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Forschungsfrage der Bachelorarbeit: Definition, Kriterien und Beispiele

Forschungsfrage der Bachelorarbeit: Definition, Kriterien und Beispiele | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Die Forschungsfrage ist das Herzstück deiner Bachelorarbeit. Sie bestimmt, was du untersuchst und wie du vorgehst. Eine gute Forschungsfrage ist präzise, relevant und im Rahmen deiner Arbeit beantwortbar. Hier erfährst du, wie du sie formulierst, welche Kriterien sie erfüllen sollte und findest Beispiele für verschiedene Fachbereiche.

Auf einen Blick

Die Forschungsfrage ist die zentrale, präzise und beantwortbare Frage deiner Bachelorarbeit. Du entwickelst sie in vier Schritten: 1. Thema eingrenzen (Zeitraum, Region, Zielgruppe), 2. Fragetyp wählen (beschreibend, erklärend, vergleichend oder bewertend), 3. Begriffe operationalisieren (messbar machen) und 4. Machbarkeit prüfen (Datenzugang, Zeit, Umfang).

Was ist eine Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage formuliert das zentrale Erkenntnisinteresse deiner Arbeit als Frage. Sie gibt dir beim Schreiben einen roten Faden und zeigt deiner Betreuung, was du herausfinden willst. Alles in deiner Arbeit sollte darauf einzahlen, diese Frage zu beantworten.

Die Forschungsfrage steht in der Einleitung, typischerweise nach Hinführung und Problemstellung. Im Fazit beantwortest du sie auf Basis deiner Ergebnisse.

Forschungsfrage vs. Thema, Zielsetzung und Leitfrage

Diese vier Begriffe werden oft verwechselt, meinen aber Unterschiedliches. Die klare Abgrenzung hilft dir, präzise zu formulieren.

  • Thema: Das Feld, in dem du arbeitest. Beispiel: „Mitarbeiterzufriedenheit im Homeoffice". Das Thema ist breit und noch keine Frage.
  • Zielsetzung: Was du mit deiner Arbeit erreichen willst. Beispiel: „Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für Führungskräfte abzuleiten." Die Zielsetzung beschreibt das Ergebnis, nicht das Erkenntnisinteresse.
  • Forschungsfrage: Was du konkret wissen willst. Beispiel: „Welche Faktoren beeinflussen die Mitarbeiterzufriedenheit im Homeoffice?" Die Frage ist der Kern deiner Untersuchung.
  • Leitfrage: Wird oft synonym zur Forschungsfrage verwendet. Bei Facharbeiten ist Leitfrage gebräuchlicher, bei Bachelorarbeiten spricht man meist von Forschungsfrage. Manchmal meint Leitfrage die übergeordnete Frage, aus der Unterfragen abgeleitet werden. Beispiel: Leitfrage „Wie beeinflusst Homeoffice die Mitarbeiterzufriedenheit?" → Unterfragen: „Welche Rolle spielt die technische Ausstattung?", „Wie wirkt sich die Führungskommunikation aus?", „Welchen Einfluss hat die Work-Life-Balance?".
Forschungsfrage vs. Thema, Zielsetzung und Leitfrage: Unterschiede im Vergleich | BachelorHero

Fünf Kriterien einer guten Forschungsfrage

5 Kriterien einer guten Forschungsfrage für die Bachelorarbeit | BachelorHero

Ob deine Forschungsfrage tragfähig ist, erkennst du an fünf Kriterien. Prüfe deine Frage anhand dieser Punkte, bevor du sie mit deiner Betreuung besprichst.

Kriterium 1: Präzise formuliert

Die Frage enthält klare Begriffe und grenzt den Untersuchungsgegenstand eindeutig ein. Vage Formulierungen wie „irgendwie" oder „verschiedene Aspekte" vermeidest du.

Vage: „Wie beeinflusst Social Media das Verhalten von Menschen?"

Präzise: „Wie beeinflusst die tägliche Instagram-Nutzung das Kaufverhalten von 18- bis 25-Jährigen in Deutschland?"

Kriterium 2: Wissenschaftlich relevant

Die Frage knüpft an bestehende Forschung an und adressiert eine Lücke oder ein offenes Problem. Die Relevanz kann theoretisch (Erweiterung eines Modells) oder praktisch (Handlungsempfehlungen) sein.

Frag dich: Warum ist es wichtig, diese Frage zu beantworten? Welchen Beitrag leistet die Antwort zur Forschung oder Praxis?

