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Ein Plagiat in der Hausarbeit bedeutet, dass du fremde Gedanken oder Texte als deine eigenen ausgibst. Das passiert schneller als gedacht, oft ohne böse Absicht. Hier erfährst du, was als Plagiat gilt, wie du es sicher vermeidest und wie du deine Arbeit vor der Abgabe prüfen kannst.
Kurzantwort: Notiere bei jeder fremden Idee sofort die Quelle, kennzeichne wörtliche Zitate mit Anführungszeichen und belege auch sinngemäße Übernahmen. Schreibe aus dem Verständnis heraus (Quelle weglegen, dann formulieren) und prüfe vor der Abgabe jeden Beleg gegen das Original.
- Jede fremde Idee hat eine Quellenangabe
- Wörtliche Zitate stehen in Anführungszeichen
- Paraphrasen sind wirklich in eigenen Worten
- Keine Quelle ohne Eintrag im Literaturverzeichnis
Was ist ein Plagiat?
Ein Plagiat liegt vor, wenn du Texte, Ideen, Argumente oder Daten anderer übernimmst, ohne die Quelle anzugeben. Das gilt für wörtliche Übernahmen genauso wie für sinngemäße Wiedergaben. Entscheidend ist nicht, ob du absichtlich oder versehentlich abgeschrieben hast. Fehlt die Quellenangabe, ist es ein Plagiat.
In der Hausarbeit zeigst du, dass du wissenschaftlich arbeiten kannst. Dazu gehört, fremdes Wissen von eigenen Gedanken zu unterscheiden. Wenn du eine Quelle nutzt, machst du das transparent. Damit würdigst du die Arbeit anderer und zeigst gleichzeitig, dass du dich mit dem Thema auseinandergesetzt hast.
Allgemeinwissen muss nicht belegt werden. Dass Berlin die Hauptstadt Deutschlands ist oder dass Wasser bei 100 Grad siedet, kannst du ohne Quelle schreiben. Sobald du aber konkrete Zahlen, Forschungsergebnisse, Interpretationen oder weniger bekannte Fakten nennst, brauchst du eine Quellenangabe.
Plagiat vs. Zitierfehler vs. Urheberrecht
Nicht jeder Fehler beim Zitieren ist automatisch ein Plagiat. Die Unterscheidung hilft dir, Risiken richtig einzuschätzen und gezielt zu vermeiden.
Kurzdefinitionen: Plagiat = Quelle fehlt. Zitierfehler = Quelle da, Format falsch. Urheberrecht = rechtliche Nutzungserlaubnis (v.a. bei Bildern).
Plagiat: Du übernimmst fremde Gedanken oder Texte, ohne die Quelle anzugeben. Die Quelle fehlt komplett oder du erweckst den Eindruck, die Idee stamme von dir. Das ist ein Verstoß gegen wissenschaftliche Standards und kann zum Nichtbestehen führen.
Zitierfehler: Du gibst eine Quelle an, aber das Format ist falsch (z.B. Seitenzahl fehlt, Jahreszahl vertauscht, falscher Zitierstil). Die Quelle ist erkennbar, nur die Form stimmt nicht. Einzelne Formfehler führen meist zu Punktabzug, aber nicht zum Plagiatsvorwurf. Wenn aber Quellen fehlen, falsch angegeben oder erfunden sind, oder sich Zitiermängel systematisch durch die ganze Arbeit ziehen, kann das als Plagiat oder Täuschung gewertet werden. Im Zweifel die Vorgaben deines Lehrstuhls prüfen.
Urheberrecht: Betrifft die rechtliche Seite, vor allem bei Bildern, Grafiken und längeren Textzitaten. Auch im Hochschulkontext gilt Urheberrecht. Praktisch relevant wird es besonders bei Abbildungen: Immer Quelle und Lizenz prüfen, vor allem wenn deine Arbeit in Lernplattformen hochgeladen oder in öffentlichen Repositorien archiviert wird.
Verwandtes Thema – Ghostwriting: Jemand anderes schreibt die Arbeit für dich. Das ist Täuschung mit oft schwerwiegenderen Konsequenzen als bei Plagiaten.
