Kalender 2026-01-17

Methodik Hausarbeit: So beschreibst du dein Vorgehen richtig

Methodik in der Hausarbeit: Aufbau, Methoden und Beispiele | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Die Methodik deiner Hausarbeit beschreibt, wie du vorgehst, um deine Fragestellung zu beantworten. Sie macht dein Vorgehen transparent und nachvollziehbar. Hier erfährst du, wann du einen eigenen Methodikteil brauchst, welche Methoden für Hausarbeiten typisch sind und bekommst Vorlagen, die du direkt anpassen kannst.

Kurzantwort: Was ist die Methodik?

Die Methodik ist der Teil deiner Hausarbeit, in dem du erklärst, wie du vorgehst, um deine Fragestellung zu beantworten. Sie macht dein Vorgehen nachvollziehbar und transparent prüfbar.

4 Fragen, die deine Methodik beantworten muss:

  • Was untersuchst du (Gegenstand)?
  • Mit welcher Methode (z.B. Literaturanalyse, Vergleich)?
  • Wie gehst du konkret vor (Schritte, Kriterien)?
  • Welche Grenzen hat dein Vorgehen?

Schnellcheck: Deine Methodik ist vollständig, wenn Lesende diese vier Fragen nach dem Lesen beantworten können.

Was ist die Methodik in einer Hausarbeit?

Die Methodik macht transparent, wie du zu deinen Ergebnissen kommst. Du erklärst nicht nur, was du untersuchst, sondern auch, wie du dabei vorgehst. Das unterscheidet wissenschaftliches Arbeiten von Meinungsäußerungen. Lesende können dein Vorgehen nachvollziehen und einschätzen, ob deine Schlussfolgerungen plausibel sind.

Bei einer Hausarbeit geht es meist nicht um eigene Datenerhebungen wie Umfragen oder Experimente. Stattdessen arbeitest du typischerweise mit vorhandener Literatur, vergleichst Positionen oder analysierst Texte und Quellen. Auch das ist ein methodisches Vorgehen, das du kurz erläutern solltest. Dabei gilt: Methode ist das Verfahren (z.B. Vergleich), Methodikteil ist der Textabschnitt, in dem du es erklärst.

Hausarbeit vs. Bachelor- und Masterarbeit

Die Methodik in einer Hausarbeit unterscheidet sich deutlich von der in einer Bachelor- oder Masterarbeit. Bei Abschlussarbeiten wird oft ein eigenes Methodenkapitel erwartet, das detailliert Forschungsdesign, Datenerhebung, Stichprobe und Auswertungsverfahren beschreibt. Die Anforderungen an Replizierbarkeit und methodische Reflexion sind höher.

Bei einer Hausarbeit reicht in der Regel eine kompakte Beschreibung deines Vorgehens. Du musst meist keine wissenschaftstheoretische Einordnung liefern und keine umfangreiche Methodendiskussion führen. Die Erwartung ist Nachvollziehbarkeit, nicht Replizierbarkeit im engeren Sinn. Prüfe aber immer die Vorgaben deines Seminars.

Typische Erwartungen (können je nach Fach und Betreuer variieren)

Hausarbeit: Methodik meist knapp und nachvollziehbar (oft 1-2 Absätze). Bachelorarbeit: Häufig eigenes Kapitel mit mehr Tiefe. Masterarbeit: Oft detaillierte Methodenreflexion mit Begründung des Forschungsdesigns. Die konkreten Anforderungen hängen von Fach, Betreuer und Prüfungsordnung ab.

Wann reicht die Einleitung, wann eigener Abschnitt?

Entscheidungshilfe: Wann braucht die Hausarbeit einen eigenen Methodikteil? | BachelorHero

Nicht jede Hausarbeit braucht einen separaten Methodikabschnitt. Die Entscheidung hängt davon ab, wie komplex dein Vorgehen ist. Diese vier Kriterien helfen dir bei der Einschätzung. Sobald du bei einem Kriterium „Ja" antwortest, lohnt sich meist ein eigener Abschnitt.

