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Exposé für die Bachelorarbeit: Aufbau, Umfang und Beispiel

Exposé für die Bachelorarbeit: Aufbau, Umfang und Beispiel | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Ein Exposé für die Bachelorarbeit ist ein Planungsdokument, das du vor dem Schreiben einreichst. Es zeigt deiner Betreuung, was du vorhast, wie du vorgehst und ob dein Plan realistisch ist. Hier bekommst du Aufbau, Beispiel und Vorlage, damit du dein Exposé strukturiert und zügig fertigstellen kannst – inklusive Satzstarter, Schnellcheck und Methodik-Entscheidungshilfe.

Das Wichtigste zum Exposé

Was es ist: Planungsdokument vor Beginn der Bachelorarbeit (meist 3–5 Seiten, teils 5–10)

Muss rein: Problemstellung, Forschungsfrage, Forschungsstand, Methodik, Gliederung, Zeitplan, Literatur

Ziel: Machbarkeit zeigen, Feedback einholen, Betreuung von deinem Plan überzeugen

Betreuende achten auf: Klare, eingegrenzte Frage + passende Methodik + realistischer Zeitplan

Was ist ein Exposé?

Das Exposé ist kein starrer Vertrag, sondern eine Arbeitsgrundlage, die sich im Laufe des Projekts weiterentwickeln kann. An vielen Hochschulen ist es Voraussetzung für die Anmeldung der Bachelorarbeit. Selbst wenn nicht verpflichtend, lohnt sich der Aufwand: Du durchdenkst dein Thema systematisch, bevor du anfängst. Unklare Forschungsfragen oder unrealistische Zeitpläne fallen früh auf und lassen sich korrigieren.

Das Exposé unterscheidet sich von der Einleitung deiner Bachelorarbeit: Das Exposé beschreibt deine Planung vorab, die Einleitung stellt Thema, Relevanz, Forschungsfrage und Aufbau der fertigen Arbeit dar. Teile des Exposés kannst du später für die Einleitung überarbeiten, aber nicht einfach kopieren.

Vorgaben deiner Hochschule beachten

Struktur, Umfang und Pflichtangaben variieren je nach Hochschule und Fachbereich. Prüfe vor dem Schreiben deine Prüfungsordnung oder frag deine Betreuung nach konkreten Anforderungen. Die Empfehlungen in diesem Artikel gelten als Orientierung, Hochschulvorgaben haben immer Vorrang.

So schreibst du dein Exposé

Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung erstellst du einen ersten Rohentwurf in 60 bis 120 Minuten, vorausgesetzt du hast dein Thema bereits eingegrenzt und erste Literatur gesichtet. Die Tabelle zeigt dir für jeden Baustein: Zeitbudget, Leitfragen, Satzstarter und typische Fehler. Für inhaltliche Tiefe und Beispielformulierungen scrollst du anschließend zum Abschnitt „Aufbau in sieben Bausteinen".

Exposé in 7 Schritten

1. Problemstellung (10 Min.)

Warum ist das Thema relevant? Welches Problem existiert?

„[Thema] gewinnt an Bedeutung, weil... Trotzdem fehlt..."

3–5 Sätze Avoid: Zu allgemein

2. Forschungsfrage (10 Min.)

Was genau willst du herausfinden? Was ist das Ziel?

„Die zentrale Forschungsfrage lautet: [W-Frage]?"

2–3 Sätze Avoid: Zu breit

3. Forschungsstand (20 Min.)

Was ist bereits erforscht? Wo ist die Lücke?

„Bisherige Studien zeigen... Jedoch fehlen Erkenntnisse zu..."

4–8 Sätze Avoid: Nur auflisten

4. Methodik (15 Min.)

Wie beantwortest du die Frage? Welche Daten?

„Zur Beantwortung wird [Methode] eingesetzt..."

3–6 Sätze Avoid: Falscher Typ

5. Gliederung (10 Min.)

Welche Kapitel brauchst du? Was passiert wo?

„1. Einleitung / 2. Theorie / 3. Methodik..."

6–12 Punkte Avoid: Zu detailliert

6. Zeitplan (10 Min.)

Wann machst du was? Wo sind Meilensteine?

