Inhaltsverzeichnis
Der Anhang deiner Masterarbeit enthält ergänzende Materialien, die den Fließtext entlasten: Fragebögen, Interviewleitfäden, Rohdaten oder große Tabellen. Hier erfährst du, was in den Anhang gehört, wie du ihn strukturierst und worauf du bei der Nummerierung achten solltest.
Der Anhang steht meist nach dem Literaturverzeichnis und vor der Eigenständigkeitserklärung (die genaue Position richtet sich nach deiner Prüfungsordnung). Er enthält Materialien, die für das Verständnis wichtig sind, aber den Lesefluss im Hauptteil stören würden. Typisch sind Fragebögen, Interviewtranskripte, Rohdaten, große Tabellen und ergänzende Abbildungen. Die Nummerierung erfolgt mit Buchstaben (Anhang A, B, C) oder römischen Ziffern, die Seitenzahlen laufen in der Regel arabisch weiter.
Position: Meist nach Literaturverzeichnis, vor Eigenständigkeitserklärung (je nach Prüfungsordnung).
Typische Inhalte: Fragebögen, Interviewleitfäden, Transkripte, Rohdaten, große Tabellen, ergänzende Abbildungen, Codebücher.
Nummerierung: Anhang A, B, C oder Anhang I, II, III. Seitenzahlen laufen meist arabisch weiter.
Hinweis zu Vorgaben: Die Angaben in diesem Artikel sind Orientierungswerte, die an vielen Hochschulen üblich sind. Konkrete Vorgaben zu Reihenfolge, Nummerierung und Umfang können je nach Studiengang, Lehrstuhl oder Prüfungsordnung abweichen. Prüfe immer die Richtlinien deines Studiengangs und kläre Unsicherheiten mit deiner Betreuung.
Begriffe und Abgrenzung
Die Begriffe Anhang, Anlagen und Appendix werden oft synonym verwendet. Im deutschsprachigen Raum ist „Anhang" am gebräuchlichsten, „Anlagen" findest du manchmal in juristischen oder kaufmännischen Arbeiten, „Appendix" in englischsprachigen oder international ausgerichteten Publikationen. Entscheide dich für eine Bezeichnung und nutze sie durchgängig.
Anhang vs. Verzeichnisse: Das Abbildungsverzeichnis und Tabellenverzeichnis listen in der Regel alle Abbildungen und Tabellen im Hauptteil auf, sie gehören zu den Verzeichnissen vor dem Textteil. Der Anhang dagegen enthält ergänzende Materialien und steht meist nach dem Literaturverzeichnis. Für Abbildungen und Tabellen im Anhang gibt es zwei gängige Varianten: Entweder sie erhalten eine separate Nummerierung (Abb. A1, Tab. B2) und erscheinen nicht im normalen Verzeichnis, oder sie werden fortlaufend nummeriert und ins Verzeichnis aufgenommen. Welche Variante gilt, regelt dein Styleguide oder deine Prüfungsordnung. Wichtig ist Konsistenz: Wenn du Abb. A1/Tab. A1 nutzt, dann durchgängig im gesamten Anhang; wenn fortlaufend, dann durchgängig fortlaufend.
Anhangsverzeichnis: Bei sehr umfangreichen Anhängen (ab ca. 30 Seiten oder mehr als 5 Elementen) kann ein separates Anhangsverzeichnis sinnvoll sein. Es steht am Anfang des Anhangteils und listet alle Anhang-Elemente mit Seitenzahlen auf. Bei weniger umfangreichen Anhängen genügt die Auflistung im regulären Inhaltsverzeichnis.