- Quelle vorhanden, aber Format falsch?
→ Zitierfehler (trotzdem ernst nehmen und korrigieren) - Quelle fehlt komplett?
→ Plagiatsrisiko (sofort Quelle ergänzen) - Bild oder Grafik verwendet?
→ Zusätzlich Urheberrecht beachten (Quelle angeben und ggf. Lizenz prüfen)
Schnellcheck: Muss ich eine Quelle angeben?
Nicht immer ist klar, ob du für eine Information eine Quellenangabe brauchst. Dieser Schnellcheck hilft dir bei der Entscheidung. Wenn du eine der folgenden Fragen mit Ja beantwortest, solltest du eine Quelle angeben.
- Information exakt nachlesbar? → Quelle angeben.
- Zahl, Statistik oder Definition? → Quelle angeben.
- Fremde Theorie oder Interpretation? → Quelle angeben.
- Formulierungen oder Struktur übernommen? → Zitat/Paraphrase.
- Bild, Diagramm oder Tabelle fremd? → Abbildungsquelle.
Die Faustregel lautet: Wenn eine Aussage nicht als Allgemeinwissen in deinem Fach gilt und du sie nicht selbst erhoben oder abgeleitet hast, gib eine Quelle an. Das gilt auch für Ideen, die du in eigenen Worten wiedergibst.
Stell dir drei Fragen. Wenn du eine mit Nein beantwortest: belegen.
Würde deine Betreuung das als bekannt voraussetzen?
Steht es in mehreren Standardwerken identisch?
Könntest du es ohne Nachschlagen sicher begründen?
Der Aufwand für eine zusätzliche Quellenangabe ist gering, die Konsequenz einer fehlenden kann gravierend sein.
Formen des Plagiats erkennen
Plagiate treten in verschiedenen Formen auf. Manche sind offensichtlich, andere passieren eher versehentlich. Wenn du die verschiedenen Arten kennst, kannst du sie gezielt vermeiden.
Du übernimmst einen fremden Text vollständig und gibst ihn als deinen eigenen aus. Das ist die schwerwiegendste Form und wird an Hochschulen konsequent geahndet.
Eine komplette Hausarbeit aus dem Internet kopieren oder von Kommilitonen übernehmen.
Du übernimmst einzelne Passagen, Sätze oder Absätze ohne Quellenangabe. Auch wenn der Rest deiner Arbeit selbst geschrieben ist, bleibt es ein Plagiat.
Einen Absatz aus Wikipedia kopieren und in deinen Text einfügen, ohne ihn als Zitat zu kennzeichnen.
Du formulierst fremde Gedanken in eigenen Worten um, gibst aber keine Quelle an. Das ist die häufigste Form des unbeabsichtigten Plagiats. Auch sinngemäße Übernahmen müssen belegt werden.
Du liest eine These in einem Buch und schreibst sie mit anderen Worten auf, ohne die Quelle zu nennen.
Du setzt Sätze oder Halbsätze aus mehreren Quellen zusammen, ohne jede einzelne zu belegen. Der Text wirkt selbst geschrieben, besteht aber aus Versatzstücken fremder Arbeiten.
Du nimmst den Einleitungssatz aus Quelle A, die Definition aus Quelle B und das Fazit aus Quelle C, ohne jeweils zu zitieren.
Halte pro Absatz nur eine Quelle offen. Notiere erst Stichpunkte aus dem Verständnis, dann formuliere. So entsteht deine eigene Struktur statt eines Flickenteppichs.
Weitere Formen sind das Strukturplagiat (du übernimmst die Gliederung oder den Argumentationsgang einer anderen Arbeit), das Ideenplagiat (du präsentierst eine fremde Kernthese als deine eigene) und das Übersetzungsplagiat (du übersetzt einen fremdsprachigen Text ohne Quellenangabe). Bei Hausarbeiten ist auch das Selbstplagiat relevant: Wenn du Teile einer eigenen früheren Arbeit erneut verwendest, ohne darauf hinzuweisen, kann das je nach Prüfungsordnung problematisch sein.
