

„Aus den dargestellten Befunden ergibt sich..."

„Die Untersuchung führt zu dem Ergebnis, dass..."

Hedging: Vorsichtig formulieren statt absolut

Hedging bedeutet, Aussagen sprachlich abzuschwächen, wenn sie nicht absolut sicher sind. In wissenschaftlichen Texten ist das der Normalfall: Die wenigsten Ergebnisse „beweisen" etwas. Sie deuten darauf hin, legen nahe oder sprechen dafür.

Hedging in der Hausarbeit: vorsichtig und wissenschaftlich formulieren | BachelorHero

Ob du stark oder vorsichtig formulierst, hängt vom Fachkontext ab. In der Mathematik oder formalen Logik sind absolute Aussagen („beweist", „folgt zwingend") angemessen, wenn der Beweis vollständig ist. In empirischen Arbeiten, Literaturanalysen und Sozialwissenschaften sind Abstufungen fast immer nötig.

Abstufungen: Von stark zu vorsichtig
Zu stark (oft nicht haltbar)

„X beweist Y." / „X führt immer zu Y." / „Es ist sicher, dass..."

Mittlere Stärke

„X zeigt, dass Y." / „Die Ergebnisse belegen, dass..." / „Es lässt sich feststellen, dass..."

Vorsichtig (oft angemessen)

„X deutet darauf hin, dass Y." / „X legt nahe, dass..." / „X spricht dafür, dass..." / „X kann als Hinweis auf Y interpretiert werden."

Faustregel: Wenn du dir nicht sicher bist, ob deine Aussage „hart" genug belegt ist, formuliere vorsichtiger. Vorsichtige Formulierungen sind wissenschaftlich selten falsch, übertrieben starke Aussagen oft.

Nominalstil vermeiden: Verben statt Substantive

Nominalstil bedeutet, dass du Handlungen in Substantive packst statt in Verben. Das klingt oft „wissenschaftlicher", macht Texte aber schwer lesbar. Wenn du merkst, dass deine Sätze lang und sperrig werden, liegt es häufig am Nominalstil.

Nominalstil auflösen: 4 Beispiele

„Die Durchführung der Analyse erfolgte..."

„Die Daten wurden analysiert..."

„Es kam zur Feststellung einer Korrelation."

„Die Variablen korrelieren."

„Die Anwendung der Methode führte zur Gewinnung von Erkenntnissen."

„Mit dieser Methode ließen sich Erkenntnisse gewinnen."

„Eine Berücksichtigung der Faktoren X und Y fand statt."

„Die Faktoren X und Y wurden berücksichtigt."

Faustregel: Wenn du Wörter auf „-ung", „-heit", „-keit", „-tion" häufst, prüfe, ob ein Verb den Satz klarer macht. Verben bevorzugen, wenn dabei keine Präzision verloren geht.

Zeitformen und indirekte Rede

Die Zeitformen in wissenschaftlichen Texten folgen keiner starren Regel, aber es gibt Konventionen. Die wichtigsten Standards auf einen Blick:

Zeitformen-Übersicht
  • Präsens: Allgemeingültige Aussagen, Theorien, Beschreibung des Vorgehens, Darstellung von Textinhalten.

  • Präteritum/Perfekt: Abgeschlossene Handlungen, eigene Erhebungen, historische Ereignisse, vergangene Forschungsschritte.

  • Konjunktiv I: Indirekte Rede beim Referieren anderer Positionen (fachabhängig, teils auch Indikativ üblich).

Präsens nutzt du für allgemeingültige Aussagen und Theorien („Soziale Ungleichheit beeinflusst Bildungschancen"), für die Beschreibung deines Vorgehens („Im Folgenden wird analysiert...") und für die Darstellung von Textinhalten („[Nachname] argumentiert, dass...").

Präteritum oder Perfekt nutzt du für abgeschlossene Handlungen: eigene Erhebungen („Die Interviews wurden im Mai 2024 geführt"), historische Ereignisse („Die Studie erschien 2019") oder vergangene Forschungsschritte („Zunächst wurde die Literatur gesichtet").

Indirekte Rede mit Konjunktiv I verwendest du, wenn du Positionen anderer referierst und Distanz markieren willst: „[Nachname] behauptet, dass X der Fall sei." In manchen Fächern ist der Indikativ üblicher („[Nachname] behauptet, dass X der Fall ist"). Prüfe den Leitfaden deines Fachbereichs oder frag deine Betreuung, welche Variante erwartet wird.

