Ein Plagiat in der Projektarbeit bedeutet, dass du fremde Gedanken, Texte oder Code nicht als fremd kenntlich machst. Besonders in technischen Dokumentationen können Quellenhinweise bei Code, Grafiken und Herstellerdokumentation leicht verloren gehen. Dieser Artikel hilft dir, solche Übernahmen systematisch zu erkennen und vor der Abgabe zu prüfen; die konkrete Formatierung der Belege erklärt der Ratgeber zum Zitieren in der Projektarbeit.
Kurzantwort: Notiere bei jeder fremden Idee sofort die Quelle, kennzeichne wörtliche Zitate mit Anführungszeichen oder im vorgesehenen Blockzitatformat und belege auch sinngemäße Übernahmen. Die Herkunft von übernommenem Quellcode dokumentierst du mit konkreter Version und Datum, etwa im Codekommentar oder an der von deinem Leitfaden vorgesehenen Stelle. Prüfe vor der Abgabe jeden Beleg gegen das Original.
-
Jede fremde Idee hat eine Quellenangabe
-
Wörtliche Zitate sind durch Anführungszeichen oder Blockzitatformat gekennzeichnet
-
Die Herkunft von Quellcode aus externen Quellen ist dokumentiert
-
Screenshots haben Quellenangaben unter der Abbildung
-
Belege und Quellenverzeichnisse stimmen nach dem gewählten Zitierstil überein
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Plagiat?
Ein Plagiat liegt vor, wenn du Texte, Ideen, Argumente, Code oder Daten anderer übernimmst, ohne die Herkunft angemessen kenntlich zu machen. Das gilt für wörtliche Übernahmen genauso wie für sinngemäße Wiedergaben. Wie ein Verstoß bezeichnet und bewertet wird, richtet sich nach den Regeln deiner Prüfungsstelle; auch unbeabsichtigte Kennzeichnungslücken können fachlich relevant sein.
In der Projektarbeit zeigst du, dass du eigenständig ein Projekt umsetzen und dokumentieren kannst. Dazu gehört, fremdes Wissen von eigener Leistung zu unterscheiden. Wenn du eine Quelle nutzt, machst du das transparent. Damit würdigst du die Arbeit anderer und zeigst gleichzeitig, dass du dich mit der Materie auseinandergesetzt hast.
Allgemeinwissen muss nicht belegt werden. Dass HTTP ein Protokoll zur Datenübertragung ist oder dass relationale Datenbanken Tabellen verwenden, kannst du ohne Quelle schreiben. Sobald du aber konkrete Implementierungsdetails, Studienergebnisse, spezifische Methoden oder fremden Code nennst, brauchst du eine Quellenangabe.
Plagiat vs. Urheberrecht und Lizenz
Plagiat und Urheberrecht werden oft verwechselt, betreffen aber unterschiedliche Fragen. Plagiat dreht sich um Transparenz: Wer hat den Text, den Code oder die Idee entwickelt? Urheberrecht und Lizenzen regeln dagegen das Nutzungsrecht: Darfst du das Material überhaupt verwenden?
Ein Beispiel aus der Praxis: Du findest auf GitHub eine hilfreiche Funktion unter MIT-Lizenz. Die MIT-Lizenz erlaubt dir die Nutzung, Änderung und Weitergabe, sofern du insbesondere den Copyright-Vermerk und den Erlaubnistext in allen Kopien oder wesentlichen Teilen der Software beibehältst. Das löst aber nicht die Plagiatsfrage. In deiner Projektdokumentation musst du trotzdem kenntlich machen, dass der Code nicht von dir stammt.
Plagiat vs. Lizenz: Der Unterschied
| Ebene | Leitfrage | Was du beachten musst |
|---|---|---|
| Plagiat (Zuschreibung) | Wer ist der Urheber? | Du musst fremde Quellen als solche kennzeichnen, egal ob mit oder ohne Lizenz. |
| Lizenz (Nutzungsrecht) | Darfst du das Material nutzen? | Du musst die Lizenzbedingungen einhalten (z. B. MIT, GPL). |
-
Plagiat (Zuschreibung)
Leitfrage
Wer ist der Urheber?
