Direktes und indirektes Zitat: So zitierst du richtig in der Hausarbeit

Kopierer mit wörtlich kopierter Textstelle neben Notizbuch und Bleistift als Sinnbild für direktes und indirektes Zitat in der Hausarbeit.

Ein direktes Zitat übernimmt den Wortlaut exakt und wird als Zitat gekennzeichnet. Ein indirektes Zitat gibt den Gedanken in eigenen Worten wieder, ohne Anführungszeichen. Beide brauchen eine Quellenangabe. Das indirekte Zitat ist der Standard in wissenschaftlichen Arbeiten, das direkte nutzt du nur, wenn die exakte Formulierung wichtig ist.

Hinweis zu den Musterbelegen: Namen, Publikationstitel, URLs und DOI mit „10.xxxx/…“ sind fiktive Platzhalter. Übernimm die Struktur, aber ersetze alle Angaben durch die geprüften Daten deiner echten Quelle.

Auf einen Blick
  • Direktes Zitat: Wortlaut exakt übernehmen, als Zitat kennzeichnen und die genaue Fundstelle angeben, bei paginierten Quellen mit Seitenzahl.

  • Indirektes Zitat: Gedanken in eigenen Worten wiedergeben, keine Anführungszeichen, Quellenangabe (je nach Stil mit „vgl.“).

  • Faustregel: Indirekt ist Standard. Direkt vor allem bei Definitionen, Aussagen, die du analysierst, oder nicht ersetzbaren Formulierungen.

Arbeitsregel: Lege vor dem Schreiben den verlangten Zitierstil und den Umgang mit Hilfsmitteln fest. Maßgeblich sind der Leitfaden deines Fachbereichs, die Prüfungsordnung und konkrete Absprachen mit deiner Betreuung. Die Beispiele in diesem Artikel sind keine Ersatzvorgaben.

Inhaltsverzeichnis

Direktes Zitat: Regeln und Aufbau

Ein direktes Zitat übernimmt den Originaltext Wort für Wort. Kurze Zitate setzt du in Anführungszeichen und gibst die Quelle mit einer genauen Fundstelle an. Bei paginierten Quellen ist das die Seitenzahl; bei anderen Quellen nutzt du je nach Stil etwa Absatz, Überschrift oder Zeitstempel. Der Wortlaut muss exakt stimmen, auch wenn die Originalformulierung ungewöhnlich erscheint.

Fiktives Harvard-Beispiel eines kurzen direkten Zitats mit Hinweisen zu exaktem Wortlaut, Anführungszeichen und genauer Fundstelle.

Der Aufbau kurzer Zitate folgt einem klaren Muster: Nach dem öffnenden Anführungszeichen kommt der Originaltext, dann das schließende Anführungszeichen. Direkt danach steht die Quellenangabe in Klammern mit Autor, Jahr und genauer Fundstelle. Bei der deutschen Zitierweise steht die Quellenangabe in der Fußnote.

Beispiel direktes Zitat

Harvard: „Wissenschaftliches Arbeiten erfordert Präzision“ (Müller 2023, S. 45).

APA (Original): „Wissenschaftliches Arbeiten erfordert Präzision“ (Müller, 2023, p. 45).

Deutsche Zitierweise: „Wissenschaftliches Arbeiten erfordert Präzision.“1

Fußnote: 1 Müller, Hans: Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens, München 2023, S. 45.

Hinweis: Deutschsprachige APA-Anpassungen verwenden auch „S.“ statt „p.“. Prüfe deinen Leitfaden.

Satzzeichen und Quellenangabe: Wo Punkt und Quellenangabe stehen, hängt vom Zitierstil ab. Bei kurzen Zitaten im Fließtext steht der Punkt bei APA und Harvard nach der Klammer. Harvard: „Text“ (Müller 2023, S. 45). APA: „Text“ (Müller, 2023, p. 45). Bei der deutschen Zitierweise steht der Punkt vor der Fußnotenzahl: „Text.“1

Blockzitate für längere Passagen werden eingerückt und ohne Anführungszeichen gesetzt. Die Grenze variiert je nach Stil: APA setzt sie bei 40 Wörtern, andere Leitfäden bei drei oder mehr Zeilen. Die Quellenangabe steht am Ende des Blocks. Nutze Blockzitate sparsam.

