Kalender 2026-01-17

Die Methodik deiner Bachelorarbeit: Aufbau, Auswahl und Begründung

Methodik der Bachelorarbeit: Aufbau, Methodenwahl und Begründung | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Der Methodikteil erklärt, wie du deine Forschungsfrage beantwortest. Hier erfährst du, wie du den Methodikteil aufbaust, die passende Methode wählst und dein Vorgehen wissenschaftlich begründest.

Kurzantwort

Der Methodikteil beschreibt dein wissenschaftliches Vorgehen so präzise, dass andere deine Studie nachvollziehen oder wiederholen könnten. Er enthält fünf Bausteine: Forschungsdesign, Datenerhebung, Stichprobe, Datenauswertung und Gütekriterien. Das Ziel ist Transparenz und Nachvollziehbarkeit.

Checkliste Methodikteil

Prüfe vor der Abgabe:

Forschungsdesign benannt und begründet?

Datenerhebung detailliert beschrieben?

Stichprobe/Material und Auswahlkriterien dokumentiert?

Auswertungsverfahren mit Quellenangabe erklärt?

Gütekriterien reflektiert?

Ethik/Datenschutz geklärt (Einwilligung, Anonymisierung)?

Umfang: Häufig 10–20 % der Arbeit, variiert je nach Fach und Betreuung.

Was ist der Methodikteil?

Der Methodikteil ist das Herzstück jeder empirischen Bachelorarbeit. Hier beschreibst du, welche Forschungsmethode du verwendest und warum sie zu deiner Forschungsfrage passt. Lesende sollen nachvollziehen können, wie du zu deinen Ergebnissen kommst.

Ein gut geschriebener Methodikteil ermöglicht theoretisch die Replikation deiner Studie. Das bedeutet: Jemand anderes könnte dein Vorgehen wiederholen und zu vergleichbaren Ergebnissen kommen. Diese Nachvollziehbarkeit ist ein zentrales Qualitätsmerkmal wissenschaftlicher Arbeit.

Der Methodikteil folgt in der Gliederung auf den Theorieteil und vor den Ergebnissen. Er bildet die Brücke zwischen der theoretischen Grundlage und deiner eigenen Untersuchung.

Wichtig: Nicht jede Bachelorarbeit erhebt eigene Daten. Bei reinen Literaturarbeiten ist die „Methodik" dein systematisches Vorgehen bei Recherche, Quellenauswahl und Auswertung. Der Methodikteil erklärt dann, welche Datenbanken du durchsucht hast, welche Suchbegriffe und Auswahlkriterien du verwendet hast und wie du das Material analysiert hast. Das Prinzip bleibt gleich: Transparenz über dein Vorgehen.

Aufbau des Methodikteils

Aufbau des Methodikteils in der Bachelorarbeit: Struktur und Gliederung | BachelorHero

Der Aufbau des Methodikteils folgt einer bewährten Struktur. Die fünf Bausteine führen logisch durch dein methodisches Vorgehen. Je nach Forschungsdesign können einzelne Teile kürzer oder ausführlicher ausfallen.

Baustein 1: Forschungsdesign

Hier legst du den Rahmen deiner Untersuchung fest. Arbeitest du qualitativ, quantitativ oder mit Mixed Methods? Handelt es sich um eine explorative, deskriptive oder hypothesenprüfende Studie? Diese Grundsatzentscheidung bestimmt alle weiteren Schritte.

Baustein 2: Datenerhebung

Beschreibe detailliert, wie du deine Daten sammelst. Bei Umfragen erklärst du den Fragebogenaufbau und die Durchführung. Bei Interviews beschreibst du den Leitfaden und das Setting. Bei Inhaltsanalysen definierst du dein Material und die Auswahlkriterien.

Baustein 3: Stichprobe

Wer oder was wird untersucht? Erkläre, wie du deine Teilnehmenden oder dein Material ausgewählt hast. Nenne Kriterien für Ein- und Ausschluss, die Stichprobengröße und die Art der Rekrutierung. Bei qualitativen Studien begründest du, warum diese Fälle aussagekräftig sind.

Baustein 4: Datenauswertung

Hier beschreibst du, wie du deine Daten analysierst. Bei quantitativen Studien nennst du statistische Verfahren und Software. Bei qualitativen Studien erklärst du das Auswertungsverfahren, etwa die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring oder die Grounded Theory.

