Kalender 2026-01-17

Thema finden für die Bachelorarbeit: Anleitung, Tipps und Beispiele

Thema für die Bachelorarbeit finden: Anleitung und Beispiele | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Das Thema deiner Bachelorarbeit bestimmt, womit du dich mehrere Monate beschäftigst. Dein Ziel: ein Arbeitstitel, eine Forschungsfrage, eine passende Methode und die Freigabe deines Betreuers. Der Weg dahin: Interessen sammeln, Literatur prüfen, Thema eingrenzen, Machbarkeit testen, mit Betreuer abstimmen.

Kurze Begriffsklärung: Dein Thema ist das übergeordnete Gebiet (z.B. "KI im Recruiting"). Der Arbeitstitel ist die konkrete Formulierung, mit der du während der Bearbeitung arbeitest (z.B. "Einsatz von KI-Tools bei der Bewerberauswahl in DAX-Unternehmen"). Bei der Anmeldung wird daraus oft der offizielle Titel, der je nach Hochschule nur eingeschränkt änderbar ist. Prüfe deine Prüfungsordnung oder frag deinen Betreuer, wie viel Spielraum du nach der Anmeldung noch hast. Die Forschungsfrage ist die präzise Frage, die du beantworten willst (z.B. "Welche Faktoren beeinflussen die Akzeptanz von KI-Screening bei Personalern?"). Die Methode ist dein Werkzeug zur Beantwortung (z.B. qualitative Interviews, Fragebogen, Literaturanalyse).

Dein Ziel am Ende der Themenfindung

Du hast einen Arbeitstitel (z.B. „Employer Branding auf Instagram bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland"), eine vorläufige Forschungsfrage, weißt ob du empirisch oder literaturbasiert arbeitest, und dein Betreuer hat das Thema freigegeben. Plane zwei bis vier Wochen für diesen Prozess ein.

Warum das Thema so wichtig ist

Die Wahl des Themas beeinflusst den gesamten Verlauf deiner Bachelorarbeit. Ein passendes Thema motiviert dich über Wochen hinweg, lässt sich mit verfügbaren Quellen bearbeiten und führt zu einer klaren Forschungsfrage. Ein unpassendes Thema hingegen führt zu Frust, Zeitdruck und im schlimmsten Fall zu einer Arbeit, die nicht fertig wird.

Das Thema ist auch deine Visitenkarte für spätere Bewerbungen. Personalverantwortliche schauen oft auf den Titel der Abschlussarbeit. Ein Thema mit Praxisbezug oder aktueller Relevanz kann dir Türen öffnen. Nimm dir deshalb genug Zeit für diese Entscheidung.

In 5 Schritten zum Thema

Thema Bachelorarbeit finden in 5 Schritten: Interessen, Recherche, Eingrenzung, Check, Abstimmung | BachelorHero

Die Themenfindung folgt einem bewährten Ablauf. Die Reihenfolge Interessen, Recherche, Eingrenzung, Machbarkeitscheck, Abstimmung führt dich systematisch zu einem tragfähigen Thema.

Schritt 1: Interessen sammeln

Notiere alle Themen, die dich im Studium interessiert haben. Welche Seminare haben dir gefallen? Welche Hausarbeiten haben Spaß gemacht? Welche Fragen sind offen geblieben?

Tipp: Blättere durch deine Seminarunterlagen und Notizen. Oft findest du dort Ideen, die du vergessen hast.

Stolperstelle: Nur nach dem suchen, was einfach erscheint. Ein Thema, das dich nicht interessiert, wird zur Qual.

Schritt 2: Literatur sichten

Recherchiere in Datenbanken wie Google Scholar, JSTOR oder deiner Unibibliothek. Schau dir aktuelle Veröffentlichungen und bestehende Abschlussarbeiten an. Welche Fragen werden diskutiert? Wo gibt es Lücken?

Tipp: Lies die Abstracts und Fazits, um schnell einen Überblick zu bekommen. Die vollständige Lektüre kommt später.

Stolperstelle: Sich in der Recherche verlieren. Setze ein Zeitlimit von wenigen Stunden für die erste Sichtung.