Schnellcheck: Eigener Abschnitt nötig?
  • Mehrere Fälle/Texte? Ein Text → Einleitung kann reichen. Drei+ Fälle systematisch verglichen → eigener Abschnitt.
  • Auswahl begründen? Selbsterklärend (z.B. Pflichttext aus dem Seminar, vorgegebene Quelle) → Einleitung kann reichen. Begründung nötig (z.B. frei gewählte Texte, eigene Fallauswahl) → eigener Abschnitt.
  • Eigene Kriterien entwickelt? Nein → Einleitung kann reichen. Ja → eigener Abschnitt.
  • Dozent verlangt es? Nein → Einleitung kann reichen. Ja → eigener Abschnitt.

Diese Orientierung gilt, sofern keine Dozentenvorgabe oder Seminarleitfaden etwas anderes vorsieht.

Faustregel: Wenn du dein Vorgehen in zwei Sätzen erklären kannst, passt es in die Einleitung. Sobald du mehr Platz brauchst oder bei einem der Kriterien „Ja" sagst, schreib einen eigenen Abschnitt.

Typische Methoden mit Vorlagen zum Anpassen

Vergleich typischer Methoden für die Hausarbeit: Literaturanalyse, Vergleich, Textanalyse, Fallstudie | BachelorHero

Die Methodenwahl hängt von deiner Fragestellung ab. Für Hausarbeiten sind einige Methoden besonders verbreitet, weil sie sich gut im gegebenen Rahmen umsetzen lassen. Zu jeder Methode findest du eine Mini-Vorlage, die du für deine Arbeit anpassen kannst.

Literaturanalyse

Du wertest wissenschaftliche Literatur systematisch aus, um den Forschungsstand darzustellen oder eine These zu prüfen. Diese Methode eignet sich, wenn du einen Überblick geben oder verschiedene Positionen gegenüberstellen willst.

Vorlage: „Zur Beantwortung der Fragestellung wird eine systematische Literaturanalyse durchgeführt. Die Recherche erfolgte in [Datenbanken, z.B. JSTOR, Google Scholar] mit den Suchbegriffen [X, Y, Z]. Berücksichtigt wurden Publikationen aus dem Zeitraum [Jahr–Jahr], die sich explizit mit [Thema] befassen. Die ausgewählten Texte werden nach [Themen/Positionen/Argumenten] geordnet und verglichen. [Optional: Die Analyse beschränkt sich auf Literatur in Sprache X / aus Region Y / vom Typ Z.]"

Tipp: Falls du Ein-/Ausschlusskriterien nutzt (z.B. „nur Peer-Review", „keine Lehrbücher"), nenne sie kurz in einem Satz. Das stärkt die Nachvollziehbarkeit deiner Auswahl.

Vergleich

Du stellst zwei oder mehr Objekte, Theorien oder Fälle systematisch gegenüber. Der Vergleich braucht klare Kriterien, anhand derer du die Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeitest.

Vorlage: „Die Arbeit vergleicht [Fall A] und [Fall B] anhand von drei Kriterien: [Kriterium 1], [Kriterium 2] und [Kriterium 3]. Diese Kriterien wurden gewählt, weil sie die zentralen Unterschiede hinsichtlich [Fragestellung] sichtbar machen. Die Fälle eignen sich für den Vergleich, weil sie [Begründung: ähnlicher Kontext, gute Datenlage, exemplarisch für...]. Die Analyse erfolgt kriterienweise, sodass Gemeinsamkeiten und Unterschiede systematisch herausgearbeitet werden."

Tipp: Leite die Kriterien aus deiner Fragestellung ab. Frag dich: Welche Aspekte muss ich vergleichen, um meine Frage zu beantworten? Oft ergeben sich Kriterien auch aus der Theorie oder dem Forschungsstand.

Textanalyse

Du untersuchst einen oder mehrere Texte genauer, etwa literarische Werke, historische Quellen oder politische Dokumente. Die Analyse kann inhaltlich, sprachlich oder strukturell ausgerichtet sein.

Vorlage (mehrere Texte): „Methodisch wird eine textnahe Analyse von [Textkorpus, z.B. drei ausgewählte Reden, zwei Gesetzestexte] durchgeführt. Die Analyse konzentriert sich auf [Fokus: sprachliche Mittel, Argumentationsstruktur, Motive]. Dabei werden folgende Leitfragen angelegt: [Frage 1]? [Frage 2]? Die Ergebnisse werden mit Textstellen belegt und anhand von [Theorie/Forschungsstand] eingeordnet."

