Kalender 2026-01-17

Wissenschaftlicher Schreibstil in der Masterarbeit: Sprache, Struktur und typische Fehler

Wissenschaftlicher Schreibstil in der Masterarbeit: Sprache, Präzision und Objektivität | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Der wissenschaftliche Schreibstil deiner Masterarbeit zeigt, dass du dein Fach beherrschst und deine Argumentation nachvollziehbar aufbaust. Gute wissenschaftliche Sprache ist präzise, objektiv und klar strukturiert. Sie vermeidet Umgangssprache, unbelegte Behauptungen und unnötige Füllwörter.

Kurz gesagt

Wissenschaftlicher Stil zeichnet sich durch drei Säulen aus: Präzision (Aussagen belegen, Fachbegriffe konsistent nutzen), Objektivität (Fakten und Interpretationen trennen, Wertungen begründen) und Klarheit (kurze Sätze, logischer Aufbau). Da Konventionen je nach Fach variieren, solltest du dich stets an Publikationen deines Felds orientieren.

So klingt es wissenschaftlich – und so nicht

Gut: „Studien von Autor (2020) und Autor (2021) zeigen..." – Nicht: „Die Forschung hat gezeigt..."

Gut: „Dies deutet darauf hin, dass..." – Nicht: „Das beweist eindeutig..."

Gut: „Die Ergebnisse lassen vermuten..." – Nicht: „Es ist offensichtlich, dass..."

Gut: „Die Analyse wurde durchgeführt" – Nicht: „Die Durchführung der Analyse erfolgte"

Was macht wissenschaftliches Schreiben aus?

Wissenschaftliches Schreiben unterscheidet sich grundlegend von journalistischen Texten oder Alltagskommunikation. Im Zentrum steht die Nachvollziehbarkeit: Jede Aussage muss begründet, jede Quelle kenntlich gemacht und jede Schlussfolgerung logisch hergeleitet werden.

Wichtige Abgrenzung: Wissenschaftlicher Schreibstil und wissenschaftliches Arbeiten sind nicht dasselbe. Der Schreibstil betrifft die sprachliche Darstellung deiner Argumentation: Wortwahl, Satzbau, Objektivität, Quellenintegration. Wissenschaftliches Arbeiten umfasst dagegen Methodik, Forschungsdesign und Datenerhebung. Du kannst methodisch sauber arbeiten, aber stilistisch schwach schreiben, oder umgekehrt. Dieser Artikel fokussiert auf die sprachliche Ebene.

In der Masterarbeit wird ein höherer Anspruch gestellt als in Hausarbeiten oder der Bachelorarbeit. Deine Betreuung erwartet, dass du Fachbegriffe sicher verwendest, komplexe Zusammenhänge verständlich darstellst und deine Argumentation stringent aufbaust. Die Sprache transportiert dabei nicht nur Inhalte, sondern signalisiert auch deine fachliche Kompetenz.

Drei Säulen wissenschaftlichen Schreibens

Fachsprache: Zentrale Begriffe deines Forschungsfelds verwendest du konsistent und erklärst sie bei Bedarf. Fachsprache schafft Präzision, sollte aber nicht zum Selbstzweck werden.

Quellenarbeit: Jede Behauptung, die nicht deine eigene Erkenntnis ist, belegst du mit einer Quelle. Das gilt für Definitionen, Statistiken, Theorien und Forschungsergebnisse.

Argumentationslogik: Deine Gedanken folgen einer klaren Struktur. Prämissen führen zu Schlussfolgerungen, Gegenargumente werden berücksichtigt, der rote Faden bleibt erkennbar.

Wissenschaftliche Sprache vs. Alltagssprache

Vergleich Alltagssprache und wissenschaftliche Sprache in der Masterarbeit | BachelorHero

Der Unterschied zwischen Alltags- und Wissenschaftssprache liegt nicht nur in der Wortwahl, sondern auch in der Denkweise dahinter. Alltagssprache darf vage sein, Wissenschaftssprache muss präzise sein. Alltagssprache darf Meinungen enthalten, Wissenschaftssprache trennt Fakten von Interpretationen.