Baustein 5: Gütekriterien

Wie stellst du die Qualität deiner Forschung sicher? Bei quantitativen Studien diskutierst du Reliabilität und Validität deiner Messinstrumente. Bei qualitativen Studien reflektierst du Nachvollziehbarkeit, Glaubwürdigkeit und Übertragbarkeit deiner Ergebnisse.

Methodenauswahl: Qualitativ, quantitativ oder Mixed Methods

Qualitative und quantitative Methoden im Vergleich: Unterschiede und Einsatzgebiete | BachelorHero

Die Methodenwahl hängt von deiner Forschungsfrage ab. Jeder Ansatz hat Stärken und eignet sich für bestimmte Fragestellungen besser als andere.

Quantitative Methoden arbeiten mit Zahlen und statistischen Verfahren. Du misst Häufigkeiten, testest Zusammenhänge oder vergleichst Gruppen. Typische Erhebungsmethoden sind standardisierte Fragebögen, Experimente oder die quantitative Inhaltsanalyse. Wähle diesen Ansatz, wenn du Hypothesen prüfen, Verallgemeinerungen treffen oder objektiv messbare Phänomene untersuchen willst.

Qualitative Methoden erforschen Bedeutungen, Motive und Zusammenhänge in der Tiefe. Du analysierst Texte, Interviews oder Beobachtungen auf inhaltliche Muster. Typische Verfahren sind leitfadengestützte Interviews, Fokusgruppen oder die qualitative Inhaltsanalyse. Wähle diesen Ansatz, wenn du ein Phänomen verstehen, neue Perspektiven erschließen oder komplexe Zusammenhänge erkunden willst.

Mixed Methods kombinieren beide Ansätze. Du nutzt etwa eine Umfrage für einen breiten Überblick und vertiefst ausgewählte Aspekte durch Interviews. Diese Kombination erfordert mehr Aufwand, liefert aber oft ein umfassenderes Bild. Kläre mit deiner Betreuung, ob Mixed Methods für deine Bachelorarbeit realistisch sind.

Schnellcheck: Welche Methode passt zu deiner Frage?

  • „Wie erleben Studierende...?" oder „Welche Bedeutung hat...?" Diese explorativen Fragen erfordern qualitative Methoden wie Interviews oder Fokusgruppen. Im Methodikteil beschreibst du Leitfaden, Sampling und Auswertungsverfahren.
  • „Wie häufig tritt X auf?" oder „Wie verbreitet ist...?" Deskriptive Fragen nach Häufigkeiten verlangen quantitative Erhebungen wie Umfragen. Im Methodikteil erklärst du Fragebogenaufbau, Stichprobe und statistische Auswertung.
  • „Beeinflusst X die Variable Y?" oder „Gibt es einen Zusammenhang zwischen...?" Hypothesenprüfende Fragen erfordern quantitative Methoden mit entsprechenden statistischen Tests. Die Hypothesen stehen häufig im Theorie- oder Konzeptteil, manchmal als eigenes Kapitel – prüfe den Leitfaden deiner Betreuung. Im Methodikteil beschreibst du Operationalisierung, Messverfahren, Stichprobe und die geplanten statistischen Tests samt Voraussetzungen.
  • „Welche Unterschiede bestehen zwischen Gruppe A und B?" Vergleichende Fragen nutzen quantitative Gruppenvergleiche oder qualitative Fallkontrastierungen. Im Methodikteil beschreibst du Gruppenbildung, Vergleichskriterien und Analyseverfahren.
  • „Wie wird Thema X in der Literatur behandelt?" Fragen zum Forschungsstand erfordern eine systematische Literaturanalyse. Im Methodikteil dokumentierst du Suchstrategie, Datenbanken, Ein- und Ausschlusskriterien.
  • „Warum verhält sich Unternehmen X so?" Fallspezifische Fragen eignen sich für Fallstudien mit mehreren Datenquellen. Im Methodikteil begründest du die Fallauswahl und beschreibst die Triangulation der Quellen.
Wichtig

Die Forschungsfrage bestimmt die Methode, nicht umgekehrt. Überlege zuerst, was du herausfinden willst. Dann wähle die Methode, die diese Frage am besten beantworten kann. Nicht jede Methode passt zu jeder Frage.

