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Hypothesen in der Bachelorarbeit: Arten, Herleitung und Beispiele

Hypothesen in der Bachelorarbeit: Arten, Herleitung und Beispiele | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Kurz gesagt

Kurzantwort: Eine Hypothese ist eine testbare Aussage über den Zusammenhang zwischen Variablen. Du brauchst Hypothesen, wenn du eine quantitative, hypothesenprüfende Bachelorarbeit schreibst. Du leitest sie aus Theorie und Forschungsstand ab, formulierst sie als gerichtete oder ungerichtete Aussage und prüfst sie mit statistischen Tests.

In diesem Artikel erfährst du, welche Arten von Hypothesen es gibt, wie du sie aus der Forschungsfrage ableitest, wie du sie operationalisierst und welche Fehler du vermeiden solltest. Mit konkreten Beispielen und einer Vorlage zum Kopieren.

Auf einen Blick

Hypothesen sind überprüfbare Aussagen, die du aus Theorie und Forschungsstand ableitest. Du unterscheidest gerichtete (Richtung des Effekts angegeben) und ungerichtete (nur Zusammenhang behauptet) Hypothesen sowie Nullhypothese (kein Effekt) und Alternativhypothese (Effekt vorhanden). Eine gute Hypothese ist präzise, theoretisch fundiert und empirisch testbar.

Was ist eine Hypothese?

Eine Hypothese ist eine begründete Vermutung über einen Zusammenhang zwischen zwei oder mehr Variablen. Im Gegensatz zu einer Forschungsfrage ist sie als Aussage formuliert, nicht als Frage. Du leitest sie aus dem theoretischen Rahmen und dem Forschungsstand ab und prüfst sie anschließend empirisch.

Hypothesen sind das Kernstück quantitativer, hypothesenprüfender Forschung. Du stellst eine Vermutung auf und testest, ob deine Daten sie stützen oder widerlegen. Dieses Vorgehen nennt sich deduktiv: Du gehst von der Theorie aus und prüfst sie an der Empirie.

In qualitativen Arbeiten und reinen Literaturarbeiten arbeitest du meist ohne vorab formulierte Hypothesen. Hier entwickelst du Erkenntnisse induktiv aus dem Material oder beantwortest offene Forschungsfragen.

Hypothese vs. These

Hypothese: Empirisch prüfbare, falsifizierbare Aussage über einen Zusammenhang. Du testest sie mit Daten und kannst sie statistisch widerlegen. Typisch für quantitative Sozial- und Naturwissenschaften.

These: Argumentativ gestützte Behauptung, die nicht zwingend empirisch testbar sein muss. Du belegst sie durch Interpretation, Analyse oder logische Argumentation. Typisch für Geisteswissenschaften, Philosophie, Literaturwissenschaft.

Wann Hypothesen sinnvoll sind

Nicht jede Bachelorarbeit braucht Hypothesen. Ob du welche formulierst, hängt von deinem Forschungsansatz ab. Die Vorgaben variieren je nach Fachbereich und Lehrstuhl. Kläre frühzeitig mit deiner Betreuung, welcher Ansatz erwartet wird.

Quantitativ-hypothesenprüfend: Du erhebst Daten per Umfrage oder Experiment und testest vorab formulierte Hypothesen statistisch. In diesem Ansatz sind Hypothesen in der Regel erwartet. Du leitest sie aus Theorie ab, operationalisierst sie und prüfst, ob H₀ verworfen werden kann.

Qualitativ-explorativ: Du führst Interviews, analysierst Dokumente oder beobachtest. Hier arbeitest du meist mit offenen Forschungsfragen statt mit Hypothesen. Du entwickelst Erkenntnisse induktiv aus dem Material.

Literaturarbeit: Du fasst bestehende Studien zusammen oder vergleichst Theorien. Auch hier sind meist Forschungsfragen passender als Hypothesen, es sei denn, du führst eine systematische Metaanalyse durch.