Kriterium 3: Methodisch machbar

Du kannst die Frage mit den dir zur Verfügung stehenden Methoden, Daten und Ressourcen beantworten. Überlege: Hast du Zugang zu den nötigen Quellen, Daten oder Interviewpartnern?

Eine Frage, die eine repräsentative Umfrage mit 10.000 Teilnehmenden erfordert, ist für eine Bachelorarbeit meist nicht machbar. Passe den Umfang an deine Möglichkeiten an.

Kriterium 4: Offen formuliert

Die Frage lässt sich nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten. Offene Fragen beginnen typischerweise mit Fragewörtern wie „Wie", „Welche", „Inwiefern" oder „Warum".

Geschlossen: „Hat Homeoffice einen Einfluss auf die Produktivität?"

Offen: „Welche Faktoren beeinflussen die Produktivität von Beschäftigten im Homeoffice?"

Kriterium 5: Im Rahmen beantwortbar

Die Frage ist weder zu breit noch zu eng für eine Bachelorarbeit. Du kannst sie im vorgegebenen Umfang fundiert beantworten. Der Umfang variiert je nach Hochschule und Studiengang, oft zwischen 30 und 60 Seiten, manchmal auch darunter oder darüber. Die formalen Richtlinien deiner Betreuung sind entscheidend.

Zu breite Fragen führen zu oberflächlichen Antworten. Zu enge Fragen erschöpfen sich nach wenigen Seiten.

Praxistipp Operationalisierung: Abstrakte Begriffe in deiner Forschungsfrage solltest du operationalisieren können. Das bedeutet: Du weißt, wie du sie messen oder beobachten kannst. Hier einige Vorher/Nachher-Beispiele:

  • Psychologie: „Wie beeinflusst Homeoffice die Zufriedenheit?" → „Wie beeinflusst die Anzahl der Homeoffice-Tage pro Woche die Arbeitszufriedenheit (gemessen mit der Job Satisfaction Scale) von Vollzeitbeschäftigten im IT-Sektor?"
  • BWL: „Ist Influencer-Marketing erfolgreich?" → „Welchen Einfluss hat die wahrgenommene Authentizität von Influencern (gemessen mit einer validierten Authentizitäts-Skala) auf die Kaufabsicht (erhoben per Befragung) bei 18- bis 24-Jährigen im deutschen Modemarkt?"
  • Literaturarbeit: „Wie wird Nachhaltigkeit definiert?" → „Welche Definitionsansätze für unternehmerische Nachhaltigkeit finden sich in der betriebswirtschaftlichen Literatur seit 2015 und worin unterscheiden sie sich?" Hier grenzt du über Zeitraum, Datenbanken, Suchbegriffe und Ein-/Ausschlusskriterien ab.
  • Soziale Arbeit: „Wie wirkt Schulsozialarbeit?" → „Wie erleben Schülerinnen und Schüler an Hauptschulen in NRW die Unterstützung durch Schulsozialarbeit bei schulischen Konflikten?" Hier operationalisierst du über Zielgruppe, Region und konkreten Anwendungsfall.

Typen von Forschungsfragen

Typen von Forschungsfragen mit Beispielen: beschreibend, vergleichend, erklärend, bewertend | BachelorHero

Je nach Erkenntnisinteresse gibt es verschiedene Typen von Forschungsfragen. Der Typ beeinflusst, welche Methodik du wählst und wie deine Ergebnisse aussehen werden.

  • Beschreibende Fragen erfassen einen Zustand oder Sachverhalt. Typische Fragewörter sind „Was?", „Wie?" oder „Welche?". Beispiel: „Wie gestalten mittelständische Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung?" Beschreibende Fragen eignen sich gut für explorative Arbeiten, wenn ein Thema noch wenig erforscht ist.
  • Vergleichende Fragen stellen zwei oder mehr Phänomene gegenüber. Typische Formulierungen sind „Worin unterscheiden sich...?" oder „Welche Gemeinsamkeiten bestehen zwischen...?". Beispiel: „Worin unterscheiden sich die Marketingstrategien von Start-ups und etablierten Unternehmen im E-Commerce?"
  • Erklärende Fragen untersuchen Ursachen und Zusammenhänge. Typische Fragewörter sind „Warum?", „Welche Faktoren?" oder „Wie wirkt sich X auf Y aus?". Beispiel: „Welche Faktoren beeinflussen die Akzeptanz von KI-Tools bei Beschäftigten über 50 Jahren?" Erklärende Fragen erfordern oft eine empirische Untersuchung.
  • Bewertende oder normative Fragen fragen nach Optimierungsmöglichkeiten oder Soll-Zuständen. Formulierungen wie „Wie lässt sich X verbessern?" oder „Welche Maßnahmen sind geeignet, um Y zu erreichen?" sind typisch. Beispiel: „Wie lässt sich die Mitarbeiterbindung in der Pflegebranche nachhaltig verbessern?"

