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Die Literaturrecherche für die Facharbeit ist der erste große Schritt nach der Themenwahl. Ohne passende Quellen fehlt dir die Grundlage für Argumente, Belege und eine fundierte Argumentation. In diesem Artikel erfährst du, wo du seriöse Literatur findest, wie du gezielt suchst, Quellen bewertest und deine Recherche so dokumentierst, dass du beim Schreiben nicht in Zeitnot gerätst.
So gehst du vor: 1. Leite aus deiner Leitfrage zwei bis drei Suchbegriffe ab. 2. Suche im Bibliothekskatalog (OPAC) und in Google Scholar. 3. Prüfe jede Quelle mit dem Schnellcheck: Autor, Erscheinungsjahr, Herausgeber oder Institution. 4. Dokumentiere Autor, Titel, Jahr und Seitenzahlen in einer Tabelle. So sparst du dir später viel Arbeit beim Literaturverzeichnis.
Was ist Literaturrecherche?
Literaturrecherche bedeutet, gezielt nach Quellen zu suchen, die dein Thema behandeln. Du sammelst Bücher, Artikel, Studien und andere Materialien, die dir Informationen, Argumente und Belege liefern. Ohne diese Grundlage kannst du keine wissenschaftliche Arbeit schreiben, weil dir schlicht die Fakten fehlen.
Bei einer Facharbeit geht es nicht darum, möglichst viele Quellen zu finden. Wichtiger ist, dass du die richtigen Quellen findest: solche, die zu deinem Thema passen, seriös sind und sich für das Niveau einer Facharbeit eignen. Ein Fachbuch aus der Stadtbibliothek ist oft wertvoller als zehn beliebige Internetseiten.
Die Recherche solltest du früh beginnen, idealerweise direkt nach der Themenwahl und noch vor dem Erstellen der Gliederung. Bücher können ausgeliehen sein, Fernleihen dauern Wochen und manche Quellen sind schwerer zugänglich als gedacht. Wer früh startet, hat Zeit, Lücken zu schließen.
Geeignete Quellen für die Facharbeit
Nicht jede Quelle eignet sich für eine Facharbeit. Du bewegst dich auf Schulniveau, brauchst also keine hochspezialisierten Forschungspapiere, aber auch keine oberflächlichen Blogbeiträge. Die goldene Mitte sind Fachbücher, Schulbücher, Lexikoneinträge und Fachartikel, die das Thema verständlich und fundiert behandeln.
Bücher aus der Bibliothek sind oft die beste Wahl. Sie durchlaufen einen Lektoratsprozess und sind in der Regel verlässlich. Achte auf das Erscheinungsjahr: Bei historischen Themen ist ein älteres Standardwerk kein Problem, bei naturwissenschaftlichen Fragen sollte die Quelle aktuell sein.
Internetquellen können ebenfalls geeignet sein, wenn sie von seriösen Absendern stammen. Webseiten von Universitäten, Behörden, Museen oder etablierten Fachverlagen sind vertrauenswürdig. Private Blogs, Foren und Seiten ohne erkennbaren Autor sind hingegen keine zitierfähigen Quellen.
Zeitungsartikel aus überregionalen Tageszeitungen können aktuelle Ereignisse belegen, sind aber keine wissenschaftlichen Quellen. Nutze sie ergänzend, nicht als Hauptgrundlage.
Wo du Literatur für die Facharbeit findest
Der naheliegendste Ort ist die Schulbibliothek. Hier findest du Bücher, die auf dein Niveau abgestimmt sind. Frag die Bibliotheksleitung, ob es Literatur zu deinem Thema gibt. Oft können sie gezielt weiterhelfen oder Bücher aus dem Magazin holen.
Die Stadtbibliothek hat in der Regel ein größeres Angebot. Viele Bibliotheken bieten auch Fernleihe an: Wenn ein Buch nicht vor Ort ist, wird es aus einer anderen Bibliothek bestellt. Das dauert meist ein bis zwei Wochen, plane also früh genug.
Die Online-Kataloge (OPAC) der Bibliotheken helfen dir, vor dem Besuch zu prüfen, welche Bücher verfügbar sind. Du findest sie auf der Website deiner Stadt- oder Landesbibliothek. Der OPAC zeigt dir Titel, Standort, Signatur und Verfügbarkeit an. Notiere dir die Signaturen, bevor du in die Bibliothek gehst.
