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Die Plagiatsprüfung deiner Bachelorarbeit zeigt dir, ob alle Quellen korrekt gekennzeichnet sind und welche Textpassagen Ähnlichkeiten mit anderen Dokumenten aufweisen. Wichtig vorab: Ein Ähnlichkeitsbericht ist kein Plagiatsvorwurf. Die Software markiert nur Übereinstimmungen, die Bewertung erfolgt durch dich und deine Betreuung. Hier erfährst du, wie Plagiatssoftware funktioniert, welche Tools du nutzen kannst und wie du Ergebnisse richtig einordnest.
Eine Plagiatsprüfung vergleicht deinen Text mit Quellen und markiert Übereinstimmungen. Wichtig: Ein Ähnlichkeitsbericht ist kein Plagiatsvorwurf, die Software zeigt nur Treffer. Was als akzeptable Quote gilt, variiert je nach Hochschule, Fachbereich und Tool-Einstellungen. Führe die Prüfung zwei bis drei Tage vor der Abgabe durch. Nutze bevorzugt Hochschul-Zugänge und vermeide Uploads bei unbekannten Anbietern, da dein Text sonst gespeichert und später als Plagiatsquelle erkannt werden könnte.
Was ist eine Plagiatsprüfung?
Eine Plagiatsprüfung ist ein automatisierter Textabgleich. Die Software vergleicht deine Arbeit mit einer Datenbank aus wissenschaftlichen Publikationen, Internetquellen und anderen studentischen Arbeiten. Das Ergebnis ist ein Bericht, der markierte Textstellen und eine Ähnlichkeitsquote enthält.
Die Software erkennt nicht automatisch ein Plagiat. Sie zeigt lediglich Übereinstimmungen. Ob eine Stelle problematisch ist, hängt davon ab, ob du die Quelle korrekt angegeben hast. Ein wörtliches Zitat mit Quellenangabe ist kein Plagiat, auch wenn die Software es markiert.
Der typische Ablauf ist einfach: Du lädst deine Arbeit als PDF oder Word-Dokument hoch. Nach wenigen Minuten erhältst du einen Bericht mit farblich markierten Textstellen und einer prozentualen Ähnlichkeitsquote. Jede markierte Stelle verweist auf die gefundene Quelle.
Wann und wie oft prüfen?
Der ideale Zeitpunkt für die finale Plagiatsprüfung liegt zwei bis drei Tage vor der Abgabe. So bleibt genug Zeit, um kritische Stellen zu überarbeiten, Zitate nachzuprüfen oder fehlende Quellenangaben zu ergänzen. Direkt vor der Abgabe ist zu spät für größere Korrekturen.
Eine Zwischenprüfung nach etwa der Hälfte der Schreibzeit hilft, systematische Zitierfehler früh zu erkennen. Die finale Prüfung erfolgt, wenn der Text inhaltlich fertig ist, aber noch Zeit für Korrekturen bleibt.
Zwischenprüfung: Nach ca. 50 % der Schreibzeit, um Zitiermuster zu kontrollieren.
Finale Prüfung: 2–3 Tage vor der Abgabe, nach dem letzten inhaltlichen Korrekturlesen.
Manche Hochschulen führen eine eigene Plagiatsprüfung durch, andere verlangen einen Prüfbericht als Teil der Abgabe. Informiere dich frühzeitig beim Prüfungsamt oder deiner Betreuung, welche Anforderungen für dich gelten.
Plagiatssoftware: Diese Tools gibt es
Die Wahl der Plagiatssoftware hängt davon ab, was deine Hochschule nutzt und welche Zugänge dir zur Verfügung stehen. Professionelle Hochschul-Tools decken typischerweise wissenschaftliche Journals, Fachbücher, Internetquellen und früher eingereichte studentische Arbeiten ab. Nicht erfasst werden oft unveröffentlichte Quellen, Dokumente hinter Paywalls ohne Kooperationsvertrag und manche fremdsprachige Publikationen.
Turnitin ist der internationale Standard an vielen Hochschulen. Die Software greift auf eine der größten Datenbanken zu, inklusive wissenschaftlicher Journals und studentischer Arbeiten weltweit. Der Zugang erfolgt typischerweise über die Hochschule. Ein Originality Report zeigt farblich markierte Übereinstimmungen mit Quellenangaben.