Fachbegriffe richtig einsetzen

Fachbegriffe gehören zu wissenschaftlichen Texten, sollten den Text aber nicht überfrachten. Nutze sie, wenn sie präziser sind als Alltagssprache, und erkläre sie bei der ersten Verwendung, falls sie nicht vorausgesetzt werden können.

Typische Fehler bei Fachbegriffen

Fachbegriffe als Schmuck

„Die empirische Evidenz zeigt..." klingt wissenschaftlich, aber „Die Daten zeigen..." sagt oft dasselbe und ist leichter zu lesen. Nutze Fachsprache nur, wenn sie präziser ist.

Erstnennung ohne Erklärung

Wenn du einen Begriff verwendest, der nicht zum Grundwissen gehört, erkläre ihn kurz. Beispiel: „Validität (die Gültigkeit eines Messinstruments)".

Abkürzungen ohne Einführung

Führe Abkürzungen bei der ersten Verwendung ein: „Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt..." Danach kannst du die Abkürzung nutzen.

Wechselnde Synonyme

Verwende Fachbegriffe konsistent. Wechsle nicht zwischen „Resilienz" und „Widerstandsfähigkeit", wenn du dasselbe meinst.

Typische Fehler und bessere Alternativen

Einige Formulierungen wirken in einer Hausarbeit unprofessionell oder sind schlicht falsch. Hier siehst du die häufigsten Fehler mit konkreten Verbesserungsvorschlägen.

Häufige Fehler und bessere Alternativen

„Ich finde, dass..."

„Es lässt sich argumentieren, dass..." oder „Die Analyse zeigt, dass..."

„Das ist halt so."

„Dies ist darauf zurückzuführen, dass..." (mit Beleg)

„Es ist allgemein bekannt, dass..."

„In der Forschung ist etabliert, dass..." (mit Quellennachweis)

„X beweist Y."

„X deutet auf Y hin." oder „X legt nahe, dass Y..."

„Das ist extrem wichtig."

„Dieser Aspekt ist von zentraler Bedeutung für..."

Ich-Form oder nicht? Eine Entscheidungshilfe

Die Frage nach der Ich-Form verunsichert viele Studierende. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn die Konventionen variieren je nach Fach und Lehrstuhl. In manchen geisteswissenschaftlichen Fächern ist die Ich-Form akzeptiert, in Naturwissenschaften und BWL wird sie oft vermieden.

Wenn du unsicher bist, prüfe den Leitfaden deines Fachbereichs oder frag deine Betreuung. Im Zweifel sind neutrale Formulierungen die sichere Wahl. Statt „Ich analysiere im Folgenden..." schreibst du „Im Folgenden wird analysiert..." oder „Diese Arbeit analysiert...".

Alternativen zur Ich-Form

Passivkonstruktion: „Im Folgenden wird untersucht..." statt „Ich untersuche..."

Arbeit als Subjekt: „Diese Arbeit analysiert..." statt „Ich analysiere..."

Unpersönliche Formulierung: „Es zeigt sich, dass..." statt „Ich sehe, dass..."

Wichtig

Leitfaden und Betreuung fragen: Die Konventionen unterscheiden sich stark zwischen Fächern und Lehrstühlen. Was in Germanistik üblich ist, kann in BWL unerwünscht sein. Der sicherste Weg: Prüfe die Vorgaben deines Fachbereichs und kläre Unsicherheiten mit deiner Betreuung.

10-Minuten-Überarbeitungs-Routine

Der erste Entwurf ist selten perfekt. Mit dieser strukturierten Routine überarbeitest du jeden Absatz in etwa 10 Minuten. Lass den Text idealerweise einen Tag liegen, bevor du startest. Mit Abstand erkennst du Schwächen leichter.

10-Minuten-Workflow pro Absatz

Minute 1–2: Füllwörter streichen. Suche nach „halt", „eigentlich", „natürlich". Streiche sie oder ersetze sie durch präzisere Begriffe.

Minute 3–4: Absolutheiten prüfen. Suche nach „beweist", „immer", „nie". Abschwächen zu „deutet darauf hin" oder „in der Regel".

Minute 5–6: Belege checken. Sind zentrale Behauptungen mit Quellen belegt? Sind eigene Schlüsse als solche erkennbar?