Mixed Methods: Du kombinierst quantitative und qualitative Ansätze. Typisch: Im quantitativen Teil testest du Hypothesen, im qualitativen Teil vertiefst du mit offenen Fragen. Die Kombination erfordert klare Abgrenzung beider Teile.

Schnellcheck: Hypothese oder Forschungsfrage?

Hypothese wählen: Quantitative Datenerhebung, deduktiver Ansatz, statistische Prüfung geplant, Theorie sagt Zusammenhang vorher.

Forschungsfrage wählen: Qualitative Datenerhebung, induktiver/explorativer Ansatz, Literaturarbeit, wenig Vorwissen zum Thema.

Arten von Hypothesen

Arten von Hypothesen: gerichtet, ungerichtet, Nullhypothese, Alternativhypothese | BachelorHero

Je nach Aussagegehalt und Funktion unterscheidest du verschiedene Arten von Hypothesen. Die Wahl hängt davon ab, wie viel du über den erwarteten Zusammenhang bereits weißt.

Gerichtete Hypothese

Du sagst vorher, in welche Richtung der Effekt geht: positiv oder negativ, mehr oder weniger, höher oder niedriger. Gerichtete Hypothesen formulierst du, wenn Theorie oder bisherige Forschung eine bestimmte Richtung nahelegen.

Beispiel: „Je höher die Arbeitszufriedenheit, desto geringer die Kündigungsabsicht." Oder: „Teilnehmende, die Methode A nutzen, erzielen bessere Ergebnisse als Teilnehmende, die Methode B nutzen."

Ungerichtete Hypothese

Du behauptest nur, dass ein Zusammenhang oder Unterschied existiert, ohne die Richtung anzugeben. Ungerichtete Hypothesen wählst du, wenn du einen Effekt erwartest, aber nicht weißt, ob er positiv oder negativ ist.

Beispiel: „Es besteht ein Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit and Kündigungsabsicht." Oder: „Die Ergebnisse unterscheiden sich zwischen Methode A und Methode B."

Nullhypothese und Alternativhypothese

Diese Unterscheidung ist für statistische Tests zentral. Die Nullhypothese (H₀) behauptet typischerweise, dass kein Effekt oder kein Unterschied existiert. Die Alternativhypothese (H₁) ist deine inhaltliche Vermutung, dass ein Effekt vorhanden ist.

H₀: Es besteht kein Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und Kündigungsabsicht (ρ = 0).

H₁ (gerichtet/einseitig): Es besteht ein negativer Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und Kündigungsabsicht (ρ < 0).

H₁ (ungerichtet/zweiseitig): Es besteht ein Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und Kündigungsabsicht (ρ ≠ 0).

Wichtig zur Testlogik: Du testest immer gegen H₀. Wenn der p-Wert unter dem Signifikanzniveau α liegt (typisch: α = 0,05), verwirfst du H₀. Liegt er darüber, kannst du H₀ nicht verwerfen. Du „bestätigst" H₁ nicht, sondern findest Evidenz, die H₀ widerspricht. Ein nicht-signifikantes Ergebnis bedeutet nicht, dass kein Effekt existiert, sondern dass deine Daten keinen ausreichenden Beleg liefern.

Bei gerichteten Hypothesen kann ein einseitiger Test passend sein, bei ungerichteten testest du typischerweise zweiseitig. Ein einseitiger Test hat mehr Power, erfordert aber eine klare theoretische Begründung für die Richtung und die Zustimmung deiner Betreuung. Viele Lehrstühle bevorzugen zweiseitige Tests, selbst bei gerichteten Hypothesen. Die Entscheidung für einseitig oder zweiseitig triffst du vor der Datenerhebung oder zumindest vor Sichtung der Ergebnisse, sonst besteht das Risiko von p-Hacking. Welches α du verwendest, klärst du vorab mit deiner Betreuung.