Alltagssprache → Wissenschaftliche Sprache
Alltagssprache

„Das ist halt so, dass Unternehmen irgendwie Probleme mit der Digitalisierung haben."

Wissenschaftlich

„Empirische Studien zeigen, dass mittelständische Unternehmen bei Digitalisierungsprojekten häufig auf Umsetzungshürden stoßen (vgl. Autor 2023, S. 45)."

Umgangssprachliche Füllwörter wie „halt", „irgendwie", „ziemlich" oder „eigentlich" haben in wissenschaftlichen Texten nichts zu suchen. Sie signalisieren Unsicherheit und mindern die Aussagekraft. Ersetze sie durch präzise Angaben oder streiche sie ersatzlos.

Auch übertriebene Ausdrücke wie „extrem", „unglaublich" oder „revolutionär" solltest du vermeiden. Wissenschaftliche Sprache bleibt sachlich und zurückhaltend in der Bewertung. Wenn etwas bedeutsam ist, belege es mit Zahlen oder Quellen statt mit Superlativen.

Schnellcheck: Klingt das wissenschaftlich?

Mit diesen Prüffragen erkennst du in wenigen Minuten, ob ein Absatz wissenschaftlichen Standards entspricht. Gehe jeden Satz durch und prüfe die folgenden Punkte. Zu den häufigsten Stolperfallen findest du konkrete Korrekturhinweise. Entscheidungsregel: Überarbeite den Abschnitt, wenn mindestens drei Fragen mit „Ja" beantwortet werden – oder wenn eine der Kernfragen (unbelegte Aussage, unbegründete Wertung, vermischte Ebenen Fakt/Interpretation) zutrifft.

Schnellcheck für wissenschaftlichen Stil in der Masterarbeit: Prüffragen | BachelorHero
Schnellcheck: 10 Prüffragen für jeden Absatz

Vage Quantifizierer? Stehen Wörter wie „einige", „viele", „oft" ohne Konkretisierung? → Ersetze durch Zahlen oder Quellenangaben: „Mehrere Studien (vgl. Autor A 2020; Autor B 2021)..."

Unbelegte Wertungen? Steht „wichtig", „bedeutsam", „besser" ohne Kriterium? → Ergänze Maßstab und Beleg: „...ist bedeutsam für X, da Y (vgl. Quelle)."

Kausalsätze ohne Evidenz? Enthält der Satz „weil" oder „da" ohne Quellenbeleg? → Belege die Kausalität mit Forschungsergebnissen.

Füllwörter? Stehen „halt", „irgendwie", „eigentlich", „sozusagen" im Satz? → Ersatzlos streichen.

Superlative? Steht „extrem", „unglaublich", „revolutionär"? → Ersetze durch sachliche Einordnung mit Beleg.

Terminologie konsistent? Verwendest du denselben Begriff für denselben Sachverhalt? → Vereinheitliche die Benennung.

Fakt vs. Interpretation getrennt? Ist klar, was Befund ist und was deine Einordnung? → Trenne mit Signalwörtern: „Die Daten zeigen... Dies deutet darauf hin, dass..."

Schachtelsatz? Hat der Satz mehr als zwei Nebensätze? → Aufteilen in mehrere Sätze.

Nominalisierung nötig? Steht „Die Durchführung erfolgte" statt „wurde durchgeführt"? → Nutze das Verb direkt.

Allgemeinplatz? Steht „Es ist bekannt, dass..." ohne Quelle? → Belegen oder streichen.

Wissenschaftlicher Stil: Formulierungen und Wortwahl

Gute wissenschaftliche Formulierungen für die Masterarbeit: Beispiele und Muster | BachelorHero

Präzision bedeutet, das richtige Wort für den gemeinten Sachverhalt zu wählen. Vage Formulierungen wie „einige Autoren" lassen offen, wie viele und welche. „Autor A, Autor B und Autor C (2022)" ist konkreter und nachprüfbar.