Schritt 3: Thema eingrenzen

Ein breites Interessengebiet ist noch kein Thema. Grenze es ein, indem du Zeitraum, Region, Branche, Zielgruppe oder Methode einschränkst. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Beispiel: Aus "Nachhaltigkeit im Marketing" wird "Greenwashing-Kommunikation deutscher Automobilhersteller auf Instagram 2020 bis 2024".

Stolperstelle: Zu früh aufhören. Teste dein Thema mit dem Schnellcheck weiter unten.

Schritt 4: Machbarkeit prüfen

Prüfe, ob du das Thema in der vorgegebenen Zeit mit den verfügbaren Mitteln bearbeiten kannst. Nutze dafür den Themen-Schnellcheck mit Punktesystem weiter unten.

Entscheidungsregel: Wenn du bei zwei oder mehr Kriterien unsicher bist, überarbeite das Thema oder wähle ein anderes.

Stolperstelle: Den Zeitaufwand unterschätzen. Eine empirische Arbeit mit Interviews braucht deutlich mehr Zeit als eine Literaturarbeit.

Schritt 5: Mit Betreuer abstimmen

Besprich dein Thema mit deinem potenziellen Betreuer. Bereite einen kurzen Entwurf vor: Arbeitstitel, grobe Fragestellung, geplantes Vorgehen. Der Betreuer kann dir sagen, ob das Thema tragfähig ist und was du anpassen solltest.

Tipp: Bring zwei oder drei Themenvorschläge mit. Das zeigt Initiative und gibt Spielraum für Anpassungen.

Stolperstelle: Zu spät zum Betreuer gehen. Beliebte Betreuer haben oft volle Kapazitäten. Melde dich früh.

Thema eingrenzen: Von breit zu spezifisch

Thema eingrenzen Bachelorarbeit: Von breit zu spezifisch in drei Stufen | BachelorHero

Die meisten Studierenden starten mit einem zu breiten Thema. Das führt dazu, dass die Arbeit oberflächlich bleibt oder den Rahmen sprengt. Ein gutes Bachelorarbeitsthema ist spezifisch genug, um fundiert bearbeitet zu werden. Der genaue Seitenumfang variiert je nach Fach und Hochschule typischerweise zwischen 25 und 60 Seiten. Prüfe die Vorgaben in deinem Modulhandbuch oder deiner Prüfungsordnung.

Eingrenzungskriterien helfen dir, ein breites Interessengebiet zu einem konkreten Thema zu formen. Du kannst nach Zeitraum eingrenzen, etwa "2020 bis 2024" statt "in den letzten Jahren". Du kannst nach Region eingrenzen, etwa "in Deutschland" statt "weltweit". Du kannst nach Zielgruppe eingrenzen, etwa "bei kleinen und mittleren Unternehmen" statt "in der Wirtschaft". Und du kannst nach Methode eingrenzen, etwa "qualitative Interviews" statt "empirische Untersuchung".

Beispiel für die Eingrenzung: "Künstliche Intelligenz" ist ein Interessengebiet. "KI im Personalwesen" ist enger. "Einsatz von KI-basierten Screening-Tools bei der Bewerberauswahl in deutschen DAX-Unternehmen" ist ein konkretes Thema. Ob das Thema für dich passt, zeigt der Schnellcheck im nächsten Abschnitt.

So findest du deine Vorgaben

Umfang, Bearbeitungszeit und formale Anforderungen variieren stark je nach Hochschule und Studiengang. Prüfe diese drei Quellen: 1) Modulhandbuch deines Studiengangs, 2) Prüfungsordnung deiner Fakultät, 3) Leitfaden des Lehrstuhls oder Fachbereichs. Im Zweifel frag deinen Betreuer per Mail mit konkreten Fragen zu Umfang, Methodik-Erwartungen und Abgabeformat.

Themen-Schnellcheck mit Punktesystem

Machbarkeitscheck Bachelorarbeit Thema: Zeit, Quellen, Methoden, Umfang | BachelorHero

Ein interessantes Thema ist wertlos, wenn du es nicht umsetzen kannst. Der Themen-Schnellcheck hilft dir, die Machbarkeit systematisch zu bewerten. Vergib für jedes Kriterium 0 bis 2 Punkte und addiere am Ende.

