Inhaltsverzeichnis
Das Abkürzungsverzeichnis listet alle fachspezifischen Abkürzungen deiner Facharbeit alphabetisch auf und erklärt sie. Hier erfährst du, wann ein Verzeichnis sinnvoll ist, wie du es formatierst und welche Abkürzungen hineingehören.
Kurzantwort: Du brauchst ein Abkürzungsverzeichnis, wenn du mehrere fachspezifische Abkürzungen verwendest, die fachfremde Lesende nicht sofort verstehen. Als Richtwert gilt: ab etwa fünf verschiedenen Abkürzungen. Es steht meist nach dem Inhaltsverzeichnis. Beim ersten Auftauchen im Text schreibst du den Begriff aus und setzt die Abkürzung in Klammern dahinter. Die Vorgaben deiner Schule haben immer Vorrang vor allgemeinen Empfehlungen.
Format: Zweispaltig, alphabetisch nach Abkürzung sortiert.
Position: Nach dem Inhaltsverzeichnis, vor dem Fließtext.
Einführung im Text: Beim ersten Verwenden: „Europäische Zentralbank (EZB)".
Wann brauche ich ein Abkürzungsverzeichnis?
Ein Abkürzungsverzeichnis ist sinnvoll, wenn du in deiner Facharbeit mehrere fachspezifische Abkürzungen verwendest. Bei nur ein oder zwei Abkürzungen reicht es oft, diese bei der ersten Verwendung im Text zu erklären, ohne ein eigenes Verzeichnis anzulegen.
Ob ein Verzeichnis Pflicht ist, hängt von den Vorgaben deiner Schule ab. Manche Schulen verlangen es grundsätzlich, andere nur ab einer bestimmten Anzahl von Abkürzungen. Prüfe den Leitfaden deiner Schule oder frag deine Lehrkraft. Ein übersichtliches Verzeichnis ist selten verkehrt, denn es erleichtert das Lesen und zeigt, dass du sorgfältig gearbeitet hast.
In naturwissenschaftlichen Facharbeiten (Biologie, Chemie, Physik) sind Abkürzungsverzeichnisse häufiger, weil dort viele Fachbegriffe und Formeln vorkommen. In geisteswissenschaftlichen Facharbeiten (Geschichte, Deutsch) begegnen dir eher Abkürzungen für Institutionen oder historische Begriffe.
Abgrenzung: Glossar und Symbolverzeichnis
Das Abkürzungsverzeichnis wird manchmal mit dem Glossar oder Symbolverzeichnis verwechselt. Alle drei erfüllen unterschiedliche Funktionen und können in einer Arbeit parallel vorkommen.
Abkürzungsverzeichnis
Zweck: Kurzform → Langform
Beispiel: EZB → Europäische Zentralbank
Sortierung: Nach Abkürzung (A–Z)
Typische Fächer: Alle Fächer
Glossar
Zweck: Begriff → Definition
Beispiel: Photosynthese → Umwandlung von Licht in chemische Energie
Sortierung: Nach Begriff (A–Z)
Typische Fächer: Geisteswiss., Bio
Symbolverzeichnis
Zweck: Zeichen → Bedeutung
Beispiel: α → Signifikanzniveau, Δ → Differenz
Sortierung: Nach Symbol oder Auftreten
Typische Fächer: Mathe, Physik, Chemie
| Zweck | Beispiel | Sortierung | Typische Fächer | |
|---|---|---|---|---|
| Abkürzungsverzeichnis | Kurzform → Langform | EZB → Europäische Zentralbank | Nach Abkürzung (A–Z) | Alle Fächer |
| Glossar | Begriff → Definition | Photosynthese → Umwandlung von Licht in chemische Energie | Nach Begriff (A–Z) | Geisteswiss., Bio |
| Symbolverzeichnis | Zeichen → Bedeutung | α → Signifikanzniveau, Δ → Differenz | Nach Symbol oder Auftreten | Mathe, Physik, Chemie |
Wann brauchst du was? Wenn du nur Kurzformen verwendest (DDR, DNA, BIP), reicht ein Abkürzungsverzeichnis. Wenn du Fachbegriffe erklären musst, die nicht selbsterklärend sind, brauchst du ein Glossar. Bei Formeln und mathematischen Symbolen kommt ein Symbolverzeichnis hinzu. In den meisten Facharbeiten ist nur ein Abkürzungsverzeichnis nötig. Prüfe die Vorgaben deiner Schule, ob zusätzliche Verzeichnisse erwartet werden.
