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Forschungsstand der Bachelorarbeit: Aufbau, Quellen und Formulierungen

Forschungsstand der Bachelorarbeit: Aufbau, Quellen und Formulierungen | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Der Forschungsstand deiner Bachelorarbeit zeigt, was andere bereits zu deinem Thema herausgefunden haben und wo noch Lücken bestehen. Hier bekommst du eine klare Struktur, Tipps zur Quellensuche und Formulierungen zum Kopieren, damit du den Forschungsstand überzeugend schreiben kannst.

Auf einen Blick

Der Forschungsstand fasst zusammen, was die Wissenschaft zu deinem Thema bereits weiß, und zeigt, wo noch Lücken bestehen. Ziel: Deine Arbeit wissenschaftlich verankern und die Forschungslücke herleiten. Aufbau: 1. Einordnung ins Feld, 2. Studien clustern und verknüpfen, 3. Synthese und Lücke. Richtwert: 10 bis 20 Prozent des Textteils, je nach Fach und Hochschule.

Was ist der Forschungsstand?

Der Forschungsstand ist der Teil deiner Bachelorarbeit, in dem du zeigst, was die Wissenschaft zu deinem Thema bereits weiß. Du fasst die wichtigsten Studien, Theorien und Erkenntnisse zusammen und ordnest sie kritisch ein. Am Ende wird deutlich, wo noch Fragen offen sind, die deine Arbeit beantworten soll.

Betrachte den Forschungsstand als Landkarte: Du zeigst, welches Terrain andere bereits erkundet haben und wo noch weiße Flecken sind. Genau dort setzt deine Forschungsfrage an. Ohne einen soliden Forschungsstand fehlt deiner Arbeit die wissenschaftliche Verankerung.

Forschungsstand vs. Theorieteil und Literaturreview

Der Forschungsstand wird häufig mit anderen Kapiteln verwechselt. Diese Abgrenzung hilft dir, jeden Teil richtig einzuordnen und Überschneidungen zu vermeiden.

Forschungsstand vs. Theorieteil: Der Forschungsstand zeigt, was andere Forschende konkret herausgefunden haben. In empirischen Fächern stehen dabei oft Studienergebnisse im Zentrum, in geisteswissenschaftlichen oder theoretischen Arbeiten können auch konzeptionelle Beiträge und Diskurse zentral sein. Der Theorieteil erklärt die Modelle und Konzepte, auf denen deine Arbeit aufbaut. Typische Textsignale im Forschungsstand: „Studie X zeigt...", „Die Diskussion zu Y konzentriert sich auf...". Im Theorieteil: „Das Modell erklärt...", „Laut Theorie Y gilt...".

Forschungsstand vs. Literaturreview: Ein Literaturreview ist eine eigenständige Methode, bei der die systematische Auswertung der Literatur das zentrale Ergebnis ist. Der Forschungsstand hingegen ist ein Kapitel, das zum eigenen empirischen oder theoretischen Beitrag hinführt. Wenn deine Bachelorarbeit ein Literaturreview ist, ersetzt es häufig den klassischen Forschungsstand. Die genaue Benennung und Struktur variiert je nach Institut, kläre das mit deiner Betreuung.

Je nach Hochschule sind Forschungsstand und Theorieteil getrennt oder kombiniert. Kläre die erwartete Struktur frühzeitig mit deiner Betreuung ab.

Aufbau des Forschungsstands

Aufbau des Forschungsstands: Vom Überblick zur Forschungslücke | BachelorHero

Der Aufbau des Forschungsstands folgt typischerweise einer Trichter-Logik: Du startest breit mit der Einordnung ins Forschungsfeld und wirst immer spezifischer, bis du bei der Forschungslücke ankommst. Diese Struktur führt Lesende logisch zu deiner Fragestellung.

Teil 1: Einordnung ins Forschungsfeld

Du skizzierst das übergeordnete Forschungsfeld und ordnest dein Thema ein. Welche Disziplinen beschäftigen sich damit? Welche großen Forschungsstränge gibt es?

Beispiel: „Die Forschung zu nachhaltigem Konsumverhalten hat in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich zugenommen. Während frühe Arbeiten primär ökologische Aspekte fokussierten, rückten seit den 2010er Jahren auch soziale und psychologische Faktoren in den Blick."

Stolperstelle: Zu weit ausholen. Beschränke dich auf das, was für deine Fragestellung relevant ist.

Teil 2: Zentrale Studien und Erkenntnisse

Du stellst die wichtigsten Studien vor, die direkt mit deinem Thema zu tun haben. Fasse die zentralen Ergebnisse zusammen, vergleiche unterschiedliche Ansätze und zeige Gemeinsamkeiten sowie Widersprüche.

