Präsentation Projektarbeit: Aufbau, Handout und Vorbereitung

Laptop mit steigendem Säulendiagramm, Presenter, zwei Zahnräder und Moderationskarten für die Präsentation der Projektarbeit.

Die Präsentation deiner Projektarbeit ist ein wichtiger Teil deiner Projektprüfung. Je nach Prüfungsordnung stellst du dein Projekt in einer festgelegten Zeit vor und beantwortest gegebenenfalls im anschließenden Fachgespräch Fragen des Prüfungsausschusses. Hier bekommst du einen anpassbaren Blueprint und Übungsfragen.

Auf den Punkt gebracht

Die Präsentation deiner Projektarbeit lässt sich in fünf Phasen gliedern:

  • Einstieg: Begrüßung, Thema, Überblick

  • Problemstellung: Ausgangssituation, Ziel

  • Vorgehen: Methode, Entscheidungen

  • Ergebnisse: Lösung, Kennzahlen, Vorher/Nachher

  • Fazit: Bewertung, Lessons Learned

Die genaue Zeit variiert je nach Prüfungsordnung. Als lokales Beispiel begrenzt die IHK Region Stuttgart in den IT-Berufen Präsentation und Fachgespräch zusammen auf 30 Minuten und die Präsentation auf höchstens 15 Minuten. Übertrage diese Werte nicht auf eine andere Kammer oder Hochschule.

Hinweis zu Vorgaben: Prüfe zuerst Einladung und Bewertungskriterien; passe erst danach Folienzahl, Handout und Technik an.

Inhaltsverzeichnis

Schnellstart: Vorbereitung nach Zeitbudget

Je nachdem, wie viel Zeit dir bleibt, setzt du unterschiedliche Prioritäten. Die folgende Übersicht zeigt dir, worauf du dich konzentrieren solltest.

  • Du hast nur noch 2 Stunden

    Fokussiere dich auf drei Dinge: Erstens, sichere deine Präsentation als PPTX und PDF auf einem USB-Stick. Zweitens, sprich die Ergebnis-Folie einmal laut durch, denn hier zeigst du den Projektnutzen. Drittens, überlege dir einen Satz für den Fall, dass du eine Frage nicht beantworten kannst (siehe Abschnitt Fachgespräch).

  • Du hast 1 bis 2 Tage

    Erstelle ein Handout nur, wenn es verlangt oder erlaubt ist. Übe die Präsentation zweimal komplett mit Stoppuhr. Notiere dir zu jeder Folie mögliche Rückfragen und formuliere Kurzantworten. Bereite die Technik vor: Präsentation als PPTX und PDF, Schriftdarstellung geprüft, USB-Stick getestet.

  • Du hast eine Woche

    Baue die Präsentation in Ruhe nach dem Folien-Blueprint auf. Übe mindestens viermal, davon einmal vor einer anderen Person, die dir Feedback gibt. Geh den Fragenkatalog durch und beantworte jede Frage einmal laut. Teste die Technik am tatsächlichen Präsentationsort, falls möglich. Plane einen Probevortrag zwei Tage vor dem Termin ein.

IHK-Prüfung oder Hochschule: Was ist anders?

Die Anforderungen an deine Präsentation unterscheiden sich je nach Prüfungskontext. Bei einer IHK-Abschlussprüfung musst du fachbezogene Probleme und Lösungskonzepte zielgruppengerecht darstellen, fachlichen Hintergrund zeigen und dein Vorgehen begründen. Die konkrete Bewertungsmatrix deiner Kammer entscheidet, wie stark beispielsweise Wirtschaftlichkeit, Alternativen oder Umsetzung gewichtet werden.

Bei einer Hochschul- oder Fachschulpräsentation ist die methodische Fundierung ebenfalls wichtig. Hier solltest du erklären können, warum du eine bestimmte Vorgehensweise gewählt hast und wie sie sich wissenschaftlich einordnen lässt. Das Fachgespräch ist manchmal kürzer oder entfällt ganz, dafür werden Rückfragen direkt im Anschluss an die Präsentation gestellt.

Die Handout-Regel variiert ebenfalls. Kläre vorab, ob ein Handout verlangt, erlaubt oder unerwünscht ist und ob es vorab eingereicht werden muss. Fehlt eine klare Regel, frag die Prüfungsstelle, statt zusätzliche Unterlagen ungefragt zu verteilen.