Viele deutsche Hochschulen nutzen Ouriginal oder vergleichbare Lösungen. Die Software prüft gegen Internetquellen, wissenschaftliche Datenbanken und eingereichte Arbeiten. Der Zugang erfolgt über die Hochschule, oft über die Bibliothek oder das Lernmanagementsystem. Welches Tool deine Hochschule einsetzt, erfährst du beim Prüfungsamt oder deiner Betreuung.
Online-Checks außerhalb der Hochschule gibt es in kostenlosen und kostenpflichtigen Varianten. Kostenlose Versionen haben oft eingeschränkte Datenbanken und erkennen weniger Quellen. Wichtiger noch: Prüfe die Datenschutzbedingungen genau. Manche Anbieter speichern hochgeladene Texte dauerhaft oder nutzen sie für ihre Datenbank.
Warum ist das problematisch? Wenn dein Text vor der offiziellen Prüfung in einer fremden Datenbank landet, kann das Hochschul-Tool später eine Übereinstimmung mit genau diesem Eintrag finden. Im schlimmsten Fall wird deine eigene Arbeit als potenzielle Plagiatsquelle markiert. Außerdem verlierst du die Kontrolle darüber, wer deinen Text lesen oder weiterverwenden kann.
Faustregel: Nutze externe Tools nur, wenn du sicher bist, dass dein Text nicht gespeichert wird. Prüfe dafür die Datenschutzhinweise auf Opt-out-Optionen oder eine DSGVO-konforme Zusicherung, dass keine Speicherung erfolgt. Im Zweifel: Frag deine Betreuung oder das Prüfungsamt, ob ein Hochschulzugang verfügbar ist.
Ergebnisse richtig interpretieren
Die Ähnlichkeitsquote ist eine Zahl, kein Urteil. Sie variiert stark je nach Hochschule, Fachbereich, Zitationsstil und den Einstellungen des Prüftools. Eine Quote von 20 % kann unbedenklich sein, wenn alle markierten Stellen korrekt zitiert sind. Umgekehrt kann eine niedrige Quote von 3 % kritisch sein, wenn darunter eine einzige längere Passage ohne Beleg ist. Feste Grenzwerte gibt es nicht.
So gehst du den Bericht systematisch durch
Statt auf die Gesamtquote zu schauen, prüfe jede markierte Stelle einzeln. Viele Tools erlauben es, bestimmte Bereiche wie das Literaturverzeichnis, das Inhaltsverzeichnis oder das Deckblatt von der Prüfung auszuschließen. Das reduziert Fehlmarkierungen und macht den Bericht übersichtlicher.
Schritt 1: Prüfe, ob Literaturverzeichnis, Standardtexte und Deckblatt im Report ausgeschlossen werden können.
Schritt 2: Klassifiziere jede Markierung: korrektes Zitat, korrekt belegte Paraphrase, fehlender Beleg oder zu nah am Original.
Schritt 3: Priorisiere nach Risiko: Lange Passagen ohne Beleg und hohe Übereinstimmung mit einer Einzelquelle sind kritischer als kurze Fachbegriffe.
Schritt 4: Korrigiere je nach Fall: Beleg ergänzen, Zitat korrekt formatieren, Paraphrase umformulieren und Quelle nennen, oder Argumentation eigenständiger gestalten.
Praktische Faustregeln (je nach Tool und Betreuung)
Typisch ausblendbar: Literaturverzeichnis, Deckblatt, Inhaltsverzeichnis und korrekt formatierte Zitate in Anführungszeichen. Viele Tools bieten Filter dafür.
Oft ignorierbar: Sehr kurze Matches unter 8 bis 10 Wörtern, gängige Fachbegriffe und Standardphrasen wie „im Rahmen dieser Arbeit" oder „die vorliegende Untersuchung zeigt". Diese sind nur kritisch, wenn sie Teil einer längeren Übernahme sind.
Priorisiert kritisch: Mehrere zusammenhängende Sätze (ab zwei bis drei) mit hoher Übereinstimmung zu einer Einzelquelle, besonders wenn kein Beleg vorhanden ist. Diese Stellen solltest du zuerst prüfen und gegebenenfalls korrigieren.
Beispiele: Unbedenklich vs. kritisch
Beispiel 1 (unbedenklich): Die Software markiert den Satz „Laut [Autor] ([Jahr], S. [X]) ist Nachhaltigkeit ein zentraler Faktor der Unternehmensführung." Prüfe: Ist eine Quellenangabe vorhanden? Ja. Ändere: Nichts, die Stelle ist korrekt belegt.
