Eine systematische Literaturübersicht beantwortet eine klar definierte Frage mit vorab geplanten und dokumentierten Methoden für Suche, Auswahl, Bewertung und Synthese. PRISMA hilft dir, das Vorgehen und die Ergebnisse transparent zu berichten. Ob und welche PRISMA-Leitlinie passt, hängt vom Review-Typ und den Fachvorgaben ab.
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Suchprotokoll-Tabelle: Quelle, Plattform, vollständige Suchstrategie, Suchfelder, Datum, begründete Limits, Treffer, Export und Deduplikation
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Kriterien-Tabelle: ID (E1, A1 …), Ein-/Ausschlusskriterien mit Begründung
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Screening-Log: Datensatz oder Bericht, Phase, Entscheidung, Volltext-Ausschlussgrund, Kriterium-ID, Notiz (optional)
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PRISMA-Diagramm: Datensätze, Berichte und Studien über alle Auswahlstufen getrennt dokumentiert
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Extraktionstabelle: Autoren, Design, Stichprobe, Methodik, Ergebnisse, Limitationen, Qualität
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Syntheseabschnitt: Vorgehen und Ergebnisse der geplanten Synthese, mit oder ohne Meta-Analyse
Hinweis zu Vorgaben: Kläre mit deiner Betreuung, ob tatsächlich ein systematisches Review oder eine strukturierte Literaturarbeit erwartet wird.
Inhaltsverzeichnis
Was ist eine systematische Literaturübersicht?
Die systematische Literaturübersicht (englisch: systematic review) ist eine Forschungsmethode, die den aktuellen Wissensstand zu einer klar definierten Frage zusammenfasst. Im Unterschied zu einem narrativen Literaturreview folgt sie einem vorab festgelegten Protokoll. Das bedeutet: Du legst vor der Suche fest, in welchen Datenbanken du suchst, welche Suchbegriffe du verwendest und nach welchen Kriterien du Studien einschließt oder ausschließt. Außerdem dokumentierst du jede Auswahlstufe.
Für deine Forschungsfrage ist die Methode besonders geeignet, wenn du einen Überblick über empirische Befunde zu einem Thema geben möchtest. Sie zeigt Lücken im Forschungsstand auf und liefert eine solide Grundlage für eigene Untersuchungen. In manchen Fachbereichen ist die systematische Übersicht selbst das Ziel der Arbeit, in anderen bildet sie das Fundament für den Theorieteil.
Abgrenzung: Systematische Übersicht vs. Meta-Analyse
Systematische Literaturübersicht: Identifiziert, bewertet und synthetisiert relevante Studien nach vorab festgelegten Methoden. Die Synthese kann eine Meta-Analyse enthalten, muss es aber nicht.
Meta-Analyse: Quantitative Synthese. Die Ergebnisse mehrerer Studien werden statistisch kombiniert, um einen Gesamteffekt zu berechnen. Sie ist ein mögliches Syntheseverfahren innerhalb eines systematischen Reviews.
Systematische Übersicht vs. Scoping Review
Ein Scoping Review kartiert Art, Umfang und Merkmale der verfügbaren Evidenz zu einer meist breiteren Frage. Eine kritische Bewertung kann je nach Ziel optional sein. Ein systematisches Review beantwortet dagegen eine vorher definierte Frage mit geplanten Methoden für Suche, Auswahl, Bewertung und Synthese. Welcher Review-Typ passt, richtet sich nach deinem Erkenntnisziel und den Fachvorgaben.
Systematische Übersicht vs. „systematische Literaturrecherche“
Im Bachelor-Kontext verwenden Dozierende den Begriff „systematische Literaturrecherche“ manchmal lockerer: Sie erwarten ein nachvollziehbares Vorgehen bei der Quellensuche, aber nicht unbedingt eine vollständige systematische Evidenzsynthese. Kläre deshalb Erkenntnisziel und geforderte Arbeitsschritte: Sollst du nur die Suche dokumentieren oder auch Studien auswählen, kritisch bewerten und ihre Ergebnisse synthetisieren? Die Antwort bestimmt den methodischen Aufwand.
Systematisches Vorgehen in fünf Phasen
Die folgenden fünf Phasen strukturieren dein Vorgehen. Jede Phase liefert ein Arbeitsergebnis für die nächsten Schritte. Passe den Ablauf an deine Forschungsfrage und den gewählten Review-Typ an.
