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Abkürzungsverzeichnis der Projektarbeit: Regeln und Beispiele

Abkürzungsverzeichnis einer Projektarbeit erstellen: Aufbau, Regeln und Beispiele | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Das Abkürzungsverzeichnis deiner Projektarbeit listet alle fachspezifischen Abkürzungen alphabetisch auf und erklärt sie. Hier erfährst du, wann du ein Verzeichnis brauchst, wie es sich von Glossar und Symbolverzeichnis unterscheidet, und wie du es in Word erstellst.

Auf einen Blick

Das Abkürzungsverzeichnis steht nach dem Inhaltsverzeichnis (und ggf. nach Abbildungs- und Tabellenverzeichnis), vor der Einleitung. Es enthält nur fachspezifische Abkürzungen (API, CRM, ERP), keine allgemein bekannten Kürzel wie „z. B." oder „usw.". Trotz Verzeichnis führst du jede Abkürzung bei der ersten Verwendung im Text ein: „Application Programming Interface (API)".

Wann brauche ich ein Abkürzungsverzeichnis?

Ein Abkürzungsverzeichnis ist kein Pflichtbestandteil jeder Projektarbeit. Ob du eines brauchst, hängt von mehreren Faktoren ab, nicht nur von der reinen Anzahl der Abkürzungen.

Als grober Richtwert gilt: Ab etwa fünf fachspezifischen Abkürzungen lohnt sich ein Verzeichnis. Aber die Anzahl allein ist nicht entscheidend. Frag dich zusätzlich: Lesen auch fachfremde Personen deine Arbeit (z. B. Zweitprüfer aus einem anderen Bereich)? Verwendest du firmeninterne Kürzel, die außerhalb deines Unternehmens unbekannt sind? Kommen die Abkürzungen mehrfach im Text vor oder nur einmal?

Bei IHK-Projektarbeiten im IT-Bereich, die oft mit Fachbegriffen wie API, SQL, REST oder SCRUM arbeiten, ist ein Verzeichnis in der Regel sinnvoll. Die Vorgaben deiner Prüfungsordnung haben aber immer Vorrang. Manche IHKs verlangen ein Abkürzungsverzeichnis explizit, andere lassen dir die Wahl.

Abkürzungsverzeichnis vs. Glossar vs. Symbolverzeichnis

Drei Verzeichnistypen werden oft verwechselt, erfüllen aber unterschiedliche Zwecke. Die Wahl hängt davon ab, was du erklären musst.

Das Abkürzungsverzeichnis listet Kurzformen und ihre ausgeschriebene Bedeutung auf: „API – Application Programming Interface". Es erklärt nicht, was eine API ist, sondern nur, wofür die Buchstaben stehen. Bei IHK-Projektarbeiten ist das Abkürzungsverzeichnis der Standard.

Ein Glossar geht weiter: Es definiert Fachbegriffe inhaltlich. Statt nur „API – Application Programming Interface" würdest du erklären, was eine API technisch leistet. Glossare sind eher bei Hochschularbeiten üblich, wenn Fachbegriffe für das Verständnis der Arbeit erklärt werden müssen.

Das Symbolverzeichnis ist für mathematische, physikalische oder technische Symbole gedacht: „α – Signifikanzniveau", „Δ – Differenz". In Projektarbeiten brauchst du es nur, wenn du mit Formeln oder technischen Berechnungen arbeitest.

Wann welches Verzeichnis?
Abkürzungsverzeichnis

Du verwendest Kürzel, die ausgeschrieben werden müssen (API, CRM, SQL). Standardfall bei IHK-Projektarbeiten.

Glossar

Du verwendest Fachbegriffe, die inhaltlich erklärt werden müssen, nicht nur ausgeschrieben. Eher bei Hochschularbeiten.

Symbolverzeichnis

Du verwendest mathematische oder technische Symbole in Formeln. Nur relevant bei Berechnungen.

Bei mehreren Verzeichnissen ist die Reihenfolge typischerweise: Abbildungsverzeichnis, Tabellenverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis, ggf. Symbolverzeichnis, ggf. Glossar. Prüfe die Vorgaben deiner Institution, denn die Reihenfolge kann variieren.

Welche Abkürzungen gehören ins Verzeichnis?

Nicht jede Abkürzung gehört ins Verzeichnis. Die Grundregel: Fachspezifische Abkürzungen ja, allgemein bekannte Abkürzungen nein.

Schnellcheck: Verzeichnis oder nicht?