Quellen ohne Seitenzahl

Bei Quellen ohne Seitenzahlen (z. B. Websites) nutze so viel Lokalisierung wie möglich:

  • APA (Original)

    Lokalisierung und Beispiel

    Absatznummer (para. 3) oder Überschrift. Beispiel: (Müller, 2023, para. 3).

  • Deutschsprachige APA-Anpassung

    Lokalisierung und Beispiel

    Beispiel mit deutscher Absatzangabe: (Müller, 2023, Abs. 3).

  • Harvard

    Lokalisierung und Beispiel

    Abschnittstitel, Absatzzählung oder Überschrift. Beispiel: (Müller 2023, Abschnitt „Methodik“).

  • Deutsche Zitierweise

    Lokalisierung und Beispiel

    Abschnitt/Absatz angeben. Falls dein Leitfaden es vorsieht, kannst du fehlende Seiten mit „o. S.“ kennzeichnen.

Indirektes Zitat: Regeln und Aufbau

Ein indirektes Zitat gibt den Inhalt einer Quelle in deinen eigenen Worten wieder. Du paraphrasierst den Gedanken, ohne den Wortlaut zu übernehmen. Anführungszeichen entfallen, die Quellenangabe bleibt aber Pflicht.

Fiktives APA-Beispiel für indirektes Zitieren, Originalsatz im Buch und eigene Formulierung im Notizblock mit Quelle, ohne Anführungszeichen.

Die Kunst liegt darin, den Kerngedanken zu erfassen und eigenständig in wissenschaftlicher Sprache zu formulieren. Einfaches Umstellen von Wörtern oder das Ersetzen einzelner Begriffe durch Synonyme reicht nicht aus. Deine Formulierung muss sich deutlich vom Original unterscheiden.

Beispiel indirektes Zitat

Harvard: Präzision gilt als Grundprinzip wissenschaftlicher Arbeit (vgl. Müller 2023, S. 45).

APA (Original): Präzision gilt als Grundprinzip wissenschaftlicher Arbeit (Müller, 2023) oder optional mit Seite: (Müller, 2023, p. 45).

Deutsche Zitierweise: Präzision gilt als Grundprinzip wissenschaftlicher Arbeit.1

Fußnote: 1 Vgl. Müller, Hans: Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens, München 2023, S. 45.

Verwendung von „vgl.“: Harvard und die deutsche Zitierweise nutzen häufig „vgl.“ (vergleiche) vor indirekten Zitaten. Manche Leitfäden lassen es aber weg. APA verzichtet generell darauf. Ob und wie du „vgl.“ einsetzt, regelt dein Leitfaden.

Seitenzahl bei Paraphrasen: Bei APA ist eine Seiten- oder Absatzangabe nicht vorgeschrieben. Sie kann helfen, eine Stelle in langen oder komplexen Werken zu finden. Harvard- und deutsche Leitfäden regeln Fundstellen unterschiedlich. Bei einer konkreten Stelle gibst du die Fundstelle nach deinem Leitfaden an.

Paraphrase, Zusammenfassung, Interpretation

Paraphrase und Zusammenfassung geben fremde Inhalte sinngemäß wieder und brauchen einen Beleg. Sie unterscheiden sich vor allem im Umfang. Bei einer eigenen Interpretation muss zusätzlich klar bleiben, wo die belegte Grundlage endet und deine Schlussfolgerung beginnt.

Abgrenzung

Paraphrase (indirektes Zitat): Du gibst einen konkreten Gedanken oder eine Aussage in eigenen Worten wieder. Die Quellenangabe steht direkt beim paraphrasierten Inhalt.

Zusammenfassung: Du fasst die Kernaussagen eines längeren Abschnitts oder Werks zusammen. Setze den Beleg so, dass klar erkennbar bleibt, welche Sätze die Quelle zusammenfassen. Ein Beleg am Absatzende kann ausreichen, wenn der gesamte Absatz eindeutig derselben Quelle zugeordnet ist. Bei APA belegst du die Quelle bereits bei der ersten Erwähnung.

Eigene Interpretation: Du ziehst Schlussfolgerungen oder bewertest Inhalte. Die eigene Schlussfolgerung ist kein fremder Gedanke. Belege aber weiterhin die Quellen, Daten oder Textstellen, auf denen deine Analyse beruht, und kennzeichne übernommene Interpretationen.