Wichtig: Statistische Signifikanz beweist weder „Wahrheit" noch praktische Relevanz. Ein signifikanter p-Wert sagt nur, dass die beobachteten Daten (oder extremere) unter der Annahme von H₀ selten wären. Berichte daher immer auch Effektstärken (z. B. Cohens d, η²) und idealerweise Konfidenzintervalle, um die Größe und Unsicherheit des Effekts einzuordnen.

Hypothesen aus der Forschungsfrage ableiten

Hypothesen aus der Forschungsfrage ableiten: Von Theorie zur testbaren Aussage | BachelorHero

Hypothesen entstehen nicht aus dem Nichts. Du leitest sie systematisch aus der Theorie und dem Forschungsstand ab. Dieser Prozess heißt Hypothesenherleitung und ist ein zentraler Teil deines Theorieteils.

Schritt 1: Forschungsfrage als Ausgangspunkt. Deine Forschungsfrage gibt die Richtung vor. Beispiel: „Welche Faktoren beeinflussen die Nutzungsabsicht von KI-Tools im Studium?" Aus dieser offenen Frage leitest du konkrete Hypothesen ab.

Schritt 2: Theoretischen Rahmen nutzen. Im Theorieteil stellst du ein Modell oder eine Theorie vor, die Zusammenhänge erklärt. Beispiel: Das Technology Acceptance Model (TAM) postuliert, dass wahrgenommene Nützlichkeit und Benutzerfreundlichkeit die Nutzungsabsicht beeinflussen.

Schritt 3: Konkrete Hypothesen formulieren. Aus dem theoretischen Rahmen und bisherigen Studien leitest du testbare Aussagen ab. Beispiel: „H1: Die wahrgenommene Nützlichkeit von KI-Tools hat einen positiven Einfluss auf die Nutzungsabsicht bei Studierenden." „H2: Die wahrgenommene Benutzerfreundlichkeit hat einen positiven Einfluss auf die Nutzungsabsicht."

Wichtig: Jede Hypothese muss begründet sein. Du erklärst, warum du diesen Zusammenhang erwartest, basierend auf Theorie oder bisherigen Studien. Hypothesen „aus dem Bauch heraus" sind wissenschaftlich nicht tragfähig.

Von der Hypothese zur Operationalisierung

Eine Hypothese allein reicht nicht. Du musst zeigen, wie du die Variablen misst und welchen Test du anwendest. Dieser Dreischritt verbindet Theorie und Empirie.

Durchgängiges Beispiel: Homeoffice und Stresserleben
Hypothese

„Je mehr Tage pro Woche Vollzeitbeschäftigte im IT-Sektor im Homeoffice arbeiten, desto geringer ist ihr wahrgenommenes Stresserleben."

Operationalisierung

UV: Homeoffice-Tage pro Woche (metrisch, 0–5 Tage).
AV: Wahrgenommenes Stresserleben (PSS-10, 10 Items, 5-stufige Likert-Skala).
Population: Vollzeitbeschäftigte (≥35 h/Woche) im IT-Sektor in Deutschland.

Passender Test

Pearson-Korrelation (bei Normalverteilung) oder Spearman-Korrelation. Alternativ: Lineare Regression für Kontrollvariablen (Alter, Berufserfahrung).

Dieses Muster kannst du auf jede Hypothese anwenden: Hypothese formulieren, Variablen konkret machen (Messinstrument, Skala, Einheit), passenden Test wählen. Im Methodenteil beschreibst du dann ausführlich, wie du operationalisiert hast.

Vorlage: Hypothesen formulieren

Mit dieser Vorlage formulierst du Hypothesen systematisch. Ersetze die Platzhalter in eckigen Klammern durch deine eigenen Inhalte.