Gehört ins Abkürzungsverzeichnis:

  • Fachbegriffe aus deinem Themengebiet (API, SQL, ERP, CRM, SCRUM)
  • Branchenspezifische Abkürzungen (ITIL, DevOps, CI/CD)
  • Firmeninterne Abkürzungen, die außerhalb unbekannt sind
  • Technische Standards und Protokolle (REST, HTTP, JSON)

Bleibt draußen:

  • Allgemein bekannte Abkürzungen (z. B., usw., etc., d. h., u. a.)
  • Maßeinheiten und Währungen (kg, km, m², €, $)
  • Geläufige Institutionen (EU, USA, UN, GmbH, AG)
  • Im Duden verzeichnete Alltagsabkürzungen

Die Grenze ist nicht immer eindeutig. Frag dich: Würde jemand ohne Fachwissen diese Abkürzung verstehen?

Bei Grenzfällen hilft ein Blick auf deine Zielgruppe. Prüfer aus dem Fachbereich kennen gängige IT-Abkürzungen, aber nicht unbedingt firmenspezifische Kürzel. Im Zweifel nimmst du eine Abkürzung lieber ins Verzeichnis auf, als sie wegzulassen.

Aufbau und Platzierung

Das Abkürzungsverzeichnis steht nach dem Inhaltsverzeichnis (und ggf. nach Abbildungs- und Tabellenverzeichnis), vor der Einleitung. Die Vorgaben deiner Institution haben Vorrang, falls sie eine andere Reihenfolge festlegen.

Aufbau und Platzierung des Abkürzungsverzeichnisses in der Projektarbeit | BachelorHero

Der Aufbau ist tabellarisch: In der linken Spalte steht die Abkürzung, in der rechten die ausgeschriebene Bedeutung. Die Einträge sind alphabetisch nach der Abkürzung sortiert, nicht nach der Langform. API kommt also vor CRM, und CRM vor ERP.

Bei der Formatierung orientierst du dich an der restlichen Arbeit. Die Überschrift „Abkürzungsverzeichnis" formatierst du wie andere Verzeichnisüberschriften. Die Tabelle selbst hat keine sichtbaren Rahmenlinien und nutzt dieselbe Schriftart und Schriftgröße wie der Fließtext.

Abkürzungen im Text richtig einführen

Das Verzeichnis ersetzt nicht die Einführung im Fließtext. Bei der ersten Verwendung einer Abkürzung schreibst du immer zuerst die Langform aus und setzt die Abkürzung in Klammern dahinter. Danach verwendest du nur noch die Kurzform. Diese Regel gilt auch für Abbildungsbeschriftungen und Tabellenüberschriften.

Beispiel: Einführung im Text
Erste Verwendung

„Das Customer Relationship Management (CRM) wurde im Unternehmen bereits 2019 eingeführt. Die Analyse zeigt, dass das CRM-System die Kundenkommunikation verbessert hat."

Weitere Verwendungen

„Die CRM-Daten wurden mit dem ERP-System synchronisiert."

Diese Regel gilt auch für englische Begriffe. Du kannst die englische Langform nutzen oder eine deutsche Übersetzung ergänzen: „Application Programming Interface (API, Programmierschnittstelle)". Entscheide dich für eine Variante und halte sie konsequent durch.

Für Überschriften und Titel gilt: Weniger geläufige Abkürzungen schreibst du aus. „Einführung des Customer Relationship Managements" liest sich besser als „Einführung des CRM". Sehr geläufige Kürzel wie IT, IHK oder PDF sind in Überschriften akzeptabel, weil sie jeder kennt. Bei CI/CD oder 2FA dagegen schreibst du aus. Im Fließtext darunter führst du dann die Abkürzung ein.

Grenzfälle: Schreibvarianten, Sonderzeichen und Doppeldeutigkeiten

Nicht alle Abkürzungen lassen sich eindeutig ins Verzeichnis einordnen. Diese Sonderfälle begegnen dir häufig.

Schreibvarianten: Entscheide dich für eine Schreibweise und halte sie konsequent durch. API bleibt API, nicht mal Api oder api. Bei zusammengesetzten Begriffen ist die Frage: CRM-System oder CRM System? Beides ist möglich, aber du musst konsistent bleiben. Im Verzeichnis steht nur die Grundform (CRM), im Text verwendest du dann durchgängig dieselbe Variante (CRM-System).

Sonderzeichen und Zahlen: Als Standard-Empfehlung gilt: Schrägstriche und Bindestriche ignorieren, nach dem ersten Buchstaben sortieren. Zahlen am Anfang kommen vor allen Buchstaben. Weiche nur ab, wenn deine Vorgaben etwas anderes verlangen.