Anhangsverzeichnis
Anhang A: Fragebogen zur Nutzerzufriedenheit 94
Anhang B: Interviewleitfaden 98
Anhang C: Transkripte (Übersicht) 101
Was gehört in den Anhang? Entscheidungshilfe
In den Anhang gehören Materialien, die für das Verständnis deiner Arbeit relevant sind, aber im Fließtext den Lesefluss stören würden. Die zentrale Regel: Jedes Element im Anhang muss mindestens einmal im Hauptteil erwähnt werden. Ein Anhang ohne Verweis im Text wirkt deplatziert.
Prüfe diese Fragen. Bei 3 oder mehr Ja-Antworten ist der Anhang der richtige Ort.
Umfasst das Material mehr als eine halbe Seite (Faustwert)?
Dient es der Nachvollziehbarkeit, wird aber nicht direkt analysiert?
Würde es den Lesefluss im Hauptteil unterbrechen?
Verweist du im Fließtext mindestens einmal darauf?
Beispiel Anhang: Du hast einen Fragebogen mit 30 Items entwickelt. Im Methodenteil beschreibst du Konstruktion und Skalierung, aber den vollständigen Fragebogen zeigst du im Anhang. Im Text verweist du: „Der vollständige Fragebogen findet sich in Anhang A."
Beispiel Hauptteil: Eine Tabelle mit den 5 wichtigsten Regressionskoeffizienten gehört in den Ergebnisteil, weil du sie direkt interpretierst. In den Anhang käme nur der vollständige SPSS-Output mit allen 20 Variablen.
Der vollständige Fragebogen gehört in den Anhang, nicht in den Methodenteil. Im Fließtext beschreibst du die Konstruktion, die Skalierung und die wichtigsten Items. Der Anhang zeigt das komplette Instrument, wie es den Teilnehmenden vorlag.
Der Interviewleitfaden zeigt, welche Fragen du gestellt hast. Bei qualitativen Arbeiten gehören oft auch die Transkripte in den Anhang. Bei vielen oder sehr langen Interviews kann ein digitaler Anhang sinnvoll sein. Im Fließtext zitierst du relevante Passagen und verweist auf das vollständige Transkript.
Statistische Ausgaben, die mehr als eine Seite umfassen, gehören in den Anhang. Im Ergebnisteil zeigst du die aufbereiteten Kennzahlen, im Anhang die vollständigen Outputs (z. B. SPSS-Tabellen, R-Outputs). Auch Codebücher für quantitative Auswertungen finden hier Platz.
Große Diagramme, Screenshots, Originaldokumente oder Bildmaterial, das zu umfangreich für den Fließtext ist, kommen in den Anhang. Im Hauptteil kannst du auf verkleinerte Versionen oder Ausschnitte verweisen.
Was nicht in den Anhang gehört
Der Anhang ist kein Sammelbecken für alles, was du während der Arbeit produziert hast. Einige Inhalte werden häufig fälschlich im Anhang platziert, obwohl sie dort nicht hingehören.
- Zentrale Ergebnistabellen und Schlüsselabbildungen gehören in den Hauptteil, nicht in den Anhang. Wenn eine Tabelle oder Abbildung für deine Argumentation wichtig ist und direkt interpretiert wird, platziere sie im Ergebnisteil. In den Anhang kommen nur ergänzende Outputs (z. B. der vollständige SPSS-Output zu einer Tabelle, die du im Ergebnisteil zusammenfasst).
- Theorie-„Reste" haben im Anhang nichts zu suchen. Wenn du Definitionen oder theoretische Ausführungen aus Platzmangel nicht im Theorieteil unterbringen konntest, gehören sie entweder gekürzt in den Hauptteil oder du streichst sie ganz. Der Anhang ist nicht für ausgelagerte Theorie gedacht.
- Materialien ohne Textverweis wirken deplatziert (siehe Entscheidungshilfe oben). Typische Stellen für Verweise sind Methodik oder Ergebnisse, je nach Inhalt.
- Komplette Roh-Audiodateien gehören nicht in den gedruckten Anhang. Wenn du Interviews geführt hast, zeigst du die Transkripte, nicht die Aufnahmen. Bei einem digitalen Anhang prüfe, ob die Einwilligung der Befragten die Weitergabe der Audioaufnahmen abdeckt.