Beispiel: „Müller (2019) konnte in einer quantitativen Studie zeigen, dass Preisbewusstsein die Kaufentscheidung stärker beeinflusst als ökologische Argumente. Diese Befunde stehen im Kontrast zu Schmidt (2021), die in qualitativen Interviews eine hohe Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Produkte fand."

Stolperstelle: Studien nur auflisten statt sie zu verknüpfen. Zeige, wie die Erkenntnisse zusammenhängen.

Teil 3: Synthese und Forschungslücke

Du fasst den Stand zusammen und arbeitest heraus, wo noch Fragen offen sind. Die Forschungslücke sollte logisch aus der vorherigen Darstellung folgen und zu deiner Forschungsfrage hinführen.

Beispiel: „Zusammenfassend zeigt die Literatur, dass verschiedene Faktoren das nachhaltige Konsumverhalten beeinflussen. Empirische Studien zum Einfluss von Social-Media-Kampagnen auf die Kaufentscheidung jüngerer Zielgruppen fehlen jedoch weitgehend. An dieser Lücke setzt die vorliegende Arbeit an."

Stolperstelle: Die Lücke nicht ausreichend begründen. Sie muss aus der Literaturanalyse hervorgehen, nicht behauptet werden.

Die thematische Gliederung funktioniert oft besser als eine rein chronologische Aufzählung. Ordne die Studien nach inhaltlichen Aspekten, methodischen Ansätzen oder Forschungssträngen. So entsteht ein roter Faden, der zur Forschungslücke führt.

Quellen finden: Der Workflow

Quellentypen für den Forschungsstand: Von Fachdatenbanken bis Metaanalysen | BachelorHero

Ein strukturierter Workflow hilft dir, systematisch relevante Quellen zu finden und den Überblick zu behalten. Dieser vierstufige Prozess hat sich in der Praxis bewährt.

Schritt 1: Suchbegriffe systematisch bilden

Erstelle eine Liste mit Suchbegriffen in drei Kategorien: deutsche Begriffe, englische Übersetzungen und Synonyme. Nutze auch Fachbegriffe und Schlagwörter aus ersten relevanten Treffern. Kombiniere Begriffe mit AND/OR für präzisere Ergebnisse.

Beispiel: Thema „Homeoffice und Produktivität" → Suchbegriffe: Homeoffice, Remote Work, Telearbeit, Work from Home, Produktivität, Performance, Arbeitsleistung, Job Performance.

Schritt 2: Screening nach klaren Kriterien

Prüfe Titel und Abstract jeder Quelle anhand von fünf Kriterien: Ist das Thema direkt relevant? Ist die Methodik nachvollziehbar? Passt der Kontext zu deiner Fragestellung? Ist die Quelle aktuell genug? Ist sie zitierfähig?

Aktualität je nach Fach: In schnelllebigen Feldern wie Informatik oder Medizin zählen primär die letzten 5 Jahre. In Geistes- und Sozialwissenschaften sind Klassiker und Standardwerke oft zeitlos relevant.

Zitierfähige Quellen: Peer-reviewed Journals (Naturwissenschaften/Psychologie) oder Kommentare, Sammelbände und Standardwerke (Rechts-/Geisteswissenschaften).

Wichtige Datenbanken: Google Scholar, Web of Science, PubMed, JSTOR, beck-online.

Schritt 3: Quellen in Forschungsstränge clustern

Ordne deine Quellen in 3 bis 5 thematische Cluster (Forschungsstränge). Jeder Strang behandelt einen Aspekt deines Themas. Benenne die Stränge prägnant, z. B. „Einflussfaktoren auf Produktivität", „Rolle der Führung", „Work-Life-Balance-Effekte".

Prüffrage: Kann ich jeden Strang mit mindestens 3 bis 4 Quellen füllen? Führen alle Stränge logisch zur Forschungslücke? Dann passt die Struktur.

Schritt 4: Pro Strang zur Synthese schreiben

Nutze dieses 4-Satz-Gerüst für jeden Forschungsstrang:

1. Befundlage

Was haben die zentralen Studien herausgefunden?

2. Vergleich

Wo stimmen Ergebnisse überein oder widersprechen sie sich?

3. Limitation

Welche methodischen Grenzen oder Kontextbeschränkungen gibt es?

4. Überleitung

Welche Frage bleibt offen? (→ führt zur Lücke)

Beispiel: „Mehrere Studien zeigen, dass flexible Arbeitszeiten die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen. Während Müller (2020) einen direkten Zusammenhang findet, zeigt Schmidt (2022) keinen Effekt. Beide beschränken sich auf Großunternehmen. Inwiefern die Befunde auf KMU übertragbar sind, bleibt offen."