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Forschungsfrage definieren
Formuliere eine präzise Frage, die sich mit vorhandener Literatur beantworten lässt. Das PICO-Schema hilft besonders bei interventions- und wirksamkeitsbezogenen Fragen: Population, Intervention, Comparison, Outcome. Für andere Review-Fragen wählst du ein Frageschema, das zu deinem Erkenntnisziel passt.
Beispiel: „Welchen Einfluss hat hybrides Arbeiten (I) im Vergleich zu reiner Büroarbeit (C) auf die Mitarbeiterzufriedenheit (O) bei Wissensarbeitern (P)?“
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Suchstrategie entwickeln
Lege fest, in welchen Datenbanken du suchst und welche Suchbegriffe du verwendest. Kombiniere Synonyme mit Booleschen Operatoren (AND, OR). Dokumentiere jeden Suchstring.
Output: Dokumentierte Suchstrings pro Datenbank mit Datum und Trefferanzahl.
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Ein- und Ausschlusskriterien festlegen
Definiere vorab, welche Studien in die Übersicht aufgenommen werden. Typische Kriterien: Publikationszeitraum, Sprache, Studiendesign, Population, thematischer Fokus.
Output: Tabellarische Übersicht der Kriterien mit Begründung.
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Studien screenen und auswählen
Prüfe zunächst die gefundenen Datensätze anhand von Titel und Abstract. Beschaffe anschließend die Berichte zu potenziell passenden Studien und prüfe sie im Volltext. Halte die Zahl der im ersten Screening ausgeschlossenen Datensätze fest und dokumentiere für jeden im Volltext ausgeschlossenen Bericht den primären Grund.
Output: Auswahlprotokoll, Liste der eingeschlossenen Studien und Berichte sowie passendes PRISMA-2020-Flussdiagramm.
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Ergebnisse synthetisieren
Extrahiere die relevanten Informationen aus jeder Studie und fasse sie zusammen. Stelle Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Widersprüche dar. Ziehe Schlussfolgerungen für deine Forschungsfrage.
Output: Synthesetabelle und dokumentierter Ergebnisbericht.
Suchprotokoll: Vorlage für deine Dokumentation
Die Suchstrategie ist das Herzstück deiner systematischen Übersicht. Sie bestimmt, welche Studien du findest und welche dir entgehen. Eine gute Strategie ist breit genug, um relevante Studien nicht zu übersehen, aber präzise genug, um die Trefferzahl handhabbar zu halten.
Beginne mit der Zerlegung deiner Forschungsfrage in Kernkonzepte. Für jedes Konzept sammelst du Synonyme, verwandte Begriffe und englische Übersetzungen. Diese verbindest du innerhalb eines Konzepts mit OR (erweitert die Suche) und zwischen den Konzepten mit AND (schränkt ein).
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Forschungsfrage: Einfluss von hybridem Arbeiten auf Mitarbeiterzufriedenheit
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Konzept 1 (Arbeitsform): „hybrid work“ OR „remote work“ OR „telework“ OR „home office“ OR „flexible work“
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Konzept 2 (Outcome): „job satisfaction“ OR „employee satisfaction“ OR „work satisfaction“ OR „well-being“
Kombinierter Suchstring: (Konzept 1) AND (Konzept 2)
Trunkierung erweitert die Suche auf Wortstämme: „satisf*“ findet satisfaction, satisfied, satisfying. Nutze die erweiterten Suchfunktionen der Datenbanken, etwa Thesauri oder MeSH-Terms in medizinischen Datenbanken. Teste deinen Suchstring an bekannten Schlüsselstudien: Wenn diese nicht auftauchen, fehlen Begriffe.