6 Kriterien für den Schnellcheck

1. Quellenlage (0-2 Punkte): 0 = kaum Literatur, 1 = einige Quellen mit Lücken, 2 = ausreichend vorhanden (für den Start solltest du mindestens 5 bis 10 wissenschaftliche Kernquellen finden, je nach Fach und Themenaktualität variiert dieser Wert). Bei 0/1: Thema breiter fassen, englische Suchbegriffe nutzen oder angrenzende Felder prüfen.

2. Datenzugang (0-2 Punkte): 0 = Daten nicht beschaffbar, 1 = Zugang möglich aber aufwendig, 2 = Daten verfügbar oder keine Erhebung nötig. Bei 0: Literaturarbeit wählen oder öffentlich zugängliche Daten suchen. Prüfe auch Datenschutz und Ethik: Brauchst du Einwilligungserklärungen von Teilnehmenden? Ein Ethikvotum deiner Hochschule? Ein DSGVO-Konzept (Anonymisierung, Aufbewahrungsfristen, Transkript-Handhabung)? Plane diese Schritte früh ein, da sie Wochen dauern können.

3. Methodenfit (0-2 Punkte): 0 = Methode unbekannt und komplex, 1 = bekannt aber Übung nötig, 2 = Methode beherrschst du. Bei 0/1: Einfachere Methode wählen oder Zeit für Einarbeitung einplanen.

4. Eingrenzung (0-2 Punkte): 0 = Thema sehr breit, 1 = grob eingegrenzt, 2 = klar abgegrenzt (Zeitraum/Region/Zielgruppe/Methode). Bei 0/1: Mindestens zwei Eingrenzungskriterien konkret festlegen.

5. Zeit und Umfang (0-2 Punkte): 0 = reicht wahrscheinlich nicht, 1 = knapp aber machbar, 2 = realistisch planbar. Bei 0/1: Umfang reduzieren oder Literaturarbeit statt Empirie wählen.

6. Betreuer-Fit (0-2 Punkte): 0 = kein Betreuer in Sicht, 1 = möglich aber nicht spezialisiert, 2 = Betreuer hat Expertise. Bei 0: Früh bei mehreren Lehrstühlen anfragen oder Thema an verfügbare Betreuung anpassen.

Auswertung: Bei 10 bis 12 Punkten spricht vieles für ein tragfähiges Thema. Bei 6 bis 9 Punkten solltest du nachschärfen, meist bei der Eingrenzung oder dem Methodenfit. Bei 0 bis 5 Punkten ist das Thema in der aktuellen Form wahrscheinlich nicht umsetzbar. Dieser Check ist eine Entscheidungshilfe, keine Garantie. Die finale Freigabe hängt von deinem Betreuer, den Prüfungsanforderungen und den Vorgaben deines Studiengangs ab.

Beispiele nach Fachbereich mit Methodenvarianten

Hier siehst du konkrete Themenbeispiele aus verschiedenen Fachbereichen. Jedes Beispiel zeigt das Thema, eine Methodenvariante und welche Daten oder Quellen du dafür brauchst. Die genannten Teilnehmendenzahlen sind Richtwerte, die je nach Fach, Forschungsdesign und Hochschulvorgaben variieren können.

BWL und Marketing

"Einfluss von Influencer-Marketing auf die Kaufentscheidung bei Generation Z: Eine quantitative Analyse am Beispiel von Beauty-Produkten"

Quantitativ: Online-Fragebogen mit ca. 150 Teilnehmenden, Auswertung mit SPSS oder Excel. Du brauchst Zugang zu einer Zielgruppe (z.B. über Social Media oder Uni-Verteiler).

Alternative qualitativ: 8 bis 12 Leitfadeninterviews mit jungen Konsumenten. Du brauchst weniger Teilnehmende, aber mehr Zeit für Transkription und Auswertung.

