Inhaltsverzeichnis
Die Gliederung deiner Hausarbeit zeigt auf einen Blick, wie deine Arbeit aufgebaut ist und wie die Teile zusammenhängen. Hier erfährst du, wie du von deiner Forschungsfrage zur fertigen Kapitelstruktur kommst.
Kurzantwort: Jede Hausarbeit folgt dem Schema Einleitung, Hauptteil und Fazit. Der Hauptteil gliedert sich je nach Art der Arbeit in Theorie, Methode und Analyse (empirisch) oder in thematische Kapitel (Literaturarbeit). Bei 10 bis 20 Seiten sind 3 bis 5 Hauptkapitel mit in der Regel zwei Gliederungsebenen üblich.
Grundstruktur: Einleitung (ca. 10 %), Hauptteil (ca. 80 %), Fazit (ca. 10 %).
Hauptteil-Varianten: Theorie → Methode → Analyse (empirisch) oder thematische Gliederung (Literaturarbeit).
Richtwerte: 3 bis 5 Hauptkapitel, 2 Gliederungsebenen, mind. ½ Seite pro Kapitel.
Die Angaben in diesem Artikel sind Orientierungswerte, die in vielen Fächern üblich sind. Konkrete Vorgaben zu Kapitelanzahl, Gliederungstiefe und Formatierung können je nach Fach, Lehrstuhl oder Modul abweichen. Prüfe immer den Leitfaden deines Studiengangs und kläre Unsicherheiten mit deiner Betreuung.
Gliederung erstellen in 5 Schritten
Eine gute Gliederung entsteht nicht zufällig. Sie leitet sich aus deiner Forschungsfrage ab und macht sichtbar, wie du diese Frage beantwortest. Mit diesen fünf Schritten kommst du vom Thema zur Kapitelstruktur.
Grenze dein Thema so ein, dass du es im vorgegebenen Umfang behandeln kannst. Frag dich: Was genau will ich untersuchen? Welchen Aspekt, Zeitraum oder Fall?
Formuliere eine konkrete Frage, die du beantworten willst. Die Forschungsfrage bestimmt, welche Kapitel du brauchst.
Zerlege deine Forschungsfrage in 3 bis 5 Teilfragen oder Aspekte. Jeder Aspekt wird später ein Kapitel oder Unterkapitel.
Ordne deine Teilaspekte in eine logische Reihenfolge: Erst Grundlagen, dann Analyse, dann Interpretation. Entscheide, ob du thematisch, chronologisch oder nach Methode gliederst.
Prüfe deine Gliederung: Beantwortet jedes Kapitel einen Teil der Forschungsfrage? Ist die Reihenfolge logisch? Passt der Umfang zu den Vorgaben?
Forschungsfrage: „Welche Kommunikationsstrategien nutzt Partei X auf Twitter, um junge Wähler anzusprechen?"
Teilaspekte: 1) Was sind Kommunikationsstrategien? 2) Wie kommuniziert Partei X? 3) Wie werden junge Wähler angesprochen?
Beispiel-Gliederung
Aufbau einer Hausarbeit: Die drei Teile
Jede wissenschaftliche Hausarbeit folgt dem Dreiklang aus Einleitung, Hauptteil und Fazit. Diese Grundstruktur ist fachübergreifend etabliert. Wie du den Hauptteil gliederst, hängt von deinem Thema und deiner Methode ab.
Die Einleitung führt ins Thema ein und enthält: Hinführung, Forschungsfrage, Zielsetzung, Methode und Aufbau. Sie macht neugierig, ohne Ergebnisse vorwegzunehmen.
Typische Länge: Bei 15 Seiten Textteil etwa 1 bis 1,5 Seiten.
Der Hauptteil ist das Herzstück deiner Arbeit. Hier stellst du theoretische Grundlagen dar, erläuterst deine Methode und präsentierst deine Analyse oder Argumentation.
Typische Kapitel: Theoretischer Hintergrund, Methodik, Analyse/Ergebnisse, Diskussion. Je nach Fach können Kapitel zusammengefasst oder anders benannt werden.
Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage, fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick. Es bringt keine neuen Argumente oder Quellen, sondern rundet die Arbeit ab.
Typische Länge: Bei 15 Seiten Textteil etwa 1 bis 1,5 Seiten.
Welche Struktur passt zu welcher Hausarbeit?
Die passende Gliederung hängt davon ab, welche Art von Hausarbeit du schreibst. Die Forschungsfrage und dein Vorgehen bestimmen die Struktur. Hier findest du Entscheidungshilfen für die drei häufigsten Typen.
Passt, wenn: Du vorhandene Forschung systematisch auswerten willst, ohne eigene Daten zu erheben. Typisch für Geisteswissenschaften und theoretische Arbeiten.