- Interne Firmenunterlagen ohne Freigabe dürfen nicht im Anhang erscheinen. Kläre bei Arbeiten mit Unternehmensdaten vorab, welche Dokumente du zeigen darfst. Sensible Informationen müssen anonymisiert oder aggregiert werden, bei vertraulichen Daten brauchst du möglicherweise einen Sperrvermerk.
- Personenbezogene Daten ohne Anonymisierung sind ein No-Go. Wenn du Interviewtranskripte, Fragebögen mit offenen Antworten oder andere Materialien mit persönlichen Informationen zeigst, müssen alle identifizierenden Angaben (Namen, Arbeitgeber, Orte, spezifische Ereignisse) durch Pseudonyme ersetzt oder entfernt werden. Die Einwilligung der Befragten muss vorliegen, auch wenn du sie nicht im Anhang abdruckst.
Prüfe diese Ausschlusskriterien. Bei einem „Ja" gehört das Material nicht in den Anhang.
Analyse: Du analysierst oder interpretierst das Material direkt → dann in den Hauptteil.
Kein Verweis: Du verweist im Text nie darauf → dann streichen oder Verweis ergänzen.
Sensible Daten: Es enthält sensible Daten ohne Freigabe → dann anonymisieren, aggregieren oder weglassen.
Datenschutz: Es enthält personenbezogene Daten ohne Anonymisierung → dann pseudonymisieren.
Aufbau und Struktur des Anhangs
Der Anhang beginnt in der Regel auf einer neuen Seite nach dem Literaturverzeichnis (manche Prüfungsordnungen sehen eine andere Reihenfolge vor, prüfe das in deinem Leitfaden). Er hat eine eigene Überschrift („Anhang" oder „Anhänge") und erscheint im Inhaltsverzeichnis. Bei mehreren Anhängen werden diese einzeln aufgeführt.
Jeder einzelne Anhang erhält eine eigene Überschrift, die aussagekräftig ist. Statt „Anhang A" schreibst du „Anhang A: Fragebogen zur Nutzerzufriedenheit" oder „Anhang B: Interviewleitfaden". So können Lesende gezielt navigieren.
Die Struktur innerhalb eines Anhangs folgt der Logik des Materials. Ein Fragebogen wird so abgebildet, wie er den Teilnehmenden vorlag. Transkripte beginnen mit einem Kopf (Datum, Dauer, Pseudonym) und sind durchnummeriert, um Verweise zu erleichtern.
Wenn du nur einen einzigen Anhang hast, brauchst du keine Buchstaben-Nummerierung. Du schreibst einfach „Anhang" als Überschrift, gefolgt von einer aussagekräftigen Beschreibung. Im Inhaltsverzeichnis erscheint dann nur „Anhang" mit Seitenzahl.
Anhang nummerieren und verweisen
Die Nummerierung des Anhangs ist eigenständig und setzt nicht die Kapitelnummern des Hauptteils fort. Zwei Varianten sind üblich: Großbuchstaben (Anhang A, Anhang B, Anhang C) oder römische Ziffern (Anhang I, Anhang II, Anhang III). Welche Variante du wählst, hängt von deiner Prüfungsordnung ab.
Die Seitenzahlen laufen in der Regel arabisch weiter. Wenn dein Textteil auf Seite 85 endet und das Literaturverzeichnis bis Seite 92 geht, beginnt der Anhang auf Seite 93. Manche Vorgaben verlangen römische Seitenzahlen für den Anhang, das ist aber seltener.