Google Scholar (scholar.google.de) durchsucht wissenschaftliche Publikationen, Bücher und Artikel. Viele Treffer sind kostenpflichtig, aber du siehst zumindest Titel, Autoren und Abstracts. Manche Texte sind als PDF frei zugänglich. Für eine Facharbeit reicht Google Scholar oft als Ergänzung zur Bibliotheksrecherche.
Für manche Fächer gibt es spezialisierte Datenbanken. In Geschichte etwa ist das Bundesarchiv online zugänglich, in den Naturwissenschaften bieten Fachgesellschaften oft Materialien für Schüler an. Frag deine Lehrkraft, ob es für dein Fach besondere Anlaufstellen gibt.
Suchbegriffe und Suchstrategien entwickeln
Die richtigen Suchbegriffe entscheiden darüber, ob du relevante Literatur findest oder in einer Flut unbrauchbarer Treffer versinkst. Starte nicht mit deiner kompletten Leitfrage, sondern zerlege sie in einzelne Begriffe. Diese Begriffe kombinierst du dann gezielt.
So gehst du vor: Nimm deine Leitfrage und markiere die zentralen Begriffe. Überlege dann Synonyme, Oberbegriffe und bei Bedarf englische Fachbegriffe. Aus diesen Bausteinen bildest du verschiedene Suchanfragen.
Deine Leitfrage: „Wie beeinflusst Social Media das Selbstbild von Jugendlichen?"
Zentrale Begriffe: Social Media, Selbstbild, Jugendliche
Synonyme und Varianten: soziale Medien, Instagram, Selbstwahrnehmung, Körperbild,
Teenager, Heranwachsende
Englische Begriffe: social media, self-image, adolescents
Suchanfragen für den Bibliothekskatalog:
→ Social Media Jugendliche
→ Selbstbild Teenager
→ soziale Medien Psychologie
Suchanfragen für Google Scholar:
→ „social media" AND „self-image" AND adolescents
→ Instagram Körperbild Jugendliche
Suchoperatoren helfen dir, Ergebnisse einzugrenzen. Mit Anführungszeichen suchst du nach exakten Phrasen, etwa „soziale Medien". Mit AND verknüpfst du Begriffe, sodass beide im Ergebnis vorkommen müssen. Mit OR suchst du nach Alternativen, etwa Jugendliche OR Teenager. Diese Operatoren funktionieren in Google Scholar und vielen Bibliothekskatalogen.
Wenn du zu wenige Treffer bekommst, wähle allgemeinere Begriffe oder entferne einen Suchbegriff. Wenn du zu viele bekommst, grenze ein: füge einen weiteren Begriff hinzu oder nutze spezifischere Formulierungen.
Die Schneeballmethode in der Praxis
Die Schneeballmethode ist eine bewährte Strategie, um von einer guten Quelle ausgehend weitere zu finden. Das Prinzip ist einfach: Du schaust dir das Literaturverzeichnis einer Quelle an und prüfst, welche Bücher und Artikel dort genannt werden. Diese Quellen schaust du dir ebenfalls an und findest dort wiederum neue Verweise.
Konkret funktioniert das so: Du hast ein Überblickswerk zu deinem Thema gefunden, etwa ein Einführungsbuch oder einen Lexikoneintrag. Im Literaturverzeichnis dieses Werks findest du 15 weitere Titel. Du wählst drei aus, die vom Titel her vielversprechend klingen. Beim Prüfen stellst du fest, dass zwei davon in mehreren anderen Literaturverzeichnissen ebenfalls auftauchen. Das ist ein starkes Signal: Diese Bücher sind offenbar zentrale Werke zum Thema. Diese priorisierst du.
Der Vorteil: Du bewegst dich thematisch immer im richtigen Bereich und findest Quellen, die tatsächlich relevant sind. Starte mit einem aktuellen Überblickswerk oder einem Lexikoneintrag zu deinem Thema. Diese Texte fassen den Forschungsstand zusammen und nennen die wichtigsten Werke. Von dort aus arbeitest du dich in die Tiefe.
Wenn du auf ein Buch stößt, das in mehreren deiner Quellen zitiert wird, ist es wahrscheinlich ein zentrales Werk. Versuche, an dieses Buch zu kommen, selbst wenn es nur über Fernleihe verfügbar ist.
Quellen bewerten in 30 Sekunden
Nicht jede Quelle, die du findest, ist automatisch brauchbar. Bevor du Zeit in eine Quelle investierst, prüfe sie mit diesem kurzen Schnellcheck. Die folgenden vier Fragen kannst du in 30 Sekunden beantworten.