Aufbau und Formatierung
Das Abkürzungsverzeichnis folgt einem einfachen Aufbau: Links steht die Abkürzung, rechts die vollständige Erklärung. Die Einträge sind alphabetisch nach der Abkürzung sortiert, nicht nach dem ausgeschriebenen Begriff.
Die Formatierung orientiert sich an den übrigen Verzeichnissen deiner Arbeit. Verwende dieselbe Schriftart und Schriftgröße wie im Fließtext. Bei Schrift und Abständen gelten die Vorgaben deiner Schule. Falls keine existieren, sind Times New Roman oder Arial in 12 Punkt ein üblicher Richtwert.
Schritt für Schritt in Word erstellen
So erstellst du dein Abkürzungsverzeichnis in Word sauber und effizient:
Tabelle einfügen: Über das Menü eine Tabelle mit 2 Spalten anlegen.
Rahmen entfernen: Über die Tabellenformatierung die Rahmenlinien ausblenden.
Spaltenbreiten anpassen: Linke Spalte schmal halten, rechte Spalte für Erklärungen.
Einträge einfügen: Links Abkürzung, rechts vollständige Erklärung.
Alphabetisch sortieren: Tabelle markieren und über die Sortierfunktion nach Spalte 1 (A–Z) sortieren.
Abgleich: Mit Strg+F (bzw. Cmd+F) prüfen, ob jede Abkürzung im Text vorkommt.
Die genauen Menübezeichnungen können je nach Word-Version leicht abweichen.
Google Docs: Der Ablauf ist ähnlich. Füge eine Tabelle mit 2 Spalten ein und setze die Rahmenfarbe auf Weiß (über Tabelleneigenschaften). Für die alphabetische Sortierung musst du manuell vorgehen oder die Daten kurz in eine Tabellenkalkulation kopieren.
Abkürzungsverzeichnis Facharbeit: Beispiel
So könnte ein Abkürzungsverzeichnis in einer Facharbeit im Fach Geschichte aussehen. Die Abkürzungen sind alphabetisch sortiert, die Erklärungen stehen in der zweiten Spalte sauber ausgerichtet.
Ein Beispiel für eine Biologie-Facharbeit könnte andere Abkürzungen enthalten:
Bei Abkürzungen aus dem Englischen kannst du die Erklärung auf Englisch belassen oder eine deutsche Übersetzung ergänzen. Entscheide dich für eine Variante und bleibe dabei konsequent.
Kopiere diese Struktur in Word, ersetze die Platzhalter und sortiere alphabetisch.
Abkürzungen im Text richtig einführen
Auch wenn du ein Abkürzungsverzeichnis hast, musst du jede Abkürzung bei der ersten Verwendung im Fließtext einführen. Das bedeutet: Du schreibst den Begriff zunächst vollständig aus und setzt die Abkürzung in Klammern dahinter. Ab dann verwendest du nur noch die Abkürzung.
„Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) wurde 1949 gegründet. Die DDR existierte bis zur Wiedervereinigung im Jahr 1990..."
Nach der ersten Erwähnung verwendest du durchgehend „DDR". Das Verzeichnis dient als Nachschlagewerk für Lesende, die mittendrin einsteigen oder eine Abkürzung vergessen haben.
Führe Abkürzungen nur ein, wenn du sie mehrfach verwendest. Kommt ein Begriff nur einmal vor, schreibe ihn aus, ohne eine Abkürzung einzuführen. Als Richtwert: Wenn ein Begriff etwa dreimal oder öfter vorkommt, lohnt sich eine Abkürzung im Text. Das ist eine andere Entscheidung als die Frage, ob du ein Verzeichnis brauchst (Richtwert: ab etwa fünf verschiedenen fachspezifischen Abkürzungen). Was genau als „mehrfach" gilt, kann je nach Lehrkraft oder Leitfaden variieren.