Aufbau der Präsentation: Fünf Phasen

Ablauf der Präsentation der Projektarbeit für zwölf Minuten mit Einstieg, Problemstellung, Vorgehen, Ergebnissen und Fazit.

Die fünf Phasen orientieren sich am Aufbau deiner schriftlichen Gliederung, sind aber auf das mündliche Format angepasst. Die Zeitangaben gelten für eine 12-Minuten-Präsentation. Bei 10 Minuten kürzt du insgesamt um 2 Minuten: Einstieg und Problemstellung jeweils 30 Sekunden straffer, Vorgehen um etwa 1 Minute kürzen. Bei 15 Minuten vertiefst du vor allem die Ergebnisse.

  1. Einstieg (etwa 1 Minute)

    Begrüße kurz, nenne deinen Namen, das Thema und gib einen Satz zum Ablauf:

    Formulierungshilfe: „Ich stelle Ihnen mein Projekt in fünf Schritten vor: Ausgangssituation, Vorgehen, Ergebnisse, Fazit und Ausblick.“

    Achte darauf: Vermeide lange Vorstellungsrunden.

  2. Problemstellung (etwa 2 Minuten)

    Erkläre die Ausgangssituation: Welches Problem bestand? Warum war es relevant? Formuliere das Projektziel messbar:

    Formulierungshilfe: „Ziel war, die Bearbeitungszeit von X auf Y zu reduzieren“ oder „Ziel war, ein System für Z zu entwickeln, das Anforderung A und B erfüllt.“

  3. Vorgehen (etwa 3 Minuten)

    Beschreibe deine Methode und die wichtigsten Entscheidungen. Zeige, dass du Alternativen geprüft hast: „Wir haben drei Optionen verglichen und uns für X entschieden, weil …“ Das ist der Teil, in dem du fachliche Kompetenz zeigst.

    Achte darauf: Geh nicht zu tief ins Detail, sondern bleib bei den Entscheidungen.

  4. Ergebnisse (etwa 4 Minuten)

    Präsentiere deine Lösung mit konkreten Zahlen. Zeige einen Vorher-Nachher-Vergleich, wenn möglich. Nutze Screenshots, ein Diagramm oder eine kurze Demo. Vergleiche das Ergebnis mit dem ursprünglichen Ziel: „Das Ziel war X, erreicht haben wir Y.“ Diese Phase verdient die meiste Aufmerksamkeit, weil sie den Erfolg deines Projekts zeigt.

  5. Fazit (etwa 2 Minuten)

    Fasse zusammen, was gut lief und was du beim nächsten Mal anders machen würdest. Benenne einen konkreten Ausblick: Wie geht es mit dem Projekt weiter? Gibt es Erweiterungsmöglichkeiten? Schließe mit einem klaren Satz:

    Formulierungshilfe: „Damit bin ich am Ende meiner Präsentation und freue mich auf Ihre Fragen.“

Folien-Blueprint zum Übernehmen

Der folgende Blueprint ist ein Beispiel, keine Vorgabe. Die Zahlen in den Beispielen sind fiktiv. Er zeigt eine mögliche Verteilung auf 9 Folien bei 10 Minuten. Für 15 Minuten ergänzt das Beispiel drei zusätzliche Folien. Übernimm nur die Folien, die deine Bewertungskriterien unterstützen, und prüfe die Verteilung im Probevortrag.

Blueprint für eine 10-Minuten-Präsentation (9 Folien)

  1. Titel

    Projektthema, dein Name, Datum, Ausbildungsbetrieb oder Hochschule. Sonst nichts.

  2. Agenda

    Die Inhalte im Überblick: Ausgangssituation, Vorgehen, Ergebnisse, Fazit, Ausblick.

  3. Problemstellung

    Das Problem in einem Satz, das Projektziel messbar formuliert.

    Beispiel: „Ziel: Bearbeitungszeit von 5 auf 2 Tage reduzieren.“

  4. Vorgehen und Methode

    Welche Methode hast du gewählt? Welche Alternativen gab es? Warum diese Entscheidung?

  5. Umsetzung

    Die wichtigsten Arbeitsschritte als Timeline oder Ablauf. Maximal 4 bis 5 Schritte.

  6. Ergebnis mit Kennzahlen

    Vorher-Nachher-Vergleich mit konkreten Zahlen.