Vorlage: Suchprotokoll-Tabelle
| Spalte | Inhalt |
|---|---|
| Datenbank/Quelle | Name der Datenbank oder weiteren Informationsquelle (z. B. Business Source Complete) |
| Plattform/Schnittstelle | Zugangsweg, etwa EBSCOhost, PubMed oder Web of Science |
| Suchstrategie | Exakt wie ausgeführt, mit allen Operatoren und Syntaxelementen |
| Suchfelder | Wo wurde gesucht (Titel, Abstract, Volltext, Schlagworte) |
| Datum | Tag der Suche (wichtig für Reproduzierbarkeit) |
| Limits | Einschränkungen wie Zeitraum, Sprache oder Dokumenttyp mit Begründung |
| Treffer (n) | Anzahl der Ergebnisse |
| Export/Deduplikation | Dateiformat, Zielsystem, Speicherort und verwendetes Verfahren (z. B. RIS-Export nach Citavi mit dokumentierter Duplikatprüfung) |
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Datenbank/Quelle
Inhalt
Name der Datenbank oder weiteren Informationsquelle (z. B. Business Source Complete)
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Plattform/Schnittstelle
Inhalt
Zugangsweg, etwa EBSCOhost, PubMed oder Web of Science
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Suchstrategie
Inhalt
Exakt wie ausgeführt, mit allen Operatoren und Syntaxelementen
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Suchfelder
Inhalt
Wo wurde gesucht (Titel, Abstract, Volltext, Schlagworte)
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Datum
Inhalt
Tag der Suche (wichtig für Reproduzierbarkeit)
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Limits
Inhalt
Einschränkungen wie Zeitraum, Sprache oder Dokumenttyp mit Begründung
-
Treffer (n)
Inhalt
Anzahl der Ergebnisse
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Export/Deduplikation
Inhalt
Dateiformat, Zielsystem, Speicherort und verwendetes Verfahren (z. B. RIS-Export nach Citavi mit dokumentierter Duplikatprüfung)
Mache die vollständigen Suchstrategien und das Suchprotokoll zugänglich, zum Beispiel im Anhang. Beachte dabei die Vorgaben deines Fachbereichs. So können andere deine Suche nachvollziehen und möglichst genau wiederholen. Ziel ist die begründete Abdeckung der relevanten Informationsquellen, nicht eine bestimmte Datenbankzahl.
Ein- und Ausschlusskriterien mit Vorlage
Ein- und Ausschlusskriterien legen fest, welche Studien in deine Übersicht aufgenommen werden. Du definierst sie vor der Suche, um subjektive Entscheidungen während des Screenings zu vermeiden. Jedes Kriterium sollte begründet sein und sich aus deiner Forschungsfrage ableiten lassen.
Vorlage: Kriterien-Tabelle (Beispiel)
| ID (Bereich) | Festlegung | Begründung |
|---|---|---|
| E1 (Zeitraum) | Publikationen 2020-2026 | Abgrenzung der Forschungsfrage auf aktuelle Arbeitsmodelle |
| E2 (Sprache) | Englisch, Deutsch | In diesen Sprachen können die Volltexte im Projekt zuverlässig bewertet werden; mögliche Sprachverzerrung wird als Limitation berichtet |
| E3 (Studiendesign) | Empirische Studien (quant./qual.) | Nur Primärdaten zur Beantwortung der Forschungsfrage |
| E4 (Population) | Wissensarbeiter in Büroberufen | Übertragbarkeit auf Forschungskontext |
| E5 (Thema) | Hybrides Arbeiten und Zufriedenheit | Direkter Bezug zur Forschungsfrage |
| A1 (Editorials/Kommentare) | Ausschluss | Keine empirische Datenbasis |
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E1 (Zeitraum)
Festlegung
Publikationen 2020-2026
Begründung
Abgrenzung der Forschungsfrage auf aktuelle Arbeitsmodelle
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E2 (Sprache)
Festlegung
Englisch, Deutsch
Begründung
In diesen Sprachen können die Volltexte im Projekt zuverlässig bewertet werden; mögliche Sprachverzerrung wird als Limitation berichtet
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E3 (Studiendesign)
Festlegung
Empirische Studien (quant./qual.)
Begründung
Nur Primärdaten zur Beantwortung der Forschungsfrage
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E4 (Population)
Festlegung
Wissensarbeiter in Büroberufen
Begründung
Übertragbarkeit auf Forschungskontext
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E5 (Thema)
Festlegung
Hybrides Arbeiten und Zufriedenheit
Begründung
Direkter Bezug zur Forschungsfrage
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A1 (Editorials/Kommentare)
Festlegung
Ausschluss
Begründung
Keine empirische Datenbasis
E = Einschlusskriterium, A = Ausschlusskriterium. Vergib IDs (E1, E2 … / A1, A2 …) und verwende diese im Screening-Log.
Bei jedem im Volltext ausgeschlossenen Bericht hältst du später im Screening-Log die Kriterium-ID fest (z. B. „E4“ für Population nicht passend). Das macht deine Entscheidungen transparent und ermöglicht eine schnelle Auswertung der Ausschlussgründe für das PRISMA-Diagramm. Begründe Einschränkungen aus der Forschungsfrage und benenne mögliche Verzerrungen.
