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Direktes und indirektes Zitat: So zitierst du richtig in der Hausarbeit

Direktes und indirektes Zitat in der Hausarbeit: Unterschiede und Regeln im Überblick | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Ein direktes Zitat übernimmt den Wortlaut exakt und steht in Anführungszeichen. Ein indirektes Zitat gibt den Gedanken in eigenen Worten wieder, ohne Anführungszeichen. Beide brauchen eine Quellenangabe. Das indirekte Zitat ist der Standard in wissenschaftlichen Arbeiten, das direkte nutzt du nur, wenn die exakte Formulierung wichtig ist.

Auf einen Blick

Direktes Zitat: Wortlaut exakt übernehmen, in Anführungszeichen setzen, Quellenangabe mit Seitenzahl.

Indirektes Zitat: Gedanken in eigenen Worten wiedergeben, keine Anführungszeichen, Quellenangabe (je nach Stil mit „vgl.").

Faustregel: Indirekt ist Standard. Direkt nur bei Definitionen, Analysen oder nicht ersetzbaren Formulierungen.

Wichtig: Die folgenden Regeln zeigen gängige Konventionen. Dein Hochschul-Leitfaden hat immer Vorrang. Falls dein Institut eine abweichende Notation verlangt, folge dieser.

Direktes Zitat: Regeln und Aufbau

Ein direktes Zitat übernimmt den Originaltext Wort für Wort. Du setzt den zitierten Text in Anführungszeichen und gibst die Quelle mit Seitenzahl an. Der Wortlaut muss exakt stimmen, auch wenn die Originalformulierung ungewöhnlich erscheint.

Aufbau eines direkten Zitats: Anführungszeichen, Originaltext und Quellenangabe | BachelorHero

Der Aufbau folgt einem klaren Muster: Nach dem öffnenden Anführungszeichen kommt der Originaltext, dann das schließende Anführungszeichen. Direkt danach steht die Quellenangabe in Klammern mit Autor, Jahr und Seitenzahl. Bei der deutschen Zitierweise wandert die vollständige Angabe in die Fußnote.

Beispiel direktes Zitat

Harvard: „Wissenschaftliches Arbeiten erfordert Präzision" (Müller 2023, S. 45).

APA (Original): „Wissenschaftliches Arbeiten erfordert Präzision" (Müller, 2023, p. 45).

Deutsche Zitierweise: „Wissenschaftliches Arbeiten erfordert Präzision."1

Fußnote: 1 Müller, Hans: Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens, München 2023, S. 45.

Hinweis: Viele deutsche Hochschulen erlauben bei APA auch „S." statt „p." – prüfe deinen Leitfaden.

Satzzeichen und Quellenangabe: Wo Punkt und Quellenangabe stehen, hängt vom Zitierstil ab. Bei APA und Harvard steht der Punkt nach der Klammer. Harvard: „Text" (Müller 2023, S. 45). APA: „Text" (Müller, 2023, p. 45). Bei der deutschen Zitierweise steht der Punkt vor der Fußnotenzahl: „Text."1

Blockzitate für längere Passagen werden eingerückt und ohne Anführungszeichen gesetzt. Die Grenze variiert je nach Stil: APA setzt sie bei 40 Wörtern, andere Leitfäden bei drei oder mehr Zeilen. Die Quellenangabe steht am Ende des Blocks. Nutze Blockzitate sparsam.

Quellen ohne Seitenzahl

Bei Quellen ohne Seitenzahlen (z. B. Websites) nutze so viel Lokalisierung wie möglich:

APA (Original): Absatznummer (para. 3) oder Überschrift. Beispiel: (Müller, 2023, para. 3).

Deutsche Hochschulen: Oft eingedeutschte Schreibweise. Beispiel: (Müller, 2023, Abs. 3).

Harvard: Abschnittstitel, Absatzzählung oder Überschrift. Beispiel: (Müller 2023, Abschnitt „Methodik").

Deutsche Zitierweise: Abschnitt/Absatz angeben. Falls dein Leitfaden es vorsieht, kannst du fehlende Seiten mit „o. S." kennzeichnen.

Indirektes Zitat: Regeln und Aufbau

Ein indirektes Zitat gibt den Inhalt einer Quelle in deinen eigenen Worten wieder. Du paraphrasierst den Gedanken, ohne den Wortlaut zu übernehmen. Anführungszeichen entfallen, die Quellenangabe bleibt aber Pflicht.

Beispiel für ein indirektes Zitat: Originaltext wird in eigenen Worten wiedergegeben | BachelorHero

Die Kunst liegt darin, den Kerngedanken zu erfassen und eigenständig zu formulieren. Einfaches Umstellen von Wörtern oder das Ersetzen einzelner Begriffe durch Synonyme reicht nicht aus. Deine Formulierung muss sich deutlich vom Original unterscheiden.

Beispiel indirektes Zitat

Harvard: Präzision gilt als Grundprinzip wissenschaftlicher Arbeit (vgl. Müller 2023, S. 45).