    Beispiel: „Bearbeitungszeit: vorher 5 Tage, nachher 1,8 Tage.“

  7. Screenshot oder Demo

    Zeige das Ergebnis visuell: Screenshot der Anwendung, Foto des Produkts, Diagramm der Verbesserung.

  8. Fazit und Lessons Learned

    Was lief gut? Was würdest du anders machen? Das zeigt Reflexionsfähigkeit und passt zum Abschnitt Reflexion/Learnings.

  9. Ausblick und Abschluss

    Wie geht es weiter? Danke und Überleitung zum Fachgespräch.

Zusätzliche Folien für eine 15-Minuten-Präsentation

Bei 15 Minuten hast du Raum für mehr Tiefe. Ergänze nach Folie 3 eine Folie zur Ist-Analyse (detaillierte Beschreibung des Ausgangszustands). Teile Folie 5 in zwei Folien auf: eine für die Planungsphase, eine für die Umsetzung. Füge nach der Ergebnis-Folie eine Folie zur Wirtschaftlichkeit ein. Das ergibt 12 Folien.

Die Wirtschaftlichkeits-Folie zeigt typischerweise drei Bereiche: Erstens die Kosten (Personalstunden, Materialkosten, Lizenzkosten). Zweitens den Nutzen (eingesparte Zeit pro Vorgang, reduzierte Fehlerquote, vermiedene Kosten). Drittens die Amortisation, etwa:

Rechenbeispiel: „Bei 2.000 Euro Projektkosten, 50 Vorgängen pro Monat und 20 Minuten Ersparnis pro Vorgang ergibt sich mit 30 Euro je eingesparter Arbeitsstunde ein kalkulatorischer Nutzen von 500 Euro pro Monat. Ohne zusätzliche laufende Kosten beträgt die rechnerische Amortisationszeit 4 Monate.“

Folien-Design: So werden sie prüfungstauglich

Der Blueprint sagt, was auf die Folien gehört. Hier die wichtigsten Regeln, wie sie visuell funktionieren. Verwende eine klare typografische Hierarchie und ausreichend Kontrast. Schriftgröße und Informationsdichte müssen zur echten Projektionsfläche passen; teste aus der letzten Reihe. Nutze Farben gezielt und konsistent. Animationen brauchen einen inhaltlichen Zweck und einen technischen Fallback. Ein einheitliches Layout über alle Folien hinweg signalisiert Sorgfalt.

Das Handout: Vorlage und Aufbau

Einseitiges Handout zur Projektarbeit, oben Name, Datum und Thema, darunter Ausgangssituation, Vorgehen, Ergebnis und Fazit, unten Quellen.

Das Handout fasst dein Projekt auf einer Seite zusammen. Es dient dem Prüfungsausschuss als Orientierung während des Vortrags. Nutze die folgende Struktur nur, wenn deine Prüfungsstelle ein Handout erlaubt oder verlangt; sie ist keine IHK-Vorgabe.

Vorlage zum Übernehmen

Vorlage: Handout-Struktur

Kopfzeile

Name, Prüfungsdatum, Thema der Projektarbeit, Ausbildungsbetrieb/Hochschule

Block 1 (Ausgangssituation)

Problem in 2 bis 3 Sätzen, Projektziel messbar formuliert

Block 2 (Vorgehen)

Gewählte Methode, wichtigste Entscheidung, geprüfte Alternative

Block 3 (Ergebnis)

Kernkennzahl (Vorher/Nachher), wichtigste Erkenntnis

Block 4 (Fazit)

Was lief gut, was würdest du anders machen, Ausblick

Fußzeile

Quellen zu übernommenen Inhalten; weiterführende Informationen bei Bedarf

Fiktives Kurzbeispiel für die vier Blöcke: Ausgangssituation: Eine Freigabe dauert bisher 5 Tage; Ziel sind höchstens 2 Tage. Vorgehen: Ein zentrales Formular mit automatischer Weiterleitung wird mit dem bisherigen E-Mail-Verfahren verglichen und im Pilotbetrieb getestet. Ergebnis: Bei 20 Pilotvorgängen liegt die mittlere Bearbeitungszeit bei 1,8 Tagen. Fazit: Das Zeit-Ziel ist erreicht; beim nächsten Projekt sollten die Nutzenden früher testen. Als Nächstes wird die Übertragung auf weitere Abteilungen geprüft.

