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Forschungsfrage und Leitfrage der Facharbeit richtig formulieren

Forschungsfrage und Leitfrage für die Facharbeit richtig formulieren | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Die Forschungsfrage ist das Herzstück deiner Facharbeit. Sie gibt dir beim Schreiben Orientierung und zeigt deiner Lehrkraft, was du herausfinden willst. Hier erfährst du, wie du eine gute Forschungsfrage formulierst, welche Kriterien sie erfüllen sollte und wie du typische Fehler vermeidest.

Kurz gesagt

Forschungsfrage Facharbeit in Kürze: Eine gute Forschungsfrage ist konkret (eingegrenztes Thema), offen (erfordert differenzierte Antwort), beantwortbar (mit deinen Mitteln machbar) und relevant (für das Fach interessant). Formuliere sie früh und nutze sie als Leitlinie für deine gesamte Arbeit.

Was ist eine Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage definiert, was du in deiner Facharbeit herausfinden willst. Sie grenzt dein Thema ein und gibt deiner Arbeit eine klare Richtung. Die Forschungsfrage steht in der Einleitung und wird im Fazit beantwortet. Der Hauptteil liefert die Argumente und Belege.

Manche Schulen verwenden den Begriff Leitfrage, andere sprechen von Fragestellung oder Problemstellung. Gemeint ist immer dasselbe: die zentrale Frage, die deine Arbeit beantwortet. Frag im Zweifel deine Lehrkraft, welchen Begriff sie bevorzugt.

Forschungsfrage, Hypothese und Unterfragen

Neben der Forschungsfrage gibt es verwandte Begriffe, die oft verwechselt werden. Diese Abgrenzung hilft dir, die richtige Form für deine Arbeit zu wählen.

Thema ist der breite Bereich, in dem du arbeitest. Beispiel: „Klimawandel". Das Thema allein reicht nicht für eine Facharbeit, weil es keine Richtung vorgibt.

Forschungsfrage ist die zentrale Frage, die deine Arbeit beantwortet. Beispiel: „Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Artenvielfalt im Wattenmeer aus?" Sie gibt deiner Arbeit Struktur und Fokus.

Hypothese ist eine überprüfbare Annahme, die du bestätigst oder widerlegst. Beispiel: „Kressekeimlinge wachsen unter rotem Licht schneller als unter blauem Licht." Hypothesen sind typisch für experimentelle Arbeiten in Naturwissenschaften. Du kannst eine Hypothese auch als Forschungsfrage formulieren: „Wie beeinflusst die Lichtfarbe das Wachstum von Kressekeimlingen?"

Unterfragen sind Teilfragen, die helfen, die Hauptfrage zu strukturieren. Beispiel zur Klimawandel-Frage: „Welche Arten sind besonders betroffen?" und „Welche Veränderungen zeigen Langzeitdaten?" Ein bis drei Unterfragen reichen für eine Facharbeit meist aus.

Zielsetzung beschreibt, was du erreichen willst, ist aber keine Frage. Beispiel: „Ziel dieser Arbeit ist es, den Einfluss des Klimawandels auf das Wattenmeer darzustellen." Die Zielsetzung kann die Forschungsfrage ergänzen, ersetzt sie aber nicht.

Was macht eine gute Forschungsfrage aus?

Eine gute Forschungsfrage erfüllt vier Kriterien. Diese helfen dir, dein Thema so einzugrenzen, dass du es in einer Facharbeit seriös bearbeiten kannst.

Gute Forschungsfrage in der Facharbeit: Kriterien im Überblick | BachelorHero
Kriterium 1: Konkret

Merksatz: Je enger, desto schreibbarer.

Die Frage grenzt das Thema deutlich ein. Sie bezieht sich auf einen bestimmten Aspekt, Zeitraum, Ort oder Fall.

Zu breit: „Wie funktioniert das Immunsystem?"

Konkret: „Wie unterscheidet sich die Immunreaktion bei einer Erkältung von der bei einer Grippe?"

Kriterium 2: Offen (differenziert)

Merksatz: Die Antwort braucht mehr als ein Wort.

In geisteswissenschaftlichen Fächern sollte die Frage nicht mit Ja oder Nein beantwortbar sein. Bei experimentellen Arbeiten in Naturwissenschaften sind vergleichende Fragen („Wächst A schneller als B?") oder Hypothesen üblich und legitim, solange die Auswertung differenziert erfolgt. Faustregel: Wenn du vorab eine Vermutung prüfst, nenn es Hypothese. Wenn du ergebnisoffen untersuchst, nenn es Forschungsfrage.