Tabellen und Abbildungen im Anhang können auf zwei Arten nummeriert werden: Entweder separat mit Anhang-Buchstabe (Tab. A1, Tab. A2, Abb. B1) oder fortlaufend wie im Hauptteil (Tab. 15, Abb. 12). Die separate Nummerierung ist häufiger und macht die Zugehörigkeit zum Anhang sofort sichtbar. Welche Variante du nutzt, regelt dein Styleguide. Wichtig ist Konsistenz: Entscheide dich für eine Variante und wende sie im gesamten Anhang einheitlich an.
Die Reihenfolge der Anhänge kann nach zwei Logiken erfolgen: nach Verweis-Reihenfolge im Text oder nach thematischer Gruppierung. Die Verweis-Reihenfolge ist der Standard: Der erste Anhang, auf den du verweist, wird Anhang A, der zweite Anhang B. Das erleichtert das Lesen, weil Lesende die Anhänge in der Reihenfolge vorfinden, in der sie relevant werden.
Verweis-Reihenfolge nutzen, wenn: Du weniger als 5 Anhänge hast, die Verweise im Text klar aufeinander folgen, und Lesende den Anhang chronologisch zum Text durcharbeiten sollen.
Thematische Gruppierung nutzen, wenn: Du viele verschiedene Anhang-Typen hast (z. B. 3 Fragebögen, 5 Transkripte, 2 Statistik-Outputs) und eine inhaltliche Struktur übersichtlicher wäre.
Beispiel thematisch: Anhang A–C: Erhebungsinstrumente, Anhang D–H: Transkripte, Anhang I–K: statistische Auswertungen. So finden Lesende zusammengehörige Materialien gebündelt.
Allgemein: „(siehe Anhang A)" oder „Der vollständige Fragebogen findet sich in Anhang A."
Auf Tabellen/Abbildungen: „(vgl. Anhang C, Tab. C2)" oder „wie in Abb. B1 dargestellt"
Bei Transkripten: „Interview 3, Z. 45–52 (Anhang D)"
Fragebogen oder Erhebungsinstrument
Interviewleitfaden
Transkripte (oder Verweis auf digitalen Anhang)
Codebuch oder Kategoriensystem
Statistische Outputs oder ergänzende Tabellen
Typische Inhalte im Detail
Hier findest du genauere Hinweise zu den häufigsten Anhang-Inhalten in Masterarbeiten. Jeder Inhaltstyp hat eigene Anforderungen an Formatierung und Kennzeichnung.
Zeige den Fragebogen so, wie ihn die Teilnehmenden gesehen haben. Bei Online-Befragungen dokumentiere das Layout (Screenshots oder Export). Nummeriere die Items durchgehend, damit du im Fließtext darauf verweisen kannst („Item 12" statt „die Frage zur Zufriedenheit").
Tipp: Wenn du einen standardisierten Fragebogen verwendet hast, gib die Quelle an und prüfe, ob du ihn abdrucken darfst.
Jedes Transkript beginnt mit einem Kopf: Interviewcode (z. B. „Interview 3"), Datum, Dauer, Pseudonym der befragten Person. Die Zeilen sind durchnummeriert, damit du im Fließtext präzise verweisen kannst („Interview 3, Z. 45–52").
Tipp: Bei mehr als fünf Interviews wird der Anhang schnell sehr umfangreich. Prüfe, ob ein digitaler Anhang möglich ist. Im gedruckten Teil zeigst du dann exemplarisch ein oder zwei Transkripte.
SPSS-Tabellen, R-Outputs oder Excel-Auswertungen, die mehr als eine Seite füllen, gehören in den Anhang. Im Ergebnisteil zeigst du die aufbereiteten Kennzahlen (Mittelwerte, Signifikanzen), im Anhang die vollständigen Outputs.
Tipp: Formatiere die Outputs so, dass sie lesbar sind. Manchmal hilft es, die Schriftgröße zu reduzieren oder das Seitenformat auf Querformat zu ändern.
Datenschutz und Urheberrecht
Bei Anhängen mit personenbezogenen Daten oder fremden Materialien musst du rechtliche Aspekte beachten. Das betrifft vor allem Interviewtranskripte, Fragebögen mit Originaldaten und standardisierte Erhebungsinstrumente.