Psychologie

"Zusammenhang zwischen Social-Media-Nutzung und Selbstwertgefühl bei Studierenden: Eine Querschnittstudie"

Quantitativ: Standardisierte Fragebögen (z.B. Rosenberg-Skala), Korrelationsanalyse. Du brauchst ca. 100 bis 200 Teilnehmende und ggf. ein Ethikvotum.

Alternative literaturbasiert: Systematische Literaturübersicht zu bestehenden Studien. Du brauchst keinen Feldzugang, aber Zugriff auf Fachdatenbanken.

Informatik

"Entwicklung und Evaluation eines Chatbots zur Unterstützung der Studienberatung: Ein Prototyp mit Natural Language Processing"

Entwicklungsarbeit: Prototyp-Implementierung plus Nutzerevaluation. Du brauchst Programmierkenntnisse, Testpersonen und Zeit für Entwicklung.

Alternative Vergleichsstudie: Vergleich bestehender Chatbot-Frameworks anhand definierter Kriterien. Weniger Entwicklungsaufwand, mehr Literatur- und Dokumentationsarbeit.

Sozialwissenschaften

"Wahrnehmung von Homeoffice bei Eltern von Grundschulkindern: Eine qualitative Interviewstudie"

Qualitativ: 10 bis 15 Leitfadeninterviews, Auswertung nach Mayring oder Grounded Theory. Du brauchst Interviewpartner und Zeit für Transkription.

Alternative Dokumentenanalyse: Analyse von Medienberichten oder Unternehmenskommunikation zum Thema Homeoffice. Kein Feldzugang nötig, aber klare Auswahlkriterien für das Material.

Häufige Sonderfälle bei der Themenwahl

Nicht jede Themenfindung läuft nach Lehrbuch. Hier sind vier häufige Situationen und wie du damit umgehst.

Thema ohne freien Betreuer oder mit Themenliste

Manche Lehrstühle vergeben nur Themen aus einer Liste oder haben keine freien Kapazitäten. In diesem Fall: Prüfe früh, welche Lehrstühle überhaupt betreuen. Wenn nur Listenthemen möglich sind, wähle das Thema, das deinen Interessen am nächsten kommt. Oft kannst du den Fokus innerhalb des vorgegebenen Rahmens noch anpassen.

Tipp: Frag aktiv bei mehreren Lehrstühlen an, auch bei solchen, die nicht dein Schwerpunkt waren. Die Betreuungskapazität ist oft entscheidender als das perfekte Thema.

Thema mit Unternehmenspartner

Ein Praxispartner kann Datenzugang und Relevanz bieten, bringt aber auch Risiken. Kläre vorab: Wer hat die Rechte an den Ergebnissen? Welche Daten darfst du verwenden? Brauchst du einen Sperrvermerk? Was passiert, wenn der Ansprechpartner das Unternehmen verlässt?

Risiko minimieren: Halte Absprachen schriftlich fest. Plane einen Plan B, falls der Datenzugang doch nicht klappt. Besprich mit deinem Betreuer, wie viel Abhängigkeit vom Unternehmen akzeptabel ist.

Thema ändern nach der Anmeldung

Kleine Anpassungen am Titel oder der Fragestellung sind fast immer möglich und werden vom Betreuer oft sogar erwartet, wenn sich während der Arbeit neue Erkenntnisse ergeben. Ein kompletter Themenwechsel ist schwieriger und lohnt sich nur, wenn das aktuelle Thema objektiv nicht umsetzbar ist (z.B. Datenzugang gescheitert, keine Literatur, Methode nicht erlernbar in der Zeit).

Entscheidungslogik: Bevor du wechselst, prüfe: Kann ich das Thema durch Eingrenzung oder Methodenwechsel retten? Wenn nein: Lies deine Prüfungsordnung (manche Hochschulen erlauben einen Rücktritt ohne Begründung in den ersten Wochen) und sprich frühzeitig mit dem Betreuer.

Literaturarbeit vs. empirische Arbeit

Die Wahl der Arbeitsform beeinflusst, welche Themen für dich machbar sind. Eine Literaturarbeit (systematische Übersicht, theoretische Analyse) braucht keinen Feldzugang, erfordert aber viel Lesekompetenz und strukturiertes Arbeiten. Eine empirische Arbeit (Umfrage, Interviews, Experiment) braucht Datenzugang und Methodenkenntnisse, kann aber spannendere Ergebnisse liefern.