Zu einfach: „Hat Social Media Einfluss auf Jugendliche?" (lässt sich trivial mit Ja beantworten)

Offen: „Welchen Einfluss hat die tägliche Social-Media-Nutzung auf das Selbstbild von Jugendlichen?"

Experimentell (legitim): „Wachsen Kressekeimlinge unter rotem Licht schneller als unter blauem?" (vergleichende Prüffrage mit messbarem Ergebnis)

Kriterium 3: Beantwortbar

Merksatz: Kannst du es mit deinen Mitteln schaffen?

Du kannst die Frage mit deinen verfügbaren Mitteln, Quellen und im gegebenen Zeitrahmen beantworten.

Nicht machbar: „Wie wird sich das Klima in 100 Jahren entwickeln?" (erfordert Prognosemodelle)

Machbar: „Welche Klimaveränderungen zeigen Messdaten der letzten 30 Jahre für die Region X?"

Kriterium 4: Relevant

Merksatz: Bringt die Antwort einen Erkenntnisgewinn?

Die Frage ist für dein Fach interessant und hat einen erkennbaren Erkenntnisgewinn.

Trivial: „Welche Farbe hat das Cover von Goethes Faust?" (keine Erkenntnistiefe)

Relevant: „Wie gestaltet Goethe das Motiv der Verführung in der Gretchentragödie?"

Von der Themenidee zur Forschungsfrage

Viele Facharbeiten scheitern nicht am Schreiben, sondern an einer zu breiten oder zu unklaren Fragestellung. Der Weg von der Themenidee zur Forschungsfrage ist ein Prozess der Eingrenzung. Je konkreter du wirst, desto leichter fällt dir später das Schreiben.

Starte mit deinem groben Thema. Frag dich dann: Welcher Aspekt interessiert mich besonders? Welchen Teilbereich kann ich in der verfügbaren Zeit seriös bearbeiten? Welche Quellen oder Materialien stehen mir zur Verfügung? Die Antworten führen dich zur Eingrenzung.

Ein Beispiel: Dein Thema ist „Erneuerbare Energien". Das ist zu breit für eine Facharbeit. Du interessierst dich besonders für Windkraft. Immer noch breit. Du fragst: Wo? In Deutschland. Was genau? Die Akzeptanz in der Bevölkerung. So wird aus „Erneuerbare Energien" die Forschungsfrage „Welche Faktoren beeinflussen die Akzeptanz von Windkraftanlagen in ländlichen Gemeinden Norddeutschlands?"

Die Literaturrecherche hilft dir bei der Eingrenzung. Wenn du merkst, dass zu einem Aspekt kaum Quellen existieren, wähle einen anderen. Wenn du von Material überflutet wirst, grenze weiter ein.

Forschungsfrage formulieren: Schritt für Schritt

Mit dieser Anleitung entwickelst du systematisch eine gute Forschungsfrage. Nimm dir für jeden Schritt etwas Zeit, bevor du zum nächsten gehst.

Schritt 1: Thema notieren. Schreib dein grobes Thema auf. Das kann ein Stichwort sein, etwa „Nationalsozialismus" oder „Fotosynthese". Dieser Ausgangspunkt ist bewusst weit gefasst.

Schritt 2: Aspekt wählen. Überlege, welcher Teilaspekt dich interessiert. Stell dir Fragen: Was finde ich besonders spannend? Worüber würde ich gern mehr wissen? Welcher Aspekt hat praktische Relevanz? Notiere zwei bis drei mögliche Richtungen.

Schritt 3: Eingrenzen. Grenze den gewählten Aspekt weiter ein. Nutze dabei diese Kategorien: Zeitraum (welche Jahre oder Jahrzehnte?), Ort (welche Region, Stadt, Land?), Gruppe (welche Personen, Altersgruppe, Berufsgruppe?), Material (welche Texte, Quellen, Daten?) oder Fall (welches konkrete Beispiel?). Je enger, desto besser.

Schritt 4: Methode klären. Überlege, wie du die Frage beantworten wirst. Die Methode beeinflusst, wie du deine Frage formulierst.

Methode → Fragemuster

Literaturanalyse (Fachbücher, Aufsätze): „Welche Positionen/Modelle zu X werden in der Forschung diskutiert?"

Textanalyse (Primärtexte): „Wie gestaltet Autor X das Motiv Y im Werk Z?"

Experiment (Materialien, Messgeräte): „Wie beeinflusst Variable X (UV) die Variable Y (AV) unter Bedingung Z?"

