Die Problemstellung deiner Bachelorarbeit zeigt, welche Forschungslücke oder welches praktische Problem deine Arbeit adressiert. Hier bekommst du eine klare Definition, Beispiele für verschiedene Fächer und eine Vorlage zum Kopieren, damit du die Problemstellung sicher formulieren kannst.
Eine Problemstellung benennt ein belegtes Problem oder einen begründeten Erkenntnisbedarf, noch nicht die fertige Lösung. Stelle den Anschluss an Zielsetzung oder Forschungsfrage her und vermeide pauschale Relevanzbehauptungen ohne Quellen.
Die Problemstellung zeigt, warum deine Arbeit nötig ist. Für den ersten Entwurf kannst du etwa 100 bis 200 Wörter in ein bis zwei Absätzen ansetzen. Verbindliche Vorgaben deiner Hochschule oder Betreuung gehen vor.
Dreischritt: Problem oder Erkenntnisbedarf + Relevanz + Forschungsvorhaben
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Welches Problem oder welche offene Frage bearbeitest du?
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Warum ist es wichtig, das zu untersuchen?
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Wie folgt daraus dein Ziel oder deine Forschungsfrage?
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine Problemstellung?
Die Problemstellung ist der Teil deiner Einleitung, in dem du erklärst, welches Problem oder welche Lücke deine Arbeit adressiert. Sie macht deutlich, warum deine Forschung notwendig ist und welchen Mehrwert sie bringt. Ohne eine klare Problemstellung wirkt deine Arbeit beliebig, denn es fehlt die Begründung, warum sich jemand mit genau diesem Thema beschäftigen sollte.
Bei forschungsorientierten Arbeiten arbeitest du einen begründeten Erkenntnisbedarf oder eine Forschungslücke heraus: Was ist bisher nicht ausreichend geklärt? Bei praxisorientierten Arbeiten kann ein konkretes Problem den Ausgangspunkt bilden, etwa ein ineffizienter Prozess oder eine offene Entscheidung im Unternehmen. Belege es mit geeigneten Daten und ordne es wissenschaftlich ein.
„Das Unternehmen X verzeichnet seit zwei Jahren steigende Retourenquoten im Online-Handel (aktuell 28 %). Interne Analysen zeigen, dass unzureichende Produktbeschreibungen ein möglicher Faktor sind. Es fehlt jedoch eine fundierte Entscheidungsgrundlage, welche Maßnahmen die Retourenquote effektiv senken können. Diese Arbeit untersucht daher...“
Hier wird keine klassische Forschungslücke benannt, sondern ein konkretes Unternehmensproblem mit Daten belegt.
Die Problemstellung stellt den Anschluss an die Forschungsfrage oder die Zielsetzung her. Je nach Fach und Gliederung stehen diese Funktionen in derselben oder in aufeinanderfolgenden Passagen. Die Unterschiede erklärt der nächste Abschnitt.
Abgrenzung: Problemstellung vs. Forschungsfrage vs. Zielsetzung
Die Begriffe Problemstellung, Forschungsfrage und Zielsetzung werden oft verwechselt. Dabei haben sie unterschiedliche Funktionen, auch wenn sie in der Einleitung eng verbunden sein können. Die folgende Übersicht zeigt die Unterschiede und hilft dir, den Anschluss nachvollziehbar zu formulieren.
| Element | Funktion | Typische Formulierung |
|---|---|---|
| Problemstellung | Begründet: „Welches Problem oder welcher Erkenntnisbedarf macht diese Arbeit nötig?“ | „Obwohl... fehlen...“ oder „Bisher wurde nicht untersucht...“ |
| Forschungsfrage | Beantwortet: „Was genau will ich herausfinden?“ | „Welche Faktoren beeinflussen...?“ oder „Wie wirkt sich... aus?“ |
| Zielsetzung | Beantwortet: „Was soll die Arbeit erreichen?“ | „Ziel ist es, Handlungsempfehlungen abzuleiten“ oder „...ein Modell zu entwickeln“ |
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Problemstellung
Funktion
Begründet: „Welches Problem oder welcher Erkenntnisbedarf macht diese Arbeit nötig?“
Typische Formulierung
„Obwohl... fehlen...“ oder „Bisher wurde nicht untersucht...“
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Forschungsfrage
Funktion
Beantwortet: „Was genau will ich herausfinden?“
Typische Formulierung
„Welche Faktoren beeinflussen...?“ oder „Wie wirkt sich... aus?“
-
Zielsetzung
Funktion
Beantwortet: „Was soll die Arbeit erreichen?“
Typische Formulierung
„Ziel ist es, Handlungsempfehlungen abzuleiten“ oder „...ein Modell zu entwickeln“
Ein häufiger Fehler ist ein unklarer Anschluss zwischen Problemstellung und Forschungsfrage. Die Problemstellung beschreibt und begründet das Problem oder den Erkenntnisbedarf, die Forschungsfrage formuliert die konkrete Untersuchung. Entscheidend ist, dass erkennbar bleibt, wie die Frage auf die Problemstellung reagiert.