Minute 7–8: Begriffe prüfen. Ist jeder Fachbegriff erklärt oder vorausgesetzt? Nutzt du denselben Begriff konsistent?

Minute 9–10: Satzlänge & Stil. Zu lange Sätze aufteilen. Häufen sich Substantivierungen auf „-ung" oder „-heit"? Durch Verben ersetzen.

Laut lesen hilft zusätzlich, holprige Stellen zu finden. Was sich beim Vorlesen sperrig anfühlt, liest sich auch auf dem Papier schwer. Mehr zum roten Faden in der Hausarbeit findest du im entsprechenden Artikel.

Nächster Schritt

Wenn dein Text sprachlich überarbeitet ist, prüfe die formalen Anforderungen. Achte auf korrekte Zitierweise, einheitliche Formatierung und vollständiges Literaturverzeichnis. Ein letzter Blick auf Gliederung und Einleitung schadet nie.

Falls du deine Hausarbeit gedruckt abgeben musst: Bei BachelorHero kannst du dein Dokument online konfigurieren. Gängige Optionen sind Softcover oder Spiralbindung.

Häufig gestellte Fragen

Darf ich in einer Hausarbeit „ich" verwenden?

Das hängt vom Fach und Lehrstuhl ab. In Geisteswissenschaften ist die Ich-Form oft akzeptiert, in Naturwissenschaften und BWL wird sie häufig vermieden. Neutrale Alternativen: „Diese Arbeit untersucht..." oder „Im Folgenden wird analysiert...". Prüfe den Leitfaden deines Fachbereichs oder frag deine Betreuung.

Wie vermeide ich Nominalstil?

Achte auf Substantive mit Endungen wie „-ung", „-heit", „-keit", „-tion". Prüfe bei jedem, ob ein Verb den Satz klarer macht. „Die Durchführung der Analyse erfolgte" wird zu „Die Daten wurden analysiert". Verben machen Texte lebendiger und kürzer.

Welche Zeitform nutze ich im Theorieteil?

Präsens für allgemeingültige Aussagen und Theorien („Soziale Ungleichheit beeinflusst Bildungschancen"). Wenn du über die Entstehung einer Theorie schreibst, nutze Präteritum („Bourdieu entwickelte das Konzept 1984"). Konsistenz innerhalb eines Abschnitts ist wichtiger als starre Regeln.

Darf ich rhetorische Fragen verwenden?

In Hausarbeiten solltest du rhetorische Fragen meist vermeiden, weil sie keine Antwort erwarten und schnell manipulativ wirken können. Besser: In Aussagesätze umwandeln. „Ist das wirklich überraschend?" wird zu „Dieses Ergebnis überrascht nicht, da...". Ausnahme: didaktische Texte mit bewusster Leseransprache.

Wie formuliere ich vorsichtig statt absolut?

Nutze Hedging-Formulierungen wie „deutet darauf hin", „legt nahe", „spricht dafür", „kann interpretiert werden als". Vermeide „beweist", „immer", „nie", „sicher" – es sei denn, du hast einen formalen Beweis (z. B. in Mathematik). Vorsichtige Formulierungen sind selten falsch, zu starke oft.

Wie formuliere ich Kritik an anderen Autoren wissenschaftlich?

Bleibe sachlich und belege deine Einwände. Statt „Müller liegt falsch" schreibe „Müllers Argumentation lässt den Aspekt X unberücksichtigt". Kritik sollte konstruktiv sein und zeigen, warum ein anderer Ansatz sinnvoller erscheint.

Wie lang sollten Sätze in einer wissenschaftlichen Arbeit sein?

Es gibt keine feste Zeilenzahl, aber Lesbarkeit geht vor. Jeder Satz sollte nur einen Gedanken transportieren. Fühlt sich ein Satz beim Lesen zu lang an oder verlierst du den Faden, teile ihn auf. Variiere die Satzlänge: Ein kurzer Satz nach einem langen schafft Rhythmus und erleichtert das Verstehen.

Was ist der Unterschied zwischen Fachsprache und wissenschaftlicher Sprache?

Fachsprache umfasst die Begriffe eines Fachgebiets (z. B. „Signifikanz" in der Statistik). Wissenschaftliche Sprache meint den gesamten Stil: sachlich, präzise, nachvollziehbar, mit Belegen. Du nutzt Fachbegriffe, aber die Sprache bleibt verständlich.

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