Was nicht aufs Handout gehört

Vermeide lange Fließtextpassagen; kurze Sätze oder Stichpunkte machen das Handout schnell erfassbar. Der Prüfungsausschuss soll dir zuhören, nicht lesen. Verzichte ebenso auf komplette Methodikdetails, lange Quellenverzeichnisse und alles, was du in der Präsentation nicht erwähnst. Das Handout ist eine Kurzfassung, kein Auszug aus der schriftlichen Arbeit.

Drucke genügend Exemplare für die angekündigte Zahl der Prüfenden aus, etwa 3 bis 4 Stück bei entsprechend besetztem Ausschuss. Ein sauber gedrucktes Handout auf gutem Papier wirkt professioneller als ein schief kopiertes Blatt.

Zeitmanagement und Notfallplan

Ein Richtwert fürs Sprechtempo: etwa 120 bis 140 Wörter pro Minute. Prüfe im Probevortrag, ob dein Publikum dir bei diesem Tempo gut folgen kann. Bei 12 Minuten Redezeit entspricht das etwa 1.500 Wörtern als grobe Orientierung. Beim freien Sprechen zählt allerdings die Struktur, nicht der exakte Wortlaut.

Zeitmarken setzen: Passend zum Fünf-Phasen-Beispiel für 12 Minuten: Nach 3 Minuten ist die Problemstellung abgeschlossen, nach 6 Minuten das Vorgehen, nach 10 Minuten beginnt das Fazit. Passe diese Marken an deine vorgegebene Zeit an und schreibe sie auf deine Moderationskarten.

Notfallplan bei Zeitproblemen: Wenn du nach 6 Minuten noch bei der Problemstellung bist, fasse das Vorgehen anhand der wichtigsten Entscheidungen kurz zusammen. Überspringe die Detailfolie zur Umsetzung und geh danach zu den Ergebnissen. Das Fazit darfst du nie opfern, weil es den Abschluss bildet.

Erstelle vor der Präsentation eine Cut-Liste: Welche Folien oder Passagen kannst du im Notfall weglassen? Typische Kandidaten sind die detaillierte Umsetzungsfolie und ausführliche Beispiele. Die Ergebnis-Folie mit Kennzahlen bleibt immer drin.

Fachgespräch: Fragenkatalog mit Antwortstrategien

Wenn nach der Präsentation ein Fachgespräch vorgesehen ist, stellt der Prüfungsausschuss Fragen zu deinem Projekt, deinem Vorgehen und deinem Fachgebiet. Die Fragen lassen sich in fünf Kategorien einteilen. Zu jeder Kategorie findest du hier typische Fragen und ein Antwort-Framework.

Dreischritt für das Fachgespräch zur Projektarbeit, Alternativen nennen, Kriterien zu Kosten, Zeit und Machbarkeit erklären, Wahl begründen.

Kategorie 1: Entscheidungen und Alternativen

Typische Fragen: „Warum haben Sie sich für diese Lösung entschieden?“ „Welche Alternativen gab es?“

Antwort-Framework: Nenne die Alternativen, beschreibe die Entscheidungskriterien (Kosten, Zeit, Machbarkeit) und erkläre, warum die gewählte Lösung diese Kriterien am besten erfüllt.

Kategorie 2: Risiken und Trade-offs

Typische Fragen: „Welche Risiken gab es?“ „Was haben Sie bewusst in Kauf genommen?“

Antwort-Framework: Benenne das Risiko konkret, erkläre, wie du es bewertet hast, und beschreibe die Maßnahme, die du ergriffen hast (akzeptiert, minimiert, vermieden).

Kategorie 3: Wirtschaftlichkeit

Typische Fragen: „Was hat das Projekt gekostet?“ „Welchen Nutzen hat es gebracht?“ „Wann amortisiert sich die Investition?“

Antwort-Framework: Nenne konkrete Zahlen (Personalstunden, Materialkosten, eingesparte Zeit pro Vorgang). Wenn du keinen ROI berechnet hast, erkläre, warum (z. B. qualitativer Nutzen, der sich nicht beziffern lässt).

Kategorie 4: Qualität und Validierung

Typische Fragen: „Wie haben Sie die Qualität sichergestellt?“ „Wie haben Sie getestet?“

Antwort-Framework: Beschreibe dein Testverfahren (Funktionstest, Nutzertest, Review durch Fachkollegen). Nenne ein konkretes Beispiel für einen gefundenen und behobenen Fehler.