Anonymisierung: Ersetze alle Klarnamen durch Pseudonyme (z. B. „Befragte Person 1" oder „B1"). Entferne oder verfremde Angaben, die Rückschlüsse auf die Person erlauben.
Einwilligung: Dokumentiere, dass die Befragten der Nutzung im Anhang zugestimmt haben. Die Einwilligungserklärung selbst gehört meist nicht in den Anhang, sollte aber aufbewahrt werden.
Audiodateien: Roh-Audioaufnahmen gehören nicht in den gedruckten Anhang. Im Zweifel nur Transkripte verwenden.
Standardisierte Fragebögen: Wenn du einen validierten Fragebogen wie den PHQ-9, BFI oder UTAUT verwendest, nenne immer die Originalquelle. Prüfe vor dem Abdruck die Lizenzbedingungen. Manche Instrumente dürfen nur mit Genehmigung abgedruckt werden, bei anderen reicht die Quellenangabe. Im Zweifel beschreibe die Items im Methodenteil und verweise auf die Originalquelle, statt den kompletten Fragebogen abzudrucken.
Unternehmensdaten: Bei Arbeiten mit vertraulichen Firmendaten brauchst du möglicherweise einen Sperrvermerk. Kläre mit dem Unternehmen, welche Daten im Anhang erscheinen dürfen. Sensible Informationen (Umsätze, interne Prozesse, Kundendaten) müssen oft anonymisiert oder aggregiert werden.
Anhang in Word einrichten
Die technische Umsetzung des Anhangs in Word erfordert ein paar Schritte, damit Seitenzahlen und Inhaltsverzeichnis korrekt funktionieren. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Füge nach dem Literaturverzeichnis einen Seitenumbruch ein (Windows: Strg + Enter, Mac: Cmd + Enter). Wenn du getrennte Kopf-/Fußzeilen brauchst, nutze stattdessen einen Abschnittswechsel.
Schreibe die Überschrift „Anhang A: [Titel]" und formatiere sie als Überschrift 1 (oder eine eigene Formatvorlage).
Prüfe die Seitenzahl: Sie sollte arabisch weiterlaufen (nicht bei 1 neu beginnen).
Falls die Nummerierung neu beginnt: Doppelklick in Kopf-/Fußzeile → Seitenzahl → formatieren → „Fortsetzen vom vorherigen Abschnitt".
Aktualisiere das Inhaltsverzeichnis (Rechtsklick → Felder aktualisieren → Gesamtes Verzeichnis).
Prüfe: Erscheint „Anhang A: [Titel]" im Inhaltsverzeichnis mit korrekter Seitenzahl?
Tipp für Querformat: Bei breiten Tabellen kannst du einzelne Seiten im Querformat einfügen. Gehe zu Layout → Ausrichtung → Querformat. Achte darauf, dass die Seitenzahl trotzdem an der üblichen Position steht (ggf. Kopf-/Fußzeile anpassen).
Abschnittswechsel statt Seitenumbruch: Wenn du im Anhang andere Kopf-/Fußzeilen brauchst (z. B. andere Kapitelüberschrift in der Kopfzeile) oder die Formatierung abweichen soll, nutze einen Abschnittswechsel statt eines einfachen Seitenumbruchs. Gehe zu Layout → Umbrüche → Abschnittswechsel (Nächste Seite). So kannst du Kopf- und Fußzeilen für den Anhang separat formatieren, ohne den Rest des Dokuments zu beeinflussen.
Digitaler Anhang
Bei sehr umfangreichen Materialien ist ein digitaler Anhang sinnvoll. Ab wann genau „umfangreich" beginnt, hängt von deiner Prüfungsordnung ab. Als Faustwert: Wenn der gedruckte Anhang mehr als 30 Seiten umfassen würde oder du Audio-/Videodateien hast, lohnt sich ein digitaler Anhang. Viele, aber nicht alle Hochschulen erlauben das, prüfe unbedingt die konkreten Vorgaben deiner Prüfungsordnung.