Fachbegriffe verwendest du konsistent. Wenn du einen Begriff eingeführt hast, bleibe dabei. Wechselnde Bezeichnungen für denselben Sachverhalt verwirren Lesende. Bei der ersten Verwendung eines zentralen Fachbegriffs gibst du eine Definition oder verweist auf das verwendete Begriffsverständnis, etwa: „Der Begriff X wird hier im Sinne von Autor (2020) verwendet."

Formulierungshilfen für verschiedene Situationen

Ergebnisse einleiten: „Die Analyse zeigt...", „Aus den Daten geht hervor...", „Die Befunde deuten darauf hin..."

Einschränken: „Diese Aussage gilt unter der Voraussetzung...", „Die Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres verallgemeinern...", „Einschränkend ist anzumerken..."

Vergleichen: „Im Gegensatz zu Autor A (2020) argumentiert Autor B (2022)...", „Anders als in früheren Studien...", „Übereinstimmend mit den Befunden von..."

Schlussfolgerungen: „Daraus lässt sich ableiten...", „Dies führt zu dem Schluss...", „Zusammenfassend ist festzuhalten..."

Vermeide Nominalisierungen, wenn ein Verb klarer ist. „Die Durchführung der Analyse erfolgte" klingt umständlich. Direkter: „Die Analyse wurde durchgeführt" oder „Die vorliegende Arbeit analysiert...". Starke Verben machen Texte lebendiger und verständlicher. Ob du aktive oder passive Formulierungen wählst, hängt von den Konventionen deines Fachs ab.

Quellen elegant einbauen (ohne „Zitatschinken")

Hinweis: Die folgenden Beispiele zeigen Muster im Harvard-Stil. Passe die Formatierung an deinen Zitierstil an (APA, Chicago, Fußnoten etc.).

Autor als Subjekt: „Autor (2020) zeigt, dass...", „Wie Autor (2019) argumentiert...", „Nach Autor (2021) lässt sich..."

Quelle im Nachsatz: „Die Ergebnisse deuten auf X hin (vgl. Autor 2020, S. 45)." – Satz bleibt flüssig, Beleg folgt. Ob „vgl." oder „siehe" hängt vom Zitierstil ab.

Mehrere Quellen bündeln: „Verschiedene Studien belegen diesen Zusammenhang (vgl. Autor A 2020; Autor B 2019; Autor C 2021)."

Synthese statt Aufzählung: „Während Autor A (2020) X betont, fokussiert Autor B (2019) Y. Beide stimmen jedoch in Z überein."

Vorher (abgehackt)

„Autor A (2020) sagt X. Autor B (2019) sagt Y. Autor C (2021) sagt Z."

Nachher (integriert)

„Mehrere Studien bestätigen den Zusammenhang zwischen X und Y (vgl. Autor A 2020; Autor B 2019). Besonders Autor C (2021) hebt hervor, dass Z."

Objektivität und Distanzierung von Quellen

Objektivität bedeutet nicht, dass du keine Meinung haben darfst. Sie bedeutet, dass du Fakten von Interpretationen trennst und deine Einschätzungen begründest. Wenn du etwas bewertest, mach deutlich, auf welcher Grundlage du urteilst.

Wertende Wörter wie „leider", „natürlich", „selbstverständlich" oder „offensichtlich" suggerieren eine Bewertung, die nicht belegt ist. „Leider zeigt die Studie..." impliziert, dass das Ergebnis schlecht ist. Besser: „Die Studie zeigt..." und dann eine sachliche Einordnung.

Subjektiv vs. Sachlich formulieren
Subjektiv

„Es ist offensichtlich, dass die Methode besser geeignet ist."

Sachlich

„Die Methode weist im Vergleich zu X eine höhere Validität auf, was sich in den Kennwerten Y und Z zeigt (vgl. Autor 2023)."

Auch bei der Darstellung von Forschungsergebnissen anderer bleibst du neutral. Statt „Autor behauptet fälschlicherweise..." schreibst du „Autor (2020) argumentiert... Diese Position ist aus folgenden Gründen zu hinterfragen:". So trennst du die Wiedergabe fremder Positionen von deiner eigenen kritischen Einordnung.