Vorlage (ein Text): „Die Analyse konzentriert sich auf [Titel/Autor]. Der Text wurde gewählt, weil [Begründung: zentral für das Thema, exemplarisch, gut dokumentiert]. Untersucht werden [Fokus: Erzählperspektive, Figurenrede, sprachliche Mittel] anhand der Leitfragen: [Frage 1]? [Frage 2]? Die Einordnung erfolgt anhand von [Theorie/Forschungsstand]."

Tipp: Formuliere Leitfragen direkt aus deiner Fragestellung. Wenn du fragst „Wie stellt Kafka Einsamkeit dar?", könnten Leitfragen sein: „Welche sprachlichen Mittel nutzt Kafka?" und „Wie wird Raum als Ausdruck von Isolation eingesetzt?"

Fallstudie

Du untersuchst einen konkreten Fall vertieft, um allgemeinere Erkenntnisse zu gewinnen oder eine Theorie zu illustrieren. Der Fall sollte exemplarisch sein und zur Fragestellung passen.

Vorlage: „Die Arbeit untersucht [Fall] als exemplarischen Fall für [übergeordnetes Thema]. Der Fall wurde ausgewählt, weil [Begründung: gute Dokumentation, typisch für..., besonders aufschlussreich wegen...]. Als Datengrundlage dienen [Quellen: Dokumente, Statistiken, Berichte, Presseartikel]. Die Analyse erfolgt in drei Schritten: Fallbeschreibung, Einordnung anhand von [Theorie/Kriterien], Diskussion der Übertragbarkeit. Die Ergebnisse gelten zunächst nur für diesen Fall."

Tipp: Begründe die Fallauswahl kurz (z.B. „typischer Fall", „Extremfall", „besonders gut dokumentiert"). Das zeigt, dass du reflektiert ausgewählt hast.

Die Methoden lassen sich auch kombinieren. Eine Fallstudie kann zum Beispiel mit Textanalyse verbunden werden, wenn du politische Dokumente zu einem konkreten Fall auswerten willst. Wichtig ist, dass du begründest, warum du welche Methode wählst. Die Vorlagen sind Gerüste, keine starren Formeln. Passe Länge und Details an die Anforderungen deines Seminars an.

Sonderfall: Kleine empirische Erhebungen

Manche Hausarbeiten enthalten eine kleine empirische Erhebung, etwa ein paar Interviews, eine kurze Umfrage oder eine Beobachtung. In diesem Fall brauchst du mehr methodische Angaben als bei einer reinen Literaturarbeit. Die Anforderungen bleiben aber in der Regel überschaubar, da Hausarbeiten meist keine vollwertige empirische Forschung erwarten. Prüfe die Vorgaben deines Seminars, da manche Dozenten mehr Tiefe verlangen.

Was du typischerweise nennen solltest:

  • Stichprobe: Beschreibe kurz, wie viele Personen teilgenommen haben und wie sie ausgewählt wurden.
  • Erhebungsinstrument: Nenne das genutzte Werkzeug (z. B. Interviewleitfaden, Fragebogen oder Beobachtungsprotokoll).
  • Ablauf & Auswertung: Dokumentiere den Ablauf der Erhebung und die gewählte Auswertungsmethode (z. B. qualitative Inhaltsanalyse).
  • Datenschutz: Erwähne kurz die Anonymisierung und ggf. vorliegende Einverständniserklärungen.

→ Beispiel: „Ergänzend zur Literaturanalyse wurden drei leitfadengestützte Interviews mit Lehrkräften geführt. Die Auswahl erfolgte über persönliche Kontakte, also eine Gelegenheitsstichprobe. Die Interviews dauerten jeweils 20-30 Minuten und wurden protokolliert. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, sondern dienen der Illustration."

Methodikteil schreiben: 4 Bausteine

Aufbau des Methodikteils: 4 Bausteine für die Hausarbeit | BachelorHero

Ein Methodikteil in einer Hausarbeit muss nicht lang sein, sollte aber vier Fragen beantworten. Diese Struktur hilft dir, nichts Wichtiges zu vergessen, und macht dein Vorgehen für Lesende nachvollziehbar.

  • Baustein 1: Gegenstand benennen. Was untersuchst du konkret? Sei präzise: Nicht „verschiedene Autoren", sondern „die Positionen von Rawls und Nozick zur Verteilungsgerechtigkeit". Nicht „einige Texte", sondern „drei Bundestagsreden zum Thema X aus dem Jahr 2023".

