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Primärquellen und Sekundärliteratur in der Facharbeit: Unterschiede, Beispiele und richtige Verwendung

Primärquellen und Sekundärliteratur in der Facharbeit unterscheiden | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

In deiner Facharbeit wirst du mit verschiedenen Quellenarten arbeiten. Der Unterschied zwischen Primärquellen und Sekundärliteratur ist dabei grundlegend: Primärquellen sind dein Untersuchungsgegenstand, Sekundärliteratur hilft dir bei der Einordnung. Hier erfährst du, wie du beide Quellenarten erkennst, findest und richtig einsetzt. Beachte, dass die Vorgaben je nach Schule und Lehrkraft variieren können.

Auf einen Blick

Primärquellen sind Originalmaterialien (Texte, Dokumente, Daten), die du selbst analysierst. Sekundärliteratur interpretiert oder kommentiert diese Originale. Die Einordnung hängt von deiner Fragestellung ab: Dieselbe Quelle kann je nach Untersuchungsziel primär oder sekundär sein.

Schnellcheck: Primärquelle oder Sekundärliteratur?

Nicht immer ist sofort klar, welche Quellenart du vor dir hast. Diese Kriterien helfen dir bei der schnellen Einordnung.

  • Originaltext, Dokument oder Rohdaten? → Primärquelle
  • Stammt direkt aus der untersuchten Zeit/vom untersuchten Autor? → Primärquelle (v. a. Geschichte/Geisteswissenschaften)
  • Aktuelle Messdaten oder Originalstudie mit neuen Ergebnissen? → Primärquelle (in Naturwissenschaften)
  • Analysiert, interpretiert oder kommentiert etwas anderes? → Sekundärliteratur
  • Arbeitet über einen Gegenstand, ist nicht selbst der Gegenstand? → Sekundärliteratur
  • Fasst Wissen aus anderen Quellen zusammen (Lexikon, Wikipedia)? → Tertiärquelle

Zwei Entscheidungsfragen: Erstens, ist diese Quelle mein Untersuchungsgegenstand, den ich selbst analysiere? Dann ist sie primär. Zweitens, nutze ich sie, um Hintergrund, Kontext oder die Perspektive anderer einzuholen? Dann ist sie sekundär.

Achtung bei Editionen: Wissenschaftliche Ausgaben von Primärquellen enthalten oft einen Kommentarteil. In diesem Fall ist der edierte Text selbst die Primärquelle, während Einleitung, Anmerkungen und Kommentar Sekundärliteratur sind. Das Buch enthält dann beides.

Begriffe klären: Primär- und Sekundärliteratur

Die Begriffe Primärquelle und Primärliteratur werden oft synonym verwendet, ebenso Sekundärquelle und Sekundärliteratur. In der Facharbeit ist Sekundärliteratur die typische Form der Sekundärquelle. In manchen Fächern gibt es feine Unterschiede: Primärliteratur meint dann speziell Texte (Romane, Gedichte, historische Schriften), während Primärquelle breiter gefasst ist und auch Bilder, Daten oder Artefakte einschließt.

In den Naturwissenschaften spricht man oft von Primärliteratur, wenn Originalforschung gemeint ist, also Studien mit neuen Daten und Ergebnissen. Sekundärliteratur sind dann Übersichtsartikel (Reviews), Lehrbücher oder Meta-Analysen, die bestehende Forschung zusammenfassen.

In den Geisteswissenschaften bezeichnet Primärliteratur meist das untersuchte Werk selbst (etwa einen Roman oder eine Rede), während Sekundärliteratur die Forschung darüber meint. Manche Schulen und Lehrkräfte verwenden die Begriffe anders. Wenn du unsicher bist, frag nach, welche Terminologie an deiner Schule üblich ist.

Tertiärquellen als Einstieg

Neben Primär- und Sekundärquellen gibt es Tertiärquellen: Lexika, Enzyklopädien, Wikipedia oder Handbücher, die Wissen aus anderen Quellen zusammenfassen. Sie eignen sich für den ersten Überblick, sollten aber nicht als Hauptquellen dienen. Nutze sie, um relevante Primär- und Sekundärquellen zu identifizieren.