Schneeballsystem: Nutze die Literaturverzeichnisse relevanter Studien, um weitere Quellen zu finden. Wenn mehrere Arbeiten dieselbe Studie zitieren, ist sie zentral.

Pro-Tipp: Organisation

Führe von Anfang an ein Literaturverzeichnis mit vollständigen bibliografischen Angaben. Tools wie Citavi, Zotero oder Mendeley helfen, Quellen zu organisieren und den Cluster-Überblick zu behalten.

Studien kritisch einordnen

Ein guter Forschungsstand fasst Studien nicht nur zusammen, sondern bewertet sie kritisch. Diese Schnellbewertung hilft dir, jede Quelle in etwa 60 Sekunden einzuordnen.

Studie in 60 Sekunden bewerten

Methode: Qualitativ oder quantitativ? Angemessen?

Stichprobe: Wie groß? Repräsentativ?

Messung: Valide Instrumente genutzt?

Kontext: Setting auf dich übertragbar?

Limitationen: Was nennen Autoren selbst?

Relevanz: Beitrag zur Fragestellung?

Formulierungen für kritische Einordnung: „Einschränkend ist anzumerken, dass die Stichprobe ausschließlich aus..." / „Die Übertragbarkeit der Ergebnisse ist begrenzt, da..." / „Die Befunde sind inkonsistent, vermutlich aufgrund unterschiedlicher Operationalisierungen von..." / „Methodisch ist zu berücksichtigen, dass..." / „Die Studie fokussiert ausschließlich X, sodass Aussagen zu Y nicht möglich sind."

Die Forschungslücke herausarbeiten

Forschungslücke erkennen und formulieren: Vier Strategien | BachelorHero

Die Forschungslücke ist der Dreh- und Angelpunkt deines Forschungsstands. Sie zeigt, warum deine Arbeit einen Beitrag zur Wissenschaft leistet. Eine gut herausgearbeitete Lücke folgt logisch aus der Darstellung des Forschungsstands und führt direkt zu deiner Problemstellung.

Fehlende empirische Daten: Bestehende Studien haben eine bestimmte Zielgruppe, Region oder einen Zeitraum nicht untersucht. Du lieferst neue Daten für diesen Bereich. Beispiel: „Studien zur Nutzung von Gesundheits-Apps konzentrieren sich bislang auf jüngere Zielgruppen. Empirische Erkenntnisse zur Akzeptanz bei Seniorinnen und Senioren fehlen."

Theoretische Übertragung: Ein etabliertes Modell oder Konzept wurde noch nicht auf einen bestimmten Kontext angewendet. Du überträgst es und prüfst, ob es auch dort gilt. Beispiel: „Das Technology Acceptance Model wurde bislang nicht systematisch auf den Einsatz von KI im Personalwesen übertragen."

Widersprüchliche Ergebnisse: Verschiedene Studien kommen zu unterschiedlichen Befunden. Du klärst, unter welchen Bedingungen welche Ergebnisse gelten. Beispiel: „Während einige Studien einen positiven Zusammenhang zwischen Remote Work und Produktivität finden, zeigen andere das Gegenteil. Die Rolle der Führungskraft als moderierender Faktor ist bislang wenig untersucht."

Neue Entwicklungen: Technologischer oder gesellschaftlicher Wandel schafft neue Forschungsfragen. Du untersuchst ein Phänomen, das es in dieser Form vorher nicht gab. Beispiel: „Mit der Einführung von ChatGPT im Jahr 2022 ergeben sich neue Fragen zur Nutzung von KI-Tools in der Hochschullehre."

Forschungsstand Beispiel und Vorlage

Hier siehst du ein konkretes Beispiel und eine Vorlage zum Kopieren. Achte darauf, wie Einordnung, Synthese und Forschungslücke ineinandergreifen.

Beispiel eines Forschungsstands für die Bachelorarbeit mit Strukturelementen | BachelorHero
Beispiel: Forschungsstand nachhaltige Mode

[Einordnung] Die Forschung zu nachhaltigem Konsumverhalten im Modebereich hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Während frühe Arbeiten primär ökologische Aspekte wie Ressourcenverbrauch und Emissionen fokussierten, rücken seit den 2010er Jahren vermehrt psychologische und soziale Faktoren in den Blick (vgl. Niinimäki et al., 2020).