Plagiat vermeiden: Die wichtigsten Regeln
Plagiate vermeiden ist einfacher, wenn du von Anfang an systematisch arbeitest. Die wichtigste Regel: Notiere bei jeder Information sofort, woher sie stammt. Wenn du das konsequent machst, kannst du später nichts vergessen.
Quellen sofort dokumentieren: Sobald du etwas liest, das du verwenden könntest, notiere Autor, Titel, Jahr, Seitenzahl und bei Internetquellen das Abrufdatum. Nutze ein Literaturverwaltungsprogramm wie Citavi, Zotero oder Mendeley. Das spart Zeit und verhindert, dass Angaben verloren gehen. Mehr dazu findest du im Ratgeber zur Literaturrecherche.
Eigene Notizen von Zitaten trennen: Wenn du Texte exzerpierst, markiere wörtliche Übernahmen sofort mit Anführungszeichen. So erkennst du später auf einen Blick, was deine eigenen Worte sind und was du zitiert hast. Eine klare Kennzeichnung verhindert Verwechslungen.
In eigenen Worten schreiben: Lies eine Quelle, leg sie beiseite und schreibe dann mit eigenen Worten auf, was du verstanden hast. So entstehen automatisch eigene Formulierungen statt unbewusster Übernahmen. Die Quelle gibst du trotzdem an, weil die Idee nicht von dir stammt.
Einheitlich zitieren: Entscheide dich für einen Zitierstil und wende ihn konsequent an. Deine Hochschule oder dein Lehrstuhl gibt oft einen Stil vor. Wenn nicht, sind APA, Harvard oder die deutsche Zitierweise mit Fußnoten gängige Optionen. Wichtig ist die Einheitlichkeit: Mische nicht verschiedene Stile in einer Arbeit. Einen Überblick findest du im Ratgeber zur Zitierweise in der Hausarbeit.
Wenn du dir unsicher bist, ob etwas belegt werden muss: Lieber eine Quelle zu viel angeben als eine zu wenig. Eine überflüssige Quellenangabe ist kein Fehler, eine fehlende kann ein Plagiat sein.
Richtig zitieren und paraphrasieren
Direkte Zitate übernimmst du wörtlich und setzt sie in Anführungszeichen. Du änderst nichts am Originaltext, auch wenn dir eine Formulierung altmodisch oder umständlich vorkommt. Die Quellenangabe folgt direkt nach dem Zitat. Bei längeren Zitaten nutzt du ein eingerücktes Blockzitat ohne Anführungszeichen. Ab wann ein Zitat als „lang" gilt (oft ab drei Zeilen oder 40 Wörtern), hängt von den Vorgaben deiner Hochschule ab. Mehr dazu im Ratgeber zu direkten und indirekten Zitaten.
„Wissenschaftliches Arbeiten bedeutet, nachvollziehbar und überprüfbar zu argumentieren" (Müller, 2023, S. 15).
Der exakte Wortlaut steht in Anführungszeichen, die Quelle folgt direkt danach im Text.
„Wissenschaftliches Arbeiten bedeutet, nachvollziehbar und überprüfbar zu argumentieren."¹
¹ Müller, Hans: Wissenschaftliches Schreiben. Berlin 2023, S. 15.
Die hochgestellte Ziffer verweist auf die Fußnote am Seitenende mit vollständiger Quellenangabe.
Seitenzahlen: Bei wörtlichen Zitaten ist die Seitenzahl Pflicht, damit die Stelle nachprüfbar ist. Bei Paraphrasen hängt es von den Vorgaben deiner Hochschule ab. Die sichere Empfehlung: Im Zweifel auch bei indirekten Zitaten die Seitenzahl angeben.
Indirekte Zitate (Paraphrasen) geben fremde Gedanken in deinen eigenen Worten wieder. Du nutzt keine Anführungszeichen, gibst aber trotzdem die Quelle an. Ob du „vgl." vor die Quellenangabe setzt, hängt von deinem Zitierstil und den Vorgaben deiner Hochschule ab. Die Kunst liegt darin, den Inhalt korrekt wiederzugeben, ohne die Formulierungen zu übernehmen.
- Quelle lesen: Lies den Abschnitt und notiere die Kernaussage in Stichpunkten.