Teste deine Kriterien an einer Stichprobe von zehn bis zwanzig Treffern. Wenn zu viele relevante Studien ausgeschlossen werden, sind die Kriterien zu eng. Wenn zu viele irrelevante Studien durchrutschen, fehlt ein Kriterium. Passe die Kriterien bei Bedarf an, aber dokumentiere jede Änderung transparent.
Screening-Workflow: So läuft die Auswahl praktisch ab
Nach der Suche in allen Datenbanken beginnt das Screening: Du prüfst jeden Treffer systematisch anhand deiner Kriterien. Der Prozess läuft in klar definierten Schritten ab, die du dokumentierst.
Screening in fünf Schritten
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Export zusammenführen
Exportiere die Treffer aus allen Datenbanken (z. B. als RIS-Datei) und importiere sie in ein Literaturverwaltungsprogramm (Citavi, Zotero, EndNote).
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Duplikate entfernen
Lass das Programm Duplikate automatisch erkennen. Prüfe manuell bei ähnlichen Titeln. Dokumentiere die Anzahl entfernter Duplikate für das PRISMA-Diagramm.
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Titel/Abstract-Screening
Prüfe jeden Treffer anhand von Titel und Abstract. Entscheide: einschließen, ausschließen oder unklar. Bei Unklarheit: vorerst behalten.
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Volltext-Screening
Beschaffe die Volltexte der verbliebenen Berichte. Prüfe detailliert gegen alle Kriterien. Dokumentiere bei Ausschluss des Berichts den primären Grund.
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Finale Studienliste
Erstelle eine Liste aller eingeschlossenen Studien mit bibliografischen Angaben und verknüpfe die zugehörigen Berichte. Diese bildet die Grundlage für die Datenextraktion.
Spalten: Datensatz/Bericht | Studie (Autor, Jahr) | Phase (TA/VT) | Entscheidung (ein/aus) | primärer Volltext-Ausschlussgrund | Kriterium-ID | Notiz
Fiktive Beispielzeile: Bericht | Müller 2021 | VT | aus | Population nicht passend (nur Schüler) | E4 | Stichprobe unter 18 Jahre
TA = Titel/Abstract-Screening, VT = Volltext-Screening, E4 = Einschlusskriterium 4 (Population)
Das Screening-Log dokumentiert deine Auswahlentscheidungen nachvollziehbar. Für das Titel-/Abstract-Screening benötigt PRISMA die Zahl der ausgeschlossenen Datensätze. Für ausgeschlossene Volltextberichte dokumentierst du jeweils den primären Ausschlussgrund, etwa falscher Zeitraum, falsche Population, falsches Studiendesign oder fehlenden Themenbezug. Ein nicht beschaffter Bericht wird separat erfasst und nicht als ungeeignet ausgeschlossen.
Dokumentation: Das PRISMA-Diagramm
Das PRISMA-2020-Flussdiagramm (Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses) gehört zu einer Leitlinie für die transparente Berichterstattung systematischer Reviews. PRISMA ist keine Anleitung für die Durchführung. Ob und welche PRISMA-Leitlinie passt, hängt von Review-Typ und Fachvorgaben ab.
Wähle die offizielle Vorlage danach, ob du einen neuen oder aktualisierten Review berichtest und ob du nur Datenbanken und Register oder zusätzlich andere Suchwege verwendet hast. Das Diagramm unterscheidet Datensätze, Berichte und Studien: Zuerst werden identifizierte und vor dem Screening entfernte Datensätze erfasst, danach gescreente und ausgeschlossene Datensätze. Es folgen gesuchte und nicht beschaffte Berichte, auf Eignung geprüfte und mit primärem Grund ausgeschlossene Berichte sowie die eingeschlossenen Berichte und die damit verknüpften Studien.
Gib bei der Volltextprüfung die Ausschlussgründe mit Anzahl an. Passe die Vorlage an deine Suchwege an und entferne nur nicht zutreffende Felder; die relevanten Berichtseinheiten und Auswahlstufen müssen erhalten bleiben. Die Zahlen müssen exakt stimmen und sich auf Suchprotokoll, Deduplikationsprotokoll und Screening-Log beziehen.
Konsistenz-Check: Prüfe jede Verbindung anhand der Felder der verwendeten offiziellen Vorlage. Gleiche Datensätze, Berichte und Studien getrennt ab, denn eine Studie kann mehrere Berichte haben.