Kategorie 5: Übertragbarkeit

Typische Fragen: „Lässt sich die Lösung auf andere Bereiche übertragen?“ „Was wäre in einem anderen Umfeld anders?“

Antwort-Framework: Erkläre, welche Teile der Lösung übertragbar sind und welche Anpassungen nötig wären. Zeige, dass du über den Tellerrand gedacht hast.

Wenn du eine Frage nicht beantworten kannst

Ehrlichkeit ist besser als Herumreden. Nutze einen dieser Sätze:

Formulierungshilfe: „Das haben wir im Rahmen des Projekts nicht untersucht, weil der Fokus auf X lag.“ Oder: „Diese Frage kann ich nicht sicher beantworten. Ich würde das im Nachgang prüfen und mich dazu informieren.“

Der Prüfungsausschuss erwartet nicht, dass du alles weißt. Er erwartet Reflexionsfähigkeit.

Technik-Backup: Formate, Schriften, Demo

Mit Vorbereitung und einem Backup kannst du technische Risiken verringern. Die wichtigsten Punkte im Überblick.

Dateiformate: Speichere deine Präsentation als PPTX (oder das Format deines Programms) und zusätzlich als PDF. Das PDF ist dein Backup, falls die Originaldatei nicht funktioniert. Bring beides auf einem USB-Stick mit. Wenn du einen eigenen Laptop nutzen darfst, nimm trotzdem den USB-Stick als zweite Absicherung mit.

Schriften einbetten: Bette besondere Schriftarten ein, wenn deine PowerPoint-Version und die Schriftlizenz das unterstützen. In PowerPoint für Windows geht das unter Datei, Optionen, Speichern, „Schriftarten in der Datei einbetten“. Alternativ nutze auf dem Zielrechner verfügbare Schriften, etwa Arial oder Calibri, und prüfe die Darstellung.

Seitenverhältnis: Kläre vorab, ob der Beamer 16:9 oder 4:3 darstellt. Erstelle deine Präsentation im passenden Format. Im Zweifel ist 16:9 heute Standard.

Live-Demo sicher durchführen: Prüfe vorher drei Punkte: Zeigt die Demo etwas, das ein Screenshot nicht zeigen kann? Ist das Risiko eines technischen Problems vertretbar? Hast du ein Backup (Screenshots oder Video) vorbereitet? Wenn du alle drei Fragen mit Ja beantwortest, plane den Ablauf genau. Starte die Anwendung vor der Präsentation, damit sie beim Zeigen sofort bereit ist. Wenn die Demo scheitert, wechsle ohne Hektik: „Die Live-Ansicht zeige ich Ihnen hier als Screenshot.“ Übe den Wechsel einmal, damit er im Ernstfall flüssig klappt.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

  • Zu viel Text auf den Folien

    Problem: Du nutzt die Folien als Skript, weil du unsicher bist.

    So behebst du es: Gib jeder Folie eine Kernaussage und entferne Text, der nur dein gesprochenes Skript wiederholt. Moderationskarten können Formulierungen aufnehmen; die Folie zeigt Belege, Struktur oder Visualisierung.

  • Ablesen statt frei sprechen

    Problem: Zu wenig geübt oder zu viel Text als Sicherheitsnetz.

    So behebst du es: Übe, bis Zeit, Übergänge und Kernaussagen in mehreren Durchläufen stabil sind, darunter ein Durchlauf ohne Folientext als Skript und einer vor Testpublikum.

  • Zeitvorgabe deutlich verfehlt

    Problem: Nicht mit Stoppuhr geübt oder Nervosität am Prüfungstag.

    So behebst du es: Übe jeden Durchlauf mit Stoppuhr. Plane einen Puffer von 1 Minute ein. Erstelle eine Cut-Liste für den Notfall.

  • Technik funktioniert nicht

    Problem: Nur ein Format mitgebracht, Schriften nicht eingebettet, Seitenverhältnis des Beamers nicht geprüft.

    So behebst du es: PPTX und PDF auf USB-Stick, Schriftdarstellung prüfen, Format vorab klären, 10 Minuten vor Beginn im Raum testen, falls er bereits zugänglich ist.