- Wer hat es geschrieben? Bei Büchern und Artikeln sollte ein Autor genannt sein. Recherchiere kurz, ob die Person Expertise im Themengebiet hat. Bei Internetquellen achte auf das Impressum: Wer steht hinter der Seite? Wenn du keinen Autor und keinen seriösen Herausgeber findest, ist die Quelle wahrscheinlich nicht zitierfähig.
- Wann wurde es veröffentlicht? Bei naturwissenschaftlichen und technischen Themen zählt Aktualität, eine Quelle von 2005 kann veraltet sein. Bei historischen oder philosophischen Fragen können auch ältere Standardwerke wertvoll sein.
- Wo wurde es veröffentlicht? Ein Fachverlag, eine Universität oder eine Behörde ist vertrauenswürdiger als ein privater Blog. Achte auf erkennbare redaktionelle Standards.
- Für wen wurde es geschrieben? Eine Quelle für Fachpublikum ist meist fundierter als ein populärwissenschaftlicher Text. Das erkennst du am Klappentext, am Abstract oder bei Webseiten an der Rubrik „Über uns". Für eine Facharbeit ist beides nutzbar, solange die anderen Kriterien stimmen.
Wikipedia ist ein Sonderfall. Die Plattform eignet sich hervorragend, um einen ersten Überblick zu bekommen und Fachbegriffe zu verstehen. Als Quelle für den Textteil deiner Facharbeit ist Wikipedia aber nicht geeignet, weil jeder die Inhalte bearbeiten kann und keine klassische redaktionelle Prüfung wie bei Fachverlagen stattfindet. Nutze stattdessen die Einzelnachweise am Ende des Wikipedia-Artikels: Dort findest du die Originalquellen, die du dann zitieren kannst.
Recherche dokumentieren: Vorlage zum Kopieren
Der größte Fehler bei der Literaturrecherche ist, Quellen nicht sofort zu dokumentieren. Du findest ein gutes Zitat, notierst es irgendwo, und zwei Wochen später weißt du nicht mehr, aus welchem Buch es stammt. Das kostet dich beim Literaturverzeichnis unnötig Zeit und Nerven.
Warum Seitenzahlen wichtig sind: Beim Zitieren musst du angeben, auf welcher Seite die Information steht. Wenn du das nicht direkt notierst, musst du später das ganze Buch erneut durchblättern. Das ist vermeidbar.
Nutze diese Vorlage in Word, Google Docs oder auf Papier. Trage für jede Quelle die folgenden Angaben ein. Die Beispiele zeigen dir, wie ein ausgefüllter Eintrag aussieht.
Spalten für deine Quellenübersicht
Status-Optionen: gefunden, gelesen, relevant, zitiert
Wenn du ein Zitat übernimmst, schreibe direkt dazu, von welcher Seite es stammt. Bei längeren Passagen notiere dir in eigenen Worten, was der Autor sagt, und markiere klar, was wörtliches Zitat ist und was deine Zusammenfassung.
Besonderheiten je nach Fach
Die Literaturrecherche unterscheidet sich je nach Fach. In manchen Fächern sind bestimmte Quellenarten wichtiger als in anderen. Hier ein kurzer Überblick, der dir hilft, die Recherche auf dein Fach abzustimmen.
- Geschichte und Gesellschaftswissenschaften: Primärquellen wie Originalquellen, Dokumente oder Zeitzeugenberichte sind besonders wertvoll. Achte auf den historischen Kontext und prüfe, wann und von wem eine Quelle verfasst wurde.
- Naturwissenschaften: Aktualität ist entscheidend. Studien und Fachartikel aus den letzten Jahren sind wichtiger als ältere Bücher. Datenbanken wie PubMed (für Biologie und Medizin) können hilfreich sein.
- Deutsch und Sprachen: Primärtexte, also die literarischen Werke selbst, stehen im Zentrum. Sekundärliteratur wie Interpretationen and Analysen ergänzen deine eigene Textarbeit und bilden die Grundlage für die Einleitung und das Fazit.
- Kunst und Musik: Bildquellen, Partituren und Werkverzeichnisse gehören zur Recherche. Museen und Facharchive bieten oft digitale Sammlungen an.