Dieselbe Quelle, zwei Rollen: Mini-Szenarien

Eine Quelle kann in deiner Arbeit unterschiedliche Funktionen übernehmen. Diese Szenarien zeigen, wie dieselbe Quelle als Analyseobjekt (primäre Funktion) oder als Hintergrund und Beleg (sekundäre Funktion) dienen kann.

Wichtig: Eine Quelle wird nicht automatisch zur Sekundärliteratur, nur weil du sie als Hintergrund nutzt. Sekundärliteratur ist Literatur, die Primärmaterial analysiert oder interpretiert. In deiner Arbeit kann aber Primärmaterial eine sekundäre Rolle spielen, wenn du es nicht selbst analysierst, sondern nur als Beleg verwendest.

Zeitungsartikel von 1989

In primärer Funktion: Du untersuchst, wie westdeutsche Medien über den Mauerfall berichteten. Der Zeitungsartikel ist dein Analyseobjekt.

In sekundärer Funktion: Du schreibst über die Geschichte der Berliner Mauer und nutzt den Artikel als einen von vielen Belegen für Ereignisse, ohne ihn selbst zu analysieren.

Interview mit einer Expertin

In primärer Funktion: Du analysierst, wie Expertinnen in Interviews über Klimawandel kommunizieren. Das Interview selbst ist dein Untersuchungsgegenstand.

In sekundärer Funktion: Du nutzt die Aussagen der Expertin, um Hintergrundinformationen zu einem naturwissenschaftlichen Thema zu liefern.

Gesetzestext

In primärer Funktion: Du analysierst die Formulierungen im Grundgesetz und wie sich bestimmte Artikel historisch entwickelt haben.

In sekundärer Funktion: Du nutzt den Gesetzestext als Beleg für den rechtlichen Rahmen deines Themas, ohne ihn selbst zu analysieren.

Wissenschaftlicher Artikel (Originalstudie)

In primärer Funktion: Du schreibst eine Literaturarbeit und analysierst, wie verschiedene Studien ein Phänomen untersucht haben. Die Artikel sind dein Datenmaterial.

In sekundärer Funktion: Du führst ein eigenes Experiment durch und nutzt den Artikel als Hintergrundquelle, um den Forschungsstand darzustellen und deine Methode einzuordnen.

Primärquellen und Sekundärliteratur nach Fach

Primärquellen und Sekundärliteratur Beispiele für verschiedene Schulfächer | BachelorHero

Je nach Fach unterscheiden sich die typischen Quellenarten. Die Erwartungen variieren auch zwischen Schulen und Lehrkräften. Diese Übersicht zeigt gängige Beispiele.

Geschichte

Primärquellen: Urkunden, Briefe, Tagebücher, Zeitungsartikel aus der untersuchten Zeit, Reden, Fotografien, Plakate, Gesetze, Protokolle, Zeitzeugeninterviews.

Sekundärliteratur: Fachbücher zur Epoche, wissenschaftliche Aufsätze, Biografien, historische Darstellungen, Quellenkommentare.

Deutsch

Primärquellen: Das literarische Werk selbst (Roman, Drama, Gedicht), Briefe und Tagebücher des Autors, zeitgenössische Rezensionen, Interviews mit dem Autor.

Sekundärliteratur: Interpretationen und Analysen zum Werk, Forschungsliteratur, Autorenbiografien, Literaturgeschichten.

Biologie und Naturwissenschaften

Primärquellen: Eigene Versuchsergebnisse und Messdaten, Beobachtungsprotokolle, Laborberichte, Originalpublikationen mit neuen Forschungsergebnissen.

Sekundärliteratur: Lehrbücher, Übersichtsartikel (Reviews), Fachbücher zu Methoden, Meta-Analysen.

Sozialwissenschaften und Politik

Primärquellen: Statistiken und Umfragedaten, Interviews, Parteiprogramme, Gesetzestexte, Parlamentsdebatten, Medienberichte als Untersuchungsgegenstand.

Sekundärliteratur: Politikwissenschaftliche Analysen, soziologische Studien, Kommentare zu Gesetzen, Fachbücher zu politischen Systemen.

Vorgehenslogik: In vier Schritten zur richtigen Mischung

Eine gute Facharbeit kombiniert Primärquellen und Sekundärliteratur sinnvoll. Diese Schrittfolge hilft dir, beide Quellenarten gezielt einzusetzen.