Forschungsfragen je nach Arbeitstyp

Die Art deiner Arbeit beeinflusst, welche Forschungsfragen sinnvoll sind. Die Vorgaben variieren je nach Fachbereich und Betreuung. Hier findest du Orientierung für die drei häufigsten Typen.

  • Literaturarbeit oder theoretische Arbeit: Du arbeitest mit bestehenden Quellen, ohne eigene Daten zu erheben. Geeignet sind beschreibende, vergleichende und syntheseorientierte Fragen: „Wie wird Konzept X in der Forschung definiert?", „Welche theoretischen Modelle erklären Phänomen Y?", „Welche Faktoren werden in der Literatur für den Zusammenhang zwischen X und Y diskutiert?". Die Evidenzfrage meint hier eine narrative Zusammenfassung bestehender Studien, keine systematische Metaanalyse. Vermeide Fragen, die einen eigenen kausalen Nachweis voraussetzen.
  • Empirisch-quantitative Arbeit: Du erhebst Daten per Umfrage oder Experiment und wertest sie statistisch aus. Typisch sind erklärende Fragen: „Welche Faktoren beeinflussen X?", „Wie wirkt sich Y auf Z aus?". Aus der Forschungsfrage leitest du Hypothesen ab, die du testest. Achte darauf, dass deine Variablen messbar sind und du genug Teilnehmende erreichst.
  • Empirisch-qualitative Arbeit: Du führst Interviews, analysierst Dokumente oder beobachtest. Geeignet sind offene, explorative Fragen: „Wie erleben Betroffene Situation X?", „Welche Strategien nutzt Zielgruppe Y?". Du formulierst meist keine Hypothesen vorab, sondern entwickelst Erkenntnisse induktiv aus dem Material.
Schnellcheck: Welcher Fragetyp passt?
1

Literaturarbeit: Erhebst du keine eigenen Daten? → Beschreibende oder vergleichende Fragen („Wie wird X definiert?", „Worin unterscheiden sich A und B?")

2

Quantitativ: Willst du Zusammenhänge statistisch prüfen? → Erklärende Fragen mit messbaren Variablen („Welche Faktoren beeinflussen X?")

3

Qualitativ: Willst du Erfahrungen oder Prozesse verstehen? → Offene, explorative Fragen („Wie erleben Betroffene X?")

Stimme Forschungsfrage und Methodik aufeinander ab. Besprich beides frühzeitig mit deiner Betreuung, da Erwartungen je nach Lehrstuhl variieren.

Von zu breit zu passend: Die richtige Balance

Forschungsfrage zu breit, zu eng oder passend: Ampel-Check mit Beispielen | BachelorHero

Die häufigste Herausforderung bei der Forschungsfrage ist die richtige Breite. Zu breite Fragen führen zu oberflächlichen Antworten, zu enge Fragen erschöpfen sich schnell. Die folgenden Beispiele zeigen dir, wie du die Balance findest.

  • Zu breit: „Wie funktioniert künstliche Intelligenz im Marketing?" Diese Frage umfasst unzählige Anwendungsbereiche, Technologien und Zielgruppen. Du könntest Bücher darüber schreiben und wärst immer noch nicht fertig. In einer Bachelorarbeit würdest du nur an der Oberfläche kratzen.
  • Zu eng: „Welchen KI-Chatbot nutzt Unternehmen X?" Diese Frage lässt sich in einem Satz beantworten und bietet keine analytische Tiefe. Für eine Bachelorarbeit fehlt der Raum für wissenschaftliche Auseinandersetzung.
  • Passend: „Wie setzen Online-Händler im deutschen Mittelstand KI-gestützte Chatbots im Kundenservice ein und welche Faktoren beeinflussen die Kundenzufriedenheit damit?" Diese Frage ist konkret genug für eine fundierte Analyse, bietet aber genug Tiefe für eine Bachelorarbeit.
Forschungsfrage eingrenzen: Checkliste für die richtige Breite | BachelorHero
Tipp zum Eingrenzen

Wenn deine Frage zu breit ist, grenze sie ein: zeitlich (bestimmter Zeitraum), geografisch (Region, Land), nach Zielgruppe (Alter, Branche, Unternehmensgröße) oder thematisch (ein Teilaspekt). Aus „Wie wirkt sich Homeoffice auf Beschäftigte aus?" wird „Wie beeinflusst Homeoffice das Stresserleben von Vollzeitbeschäftigten im Dienstleistungssektor?"