Vorlage: Hypothese mit Operationalisierung

Gerichtete Hypothese:
„Je höher/niedriger [UV], desto höher/niedriger [AV] bei [Population]."
Oder: „[Population] mit hoher [UV] zeigen eine höhere/niedrigere [AV] als [Population] mit niedriger [UV]."

Ungerichtete Hypothese:
„Es besteht ein Zusammenhang zwischen [UV] und [AV] bei [Population]."
Oder: „[Gruppe A] und [Gruppe B] unterscheiden sich in [AV]."

Mit Moderator:
„Der Zusammenhang zwischen [UV] und [AV] wird durch [Moderator] moderiert: Bei hoher [Moderator] ist der Zusammenhang stärker/schwächer als bei niedriger [Moderator]."

Mit Mediator:
„[UV] beeinflusst [AV] indirekt über [Mediator]: [UV] erhöht [Mediator], und [Mediator] erhöht [AV]."

Beispiel Moderator: „Der positive Zusammenhang zwischen Influencer-Authentizität und Kaufabsicht wird durch die Produktrelevanz moderiert: Bei hoher Produktrelevanz ist der Zusammenhang stärker als bei niedriger Produktrelevanz." Hier untersuchst du, ob eine dritte Variable (Produktrelevanz) die Stärke des Zusammenhangs verändert.

Beispiel Mediator: „Führungskommunikation beeinflusst die Mitarbeiterzufriedenheit indirekt über das wahrgenommene Vertrauen: Häufige Führungskommunikation erhöht das Vertrauen, und höheres Vertrauen erhöht die Mitarbeiterzufriedenheit." Hier untersuchst du den Mechanismus, über den die UV auf die AV wirkt.

5 Kriterien einer guten Hypothese
1

Präzise Variablen: UV und AV sind konkret benannt, nicht vage.

2

Richtung begründet: Gerichtete Hypothesen nur mit theoretischer Basis.

3

Operationalisierbar: Du weißt, wie du die Variablen misst.

4

Falsifizierbar: Die Hypothese kann durch Daten widerlegt werden.

5

Test passt: Du kennst das statistische Verfahren zur Prüfung.

Beispiele nach Fachbereich

Hypothesen Beispiele für BWL, Psychologie, Sozialwissenschaften und Informatik | BachelorHero

Hier findest du konkrete Beispiele für Hypothesen aus verschiedenen Fachbereichen. Zu jeder Hypothese siehst du, warum sie testbar ist und wie du sie operationalisieren könntest.

  • BWL/Marketing:

    „Die wahrgenommene Authentizität von Influencern hat einen positiven Einfluss auf die Kaufabsicht bei 18- bis 24-Jährigen."

    Warum testbar? Authentizität über validierte Skala messbar (z. B. Authenticity Scale), Kaufabsicht über Befragung, Zielgruppe klar eingegrenzt.

    Passender Test Regression oder Korrelation.

  • Psychologie:

    „Personen mit hoher Selbstwirksamkeitserwartung zeigen eine geringere Prokrastinationstendenz als Personen mit niedriger Selbstwirksamkeitserwartung."

    Warum testbar? Selbstwirksamkeit (General Self-Efficacy Scale) und Prokrastination (Procrastination Scale) sind etablierte Messinstrumente.

    Passender Test t-Test für Gruppenvergleich oder Korrelation.

  • Sozialwissenschaften:

    „Die Häufigkeit der Nutzung von Nachrichtenmedien korreliert positiv mit dem politischen Wissen bei Erstwählern."

    Warum testbar? Mediennutzung per Selbstauskunft erhebbar (Minuten/Tag), politisches Wissen über Wissenstest operationalisierbar.

    Passender Test Korrelation.

  • Wirtschaftsinformatik:

    „Die Systemqualität einer E-Learning-Plattform hat einen positiven Einfluss auf die Nutzerzufriedenheit."

    Warum testbar? Systemqualität und Nutzerzufriedenheit über etablierte Modelle messbar (z. B. DeLone & McLean IS Success Model).