APA (Original): Präzision gilt als Grundprinzip wissenschaftlicher Arbeit (Müller, 2023) oder optional mit Seite: (Müller, 2023, p. 45).

Deutsche Zitierweise: Präzision gilt als Grundprinzip wissenschaftlicher Arbeit.1

Fußnote: 1 Vgl. Müller, Hans: Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens, München 2023, S. 45.

Verwendung von „vgl.": Harvard und die deutsche Zitierweise nutzen häufig „vgl." (vergleiche) vor indirekten Zitaten – manche Leitfäden lassen es aber weg. APA verzichtet generell darauf. Ob und wie du „vgl." einsetzt, regelt dein Leitfaden.

Seitenzahl bei Paraphrasen: APA empfiehlt Seitenzahlen auch bei indirekten Zitaten, macht sie aber nicht zur Pflicht. Harvard ist flexibler. Die deutsche Zitierweise verlangt sie meist. Bei Bezug auf eine konkrete Stelle gib die Seite an, bei allgemeinen Aussagen zum Gesamtwerk kannst du sie weglassen.

Paraphrase, Zusammenfassung, Interpretation

Nicht jede Wiedergabe fremder Inhalte ist ein indirektes Zitat. Die Abgrenzung ist wichtig, weil sie bestimmt, wann du einen Einzelbeleg brauchst.

Abgrenzung

Paraphrase (indirektes Zitat): Du gibst einen konkreten Gedanken oder eine Aussage in eigenen Worten wieder. Die Quellenangabe steht direkt beim paraphrasierten Inhalt.

Zusammenfassung: Du fasst die Kernaussagen eines längeren Abschnitts oder Werks zusammen. Ein Beleg am Ende des Absatzes reicht, wenn du mehrere Punkte aus derselben Quelle bündelst.

Eigene Interpretation: Du ziehst Schlussfolgerungen oder bewertest Inhalte. Eigene Analysen brauchen keinen Beleg, müssen aber begründet sein. Wenn du dich auf Interpretationen anderer stützt, belegst du diese.

Wann brauche ich einen Beleg? Jeder fremde Gedanke braucht einen Nachweis. Bei mehreren Sätzen aus derselben Quelle kann eine Quellenangabe am Ende des Absatzes reichen – aber nur, wenn eindeutig ist, welche Sätze gedeckt sind. Im Zweifel lieber nach jedem gedanklichen Block belegen. Bei Gedanken aus verschiedenen Quellen setzt du jeden Beleg dort, wo der jeweilige Inhalt steht.

Wann direkt, wann indirekt zitieren?

Entscheidungshilfe: Wann direktes, wann indirektes Zitat? | BachelorHero

Direkt zitieren solltest du, wenn die exakte Formulierung entscheidend ist: bei Definitionen, die du übernehmen willst, bei prägnanten Aussagen, die du analysierst, bei Rechtsnormen oder historischen Quellen und bei umstrittenen Positionen, die du wörtlich belegen möchtest.

Indirekt zitieren ist der Standard für Fakten, Forschungsergebnisse und allgemeine Aussagen. Wenn der Inhalt zählt und nicht der Wortlaut, paraphrasierst du. Das zeigt, dass du den Text verstanden und in deinen Argumentationsgang eingebaut hast.

Entscheidungshilfe

Direkt: Definition übernehmen, Aussage analysieren, Formulierung nicht ersetzbar, kontroverse Position wörtlich belegen.

Indirekt: Fakten und Ergebnisse wiedergeben, allgemeine Aussagen belegen, Kerngedanken in eigenen Text einbauen.

Anpassungen im direkten Zitat

Manchmal passt ein direktes Zitat nicht perfekt in deinen Satz. Du darfst den Originaltext anpassen, musst die Änderungen aber kennzeichnen. Die genaue Notation variiert je nach Leitfaden. Unmarkierte Änderungen verfälschen das Zitat.

Anpassungen kennzeichnen

Auslassungen: Die üblichste Form sind drei Punkte in eckigen Klammern: [...]. Beispiel: „Die Ergebnisse [...] bestätigen die Hypothese" (Autor, Jahr, Seite). Wichtig: Die Auslassung muss eindeutig als Eingriff erkennbar sein. Der Sinn des Originals muss erhalten bleiben.

Ergänzungen: Erklärende Wörter stehen in eckigen Klammern: „Sie [die Forschenden] kamen zu dem Schluss..." (Autor, Jahr, Seite).

Grammatische Anpassungen: Geänderte Endungen markierst du mit eckigen Klammern: „wissenschaftliche[n] Arbeiten".

Hervorhebungen: Hebst du Wörter hervor, die im Original nicht hervorgehoben sind, ergänze „[Hervorhebung durch Verfasser]".

Fehler im Original: Enthält das Zitat einen offensichtlichen Fehler, übernimmst du ihn und markierst ihn mit [sic]. Das zeigt, dass der Fehler aus dem Original stammt: „Die Ergebenisse [sic] zeigen..." (Autor, Jahr, Seite).