Signalformulierungen für Quellenwiedergabe und Distanzierung

Neutral referieren: „Autor (2020) zeigt...", „Laut Autor (2019)...", „Nach Autor (2021) gilt...", „Wie die Studie belegt..."

Zustimmend einordnen: „Die Ergebnisse bestätigen...", „Übereinstimmend mit Autor (2020) lässt sich feststellen...", „Dieser Befund stützt die These von..."

Distanziert wiedergeben (Konjunktiv I): „Autor argumentiere, dass...", „Die Studie lege nahe...", „Autor vertrete die Ansicht..."

Kritisch einordnen: „Diese Position ist zu hinterfragen, da...", „Die Methodik weist Einschränkungen auf...", „Problematisch erscheint..."

Vorsichtig interpretieren: „Die Daten deuten darauf hin...", „Es lässt sich vermuten...", „Dies könnte auf X hinweisen...", „Möglicherweise erklärt sich..."

Der Konjunktiv I ist eine Option, um dich von einer Position zu distanzieren, ohne sie explizit zu kritisieren. „Autor argumentiert, die Methode sei überlegen" signalisiert: Du referierst die Ansicht, übernimmst sie aber nicht. Bei unstrittigen Fakten und etablierten Theorien ist der Indikativ mit Quelle ausreichend.

Wichtig: Viele Fachkulturen, vor allem im angelsächsisch geprägten Wissenschaftsbetrieb, arbeiten eher mit klarer Attribution („Autor (2020) argumentiert, dass...") und nachfolgender sachlicher Einordnung statt mit konsequentem Konjunktiv I. Orientiere dich an den Publikationen und Konventionen deines Fachs. Der Konjunktiv I ist ein Werkzeug, kein Muss.

Behauptungsstärke: Welches Verb wann?

Die Wahl des Verbs signalisiert, wie sicher eine Aussage ist. Passe die Stärke an die Evidenzlage an.

Stark

„beweist", „belegt", „zeigt eindeutig"
Nur bei statistischer Signifikanz oder überwältigender Evidenz.

Mittel

„zeigt", „bestätigt", „stützt"
Bei konsistenten Befunden aus mehreren Studien.

Vorsichtig

„deutet darauf hin", „legt nahe", „spricht für"
Bei ersten Hinweisen oder einzelnen Studien.

Spekulativ

„könnte", „möglicherweise", „lässt vermuten"
Bei eigenen Interpretationen oder unklarer Datenlage.

Ich-Form oder nicht?

Die Frage nach der Ich-Form in wissenschaftlichen Arbeiten ist umstritten und variiert je nach Fachkultur. In den Geisteswissenschaften ist die Ich-Form weitgehend akzeptiert, in Naturwissenschaften und BWL wird sie häufig vermieden.

Wenn du die Ich-Form verwendest, setze sie sparsam ein. „In dieser Arbeit untersuche ich..." ist in Ordnung. Häufiges „Ich denke", „Meiner Meinung nach" oder „Ich finde" wirkt unsicher und subjektiv. Die Ich-Form eignet sich besonders, um methodische Entscheidungen zu begründen oder die eigene Position in einer Debatte zu verorten.

Alternativen zur Ich-Form

Passiv: „Die Daten wurden mittels Regressionsanalyse ausgewertet."

Unpersönlich: „Diese Arbeit untersucht...", „Im Folgenden wird analysiert..."

Man-Form: „Man kann argumentieren, dass..." (sparsam verwenden)

Wir-Form und Autorenplural: In manchen Fächern, vor allem in den Naturwissenschaften, ist der Autorenplural („Wir analysieren...", „Wir zeigen...") auch bei Einzelautoren üblich. In anderen Fächern wirkt er bei einer Masterarbeit mit nur einem Verfasser irritierend. Als Faustregel: Wenn Journalartikel in deinem Feld den Autorenplural nutzen, kannst du ihn auch in der Masterarbeit verwenden.

Manche Prüfungsordnungen oder Lehrstühle haben explizite Vorgaben zur Ich-Form. Diese haben Vorrang vor allgemeinen Empfehlungen. Was auch immer du wählst: Bleibe konsistent. Ein Wechsel zwischen Ich-Form und unpersönlichen Formulierungen innerhalb eines Abschnitts wirkt unrund.