„Woche 1–3: [Phase] / Woche 4–6: [Phase]..."

Tabelle/Liste Avoid: Kein Puffer

7. Literaturverzeichnis (15 Min.)

Welche Kernquellen nutzt du? Sind sie aktuell?

Richtwert: 8–15 Quellen insgesamt (3–6 Kernwerke + aktuelle Fachartikel)

0,5–1 Seite Avoid: Webquellen-Dominanz

Aufbau in sieben Bausteinen

Aufbau eines Exposés für die Bachelorarbeit: 7 Bausteine von Problemstellung bis Zeitplan | BachelorHero

Der Aufbau des Exposés folgt einer bewährten Struktur. Die folgenden Bausteine zeigen dir, was inhaltlich in jeden Abschnitt gehört, mit Beispielformulierungen und typischen Stolperstellen. Nicht jede Hochschule verlangt alle Bausteine, manche erwarten zusätzliche Elemente.

Baustein 1: Problemstellung und Relevanz

Du erklärst, warum dein Thema wichtig ist und welches Problem du adressierst. Zeige die praktische oder wissenschaftliche Relevanz mit konkreten Belegen.

„Die Digitalisierung des Mittelstands gilt als zentrale Herausforderung für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Trotz zahlreicher Förderprogramme liegt die Digitalisierungsquote in KMU deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Diese Arbeit untersucht, welche Faktoren die Zurückhaltung erklären."

Stolperstelle: Zu allgemein („Das Thema ist wichtig").

Fix: Nenne eine konkrete Kennzahl aus deiner Literaturrecherche (Prozentwert, Zeitraum, Stichprobengröße) oder eine aktuelle Entwicklung.

Baustein 2: Forschungsfrage und Zielsetzung

Die Forschungsfrage ist das Herzstück deines Exposés. Sie gibt die Richtung vor und sollte als Fragesatz formuliert sein. Die Zielsetzung beschreibt, was du mit der Beantwortung erreichen willst.

„Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welche organisationalen und individuellen Faktoren beeinflussen die Akzeptanz digitaler Prozesse in kleinen und mittleren Unternehmen? Ziel der Arbeit ist es, Handlungsempfehlungen für die Gestaltung von Digitalisierungsprojekten abzuleiten."

Stolperstelle: Frage zu breit („Wie funktioniert X?").

Fix: Eingrenzen durch Kontext: „Wie funktioniert X bei Zielgruppe Y im Kontext Z?"

Baustein 3: Forschungsstand

Du zeigst, was bereits zu deinem Thema erforscht wurde und wo die Lücke ist, die deine Arbeit füllt. Gehe in drei Schritten vor: Themencluster benennen → Befundlage zusammenfassen → Lücke identifizieren. Hinweis: Der Forschungsstand im Textteil ist eine kurze Synthese; das vorläufige Literaturverzeichnis am Ende listet alle Quellen auf (Richtwert: insgesamt 8–15).

„Die Forschung zur Digitalisierung in KMU konzentriert sich bislang auf technologische Aspekte (vgl. Müller 2021, Weber 2022) und Finanzierungsfragen (vgl. Schmidt 2020). Die organisationspsychologische Perspektive, insbesondere die Rolle der Führungskräfte als Change Agents, wurde bisher wenig beachtet. Hier setzt diese Arbeit an."

Stolperstelle: Quellen nur auflisten ohne Synthese.

Fix: Nach jeder Quellengruppe den Bezug zur eigenen Arbeit herstellen: „Diese Lücke adressiert die vorliegende Arbeit."

Baustein 4: Methodik

Du beschreibst, wie du die Forschungsfrage beantworten willst. Bei empirischen Arbeiten nennst du Erhebungs- und Auswertungsmethode, bei theoretischen Arbeiten dein analytisches Vorgehen.

Qualitativ: „Zur Beantwortung werden leitfadengestützte Interviews mit 10–12 Geschäftsführern durchgeführt. Auswertung mittels Inhaltsanalyse nach Kuckartz."

Quantitativ: „Online-Befragung mit 150–200 Teilnehmenden. Hypothesenprüfung mittels Regressionsanalyse (SPSS)."