Typische Methoden für die Bachelorarbeit

Übersicht der häufigsten Forschungsmethoden für die Bachelorarbeit | BachelorHero

Je nach Fachbereich und Forschungsfrage kommen unterschiedliche Methoden in Frage. Die folgenden Verfahren sind in Bachelorarbeiten besonders verbreitet.

Umfrage / Fragebogen

Mit standardisierten Fragebögen erhebst du Daten von vielen Personen gleichzeitig. Die Methode eignet sich, um Meinungen, Einstellungen oder Verhaltensweisen zu erfassen und statistisch auszuwerten. Tools wie LimeSurvey, SoSci Survey oder universitätseigene Plattformen erleichtern die Durchführung. Prüfe vorab die Datenschutzvorgaben deiner Hochschule. Achte auf saubere Fragenformulierung und ausreichende Teilnehmerzahl.

Leitfadeninterview

Qualitative Interviews ermöglichen tiefe Einblicke in Erfahrungen, Motive und Perspektiven. Du führst Gespräche anhand eines vorbereiteten Leitfadens, bleibst aber flexibel für Nachfragen. Häufig werden 5 bis 15 Interviews geführt, die genaue Anzahl hängt von Forschungsfrage, Sättigung und Betreuungsvorgaben ab. Die Interviews transkribierst und analysierst du inhaltlich.

Inhaltsanalyse

Bei der Inhaltsanalyse untersuchst du vorhandenes Material wie Texte, Medieninhalte oder Dokumente. Du entwickelst ein Kategoriensystem und kodierst das Material systematisch. Die Methode kann quantitativ (Häufigkeiten zählen) oder qualitativ (Bedeutungen interpretieren) angelegt sein.

Experiment

Experimente prüfen Ursache-Wirkungs-Beziehungen unter kontrollierten Bedingungen. Du veränderst eine Variable gezielt und misst die Auswirkung auf eine andere. Diese Methode ist in der Psychologie, den Naturwissenschaften und zunehmend auch in den Wirtschaftswissenschaften verbreitet.

Fallstudie

Eine Fallstudie untersucht ein einzelnes Phänomen, ein Unternehmen oder eine Person intensiv. Du nutzt verschiedene Datenquellen wie Interviews, Dokumente und Beobachtungen. Die Methode eignet sich für komplexe, kontextabhängige Fragestellungen, erlaubt aber keine Verallgemeinerungen.

Systematische Literaturanalyse

Bei einer systematischen Literaturanalyse wertest du vorhandene wissenschaftliche Studien nach einem festgelegten Verfahren aus. Du definierst Suchbegriffe, Datenbanken und Auswahlkriterien und fasst den Forschungsstand strukturiert zusammen. Diese Methode eignet sich, wenn du keine eigenen Daten erheben kannst oder sollst.

Beispiel-Aufbau: Der Methodikteil in der Praxis

Die folgenden Mini-Gliederungen zeigen dir, wie der Methodikteil bei drei häufigen Methoden konkret aussieht. Nutze sie als Vorlage und passe die Inhalte an deine Arbeit an. Die genannten Zahlen (Stichprobengröße, Interviewanzahl, Itemzahl) sind Beispielwerte zur Orientierung, keine verbindlichen Vorgaben. Die gezeigten methodischen Entscheidungen sind eine mögliche Variante – je nach Fach und Betreuung können andere Ansätze ebenso passend sein.

Beispiel 1: Methodikteil für Umfrage/Fragebogen

3.1 Forschungsdesign: „Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde ein quantitatives Querschnittsdesign gewählt. Dieses ermöglicht die Erfassung von Einstellungen einer größeren Stichprobe zu einem Zeitpunkt."

3.2 Erhebungsinstrument: „Der standardisierte Online-Fragebogen umfasst 24 Items in vier Themenblöcken. Die Items zur Arbeitszufriedenheit basieren auf einer etablierten Skala und wurden mit entsprechender Quellenangabe übernommen. Ein Pretest mit n=12 Personen führte zu sprachlichen Anpassungen bei drei Items." Variante: Selbst entwickelte Items mit ausführlicher Operationalisierung beschreiben.

3.3 Stichprobe: „Die Rekrutierung erfolgte über berufliche Netzwerke und Unternehmensverteiler. Einschlusskriterium war eine Berufserfahrung von mindestens zwei Jahren. Von 187 begonnenen Fragebögen wurden 142 vollständig ausgefüllt (Rücklaufquote: 76%). Das Durchschnittsalter lag bei 34,2 Jahren, 58% der Teilnehmenden waren weiblich."