    Beispiel: „Die Analyse konzentriert sich auf [konkreter Gegenstand]." / „Untersucht werden [Texte/Fälle/Positionen], nämlich [konkrete Benennung]."

  • Baustein 2: Methode begründen. Warum passt dieses Vorgehen zur Fragestellung? Ein Vergleich ist sinnvoll, wenn du Unterschiede herausarbeiten willst. Eine Literaturanalyse passt, wenn du den Forschungsstand aufarbeiten möchtest. Ein Satz zur Begründung reicht.

    Beispiel: „Der Vergleich wurde gewählt, weil er Unterschiede systematisch sichtbar macht." / „Die Literaturanalyse eignet sich, um den aktuellen Forschungsstand abzubilden."

  • Baustein 3: Vorgehen beschreiben. Wie gehst du konkret vor? Bei einem Vergleich nennst du die Kriterien, bei einer Textanalyse die Aspekte, auf die du achtest. Bei einer Literaturanalyse erklärst du die Suchstrategie und Auswahlkriterien. Das muss nicht detailliert sein, aber nachvollziehbar.

    Beispiel: „Der Vergleich orientiert sich an drei Kriterien: [X], [Y] und [Z]." / „Die Recherche erfolgte in [Datenbanken] mit den Suchbegriffen [A, B, C]."

  • Baustein 4: Einschränkungen benennen. Welche Grenzen hat dein Vorgehen? Vielleicht beschränkst du dich auf einen Zeitraum, eine Sprache oder eine Textauswahl. Das zeigt, dass du dein Vorgehen reflektiert hast, und schützt vor Kritik, du hättest etwas übersehen.

    Beispiel: „Die Analyse beschränkt sich auf den deutschsprachigen Raum." / „Die Auswahl ist exemplarisch und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit."

Methodik Hausarbeit: Beispiele

Hier siehst du zwei Beispiele, wie ein Methodikteil in einer Hausarbeit aussehen kann. Das erste Beispiel zeigt eine knappe Variante, die in die Einleitung passt. Das zweite Beispiel ist ausführlicher für einen eigenen Abschnitt.

Beispiel: Knapp in der Einleitung

Um die Fragestellung zu beantworten, werden die Positionen von Rawls und Nozick zur Verteilungsgerechtigkeit anhand ihrer Hauptwerke analysiert und verglichen. Der Vergleich orientiert sich an drei Kriterien: dem zugrunde liegenden Menschenbild, der Rolle des Staates und dem Gerechtigkeitsbegriff.

Beispiel: Eigener Abschnitt

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Entfremdung in Kafkas „Die Verwandlung" literarisch gestaltet wird. Methodisch wird eine textnahe Analyse durchgeführt, die sich auf drei Aspekte konzentriert: die Darstellung des Raumes, die Kommunikation zwischen den Figuren und die Erzählperspektive. Diese Aspekte wurden gewählt, weil sie in der Forschungsliteratur als zentral für Kafkas Darstellung von Isolation identifiziert werden. Die Analyse bezieht sich auf die Primärquelle und stützt sich für die Einordnung auf ausgewählte Sekundärliteratur. Die Arbeit erhebt nicht den Anspruch, Kafkas Gesamtwerk zu erfassen, sondern fokussiert sich exemplarisch auf eine Erzählung.

Beide Beispiele machen das Vorgehen nachvollziehbar. Das erste passt zu einer kürzeren Hausarbeit, das zweite zu einer umfangreicheren Arbeit oder wenn die Dozentin einen eigenen Methodikteil erwartet.

Formulierungshilfen für die Methodik

Die folgenden Formulierungen helfen dir, typische Inhalte des Methodikteils sprachlich umzusetzen. Passe sie an dein Thema und deinen Stil an.

  • Methode benennen: „Die Arbeit geht vergleichend vor und stellt X und Y gegenüber." / „Methodisch stützt sich die Analyse auf eine systematische Literaturauswertung." / „Zur Beantwortung der Fragestellung wird eine Fallstudie durchgeführt."
  • Auswahl begründen: „Diese Methode eignet sich, weil..." / „Der Vergleich wurde gewählt, um Unterschiede herauszuarbeiten." / „Die Textanalyse erlaubt eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Primärtext."
  • Vorgehen beschreiben: „Im ersten Schritt werden die Positionen dargestellt, im zweiten verglichen." / „Die Analyse orientiert sich an drei Kriterien: X, Y und Z." / „Zunächst wird der Fall beschrieben, dann anhand des theoretischen Rahmens eingeordnet."
  • Einschränkungen benennen: „Die Arbeit beschränkt sich auf den deutschsprachigen Raum." / „Aufgrund des begrenzten Umfangs können nicht alle Aspekte behandelt werden." / „Die Auswahl der Texte ist exemplarisch und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit."