Typische Struktur: Einleitung → Theoretischer Rahmen → Thematische Analyse (nach Aspekten oder Autoren) → Fazit.
Kapitel 3: „3 Darstellung von Erinnerung in Erpenbecks Romanen" (statt nur „3 Analyse")
Passt, wenn: Du eigene Daten erhebst (Interviews, Umfragen, Experimente) und auswerten willst. Typisch für Sozialwissenschaften und empirische Psychologie.
Typische Struktur: Einleitung → Theorie → Methodik → Ergebnisse → Diskussion → Fazit.
Kapitel 3: „3 Methodik: Leitfadeninterviews mit Lehrkräften" (statt nur „3 Methodik")
Passt, wenn: Du einen oder mehrere konkrete Fälle, Texte oder Quellen analysierst. Typisch für Geschichte, Jura, Medienwissenschaft.
Typische Struktur: Einleitung → Kontext/Hintergrund → Quellenvorstellung → Analyse → Einordnung → Fazit.
Kapitel 3: „3 Quellenanalyse: Die Flugblätter der Weißen Rose" (statt nur „3 Analyse")
Gliederung Hausarbeit: Beispiele nach Fach
Die folgenden Beispielgliederungen zeigen, wie die Strukturtypen in verschiedenen Fächern konkret aussehen können. Nutze sie als Orientierung und passe sie an deine Fragestellung an.
Was gehört ins Inhaltsverzeichnis?
Das Inhaltsverzeichnis zeigt die Gliederung deiner Arbeit mit Seitenzahlen. Nicht alles, was in deiner Arbeit steht, gehört in die Kapitelnummerierung. Hier ist die typische Unterscheidung.
Die Gliederung ist dein Planungswerkzeug: Sie zeigt die logische Struktur und Argumentation deiner Arbeit. Das Inhaltsverzeichnis ist das formatierte Ergebnis dieser Gliederung in deiner fertigen Arbeit, ergänzt um die Seitenzahlen. Inhaltlich sollten beide übereinstimmen.
- 1 Einleitung
- 2, 3, 4 ... Hauptkapitel
- X Fazit (letzte Nummer)
- Abstract (falls gefordert)
- Abbildungsverzeichnis, Tabellenverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis (falls vorhanden)
- Literaturverzeichnis
- Anhang
- Eidesstattliche Erklärung / Eigenständigkeitserklärung
Nicht im Inhaltsverzeichnis: Das Deckblatt und das Inhaltsverzeichnis selbst erscheinen nicht als Eintrag.
Die Kapitelnummerierung (1, 2, 3 ...) ist unabhängig von der Seitenzählung. Oft werden Vorseiten (Deckblatt, Verzeichnisse) mit römischen Ziffern (i, ii, iii) paginiert, der Textteil beginnt dann mit Seite 1. Die Kapitelnummer bleibt davon unberührt: Kapitel 1 (Einleitung) kann z. B. auf Seite 1 oder Seite 3 beginnen.
Schnellcheck: Ist meine Gliederung gut?
Mit diesen drei Schnellchecks prüfst du, ob deine Gliederung funktioniert. Wenn du bei einem Check unsicher bist, überarbeite den entsprechenden Teil.
Die Logik gilt auch, wenn Vorgaben Pflichtkapitel vorschreiben. Dann sollte erkennbar sein, wie das Pflichtkapitel zur Beantwortung beiträgt.
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Idealerweise beantwortet jedes Hauptkapitel einen Teilaspekt der Forschungsfrage
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Jedes Kapitel hat eine erkennbare Funktion für die Argumentation
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Forschungsfrage in Einleitung und Fazit erkennbar aufgegriffen
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In der Regel 2 Gliederungsebenen bei 10 bis 20 Seiten (3. Ebene nur bei mehreren gleichwertigen Unterpunkten)
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Keine Einzel-Unterkapitel (wenn 2.1, dann auch 2.2)
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Jedes Kapitel umfasst in der Regel mindestens eine halbe Seite
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Keine Platzhalter wie „Hauptteil" oder „Kapitel 2"
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Überschriften gleicher Ebene folgen gleicher Logik (alle als Nomen oder alle mit Verb)
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Betreuung erkennt am Inhaltsverzeichnis, worum es in der Arbeit geht
Vorlage zum Kopieren
Mit dieser Vorlage kannst du deine Gliederung aufbauen. Ersetze die Platzhalter in eckigen Klammern durch deine eigenen Inhalte. Die Struktur ist flexibel und lässt sich an verschiedene Fächer anpassen.