Stolperstelle: Methode passt nicht zur Frage.

Fix: Nutze die Methodik-Tabelle unten, um Fragetyp und Methode abzugleichen.

Baustein 5: Vorläufige Gliederung

Die vorläufige Gliederung zeigt die geplante Struktur deiner Arbeit. Zwei bis drei Gliederungsebenen reichen im Exposé aus.

„1. Einleitung / 2. Theoretische Grundlagen (2.1 Digitalisierung in KMU, 2.2 Akzeptanzforschung) / 3. Methodik / 4. Ergebnisse / 5. Diskussion / 6. Fazit"

Stolperstelle: Zu viele Unterpunkte (3.1.2.1).

Fix: Maximal drei Ebenen (1. / 1.1 / 1.1.1), Detailstruktur später entwickeln.

Baustein 6: Zeitplan

Der Zeitplan zeigt, wann du welche Phase abschließen willst. Plane wochengenau mit überprüfbaren Meilensteinen und 20 % Puffer.

„Woche 1–3: Literaturrecherche / Woche 4–5: Theoretischer Rahmen / Woche 6–8: Datenerhebung / Woche 9–11: Auswertung und Ergebnisteil / Woche 12–14: Diskussion und Fazit / Woche 15–16: Korrektur und Abgabe"

Stolperstelle: Kein Puffer eingeplant.

Fix: Letzte 2–3 Wochen nur für Korrektur reservieren, nicht für Schreiben.

Baustein 7: Literaturverzeichnis

Das vorläufige Literaturverzeichnis zeigt, welche Quellen du bereits gesichtet hast. „Vorläufig" bedeutet: Die zentralen Werke stehen fest, weitere Quellen kommen beim Schreiben hinzu. Wichtiger als die Anzahl ist die Qualität: Aktualität, Fachrelevanz und ein Mix aus Grundlagenwerken und neueren Studien.

Stolperstelle: Nur Wikipedia oder Blogs.

Fix: Achte darauf, dass mehrere Quellen aus Fachbüchern und Fachzeitschriften stammen (je nach Fach ca. 3–6 solide Kernwerke). Tipps im Artikel zum Literaturverzeichnis.

Die Forschungsfrage richtig formulieren

Die Forschungsfrage entscheidet über Erfolg oder Misserfolg deines Exposés. Sie muss drei Kriterien erfüllen: konkret genug für den Rahmen einer Bachelorarbeit, relevant für Wissenschaft oder Praxis, und beantwortbar mit deinen verfügbaren Mitteln.

Forschungsfrage im Exposé der Bachelorarbeit: Beispiel und Leitlinien | BachelorHero

Zu breit: „Wie funktioniert Change Management?" Diese Frage ist zu groß für eine Bachelorarbeit. Du würdest nur an der Oberfläche kratzen.

Zu eng: „Nutzt Unternehmen X agile Methoden?" Diese Frage lässt sich in einem Satz beantworten. Für eine Bachelorarbeit fehlt die analytische Tiefe.

Passend: „Welche Faktoren beeinflussen die erfolgreiche Einführung agiler Arbeitsmethoden in mittelständischen Unternehmen der IT-Branche?" Diese Frage ist fokussiert (Zielgruppe + Kontext), aber offen genug für eine differenzierte Analyse.

Rewrite-Formel für die Forschungsfrage

W-Frage + Zielgruppe + Kontext + (optional: Zeitraum/Ort)

-

Vorher: „Wie wirkt sich Homeoffice auf die Produktivität aus?"

+

Nachher: „Wie beeinflusst Homeoffice die Produktivität von Wissensarbeitern in deutschen Großunternehmen?"

Mehr zur Entwicklung einer guten Forschungsfrage findest du im Artikel zur Forschungsfrage der Bachelorarbeit.

Methodik zur Forschungsfrage wählen

Die Methodik muss zur Forschungsfrage passen. Diese Entscheidungshilfe zeigt, welcher Fragetyp zu welcher Methode führt. Die Zuordnung ist eine Orientierung, keine starre Regel.