Schritt 1: Primärmaterial sichten. Beginne mit deiner Primärquelle. Lies den Text, betrachte das Dokument, führe dein Experiment durch. Mach dir eigene Notizen, bevor du andere Meinungen einholst. So entwickelst du eine eigene Perspektive und vermeidest, nur fremde Interpretationen zu übernehmen.

Schritt 2: Leitfrage schärfen. Nach dem ersten Kontakt mit der Primärquelle konkretisierst du deine Fragestellung. Was genau willst du herausfinden? Welche Aspekte der Quelle sind für deine Frage relevant? Die Leitfrage bestimmt, welche Sekundärliteratur du brauchst.

Schritt 3: Sekundärliteratur gezielt einsetzen. Jetzt recherchierst du Fachliteratur für drei Zwecke: Kontext (historischer Hintergrund, wissenschaftliche Grundlagen), Methodik (wie haben andere ähnliche Quellen analysiert?) und Interpretationsrahmen (welche Deutungen gibt es bereits?). Als grobe Orientierung: Häufig reichen zwei bis vier gut ausgewählte Titel, aber die passende Anzahl hängt von deinem Thema und den Erwartungen deiner Lehrkraft ab.

Schritt 4: Rückkopplung an die Primäranalyse. Kehre mit dem Wissen aus der Sekundärliteratur zu deiner Primärquelle zurück. Bestätigen sich deine Beobachtungen? Siehst du jetzt Details, die du vorher übersehen hast? Widersprichst du einer gängigen Interpretation? Diese Rückkopplung macht deine Analyse fundiert.

Warnzeichen: Zu viel Sekundärliteratur?

Wenn dein Text hauptsächlich aus Paraphrasen anderer Autoren besteht und du kaum noch deine Primärquelle zitierst, hast du das Gleichgewicht verloren. Ein praktikabler Test: Enthält jeder analytische Abschnitt mindestens einen konkreten Beleg aus deinem Primärmaterial? Wenn du mehrere Absätze hintereinander nur Sekundärliteratur zusammenfasst, fehlt deine eigene Analyse.

So findest du passende Quellen

Auswahl der richtigen Quellen: Primärquellen und Sekundärliteratur gezielt finden | BachelorHero

Die Literaturrecherche wird einfacher, wenn du weißt, wonach du suchst. Für Primärquellen fragst du dich: Welches Originalmaterial brauche ich? Für Sekundärliteratur: Welchen Kontext und welche wissenschaftlichen Perspektiven benötige ich?

Primärquellen findest du in Bibliotheken, Archiven und digitalen Sammlungen. Für literarische Werke nutze wissenschaftliche Ausgaben (Reclam, Fischer Klassik, Suhrkamp). Historische Dokumente findest du in Quellensammlungen, digitalisierten Archiven oder bei Dokumentenservern wie dem Deutschen Historischen Museum. Bei naturwissenschaftlichen Arbeiten sind deine eigenen Versuchsergebnisse die Primärquelle.

Sekundärliteratur findest du über Bibliothekskataloge und wissenschaftliche Datenbanken. Ein guter Startpunkt ist ein aktuelles Fachbuch. Im Literaturverzeichnis dieses Buchs findest du weitere relevante Titel (Schneeballsystem).

Konkrete Suchstrategien

Für Sekundärliteratur in Deutsch: Suche nach „Kafka Verwandlung Interpretation", „Einsamkeit Motiv Verwandlung", „Kafka Forschung" oder „Verwandlung Rezeption". Die Kombination aus Autorname, Werktitel und Begriffen wie Interpretation, Analyse, Motiv oder Rezeption führt zu Fachliteratur.

Für Geschichte: Suche nach „Mauerfall 1989 Quellen", „DDR Propaganda Analyse" oder nutze Schlagworte wie „Quellensammlung", „Edition", „Dokumente". Für Sekundärliteratur: „Mauerfall Historiografie", „DDR Geschichte Handbuch".

Für Naturwissenschaften: Nutze Google Scholar mit Begriffen wie „review", „meta-analysis" oder „systematic review" für Übersichtsartikel. Für Originaldaten: „original research", „experimental study".

Allgemeine Tipps: Nutze Anführungszeichen für exakte Phrasen („Einsamkeit bei Kafka"), filtere nach Erscheinungsjahr für aktuelle Literatur, und prüfe die Literaturverzeichnisse gefundener Texte für weitere Quellen.