3.4 Datenauswertung: „Die Auswertung erfolgte mit SPSS 28. Nach Prüfung der Normalverteilung wurden Korrelationsanalysen (Pearson) und eine multiple Regressionsanalyse durchgeführt. Das Signifikanzniveau wurde auf α = .05 festgelegt." Variante: Bei nicht normalverteilten Daten nicht-parametrische Tests (z.B. Spearman) verwenden.

3.5 Gütekriterien: „Die interne Konsistenz der Skalen wurde mittels Cronbachs Alpha geprüft (α = .82 bis .89). Die Inhaltsvalidität wurde durch den Pretest und Expertenbeurteilung sichergestellt."

Beispiel 2: Methodikteil für Leitfadeninterviews

3.1 Forschungsdesign: „Die Studie folgt einem qualitativen, explorativen Design. Da bisher wenig über die subjektiven Erfahrungen der Zielgruppe bekannt ist, ermöglicht dieser Ansatz die Erschließung neuer Perspektiven (vgl. einschlägige Methodenliteratur)."

3.2 Datenerhebung: „Es wurden zehn leitfadengestützte Interviews geführt. Der Leitfaden umfasst vier Themenblöcke mit jeweils zwei bis drei offenen Fragen und optionalen Nachfragen. Die Interviews dauerten zwischen 35 und 52 Minuten und wurden per Audioaufnahme dokumentiert."

3.3 Sampling: „Die Auswahl folgte dem Prinzip des theoretischen Samplings. Einschlusskriterien waren mindestens drei Jahre Berufserfahrung und aktuelle Tätigkeit im relevanten Bereich. Die Rekrutierung erfolgte über Gatekeeperkontakte." Varianten: Purposive Sampling (gezielt nach Kriterien), Convenience Sampling (Verfügbarkeit) oder Snowball-Sampling (Empfehlungen).

3.4 Datenauswertung: „Die Interviews wurden wörtlich transkribiert (einfaches Transkriptionssystem). Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse. Das Kategoriensystem wurde deduktiv-induktiv entwickelt: Vier Hauptkategorien aus der Theorie, Subkategorien aus dem Material. Die Codierung erfolgte mit MAXQDA." Varianten: Rein induktive Kategorienbildung, thematische Analyse, oder Grounded Theory je nach Forschungsfrage.

3.5 Gütekriterien: „Die Nachvollziehbarkeit wird durch Dokumentation des Kategoriensystems im Anhang gewährleistet. Zur Stärkung der Glaubwürdigkeit wurden ausgewählte Interpretationen mit zwei Interviewten rückgekoppelt (kommunikative Validierung)." Variante: Intercoder-Reliabilität durch Doppelcodierung eines Teils des Materials.

Beispiel 3: Methodikteil für systematische Literaturanalyse

3.1 Forschungsdesign: „Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde eine systematische Literaturanalyse durchgeführt. Dieses Vorgehen ermöglicht eine strukturierte Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstands (vgl. einschlägige Methodenliteratur)."

3.2 Suchstrategie: „Die Literatursuche erfolgte in den Datenbanken Web of Science, Scopus und Google Scholar im Zeitraum März 2025. Verwendete Suchbegriffe: (‚remote work' OR ‚telework' OR ‚home office') AND (‚productivity' OR ‚performance'). Die Suche wurde auf englisch- und deutschsprachige Publikationen ab 2015 begrenzt."

3.3 Ein- und Ausschlusskriterien: „Eingeschlossen wurden peer-reviewed Artikel mit empirischen Daten zum Zusammenhang von Remote Work und Produktivität. Ausgeschlossen wurden theoretische Arbeiten, Konferenzbeiträge und Studien ohne klare Operationalisierung der Variablen."

3.4 Screening-Prozess: „Die Datenbanksuche ergab 847 Treffer. Nach Entfernung von Duplikaten verblieben 612 Titel. Das Titel- und Abstract-Screening führte zu 89 potenziell relevanten Studien. Nach Volltextprüfung wurden 34 Studien in die Analyse einbezogen." Optional: PRISMA-Flussdiagramm im Anhang – bei manchen Fächern/Betreuungen erwartet, bei anderen nicht nötig.