Entscheidungshilfe: Fragetyp → Methodik

Explorativ

„Was gibt es? Wie erleben Menschen X?"

Methode: Qualitativ (Interviews, Fokusgruppen)

Ungeeignet: Bei festen Hypothesen

Erklärend

„Warum? Welche Faktoren beeinflussen X?"

Methode: Quantitativ (Fragebogen) oder Mixed

Ungeeignet: Bei zu wenig Vorwissen

Vergleichend

„Wie unterscheiden sich A und B?"

Methode: Quant. (Vergleichsstudie) oder Qual. (Fallvergleich)

Ungeeignet: Wenn Objekte nicht abgrenzbar

Konzeptionell

„Wie lässt sich X theoretisch rahmen?"

Methode: Literaturarbeit (Review, Theorieanalyse)

Ungeeignet: Zur Messung kausaler Effekte

Evaluativ

„Wie wirksam ist Maßnahme X?"

Methode: Quantitativ (Vorher-Nachher) oder Mixed

Ungeeignet: Ohne Baseline-Daten

Mehr zur Methodenwahl und den Unterschieden zwischen qualitativer und quantitativer Forschung findest du im Artikel zur Methodik der Bachelorarbeit.

Der Zeitplan: Meilensteine realistisch setzen

Zeitplan im Exposé für die Bachelorarbeit: Meilensteine und Phasen | BachelorHero

Der Zeitplan ist mehr als eine Formalität. Er hilft dir, den Überblick zu behalten und rechtzeitig gegenzusteuern, wenn etwas länger dauert als geplant. Ein realistischer Zeitplan berücksichtigt, dass selten alles nach Plan läuft.

Teile deine verfügbare Zeit in Phasen ein. Die Gewichtung hängt von deinem Arbeitstyp ab: Bei empirischen Arbeiten nimmt die Datenerhebung oft mehr Zeit in Anspruch als erwartet. Bei theoretischen Arbeiten kann die Literaturrecherche ausufern, wenn du nicht konsequent eingrenzt.

Typische Aufteilung bei 12 Wochen Bearbeitungszeit:

  • Literaturrecherche und Theorieteil: etwa 3 bis 4 Wochen
  • Datenerhebung oder Analyse: etwa 3 bis 4 Wochen
  • Schreiben der Ergebnis- und Diskussionskapitel: etwa 3 Wochen
  • Korrektur und Finalisierung: mindestens 2 Wochen
  • Wichtig: Plane Pufferzeit ein, besonders vor der Abgabe.

Definiere konkrete Meilensteine, nicht nur vage Zeiträume. Ein Meilenstein ist ein überprüfbares Ergebnis: „Theoriekapitel fertig" statt „Theorie schreiben". So merkst du früh, ob du im Plan liegst. Bei der Abgabe solltest du keine Überraschungen erleben.

Formalia im Exposé

Neben dem Inhalt spielen formale Aspekte eine Rolle. Die konkreten Anforderungen variieren je nach Hochschule, aber diese Elemente werden oft verlangt.

Pflichtangaben auf dem Deckblatt

Arbeitstitel: Der vorläufige Titel deiner Arbeit

Persönliches: Name, Matrikelnummer, E-Mail

Studiengang: Bezeichnung und Fachsemester

Betreuung: Name der Erst- und Zweitbetreuung

Datum: Abgabedatum des Exposés

Zitierstil: Verwende im Exposé denselben Zitierstil wie später in der Bachelorarbeit (APA, Harvard, deutsche Zitierweise). So übst du bereits und kannst Quellen direkt übernehmen.

Dateiformat und Abgabe: Die meisten Hochschulen akzeptieren PDF. Manche verlangen zusätzlich eine Word-Datei oder einen Ausdruck. Prüfe, ob das Exposé digital eingereicht wird, per E-Mail an die Betreuung geht oder im Prüfungsamt abgegeben werden muss.

Was „vorläufig" bedeutet: Sowohl Gliederung als auch Literaturverzeichnis sind im Exposé vorläufig. Das heißt: Die Grundstruktur steht, aber Details können sich ändern. Du wirst beim Schreiben weitere Quellen finden und die Gliederung anpassen. Das ist normal und kein Problem.