Entscheidungshilfe: Wähle eine Literaturarbeit, wenn du wenig Zeit hast, keinen sicheren Datenzugang hast oder sehr viel lesen willst. Wähle eine empirische Arbeit, wenn du praktisch arbeiten möchtest, Zugang zu Daten oder Personen gesichert ist und du die Methode beherrschst oder lernbereit bist.

Kurzregel: Hast du bereits einen Unternehmenskontakt oder Interviewpartner in Aussicht? Dann ist eine empirische Arbeit oft lohnend. Ist der Datenzugang unklar oder die Zeit knapp? Dann gibt dir eine Literaturarbeit mehr Planungssicherheit.

5 typische Fehler bei der Themenwahl

1. Thema bleibt zu breit: "Digitalisierung in Unternehmen" ist kein Thema, sondern ein Forschungsfeld. Nutze die Eingrenzungskriterien (Zeitraum, Region, Zielgruppe, Methode), bis du eine konkrete Frage formulieren kannst.

2. Quellenlage nicht geprüft: Manche Themen klingen spannend, aber es gibt kaum wissenschaftliche Literatur dazu. Als Frühindikator gilt: Findest du in einer Stunde Recherche fünf bis zehn relevante Quellen? Dieser Wert variiert je nach Fach, Datenbankzugang und Themenaktualität. Bei sehr neuen Themen oder Nischen kann weniger ausreichen, bei etablierten Feldern sollte mehr verfügbar sein. Im Zweifel: Thema erweitern oder wechseln.

3. Betreuer zu spät eingebunden: Je früher du mit deinem Betreuer sprichst, desto besser. Beliebte Betreuer sind oft ausgebucht. Außerdem kann der Betreuer frühzeitig auf Probleme hinweisen, die du noch nicht siehst.

4. Interesse ignoriert: Ein Thema nur zu wählen, weil es "einfach" erscheint, rächt sich. Du wirst mehrere Monate daran arbeiten. Ohne echtes Interesse wird das zur Qual. Suche ein Thema, das dich wirklich neugierig macht.

5. Trends überbewertet: Aktuelle Themen wie KI oder Nachhaltigkeit sind gut, aber nicht jeder Hype eignet sich für eine wissenschaftliche Arbeit. Prüfe, ob es bereits genug Forschung gibt, auf die du aufbauen kannst, und ob du Zugang zu relevanten Daten bekommst.

Nächster Schritt: Vom Thema zur Forschungsfrage

Dein Thema ist tragfähig, wenn du den Schnellcheck bestanden hast und dein Betreuer zugestimmt hat. Jetzt entwickelst du aus dem Thema eine präzise Forschungsfrage. Die Forschungsfrage ist konkreter als das Thema und formuliert genau, was du herausfinden willst.

Von vage zu präzise: Hier siehst du, wie aus einem breiten Thema eine beantwortbare Frage wird.

"Was ist der Einfluss von Social Media?" → zu vage. Besser: "Wie beeinflusst Instagram-Nutzung das Kaufverhalten bei 18- bis 25-Jährigen in Deutschland?"

"Wie funktioniert Homeoffice?" → unspezifisch. Besser: "Welche Faktoren beeinflussen die Produktivität von Eltern im Homeoffice während der Schulschließungen 2020/21?"

"Was bringt Agilität in Unternehmen?" → zu breit. Besser: "Wie verändert die Einführung von Scrum die Teamkommunikation in mittelständischen IT-Unternehmen?"

Checkliste für eine gute Forschungsfrage:

  • Du weißt, mit welcher Methode oder welchem Ansatz du die Frage beantworten kannst
  • Die Frage benennt eine klare Zielgruppe oder einen Gegenstand
  • Sie ist auf einen Kontext eingegrenzt (Zeit, Ort, Branche)
  • Sie fragt nach etwas Messbarem oder Analysierbarem (z.B. eine Variable wie "Produktivität", einen Indikator wie "Anzahl abgeschlossener Projekte" oder einen Datensatz wie "Instagram-Posts der DAX-Unternehmen 2023")

Wenn alle vier Punkte zutreffen, ist deine Frage wahrscheinlich in der Bearbeitungszeit beantwortbar.

