Inhaltsverzeichnis
Eine Facharbeit-Präsentation dauert je nach Schule 8 bis 15 Minuten (prüfe deinen Leitfaden). Strukturiere in fünf Phasen: Einstieg, Leitfrage, Vorgehen, Ergebnisse, Fazit. Als Richtwert: häufig 8 bis 12 Folien und ein einseitiges Handout. Übe mindestens dreimal laut mit Stoppuhr.
Die Präsentation deiner Facharbeit ist oft der letzte Schritt vor der Abgabe. Du stellst deine Ergebnisse vor, beantwortest Fragen und zeigst, dass du dein Thema durchdrungen hast. Hier erfährst du, wie du Folien und Handout erstellst, die Zeit einteilst, souverän vorträgst und Rückfragen meisterst.
Was erwartet dich bei der Präsentation?
Bei vielen Schulen gehört eine mündliche Präsentation oder ein Kolloquium zur Facharbeit dazu. Du präsentierst deine Arbeit vor der Lehrkraft, manchmal auch vor der Klasse. Anschließend folgt oft eine kurze Fragerunde, in der du zeigst, dass du dich mit dem Thema auseinandergesetzt hast.
Die Begriffe werden oft synonym verwendet, meinen aber manchmal unterschiedliche Formate. Bei einer Präsentation liegt der Fokus auf dem Vortrag deiner Ergebnisse, die Fragerunde ist meist kurz. Ein Kolloquium betont stärker das Fachgespräch: Die Fragerunde ist länger und kann tiefer in Methodik, Quellen und Reflexion gehen.
Für dich heißt das: Prüfe im Leitfaden, welches Format deine Schule nutzt und wie es bewertet wird. Bereite dich in beiden Fällen auf Rückfragen vor.
Die Präsentation ist keine Nacherzählung deiner gesamten Arbeit. Du konzentrierst dich auf die Leitfrage, dein Vorgehen und die wichtigsten Ergebnisse. Details, die in der schriftlichen Arbeit stehen, kannst du weglassen oder nur kurz erwähnen.
Die genauen Anforderungen variieren je nach Schule und Bundesland. Manche Schulen bewerten die Präsentation separat, andere zählen sie zur Gesamtnote der Facharbeit. Prüfe den Leitfaden deiner Schule, um die konkreten Vorgaben zu kennen.
Aufbau der Präsentation: Fünf Phasen
Eine gute Präsentation folgt einer klaren Struktur. Die fünf Phasen Einstieg, Leitfrage, Vorgehen, Ergebnisse und Fazit helfen dir, den roten Faden zu halten. Dein Publikum weiß so immer, wo du gerade bist und wohin du gehst.
Du begrüßt, nennst dein Thema und machst neugierig. Ein Beispiel, eine Zahl oder eine kurze Anekdote funktionieren gut als Aufhänger.
Beispiel: „Wusstet ihr, dass 90 Prozent der Jugendlichen täglich Social Media nutzen? Genau darum geht es in meiner Facharbeit."
Du nennst deine zentrale Fragestellung. Die Leitfrage ist der Kern deiner Arbeit und sollte klar formuliert sein.
Beispiel: „Meine Leitfrage lautet: Welchen Einfluss hat Social Media auf das Selbstbild von Jugendlichen?"
Du erklärst kurz, wie du die Frage beantwortet hast. Welche Quellen, Methoden oder Experimente hast du genutzt?
Beispiel: „Dazu habe ich drei Studien analysiert und eine kleine Umfrage unter 20 Mitschülern durchgeführt."
Du präsentierst die wichtigsten Erkenntnisse. Konzentriere dich auf zwei bis drei zentrale Punkte, nicht auf jedes Detail.
Beispiel: „Die Analyse zeigt, dass besonders bildbasierte Plattformen einen messbaren Einfluss auf das Körperbild haben."
Du beantwortest die Leitfrage, ziehst ein Resümee und gibst eventuell einen Ausblick.
Beispiel: „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Social Media das Selbstbild beeinflusst, wobei der Effekt stark von der Nutzungsdauer abhängt."