Umfrage (Teilnehmende, Fragebogen): „Wie häufig/bei wem/unter welchen Bedingungen tritt Verhalten X auf?"

Schritt 5: Fragewort wählen. Formuliere eine Frage mit einem passenden Fragewort. „Wie" eignet sich für Prozesse und Gestaltung. „Welche" für Vergleiche und Kategorien. „Inwiefern" für Zusammenhänge und Auswirkungen. Bei Experimenten kannst du auch eine vergleichende Frage oder Hypothese formulieren.

Schritt 6: Prüfen und anpassen. Prüfe deine Forschungsfrage mit dem Schnelltest weiter unten. Wenn ein Kriterium nicht erfüllt ist, überarbeite die Formulierung. Besprich die Frage mit deiner Lehrkraft, bevor du mit dem Schreiben beginnst.

Beispiele und Transformationen

Transformationen der Forschungsfrage | BachelorHero

Hier siehst du konkrete Beispiele für verschiedene Fächer. Achte darauf, wie jede Frage die vier Kriterien erfüllt. Danach folgen Transformationen, die zeigen, wie du von einem zu breiten Thema zu einer guten Forschungsfrage kommst.

Geschichte

Beispiel Geschichte

Thema: Propaganda im Nationalsozialismus
Forschungsfrage: „Welche visuellen Mittel wurden in NS-Propagandaplakaten der Jahre 1933 bis 1939 eingesetzt, um Feindbilder zu transportieren?"
Warum gut: Konkreter Zeitraum, klares Material (Plakate), analysierbare Frage mit Erkenntnisgewinn.

Biologie

Beispiel Biologie

Thema: Pflanzenwachstum und Licht
Forschungsfrage (offen): „Wie beeinflusst die Lichtfarbe das Wachstum von Kressekeimlingen?"
Alternative als Hypothese: „Kressekeimlinge wachsen unter rotem LED-Licht schneller als unter blauem LED-Licht."
Warum beides funktioniert: Die offene Frage lässt Raum für differenzierte Ergebnisse. Die Hypothese ist bei Experimenten üblich und wird bestätigt oder widerlegt. Beide Varianten sind konkret und überprüfbar.

Deutsch

Beispiel Deutsch

Thema: Franz Kafka
Forschungsfrage: „Wie gestaltet Kafka das Motiv der Isolation in der Erzählung ‚Die Verwandlung'?"
Warum gut: Ein Werk, ein Motiv, klarer Analysegegenstand. Die Frage erfordert Textarbeit, nicht nur Nacherzählung.

Politik/Sozialwissenschaften

Beispiel Politik/SoWi

Thema: Politische Partizipation Jugendlicher
Forschungsfrage: „Welche Formen politischer Partizipation nutzen Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren in Deutschland bevorzugt?"
Operationalisierung: „Partizipation" wird messbar durch konkrete Formen (Wahlen, Demonstrationen, Online-Petitionen, Parteimitgliedschaft).
Warum gut: Klare Zielgruppe, eingegrenzt auf Deutschland, analysierbar mit Studien und Umfragen.

Physik

Beispiel Physik

Thema: Akustik
Forschungsfrage: „Wie verändert sich die Schallausbreitung in einem Raum durch unterschiedliche Wandmaterialien?"
Warum gut: Experimentell überprüfbar, konkreter Untersuchungsgegenstand, praktische Relevanz.

Transformationen: Von zu breit zu gut

Diese Beispiele zeigen, wie du ein zu breites Thema Schritt für Schritt eingrenzst.

Transformation 1: Social Media

Zu breit: „Wie funktioniert Social Media?"
Eingrenzung: Aspekt (Einfluss auf Selbstbild) + Gruppe (Jugendliche 14–18) + Ort (Deutschland) + Methode (Studienauswertung)
Gut: „Welchen Einfluss hat die tägliche Instagram-Nutzung auf das Körperbild von Jugendlichen in Deutschland?"

Transformation 2: Klimawandel

Zu breit: „Der Klimawandel"
Eingrenzung: Aspekt (Auswirkungen auf Ökosysteme) + Ort (Nordsee/Wattenmeer) + Zeitraum (letzte 20 Jahre) + Methode (Datenanalyse)
Gut: „Wie hat sich die Artenvielfalt im Wattenmeer in den letzten 20 Jahren verändert?"