Welche Abkürzungen gehören hinein?
Nicht jede Abkürzung gehört ins Verzeichnis. Mit diesem Schnellcheck entscheidest du, ob ein Eintrag sinnvoll ist.
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Kommt die Abkürzung mindestens 3× im Text vor? → Falls nein: Begriff ausschreiben.
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Ist die Abkürzung fachspezifisch? → Falls ja: meist aufnehmen.
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Würde eine fachfremde Person die Abkürzung verstehen? → Falls nein: aufnehmen.
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Ist die Abkürzung bei der ersten Verwendung eingeführt?
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Steht die Abkürzung tatsächlich im Text? → Nur verwendete Abkürzungen ins Verzeichnis.
Typische Kandidaten fürs Abkürzungsverzeichnis sind Institutionen (EZB, WHO, UNO), historische Begriffe (DDR, BRD, NS), Fachbegriffe aus deinem Themengebiet (DNA, ATP, BIP) und fachspezifische Methoden oder Konzepte.
Nicht ins Verzeichnis gehören allgemein bekannte Abkürzungen wie z. B., etc., usw., vgl., S. (Seite) oder Nr. (Nummer). Auch gängige Maßeinheiten wie km, kg, ml oder °C sind nicht erklärungsbedürftig.
Erstelle das Verzeichnis am besten ganz am Ende, wenn dein Text fertig ist. So stellst du sicher, dass alle tatsächlich verwendeten Abkürzungen enthalten sind und keine „Leichen" übrig bleiben.
Sortierung und Sonderfälle
Bei der alphabetischen Sortierung und Schreibweise tauchen immer wieder Grenzfälle auf. Hier die wichtigsten Regeln, damit dein Verzeichnis konsistent bleibt.
Umlaute werden üblicherweise aufgelöst: ä = ae, ö = oe, ü = ue. Die Abkürzung „ÄKV" würde also wie „AEKV" einsortiert. Manche Schulen sortieren Umlaute direkt nach dem Grundbuchstaben. Prüfe, ob es eine Vorgabe gibt.
Zahlen am Anfang (z. B. „3D", „5G") kannst du in einem eigenen Block vor A auflisten oder direkt vor A einsortieren. Wähle eine Variante und bleibe konsequent.
Bindestriche und Schrägstriche in Abkürzungen (z. B. „IT-Sicherheit", „UN/ECE") werden bei der Sortierung meist ignoriert. „IT-Sicherheit" steht unter I wie „IT". Im Verzeichnis schreibst du die Abkürzung exakt so, wie du sie im Text verwendest.
Pluralformen: Im Verzeichnis steht nur die Grundform. Im Text gilt: Bei Initialwörtern wie „KMU" oder „LKW" bleibt die Abkürzung im Plural meist unverändert („die KMU", „die LKW"). Ein angehängtes Plural-s („die KMUs", „die LKWs") ist umgangssprachlich verbreitet, aber in wissenschaftlichen Arbeiten seltener. Entscheide dich für eine Variante und bleibe konsequent. Falls deine Schule eine Vorgabe hat, befolge diese.
Mehrdeutige Abkürzungen: Wenn eine Abkürzung für zwei verschiedene Begriffe steht (z. B. „AG" für Aktiengesellschaft und Arbeitsgemeinschaft), führe beide Bedeutungen auf oder verwende nur eine in deiner Arbeit. Im Verzeichnis: „AG – Aktiengesellschaft (in dieser Arbeit)".
Abkürzungen mit Punkten oder Leerzeichen wie „i. d. R." oder „z. B." gehören in der Regel nicht ins Verzeichnis, weil sie allgemein bekannt sind. Falls du sie doch aufnimmst: Bei der Sortierung werden Punkte und Leerzeichen ignoriert („i. d. R." steht unter I).
Groß- und Kleinschreibung spielt für die Sortierung keine Rolle. Achte aber darauf, dass die Schreibweise im Verzeichnis und im Text identisch ist.
Platzierung in der Facharbeit
Die Platzierung des Abkürzungsverzeichnisses variiert je nach Schule. Am häufigsten steht es nach dem Inhaltsverzeichnis und vor dem Abbildungsverzeichnis oder direkt vor dem Fließtext.