Exposé Bachelorarbeit Beispiel

Beispiel eines Exposés für die Bachelorarbeit mit allen Bausteinen | BachelorHero

Das folgende Beispiel zeigt ein verkürztes Exposé aus dem Bereich BWL. Beachte, wie die Bausteine ineinandergreifen und aufeinander aufbauen. Für dein eigenes Exposé passt du die Inhalte an dein Thema und deinen Fachbereich an.

Beispiel: Exposé BWL

[Problemstellung] Die Digitalisierung des Mittelstands gilt als zentrale Herausforderung für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Trotz staatlicher Förderprogramme und verfügbarer Technologien liegt die Digitalisierungsquote in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) unter dem europäischen Durchschnitt. Die Gründe für diese Zurückhaltung sind vielschichtig und bislang nicht ausreichend erforscht.

[Forschungsfrage] Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welche organisationalen und individuellen Faktoren beeinflussen die Akzeptanz digitaler Prozesse in KMU? Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für die Gestaltung von Digitalisierungsprojekten abzuleiten.

[Forschungsstand] Die bisherige Forschung fokussiert technologische (vgl. Müller 2021) und finanzielle Aspekte (vgl. Schmidt 2020). Die organisationspsychologische Perspektive, insbesondere die Rolle von Führungskräften als Change Agents, wurde bisher wenig beachtet. Diese Arbeit knüpft an das Technology Acceptance Model (TAM) an und erweitert es um führungsbezogene Variablen.

[Methodik] Zur Beantwortung der Forschungsfrage werden leitfadengestützte Interviews mit 10 bis 12 Geschäftsführern von KMU im Raum Hamburg durchgeführt. Die Auswertung erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz.

[Vorläufige Gliederung] 1. Einleitung / 2. Theoretische Grundlagen (2.1 Digitalisierung in KMU, 2.2 Technology Acceptance Model, 2.3 Führung im Veränderungsprozess) / 3. Methodik (3.1 Forschungsdesign, 3.2 Sampling und Zugang, 3.3 Auswertungsverfahren) / 4. Ergebnisse / 5. Diskussion / 6. Fazit und Ausblick

[Zeitplan] Woche 1–3: Literaturrecherche und Theoriekapitel / Woche 4–5: Leitfadenentwicklung und Pretest / Woche 6–9: Interviews und Transkription / Woche 10–12: Auswertung und Ergebnisteil / Woche 13–14: Diskussion und Fazit / Woche 15–16: Korrektur und Abgabe

Das Beispiel umfasst etwa 350 Wörter und deckt die wesentlichen Bausteine ab. In einem vollständigen Exposé würdest du jeden Teil ausführlicher gestalten und das vorläufige Literaturverzeichnis ergänzen.

Beispiel: Lehramt (Auszug)

Problemstellung: Die Heterogenität in Klassen nimmt zu. Besonders in Mathe zeigen Studien große Unterschiede.

Forschungsfrage: Wie setzen Gymnasiallehrkräfte Binnendifferenzierung in der Mittelstufe um?

Methodik: Leitfadeninterviews mit 8–10 Lehrkräften + Beobachtungen. Qual. Inhaltsanalyse.

Die Struktur bleibt dieselbe, nur der Inhalt unterscheidet sich je nach Fach. Die Länge orientiert sich an den Vorgaben deiner Hochschule.

Vorlage zum Kopieren

Mit dieser Vorlage kannst du dein Exposé Schritt für Schritt aufbauen. Ersetze die Platzhalter in eckigen Klammern durch deine eigenen Inhalte. Die Struktur dient als Ausgangspunkt für die meisten Fachbereiche. In manchen Disziplinen wie Jura, Ingenieurwesen oder Lehramt können zusätzliche Elemente oder andere Gewichtungen verlangt werden.

Struktur-Vorlage

1. Problemstellung & Relevanz

[Thema] ist von zunehmender Bedeutung für [Zielgruppe]. Trotz [Maßnahmen] besteht [Lücke]. Diese Arbeit adressiert [Aspekt].