Typische Fehler vermeiden
- Nur Wikipedia nutzen: Wer ausschließlich Wikipedia zitiert, zeigt, dass er nicht richtig recherchiert hat. Wie im Abschnitt zur Quellenbewertung beschrieben: Wikipedia ist ein Einstieg, keine zitierfähige Quelle. Nutze die Einzelnachweise, um zu den Originalquellen zu gelangen. Die gefundenen Quellen trägst du später in dein Literaturverzeichnis ein.
- Zu spät anfangen: Bücher können ausgeliehen sein, Fernleihen dauern Wochen. Wer erst kurz vor der Abgabe mit der Recherche beginnt, hat keine Zeit mehr, fehlende Quellen zu beschaffen. Starte früh.
- Quellen nicht dokumentieren: Ein Zitat ohne Quellenangabe ist wertlos. Schlimmer noch: Wenn du später nicht mehr weißt, woher eine Information stammt, musst du sie weglassen oder erneut recherchieren. Dokumentiere von Anfang an mit der Vorlage aus diesem Artikel.
- Alles lesen wollen: Du musst nicht jedes Buch von vorne bis hinten durcharbeiten. Lies gezielt die Kapitel, die für dein Thema relevant sind. Nutze Inhaltsverzeichnis und Index, um schnell die richtigen Stellen zu finden.
- Unseriöse Quellen übernehmen: Nicht alles, was im Internet steht, stimmt. Prüfe jede Quelle mit dem 30-Sekunden-Check. Wenn du nicht herausfinden kannst, wer hinter einer Webseite steht, ist sie wahrscheinlich nicht zitierfähig.
Nächster Schritt: Von der Recherche zur Gliederung
Wenn du genug Material zusammen hast, beginnt die eigentliche Strukturarbeit. Sortiere deine Quellen nach Themenblöcken und überlege, welche Informationen in welches Kapitel gehören. Dein nächster Schritt ist jetzt, eine Gliederung für deine Facharbeit zu erstellen. Sie hilft dir, den Überblick zu behalten und zeigt dir, wo du vielleicht noch eine Quelle brauchst.
Danach geht es ans Schreiben. Plane für das Literaturverzeichnis ausreichend Zeit ein. Wenn du deine Quellen mit der Vorlage aus diesem Artikel dokumentiert hast, überträgst du die Angaben einfach in das richtige Format.
Wenn alles fertig geschrieben und korrigiert ist, fehlt nur noch Drucken und Binden. Bei BachelorHero kannst du deine Facharbeit online konfigurieren und bekommst sie fertig gebunden nach Hause geliefert. Das Softcover und die Spiralbindung eignen sich besonders für Facharbeiten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein OPAC und wie nutze ich ihn?
OPAC steht für Online Public Access Catalogue und ist der digitale Katalog einer Bibliothek. Du findest ihn auf der Website deiner Stadt- oder Schulbibliothek. Gib dort Schlagwörter ein, um verfügbare Bücher zu finden. Der OPAC zeigt dir Standort, Signatur und Verfügbarkeit an.
Welche Suchbegriffe funktionieren bei der Literaturrecherche?
Starte mit den zentralen Begriffen deiner Leitfrage. Ergänze dann Synonyme, Oberbegriffe und bei Bedarf englische Fachbegriffe. Kombiniere zwei bis drei Begriffe mit UND oder nutze Anführungszeichen für exakte Phrasen. Wenn du zu wenig findest, wähle allgemeinere Begriffe.
Wie viele Quellen brauche ich für eine Facharbeit?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Bei einer typischen Facharbeit mit 10 bis 15 Seiten sind 5 bis 10 seriöse Quellen ein guter Richtwert. Qualität zählt mehr als Quantität. Wenn deine Schule eine Mindestzahl vorgibt, halte dich daran.
Darf ich Wikipedia für die Facharbeit nutzen?
Wikipedia eignet sich zum Einstieg und als Orientierung, gilt aber nicht als zitierfähige Quelle für den Textteil. Nutze die Quellenangaben am Ende von Wikipedia-Artikeln, um seriöse Primärquellen zu finden. Diese kannst du dann zitieren.
Was mache ich, wenn ich keine passende Literatur finde?
Verändere deine Suchbegriffe: Nutze Synonyme, englische Begriffe oder allgemeinere Oberbegriffe. Frag deine Lehrkraft oder das Bibliothekspersonal um Hilfe. Manchmal hilft auch ein Blick in verwandte Themengebiete oder ein Überblickswerk, das weitere Quellen nennt.
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