Transformation 3: Energie

Zu breit: „Erneuerbare Energien"
Eingrenzung: Aspekt (Akzeptanz) + Technologie (Windkraft) + Ort (ländliche Gemeinden Norddeutschlands) + Methode (Studienauswertung)
Gut: „Welche Faktoren beeinflussen die Akzeptanz von Windkraftanlagen in ländlichen Gemeinden Schleswig-Holsteins?"

Transformation 4: Geschichte

Zu breit: „Die Französische Revolution"
Eingrenzung: Aspekt (Rolle der Frauen) + Zeitraum (1789–1793) + Material (Flugschriften und Petitionen)
Gut: „Wie wurde die Rolle der Frauen in Flugschriften der Französischen Revolution 1789–1793 dargestellt?"

Typische Fehler und wie du sie behebst

Fehler: Zu breit formulieren. „Wie funktioniert das Internet?" ist keine Forschungsfrage, sondern ein Lehrbuchkapitel. Wenn du ein ganzes Buch bräuchtest, ist die Frage zu breit.
So behebst du es: Wähle einen Aspekt und grenze nach Ort, Zeit oder Gruppe ein. „Wie funktioniert das Internet?" wird zu „Wie beeinflusst die Algorithmus-gesteuerte Inhaltsauswahl die Nachrichtenwahrnehmung von Jugendlichen?"

Fehler: Triviale Ja-Nein-Fragen. „Hat der Klimawandel Auswirkungen?" lässt sich mit einem Wort beantworten. Das reicht nicht für eine differenzierte Arbeit.
So behebst du es: Ersetze das Fragewort. „Hat X Einfluss auf Y?" wird zu „Welchen Einfluss hat X auf Y?" oder „Inwiefern beeinflusst X das Y?"

Fehler: Keine echte Frage. „Diese Arbeit behandelt das Thema Fotosynthese" ist eine Themenbeschreibung, keine Forschungsfrage.
So behebst du es: Füge ein Fragewort hinzu und einen konkreten Untersuchungsgegenstand. „Diese Arbeit untersucht, wie der Chlorophyllgehalt das Tempo der Fotosynthese bei Wasserpflanzen beeinflusst."

Fehler: Unbeantwortbare Fragen. „Warum gibt es das Universum?" ist philosophisch interessant, aber nicht mit wissenschaftlichen Methoden beantwortbar.
So behebst du es: Prüfe, welche Quellen oder Methoden dir zur Verfügung stehen, und formuliere die Frage so, dass du sie damit beantworten kannst.

Fehler: Forschungsfrage vergessen. Manche formulieren eine Forschungsfrage für die Einleitung und ignorieren sie dann. Im Hauptteil schreiben sie über alles Mögliche, im Fazit beantworten sie eine andere Frage.
So behebst du es: Schreib die Forschungsfrage auf einen Zettel neben deinen Bildschirm. Prüfe bei jedem Abschnitt: Trägt das zur Beantwortung bei? Wenn nein, streichen oder umformulieren.

Schnelltest: Ist deine Forschungsfrage gut?

Mit diesem Schnelltest prüfst du in einer Minute, ob deine Forschungsfrage die wichtigsten Kriterien erfüllt. Geh jeden Punkt durch und beantworte ehrlich mit Ja oder Nein.

Checkliste Forschungsfrage

Konkret: Ist die Frage eng genug, dass du sie im vorgegebenen Umfang laut Leitfaden seriös beantworten kannst?

Differenziert: Erfordert die Antwort mehr als einen Satz? (Bei Experimenten: Erfordert die Auswertung eine differenzierte Darstellung?)

Machbar: Kannst du sie mit deinen verfügbaren Quellen, Experimenten oder Texten beantworten?

Relevant: Hat die Frage einen erkennbaren Erkenntnisgewinn für dein Fach?

Verständlich: Versteht jemand, der dein Thema nicht kennt, was du herausfinden willst?

Wenn du alle fünf Punkte abhaken kannst, ist deine Forschungsfrage wahrscheinlich gut. Bei einem oder mehreren Neins überarbeite die Formulierung. Der Umfang variiert je nach Schule, Fach und Lehrkraft. Prüfe die Vorgaben in deinem Leitfaden oder frag nach. Besprich Zweifelsfälle mit deiner Lehrkraft, bevor du viel Zeit in eine ungünstige Richtung investierst.

Nächster Schritt: Von der Frage zur Einleitung

Deine Forschungsfrage steht. Jetzt geht es darum, sie in die Einleitung einzubetten. Dort erklärst du, warum das Thema relevant ist, formulierst die Forschungsfrage, skizzierst dein Vorgehen und gibst einen Überblick über den Aufbau.