Fiktives Rechenbeispiel nur für Datenbanken und Register: 847 Datensätze minus 147 Duplikate ergeben 700 Datensätze für das Screening. Nach 650 Ausschlüssen werden 50 Berichte gesucht. Davon sind 5 nicht beschaffbar, also werden 45 im Volltext geprüft. Nach 25 Volltextausschlüssen bleiben 20 Berichte, die zu 18 Studien gehören. Weitere Suchwege werden separat ergänzt.
Zusätzliche Suchwege dokumentieren: Neben Datenbanken und Registern kannst du etwa Referenzlisten durchsuchen und nach späteren Zitierungen suchen, Websites prüfen oder Organisationen kontaktieren. Dokumentiere jeden Suchweg im dafür vorgesehenen Bereich der passenden Vorlage.
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Identifikation: Datensätze aus Datenbanken/Registern und gegebenenfalls aus weiteren Suchwegen
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Vor dem Screening entfernt: Duplikate und andere begründet entfernte Datensätze
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Titel-/Abstract-Screening: gescreente und ausgeschlossene Datensätze
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Berichte: gesucht, nicht beschafft, auf Eignung geprüft und mit primärem Grund ausgeschlossen
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Eingeschlossen: Berichte und die damit verknüpften Studien
Qualitätsbewertung der Studien
Die Qualitätsbewertung prüft, wie belastbar die Ergebnisse der eingeschlossenen Studien sind. Nicht jede Studie, die deine Einschlusskriterien erfüllt, hat automatisch hohe methodische Qualität. Die Bewertung hilft dir, Studien mit hohem Verzerrungsrisiko entsprechend einzuordnen.
Wähle das Bewertungsinstrument nach Review-Frage, Studiendesign und zu bewertendem Ergebnis. Für randomisierte Interventionsstudien ist beispielsweise RoB 2 vorgesehen, für nicht randomisierte Interventionsstudien ROBINS-I. Für andere quantitative oder qualitative Designs verwendest du eine aktuelle JBI- oder CASP-Checkliste, die zum konkreten Studiendesign passt.
Das passende Vorgehen kann sich auch innerhalb einer Studie nach Ergebnis und Fragestellung unterscheiden. Bei Mixed-Methods-Studien bewertest du die qualitativen und quantitativen Komponenten sowie ihre Integration mit einem dafür geeigneten Instrument. Lege das Verfahren im Protokoll fest und dokumentiere die verwendete Version.
Markiere beim Lesen vier Bereiche:
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Wie wurden Teilnehmende ausgewählt?
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Wie wurden Daten erhoben und ausgewertet?
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Welche Limitationen nennen die Autoren?
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Welche weiteren Verzerrungsquellen erkennst du?
Halte zu jedem Punkt die relevante Textstelle und deine offene Prüffrage fest. Diese Lesefragen bereiten die Bewertung vor; anschließend bearbeitest du das passende Instrument vollständig. Kläre den Arbeitsumfang früh mit deiner Betreuung.
Dokumentiere pro Studie oder Ergebnis, wie es das Instrument vorsieht: Version, bewertete Domänen oder Items, Urteil und nachvollziehbare Begründung. Übernimm keinen generischen Gesamtscore, wenn das Instrument ihn nicht vorsieht. Berücksichtige die Bewertung anschließend in Synthese und Interpretation. Eine Sensitivitätsanalyse liegt erst vor, wenn du die primäre Synthese unter einer begründeten alternativen Entscheidung oder Annahme wiederholst und vergleichst. Fiktives Beispiel: Nach einer Auswertung aller Studien wiederholst du dieselbe Synthese ohne Studien mit hohem Verzerrungsrisiko und vergleichst, ob sich Richtung oder Stärke des Befunds ändern.
Datenextraktion: So baust du die Extraktionstabelle
Die Datenextraktion ist der Schritt zwischen Studienauswahl und Synthese. Du liest jede eingeschlossene Studie systematisch und extrahierst die relevanten Informationen in eine Tabelle. Diese Extraktionstabelle ist dein Arbeitsdokument für die Synthese. Mache sie nach den Regeln deines Fachbereichs und abhängig vom Umfang im Anhang, als Ergänzungsmaterial oder in einem geeigneten Repositorium zugänglich.
