Inhaltsverzeichnis
Der Hauptteil deiner Hausarbeit ist der Abschnitt zwischen Einleitung und Fazit, in dem du deine Forschungsfrage bearbeitest. Hier erfährst du, wie du den Hauptteil strukturierst, welcher Aufbau zu deinem Arbeitstyp passt und wie du typische Fehler vermeidest.
Der Hauptteil ist das Herzstück deiner Hausarbeit: Hier bearbeitest du deine Forschungsfrage mit Theorie, Methodik und Analyse. Er umfasst 70 bis 80 Prozent des Textteils (bei 15 Seiten also 10–12 Seiten).
Die vier Bausteine:
- Theoretische Grundlagen (Begriffe, Theorien, Forschungsstand)
- Methodik (dein Vorgehen und dessen Begründung)
- Analyse und Ergebnisse (deine eigentliche Untersuchung)
- Diskussion (Einordnung und kritische Reflexion)
Reihenfolge und Gewichtung variieren je nach Fach und Lehrstuhl. Die Struktur hängt auch davon ab, ob du eine Literaturarbeit, empirische Arbeit oder Textanalyse schreibst.
Bei einer 15-seitigen Hausarbeit (Textteil ohne Verzeichnisse):
- Einleitung: ca. 1–1,5 Seiten (5–10 %)
- Hauptteil: ca. 10–12 Seiten (70–80 %)
- Fazit: ca. 1–1,5 Seiten (5–10 %)
Die genaue Aufteilung variiert je nach Lehrstuhl. Der Leitfaden deines Fachbereichs hat immer Vorrang.
Was gehört in den Hauptteil?
Der Hauptteil enthält alles, was zur Beantwortung deiner Forschungsfrage nötig ist. Anders als in der Einleitung, wo du ankündigst, was du tun wirst, führst du es hier tatsächlich aus. Die Qualität deines Hauptteils hängt davon ab, wie konsequent jeder Abschnitt auf deine zentrale Frage einzahlt.
Was willst du untersuchen und warum? Forschungsfrage, Relevanz, Aufbau ankündigen.
Wie untersuchst du es und was findest du heraus? Theorie, Methodik, Analyse, Diskussion.
Was bedeuten deine Ergebnisse? Forschungsfrage beantworten, Ausblick geben.
Ein häufiger Denkfehler: „Hauptteil" klingt nach einem großen Block. Tatsächlich ist er aber in klar abgegrenzte Kapitel gegliedert, die jeweils eine Teilfrage bearbeiten. Die Argumentation zieht sich dabei wie ein roter Faden durch alle Kapitel.
Struktur nach Arbeitstyp: Welcher Aufbau passt?
Die Struktur deines Hauptteils hängt davon ab, welchen Arbeitstyp du schreibst. Die folgende Übersicht zeigt dir, welche Kapitel typischerweise vorkommen und was jeweils im Fokus steht.
Du wertest vorhandene Forschung systematisch aus, ohne eigene Daten zu erheben.
2. Theoretische Grundlagen – Zentrale Begriffe definieren, relevante Theorien vorstellen
3. Methodisches Vorgehen – Suchstrategie, Datenbanken, Ein-/Ausschlusskriterien erklären
4. Literaturauswertung – Quellen nach Themen oder Aspekten gegliedert analysieren
5. Diskussion – Ergebnisse zusammenführen, Widersprüche einordnen, Forschungslücken benennen
Kernleistung: Kritische Einordnung und Synthese der Literatur. Du fasst nicht nur zusammen, sondern vergleichst, ordnest ein und ziehst eigene Schlüsse.
Du erhebst eigene Daten (Interviews, Umfragen, Experimente) und wertest sie aus.
2. Theoretischer Rahmen – Forschungsstand, Hypothesen oder Forschungsfragen ableiten
3. Methodik – Forschungsdesign, Stichprobe, Datenerhebung, Auswertungsverfahren
4. Ergebnisse – Daten darstellen (Tabellen, Grafiken), noch nicht interpretieren
5. Diskussion – Ergebnisse interpretieren, mit Theorie verknüpfen, Grenzen reflektieren
Wichtig: Ergebnisse und Interpretation klar trennen. Im Ergebnisteil beschreibst du nur, was du gefunden hast. Die Einordnung („Was bedeutet das?") kommt erst in der Diskussion.