3.5 Synthese: „Die eingeschlossenen Studien wurden anhand einer Extraktionstabelle systematisch erfasst. Die Synthese erfolgte narrativ, gruppiert nach Forschungsdesign und zentralen Ergebnisvariablen." Variante: Meta-Analyse bei ausreichend homogenen quantitativen Studien.

Die Methodenwahl überzeugend begründen

Forschungsmethode wissenschaftlich begründen: Checkliste und Formulierungen | BachelorHero

Die Begründung deiner Methodenwahl zeigt wissenschaftliche Kompetenz. Du erklärst nicht nur was du tust, sondern warum. Eine gute Begründung hat drei Ebenen.

Ebene 1: Passung zur Forschungsfrage. Erkläre, warum genau diese Methode deine Frage beantworten kann. Eine explorative Frage wie „Wie erleben Studierende..." erfordert qualitative Methoden. Eine Frage nach Zusammenhängen wie „Beeinflusst X die Variable Y?" verlangt quantitative Verfahren.

Ebene 2: Wissenschaftliche Fundierung. Belege mit Methodenliteratur, dass das Verfahren für deine Fragestellung geeignet und in deinem Fachbereich etabliert ist. Zitiere Standardwerke zur Methodik und eventuell Studien, die ähnlich vorgegangen sind.

Ebene 3: Praktische Umsetzbarkeit. Im Rahmen einer Bachelorarbeit hast du begrenzte Ressourcen. Es ist legitim zu begründen, warum du etwa leitfadengestützte Interviews einer aufwendigen ethnografischen Studie vorziehst. Diese Abwägung zeigt Reflexion, nicht Schwäche.

Formulierungsbeispiel

„Da die Forschungsfrage auf das subjektive Erleben der Befragten abzielt, wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt. Leitfadengestützte Interviews ermöglichen es, individuelle Perspektiven vertieft zu erfassen (vgl. einschlägige Methodenliteratur). Dieses Vorgehen hat sich in vergleichbaren Studien zum Thema bewährt."

Tipp: Ergänze konkrete Quellenangaben aus Standardwerken wie Flick, Mayring, Helfferich oder fachspezifischer Literatur.

Häufige Fehler im Methodikteil vermeiden

  • Methode nicht begründen: Viele beschreiben nur, was sie tun, aber nicht warum. Die Begründung der Methodenwahl ist jedoch zentral. So machst du es richtig: Erkläre die Passung zur Forschungsfrage, belege mit Methodenliteratur und nenne bewusst nicht gewählte Alternativen mit kurzer Begründung.
  • Zu wenig Details nennen: Formulierungen wie „Es wurden Interviews geführt" reichen nicht. So machst du es richtig: Nenne bei Interviews: Anzahl, Auswahlkriterien, Setting und Dauer, Aufzeichnungsart, Transkriptionsregeln und Auswertungsmethode. Bei Umfragen: Fragebogenaufbau, Pretest, Durchführungszeitraum, Plattform und Rücklaufquote.
  • Stichprobe nicht beschreiben: Wer wurde befragt und warum diese Personen? So machst du es richtig: Dokumentiere Stichprobengröße, Rekrutierungsweg, Ein- und Ausschlusskriterien, demografische Merkmale und bei qualitativen Studien die Sampling-Strategie mit Begründung.
  • Auswertungsverfahren unklar lassen: Bei qualitativen Studien ist oft nicht nachvollziehbar, wie die Analyse erfolgte. So machst du es richtig: Beschreibe das konkrete Verfahren mit Quellenangabe, das Codiervorgehen (deduktiv/induktiv), das Kategoriensystem und die verwendete Software. Bei quantitativen Studien: statistische Tests, Voraussetzungsprüfung, Signifikanzniveau – und vergiss nicht die Operationalisierung (Skalenbildung, Kodierung) sowie den Umgang mit fehlenden Werten zu dokumentieren.
  • Limitationen verschweigen: Jede Methode hat Grenzen. Diese zu benennen ist kein Eingeständnis von Schwäche, sondern Zeichen wissenschaftlicher Reflexion. So machst du es richtig: Benenne methodische Einschränkungen (z.B. Stichprobengröße, Selbstselektion, regionale Begrenzung), ordne deren Auswirkung auf die Ergebnisse ein und verweise auf die Diskussion für vertiefte Reflexion.