Dateinamen: Nutze sprechende, einheitliche Namen ohne Sonderzeichen (z. B. „Anhang_C_Transkript_Interview01.pdf").
Versionsstand: Dokumentiere das Erstellungsdatum und die Version.
Inhaltsliste: Lege eine README-Datei oder ein Inhaltsverzeichnis bei.
Link-Platzierung: Verweise im gedruckten Anhang auf den digitalen Teil.
Persistenz: Nutze USB-Sticks oder Uni-Clouds statt flüchtiger Links.
Vorlage und nächste Schritte
Wenn du weißt, welche Materialien in den Anhang gehören, kannst du mit der Zusammenstellung beginnen. Nutze diese Mini-Vorlage als Orientierung.
Beispiel-Überschriften:
Anhang A: Fragebogen zur Nutzerzufriedenheit
Anhang B: Interviewleitfaden
Anhang C: Transkript Interview 1 (B1)
Anhang D: Codebuch zur qualitativen Inhaltsanalyse
Anhang E: SPSS-Outputs Regressionsanalyse
Beispiel-Verweise im Fließtext:
„Der vollständige Fragebogen findet sich in Anhang A."
„(siehe Anhang B)"
„Interview 1, Z. 45–52 (vgl. Anhang C)"
Gehe deinen Fließtext durch und notiere alle Stellen, an denen du auf ergänzende Materialien verweisen solltest. Ordne die Materialien in der Reihenfolge der Verweise und vergib Buchstaben (A, B, C). Formuliere aussagekräftige Überschriften, die den Inhalt beschreiben.
Prüfe die Formatierung und stelle sicher, dass alle Anhänge im Inhaltsverzeichnis erscheinen. Die Eigenständigkeitserklärung folgt nach dem Anhang als letztes Element.
Druckfertig machen: Wenn alles steht, exportiere dein Dokument als PDF. Prüfe dabei: Stimmen die Seitenzahlen? Laufen sie korrekt vom Textteil über den Anhang? Sind alle Querverweise korrekt? Wenn du deine Masterarbeit drucken und binden lassen möchtest, kannst du das bei BachelorHero online konfigurieren. Das Hardcover und das Softcover eignen sich besonders für Masterarbeiten.
Häufig gestellte Fragen
Ist ein Anhang in der Masterarbeit Pflicht?
Nein, ein Anhang ist nur dann nötig, wenn du ergänzende Materialien hast, die den Fließtext überfrachten würden. Wenn alle relevanten Inhalte im Hauptteil Platz finden, brauchst du keinen Anhang. Prüfe trotzdem die Vorgaben deiner Prüfungsordnung.
Muss ich im Text auf jeden Anhang verweisen?
Ja, jeder Anhang sollte mindestens einmal im Fließtext erwähnt werden. Typische Stellen für Verweise sind der Methodenteil (z. B. „Der vollständige Fragebogen findet sich in Anhang A") oder der Ergebnisteil (z. B. „Die detaillierten SPSS-Outputs zeigt Anhang D"). Ein Anhang ohne Verweis wirkt deplatziert. Ausnahme: Bei einem digitalen Anhang mit vielen Einzeldateien reicht ein Sammelverweis („Alle Transkripte finden sich im digitalen Anhang").
Zählt der Anhang zur Seitenzahl der Masterarbeit?
In der Regel nicht. Die Seitenvorgaben (z. B. 60 bis 100 Seiten) beziehen sich meist auf den Textteil von Einleitung bis Fazit. Verzeichnisse und Anhang zählen nicht dazu. Im Zweifel kläre das mit deiner Betreuung oder prüfe die Prüfungsordnung.