- Quelle weglegen: Schließe das Buch oder den Tab. Schreibe nicht beim Lesen.
- Eigene Worte finden: Formuliere die Kernaussage aus dem Gedächtnis in deinen Worten.
- Mit Original vergleichen: Prüfe, ob Satzbau, Schlüsselbegriffe und Metaphern ausgetauscht sind.
- Quelle angeben: Setze die Quellenangabe (je nach Vorgabe mit oder ohne „vgl.").
Original: „Wissenschaftliches Arbeiten bedeutet, nachvollziehbar und überprüfbar zu argumentieren."
Wissenschaftliches Arbeiten heißt, nachvollziehbar und überprüfbar zu argumentieren (vgl. Müller, 2023, S. 15).
→ Nur einzelne Wörter ersetzt, Struktur identisch.Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit sind zentrale Anforderungen an wissenschaftliche Argumentation (vgl. Müller, 2023, S. 15).
Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit sind zentrale Anforderungen an wissenschaftliche Argumentation.¹
¹ Vgl. Müller: Wissenschaftliches Schreiben, S. 15.Sekundärzitate solltest du vermeiden. Wenn Autor A in seinem Text Autor B zitiert und du dieses Zitat übernehmen willst, such besser die Originalquelle von Autor B. Nur wenn das Originalwerk nicht zugänglich ist, zitierst du mit dem Zusatz „zitiert nach" (z.B.: Meier, 2020, S. 45, zitiert nach Müller, 2023, S. 15). Mehr dazu im Ratgeber zu Primär- und Sekundärquellen.
KI-Tools und Plagiat: Wenn du KI-Werkzeuge wie ChatGPT zum Formulieren nutzt, ersetzt das nicht die Quellenarbeit. KI-Ausgaben sind keine zitierfähigen Originalquellen. Wenn die KI Fakten, Studien oder Theorien nennt, musst du diese gegen echte Primär- oder Sekundärquellen verifizieren und dann diese Quellen zitieren. KI kann Inhalte erfinden oder falsch wiedergeben. Fremde Gedanken im KI-Output müssen genauso belegt werden wie bei jeder anderen Recherche. Falls deine Hochschule Transparenz verlangt, halte fest, welches Tool du verwendet hast, wofür und in welchem Umfang. Frag deine Betreuungsperson vor dem Einsatz, welche Regeln gelten.
Typische Paraphrase-Fehler vermeiden
Paraphrasen sind die häufigste Ursache für unbeabsichtigte Plagiate. Die folgenden fünf Fehler passieren besonders oft. Mit den Gegenmitteln vermeidest du sie gezielt.
Fehler 1: Nur Synonyme tauschen.
Du ersetzt einzelne Wörter durch Synonyme, aber Satzbau und Struktur bleiben identisch.
Lösung: Quelle weglegen, Kernaussage in Stichpunkten notieren, dann komplett neu formulieren.
Fehler 2: Satzstruktur übernehmen.
Dein Satz folgt exakt dem Aufbau des Originals (Subjekt-Verb-Objekt in gleicher Reihenfolge).
Lösung: Den Satz aktiv umbauen: aus Hauptsatz mache Nebensatz, wechsle zwischen Aktiv und Passiv.
Fehler 3: Prägnante Begriffe übernehmen.
Originelle Begriffsprägungen oder Metaphern des Autors übernimmst du ohne Kennzeichnung.
Lösung: Originelle Formulierungen entweder als direktes Zitat setzen oder durch eigene Umschreibung ersetzen.
Fehler 4: Argumentationsreihenfolge kopieren.
Du gibst mehrere Punkte in exakt der gleichen Reihenfolge wieder wie die Quelle.
Lösung: Die Reihenfolge bewusst ändern oder nur die für dein Argument relevanten Punkte auswählen.
Fehler 5: Zu lange „Paraphrase".
Ein ganzer Absatz folgt eng einer einzigen Quelle, auch wenn du umformulierst.
Lösung: Pro Absatz nur eine Hauptquelle. Bei längeren Übernahmen: direktes Zitat nutzen.
Gibt es eine erlaubte Plagiatsquote?