Typische Fehler mit Korrektur-Beispielen

Typische Fehler im wissenschaftlichen Schreibstil der Masterarbeit vermeiden | BachelorHero

Die folgenden Fehler schleichen sich häufig in wissenschaftliche Texte ein. Zu jedem Fehler siehst du, warum er problematisch ist und wie du ihn korrigierst. Hinweis zu den Beispielzitationen: Die Quellenangaben in den Beispielen dienen der Veranschaulichung des Sprachmusters im Harvard-Stil. Nutze den Zitierstil deiner Hochschule und ersetze die Beispielautoren durch deine tatsächlichen Quellen.

Fehler 1: Unbelegte Allgemeinplätze

Warum problematisch: Suggeriert Evidenz, ohne sie zu liefern. Lesende können die Aussage nicht prüfen.

Vorher

„Es ist allgemein bekannt, dass Mitarbeitermotivation die Produktivität steigert."

Nachher

„Empirische Studien belegen einen positiven Zusammenhang zwischen Mitarbeitermotivation und Produktivität (vgl. Autor A 1959; Autor B 2000)."

Fehler 2: Übertreibungen und Superlative

Warum problematisch: Wirkt unsachlich und unpräzise. Superlative lassen sich selten belegen.

Vorher

„Die Digitalisierung hat einen revolutionären Einfluss auf die Wirtschaft."

Nachher

„Die Digitalisierung hat Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten in vielen Branchen grundlegend verändert (vgl. Autor A/Autor B 2014)."

Fehler 3: Unsaubere Zuschreibungen

Warum problematisch: „Die Forschung" ist kein Akteur. Wer genau hat was herausgefunden?

Vorher

„Die Forschung hat gezeigt, dass flexible Arbeitszeiten die Zufriedenheit erhöhen."

Nachher

„Studien von Autor A et al. (2015) sowie Autor B/Autor C (2010) zeigen einen positiven Zusammenhang zwischen flexiblen Arbeitszeiten und Mitarbeiterzufriedenheit."

Fehler 4: Vermischte Ebenen (Fakt vs. Interpretation)

Warum problematisch: Lesende können nicht unterscheiden, was Befund und was deine Deutung ist.

Vorher

„Die Ergebnisse beweisen, dass das Modell überlegen ist."

Nachher

„Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten Unterschied (p < 0,05). Dies deutet darauf hin, dass das Modell unter den getesteten Bedingungen bessere Vorhersagen ermöglicht."

Fehler 5: Nominalstil-Überladung

Warum problematisch: Macht den Text schwerfällig und schwer lesbar. Verben transportieren Handlung klarer.

Vorher

„Die Durchführung der Untersuchung erfolgte unter Berücksichtigung der Einhaltung ethischer Richtlinien."

Nachher

„Die Untersuchung wurde unter Einhaltung ethischer Richtlinien durchgeführt."

Inkonsistente Terminologie ist ein weiterer häufiger Fehler. Wenn du einen Begriff einmal als „Digitale Transformation" und einmal als „Digitalisierungsprozess" bezeichnest, entsteht Verwirrung. Entscheide dich für eine Bezeichnung und bleibe dabei. Im Abkürzungsverzeichnis kannst du Abkürzungen einheitlich definieren.

Nächster Schritt: Korrekturlesen und Feinschliff

Ein guter wissenschaftlicher Schreibstil entsteht nicht im ersten Entwurf. Plane Zeit für mehrere Überarbeitungsrunden ein:

  • Runde 1: Prüfung von Argumentation und Struktur.
  • Runde 2: Fokus auf Formulierungen und den wissenschaftlichen Stil.
  • Runde 3: Finale Korrektur von Rechtschreibung und Zeichensetzung.

Das Korrekturlesen sollte mit zeitlichem Abstand erfolgen. Lass den Text mindestens einen Tag liegen, bevor du ihn erneut liest. So entdeckst du Fehler, die dir beim Schreiben nicht aufgefallen sind. Ein ausgedruckter Text lässt sich anders lesen als am Bildschirm.