Beispiel 2 (kritisch): Ein ganzer Absatz über Forschungsmethoden wird markiert. Die gefundene Quelle ist ein Methodenbuch. Prüfe: Steht im Text eine Quellenangabe? Nein. Ändere: Ergänze den Beleg (z. B. „vgl. [Autor] [Jahr], S. [X]") oder formuliere den Absatz in eigenen Worten neu und belege dann.
Beispiel 3 (Grenzfall): Drei Sätze sind markiert und stammen aus einer anderen Bachelorarbeit. Prüfe: Hast du dieselbe Primärquelle genutzt, aber zu ähnlich formuliert? Ändere: Formuliere eigenständiger um und verweise auf die Primärquelle, nicht auf die andere studentische Arbeit.
Typische Plagiatsarten und wie du sie vermeidest
Plagiate entstehen oft nicht aus Absicht, sondern aus Unachtsamkeit oder Unkenntnis. Wer die häufigsten Formen kennt, kann sie gezielt vermeiden. Die folgenden Typen werden von Plagiatssoftware und Prüfenden besonders häufig entdeckt.
Das Übernehmen ganzer Textpassagen oder kompletter Arbeiten ohne jede Kennzeichnung. Dies ist die schwerste Form und wird von jeder Software erkannt.
Vermeidung: Schreibe jeden Abschnitt selbst und dokumentiere alle Quellen von Beginn an.
Fremde Gedanken in eigenen Worten wiedergeben, ohne die Quelle zu nennen. Auch wenn du umformulierst, bleibt die Idee fremd und muss belegt werden.
Vermeidung: Jede Paraphrase mit Quellenangabe versehen (z. B. „vgl. [Autor] [Jahr], S. [X]").
Textfragmente aus verschiedenen Quellen zusammensetzen und als eigenen Text präsentieren. Die einzelnen Teile sind kurz, aber das Muster ist erkennbar.
Vermeidung: Eigene Argumentationsstruktur entwickeln und Quellen integrieren, nicht umgekehrt.
Eigene frühere Arbeiten wiederverwenden, ohne dies kenntlich zu machen. Wenn du Teile aus einer Hausarbeit in die Bachelorarbeit übernimmst, muss das deklariert werden.
Vermeidung: Betreuung informieren, wenn du auf eigene Vorarbeiten aufbaust. Im Zweifel neu formulieren.
Plagiate von Anfang an verhindern
Die beste Plagiatsprüfung ist die, die keine Probleme findet. Mit einer sauberen Arbeitsweise von Beginn an sparst du dir Stress vor der Abgabe. Die folgenden Gewohnheiten haben sich bewährt.
- Quellenarbeit von Anfang an dokumentieren: Notiere bei jeder Quelle sofort die vollständigen bibliografischen Angaben. Ein Literaturverwaltungsprogramm wie Citavi, Zotero oder Mendeley hilft dabei. So vermeidest du, dass du später nicht mehr weißt, woher eine Information stammt.
- Wörtliche Übernahmen sofort kennzeichnen: Wenn du beim Lesen einen Satz kopierst, setze ihn direkt in Anführungszeichen und notiere die Quelle. Auch in Notizen und Entwürfen. So rutscht später nichts als eigener Text durch.
- Paraphrasen direkt belegen: Wenn du einen Gedanken zusammenfasst, füge sofort die Quellenangabe hinzu. Auch wenn du den Text später noch überarbeitest. Die Quellenangabe bleibt.
- Eigene Gedanken klar trennen: Markiere in deinen Notizen, was deine eigene Analyse ist und was du aus Quellen übernommen hast. Das hilft beim späteren Schreiben und verhindert Verwechslungen.
Programme wie Citavi, Zotero oder Mendeley speichern deine Quellen, generieren Zitate im richtigen Stil und erstellen automatisch das Literaturverzeichnis. Der Aufwand am Anfang spart viel Zeit am Ende und reduziert Fehlerquellen deutlich.
Schnellcheck vor der Abgabe
Bevor du deine Arbeit final einreichst, hilft dieser Schnellcheck, typische Plagiatsfallen auszuschließen. Gehe die Punkte in den letzten Tagen vor der Abgabe durch.
Plagiatsprüfung durchgeführt und Bericht gesichtet
Alle markierten Stellen einzeln geprüft
Wörtliche Zitate mit Anführungszeichen und Quellenangabe
Paraphrasen mit Quellenangabe versehen
Literaturverzeichnis vollständig und konsistent
Eidesstattliche Erklärung unterschrieben und eingefügt
Wenn du unsicher bist, wie du mit einer bestimmten Markierung umgehen sollst, frag deine Betreuung. Besser einmal nachfragen als ein vermeidbares Risiko eingehen. Die meisten Betreuenden schätzen es, wenn Studierende proaktiv auf mögliche Probleme hinweisen.