Nein, es gibt keine allgemeine Prozentgrenze. Weder Turnitin noch andere Plagiatschecker definieren einen „erlaubten" Prozentsatz. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern ob die Treffer korrekt gekennzeichnet und belegt sind.
Ein Report mit 25 % Übereinstimmung kann völlig unbedenklich sein, wenn diese 25 % aus korrekt zitierten Passagen und dem Literaturverzeichnis bestehen. Ein Report mit 5 % kann problematisch sein, wenn diese 5 % ein langes, unbelegtes Textstück im Fließtext sind.
Meist harmlos:
- Literaturverzeichnis
- Direkte Zitate (")
- Fachbegriffe
- Standard-Wendungen
Riskant:
- Fließtext ohne Beleg
- Strukturkopien
- Übersetzungen
- Serien-Matches
Plagiatsprüfung: So liest du den Report
Plagiatsprüfungen vergleichen deinen Text mit Milliarden von Dokumenten im Internet und in Datenbanken. Sie markieren Übereinstimmungen und zeigen dir, welche Stellen auffällig sind. Das ersetzt nicht sorgfältiges Arbeiten, hilft aber, versehentliche Fehler zu finden.
Viele Hochschulen nutzen professionelle Tools wie Turnitin oder PlagScan. Es gibt auch kostenlose Alternativen, die einen ersten Überblick geben können. Kostenlose Versionen haben oft Einschränkungen bei Textlänge oder Datenbankgröße.
Lade deine finale Arbeit nicht unüberlegt in unbekannte kostenlose Plagiatschecker hoch. Manche speichern den Text in ihrer Datenbank, sodass deine Arbeit später selbst als „Treffer" erscheinen kann. Nutze vertrauenswürdige Anbieter oder frag deine Hochschule, welches Tool empfohlen wird.
- Lange Matches (>2 Sätze) im Fließtext (nicht im Literaturverzeichnis)
- Treffer aus studentischen Arbeiten oder Hausarbeit-Datenbanken
- Serien-Matches: Mehrere kurze Treffer aus derselben Quelle hintereinander
- Trefferliste öffnen: Geh jeden markierten Abschnitt einzeln durch.
- Zitat prüfen: Ist die Stelle als direktes Zitat gekennzeichnet? Dann ist der Treffer legitim.
- Quellenangabe prüfen: Steht eine Quelle dabei? Stimmt sie mit dem Literaturverzeichnis überein?
- Paraphrase prüfen: Ist die Stelle zu nah am Original? Dann umformulieren und Quelle prüfen.
- Echte Plagiate korrigieren: Nur Stellen ohne Quellenangabe oder mit kopiertem Text musst du ändern.
Grenzen der Plagiatsprüfung: Kein Tool findet alles. Umformulierte Texte, übersetzte Quellen oder Dokumente, die nicht online sind, werden oft nicht erkannt. Die Prüfung ist ein zusätzliches Sicherheitsnetz. Wenn du konsequent Quellen dokumentierst und richtig zitierst, brauchst du vor dem Ergebnis keine Angst zu haben.
Konsequenzen bei Plagiaten
Die Folgen eines Plagiats hängen von der Schwere und den Regeln deiner Hochschule ab. Bei kleineren Versäumnissen, etwa einer vergessenen Quellenangabe, kann die Note für den betroffenen Abschnitt abgewertet werden. Bei umfangreicheren Plagiaten droht die Note „nicht ausreichend" für die gesamte Arbeit.
In schwerwiegenden Fällen, etwa wenn große Teile der Arbeit kopiert wurden, kann die Hausarbeit als nicht bestanden gewertet werden. Je nach Prüfungsordnung kann das bedeuten, dass du die Arbeit wiederholen musst, einen Fehlversuch verbrauchst oder weitere disziplinarische Konsequenzen folgen. Die eidesstattliche Erklärung, die du unterschreibst, macht das Plagiat zusätzlich zu einer Frage der akademischen Integrität.
Mit der Eigenständigkeitserklärung bestätigst du, dass du die Arbeit selbst verfasst und alle Quellen angegeben hast. Ein Plagiat macht diese Erklärung zur Falschaussage mit möglichen rechtlichen Konsequenzen.