Nächster Schritt: Von der Methodik zur Durchführung

Dein Methodikteil ist vollständig, wenn du alle fünf Bausteine abgedeckt hast: Forschungsdesign, Datenerhebung, Stichprobe, Datenauswertung und Gütekriterien. Prüfe: Könnte jemand deine Studie anhand dieser Beschreibung nachvollziehen? Ist die Methodenwahl begründet? Sind alle Details zur Durchführung genannt?

Deine konkreten nächsten Schritte: Bei Interviews finalisierst du jetzt den Leitfaden und testest ihn in einem Probeinterview. Bei Umfragen führst du den Pretest durch und passt unklare Items an. Bei qualitativen Auswertungen legst du das Codebuch an. Bei quantitativen Studien entscheidest du die statistischen Tests und prüfst deren Voraussetzungen. Dokumentiere während der Durchführung Abweichungen vom geplanten Vorgehen.

Mit einem soliden Methodikteil bist du bereit für die Datenanalyse. Nach der Analyse folgt der Ergebnisteil, dann die Diskussion. Der Methodikteil ist das Fundament für all diese Kapitel.

Wenn deine Bachelorarbeit fertig ist, kannst du sie bei BachelorHero drucken und binden lassen.

Häufig gestellte Fragen

Wie lang sollte der Methodikteil in der Bachelorarbeit sein?

Der Methodikteil umfasst häufig 10 bis 20 Prozent der Arbeit. Die genaue Länge variiert je nach Fach, Empirieanteil und Vorgaben deiner Betreuung. Bei einer 40-seitigen Bachelorarbeit sind das etwa 4 bis 8 Seiten. Entscheidend ist nicht die Länge, sondern dass alle relevanten Informationen zur Nachvollziehbarkeit enthalten sind.

Wann schreibe ich den Methodikteil?

Die Methodenentscheidung triffst du früh, idealerweise schon bei der Exposé-Erstellung. Den ausformulierten Methodikteil schreibst du, nachdem du die Erhebung geplant hast, aber bevor du Ergebnisse präsentierst. Nach der Durchführung überarbeitest du den Text noch einmal, um das tatsächliche Vorgehen korrekt abzubilden.

Was ist der Unterschied zwischen Methode und Methodik?

Die Methode ist das konkrete Verfahren, zum Beispiel ein leitfadengestütztes Interview oder eine standardisierte Umfrage. Die Methodik umfasst das gesamte methodische Vorgehen: Forschungsdesign, Datenerhebung, Stichprobe, Auswertung und Gütekriterien. Der Methodikteil deiner Arbeit beschreibt also mehr als nur die Erhebungsmethode.

Was gehört nicht in den Methodikteil?

In den Methodikteil gehören keine Ergebnisse, keine Interpretation und keine ausführlichen theoretischen Herleitungen. Ergebnisse präsentierst du im Ergebnisteil, Interpretationen in der Diskussion. Theoretische Grundlagen stehen im Theorieteil. Im Methodikteil zitierst du vor allem Methoden- und Messinstrument-Literatur. Ausnahmen sind z.B. Quellen zur Begründung von Operationalisierungen oder etablierten Skalen.

Wie schreibe ich den Methodikteil bei einer Literaturarbeit?

Auch Literaturarbeiten brauchen einen Methodikteil. Beschreibe darin: Welche Datenbanken hast du durchsucht? Welche Suchbegriffe verwendet? Welche Ein- und Ausschlusskriterien galten? Wie viele Quellen hast du gesichtet und ausgewählt? Wie hast du das Material ausgewertet? Diese Transparenz macht deine Literaturarbeit nachvollziehbar.

Wie detailliert muss ich die Stichprobe beschreiben?

Bei quantitativen Studien nennst du Stichprobengröße, Rekrutierungsweg, demografische Merkmale und Ausschlusskriterien. Bei qualitativen Studien beschreibst du die Sampling-Strategie, die Auswahlkriterien und begründest, warum genau diese Fälle aussagekräftig sind. Der Detailgrad hängt von deinem Fach und den Vorgaben deiner Betreuung ab.

Was mache ich, wenn meine Methode Schwächen hat?

Jede Methode hat Grenzen. Benenne diese ehrlich in einem kurzen Abschnitt zu Limitationen, entweder am Ende des Methodikteils oder in der Diskussion. Das zeigt wissenschaftliche Reflexion und ist keine Schwäche deiner Arbeit.

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