Du untersuchst konkrete Texte, Fälle, Medien oder Artefakte systematisch.
2. Theoretischer Rahmen – Analyseansatz vorstellen, Kriterien aus Theorie ableiten
3. Materialvorstellung – Untersuchungsobjekt beschreiben, Auswahlbegründung
4. Analyse – Kriterien systematisch auf Material anwenden
5. Diskussion – Ergebnisse zusammenführen, Grenzen der Analyse benennen
Kernleistung: Systematische Anwendung theoriegestützter Kriterien auf konkretes Material. Die Qualität zeigt sich in der Nachvollziehbarkeit deiner Analyse.
Wann nach Aspekten, wann nach Analyseschritten gliedern? Gliedere nach Aspekten, wenn du mehrere Teilfragen oder Dimensionen deiner Forschungsfrage parallel behandelst (z. B. „Faktor A", „Faktor B", „Faktor C"). Gliedere nach Analyseschritten, wenn deine Untersuchung einem linearen Ablauf folgt (z. B. „Datenerhebung", „Auswertung", „Interpretation").
Welcher Arbeitstyp passt zu deinem Thema?
Nicht sicher, welche Struktur du brauchst? Mit diesen sechs Fragen findest du heraus, welcher Arbeitstyp zu deinem Thema passt. Die meisten Hausarbeiten sind Literaturarbeiten oder Textanalysen, empirische Arbeiten kommen seltener vor.
Erhebst du eigene Daten (Interviews, Umfragen, Experimente)?
→ Ja: Empirische Arbeit. Nein: Weiter zu Frage 2.
Analysierst du konkretes Material (Texte, Bilder, Medien, Fälle)?
→ Ja: Textanalyse/Fallstudie. Nein: Weiter zu Frage 3.
Vergleichst und synthetisierst du vorhandene Forschung zu einem Thema?
→ Ja: Literaturarbeit.
Kombinierst du Theorie mit einer kleinen Empirie (z. B. 3 Interviews)?
→ Mischform: Theorieteil + Empirie-Kapitel. Kläre mit deiner Betreuung, welcher Teil
gewichtiger sein soll.
Entwickelst du ein Konzept oder Modell auf Basis von Literatur?
→ Literaturarbeit mit konzeptionellem Schwerpunkt.
Passt keine Kategorie eindeutig?
→ Sprich mit deiner Betreuung. Beschreibe dein Vorhaben in 2–3 Sätzen und frage nach der
passenden Struktur.
Beispiel-Forschungsfrage: „Wie beeinflusst Social-Media-Nutzung das Selbstbild Jugendlicher?"
Zerlege die Frage in 3–4 Teilaspekte. Jeder Aspekt wird ein Unterkapitel:
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Selbstbild und Identitätsentwicklung im Jugendalter
2.2 Social Media als Sozialisationsinstanz
3. Forschungsstand: Social Media und Selbstwahrnehmung
3.1 Positive Effekte: Selbstdarstellung und Zugehörigkeit
3.2 Negative Effekte: Sozialer Vergleich und Körperbild
4. Diskussion: Einflussfaktoren und Handlungsempfehlungen
So gehst du vor: (1) Hauptbegriffe identifizieren → (2) Je Begriff ein Theoriekapitel → (3) Forschungsstand nach Aspekten gliedern → (4) Diskussion als Synthese. Sprechende Überschriften zeigen sofort, worum es geht.
Die vier Bausteine des Hauptteils
Die meisten Hauptteile enthalten diese vier Bausteine in ähnlicher Form. Wie du sie konkret ausgestaltest, hängt von deinem Arbeitstyp ab (siehe Übersicht oben). Im Folgenden erfährst du, was in jeden Baustein gehört und welche Stolperstellen du vermeiden solltest.
Du legst das begriffliche und theoretische Fundament für deine Analyse. Hier definierst du zentrale Begriffe, stellst relevante Theorien vor und gibst einen Überblick über den Forschungsstand.