Wenn du während des Schreibens merkst, dass du eine Quelle nicht mehr findest oder unsicher bist, ob du etwas richtig zitiert hast, sprich mit deiner Betreuungsperson. Ehrlichkeit im Vorfeld ist besser als Ärger nach der Abgabe. Die meisten Dozentinnen und Dozenten schätzen es, wenn du Unsicherheiten offen ansprichst.
Checkliste vor der Abgabe
Bevor du deine Hausarbeit abgibst, geh diese Checkliste durch. So stellst du sicher, dass du keine Plagiatsfalle übersehen hast.
Stichprobe: 10 zufällige Belege gegen die Originalquelle prüfen (Autor, Jahr, Seite).
Visuals: Jede Grafik und Tabelle aus fremden Quellen mit Beleg versehen.
Abgleich: Jede Quelle im Text erscheint im Literaturverzeichnis und umgekehrt.
Konsistenz: Ein durchgängiger Zitierstil ohne Vermischung (z.B. Harvard vs. Fußnoten).
Prüfbericht: Plagiatsreport durchgegangen und kritische Stellen manuell korrigiert.
Vergiss nicht die Eigenständigkeitserklärung am Ende deiner Arbeit. Prüfe außerdem Gliederung, Deckblatt und Layout ein letztes Mal, bevor du die finale Version erstellst.
Wenn du deine Hausarbeit drucken und binden lassen möchtest, kannst du das bei BachelorHero online konfigurieren. Das Softcover und die Spiralbindung eignen sich besonders für Hausarbeiten.
Häufig gestellte Fragen
Was zählt als Allgemeinwissen in der Hausarbeit?
Allgemeinwissen ist, was Fachleute in deinem Bereich ohne Nachschlagen wissen und was in mehreren Standardwerken identisch steht. „Der Zweite Weltkrieg endete 1945" braucht keinen Beleg. Aber: „Die Kapitulation wurde am 8. Mai 1945 in Berlin-Karlshorst unterzeichnet" ist ein konkretes Faktum und sollte belegt werden. Im Zweifel gilt: Würde deine Betreuung das als selbstverständlich voraussetzen? Wenn nein, belegen.
Ist KI-generierter Text in der Hausarbeit ein Plagiat?
Das hängt von den Regeln deiner Hochschule ab. Viele Universitäten erwarten, dass du KI-Nutzung transparent machst. Auch wenn KI-Text kein klassisches Plagiat ist, gilt: Du musst die Inhalte verstehen, prüfen und fremde Gedanken oder Quellen im KI-Text trotzdem korrekt belegen. Frag deine Dozentin oder deinen Dozenten, welche Regeln gelten.
Was tun, wenn ich die Originalquelle nicht mehr finde?
Such zuerst systematisch: Prüfe deine Notizen, Browser-Verlauf und Download-Ordner. Nutze die Suchfunktion in deinem Literaturverwaltungstool oder suche nach Stichworten bei Google Scholar. Wenn du die Quelle wirklich nicht findest, hast du zwei Optionen: Entweder du streichst die Aussage oder du sprichst ehrlich mit deiner Betreuungsperson. Eine fehlende Quelle nachträglich klären ist besser als ein Plagiat.
Wie gehe ich mit Turnitin-Treffern im Literaturverzeichnis um?
Treffer im Literaturverzeichnis sind fast immer harmlos, weil bibliografische Angaben naturgemäß mit anderen Arbeiten übereinstimmen. Prüfe trotzdem kurz: Sind es wirklich nur Quellenangaben? Dann kannst du diese Matches ignorieren. Kritisch wird es nur, wenn Treffer aus dem Fließtext stammen und keine Quellenangabe haben.
Ist unabsichtliches Plagiat auch ein Plagiat?
Ja. Ob du absichtlich oder versehentlich abgeschrieben hast, ändert nichts an der Tatsache. Die Folgen können bei unbeabsichtigten Plagiaten milder ausfallen, aber ein Plagiat bleibt es trotzdem. Deshalb lohnt sich sorgfältiges Dokumentieren von Anfang an.
Direktes und indirektes Zitat
Das Fazit der Hausarbeit
Hausarbeit schreiben: Anleitung