Forschungsfrage entwickeln: Schritt für Schritt

Forschungsfrage entwickeln: 4 Schritte von Thema zur fertigen Frage | BachelorHero

Eine gute Forschungsfrage entsteht selten sofort. Sie entwickelt sich in einem iterativen Prozess aus Recherche, Reflexion und Präzisierung. Die folgenden Schritte helfen dir dabei.

Forschungsfrage entwickeln mit dem Trichter-Prinzip: vom Thema zur präzisen Frage | BachelorHero
  1. Thema eingrenzen: Du startest mit einem breiten Interessengebiet und grenzt es schrittweise ein. Notiere, welche Teilaspekte dich besonders interessieren. Sprich mit deiner Betreuung über mögliche Schwerpunkte. Eingrenzungshebel: Zeitraum, Region, Zielgruppe, Branche, ein Teilaspekt.
  2. Forschungsstand sichten: Recherchiere, was zu deinem Thema bereits erforscht wurde. Welche Fragen wurden beantwortet? Welche bleiben offen? Die Literaturrecherche zeigt dir, wo du anknüpfen kannst. Check: Findest du einige aktuelle Quellen (als Richtwert: ca. 5+, je nach Thema mehr oder weniger), die dein Thema berühren?
  3. Forschungslücke identifizieren: Aus dem Forschungsstand ergibt sich, was noch fehlt. Vielleicht wurde ein Thema nur für bestimmte Länder untersucht, eine Zielgruppe wurde vernachlässigt, oder eine Theorie wurde noch nicht auf einen neuen Kontext übertragen. Diese Lücke ist der Ansatzpunkt für deine Frage. Check: Kannst du in einem Satz sagen, was an deiner Frage neu ist?
  4. Frage formulieren und prüfen: Formuliere eine vorläufige Frage und prüfe sie anhand der fünf Kriterien. Besprich sie mit deiner Betreuung. Passe die Formulierung an, bis sie präzise, relevant und machbar ist. Check: Datenzugang gegeben? Zeitrahmen realistisch? Ethisch unbedenklich?

Beispiele nach Fachbereich

Hier findest du konkrete Beispiele für Forschungsfragen aus verschiedenen Fachbereichen und Arbeitstypen. Nutze sie als Inspiration und passe sie an dein eigenes Thema an.

  • BWL/Marketing (empirisch): „Welche Faktoren beeinflussen die Wirksamkeit von Influencer-Marketing bei der Zielgruppe 18 bis 24 Jahre im deutschen Modemarkt?"
  • BWL (Literaturarbeit): „Wie wird das Konzept der Dynamic Capabilities in der aktuellen Strategieforschung definiert und welche Kritikpunkte werden diskutiert?"
  • Informatik: „Wie wirkt sich der Einsatz von Microservices auf die Skalierbarkeit und Wartbarkeit von E-Commerce-Plattformen aus?"
  • Sozialwissenschaften (qualitativ): „Wie erleben Erstwähler ihre politische Meinungsbildung in sozialen Medien?"
  • Psychologie: „Welchen Einfluss haben individuelle Coping-Strategien auf das Stresserleben von Beschäftigten im Homeoffice?"
  • Rechtswissenschaft (Literaturarbeit): „Wie hat sich die Rechtsprechung zum Datenschutz bei KI-Anwendungen seit der DSGVO entwickelt?"
  • Gesundheitswissenschaften: „Wie wirkt sich die Einführung von Telemedizin auf die Versorgungsqualität chronisch kranker Patienten in ländlichen Regionen aus?"

Typische Fehler vermeiden

Diese Fehler sehe ich bei Forschungsfragen immer wieder. Wenn du sie kennst, kannst du sie von Anfang an vermeiden.

  • Keine echte Frage formulieren: Statt einer Frage steht nur ein Thema. „Diese Arbeit behandelt Homeoffice" ist keine Forschungsfrage. Eine Frage erfordert ein Fragewort und ein Fragezeichen: „Wie beeinflusst Homeoffice das Stresserleben von Beschäftigten?"
  • Ja/Nein-Frage stellen: Geschlossene Fragen wie „Hat Social Media einen Einfluss auf das Kaufverhalten?" lassen sich mit einem Wort beantworten. Besser: „Wie beeinflusst Social Media das Kaufverhalten?"
  • Die Frage passt nicht zur Methode: Wenn du Faktoren selbst kausal nachweisen willst („Welche Faktoren beeinflussen X?"), brauchst du eine empirische Untersuchung. Eine Literaturarbeit kann Faktoren aus bestehenden Studien zusammenfassen, aber nicht selbst testen. Formuliere dann: „Welche Faktoren werden in der Literatur für X diskutiert?"
  • Frage zu spät im Prozess ändern: Wenn du die Forschungsfrage erst nach der Datenerhebung grundlegend änderst, passt möglicherweise nichts mehr zusammen. Lege die Frage früh fest und halte Änderungen klein.
Schnellcheck

Prüfe deine Forschungsfrage:

Ist sie als echter Fragesatz mit Fragewort formuliert?