Definitionen zentraler Begriffe, relevante Theorien und Modelle, Überblick über den Forschungsstand, Eingrenzung des Untersuchungsgegenstands
Stolperstelle: Zu viel Theorie ohne Bezug zur eigenen Fragestellung. Erkläre nur, was du später auch brauchst.
Du erklärst, wie du vorgehst und warum. Bei empirischen Arbeiten beschreibst du Datenerhebung und Auswertung. Bei Literaturarbeiten erläuterst du dein Analysevorgehen.
Welche Quellen hast du ausgewählt und warum? Nach welchen Kriterien analysierst du sie?
Wie hast du Daten erhoben? Welche Methode zur Auswertung nutzt du?
Stolperstelle: Methodik nur benennen statt begründen. Erkläre kurz, warum dein Vorgehen für deine Fragestellung geeignet ist.
Hier findet die eigentliche Arbeit statt. Du analysierst dein Material, wendest Theorien an und präsentierst deine Erkenntnisse. Dieser Teil ist oft der umfangreichste.
Gliedere nach inhaltlichen Aspekten oder Analyseschritten. Jedes Unterkapitel behandelt einen Teilaspekt deiner Forschungsfrage.
Stolperstelle: Nur beschreiben statt analysieren. Zeige nicht nur, was du gefunden hast, sondern interpretiere und ordne ein.
Du ordnest deine Ergebnisse ein, vergleichst sie mit der Forschungsliteratur und reflektierst Grenzen deiner Analyse. Die Diskussion bildet oft den Übergang zum Fazit.
Was bedeuten deine Ergebnisse? Wie passen sie zur bisherigen Forschung? Wo liegen Grenzen deiner Untersuchung?
Stolperstelle: Ergebnisse nur wiederholen. Interpretiere und ordne kritisch ein, statt zu wiederholen, was du bereits geschrieben hast.
Absätze richtig aufbauen
Der Hauptteil besteht aus vielen Absätzen, und jeder Absatz sollte einen Gedanken transportieren. Ein gut gebauter Absatz folgt oft dem Schema: Kernsatz, Beleg, Erläuterung. So wird deine Argumentation nachvollziehbar.
Der Kernsatz steht oft am Anfang des Absatzes und benennt die zentrale Aussage. Er zeigt Lesenden sofort, worum es geht. Vermeide es, den Kernsatz am Ende zu verstecken.
Der Beleg stützt deine Aussage. Das kann ein Zitat sein, ein Verweis auf eine Studie oder eine eigene Datenauswertung. Ohne Beleg bleibt deine Aussage eine Behauptung. Achte auf die korrekte Zitierweise.
Die Erläuterung ordnet den Beleg ein. Was bedeutet das Zitat für deine Argumentation? Wie passt die Studie zu deiner Fragestellung? Hier zeigst du deine eigene Denkleistung. Der Beleg steht typischerweise direkt nach der Behauptung, und die Einordnung machst du sichtbar durch Formulierungen wie „Dies zeigt, dass...", „Daraus folgt..." oder „Im Kontext dieser Arbeit bedeutet das...".
Müller (2020) schreibt, dass soziale Medien das Selbstwertgefühl beeinflussen können. Auch Schmidt (2019) hat sich mit diesem Thema beschäftigt. Er kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Weitere Autoren haben das Thema ebenfalls untersucht.
Problem: Nur Nacherzählung ohne Kernsatz, ohne Einordnung, ohne eigene Transferleistung. Lesende wissen nicht, warum diese Quellen relevant sind.
[Kernsatz] Die Nutzung sozialer Medien kann das Selbstwertgefühl Jugendlicher negativ beeinflussen. [Beleg] Müller (2020) und Schmidt (2019) zeigen unabhängig voneinander einen moderaten negativen Zusammenhang zwischen Instagram-Nutzungsdauer und Selbstwert. [Erläuterung] Beide Studien stützen damit die Annahme, dass visuelle Vergleichsprozesse auf bildbasierten Plattformen problematisch sein können. Für die vorliegende Arbeit ist dieser Befund relevant, weil er die theoretische Grundlage für die Analyse von Nutzungsmustern liefert.