Sortierbeispiele für Sonderfälle (Default-Logik)
2FA vor A (Zahlen zuerst)
CI/CD unter C (Schrägstrich ignorieren)
CRM-System unter C (Bindestrich ignorieren)
E2E unter E (Zahl in der Mitte ignorieren)
ISO 27001 unter I (Leerzeichen + Zahl ignorieren)

Diese Logik ist ein bewährter Standard. Institutionelle Vorgaben haben immer Vorrang.

Gleiche Abkürzung, zwei Bedeutungen: Selten, aber möglich. Falls „PM" in deiner Arbeit sowohl für „Projektmanagement" als auch für „Projektmanager" steht, hast du zwei Optionen: Entweder du verwendest unterschiedliche Kürzel (PM für Management, PML für Leiter) oder du nimmst beide Bedeutungen ins Verzeichnis auf und klärst den Kontext im Text.

Abkürzungen nur in Tabellen oder Abbildungen: Auch diese gehören ins Verzeichnis, wenn sie fachspezifisch sind. In der Abbildungsbeschriftung führst du die Abkürzung trotzdem ein, falls sie dort zum ersten Mal auftaucht.

Abkürzungsverzeichnis in Word erstellen

In Word erstellst du das Abkürzungsverzeichnis am einfachsten mit einer Tabelle. Die Tabelle hat zwei Spalten: links die Abkürzung, rechts die Bedeutung. Sichtbare Rahmenlinien brauchst du nicht.

Abkürzungsverzeichnis in Word erstellen: Tabelle ohne sichtbare Rahmen | BachelorHero

So gehst du vor: Füge eine Tabelle mit zwei Spalten ein (Einfügen → Tabelle). Die linke Spalte machst du schmal (ca. 3 cm), die rechte Spalte nimmt den Rest. Markiere die Tabelle und entferne unter „Rahmen" alle sichtbaren Linien. Trage deine Abkürzungen ein und sortiere sie alphabetisch über „Layout" → „Sortieren".

Formatierung: Nutze denselben Zeilenabstand wie im Fließtext (meist 1,5). Richte beide Spalten linksbündig aus. Deaktiviere unter „Tabelleneigenschaften" → „Optionen" die automatische Größenanpassung, damit die Spaltenbreiten beim Bearbeiten stabil bleiben.

Alternativ kannst du Tabstopps nutzen. Setze einen Tabstopp bei etwa 3 cm und trenne Abkürzung und Bedeutung mit einem Tab. Das funktioniert gut bei kurzen Verzeichnissen, wird bei längeren Listen aber unübersichtlicher als eine Tabelle.

Sortieren bei Sonderzeichen: Word behandelt Zahlen und Sonderzeichen bei der Sortierfunktion manchmal anders als erwartet. Bei Abkürzungen wie 2FA oder CI/CD hilft ein Trick: Füge temporär eine dritte Spalte (Hilfsspalte) ein und vergib dort Sortiernummern: „001" für 2FA, „002" für API, „003" für CI/CD. Sortiere dann nach dieser Spalte über „Layout" → „Sortieren" und lösche die Hilfsspalte vor dem PDF-Export.

Beispiel und Vorlage zum Kopieren

Das folgende Beispiel zeigt ein typisches Abkürzungsverzeichnis aus einer IT-Projektarbeit. Darunter findest du eine Vorlage mit Platzhaltern, die du direkt übernehmen kannst.

Beispiel Abkürzungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

API Application Programming Interface
CI/CD Continuous Integration / Continuous Deployment
CRM Customer Relationship Management
ERP Enterprise Resource Planning
JSON JavaScript Object Notation
REST Representational State Transfer
SQL Structured Query Language
Vorlage zum Kopieren

Abkürzungsverzeichnis

[ABK1] [Ausgeschriebene Bedeutung 1]
[ABK2] [Ausgeschriebene Bedeutung 2]
[ABK3] [Ausgeschriebene Bedeutung 3]
[ABK4] [Ausgeschriebene Bedeutung 4]
[ABK5] [Ausgeschriebene Bedeutung 5]

Ersetze die Platzhalter durch deine Abkürzungen. Sortiere alphabetisch nach der linken Spalte.

Bei kaufmännischen Projektarbeiten sieht das Verzeichnis ähnlich aus, enthält aber andere Begriffe: BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung), GuV (Gewinn- und Verlustrechnung), KPI (Key Performance Indicator), ROI (Return on Investment).