2. Forschungsfrage & Zielsetzung

Die zentrale Forschungsfrage lautet: [W-Frage]? Ziel ist es, [Zielsetzung].

3. Forschungsstand

Bisherige Forschung konzentriert sich auf [Aspekt A] (vgl. [Quelle]). [Lücke] wurde bisher nicht untersucht. Anschluss an [Theorie].

4. Methodik

Zur Beantwortung wird [Methode] eingesetzt. [Beschreibung: Stichprobe, Erhebung, Auswertung].

5. Gliederung & Zeitplan

1. Einleitung / 2. Theorie / 3. Methodik... | Woche 1–X: [Phase] / Puffer einplanen.

Die Vorlage ist ein Gerüst, kein Korsett. Manche Hochschulen verlangen zusätzliche Elemente wie eine Machbarkeitseinschätzung oder einen Abschnitt zu ethischen Aspekten.

Schnellcheck vor dem Einreichen

Problemstellung konkret mit Zahlen/Belegen?

Frage als fokussierte W-Frage formuliert?

Forschungsstand zeigt Lücke auf?

Methodik passt zum Fragetyp?

Zeitplan mit 20% Puffer & Meilensteinen?

Mix aus Fachbüchern & Artikeln?

Deckblatt mit Name, Matrikel & Betreuung vollständig?

Nächster Schritt: Vom Exposé zur Bachelorarbeit

Wenn dein Exposé von der Betreuung abgesegnet ist, beginnt die eigentliche Arbeit. Das Exposé dient dir jetzt als Leitfaden: Die Forschungsfrage gibt die Richtung vor, der Zeitplan strukturiert deine Wochen, die vorläufige Gliederung zeigt, welche Kapitel du schreiben musst.

Starte mit der Literaturrecherche und dem Theorieteil. Teile des Exposés, etwa die Problemstellung und den Forschungsstand, kannst du als Ausgangspunkt für die Einleitung nutzen. Überarbeite sie aber, wenn sich der Fokus im Laufe der Arbeit verschiebt.

Bei empirischen Arbeiten folgt nach dem Theorieteil die Methodik und anschließend die Datenanalyse. Bei theoretischen Arbeiten strukturierst du den Hauptteil entlang deiner Leitfrage. Am Ende steht das Fazit, das die Forschungsfrage beantwortet.

Wenn deine Bachelorarbeit fertig ist, prüfe vor der Abgabe noch einmal Literaturverzeichnis und Anhang. Die fertige PDF kannst du dann drucken und binden lassen.

Häufig gestellte Fragen

Wie lang sollte ein Exposé für die Bachelorarbeit sein?

Typischerweise 3 bis 5 Seiten, manche Hochschulen erwarten 5 bis 10 Seiten. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern dass alle Kernelemente (Problemstellung, Forschungsfrage, Methodik, Zeitplan) überzeugend dargestellt sind. Die Vorgaben deiner Hochschule haben immer Vorrang.

Muss ich ein Exposé schreiben?

An vielen Hochschulen ist das Exposé Pflicht zur Anmeldung der Bachelorarbeit. Selbst wenn nicht, lohnt sich der Aufwand: Du durchdenkst dein Vorhaben systematisch, bevor du anfängst, und holst frühzeitig Feedback ein. Prüfe die Prüfungsordnung deines Studiengangs.

Braucht das Exposé ein Deckblatt?

Oft ja. Ein Deckblatt enthält typischerweise Arbeitstitel, deinen Namen, Matrikelnummer, Studiengang, Name der Betreuung und Datum. Manche Hochschulen haben Vorlagen. Wenn keine Vorgabe existiert, orientiere dich am Deckblatt deiner späteren Bachelorarbeit.

Wird das Exposé benotet?

Meistens nein. Das Exposé dient als Planungsgrundlage und wird von der Betreuung freigegeben, aber in den meisten Studiengängen nicht benotet. In manchen Modulen oder Studiengängen kann es jedoch bewertet werden oder als formale Voraussetzung für die Anmeldung gelten. Kläre das in deinen Modul- oder Prüfungsunterlagen oder frag deine Betreuung.

Wie viele Quellen gehören ins vorläufige Literaturverzeichnis?