Die fünf Phasen spiegeln im Grunde die Struktur deiner schriftlichen Arbeit wider. Das ist kein Zufall: Wer die Gliederung der Facharbeit verstanden hat, kann sie auch gut präsentieren. Hier ein zweites Beispiel aus den Naturwissenschaften:
„Pflanzen brauchen Licht zum Wachsen, aber macht die Lichtfarbe einen Unterschied? Meine Leitfrage lautet: Wachsen Kressekeimlinge unter rotem Licht schneller als unter blauem? Dazu habe ich ein Experiment mit drei Gruppen durchgeführt und das Wachstum über sieben Tage gemessen. Das Ergebnis: Unter rotem Licht wuchsen die Keimlinge im Schnitt 15 Prozent schneller. Das zeigt, dass die Lichtfarbe einen messbaren Einfluss auf das Pflanzenwachstum hat."
Minutenplan: Zeit richtig einteilen
Die Zeitvorgaben variieren je nach Schule zwischen 8 und 15 Minuten, manchmal plus Fragerunde. Prüfe deinen Leitfaden und plane von dort aus rückwärts. Der folgende Minutenplan zeigt, wie du die Zeit auf die fünf Phasen verteilen kannst.
| Phase | 10 Min | 12 Min | 15 Min |
|---|---|---|---|
| Einstieg + Leitfrage | 1,5 Min | 2 Min | 2,5 Min |
| Vorgehen / Methode | 1,5 Min | 2 Min | 2,5 Min |
| Ergebnisse (Hauptteil) | 5 Min | 6 Min | 7 Min |
| Fazit + Ausblick | 2 Min | 2 Min | 3 Min |
Der Ergebnisteil bekommt die meiste Zeit, weil hier deine eigentliche Arbeit sichtbar wird. Einstieg und Fazit sind kürzer, aber nicht unwichtig: Der Einstieg fesselt, das Fazit bleibt im Gedächtnis. Wenn eine zusätzliche Fragerunde vorgesehen ist, rechne diese nicht in deine Redezeit ein.
Bei nur 8 Minuten kürzt du vor allem bei Methode und Ergebnissen: Erkläre das Vorgehen in einem Satz und beschränke dich auf ein bis zwei Kernergebnisse. Einstieg, Leitfrage und Fazit bleiben erhalten, denn sie geben deinem Vortrag Rahmen und Abschluss.
Für die Folienanzahl gilt als Orientierung: etwa eine Folie pro Minute, manchmal etwas weniger. Bei 10 Minuten sind das 8 bis 10 Folien. Titelfolie und Abschlussfolie zählen mit. Wenn du merkst, dass du zu viele Folien hast, streiche lieber ganze Folien als überall zu kürzen.
Folien gestalten: Weniger ist mehr
Gute Folien unterstützen deinen Vortrag, sie ersetzen ihn nicht. Jede Folie transportiert einen Gedanken. Wenn du alles auf die Folie schreibst, liest dein Publikum statt zuzuhören. Die goldene Regel: Maximal fünf bis sechs Stichpunkte pro Folie, jeder Punkt höchstens eine Zeile.
Achte auf Lesbarkeit: Schriftgröße mindestens 24 Punkt für Fließtext, 32 Punkt oder größer für Überschriften. Dunkle Schrift auf hellem Grund ist am besten lesbar, heller Text auf dunklem Grund funktioniert auch, aber prüfe den Kontrast. Vermeide bunte Hintergründe und zu viele Farben.
Bilder und Diagramme machen Folien anschaulich. Nutze sie gezielt, um Ergebnisse zu visualisieren oder komplexe Zusammenhänge zu zeigen. Eigene Grafiken beschriftest du mit „Eigene Darstellung". Bei fremden Bildern brauchst du ein Nutzungsrecht, etwa durch eine freie Lizenz. Plattformen wie Unsplash oder Wikimedia Commons bieten Bilder mit solchen Lizenzen. Zusätzlich zum Nutzungsrecht gibst du die Quelle an, zum Beispiel klein in der Ecke „Quelle: Müller 2023".
Eine bewährte Folienstruktur für die Facharbeit: Titelfolie mit Name, Thema, Fach und Datum. Dann eine Agenda-Folie mit den fünf Phasen. Es folgen Leitfrage, Methode, zwei bis vier Ergebnisfolien und das Fazit. Optional kannst du eine Quellenfolie oder eine Backup-Folie mit Details ergänzen, falls Fragen kommen.