Wann brauche ich einen Beleg? Jeder fremde Gedanke braucht einen Nachweis. Bei mehreren Sätzen aus derselben Quelle sind nicht nach jedem Satz neue Belege nötig, solange eindeutig bleibt, welche Sätze gedeckt sind. Im Zweifel lieber nach jedem gedanklichen Block belegen. Bei Gedanken aus verschiedenen Quellen setzt du jeden Beleg dort, wo der jeweilige Inhalt steht.

Wann direkt, wann indirekt zitieren?

Zwei Textblätter vergleichen direkte und indirekte Zitate in der Hausarbeit nach Wortlaut und Gedanken, beide brauchen einen Beleg.

Direkt zitieren solltest du, wenn die exakte Formulierung entscheidend ist: bei Definitionen, die du übernehmen willst, bei prägnanten Aussagen, die du analysierst, bei Rechtsnormen oder historischen Quellen und bei umstrittenen Positionen, die du wörtlich belegen möchtest.

Indirekt zitieren ist der Standard für Fakten, Forschungsergebnisse und allgemeine Aussagen. Wenn der Inhalt zählt und nicht der Wortlaut, paraphrasierst du. Das zeigt, dass du den Text verstanden und in deinen Argumentationsgang eingebaut hast.

Entscheidungshilfe
  • Definition übernehmen, Aussage analysieren, Formulierung nicht ersetzbar, kontroverse Position wörtlich belegen

    Direkt zitieren.

  • Fakten und Ergebnisse wiedergeben, allgemeine Aussagen belegen, Kerngedanken in eigenen Text einbauen

    Indirekt zitieren.

Anpassungen im direkten Zitat

Manchmal passt ein direktes Zitat nicht perfekt in deinen Satz. Du darfst den Originaltext anpassen, musst die Änderungen aber kennzeichnen. Die genaue Notation variiert je nach Leitfaden. Unmarkierte Änderungen verfälschen das Zitat.

  • Auslassungen

    So kennzeichnest du sie

    Die Kennzeichnung richtet sich nach dem Zitierstil. Viele deutsche Leitfäden verwenden eine Ellipse in eckigen Klammern: […]. Beispiel: „Die Ergebnisse […] bestätigen die Hypothese“ (Autor, Jahr, Seite). APA (Original) verwendet Auslassungspunkte ohne eckige Klammern: . . . Der Sinn des Originals muss in jedem Fall erhalten bleiben.

  • Ergänzungen

    So kennzeichnest du sie

    Erklärende Wörter stehen in eckigen Klammern: „Sie [die Forschenden] kamen zu diesem Schluss“ (Autor, Jahr, Seite).

  • Grammatische Anpassungen

    So kennzeichnest du sie

    Geänderte Endungen markierst du mit eckigen Klammern: „wissenschaftliche[n] Arbeiten“.

  • Hervorhebungen

    So kennzeichnest du sie

    Hebst du Wörter hervor, die im Original nicht hervorgehoben sind, ergänze „[Hervorhebung durch Verfasser]“.

Fehler im Original: Enthält das Zitat einen offensichtlichen Fehler, übernimmst du ihn und markierst ihn mit [sic]. Das zeigt, dass der Fehler aus dem Original stammt: „Die Ergebenisse [sic] zeigen einen Zusammenhang“ (Autor, Jahr, Seite).

Achte darauf: Wenn zu viele Anpassungen nötig wären, ist das indirekte Zitat die bessere Wahl. Ein Zitat, das mehr eckige Klammern als Originaltext enthält, ist schwer lesbar.

Sonderfälle beim Zitieren

Zitat im Zitat: In deutschsprachigen Texten stehen häufig doppelte äußere und einfache innere Anführungszeichen: „Sie sagte: ‚Das ist wichtig‘ und ging“ (Autor, Jahr, Fundstelle). Nutzt dein Leitfaden andere Anführungszeichen, folge dessen Vorgabe.

Sekundärzitat (zitiert nach): Versuche immer, die Originalquelle zu beschaffen. Nur wenn das nicht möglich ist, nutzt du ein Sekundärzitat. Beispiel: Müller (2020, zitiert nach Schmidt, 2023) zeigt, dass … Im Literaturverzeichnis steht nur die Quelle, die du gelesen hast (Schmidt).