Typische Fehler und wie du sie korrigierst

  • Keine Methode erkennbar: Der häufigste Fehler ist, das Vorgehen gar nicht zu erklären. Auch wenn du „nur" Literatur auswertest, ist das eine Methode, die du benennen solltest.

    Lösung: Füge nach der Einleitung einen Methodik-Absatz mit vier Sätzen ein: 1. Gegenstand benennen, 2. Methode + Begründung, 3. Vorgehen/Kriterien, 4. Einschränkung.

  • Methode und Inhalt verwechseln: Der Methodikteil erklärt das Wie, nicht das Was. Wenn du anfängst, inhaltliche Ergebnisse vorwegzunehmen, gehört das in den Hauptteil.

    Lösung: Suche nach Formulierungen wie „Die Analyse zeigt..." und ersetze sie durch „Die Analyse untersucht..." oder „Es wird geprüft, ob...".

  • Fehlende Begründung: Es reicht nicht, eine Methode zu benennen. Erkläre kurz, warum sie zur Fragestellung passt.

    Lösung: Füge nach der Methodenbenennung einen Satz ein: „Dieses Vorgehen eignet sich, weil es [Unterschiede sichtbar macht / den Forschungsstand abbildet]."

  • Übertriebene Ausführlichkeit: Bei einer Hausarbeit ist oft Kürze Trumpf. Du musst in der Regel keine wissenschaftstheoretische Grundlegung liefern.

    Lösung: Orientiere dich an den typischen Erwartungen. Streiche Sätze, die das Vorgehen nicht nachvollziehbarer machen.

Achtung

Kopiere keine Methodenbeschreibungen aus anderen Arbeiten. Die Methodik muss zu deiner konkreten Fragestellung passen. Eine gute Methodik ist individuell, auch wenn sie ein gängiges Verfahren beschreibt.

Checkliste und nächster Schritt

Deine Methodik ist fertig, wenn du den Schnellcheck vom Anfang des Artikels bestehst: Wissen Lesende nach dem Abschnitt, was du analysierst, warum du diese Methode gewählt hast, wie du dabei vorgehst und welche Einschränkungen es gibt? Wenn ja, ist der Methodikteil inhaltlich abgeschlossen.

Im Hauptteil wendest du die beschriebene Methode dann an. Wenn du einen Vergleich angekündigt hast, folgt jetzt der systematische Vergleich anhand deiner Kriterien. Wenn du eine Textanalyse durchführst, kommt die Analyse entlang deiner Leitfragen. Die Methodik gibt die Struktur vor, der Hauptteil füllt sie mit Inhalt.

Am Ende der Arbeit: Prüfe noch einmal, ob dein tatsächliches Vorgehen zur Beschreibung in der Methodik passt. Wenn sich der Fokus beim Schreiben verschoben hat, passe die Methodik entsprechend an. Eine Methodik, die nicht zum Rest der Arbeit passt, fällt negativ auf.

Wenn deine Hausarbeit fertig geschrieben ist, lohnt sich ein letzter Blick auf Rechtschreibung, Zitierweise und Formatierung. Für den Druck kannst du deine Hausarbeit bei BachelorHero online konfigurieren. Das Softcover ist eine beliebte Wahl für Hausarbeiten.

Häufig gestellte Fragen

Braucht jede Hausarbeit einen Methodikteil?

Nicht unbedingt. Bei rein theoretischen Arbeiten mit Literaturanalyse reicht oft eine kurze Erklärung des Vorgehens in der Einleitung. Sobald du systematisch vergleichst, Fallstudien durchführst oder mit einem spezifischen Analyserahmen arbeitest, ist ein eigener Methodikteil sinnvoll. Im Zweifel frag deine Dozentin oder deinen Dozenten nach den Erwartungen.

Wie lang sollte die Methodik in einer Hausarbeit sein?