Wichtig: Manche Prüfungsordnungen oder Lehrstühle erwarten die „Problemstellung“ als eigenen Unterpunkt in der Einleitung (z. B. „1.2 Problemstellung“), andere sehen sie als integrierten Teil des Einleitungstextes. Belegtes Problem oder begründeter Erkenntnisbedarf, Relevanz und der Anschluss an Ziel oder Forschungsfrage sollten unabhängig von der Gliederung nachvollziehbar sein.
Hinweis zu Vorgaben: Prüfe die Vorgaben deiner Hochschule oder frag deine Betreuung, welche Form erwartet wird.
Fiktives Beispiel: Die logische Abfolge
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Problemstellung
„Obwohl die Akzeptanz von E-Learning bei Studierenden gut erforscht ist, fehlen Erkenntnisse zur Nutzung durch Berufstätige in der Weiterbildung.“
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Forschungsfrage
„Welche Faktoren beeinflussen die Akzeptanz von E-Learning-Plattformen bei Berufstätigen in der Weiterbildung?“
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Zielsetzung
„Ziel ist es, diese Faktoren zu identifizieren und Empfehlungen für die Gestaltung von Weiterbildungsangeboten abzuleiten.“
Aufbau der Problemstellung
Für deine Problemstellung kannst du drei Bausteine nutzen: Beschreibe das Problem, begründe seine Relevanz und leite dein Vorhaben daraus ab. Die Bausteine helfen beim Schreiben; ihre Gewichtung und Reihenfolge richten sich nach deinem Thema und den Vorgaben.
Element 1: Problem oder Erkenntnisbedarf präzisieren
Du zeigst mit wissenschaftlichen Quellen oder geeigneten Praxisdaten, was offen, unklar oder problematisch ist. Einen Erkenntnisbedarf im Forschungsstand findest du systematisch in fünf Schritten:
- Recherchiere den Stand der Forschung zu deinem Thema.
- Ordne die Studien: Welche Zielgruppen, Kontexte und Methoden wurden untersucht?
- Frage dich: Was fehlt? (Zielgruppe? Kontext? Methode? Aktualität?)
- Prüfe, ob die Lücke bearbeitbar ist (Daten verfügbar? Zeitrahmen realistisch?).
- Formuliere die Lücke in einem Satz.
Empirische Arbeit: „Während die Auswirkungen von X auf jüngere Zielgruppen gut erforscht sind, fehlen empirische Erkenntnisse zur Wirkung bei älteren Nutzern.“
Theoretische Arbeit: „Die bestehenden Modelle wurden bislang nicht auf den Kontext kleiner und mittlerer Unternehmen übertragen.“
Element 2: Relevanz begründen
Du erklärst, warum es wichtig ist, das Problem zu bearbeiten oder die offene Frage zu klären. Die Relevanz kann wissenschaftlich sein (Beitrag zur Theorie) oder praktisch (Nutzen für Unternehmen, Gesellschaft, Politik).
Wissenschaftliche Relevanz: „Diese Lücke verhindert ein umfassendes Verständnis des Phänomens und schränkt die Aussagekraft bestehender Theorien ein.“
Praktische Relevanz: „Für Unternehmen fehlt damit eine fundierte Entscheidungsgrundlage, was zu Fehlinvestitionen führen kann.“
Element 3: Ziel oder Forschungsfrage ableiten
Zeige, welchen Beitrag deine Arbeit zur Klärung leisten soll. Formuliere daraus dein Ziel oder deine Forschungsfrage.
Überleitung: „Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Arbeit...“ oder „Diese Arbeit adressiert diese Lücke, indem sie...“ oder „Es stellt sich daher die Frage...“.
Beispiele für verschiedene Fachbereiche
Die folgenden fiktiven Beispiele zeigen, wie du eine Forschungslücke benennst, ihre Relevanz begründest und zu deinem Vorhaben überleitest. Die beschriebenen Befunde und Quellenangaben sind erfunden. Verwende in deiner Arbeit echte, geprüfte Quellen.