Als nächstes erstellst du ein Exposé, in dem du Thema, Forschungsfrage, Vorgehen und vorläufige Gliederung zusammenfasst. Parallel dazu hilft dir ein Zeitplan, die Phasen Recherche, Schreiben und Überarbeitung realistisch zu planen.

Steht deine Bachelorarbeit kurz vor der Abgabe, prüfe rechtzeitig die Formatierung und die Anforderungen für den Druck. Bei BachelorHero kannst du deine Arbeit online konfigurieren und mit Expressdruck auch kurzfristig drucken lassen.

Häufig gestellte Fragen

Wie formuliere ich aus einer Idee einen Arbeitstitel?

Nutze eines dieser drei Muster: 1) „[Phänomen] bei [Zielgruppe]: Eine [Methode]" (z.B. „Homeoffice-Akzeptanz bei Führungskräften: Eine qualitative Interviewstudie"). 2) „Einfluss von [Variable A] auf [Variable B] am Beispiel von [Kontext]". 3) „[Vergleich/Analyse] von [Gegenstand] unter besonderer Berücksichtigung von [Fokus]". Der Arbeitstitel darf sich während der Bearbeitung noch ändern.

Welche Themen sind bei einer Bachelorarbeit oft unpraktisch?

Problematisch sind Themen, die Zugang zu vertraulichen Unternehmensdaten erfordern, ohne dass ein Partner existiert. Ebenso schwierig: sehr aktuelle Themen ohne ausreichende Forschungsliteratur, Themen mit aufwendiger Datenerhebung bei knapper Bearbeitungszeit und Themen, die ethische Genehmigungen erfordern, die du nicht rechtzeitig bekommst.

Was mache ich, wenn es zu meinem Thema kaum Literatur gibt?

Prüfe zuerst, ob du in verwandten Feldern oder mit englischen Suchbegriffen mehr findest. Wenn nicht, hast du drei Optionen: das Thema breiter fassen, auf ein verwandtes Thema mit besserer Quellenlage wechseln, oder eine explorative empirische Arbeit schreiben. Auch bei explorativen Arbeiten brauchst du aber einen theoretischen Rahmen und Begriffsarbeit, nur eben weniger direkte Vorarbeiten zum exakten Thema. Besprich das mit deinem Betreuer.

Wie finde ich eine Forschungsfrage, die ich in der Bearbeitungszeit beantworten kann?

Formuliere die Frage so, dass du sie mit maximal einer Methode und einer überschaubaren Datenmenge beantworten kannst. Vermeide „und"-Verknüpfungen in der Frage. Prüfe: Kannst du in zwei Sätzen erklären, wie du die Antwort findest? Wenn nicht, ist die Frage zu komplex.

Kann ich das Thema meiner Bachelorarbeit nach der Anmeldung noch ändern?

Kleine Anpassungen sind meist möglich. Für einen kompletten Wechsel brauchst du: 1) ein Gespräch mit deinem Betreuer (erkläre sachlich, warum das Thema nicht funktioniert), 2) einen formlosen Antrag ans Prüfungsamt, 3) oft eine neue Anmeldung mit neuem Startdatum. Bereite eine kurze Begründung vor und einen Alternativvorschlag, der die gleichen Fehler vermeidet. Prüfe vorab deine Prüfungsordnung: Manche Hochschulen erlauben einen Rücktritt ohne Begründung innerhalb der ersten Wochen.

Literaturarbeit oder empirische Arbeit: Was passt besser zu mir?

Eine Literaturarbeit passt, wenn du gerne viel liest, gut systematisieren kannst und keinen Feldzugang brauchst. Eine empirische Arbeit passt, wenn du praktisch arbeiten willst, Zugang zu Daten oder Personen hast und mit Methoden wie Interviews, Umfragen oder Experimenten vertraut bist. Bei knapper Zeit ist eine Literaturarbeit oft sicherer planbar.

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