Eine typische Reihenfolge sieht so aus: Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis, Abbildungsverzeichnis, dann der Fließtext mit Einleitung, Hauptteil und Fazit. Am Ende folgen Literaturverzeichnis und Selbstständigkeitserklärung.
Prüfe die Gliederungsvorgaben deiner Schule. Dort ist meist genau festgelegt, wo welches Verzeichnis steht. Wenn keine Vorgabe existiert, orientiere dich an der logischen Reihenfolge: Verzeichnisse, die beim Lesen früh nützlich sind, gehören nach vorne.
Nächster Schritt: Abgabe-Check
Dein Abkürzungsverzeichnis ist fertig, wenn alle fachspezifischen Abkürzungen alphabetisch aufgelistet und im Text korrekt eingeführt sind. Bevor du abgibst, exportiere dein Dokument als PDF und gehe diese Checkliste durch.
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Jede Abkürzung im Verzeichnis kommt auch im Text vor.
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Jede Abkürzung im Text ist bei der ersten Verwendung eingeführt.
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Schreibweise im Verzeichnis und Text ist identisch.
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Sortierung ist alphabetisch nach Abkürzung (nicht nach Langform).
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Das Verzeichnis beginnt auf einer eigenen Seite.
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Seitenzahlen laufen korrekt durch.
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Eintrag im Inhaltsverzeichnis mit richtiger Seitenzahl vorhanden.
Typische Fehler: Verzeichnis und Text stimmen nicht überein (Abkürzungen fehlen oder sind überzählig). Abkürzungen sind nicht bei der ersten Verwendung eingeführt. Schreibweisen variieren („EZB" vs. „E.Z.B."). Allgemein bekannte Abkürzungen wie z. B. oder km stehen im Verzeichnis (gehören nicht hinein).
Wenn alles stimmt, kannst du deine Facharbeit drucken und binden lassen. Das Softcover und die Spiralbindung eignen sich besonders für Facharbeiten.
Häufig gestellte Fragen
Wie erstelle ich ein Abkürzungsverzeichnis in Word?
Füge eine Tabelle mit zwei Spalten ein und entferne die Rahmenlinien (über Tabellenformatierung oder Rechtsklick). Trage links die Abkürzungen ein, rechts die Erklärungen. Sortiere alphabetisch über die Sortierfunktion (A–Z). Die genauen Menüpfade variieren je nach Word-Version.
Abkürzungsverzeichnis oder Glossar – was brauche ich?
Das Abkürzungsverzeichnis listet Kurzformen mit ihrer Langform auf (EZB → Europäische Zentralbank). Ein Glossar erklärt Fachbegriffe mit Definitionen. Wenn du Begriffe nur abkürzt, reicht ein Abkürzungsverzeichnis. Wenn du Fachbegriffe erklären musst, brauchst du ein Glossar. Beides kann parallel vorkommen.
Ist ein Abkürzungsverzeichnis in der Facharbeit Pflicht?
Das hängt von den Vorgaben deiner Schule ab. Als Richtwert gilt: Ab etwa fünf fachspezifischen Abkürzungen ist ein Verzeichnis sinnvoll. Prüfe den Leitfaden deiner Schule oder frag deine Lehrkraft. Ein übersichtliches Verzeichnis ist selten verkehrt.
Muss ich Abkürzungen im Text trotzdem erklären?
In der Regel ja. Bei der ersten Verwendung schreibst du den Begriff aus und setzt die Abkürzung in Klammern: „Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) wurde...". Ab dann verwendest du nur noch die Kurzform. Das Verzeichnis dient als Nachschlagewerk.
Wie gehe ich mit Pluralformen von Abkürzungen um?
Bei Initialwörtern wie KMU oder LKW bleibt die Abkürzung im Plural üblicherweise unverändert („die KMU", „die LKW"). Ein angehängtes Plural-s ist umgangssprachlich, in wissenschaftlichen Arbeiten aber seltener. Im Verzeichnis steht nur die Grundform. Entscheide dich für eine Variante und bleibe konsequent.
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Roter Faden in der Facharbeit