Fiktives Beispiel: BWL / Marketing
Beispiel: Die Wirksamkeit von Influencer-Marketing ist in den letzten Jahren intensiv erforscht worden. Zahlreiche Studien untersuchen Faktoren wie Glaubwürdigkeit, Reichweite und Engagement-Rate (vgl. Müller 2022; Schmidt 2023). Allerdings konzentriert sich die Forschung überwiegend auf jüngere Zielgruppen im Alter von 18 bis 34 Jahren. Wie Influencer-Marketing bei älteren Konsumenten wirkt, ist bislang kaum untersucht. Angesichts der wachsenden Kaufkraft der Generation 50+ stellt dies eine relevante Forschungslücke dar. Die vorliegende Arbeit adressiert dieses Defizit, indem sie die Wirkung von Influencer-Empfehlungen auf die Kaufabsicht von Konsumenten über 50 Jahren untersucht.
Analyse: Die Lücke betrifft im Beispiel die Zielgruppe der Generation 50+. Die Verweise zeigen, wo Quellen den Forschungsstand belegen müssen. Als praktische Relevanz nennt das Beispiel die Kaufkraft.
Fiktives Beispiel: Informatik
Beispiel: Microservice-Architekturen haben sich als Standard für skalierbare Webanwendungen etabliert. Während die Vorteile hinsichtlich Skalierbarkeit und Wartbarkeit gut dokumentiert sind (vgl. Newman 2021), fehlen empirische Erkenntnisse zur Auswirkung auf die Entwicklungsgeschwindigkeit in kleinen Teams. Die wenigen vorhandenen Studien beziehen sich auf große Technologieunternehmen mit etablierten DevOps-Prozessen. Ob die Vorteile auch für Start-ups mit begrenzten Ressourcen gelten, ist unklar. Diese Arbeit untersucht daher, welche Faktoren die Entwicklungsgeschwindigkeit bei der Einführung von Microservices in kleinen Entwicklerteams beeinflussen.
Analyse: Die Lücke ist eine fehlende Übertragung auf einen neuen Kontext (Start-ups statt Großunternehmen). Die Abgrenzung zum bisherigen Forschungsstand ist klar.
Fiktives Beispiel: Sozialwissenschaften
Beispiel: Die politische Partizipation junger Menschen ist ein zentrales Thema der Demokratieforschung. Studien zeigen, dass klassische Formen wie Wahlen und Parteimitgliedschaft bei unter 30-Jährigen rückläufig sind (vgl. Schäfer 2021). Gleichzeitig deuten Befunde auf neue digitale Partizipationsformen hin, deren Wirkung auf das politische Engagement jedoch umstritten ist. Insbesondere fehlen differenzierte Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen Social-Media-Nutzung und der Bereitschaft zur politischen Beteiligung bei Erstwählern. Die vorliegende Arbeit untersucht diesen Zusammenhang anhand einer Befragung von Erstwählern vor der Bundestagswahl 2025.
Analyse: Die Lücke kombiniert einen umstrittenen Zusammenhang (Social Media und Engagement) mit einer spezifischen Zielgruppe (Erstwähler). Die Methode (Befragung) und der Zeitbezug machen das Vorhaben konkret.
Die drei Beispiele umfassen jeweils rund 75 bis 90 Wörter. Für deinen ersten Entwurf kannst du auch etwas ausführlicher mit etwa 100 bis 200 Wörtern in ein bis zwei Absätzen planen. Bei kürzeren Arbeiten wie einer Hausarbeit kann die Problemstellung knapper ausfallen. Bei umfangreicheren Arbeiten wie einer Masterarbeit kannst du Problem oder Erkenntnisbedarf differenzierter herausarbeiten.
Vorlage zum Kopieren
Mit dieser Vorlage kannst du deine Problemstellung Schritt für Schritt formulieren. Ersetze die Platzhalter in eckigen Klammern durch deine eigenen Inhalte. Die Struktur ist eine anpassbare Orientierung für viele Fachbereiche. Wähle im dritten Baustein die Sätze, die zu deinem Vorhaben passen; Ziel und Forschungsfrage kannst du auch miteinander verbinden.
Element 1: Problem oder Erkenntnisbedarf
[Thema/Phänomen] ist in Forschung oder Praxis bereits durch [Quellen/Daten] beschrieben. [Bisherige Erkenntnis oder belegter Zustand]. Allerdings besteht bei [Aspekt/Zielgruppe/Kontext] ein [belegtes Problem/begründeter Erkenntnisbedarf].