    Passender Test Strukturgleichungsmodell oder Regression.

  • Gesundheitswissenschaften:

    „Teilnehmende eines achtsamkeitsbasierten Stressreduktionsprogramms zeigen nach acht Wochen eine signifikant geringere Stressbelastung als die Kontrollgruppe."

    Warum testbar? Experimentelles Design mit Kontrollgruppe, Stress messbar (PSS), Zeitpunkt definiert.

    Passender Test t-Test für unabhängige Stichproben oder ANOVA.

Typische Fehler vermeiden

Diese Fehler begegnen mir bei Hypothesen häufig. Zu jedem Problem findest du eine konkrete Korrektur.

  • Fehler 1: Hypothese nicht aus Theorie abgeleitet.

    „Ich vermute, dass X mit Y zusammenhängt" ohne Begründung ist nicht tragfähig.

    Korrektur: Recherchiere im Forschungsstand, welche Studien den Zusammenhang nahelegen. Formuliere: „Basierend auf [Theorie/Studie] wird erwartet, dass…"

  • Fehler 2: Variablen zu abstrakt.

    „Social Media beeinflusst das Wohlbefinden" ist nicht operationalisierbar.

    Korrektur: Konkretisiere beide Variablen: „Die tägliche Instagram-Nutzungsdauer (in Minuten) korreliert negativ mit der Lebenszufriedenheit (gemessen mit SWLS) bei 18- bis 25-Jährigen."

  • Fehler 3: Richtung ohne Begründung.

    Du behauptest „positiver Einfluss", ohne zu erklären, warum.

    Korrektur: Belege die Richtung mit Theorie oder bisherigen Studien. Wenn du keine Begründung hast, formuliere ungerichtet: „Es besteht ein Zusammenhang zwischen X und Y."

  • Fehler 4: Zu viele Hypothesen ohne Modelllogik.

    Acht Hypothesen, die nicht zusammenhängen, machen die Arbeit unübersichtlich.

    Korrektur: Entwickle ein Forschungsmodell, das zeigt, wie die Hypothesen zusammenhängen. Reduziere auf drei bis fünf zentrale Hypothesen, die gemeinsam die Forschungsfrage beantworten.

  • Fehler 5: Hypothese als Frage formuliert.

    „Beeinflusst X das Y?" ist eine Forschungsfrage, keine Hypothese.

    Korrektur: Formuliere als Aussage mit Richtung: „X hat einen positiven Einfluss auf Y."

Schnellcheck vor der Abgabe

Prüfe jede Hypothese:

Als Aussage (nicht als Frage) formuliert?

Konkrete, messbare Variablen benannt?

Aus Theorie oder Forschungsstand abgeleitet?

Operationalisierung (Messinstrument) klar?

Passender statistischer Test bekannt?

Hypothesen-Check für die Bachelorarbeit: Prüffragen vor der Abgabe | BachelorHero

Nächster Schritt: Methodik und Analyseplan

Wenn deine Hypothesen stehen, planst du als Nächstes die Methodik. Die konkreten Schritte:

  1. Messinstrumente festlegen:

    Welche Skalen oder Fragebögen nutzt du? Sind sie validiert? Wie viele Items? Prüfe, ob du die Instrumente anpassen darfst oder ob du Originalversionen verwendest.

  2. Stichprobe definieren:

    Wer sind deine Teilnehmenden? Wie viele brauchst du für ausreichende Power? Wie rekrutierst du sie? Kläre auch ethische Aspekte (Einverständnis, Anonymität).

  3. Analyseplan skizzieren:

    Welchen Test verwendest du für welche Hypothese? Notiere vorab: H1 → Korrelation, H2 → Regression mit Moderator. So vermeidest du, nach der Erhebung passende Tests zu suchen.