Hinweis zur Quellenqualität

Nicht alles, was du findest, ist zitierfähig. Prüfe: Wer ist der Autor (Fachperson, Institution)? Wo wurde der Text veröffentlicht (Verlag, Fachzeitschrift)? Gibt es Nachweise und Quellenangaben? Für Internetquellen gilt besondere Sorgfalt.

Typische Fehler und Gegenmaßnahmen

Nur Sekundärliteratur verwenden: Wer ausschließlich Interpretationen anderer zitiert, zeigt keine eigene Analyseleistung. Gegenmaßnahme: Plane einen Mindestanteil an Primäranalyse ein. Jeder analytische Abschnitt sollte konkrete Belegstellen aus deiner Primärquelle enthalten. Formuliere eigene Beobachtungen, bevor du sie mit Sekundärliteratur unterfütterst.

Primärquelle nur oberflächlich nutzen: Manche lesen die Primärquelle einmal und stürzen sich auf die Sekundärliteratur. Gegenmaßnahme: Lies die Primärquelle mehrfach. Mach beim ersten Lesen Notizen ohne Sekundärliteratur. Markiere Stellen, die dich irritieren oder interessieren. Diese eigenen Beobachtungen sind der Kern deiner Arbeit.

Veraltete Sekundärliteratur: Ein Buch von 1970 kann überholte Thesen enthalten. Gegenmaßnahme: Prüfe das Erscheinungsjahr und suche nach neueren Überblickswerken oder Reviews. Ein Handbuch oder Einführungsband nennt meist den aktuellen Forschungsstand und verweist auf neuere Literatur.

Unseriöse Quellen: Hausarbeiten-Portale, unbelegte Blogartikel oder Wikipedia-Einträge sind keine wissenschaftliche Sekundärliteratur. Gegenmaßnahme: Prüfe bei jeder Quelle: Gibt es einen erkennbaren Autor mit fachlicher Qualifikation? Wurde der Text in einem Verlag oder einer Fachzeitschrift veröffentlicht? Sind Quellen und Belege angegeben? Wikipedia kannst du nutzen, um Einstiegspunkte zu finden, zitiere aber die dort genannten Originalquellen.

Quellenverzeichnis vs. Literaturverzeichnis

Manche Schulen verlangen eine Trennung von Primärquellen und Sekundärliteratur im Verzeichnis. Das Quellenverzeichnis enthält dann die Primärquellen (Originaltexte, Dokumente, Daten), das Literaturverzeichnis die Sekundärliteratur (Forschungsliteratur, Interpretationen). Andere Schulen akzeptieren eine gemeinsame alphabetische Auflistung. Prüfe den Leitfaden deiner Schule oder frag deine Lehrkraft.

Musterstruktur bei Trennung

Quellenverzeichnis (Primärquellen):

  • Kafka, Franz: Die Verwandlung. Hrsg. von Michael Müller. Stuttgart: Reclam 2019.
  • Bundesarchiv Berlin, Bestand R 43 II/1234: Protokoll der Kabinettssitzung vom 15. März 1933.
  • Interview mit Dr. Maria Schmidt, Klimaforscherin, geführt am 12. November 2025. Transkript im Anhang.
  • Bundesministerium für Umwelt: Pressemitteilung zum Klimaschutzgesetz vom 3. Mai 2024. URL: bmuv.de/pressemitteilung/klimaschutzgesetz-2024 (Zugriff: 10.12.2025). [Analyseobjekt für Regierungskommunikation]

Literaturverzeichnis (Sekundärliteratur):

  • Engel, Manfred: Kafka-Handbuch. Leben, Werk, Wirkung. Stuttgart: Metzler 2010.
  • Wehler, Hans-Ulrich: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 4. München: C.H. Beck 2003.

Bei eigenen Versuchsdaten dokumentierst du die Methodik im Haupttext und legst Rohdaten, Protokolle oder Transkripte in den Anhang. Im Literaturverzeichnis erscheinen sie nicht, aber du verweist im Text auf den Anhang.

Checkliste Quellenangabe

Sind alle im Text zitierten Quellen im Verzeichnis aufgeführt? Ist die Zitierweise einheitlich? Hast du bei Primärquellen alle notwendigen Zusatzangaben (Ausgabe, Archiv, Signatur, Herausgeber)? Entspricht die Struktur (getrennt oder gemeinsam) den Vorgaben deiner Schule?