Brauche ich ein Anhangsverzeichnis und wie sieht es aus?
Ein Anhangsverzeichnis ist nur bei sehr umfangreichen Anhängen (Faustwert: ab ca. 30 Seiten oder mehr als 5 Elementen) sinnvoll. Es steht am Anfang des Anhangs und listet alle Elemente mit Seitenzahl: „Anhang A: Fragebogen … 94", „Anhang B: Interviewleitfaden … 98". Bei weniger Elementen genügt die Auflistung im normalen Inhaltsverzeichnis.
Wie beschrifte ich Tabellen und Abbildungen im Anhang?
Meistens erhalten Tabellen und Abbildungen im Anhang eine eigene Nummerierung mit Anhang-Buchstabe: Tab. A1, Tab. A2 oder Abb. B1, Abb. B2. Manche Styleguides verlangen aber eine fortlaufende Nummerierung (dann Tab. 15, Abb. 12 auch im Anhang). Prüfe die Vorgaben deines Studiengangs.
Wie zitiere ich im Text korrekt auf den Anhang?
Nutze Klammern mit konkreter Angabe: „(siehe Anhang A)", „(vgl. Anhang C, Tab. C2)" oder „wie in Anhang B, Z. 45–52 dokumentiert". Bei Transkripten gibst du Interview-Code und Zeilennummern an. Vermeide vage Formulierungen wie „im Anhang" ohne Buchstaben.
Dürfen Rohdaten und Transkripte komplett in den Anhang?
Grundsätzlich ja, aber beachte Datenschutz und Umfang. Transkripte müssen anonymisiert sein (Pseudonyme, keine Klarnamen). Bei mehr als 5 Interviews oder sehr großen Datensätzen ist ein digitaler Anhang üblich. Im gedruckten Teil zeigst du dann exemplarisch 1–2 Transkripte und verweist auf den digitalen Anhang.
Wie viele Seiten darf der Anhang haben?
Es gibt keine feste Grenze, aber der Anhang sollte nicht unverhältnismäßig umfangreich sein. Bei einer Masterarbeit mit 80 Seiten Textteil ist ein Anhang von 10 bis 30 Seiten typisch (Faustwert, je nach Prüfungsordnung). Bei sehr umfangreichen Rohdaten kann ein digitaler Anhang sinnvoll sein.
Kann ich den Anhang digital einreichen?
Das hängt von den Vorgaben deiner Hochschule ab. Viele, aber nicht alle Prüfungsordnungen erlauben einen digitalen Anhang (USB-Stick, Cloud-Link) für sehr umfangreiche Daten wie Audiodateien, Videos oder große Datensätze. Prüfe unbedingt die konkreten Vorgaben. Die wichtigsten Materialien sollten aber im gedruckten Anhang erscheinen.
Gehört der Anhang ins Inhaltsverzeichnis?
Ja, der Anhang erscheint im Inhaltsverzeichnis. Bei mehreren Anhängen listest du jeden einzeln auf: „Anhang A: Fragebogen … 94", „Anhang B: Interviewleitfaden … 98". So können Lesende gezielt navigieren. Die Anhänge werden als eigene Gliederungsebene behandelt, meist ohne Kapitelnummer (also nicht „6. Anhang", sondern nur „Anhang").
Wie gehe ich mit Sperrvermerk und Vertraulichkeit im Anhang um?
Bei vertraulichen Unternehmensdaten brauchst du möglicherweise einen Sperrvermerk, der die Einsicht in deine Arbeit zeitlich begrenzt. Kläre mit dem Unternehmen, welche Daten im Anhang erscheinen dürfen. Oft müssen sensible Zahlen (Umsätze, Margen) anonymisiert oder aggregiert werden. Der Sperrvermerk selbst steht meist nach dem Deckblatt, nicht im Anhang.
Deutsche Zitierweise Masterarbeit
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Umfang der Masterarbeit