Prüfe am Ende, ob dein Schreibstil durchgängig konsistent ist. Die Einleitung sollte stilistisch zum Fazit passen. Wenn du Teile zu unterschiedlichen Zeitpunkten geschrieben hast, können stilistische Brüche entstehen.

Achte bei der finalen Formatierung auch auf einheitliche Schreibweisen. Anglizismen, Zahlenformate und Abkürzungen sollten durchgehend gleich verwendet werden. Ein sauberes Literaturverzeichnis und eine korrekte Zitierweise gehören ebenfalls zum professionellen Gesamtbild.

PDF-Check vor der Abgabe: Exportiere dein Dokument als PDF und prüfe: Stimmen die Seitenumbrüche? Sind Schriftarten korrekt eingebettet? Passen die Seitenränder zu den Vorgaben? Sind alle Verzeichnisse aktualisiert? Ein letzter Blick auf das Inhaltsverzeichnis und die Seitenzahlen schadet nie.

Wenn deine Masterarbeit druckreif ist, findest du bei BachelorHero verschiedene Bindungsoptionen für den finalen Schritt.

Häufig gestellte Fragen

Welche Zeitform ist in der Masterarbeit üblich?

Typischerweise nutzt du Präsens für deine eigene Analyse („Die Daten zeigen...") und für gültige Theorien. Präteritum oder Perfekt verwendest du häufig für abgeschlossene Studien anderer („Autor (2020) untersuchte..."). Die genauen Konventionen variieren je nach Fach. In manchen Disziplinen ist durchgängig Präsens üblich, in anderen wird strikt zwischen Zeitebenen unterschieden. Orientiere dich an Publikationen deines Fachs.

Wann nutze ich Konjunktiv, um mich von Quellen zu distanzieren?

Der Konjunktiv I („Autor argumentiere, dass...") signalisiert Distanz zur referierten Position. Nutze ihn bei umstrittenen Thesen oder wenn du die Aussage später kritisierst. Allerdings arbeiten viele Fachkulturen eher mit klarer Attribution („Autor (2020) argumentiert, dass...") plus nachfolgender Einordnung statt mit konsequentem Konjunktiv. Bei etablierten Erkenntnissen reicht der Indikativ mit Quelle.

Ist „man" unwissenschaftlich?

Die Man-Form ist nicht per se unwissenschaftlich, wirkt aber oft unpräzise. „Man kann argumentieren..." lässt offen, wer argumentiert. Alternativen: „Die Forschung zeigt..." (mit Quelle), „Es lässt sich feststellen...", oder explizit: „Autor (2020) argumentiert...". Nutze „man" sparsam und nur bei allgemeingültigen Aussagen.

Wie zitiere ich im Fließtext, ohne dass der Text abgehackt wirkt?

Variiere deine Einleitungsformeln: „Wie Autor (2020) zeigt...", „Laut Autor (2019)...", „Nach Auffassung von Autor (2021)...". Fasse mehrere Quellen zusammen: „Verschiedene Studien belegen... (vgl. Autor 2020; Autor 2019)." Wechsle zwischen direkten Zitaten und Paraphrasen.

Darf ich in der Masterarbeit „ich" schreiben?

Das hängt vom Fach und den Vorgaben deiner Hochschule ab. In vielen Geisteswissenschaften ist die Ich-Form akzeptiert, in Naturwissenschaften und BWL wird sie oft vermieden. Neutrale Alternativen: „Diese Arbeit untersucht..." oder „Im Folgenden wird analysiert...". Frag im Zweifel deine Betreuung.

Wie vermeide ich unbelegte Allgemeinplätze?

Ersetze vage Formulierungen durch konkrete Belege. Statt „Es ist bekannt, dass..." schreibe „Studien zeigen, dass... (vgl. Quelle)". Statt „Die Forschung hat festgestellt..." nenne die konkrete Studie. Jede Aussage, die nicht dein eigener Gedanke ist, braucht einen Beleg.

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