Besser: Klarer Kernsatz, Quellen als Beleg zusammengeführt, eigene Einordnung mit Bezug zur Fragestellung.
[Kernsatz] Die Nutzung sozialer Medien kann das Selbstwertgefühl Jugendlicher beeinflussen. [Beleg] Eine Metaanalyse von Huang (2022) zeigt einen moderaten negativen Zusammenhang zwischen Instagram-Nutzungsdauer und Selbstwert bei 14- bis 18-Jährigen (r = -.23). [Erläuterung] Dieser Befund stützt die Annahme, dass visuelle Vergleichsprozesse auf bildbasierten Plattformen problematisch sein können. Allerdings ist der Effekt moderat, was auf weitere Einflussfaktoren hindeutet.
[Kernsatz] Die Nutzung sozialer Medien kann das Selbstwertgefühl Jugendlicher beeinflussen. [Beleg als Paraphrase] Mehrere Studien zeigen, dass intensive Instagram-Nutzung mit einem niedrigeren Selbstwert bei Jugendlichen zusammenhängt (vgl. Huang, 2022; Vogel et al., 2020). [Erläuterung] Ein möglicher Erklärungsansatz sind visuelle Vergleichsprozesse: Jugendliche vergleichen sich mit idealisierten Darstellungen und bewerten sich selbst negativer.
Nicht jeder Absatz muss exakt diesem Schema folgen. In manchen Absätzen ist der Beleg weniger zentral, in anderen steht die Einordnung im Vordergrund. Wichtig ist, dass du nicht nur behauptest, sondern belegst und einordnest.
Der rote Faden: Überleitungen mit Beispielen
Ein roter Faden entsteht nicht von selbst. Du musst aktiv zeigen, wie die Teile deiner Arbeit zusammenhängen. Das gelingt durch Überleitungen zwischen Kapiteln, Rückverweise auf bereits Gesagtes und Vorverweise auf Kommendes.
Am Kapitelende (Zusammenfassung + Überleitung):
- „Die theoretischen Grundlagen haben gezeigt, dass X und Y als zentrale Faktoren gelten. Ob sich dieser Zusammenhang bestätigt, wird im Folgenden analysiert."
- „Damit sind die Voraussetzungen für die Analyse geschaffen. Im nächsten Schritt wird untersucht, wie..."
Am Kapitelanfang (Einordnung):
- „Aufbauend auf den theoretischen Grundlagen wird nun..."
- „Nachdem im vorigen Kapitel X dargestellt wurde, steht jetzt Y im Fokus."
Rückverweise innerhalb von Kapiteln:
- „Wie in Kapitel 2.1 dargestellt, ist X ein zentraler Faktor für..."
- „Der oben eingeführte Begriff X zeigt sich hier als..."
- „Dies bestätigt die in Abschnitt 2 formulierte Annahme, dass..."
Vermeide rein formale Überleitungen wie „Im nächsten Kapitel wird...". Zeige stattdessen den inhaltlichen Zusammenhang: Warum folgt dieses Kapitel logisch auf das vorherige? Was baut worauf auf?
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
1. Zu viel Theorie, zu wenig eigene Analyse
Der häufigste Fehler. Manche Arbeiten bestehen fast nur aus Zusammenfassungen von Fachliteratur, ohne dass eine eigene Transferleistung erkennbar wird.
So erkennst du es: Zähle die Seiten deines Theorieteils und deines Analyseteils. Ist der Theorieteil deutlich länger als ein Drittel des Hauptteils? Gibt es Abschnitte, auf die du später nie wieder Bezug nimmst? (Ausnahme: Bei theorielastigen Arbeiten oder in Fächern wie Philosophie kann ein größerer Theorieteil angemessen sein.)
So korrigierst du es: Markiere jeden Theorie-Absatz mit der Frage „Brauche ich das später?" Wenn nicht: kürzen oder streichen. Verschiebe Details ggf. in Fußnoten.
2. Beschreiben statt Analysieren
„Autor X sagt Y" reicht nicht aus für eine wissenschaftliche Leistung. Du musst die Aussagen aktiv einordnen und für deine Zwecke nutzen.