Element 2: Relevanz
Für [Zielgruppe: Wissenschaft/Praxis/Unternehmen] ist die Klärung relevant, weil [wissenschaftliche oder praktische Bedeutung]. Bisher fehlt [konkretes Defizit].
Element 3: Ziel und Forschungsfrage
Die vorliegende Arbeit untersucht daher [konkreter Gegenstand]. Ziel ist es, [angestrebter Beitrag]. Daraus ergibt sich die Forschungsfrage: [Forschungsfrage als direkter Fragesatz]?
Wichtig beim Kopieren: Die Problemstellung muss auf deinem tatsächlichen Forschungsstand basieren. Behaupte keine Lücke, die du nicht belegen kannst. Wenn du schreibst „Es gibt keine Studien zu...“, solltest du das durch deine Literaturrecherche abgesichert haben.
Stimme deine Problemstellung früh mit deiner Betreuung ab. So stellst du sicher, dass die identifizierte Lücke relevant und bearbeitbar ist. Im Exposé formulierst du eine erste Version, die du im Laufe der Arbeit weiter schärfen kannst.
Typische Fehler vermeiden
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Zu allgemein formulieren
Problem: „Es gibt noch viel Forschungsbedarf“ bleibt zu allgemein. Der Leser erfährt nicht, welche Zielgruppe betroffen ist oder in welchem Kontext das Problem auftritt.
So behebst du es: Benenne das belegte Problem oder den begründeten Erkenntnisbedarf mit Zielgruppe, Kontext oder Methode.
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Forschungsstand nicht belegen
Problem: Die Behauptung einer Forschungslücke ist überzeugender, wenn du zeigst, was bisher untersucht wurde. Bei praxisorientierten Arbeiten können auch Branchenreports oder Unternehmensdaten als Belege dienen.
So behebst du es: Belege die dargestellten Forschungsstränge mit den dafür zentralen, tatsächlich geprüften Quellen.
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Anschluss an Ziel oder Forschungsfrage bleibt unklar
Problem: Problemstellung und Forschungsfrage stehen nebeneinander, ohne dass erkennbar wird, wie dein Vorhaben aus dem Problem folgt.
So behebst du es: Formuliere zum Beispiel „Um dieses Problem zu untersuchen, fragt die Arbeit...“ und ergänze deine Forschungsfrage.
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Relevanz vergessen
Problem: Ein Problem oder Erkenntnisbedarf allein reicht nicht. Du musst begründen, warum seine Bearbeitung wichtig ist.
So behebst du es: Ergänze einen Satz wie „Für [Zielgruppe] fehlt damit [konkretes Defizit].“
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Zu viel versprechen
Problem: Die Problemstellung sollte zur Bachelorarbeit passen. Formulierungen wie „Diese Arbeit wird das Problem endgültig lösen“ sind unrealistisch.
So behebst du es: Formuliere realistisch: „Diese Arbeit leistet einen Beitrag zu...“ oder „...liefert erste Erkenntnisse zu...“.
Schnellcheck: Ist meine Problemstellung gut?
Bevor du deine Problemstellung als fertig betrachtest, prüfe mit diesem Schnellcheck, ob alle Elemente vorhanden sind und die Qualität stimmt.
Elemente vorhanden?
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Problem oder Erkenntnisbedarf ist nachvollziehbar belegt
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Relevanz ist begründet (wissenschaftlich und/oder praktisch)
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Anschluss an Ziel oder Forschungsfrage ist erkennbar
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Quellen belegen den Forschungsstand
Qualitätsfragen
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Ist das Problem oder der begründete Erkenntnisbedarf spezifisch genug, um bearbeitbar zu sein?
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Ist der angekündigte Beitrag für eine Bachelorarbeit realistisch?
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Enthält die Problemstellung noch keine Ergebnisse oder Lösungen?
Nächster Schritt: Von der Problemstellung zur Forschungsfrage
Wenn du das Problem benannt und seine Relevanz begründet hast, leitest du daraus deine Zielsetzung oder Forschungsfrage ab. Formuliere die Forschungsfrage so, dass sie das beschriebene Problem gezielt aufgreift.
Problemstellung, Forschungsfrage und Zielsetzung gehören zu den zentralen Bestandteilen deiner Einleitung. Je nach Fach und Vorgabe erläuterst du Abgrenzung, Methode und Aufbau ebenfalls dort oder in folgenden Abschnitten. All diese Elemente sollten aufeinander abgestimmt sein und einen roten Faden bilden.