Wenn zu viele Anpassungen nötig wären, ist das indirekte Zitat die bessere Wahl. Ein Zitat, das mehr eckige Klammern als Originaltext enthält, ist schwer lesbar.

Sonderfälle beim Zitieren

Zitat im Zitat: Wenn deine Quelle selbst zitiert, markierst du das innere Zitat mit einfachen Anführungszeichen: „Sie sagte: ‚Das ist wichtig‘ und ging“ (Autor, Jahr, Seite). Die äußeren Anführungszeichen bleiben doppelt. Diese Regel gilt für alle gängigen Zitierstile.

Sekundärzitat (zitiert nach): Versuche immer, die Originalquelle zu beschaffen. Nur wenn das nicht möglich ist, nutzt du ein Sekundärzitat. Beispiel: Müller (2020, zitiert nach Schmidt, 2023) zeigt, dass... Im Literaturverzeichnis steht nur die Quelle, die du gelesen hast (Schmidt).

Mehrere Seiten: Bei Seitenbereichen nutzt du den Halbgeviertstrich: S. 45–48. Manche Leitfäden akzeptieren auch S. 45 f. (folgende Seite) oder S. 45 ff. (mehrere folgende). Prüfe deinen Leitfaden.

Typische Fehler

Anführungszeichen vergessen: Wenn du den Wortlaut übernimmst, aber keine Anführungszeichen setzt, gilt das als Plagiat.

Oberflächliches Paraphrasieren: Synonymaustausch oder Satzumstellung reichen nicht. Formuliere eigenständig.

Quellenangabe fehlt: Auch indirekte Zitate brauchen einen Nachweis.

Letzter Zitate-Check vor der Abgabe

Bevor du abgibst, prüfe deine Zitate systematisch. Ein Durchgang nur für Quellenangaben spart Punktabzüge.

Checkliste Zitate

Jedes direkte Zitat hat Anführungszeichen und Seitenzahl

Jedes indirekte Zitat hat eine Quellenangabe

Auslassungen sind mit [...] markiert

Ergänzungen stehen in eckigen Klammern [Text]

Satzzeichen stehen an der richtigen Stelle (je nach Stil)

Alle Quellen im Text stehen im Literaturverzeichnis

Formatierung ist einheitlich (z. B. S./p., vgl./ohne vgl., Komma-Setzung)

Die Form der Quellenangabe hängt von deiner Zitierweise ab. Für Internetquellen gelten besondere Regeln. Wenn du deine Hausarbeit drucken und binden lassen möchtest, kannst du das bei BachelorHero online konfigurieren.

Häufig gestellte Fragen

Wie zitiere ich eine Website ohne Seitenzahl?

Nutze so viel Lokalisierung wie möglich. Bei APA (Original) gibst du Absatznummern mit „para." an, z. B. (Müller, 2023, para. 3), oder die Überschrift des Abschnitts. Deutsche Hochschulen erlauben oft „Abs." statt „para." Bei Harvard nutzt du häufig Abschnittstitel oder Absatzzählung, je nach Leitfaden. Die deutsche Zitierweise verwendet Abschnittsangaben oder kennzeichnet fehlende Seiten (z. B. „o. S."), falls dein Leitfaden das vorsieht.

Was ist ein Sekundärzitat und wann darf ich es verwenden?

Ein Sekundärzitat (zitiert nach) nutzt du, wenn du die Originalquelle nicht beschaffen kannst. Beispiel: „Text" (Müller, 2020, zitiert nach Schmidt, 2023). Im Literaturverzeichnis steht nur die Quelle, die du gelesen hast (Schmidt). Sekundärzitate sollten die Ausnahme bleiben.

Wie kennzeichne ich ein Zitat im Zitat?

Das innere Zitat erhält einfache Anführungszeichen, das äußere doppelte: „Sie sagte: ‚Das ist wichtig‘ und ging“ (Autor, Jahr, Seite). Diese Regel gilt für alle gängigen Zitierstile. Achte auf die korrekte Reihenfolge der Anführungszeichen.

Wann verwende ich „vgl." beim Zitieren?

Das „vgl." (vergleiche) steht häufig vor indirekten Zitaten bei Harvard und der deutschen Zitierweise – manche Leitfäden lassen es aber auch weg. APA verzichtet generell darauf. Ob und wie du „vgl." nutzt, regelt dein Leitfaden. Bei direkten Zitaten entfällt es immer.

Wie gebe ich einen Seitenbereich an?

Nutze den Halbgeviertstrich (–) statt des kurzen Bindestrichs: S. 45–48 oder pp. 45–48. In Word erzeugst du ihn mit Strg+Minus (Windows) oder Option+Bindestrich (Mac). Manche Leitfäden akzeptieren auch „S. 45 f." (folgende Seite) oder „S. 45 ff." (mehrere folgende Seiten).

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