So erkennst du es: Suche nach Absätzen, die nur aus „X sagt...", „Y meint...", „Z zeigt..." bestehen. Fehlt nach dem Beleg ein Satz, der mit „Dies bedeutet...", „Daraus folgt..." oder „Für die vorliegende Arbeit..." beginnt?
So korrigierst du es: Ergänze nach jeder Quellenaussage einen Einordnungssatz: „Dies zeigt, dass...", „Im Vergleich zu [anderer Position] wird deutlich...", „Für die Beantwortung der Forschungsfrage ist relevant, dass...".
3. Kein erkennbarer Aufbau
Wenn Lesende nicht verstehen, warum Kapitel 3 auf Kapitel 2 folgt, fehlt die Struktur. Der „Rote Faden" ist unterbrochen.
Gegenmaßnahme: Schreibe für jedes Kapitel in einem Satz auf, welche Teilfrage es beantwortet. Wenn du das nicht kannst, ist das Kapitel entweder überflüssig oder falsch geschnitten.
4. Überschriften ohne Aussagekraft
Generische Titel wie „Analyse" oder „Hauptteil" bieten keine Orientierung und wirken unprofessionell.
Gegenmaßnahme: Nutze sprechende Überschriften: „Kommunikationsstrategien auf Twitter: Eine vergleichende Analyse" statt nur „Analyse". Die Überschrift sollte verraten, was im Kapitel passiert.
5. Fehlender Bezug zur Einleitung
Die Struktur, die du in der Einleitung ankündigst, muss sich eins zu eins im Hauptteil wiederfinden.
Gegenmaßnahme: Lege Einleitung und Inhaltsverzeichnis nebeneinander. Stimmt die angekündigte Struktur mit den tatsächlichen Kapiteln überein? Wenn nicht, passe eines von beiden an.
Hauptteil-Check: 8 Fragen vor der Abgabe
Mit diesem Schnellcheck prüfst du, ob dein Hauptteil die wichtigsten Kriterien erfüllt.
Relevanzprüfung: Jedes Kapitel trägt erkennbar zur Beantwortung der Leitfrage bei
Theorie mit Funktion: Alles im Theorieteil wird später auch verwendet
Methodik begründet: Nicht nur beschrieben, sondern erklärt, warum dieses Vorgehen passt
Analyse statt Beschreibung: Quellen werden eingeordnet, nicht nur wiedergegeben
Übergänge vorhanden: Kapitel sind inhaltlich verbunden, nicht nur aneinandergereiht
Überschriften sprechend: Man erkennt am Titel, was im Kapitel passiert
Konsistenz: Hauptteil entspricht dem, was in der Einleitung angekündigt wurde
Proportionen stimmig: Theorieteil typischerweise max. ein Drittel, Analyse hat genug Raum
Diese Richtwerte gelten für die meisten Hausarbeiten. Bei theorielastigen Fächern (z. B. Philosophie) oder konzeptionellen Arbeiten kann der Theorieteil auch größer ausfallen – kläre das mit deiner Betreuung.
Nach dem Hauptteil: Fazit und formaler Endcheck
Wenn dein Hauptteil steht und die Checkliste erfüllt ist, hast du den größten Teil der Arbeit geschafft. Jetzt fehlt noch das Fazit, in dem du deine Ergebnisse zusammenfasst und die Forschungsfrage beantwortest. Das Fazit schließt den Rahmen, den du in der Einleitung geöffnet hast.
Formaler Endcheck: Wenn der Inhalt steht, prüfe Zitierweise, Fußnoten und Formatierung. Stimmen Einleitung und Hauptteil überein? Ist jede Quelle im Literaturverzeichnis aufgeführt? Eine gründliche Korrektur vor der Abgabe lohnt sich.
Falls du deine Hausarbeit gedruckt abgeben musst: Gängige Optionen sind Softcover oder Spiralbindung.
Häufig gestellte Fragen
Wie lang sollte der Hauptteil einer Hausarbeit sein?