Im Ergebnisteil berichtest du dann, ob H₀ verworfen werden konnte oder nicht. In der Diskussion interpretierst du die Befunde, diskutierst Limitationen und ordnest sie in den Forschungsstand ein. Wenn alles fertig ist, exportiere dein Dokument als PDF und lass es drucken und binden.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich für jede Bachelorarbeit Hypothesen?

Nein. Hypothesen sind typisch für quantitative, hypothesenprüfende Arbeiten. Bei qualitativen Arbeiten und reinen Literaturarbeiten arbeitest du meist mit offenen Forschungsfragen statt mit Hypothesen. Besprich mit deiner Betreuung, welcher Ansatz für dein Thema passt.

Wie viele Hypothesen sollte meine Bachelorarbeit haben?

Das hängt von deiner Forschungsfrage und dem Umfang ab. Typisch sind zwei bis fünf Hypothesen. Jede Hypothese sollte einen eigenständigen Aspekt abdecken und im Ergebnisteil separat geprüft werden. Zu viele Hypothesen ohne klare Modelllogik überfrachten die Arbeit.

Wie formuliere ich H₀ und H₁ korrekt?

Die Nullhypothese (H₀) behauptet typischerweise, dass kein Effekt oder kein Unterschied existiert. Die Alternativhypothese (H₁) behauptet das Gegenteil. Bei gerichteten Hypothesen kann H₁ einseitig formuliert werden („positiver Zusammenhang"), bei ungerichteten typischerweise zweiseitig („es besteht ein Zusammenhang"). Kläre mit deiner Betreuung, ob einseitige Tests akzeptiert werden. Statistisch testest du gegen H₀ und entscheidest: H₀ verwerfen oder nicht verwerfen.

Wie nummeriere ich Hypothesen und verweise im Text darauf?

Nummeriere deine Hypothesen durchgehend (H1, H2, H3) oder mit Untergliederung (H1a, H1b). Im Text verweist du in Klammern: „…wie erwartet (H1)." Im Ergebnisteil strukturierst du die Darstellung nach Hypothesen und berichtest zu jeder, ob sie gestützt wird oder nicht.

Welche Ergebnisse muss ich bei der Hypothesenprüfung berichten?

Berichte mindestens: Teststatistik (z. B. t, F, r), Freiheitsgrade, p-Wert und Effektstärke (z. B. Cohens d, η²). Bei Korrelationen: r und p. Bei Regressionen: β, SE, p, R². Konfidenzintervalle ergänzen die Aussagekraft. Beispiel im APA-Stil: „Es zeigte sich ein signifikanter negativer Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und Kündigungsabsicht, r(148) = −.42, p < .001, 95 %-KI [−.54, −.28]." Kläre mit deiner Betreuung, welche Kennwerte in deinem Fach erwartet werden.

Was mache ich, wenn meine Hypothese nicht bestätigt wird?

Eine nicht gestützte Hypothese ist ein valides Ergebnis. Du berichtest transparent, dass H₀ nicht verworfen werden konnte, diskutierst mögliche Gründe (Stichprobe, Messungenauigkeit, tatsächlich kein Effekt) und leitest Implikationen ab. Das wird nicht negativ bewertet.

Wo stehen die Hypothesen in der Bachelorarbeit?

Hypothesen stehen typischerweise am Ende des Theorieteils oder zu Beginn des Methodenteils, nachdem du sie aus dem Forschungsstand hergeleitet hast. Im Ergebnisteil prüfst du sie, in der Diskussion interpretierst du die Befunde. Die genaue Platzierung kann je nach Fachbereich variieren.

Darf ich meine Hypothesen im Laufe der Arbeit ändern?

Grundlegende Änderungen nach der Datenerhebung sind problematisch, weil sie den Verdacht erwecken, dass du die Ergebnisse an die Hypothesen anpasst. Kleine Präzisierungen vor der Auswertung sind akzeptabel. Besprich Änderungen immer mit deiner Betreuung.

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