[Synthese] Mehrere Studien untersuchen die Diskrepanz zwischen Einstellung und Verhalten. Carrington et al. (2010) identifizierten Faktoren wie Preis und mangelndes Wissen als Barrieren. Neuere Arbeiten von Joanes et al. (2021) betonen zudem die Rolle sozialer Einflüsse, wobei die Übertragbarkeit auf andere Kulturräume noch offen ist.

[Forschungslücke] Zusammenfassend zeigt die Literatur, dass verschiedene Faktoren die Kaufentscheidung beeinflussen. Die Rolle von Social-Media-Influencern wurde jedoch bislang kaum systematisch untersucht. An dieser Lücke setzt die vorliegende Arbeit an.

Vorlage zum Kopieren

Einordnung:
Die Forschung zu [Thema] hat in den letzten [Zeitraum] zugenommen. Während frühe Arbeiten [Fokus früher Studien] fokussierten, rücken seit [Zeitpunkt] vermehrt [neuerer Fokus] in den Blick (vgl. [Autor], Jahr).

Synthese:
[Name des Strangs] ist ein zentraler Forschungsbereich. [Autor] (Jahr) konnte zeigen, dass [Ergebnis]. Einschränkend ist anzumerken, dass [methodische Grenze]. Im Gegensatz dazu zeigt [Autor] (Jahr), dass [Ergebnis].

Forschungslücke:
Zusammenfassend zeigt die Literatur, dass [zentrale Erkenntnis]. Empirische Studien zu [spezifischer Aspekt] fehlen jedoch weitgehend. An dieser Lücke setzt die vorliegende Arbeit an.

Das Beispiel zeigt einen Ausschnitt mit zwei Forschungssträngen. Ein vollständiger Forschungsstand geht tiefer auf die einzelnen Studien ein und enthält weitere Stränge. Nutze die Vorlage als Gerüst und passe sie an dein Thema an.

Formulierungen für den Forschungsstand

Wissenschaftliches Schreiben folgt bestimmten Konventionen. Diese Formulierungen helfen dir, den Forschungsstand präzise und stilsicher zu formulieren. Passe sie an dein Thema und deinen Fachbereich an.

Formulierungen zum Kopieren

Einordnung

„Die Forschung zu [Thema] hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen." / „[Thema] wird interdisziplinär aus Perspektive der [Disziplinen] untersucht."

Studien vorstellen

„[Autor] (Jahr) konnte zeigen, dass..." / „Diese Befunde wurden von [Autor] (Jahr) bestätigt/erweitert."

Studien verknüpfen

„Während [Autor] (Jahr) [Aspekt A] fokussiert, betont [Autor] (Jahr) [Aspekt B]." / „Die Ergebnisse von [Autor] (Jahr) stehen im Widerspruch zu..."

Lücke formulieren

„Empirische Studien zu [Aspekt] fehlen weitgehend." / „Trotz Forschung bleibt die Frage offen, [Forschungsfrage]."

Vermeide absolute Aussagen wie „wurde noch nie untersucht" oder „ist völlig unerforscht". Solche Formulierungen lassen sich selten belegen. Formuliere stattdessen differenziert: „fehlen weitgehend", „wurden bislang kaum untersucht", „sind nur vereinzelt vorhanden".

Typische Fehler vermeiden

Diese Fehler kosten Punkte und lassen sich mit wenig Aufwand vermeiden. Prüfe deinen Forschungsstand vor der Abgabe auf diese typischen Schwächen.

Studien nur auflisten statt verknüpfen: „Müller fand X. Schmidt fand Y. Meier fand Z." ist keine Synthese, sondern eine Liste. Gegenmaßnahme: Zeige, wie die Erkenntnisse zusammenhängen, sich ergänzen oder widersprechen. Nutze Formulierungen wie „Diese Befunde bestätigen...", „Im Gegensatz dazu..." oder „Während X... fokussiert Y...".

Sekundärzitate statt Originalquellen: Du zitierst „Müller, zitiert nach Schmidt" statt die Originalstudie zu lesen. Das wirkt oberflächlich und kann zu Fehlinterpretationen führen. Gegenmaßnahme: Beschaffe dir die Originalquelle über Fernleihe oder Datenbanken. Sekundärzitate nur, wenn das Original nachweislich nicht zugänglich ist.

Begriffe uneinheitlich verwenden: Du verwendest „Arbeitszufriedenheit", „Job Satisfaction" und „Zufriedenheit am Arbeitsplatz" durcheinander, ohne zu klären, ob es dasselbe Konstrukt ist. Gegenmaßnahme: Definiere zentrale Begriffe einmal klar und verwende sie dann konsistent. Synonyme nur mit explizitem Hinweis.