Das variiert je nach Fach, Aufgabenstellung und Dozent. Bei einer typischen Hausarbeit mit Literaturanalyse reichen oft ein bis zwei Absätze. Bei aufwendigeren Methoden wie systematischen Vergleichen kann es eine halbe bis ganze Seite werden. Orientiere dich an den Seminarvorgaben oder dem Modulhandbuch. Faustregel: Je mehr du bei Auswahl und Kriterien begründen musst, desto eher lohnt sich ein eigener Abschnitt.

Wie schreibe ich die Methodik, wenn ich nur einen Text analysiere?

Auch bei der Analyse eines einzelnen Textes brauchst du eine Methodik. Nenne den Text und begründe kurz die Auswahl. Beschreibe deinen Analysefokus (sprachlich, inhaltlich, strukturell) und die Leitfragen, die du anlegst. Beispiel: „Die Analyse konzentriert sich auf Kafkas Erzählung X. Untersucht werden die Darstellung von Raum und Isolation anhand der Erzählperspektive und der Figurenrede."

Welche Zeitform und Ich-Form in der Methodik?

Die meisten Hausarbeiten nutzen Präsens („Die Arbeit untersucht...") oder Passiv („Es wird untersucht..."). Die Ich-Form ist in vielen Fächern akzeptiert („Ich analysiere..."), aber nicht überall. Schau in die Vorgaben deines Seminars oder frag nach. Wichtig ist Konsistenz: Wechsle nicht zwischen Ich-Form und Passiv hin und her.

Was ist der Unterschied zwischen Methodik und Theorie?

Die Theorie liefert den Rahmen, mit dem du dein Thema betrachtest. Die Methodik beschreibt, wie du konkret vorgehst, um deine Fragestellung zu beantworten. Beispiel: Die Theorie könnte Bourdieus Kapitaltheorie sein, die Methodik eine vergleichende Analyse von drei Fallbeispielen anhand dieser Theorie.

Was gehört in die Methodik, wenn ich nur Literatur auswerte?

Auch bei einer reinen Literaturanalyse solltest du dein Vorgehen transparent machen: Welche Datenbanken oder Quellen hast du genutzt? Mit welchen Suchbegriffen? Welchen Zeitraum deckst du ab? Nach welchen Kriterien hast du Texte ausgewählt oder ausgeschlossen? Wie hast du die Literatur ausgewertet, zum Beispiel nach Themen oder Positionen geordnet?

Wie begründe ich Fallauswahl und Vergleichskriterien überzeugend?

Erkläre kurz, warum gerade diese Fälle geeignet sind: Sind sie exemplarisch, kontrastreich oder besonders gut dokumentiert? Bei den Vergleichskriterien zeigst du, dass sie zur Fragestellung passen und eine systematische Analyse ermöglichen. Ein Satz wie „Die Kriterien wurden gewählt, weil sie die zentralen Unterschiede sichtbar machen" reicht oft aus.

Darf ich mehrere Methoden kombinieren?

Ja, das ist oft sinnvoll. Du könntest zum Beispiel eine Literaturanalyse mit einem Vergleich verbinden. Wichtig ist, dass du begründest, warum du welche Methode wofür einsetzt. Die Kombination sollte der Beantwortung deiner Fragestellung dienen, nicht die Arbeit künstlich aufblähen.

Wo steht die Methodik in der Hausarbeit?

Typischerweise nach der Einleitung und vor dem Hauptteil. Bei kürzeren Hausarbeiten kann die Methodik auch Teil der Einleitung sein. Manche Fächer und Dozenten erwarten einen eigenen Abschnitt, andere integrieren das Vorgehen in die Einleitung. Schau in die Vorgaben deines Seminars.

Muss ich Suchstrategie und Materialauswahl in der Methodik nennen?

Bei einer systematischen Literaturanalyse ja: Nenne die genutzten Datenbanken, Suchbegriffe und den Zeitraum. Erkläre kurz, nach welchen Kriterien du Texte ausgewählt oder ausgeschlossen hast. Bei einer weniger systematischen Auswertung (z.B. Seminarliteratur) reicht ein Satz wie „Die Analyse stützt sich auf die im Seminar behandelte Literatur." Faustregel: Je mehr Entscheidungsspielraum du bei der Auswahl hattest, desto transparenter solltest du ihn dokumentieren.

Icon confetti Weitere interessante Artikel