Vorlage: Extraktionstabelle
| Spalte | Inhalt |
|---|---|
| Autoren, Jahr | Bibliografische Angabe zur Identifikation |
| Studiendesign | Quantitativ/qualitativ, Querschnitt/Längsschnitt, etc. |
| Stichprobe | Größe, Merkmale, Rekrutierung |
| Methodik | Datenerhebung, Messinstrumente, Auswertung |
| Zentrale Ergebnisse | Hauptbefunde mit Bezug zur Forschungsfrage |
| Limitationen | Von den Autoren benannte Einschränkungen |
| Kritische Bewertung | Instrument und Version, Domänen oder Items, Urteile und Kurzbegründungen |
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Autoren, Jahr
Inhalt
Bibliografische Angabe zur Identifikation
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Studiendesign
Inhalt
Quantitativ/qualitativ, Querschnitt/Längsschnitt, etc.
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Stichprobe
Inhalt
Größe, Merkmale, Rekrutierung
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Methodik
Inhalt
Datenerhebung, Messinstrumente, Auswertung
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Zentrale Ergebnisse
Inhalt
Hauptbefunde mit Bezug zur Forschungsfrage
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Limitationen
Inhalt
Von den Autoren benannte Einschränkungen
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Kritische Bewertung
Inhalt
Instrument und Version, Domänen oder Items, Urteile und Kurzbegründungen
Passe die Spalten an deine Forschungsfrage an. Wenn du etwa Effektstärken vergleichen willst, füge eine Spalte für statistische Kennwerte hinzu. Für qualitative Studien sind Kategorien wie „theoretischer Rahmen“ oder „zentrale Kategorien“ sinnvoll. Die Tabelle hilft dir, Muster zu erkennen und die Synthese zu strukturieren.
Methode im Text beschreiben
Im Methodenteil deiner Arbeit beschreibst du das Vorgehen der systematischen Übersicht so, dass es nachvollziehbar ist. Als Entwurfsplanung kannst du zunächst ein bis zwei Seiten für den Überblick vorsehen und Suchstrategien sowie ausführliche Tabellen auslagern. Ergänze den Methodenteil so weit, dass alle wesentlichen Entscheidungen nachvollziehbar sind; die Fachvorgaben gehen vor.
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Datenbanken: Welche Datenbanken wurden durchsucht und warum diese Auswahl?
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Suchstrategie: Wie wurden die Suchstrings entwickelt? (Verweis auf Anhang)
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Zeitraum: Wann wurde die Suche durchgeführt? Welcher Publikationszeitraum?
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Kriterien: Ein- und Ausschlusskriterien mit Begründung
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Screening: Wie lief die Studienauswahl ab? (Verweis auf PRISMA-Diagramm)
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Qualitätsbewertung: Welches Instrument/Vorgehen? (oder: warum keines)
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Synthese: Wie wurden die Ergebnisse zusammengeführt?
„Für die systematische Literaturübersicht wurden im Januar 2026 die Web of Science Core Collection über die Web-of-Science-Plattform und Business Source Complete über EBSCOhost durchsucht. Ergänzend wurde Google Scholar für eine dokumentierte Zitationssuche genutzt (Suchprotokolle siehe Anhang A). Die Suchstrategie kombinierte Begriffe zu hybridem Arbeiten mit Begriffen zur Mitarbeiterzufriedenheit mittels Boolescher Operatoren. Eingeschlossen wurden empirische Studien von 2020 bis zum Suchzeitpunkt im Januar 2026 in englischer oder deutscher Sprache, die sich auf Wissensarbeiter beziehen (vollständige Kriterien siehe Tabelle 1). Der Selektionsprozess ist im PRISMA-Diagramm (Abbildung 1) dargestellt: Die Suche ergab 847 Datensätze. Nach Duplikatentfernung und zweistufigem Screening wurden 18 Studien aus den eingeschlossenen Berichten in die Synthese aufgenommen. Randomisierte Interventionsstudien wurden mit RoB 2, nicht randomisierte Interventionsstudien mit ROBINS-I und qualitative Studien mit der CASP-Checkliste bewertet (Bewertungstabelle siehe Anhang B). Die Ergebnisse wurden nach Studiendesign und Arbeitsmodell gruppiert, tabellarisch gegenübergestellt und in einer strukturierten Synthese zusammengeführt.“
Typische Fehler erkennen und korrigieren
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Suchstrategie nicht dokumentiert
Problem: Du kannst nicht mehr nachvollziehen, welche Suchbegriffe du in welcher Datenbank verwendet hast. Ursache: Suchstrings wurden direkt eingegeben, ohne sie vorher zu notieren.
So behebst du es: Führe die Suchprotokoll-Tabelle parallel zur Suche. Kopiere jeden Suchstring vor dem Ausführen in die Tabelle.