  • Fachgespräch unterschätzt

    Problem: Fokus nur auf die Präsentation, keine Vorbereitung auf Rückfragen.

    So behebst du es: Geh den Fragenkatalog oben durch und formuliere zu jeder Kategorie eine Antwort. Bitte jemanden, dich abzufragen.

Nächster Schritt: Probevortrag und Technikcheck

Deine Präsentation ist fertig, wenn der Folien-Blueprint umgesetzt ist, ein verlangtes oder vereinbartes Handout bereitliegt und du den Fragenkatalog durchgearbeitet hast. Der letzte Schritt vor dem Prüfungstermin ist der Probevortrag. Halte ihn vor einer Person, die dir ehrliches Feedback gibt. Achte dabei auf Zeit, Verständlichkeit und Blickkontakt.

Checkliste vor dem Termin

Am Abend vorher

  • USB-Stick mit PPTX und PDF packen

  • Vereinbarte Handouts zählen und einpacken

  • Erlaubte Moderationskarten bereitlegen

  • Kleidung rauslegen

  • Wecker stellen mit Puffer für Anfahrt

Am Prüfungstag

  • Früh genug ankommen (mindestens 15 Minuten vor Beginn)

  • Technik testen, falls Raum zugänglich

  • Ein Handout nur wie vereinbart auslegen

  • Wasser bereitstellen

  • Kurz durchatmen, dann loslegen

Wenn du noch an der schriftlichen Arbeit feilst, helfen dir die Artikel zur Einleitung, zum Fazit und zur Gliederung der Projektarbeit weiter.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Folien sind wirklich sinnvoll?

Eine feste Folienzahl gibt es nicht. Plane zuerst deine Pflichtinhalte und teste anschließend im Probevortrag, wie viel Zeit jede Folie wirklich braucht. Eine komplexe Grafik kann mehrere Minuten tragen, während eine kurze Übergangsfolie nur wenige Sekunden benötigt.

Darf ich während der Präsentation Notizen verwenden?

Nutze Notizen nur, wenn deine Prüfungsstelle sie erlaubt. Falls ja, eignen sich knappe Stichworte auf Moderationskarten; ausformulierte Sätze verleiten zum Ablesen. Kläre auch, ob Ausdrucke, Presenter-Notizen oder andere Hilfsmittel zulässig sind.

Soll ich eine Live-Demo zeigen oder lieber nicht?

Eine Demo lohnt sich, wenn sie einen prüfungsrelevanten Mehrwert zeigt, den Screenshots nicht vermitteln. Plane ihre Dauer im individuellen Zeitbudget ein und halte einen zulässigen Offline-Ersatz bereit. Verzichte darauf, wenn sie nur Bedienung zeigt oder das technische Ausfallrisiko den Erkenntnisgewinn überwiegt.

Was, wenn ich in der Fragerunde kritisch angegriffen werde?

Bleib sachlich und nimm die Kritik ernst. Erkläre deine Entscheidung mit konkreten Gründen: „Wir haben uns für X entschieden, weil das die Anforderungen am besten erfüllt hat.“ Wenn die Kritik berechtigt ist, gib das zu: „Das ist ein valider Punkt. Im Nachhinein hätte ich das anders gelöst.“ Das zeigt Reflexionsfähigkeit.

Welche Unterlagen muss ich mitbringen?

Es gibt keine universelle Packliste. Maßgeblich sind Einladung und Prüfungsstelle: erlaubte Hilfsmittel, vorhandene Anschlüsse, eigener Laptop, Dateiformat und gegebenenfalls Handout. Nimm die verlangten und die ausdrücklich erlaubten Unterlagen mit, teste deine Technik und halte eine zulässige Offline-Sicherung bereit.

Wie unterscheidet sich die IHK-Präsentation von einer Hochschulpräsentation?

Die Unterschiede hängen vom Beruf, Studiengang und Prüfungsformat ab. Bei IHK-Projekten sind betrieblicher Nutzen, begründete Entscheidungen und relevanter Fachhintergrund wichtig. Hochschulpräsentationen verbinden die Ergebnisse häufig mit wissenschaftlichen Methoden und Forschungsliteratur. In beiden Fällen solltest du Vorgehen, Alternativen und Grenzen erklären können. Die konkrete Gewichtung und die Form der Rückfragen ergeben sich aus deinen Bewertungskriterien.

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