Nächster Schritt: Abgabe vorbereiten
Wenn du den Bericht geprüft und alle kritischen Stellen bereinigt hast, steht der Abgabe nichts mehr im Weg. Prüfe nun die formalen Anforderungen: Stimmen Inhaltsverzeichnis und Seitenzahlen? Ist der Anhang korrekt formatiert? Liegt die eidesstattliche Erklärung vor?
Informiere dich rechtzeitig über die Abgabemodalitäten deiner Hochschule. Manche verlangen eine digitale und eine gedruckte Version, andere akzeptieren nur PDF per Upload. Die Fristen sind meist streng, plane also einen Puffer ein.
Wenn du deine Bachelorarbeit abgeben und drucken lassen möchtest, kannst du das bei BachelorHero online konfigurieren. Mit Express-Versand erreichst du auch enge Deadlines.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch darf die Ähnlichkeitsquote sein?
Es gibt keinen universellen Grenzwert. Die akzeptable Quote variiert je nach Hochschule, Fachbereich, Zitationsstil und Tool-Einstellungen. Entscheidend ist nicht die Gesamtzahl, sondern ob jede einzelne markierte Stelle korrekt belegt ist. Eine einzige ungekennzeichnete Passage ist kritischer als eine hohe Quote aus lauter korrekten Zitaten. Frag deine Betreuung nach den Erwartungen in deinem Fachbereich.
Welche Plagiatssoftware nutzen Hochschulen?
Deutsche Hochschulen nutzen verschiedene Anbieter, darunter Turnitin und Ouriginal. Welches Tool konkret eingesetzt wird, variiert je nach Hochschule und Fachbereich. Frag beim Prüfungsamt oder deiner Betreuung nach, ob du Zugang zum Hochschul-Tool erhältst.
Wann sollte ich die Plagiatsprüfung durchführen?
Am besten zwei bis drei Tage vor der Abgabe. So hast du noch Zeit, kritische Stellen zu überarbeiten. Eine frühere Zwischenprüfung kann helfen, systematische Zitierfehler frühzeitig zu erkennen.
Erkennt Plagiatssoftware umgeschriebene Texte?
Moderne Software erkennt auch paraphrasierte Texte, wenn die Satzstruktur zu nah am Original bleibt. Sicherer ist es, Inhalte in eigenen Worten zusammenzufassen und die Quelle korrekt anzugeben. Bloßes Ersetzen von Wörtern durch Synonyme gilt als Plagiat.
Kann ich externe Online-Tools nutzen?
Externe Tools haben oft kleinere Datenbanken und erkennen weniger Quellen als Hochschul-Lösungen. Wichtiger noch: Prüfe die Datenschutzbedingungen genau. Manche Anbieter speichern hochgeladene Texte dauerhaft oder nutzen sie für ihre Datenbank. Wenn deine Arbeit vor der offiziellen Prüfung dort landet, kann das problematisch sein. Nutze bevorzugt die Zugänge deiner Hochschule und beachte deren Vorgaben.
Was passiert, wenn ein Plagiat entdeckt wird?
Die Konsequenzen variieren je nach Hochschule und Schwere des Verstoßes. Sie reichen von einer schlechteren Note über das Nichtbestehen bis hin zur Exmatrikulation in schweren Fällen. Eine sorgfältige Plagiatsprüfung vor der Abgabe schützt dich vor solchen Risiken.
Was mache ich, wenn Literaturverzeichnis oder Deckblatt markiert werden?
Diese Markierungen sind fast immer unbedenklich und entstehen, weil Standardtexte (z. B. „Eidesstattliche Erklärung", Hochschulname) in vielen Arbeiten identisch sind. Viele Tools bieten die Option, Literaturverzeichnis, Deckblatt und Inhaltsverzeichnis automatisch auszuschließen. Nutze diese Filter, um den Bericht übersichtlicher zu machen.
Wie gehe ich mit markierten Tabellen oder Abbildungen um?
Beschriftungen, Achsenbeschriftungen und Legenden enthalten oft Standardformulierungen, die markiert werden können. Das ist in der Regel unproblematisch. Kritischer sind Textpassagen in oder unter Abbildungen, die ohne Quellenangabe aus anderen Arbeiten übernommen wurden. Prüfe bei jeder Markierung: Stammt der Inhalt aus einer fremden Quelle? Falls ja, ergänze den Beleg.
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