Richtwert: 8 bis 15 Quellen insgesamt, davon 3 bis 6 zentrale Kernwerke (Grundlagenwerke, Standardliteratur) und der Rest aktuelle Fachartikel und Studien. Wichtiger als die genaue Zahl ist die Qualität: Zeige, dass du die relevante Fachliteratur kennst. Webquellen können ergänzen, sollten aber nicht den Kern bilden.

Was schreibe ich bei einer reinen Literaturarbeit statt Datenerhebung?

Beschreibe dein analytisches Vorgehen: Welche Literatur analysierst du (Auswahlkriterien, Datenbanken)? Wie gehst du methodisch vor (systematisches Review, Vergleich von Theorien, Argumentationsanalyse)? Benenne den Analyserahmen und die Auswertungskriterien.

Kann ich Teile des Exposés für die Bachelorarbeit übernehmen?

Ja, viele Studierende nutzen Teile des Exposés als Grundlage für die Einleitung oder das Methodenkapitel. Allerdings musst du die Inhalte überarbeiten: Das Exposé beschreibt deine Planung vorab, die fertige Arbeit stellt dar, wie du tatsächlich vorgegangen bist. Formulierungen von „wird untersucht" zu „wurde untersucht" anzupassen, reicht nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Exposé und Einleitung?

Das Exposé ist ein Planungsdokument vor Beginn der Arbeit mit vorläufiger Forschungsfrage, geplanter Methodik und Zeitplan. Die Einleitung ist Teil der fertigen Arbeit und stellt Thema, Relevanz, Forschungsfrage sowie den Aufbau dar; Vorgehen und Methodik werden so beschrieben, wie du sie in der Arbeit umsetzt. Das Exposé blickt nach vorn, die Einleitung fasst den tatsächlichen Rahmen zusammen.

Was tun, wenn die Betreuung während der Arbeit wechselt?

Kläre zunächst mit dem Prüfungsamt, ob ein Wechsel formal möglich ist und welche Fristen gelten. Besprich mit der neuen Betreuung, ob das Exposé angepasst werden muss. In den meisten Fällen bleibt das Thema bestehen, aber methodische Schwerpunkte können sich verschieben. Dokumentiere Änderungen schriftlich.

Was mache ich, wenn sich mein Thema nach dem Exposé ändert?

Kleinere Anpassungen sind normal. Bei größeren Änderungen an Forschungsfrage oder Methodik sprich zeitnah mit deiner Betreuung. Dokumentiere die Änderung kurz per E-Mail. Das Exposé ist ein Planungsdokument, kein bindender Vertrag, aber Transparenz ist wichtig.

Darf sich die Forschungsfrage nach der Anmeldung noch ändern?

Leichte Präzisierungen sind üblich und unproblematisch. Bei grundlegenden Änderungen (anderer Fokus, andere Methodik) ist Rücksprache mit der Betreuung Pflicht. Manche Hochschulen verlangen bei größeren Änderungen eine formale Neuanmeldung. Kläre das frühzeitig.

Wie schreibe ich ein Exposé für ein Praxis- oder Teamprojekt?

Bei Praxisprojekten mit Unternehmenspartner: Beschreibe zusätzlich den Praxiskontext, die Rolle des Unternehmens und eventuelle Vertraulichkeitsvereinbarungen. Bei Teamarbeiten: Kläre im Exposé die Arbeitsteilung und wer welchen Teil verantwortet. Jedes Teammitglied sollte einen eigenen Beitrag klar erkennbar machen können.

Was, wenn ich zu meinem Thema kaum Literatur finde?

Prüfe zuerst die Suchbegriffe (Synonyme, englische Begriffe, verwandte Konzepte). Häufige Ursachen: Thema zu eng, zu neu oder zu praxisnah formuliert. Korrekturen: Scope erweitern (statt „Unternehmen X" → „KMU in Branche Y"), übergeordneten Begriff/Framework wählen, Forschungsfrage breiter fassen. Ist das Thema tatsächlich kaum erforscht, stützt du dich auf methodische Grundlagenwerke und arbeitest explorativ. Besprich das Vorgehen mit deiner Betreuung.

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