Wenn du unsicher bist, ob deine Problemstellung und Forschungsfrage zusammenpassen, hilft ein einfacher Test: Leite die Forschungsfrage aus der Problemstellung ab. Wenn die Frage das identifizierte Problem direkt adressiert, bist du auf dem richtigen Weg. Besprich im Zweifel beide Elemente mit deiner Betreuung, bevor du weiterschreibst.
Sobald deine Arbeit fertig geschrieben und korrigiert ist, steht die Abgabe an. Falls du deine Bachelorarbeit drucken und binden lassen möchtest, findest du bei BachelorHero verschiedene Bindungsoptionen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Problemstellung und Forschungsfrage?
Die Problemstellung erklärt, warum deine Arbeit nötig ist: Sie beschreibt ein Problem oder einen begründeten Erkenntnisbedarf. Die Forschungsfrage formuliert, was du konkret herausfinden willst. Beide Funktionen können in derselben oder in aufeinanderfolgenden Passagen stehen.
Wie formuliere ich eine Problemstellung in 3 Sätzen?
Nutze drei Sätze: 1. Problem benennen, etwa „Studien zeigen X, offen bleibt jedoch Y...“ oder „Unternehmen X verzeichnet steigende Retourenquoten...“. 2. Relevanz erklären: „Für [Zielgruppe] fehlt damit...“. 3. Vorhaben anschließen: „Diese Arbeit untersucht daher...“. Belege die verwendeten Aussagen und passe das Muster an dein Thema an.
Wo steht die Problemstellung in der Bachelorarbeit?
Die Problemstellung gehört in der Regel in die Einleitung. Sie kann dort als eigener Unterpunkt stehen oder in die Hinführung integriert sein. Ziel oder Forschungsfrage schließen je nach Fach und Gliederung direkt oder in einem folgenden Abschnitt an.
Wie lang sollte die Problemstellung sein?
Als Entwurfsziel kannst du ein bis zwei Absätze mit etwa 100 bis 200 Wörtern ansetzen. Entscheidend ist, dass Problem oder Erkenntnisbedarf, Relevanz und der Anschluss an dein Vorhaben nachvollziehbar werden. Verbindliche Umfangsvorgaben deiner Hochschule oder Betreuung gehen vor.
Muss ich in der Problemstellung schon zitieren?
Ja, wenn du Tatsachen, Forschungsbefunde oder Aussagen aus Quellen übernimmst, belegst du sie direkt an der betreffenden Stelle. Für einen kurzen Einstieg können zum Beispiel ein oder zwei zentrale Quellen passen; wie viele du brauchst, hängt von deinen Aussagen ab. Verlässliche Praxisdaten können ein Praxisproblem belegen, ersetzen aber nicht die wissenschaftliche Einordnung.
Was ist eine Forschungslücke?
Eine Forschungslücke ist ein Aspekt eines Themas, der bisher nicht oder nicht ausreichend untersucht wurde. Das kann ein unerforschter Zusammenhang sein, eine nicht untersuchte Zielgruppe, ein neuer Kontext oder ein veralteter Forschungsstand, der aktualisiert werden muss.
Was, wenn es schon viele Studien zu meinem Thema gibt?
Viele Studien bedeuten nicht, dass es keine Lücke gibt. Prüfe: Gibt es eine Zielgruppe, die nicht untersucht wurde? Einen Kontext (z. B. Land, Branche), der fehlt? Eine Methode, die noch nicht angewandt wurde? Oder sind die Studien veraltet? Oft liegt die Lücke in der Kombination oder Übertragung bisheriger Erkenntnisse.
Kann eine Problemstellung rein praktisch sein?
Ja, zum Beispiel eine ineffiziente Prozessgestaltung im Unternehmen oder eine offene technische Entscheidung. Auch ein Praxisproblem grenzt du ein, belegst es mit geeigneten Daten und ordnest es wissenschaftlich ein. Bearbeite es mit einer passenden wissenschaftlichen Methode.
Kann ich die Problemstellung aus dem Exposé übernehmen?
Teile des Exposés kannst du als Grundlage nutzen, aber nicht einfach kopieren. Die Problemstellung im Exposé ist vorläufig, die in der fertigen Arbeit muss zum tatsächlichen Vorgehen passen. Überarbeite sie am Ende noch einmal.
Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
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Fallstudien in der Bachelorarbeit