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Zu viele Treffer
Problem: Die Suche liefert Hunderte oder Tausende Treffer, die du nicht alle screenen kannst. Ursache: Suchstring zu breit, zu viele OR-Verknüpfungen, fehlende Einschränkungen.
So behebst du es: Prüfe zuerst, ob Frage, Konzepte, Synonyme, kontrolliertes Vokabular und datenbankspezifische Syntax korrekt umgesetzt sind. Nutze Feldcodes, validierte Filter oder Zeitgrenzen nur, wenn sie zu den vorab festgelegten Kriterien passen. Begrenze die Suche nicht allein aus Bequemlichkeit.
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Zu wenige Treffer
Problem: Die Suche liefert nur eine Handvoll Treffer, obwohl du weißt, dass es mehr Literatur gibt. Ursache: Suchstring zu eng, fehlende Synonyme, zu viele AND-Verknüpfungen.
So behebst du es: Ergänze Synonyme mit OR und kontrolliertes Vokabular. Prüfe die Trunkierung (zum Beispiel satisf* in Datenbanken mit dieser Syntax), Feldcodes, Schreibweisen und weitere fachlich relevante Datenbanken. Teste, ob bekannte relevante Berichte gefunden werden. Ändere Zeitraum oder andere Grenzen nur mit einer fachlichen Begründung.
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Kriterien nachträglich geändert
Problem: Du hast während des Screenings ein Kriterium angepasst, aber nicht dokumentiert. Ursache: Die ursprünglichen Kriterien waren nicht präzise genug oder führten zu unerwarteten Ergebnissen.
So behebst du es: Dokumentiere jede Änderung mit Begründung und Zeitpunkt im Methodenteil. Beschreibe, warum die Anpassung nötig war. Das ist methodisch sauberer als eine versteckte Änderung.
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PRISMA-Zahlen inkonsistent
Problem: Die Zahl der gescreenten Datensätze oder geprüften Berichte passt nicht zu den dokumentierten Zu- und Abgängen. Ursache: Zahlen wurden aus verschiedenen Dokumenten zusammengetragen oder nachträglich geändert.
So behebst du es: Gleiche jede Zahl mit Suchprotokoll, Deduplikationsprotokoll und Screening-Log ab. Prüfe Datensätze, Berichte und Studien getrennt und verwende die Übergänge der ausgewählten offiziellen PRISMA-2020-Vorlage.
Ergebnisse synthetisieren und berichten
Nach Studienauswahl, kritischer Bewertung und Datenextraktion folgt die im Protokoll geplante Synthese. Beschreibe die konkrete Methode, Gruppierung, Tabellen oder Visualisierungen und wie die kritische Bewertung in die Interpretation einfließt. „Narrative Synthese“ allein beschreibt das Vorgehen noch nicht ausreichend.
Wenn die Literaturübersicht deine Forschungsmethode ist, berichtest du Auswahlprozess, Studienmerkmale, kritische Bewertung, Einzelergebnisse und Synthese im Ergebnisteil. In der Einleitung begründest du Relevanz und Forschungsfrage, im Methodenteil dokumentierst du dein Vorgehen. In der Diskussion interpretierst du die Befunde, ordnest ihre Belastbarkeit ein und beschreibst Limitationen.
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Forschungsfrage präzise formuliert und für systematische Übersicht geeignet?
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Suchprotokoll vollständig (Datenbank/Quelle, Plattform/Schnittstelle, ausgeführte Suchstrategie, Suchfelder, Datum, begründete Limits, Treffer, Export/Deduplikation)?
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Ein- und Ausschlusskriterien mit IDs (E1, A1 …), begründet und vorab festgelegt?
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Screening-Log mit Ausschlussgründen und Kriterium-ID geführt?
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PRISMA-Zahlen konsistent (inkl. weitere Quellen wie Referenzlisten)?
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Kritische Bewertung mit passendem Instrument dokumentiert oder begründet als Limitation benannt?
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Extraktionstabelle mit allen Spalten (Autoren bis kritische Bewertung)?
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Synthesemethode, Gruppierung, Tabellen oder Visualisierungen nachvollziehbar dokumentiert?
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Methodenteil beschreibt Vorgehen nachvollziehbar?