Lässt sie sich nicht mit Ja/Nein beantworten?

Ist sie präzise genug, um fokussiert zu arbeiten?

Kannst du sie mit deinen Mitteln beantworten?

Passt sie zur geplanten Methodik?

Nächster Schritt: Von der Frage zur Einleitung

Wenn deine Forschungsfrage steht, ist der wichtigste Meilenstein geschafft. Stimme sie frühzeitig mit deiner Betreuung ab. Die Frage darf sich im Laufe der Arbeit leicht verändern, aber der Kern sollte stabil bleiben. Im nächsten Schritt bettest du die Frage in deine Einleitung ein.

Die fertige Arbeit kannst du dann abgeben und drucken und binden lassen.

Häufig gestellte Fragen

Wie leite ich Unterfragen aus der Hauptfrage ab?

Zerlege deine Hauptfrage in logische Teilaspekte. Bei „Welche Faktoren beeinflussen die Mitarbeiterzufriedenheit im Homeoffice?" könnten Unterfragen sein: „Welche Rolle spielt die technische Ausstattung?", „Wie wirkt sich die Führungskommunikation aus?", „Welchen Einfluss hat die Work-Life-Balance?". Zwei bis drei Unterfragen sind sinnvoll. Jede Unterfrage sollte einen eigenen Abschnitt in deiner Arbeit füllen.

Wie formuliere ich eine Forschungsfrage für eine Literaturarbeit?

Bei Literaturarbeiten eignen sich beschreibende, vergleichende und syntheseorientierte Fragen: „Wie wird Konzept X definiert?", „Welche Faktoren werden in der Literatur für Y diskutiert?", „Worin unterscheiden sich die Modelle von Autor A und B?". Du fasst bestehende Studien narrativ zusammen. Vermeide Fragen, die einen eigenen kausalen Nachweis erfordern.

Wie teste ich die Machbarkeit meiner Forschungsfrage in 10 Minuten?

Prüfe drei Punkte: 1) Datenzugang: Findest du in 5 Minuten Recherche mehrere wirklich passende Quellen oder hast du realistischen Zugang zu Interviewpartnern/Daten? Die nötige Anzahl variiert je nach Thema und Methode. 2) Umfang: Kannst du die Frage in einem Satz erklären, ohne „und" oder „sowie" zu nutzen? 3) Methodik: Weißt du bereits, mit welcher Methode du die Frage beantworten würdest? Wenn du zweimal mit Nein antwortest, schärfe die Frage nach.

Was ist der Unterschied zwischen Forschungsfrage und Hypothese?

Die Forschungsfrage ist offen formuliert und gibt die Richtung vor. Eine Hypothese ist eine überprüfbare Vermutung. Bei quantitativen Arbeiten leitest du aus der Forschungsfrage Hypothesen ab und testest sie statistisch. Bei qualitativen Arbeiten und Literaturanalysen arbeitest du meist ohne Hypothesen.

Wie konkretisiere ich abstrakte Begriffe in der Forschungsfrage?

Definiere jeden zentralen Begriff und überlege, wie du ihn messen oder beobachten kannst. „Zufriedenheit" wird messbar durch einen validierten Fragebogen (z. B. Job Satisfaction Scale). „Erfolg" wird konkret durch Umsatzwachstum oder Kundenbewertungen. Diese Operationalisierung gehört ins Methodenkapitel, aber du solltest sie schon bei der Frageformulierung im Kopf haben.

Darf eine Forschungsfrage als Ja/Nein-Frage formuliert sein?

Grundsätzlich besser nicht. Offene Fragen mit „Wie", „Welche" oder „Inwiefern" führen zu gehaltvolleren Antworten. Ausnahme: Bei hypothesenprüfenden Arbeiten kann eine geschlossene Frage sinnvoll sein, etwa „Führt Maßnahme X zu Effekt Y?". Dann solltest du aber zusätzlich fragen: „Unter welchen Bedingungen?" oder „In welchem Ausmaß?". Sprich das mit deiner Betreuung ab.

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