Nächster Schritt: Quellen einbinden und prüfen

Du weißt jetzt, wie du Primärquellen und Sekundärliteratur unterscheidest, findest und im Verzeichnis angibst. Der nächste Schritt ist, diese Quellen sinnvoll in deine Facharbeit einzubinden.

Beim Zitieren achtest du darauf, wörtliche Übernahmen mit Anführungszeichen zu kennzeichnen und bei Paraphrasen trotzdem die Quelle anzugeben. Deine Primärquelle analysierst du im Hauptteil ausführlich und belegst Beobachtungen mit konkreten Textstellen oder Daten. Die Sekundärliteratur nutzt du, um deine Analyse zu stützen oder alternative Deutungen zu diskutieren.

Prüfe zum Schluss: Zeigt mein Text eigene Analyseleistung an der Primärquelle? Ist das Verhältnis zwischen eigener Analyse und Sekundärliteratur ausgewogen? Sind alle Zitate und Paraphrasen korrekt gekennzeichnet? Wenn du diese Fragen mit Ja beantworten kannst, steht deine Quellenarbeit auf solidem Fundament.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Primärquelle und Sekundärliteratur?

Primärquellen sind Originalmaterialien wie historische Dokumente, literarische Werke oder eigene Messdaten. Sekundärliteratur analysiert, interpretiert oder kommentiert diese Originale. In deiner Facharbeit arbeitest du oft mit beiden: Du analysierst eine Primärquelle und stützt dich auf Sekundärliteratur für den Kontext.

Wie viele Primärquellen brauche ich für meine Facharbeit?

Das hängt vom Thema und Fach ab. Bei einer Textanalyse in Deutsch ist der literarische Text deine zentrale Primärquelle. In Geschichte können mehrere Dokumente sinnvoll sein. Frag im Zweifel deine Lehrkraft, wie viele Quellen sie erwartet.

Kann Wikipedia eine Sekundärquelle sein?

Wikipedia gilt als Tertiärquelle, weil sie Informationen aus anderen Quellen zusammenfasst. Für eine Facharbeit ist Wikipedia als Quelle meist nicht geeignet. Du kannst Wikipedia aber nutzen, um einen ersten Überblick zu bekommen und dann die dort angegebenen Originalquellen prüfen.

Ist ein wissenschaftlicher Artikel Primärquelle oder Sekundärliteratur?

Das hängt von Artikeltyp und Fragestellung ab. Originalstudien mit neuen Daten gelten als Primärliteratur, Reviews und Meta-Analysen als Sekundärliteratur. Entscheidend ist auch deine Nutzung: Analysierst du den Artikel selbst als Datenmaterial, ist er Primärquelle. Nutzt du ihn nur als Hintergrund für den Forschungsstand, hat er eine sekundäre Funktion in deiner Arbeit.

Was mache ich, wenn es keine Primärquellen zu meinem Thema gibt?

Bei manchen Themen sind Primärquellen schwer zugänglich, etwa bei historischen Ereignissen ohne erhaltene Dokumente. In solchen Fällen arbeitest du mit Sekundärliteratur und machst transparent, dass du dich auf die Darstellungen anderer stützt. Alternativ kannst du das Thema so anpassen, dass du mit verfügbaren Quellen arbeiten kannst.

Wann ist eine Übersetzung als Primärquelle problematisch?

Bei sprachlichen Analysen (Stilistik, Wortwahl, Rhetorik) kann eine Übersetzung das Ergebnis verfälschen, weil du nicht den Originaltext untersuchst. Mache in solchen Fällen transparent, dass du mit einer Übersetzung arbeitest, und diskutiere, ob das für deine Fragestellung relevant ist. Bei inhaltlichen Analysen (Motive, Argumente, historische Fakten) sind Übersetzungen oft möglich, aber achte auf die Übersetzungsqualität und problematisiere strittige Stellen.

Wie gebe ich Editionen und Ausgaben korrekt an?

Nenne immer die konkrete Ausgabe, die du verwendet hast: Herausgeber, Verlag, Erscheinungsjahr. Bei literarischen Werken ist das wichtig, weil verschiedene Ausgaben unterschiedliche Textfassungen enthalten können. Bei kritischen Editionen unterscheide zwischen dem edierten Text (Primärquelle) und dem Kommentarteil (Sekundärliteratur).

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