Mehrere Seiten: Übernimm die Bereichsnotation deines Leitfadens, zum Beispiel S. 45-48. Manche Leitfäden akzeptieren auch S. 45 f. für die folgende Seite oder S. 45 ff. für mehrere folgende Seiten.

Typische Fehler

Anführungszeichen vergessen: Wenn du bei einem kurzen Zitat den Wortlaut übernimmst, aber keine Anführungszeichen setzt, gilt das als Plagiat.

Oberflächliches Paraphrasieren: Synonymaustausch oder Satzumstellung reichen nicht. Formuliere eigenständig.

Quellenangabe fehlt: Auch indirekte Zitate brauchen einen Nachweis.

Letzter Zitate-Check vor der Abgabe

Bevor du abgibst, prüfe deine Zitate systematisch. Ein Durchgang nur für Quellenangaben spart Punktabzüge.

Checkliste Zitate
  • Jedes direkte Zitat ist durch Anführungszeichen oder Blockformat gekennzeichnet und hat eine genaue Fundstelle, zum Beispiel Seite, Absatz oder Zeitstempel

  • Jedes indirekte Zitat hat eine Quellenangabe

  • Auslassungen folgen dem gewählten Zitierstil, zum Beispiel […] in vielen deutschen Leitfäden oder . . . bei APA (Original)

  • Ergänzungen stehen in eckigen Klammern [Text]

  • Satzzeichen stehen an der richtigen Stelle (je nach Stil)

  • Alle Quellen im Text stehen im Literaturverzeichnis

  • Formatierung ist einheitlich (z. B. S./p., vgl./ohne vgl., Kommasetzung)

Die Form der Quellenangabe hängt von deiner Zitierweise ab. Für Internetquellen gelten besondere Regeln. Möchtest du deine Hausarbeit drucken und binden lassen, kannst du Druck und Bindung bei BachelorHero online konfigurieren.

Häufig gestellte Fragen

Wie zitiere ich eine Website ohne Seitenzahl?

Nutze so viel Lokalisierung wie möglich. Bei APA (Original) gibst du Absatznummern mit „para.“ an, z. B. (Müller, 2023, para. 3), oder die Überschrift des Abschnitts. In deutschsprachigen APA-Anpassungen wird auch „Abs.“ statt „para.“ verwendet. Bei Harvard nutzt du häufig Abschnittstitel oder Absatzzählung, je nach Leitfaden. Die deutsche Zitierweise verwendet Abschnittsangaben oder kennzeichnet fehlende Seiten (z. B. „o. S.“), falls dein Leitfaden das vorsieht.

Was ist ein Sekundärzitat und wann darf ich es verwenden?

Ein Sekundärzitat (zitiert nach) nutzt du, wenn du die Originalquelle nicht beschaffen kannst. Beispiel: „Text“ (Müller, 2020, zitiert nach Schmidt, 2023, S. 45). Im Literaturverzeichnis steht nur die Quelle, die du gelesen hast (Schmidt). Sekundärzitate sollten die Ausnahme bleiben.

Wie kennzeichne ich ein Zitat im Zitat?

In deutschsprachigen Texten ist die Kombination aus doppelten äußeren und einfachen inneren Anführungszeichen eine gängige Form: „Sie sagte: ‚Das ist wichtig‘ und ging“ (Autor, Jahr, Fundstelle). Nutzt dein Leitfaden andere Anführungszeichen, folge dessen Vorgabe.

Wann verwende ich „vgl.“ beim Zitieren?

Das „vgl.“ (vergleiche) steht häufig vor indirekten Zitaten bei Harvard und der deutschen Zitierweise. Manche Leitfäden lassen es aber auch weg. APA verzichtet generell darauf. Ob und wie du „vgl.“ nutzt, regelt dein Leitfaden. Bei direkten Zitaten entfällt es immer.

Wie gebe ich einen Seitenbereich an?

Übernimm die Bereichsnotation deines Leitfadens. Häufig wird ein konkreter Bereich angegeben, zum Beispiel S. 45-48. Für die Seiten 45 bis 48 nutzt APA (Original) „pp.“ und einen Halbgeviertstrich zwischen den Zahlen. In Word erzeugst du den Halbgeviertstrich mit Strg+Minus auf dem Ziffernblock (Windows) oder Option+Bindestrich (Mac). Manche Leitfäden akzeptieren auch „S. 45 f.“ für die folgende Seite oder „S. 45 ff.“ für mehrere folgende Seiten.

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