Wenn du deine Arbeit abschließt, findest du bei BachelorHero verschiedene Optionen zum Drucken und Binden deiner Bachelorarbeit. Umfangreiche Suchstrategien, Auswahl- und Bewertungstabellen kannst du nach den Regeln deines Fachbereichs in den Anhang, das Ergänzungsmaterial oder ein geeignetes Repositorium auslagern.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Studien brauche ich für eine systematische Literaturübersicht in der Bachelorarbeit?
Es gibt keine methodisch feste Mindest- oder Zielzahl. Die Zahl der eingeschlossenen Studien ergibt sich aus Forschungsfrage, Kriterien, Suchabdeckung und verfügbarer Evidenz. Auch wenige Studien können ein gültiges Ergebnis sein, wenn die Suche nachvollziehbar und ausreichend umfassend war. Verenge die Suche nicht, um eine gewünschte Studienzahl zu erreichen. Planungsbeispiel: Vergleiche den Lese-, Bewertungs- und Extraktionsaufwand für 8, 15 und 25 Studien. So erkennst du früh, welche Ressourcen du brauchst; die tatsächlich eingeschlossene Zahl ergibt sich weiterhin aus der Suche.
Wie viele Datenbanken sollte ich durchsuchen?
Wähle die Informationsquellen nach Fachgebiet und Forschungsfrage aus. Dokumentiere jede Datenbank zusammen mit ihrer Plattform, zum Beispiel Business Source Complete über EBSCOhost, MEDLINE über PubMed oder CINAHL über EBSCOhost. Bei Web of Science unterscheidest du die Plattform von einer enthaltenen Datenbank wie der Web of Science Core Collection; die Cochrane Library enthält unter anderem CENTRAL. Google Scholar kann eine ergänzende Such- oder Zitationsquelle sein, ist aber nicht mit diesen Fachdatenbanken austauschbar. Begründe deine Auswahl im Methodenteil.
Muss ich wirklich jeden Schritt dokumentieren?
Ja, die Dokumentation ist ein zentrales Qualitätsmerkmal systematischer Übersichten. Halte Quellen und Plattformen, Suchstrategien, Suchdaten, Trefferzahlen, Deduplikation und Auswahlentscheidungen fest. Beim Titel- und Abstract-Screening genügt für PRISMA die Zahl der ausgeschlossenen Datensätze; für ausgeschlossene Volltextberichte dokumentierst du jeweils den primären Grund.
Wann reicht ein Literaturreview und wann brauche ich eine systematische Übersicht?
Ein narrativer Literaturüberblick kann passen, wenn du den Forschungsstand als Hintergrund einordnest. Eine systematische Literaturübersicht passt, wenn die Literaturanalyse selbst deine Forschungsmethode ist und du eine vorab geplante, nachvollziehbare Suche, Auswahl, Bewertung und Synthese durchführen sollst. Entscheidend sind Erkenntnisziel und geforderte Synthese, nicht die bloße Erwartung eines PRISMA-Diagramms.
Wie gehe ich mit Studien um, die ich nicht im Volltext bekomme?
Dokumentiere den Bericht im PRISMA-Ablauf als „nicht beschafft“, nicht als Ausschluss wegen fehlender Eignung. Prüfe vorher Bibliothekszugang und Fernleihe, institutionelle Repositorien, rechtmäßige Open-Access-Fassungen und eine Anfrage bei den Autoren. Ein Preprint kann zusätzliche Informationen liefern, ist aber nicht automatisch mit der veröffentlichten Fassung identisch.
Kann ich eine systematische Literaturübersicht alleine in einer Bachelorarbeit durchführen?
Ja, mit Einschränkungen. Idealerweise prüfen zwei Personen unabhängig die Studienauswahl. In einer Bachelorarbeit ist das oft nicht möglich. Dokumentiere diesen Umstand als Limitation und beschreibe, wie du Verzerrungen minimiert hast (z. B. durch klare Kriterien, Stichproben-Gegenprüfung durch Betreuung).
Wie detailliert muss das PRISMA-Diagramm sein?
Verwende die passende offizielle PRISMA-2020-Vorlage für einen neuen oder aktualisierten Review und für die tatsächlich verwendeten Suchwege. Sie unterscheidet Datensätze, Berichte und Studien und erfasst unter anderem vor dem Screening entfernte Datensätze, nicht beschaffte Berichte, Volltextausschlüsse mit primären Gründen sowie eingeschlossene Studien und Berichte. Übertrage deine dokumentierten Zahlen unverändert.
Abkürzungsverzeichnis erstellen
Fallstudien in der Bachelorarbeit
Gliederung der Bachelorarbeit