Speichere deine Präsentation als PDF, bevor du sie auf einem fremden Rechner öffnest. So vermeidest du Formatierungsprobleme. Prüfe am Präsentationsrechner, ob Schriften korrekt angezeigt werden und Videos funktionieren.
Das Handout richtig gestalten
Ein Handout fasst deine Präsentation auf einer Seite zusammen. Ob es Pflicht ist, hängt von deiner Schule ab. Häufig wird ein Handout erwartet, manchmal ist es optional, selten explizit unerwünscht. Prüfe die Vorgaben im Leitfaden oder frag deine Lehrkraft direkt.
Der Aufbau ist meist ähnlich: Kopfzeile mit Name, Datum, Fach, Kurs und Thema. Darunter die Leitfrage und die wichtigsten Punkte als Stichworte. Am Ende stehen oft zwei bis drei zentrale Quellen aus deinem Literaturverzeichnis. Ob Quellen zwingend sind, variiert. Manche Lehrkräfte möchten sie sehen, andere nicht.
Eine Seite ist der übliche Umfang. Bei komplexen Themen kann auch Vorder- und Rückseite akzeptabel sein, aber kläre das vorher ab. Grafiken oder kleine Tabellen sind erlaubt, wenn sie den Inhalt verdeutlichen. Das Handout kann vor der Präsentation verteilt werden oder danach, je nach Absprache.
Kopfzeile: Max Mustermann, 12.03.2026, Deutsch LK, Frau Schmidt
Thema: Einsamkeit in Kafkas „Die Verwandlung"
Leitfrage: Wie gestaltet Kafka das Motiv der Einsamkeit literarisch?
Gliederung:
1. Einführung in Werk und Autor
2. Raumdarstellung als Symbol der Isolation
3. Kommunikationsverfall in der Familie
4. Fazit: Einsamkeit als zentrales Motiv
Quellen: Kafka, Franz (1915): Die Verwandlung. Leipzig. | Engel, Manfred (2010):
Kafka-Handbuch. Stuttgart.
Fragerunde souverän meistern
Nach dem Vortrag folgt oft eine Fragerunde, in der du zeigst, dass du dein Thema wirklich verstanden hast. Die Fragen sind selten gemein gemeint. Lehrkräfte wollen sehen, ob du reflektiert hast und über den vorgetragenen Inhalt hinaus denken kannst.
Typische Fragearten betreffen deine Methodik (Warum hast du diese Quellen gewählt?), die Grenzen deiner Arbeit (Was konntest du nicht untersuchen?), die Übertragbarkeit (Gilt das auch für andere Fälle?) und deine persönliche Einschätzung (Was hat dich überrascht?). Überlege dir vorab Antworten auf diese Kategorien.
Hilfreiche Satzbausteine für schwierige Momente: „Gute Frage, dazu kann ich sagen…" kauft dir Zeit zum Nachdenken. „Das habe ich nicht explizit untersucht, aber meine Vermutung wäre…" zeigt Ehrlichkeit ohne Unsicherheit. „Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, hätte ich zusätzlich…" beweist Reflexion. Vermeide „Das weiß ich nicht" ohne Ergänzung. Besser: „Das liegt außerhalb meiner Untersuchung, aber es wäre spannend zu prüfen, ob…"
Bei einem Blackout hilft es, zur Leitfrage zurückzukehren. Frag dich: Was war meine zentrale Frage? Was habe ich herausgefunden? Von dort aus kannst du fast jede Antwort herleiten. Eine kurze Pause wirkt souveräner, als sie sich anfühlt. Sag ruhig: „Moment, ich sortiere mich kurz."
Tipps für den Vortrag
Blickkontakt ist wichtiger als perfekte Formulierungen. Schau dein Publikum an, nicht die Wand oder deine Schuhe. Wenn du nervös bist, such dir eine freundliche Person im Raum und sprich zu ihr. Das gibt Sicherheit.
Sprich langsamer, als du denkst. Nervosität beschleunigt die Sprache. Bewusst langsam zu sprechen wirkt souverän und gibt dir Zeit zum Nachdenken. Kurze Pausen nach wichtigen Aussagen helfen dem Publikum, das Gesagte zu verarbeiten.