Forschungslücke behaupten statt herleiten: Du schreibst „Es gibt keine Studien zu X", ohne das durch deine Literaturdarstellung zu belegen. Gegenmaßnahme: Zeige erst systematisch, welche Studien es gibt, dann warum sie X nicht abdecken. Die Lücke muss aus der Analyse folgen, nicht nur behauptet werden.

Nur bestätigende Literatur zitieren: Du ignorierst Studien, die deiner These widersprechen. Gegenmaßnahme: Stelle auch Gegenargumente und abweichende Befunde dar. Ordne sie kritisch ein und erkläre mögliche Gründe für Inkonsistenzen. Das stärkt deine Glaubwürdigkeit.

Nächster Schritt: Vom Forschungsstand zur eigenen Untersuchung

Wenn der Forschungsstand steht, hast du das Fundament für deine Arbeit gelegt. Du weißt jetzt, wo deine Arbeit im wissenschaftlichen Diskurs verortet ist und welche Lücke du schließen willst. Der nächste Schritt hängt von deinem Arbeitstyp ab.

Bei empirischen Arbeiten folgt nun das Methodenkapitel. Hier beschreibst du dein methodisches Vorgehen: Forschungsdesign, Datenerhebung, Stichprobe und Auswertungsverfahren. Die Methodik sollte zur Forschungsfrage passen, die sich aus der Forschungslücke ergibt.

Bei theoretischen Arbeiten geht es direkt in die Analyse. Du wendest die im Theorieteil erarbeiteten Konzepte auf deinen Untersuchungsgegenstand an. Achte darauf, dass die Argumentation stringent zur Beantwortung der Forschungsfrage führt.

Am Ende steht das Fazit, in dem du zeigst, wie deine Ergebnisse zur Schließung der Forschungslücke beitragen. Der Forschungsstand und das Fazit bilden einen Rahmen: Was du als Lücke identifiziert hast, sollst du am Ende zumindest teilweise gefüllt haben.

Wenn deine Arbeit fertig ist, prüfe vor der Abgabe noch einmal das Literaturverzeichnis auf Vollständigkeit. Die fertige PDF kannst du dann drucken und binden lassen.

Häufig gestellte Fragen

Wie lang sollte der Forschungsstand in der Bachelorarbeit sein?

Richtwert: etwa 10 bis 20 Prozent des Textteils, bei 40 Seiten also 4 bis 8 Seiten. Die tatsächliche Länge variiert je nach Hochschule und Fachbereich stark. Wichtiger als die exakte Seitenzahl ist, dass du die relevante Literatur systematisch darstellst und zur Forschungslücke hinführst. Die Vorgaben deiner Hochschule haben Vorrang.

Was mache ich, wenn es kaum Forschung zu meinem Thema gibt?

Erweitere den Suchradius systematisch: Nutze verwandte Konstrukte und Synonyme, betrachte angrenzende Kontexte (andere Branchen, Länder, Zielgruppen) oder suche nach theoretischen Grundlagen, die du auf deinen Kontext übertragen kannst. Dokumentiere deine Suchstrategie, damit nachvollziehbar ist, warum wenig Literatur existiert.

Wie viele Forschungsstränge sollte ich bilden?

Für eine Bachelorarbeit sind 3 bis 5 Forschungsstränge meist ideal. Weniger als 3 wirkt oberflächlich, mehr als 6 wird unübersichtlich. Prüfe: Kann ich jeden Strang mit mindestens 3 bis 4 relevanten Quellen füllen? Führen alle Stränge logisch zur Forschungslücke? Dann passt die Anzahl.

Wie viele Quellen brauche ich für den Forschungsstand?

Typischerweise 15 bis 30 zentrale Quellen, je nach Thema und Fachbereich. Qualität geht vor Quantität: Lieber weniger Quellen gründlich einordnen als viele oberflächlich auflisten. Entscheidend ist, dass du die relevanten Studien abdeckst und keine wichtigen Arbeiten übersiehst.

Darf ich im Forschungsstand auch ältere Quellen verwenden?

Ja, wenn sie für dein Thema relevant sind. Klassische Grundlagenwerke dürfen älter sein. Für den aktuellen Forschungsstand solltest du aber primär Literatur der letzten 5 bis 10 Jahre heranziehen. Eine Mischung aus Klassikern und aktuellen Studien zeigt, dass du das Feld überblickst.

Kann ich den Forschungsstand auch thematisch statt chronologisch gliedern?

Ja, eine thematische Gliederung ist sogar oft besser. Ordne die Studien nach inhaltlichen Aspekten oder Forschungssträngen. Eine rein chronologische Aufzählung wirkt schnell wie eine Liste. Strukturiere so, dass die Argumentation zur Forschungslücke logisch aufbaut.

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