Hinführung, Forschungsfrage, Zielsetzung, Methode, Aufbau
Bei Literaturarbeiten: kann mit Kapitel 2 zusammengefasst werden. Bei empirischen Arbeiten: eigenes Kapitel mit Begründung.
Einordnung der Ergebnisse, Grenzen der Arbeit
Zusammenfassung, Beantwortung der Forschungsfrage, Ausblick
Wichtig beim Anpassen: Ersetze die Platzhalter durch inhaltliche Begriffe. Statt „3 Analyse" schreibe „3 Analyse der Kommunikationsstrategien auf Twitter". Statt „2.1 Begriffsdefinition" schreibe „2.1 Definition: Politische Partizipation". So wird deine Gliederung aussagekräftig.
Nächste Schritte
Wenn deine Gliederung steht und die Schnellchecks bestanden sind, hast du einen klaren Fahrplan für deine Hausarbeit. Hier sind die sinnvollen nächsten Schritte:
- Gliederung mit Betreuung besprechen: Zeige deine grobe Gliederung vor dem Schreiben. So bekommst du frühzeitig Feedback und vermeidest größere Umstrukturierungen später.
- Kapitel mit Stichpunkten füllen: Notiere zu jedem Kapitel, welche Punkte du dort behandeln willst. Das hilft, den roten Faden zu halten.
- Einleitung schreiben oder verfeinern: Die Einleitung enthält den Aufbau deiner Arbeit. Viele überarbeiten sie am Ende noch einmal, damit sie zum tatsächlichen Inhalt passt.
- Gliederung gegen Vorgaben prüfen: Vergleiche deine Struktur mit dem Leitfaden deines Lehrstuhls oder Moduls. Manche Fächer haben spezifische Anforderungen an Kapitelanzahl oder -benennung.
Während des Schreibens kann sich die Gliederung noch ändern. Das ist normal. Wichtig ist, dass am Ende alles zusammenpasst: Gliederung, Inhaltsverzeichnis und der tatsächliche Text sollten übereinstimmen.
Häufig gestellte Fragen
Wie nummeriere ich Verzeichnisse und Anhang?
Verzeichnisse (Abbildungs-, Tabellen-, Abkürzungsverzeichnis) und Anhang werden in der Regel nicht mit arabischen Ziffern nummeriert. Üblich sind: keine Nummer, römische Ziffern (I, II, III) oder Buchstaben für den Anhang. Beispiel: Anhang A (Interviewleitfaden), Anhang B (Transkripte), mit Unterabschnitten wie A.1, A.2. Das Literaturverzeichnis steht meist ohne Nummer. Die Konventionen variieren.
Brauche ich in einer Hausarbeit immer ein Methodik-Kapitel?
Das hängt von der Art deiner Arbeit ab. Bei empirischen Arbeiten (Interviews, Umfragen, Experimente) ist ein eigenes Methodik-Kapitel üblich. Bei reinen Literaturarbeiten kannst du das Vorgehen oft in der Einleitung oder im Theorieteil kurz erläutern. Frag im Zweifel deine Betreuung, was erwartet wird.
Wann brauche ich ein eigenes Diskussionskapitel?
Ein eigenes Diskussionskapitel ist sinnvoll, wenn du umfangreiche Ergebnisse einordnen, mit anderen Studien vergleichen oder Limitationen ausführlich besprechen willst. Bei kürzeren Hausarbeiten reicht es oft, die Diskussion ins Fazit zu integrieren. Empirische Arbeiten haben häufiger ein separates Diskussionskapitel als Literaturarbeiten.
Wie formuliere ich aussagekräftige Kapitelüberschriften?
Gute Überschriften sind wie Versprechen: Sie sagen, was im Kapitel passiert. Statt „3 Analyse" schreibe „3 Analyse der Kommunikationsstrategien". Statt „2.1 Theorie" besser „2.1 Das Framing-Konzept nach Entman". Statt „4 Ergebnisse" konkreter „4 Einflussfaktoren auf die Wahlbeteiligung". So erkennt deine Betreuung am Inhaltsverzeichnis den roten Faden.
Was mache ich, wenn mein Thema nicht in die Standard-Gliederung passt?
Die Dreiteilung Einleitung, Hauptteil, Fazit ist flexibel. Der Hauptteil kann chronologisch, thematisch, vergleichend oder nach Methode aufgebaut sein. Bei interdisziplinären Themen oder ungewöhnlichen Fragestellungen besprich die Struktur frühzeitig mit deiner Betreuung. Eine abweichende Gliederung ist kein Problem, wenn sie zur Forschungsfrage passt und begründet ist.
Thesenpapier für die Hausarbeit
Abkürzungsverzeichnis erstellen
Direktes und indirektes Zitat