Nutze Stichwortkarten, wenn du sie brauchst. Sie geben Sicherheit und verhindern, dass du den Faden verlierst. Schreibe auf jede Karte nur ein Stichwort oder eine Zahl, nicht ganze Sätze. So bist du gezwungen, frei zu sprechen.
Steh aufrecht und nutze deine Hände. Verschränkte Arme oder Hände in den Hosentaschen wirken unsicher. Offene Gesten unterstreichen deine Aussagen. Wenn du nicht weißt, wohin mit den Händen, halte deine Stichwortkarten oder einen Stift.
Checkliste: Vor der Präsentation prüfen
Diese Schnellprüfung hilft dir, nichts zu vergessen. Geh die Punkte am Abend vor der Präsentation durch. Die Gewichtung der einzelnen Aspekte variiert je nach Schule und Lehrkraft.
- Inhalt und Struktur: Ist die Leitfrage klar formuliert? Sind alle fünf Phasen abgedeckt? Stimmt der Minutenplan mit der Zeitvorgabe? Hast du das Fazit mit einer klaren Antwort auf die Leitfrage?
- Folien und Handout: Maximal fünf bis sechs Punkte pro Folie? Schrift groß genug (mindestens 24 Punkt)? Quellenangaben bei fremden Bildern? Handout auf einer Seite mit Kopfzeile, Leitfrage und Gliederung?
- Technik: Präsentation als PDF gespeichert? USB-Stick oder Laptop dabei? Funktioniert der Beamer? Plan B mit ausgedruckten Folien?
- Vorbereitung: Mindestens drei Übungsdurchläufe mit Stoppuhr? Antworten auf typische Rückfragen überlegt? Stichwortkarten vorbereitet?
Nach der Präsentation steht oft die endgültige Abgabe deiner Facharbeit an. Prüfe dann Deckblatt, Inhaltsverzeichnis und Selbstständigkeitserklärung. Exportiere als PDF und kontrolliere Seitenränder, Seitenzahlen und eingebettete Bilder. Für den Druck und die Bindung kannst du deine Facharbeit bei BachelorHero konfigurieren.
Häufig gestellte Fragen
Was gehört auf eine Quellen- oder Backupfolie?
Eine Quellenfolie listet die zwei bis vier wichtigsten Quellen deiner Arbeit mit Kurzangabe (Autor, Jahr). Eine Backupfolie enthält Details, die du im Vortrag weglässt, aber bei Rückfragen zeigen kannst, etwa zusätzliche Daten oder Definitionen. Beide sind optional, zeigen aber Vorbereitung.
Was mache ich, wenn ich die Zeit überziehe?
Kürze bei den Ergebnissen, nicht beim Fazit. Überspringe Details und fasse zusammen: „Aus Zeitgründen zeige ich nur das wichtigste Ergebnis." Dein Fazit mit der Antwort auf die Leitfrage sollte immer dabei sein.
Wie beantworte ich die Frage nach den Grenzen meiner Arbeit?
Nenne konkret, was du nicht untersucht hast und warum, etwa Zeitrahmen, fehlende Daten oder bewusste Eingrenzung. Beispiel: „Ich habe nur deutschsprachige Quellen verwendet, weil der Fokus auf dem deutschen Kontext lag." Das zeigt Reflexion statt Schwäche.
Darf ich Bilder und Diagramme nutzen und wie kennzeichne ich Quellen?
Ja, Bilder und Diagramme machen Folien anschaulicher. Kennzeichne fremde Bilder klein in der Ecke mit Quelle und Jahr, zum Beispiel „Quelle: Müller 2023". Nutze nur Bilder mit freier Lizenz oder Nutzungsrecht, etwa von Unsplash oder Wikimedia Commons. Eine Quellenangabe allein ersetzt kein Nutzungsrecht.
Wie kann ich einem Blackout vorbeugen?
Übe den Vortrag mindestens dreimal komplett durch, bis die Struktur sitzt. Nutze Stichwortkarten mit einem Kernbegriff pro Folie als Sicherheitsnetz. Schlaf ausreichend, trink vor der Präsentation Wasser und atme vor dem Start bewusst drei- bis viermal tief durch.
Deckblatt der Facharbeit
Das Fazit der Facharbeit
Hauptteil der Facharbeit