Die Gliederung deiner Facharbeit leitet sich aus der Forschungsfrage ab. Jedes Kapitel sollte zur Beantwortung beitragen. Parallel zur Gliederung beginnt die Literaturrecherche, die dir zeigt, ob genug Material für deine Frage vorhanden ist.

Die Forschungsfrage darf sich während des Schreibens noch verändern. Wenn du beim Recherchieren merkst, dass ein anderer Fokus sinnvoller wäre, passe sie an. Informiere in diesem Fall deine Lehrkraft und achte darauf, dass Einleitung, Hauptteil und Fazit am Ende zusammenpassen.

Wenn deine Facharbeit fertig ist, kannst du sie bei BachelorHero drucken und binden lassen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Forschungsfrage und Leitfrage?

Beide Begriffe werden oft synonym verwendet. Die Forschungsfrage ist die zentrale Frage, die deine Arbeit beantworten soll. Manche Schulen sprechen von Leitfrage, Fragestellung oder Problemstellung. Frag im Zweifel deine Lehrkraft, welchen Begriff sie bevorzugt.

Forschungsfrage oder Hypothese: Was passt zu meinem Experiment?

Bei experimentellen Arbeiten in Naturwissenschaften kannst du mit einer Hypothese arbeiten, die du bestätigst oder widerlegst. Eine offene Forschungsfrage („Wie beeinflusst X das Y?") funktioniert aber genauso. Viele Lehrkräfte bevorzugen die offene Variante, weil sie mehr Raum für differenzierte Ergebnisse lässt.

Wie viele Unterfragen sind sinnvoll?

In einer Facharbeit reichen meist ein bis drei Unterfragen. Sie helfen, die Hauptfrage zu strukturieren, sollten aber nicht vom Fokus ablenken. Das variiert je nach Fach, Lehrkraft und Leitfaden. Nutze die Zahl nur als groben Richtwert.

Darf meine Forschungsfrage mit „Warum" anfangen?

„Warum"-Fragen sind möglich, bergen aber ein Risiko: Sie können schnell zu breit oder kausal komplex werden. „Warum brach der Erste Weltkrieg aus?" ist kaum in einer Facharbeit beantwortbar. Besser: „Welche Faktoren trugen zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs bei?" Das ist konkreter und analysierbar.

Wie spezifisch müssen Ort und Zeitraum wirklich sein?

So spezifisch wie nötig, um die Frage beantwortbar zu machen. Bei historischen Themen ist ein Zeitraum meist Pflicht. Bei naturwissenschaftlichen Experimenten genügt oft die Beschreibung der Versuchsbedingungen. Faustregel: Wenn deine Eingrenzung die Quellenlage handhabbar macht, passt sie.

Was mache ich, wenn ich zu wenig Quellen finde?

Erweitere den Zeitraum, den Ort oder den Aspekt leicht. Prüfe auch englischsprachige Quellen und Fachzeitschriften. Wenn das nicht hilft, wähle einen anderen Aspekt deines Themas. Zu wenig Quellen bedeutet meist: Die Eingrenzung ist zu eng oder das Thema zu speziell für eine Facharbeit.

Was mache ich, wenn ich zu viele Quellen finde?

Grenze weiter ein: Wähle einen kürzeren Zeitraum, eine kleinere Region oder einen spezifischeren Fall. Du kannst auch die Perspektive schärfen (z.B. nur Auswirkungen auf eine bestimmte Gruppe). Zu viele Quellen bedeutet: Die Frage ist noch zu breit für eine Facharbeit.

Kann ich meine Forschungsfrage während des Schreibens ändern?

Ja, das ist sogar normal. Oft zeigt sich beim Recherchieren, dass ein anderer Aspekt interessanter oder besser belegbar ist. Passe die Forschungsfrage dann an, aber informiere deine Lehrkraft über größere Änderungen.

Wie lang sollte eine Forschungsfrage sein?

Eine Forschungsfrage ist typischerweise ein bis zwei Sätze lang. Sie sollte konkret genug sein, um das Thema einzugrenzen, aber nicht so lang, dass sie unverständlich wird. Das variiert je nach Komplexität des Themas. Nutze ein bis zwei Zeilen als groben Richtwert, nicht als feste Regel.

Muss die Forschungsfrage als Frage formuliert sein?

Die Frage kann als direkte Frage („Welchen Einfluss hat...?") oder als indirekter Fragesatz („Diese Arbeit untersucht, inwiefern...") formuliert werden. Beides ist korrekt. Wichtig ist, dass klar erkennbar ist, was du herausfinden willst.

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