Der Hauptteil umfasst 70 bis 80 Prozent des reinen Textteils. „Textteil" bedeutet: alles zwischen Einleitung und Fazit, ohne Deckblatt, Verzeichnisse und Anhang. Bei einer 15-seitigen Hausarbeit (Textteil) sind das etwa 10 bis 12 Seiten bzw. 3.000 bis 3.600 Wörter. Bei kürzeren Arbeiten (10 Seiten) entsprechend 7 bis 8 Seiten, bei längeren (20 Seiten) etwa 14 bis 16 Seiten. Prüfe immer den Leitfaden deines Lehrstuhls, da die Vorgaben variieren können.
Was gehört in den Hauptteil, wenn ich keine eigene Empirie habe?
Bei einer reinen Literaturarbeit besteht dein Hauptteil aus drei Kernelementen: (1) Theoretische Grundlagen, in denen du Begriffe und relevante Modelle klärst, (2) die systematische Literaturauswertung, in der du Quellen nach Themen oder Aspekten gegliedert analysierst und vergleichst, (3) die Diskussion, in der du Ergebnisse zusammenführst und Forschungslücken benennst. Deine Eigenleistung liegt im kritischen Vergleich und der Synthese – nicht im bloßen Zusammenfassen.
Was ist der Unterschied zwischen Ergebnisteil und Diskussion?
Im Ergebnisteil beschreibst du nur, was du gefunden hast – ohne Wertung oder Interpretation. Bei empirischen Arbeiten zeigst du hier Tabellen, Grafiken und statistische Kennzahlen. In der Diskussion ordnest du diese Ergebnisse ein: Was bedeuten sie? Wie passen sie zu bestehender Forschung? Wo liegen Grenzen? Die Trennung ist wichtig, damit Lesende erst die Fakten sehen und dann deine Interpretation nachvollziehen können.
Wie viele Unterkapitel sind sinnvoll, bevor es zu kleinteilig wird?
Bei einer 15-seitigen Hausarbeit reichen meist zwei Gliederungsebenen (z. B. 2, 2.1, 2.2). Faustregel: Ein Unterkapitel sollte mindestens eine halbe Seite füllen. Eine dritte Ebene (z. B. 2.1.1) ist nur bei sehr komplexen Themen nötig und sollte mindestens 300 Wörter umfassen. Schnelltest: Wenn du mehr als vier Unterkapitel pro Hauptkapitel hast oder ein Unterkapitel nur einen Absatz enthält, prüfe, ob du zusammenfassen kannst.
Wie beginne ich jedes Unterkapitel im Hauptteil?
Starte jedes Unterkapitel mit einem kurzen Einleitungssatz, der erklärt, was in diesem Abschnitt passiert und warum. Beispiel: „Nachdem im vorigen Kapitel die theoretischen Grundlagen gelegt wurden, wird nun untersucht, wie…" oder „Dieses Kapitel analysiert [Aspekt X], um die Frage zu beantworten, ob…". So wissen Lesende sofort, wo sie sich befinden und was sie erwartet. Vermeide es, direkt mit Inhalten zu starten.
Gehört die Diskussion zum Hauptteil oder zum Fazit?
Das hängt von Fach und Lehrstuhl ab. In naturwissenschaftlichen Fächern ist die Diskussion fast immer ein eigenes Kapitel am Ende des Hauptteils. In geisteswissenschaftlichen Arbeiten kann sie mit dem Fazit verschmelzen. Der Unterschied: Die Diskussion interpretiert und ordnet ein (Was bedeuten die Ergebnisse?), das Fazit fasst zusammen und beantwortet die Forschungsfrage. Tipp: Schau in zwei bis drei Musterarbeiten deines Lehrstuhls, wie es dort gelöst wurde.
Wann sollte ich den Hauptteil schreiben: vor oder nach der Einleitung?
Die meisten schreiben den Hauptteil zuerst und passen die Einleitung danach an. Der Grund: Erst beim Schreiben wird klar, welche Struktur wirklich funktioniert. Formuliere zu Beginn eine Arbeitsgliederung mit Stichpunkten, schreibe dann den Hauptteil, und überarbeite am Ende Einleitung und Fazit, damit alles zusammenpasst.
Wissenschaftliche Sprache und Formulierungen
APA zitieren in der Hausarbeit
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