Typische Fehler vermeiden

Allgemein bekannte Abkürzungen aufnehmen: Kürzel wie „z. B.", „usw." oder „etc." gehören nicht ins Verzeichnis. Sie sind im Duden verzeichnet und jedem bekannt. Das Verzeichnis wird sonst unnötig lang und wirkt unprofessionell.

Inkonsistente Schreibweisen: Wenn du eine Abkürzung einführst, achte auf exakt gleiche Schreibung in Verzeichnis und Text. API ist nicht dasselbe wie Api. CRM-System muss überall CRM-System heißen, nicht mal CRM System und mal CRMSystem.

Falsche Sortierung: Das Verzeichnis wird nach der Abkürzung sortiert, nicht nach der Langform. API kommt vor CRM, weil A vor C kommt. Bei Sonderzeichen und Zahlen legst du eine einheitliche Logik fest.

Abkürzungen ohne Verwendung: Jede Abkürzung im Verzeichnis sollte auch im Text vorkommen. Ein Verzeichnis mit Einträgen, die nie verwendet werden, irritiert und wirft Fragen auf.

Nächste Schritte vor der Abgabe

Bevor du deine Arbeit abgibst, prüfst du das Abkürzungsverzeichnis einmal systematisch.

Checkliste vor der Abgabe

Vier Checks für dein Abkürzungsverzeichnis:

  • Kommt jede Abkürzung im Verzeichnis auch tatsächlich im Text vor?
  • Ist jede Abkürzung bei der ersten Verwendung im Text eingeführt?
  • Stimmt die alphabetische Sortierung (nach Abkürzung, nicht nach Langform)?
  • Ist die Schreibweise überall identisch (Groß-/Kleinschreibung, Bindestriche, Schrägstriche)?

Exportiere deine Arbeit als PDF und prüfe die Darstellung. Manchmal verschieben sich Tabellen oder Spaltenbreiten beim Export. Ein letzter Blick auf Gliederung, Literaturverzeichnis und alle anderen Verzeichnisse stellt sicher, dass alles konsistent ist.

Wenn alles stimmt, kannst du deine Projektarbeit bei BachelorHero drucken und binden lassen.

Häufig gestellte Fragen

Abkürzungsverzeichnis oder Glossar: Was verlangt die IHK?

Das variiert je nach IHK und Prüfungsordnung. Häufig wird ein Abkürzungsverzeichnis erwartet, aber kein separates Glossar. Bei Hochschulen und Berufsschulen kann das anders sein. Die Vorgaben deiner Institution haben immer Vorrang. Ein Glossar lohnt sich zusätzlich, wenn du zentrale Fachbegriffe inhaltlich erklären musst, nicht nur ausschreiben.

Wie gehe ich mit Abkürzungen um, die nur einmal vorkommen?

Hier gibt es zwei getrennte Regeln: Fürs Verzeichnis gilt: Nimm Abkürzungen auf, die du im gesamten Dokument mindestens zweimal verwendest (Abstract mitgezählt). Einmalige Verwendungen bleiben draußen. Für die Einführung gilt unabhängig davon: Abstract und Hauptteil führen Abkürzungen jeweils bei ihrer ersten Nennung erneut ein, weil beide oft separat gelesen werden.

Wie sortiere ich CI/CD, 2FA oder Abkürzungen mit Sonderzeichen?

Zahlen kommen vor Buchstaben, Sonderzeichen werden ignoriert (CI/CD unter C). Konkrete Beispiele zeigt die Sortierbeispiele-Tabelle im Abschnitt „Grenzfälle". Institutionelle Vorgaben haben Vorrang.

Soll ich deutsche Übersetzungen ergänzen oder die englische Langform lassen?

Bei etablierten englischen Fachbegriffen (API, SQL, REST) reicht die englische Langform. Eine deutsche Übersetzung ist optional, aber hilfreich für fachfremde Lesende: „Application Programming Interface (API, Programmierschnittstelle)". Entscheide dich für eine Variante und halte sie im gesamten Verzeichnis durch.

Muss ich Abkürzungen im Abstract auch einführen?

Ja. Abstract und Zusammenfassung werden oft separat gelesen. Führe dort verwendete Abkürzungen erneut ein, auch wenn sie im Hauptteil bereits erklärt sind. Bei sehr kurzen Abstracts (unter 150 Wörter) kannst du auf Abkürzungen verzichten und die Begriffe ausschreiben.

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