Was du beachten musst
Du musst fremde Quellen als solche kennzeichnen, egal ob mit oder ohne Lizenz.
-
Lizenz (Nutzungsrecht)
Leitfrage
Darfst du das Material nutzen?
Was du beachten musst
Du musst die Lizenzbedingungen einhalten (z. B. MIT, GPL).
Wichtig: Beide Anforderungen gelten unabhängig voneinander. MIT-lizenzierter Code ohne Quellenangabe bleibt ein Plagiat.
Wann werden Lizenzen praktisch relevant? Sobald du fremdes Material verwendest, solltest du prüfen, was seine Lizenz erlaubt und verlangt. Bei einer bloßen Beschreibung ohne Übernahme kann die Lage anders sein als bei eingebettetem Code, einem Repository oder einer Kundenübergabe. Quellenangabe und Lizenzerfüllung bleiben zwei getrennte Prüfungen.
Hinweis zu Vorgaben: Die konkreten Anforderungen variieren je nach Prüfungsordnung, Betriebsvorgaben und Weitergabe-Szenario. Im Zweifel: Prüfe die Lizenzbedingungen und kläre mit deiner Betreuung oder dem Unternehmen, wenn das Projekt veröffentlicht oder an Dritte übergeben werden soll.
Besonderheiten bei Projektarbeiten
Projektarbeiten unterscheiden sich von klassischen Hausarbeiten durch ihren praktischen Anteil. Das bringt besondere Herausforderungen beim Thema Plagiat mit sich.
Technische Dokumentation: Wenn du Software, Systeme oder Prozesse dokumentierst, nutzt du oft Fachbegriffe und Standardformulierungen. Das ist in Ordnung. Problematisch wird es, wenn du Beschreibungen aus Handbüchern, Tutorials oder Dokumentationen wortwörtlich übernimmst, ohne sie als Zitat zu kennzeichnen. Beschreibe lieber in eigenen Worten, was du implementiert hast.
Projektantrag und Dokumentation: Bei IHK-Projektarbeiten basiert die Dokumentation auf dem genehmigten Projektantrag. Du darfst Inhalte aus deinem eigenen Antrag verwenden, solltest aber darauf achten, dass die Dokumentation eigenständig und erweitert ist. Wenn du längere Passagen wörtlich übernimmst, kann ein kurzer Hinweis sinnvoll sein.
Betriebliche Interna: Manche Informationen stammen aus internen Dokumenten, Gesprächen oder Meetings deines Betriebs. Auch hier gilt: Mach transparent, woher die Information kommt. Im Text schreibst du zum Beispiel „laut Gespräch mit M. Schmidt, 15.12.2025“ oder „gemäß interner Spezifikation Server-Infrastruktur v2.1“. Wenn Namen nicht erforderlich sind, kann eine Rollenangabe genügen: „laut Gespräch mit dem Teamleiter Entwicklung, 15.12.2025“. Prüfe bei vertraulichen Informationen, was du verwenden und weitergeben darfst. Die Rollenangabe allein anonymisiert eine Person nicht, wenn sie aus dem Kontext erkennbar bleibt.
Die Dokumentation soll deine Eigenleistung zeigen. Konzentriere dich darauf, was du selbst entschieden, umgesetzt und reflektiert hast. Fremde Konzepte, Frameworks oder Methoden gibst du als solche an. Damit machst du den Umfang deiner Eigenleistung nachvollziehbar.
Formen des Plagiats erkennen
Plagiate treten in verschiedenen Formen auf. Manche sind offensichtlich, andere passieren eher versehentlich. Wenn du die verschiedenen Arten kennst, kannst du sie gezielt vermeiden.
Vollplagiat
Du übernimmst einen fremden Text oder eine komplette Dokumentation und gibst sie als deine eigene aus. Das ist ein schwerer Verstoß gegen die geforderte Eigenständigkeit.
Beispiel: Eine komplette Projektdokumentation aus dem Internet kopieren oder von ehemaligen Azubis übernehmen.
Teilplagiat
Du übernimmst einzelne Passagen, Sätze oder Absätze ohne Quellenangabe. Auch wenn der Rest deiner Arbeit selbst geschrieben ist, bleibt es ein Plagiat.
Beispiel: Einen Absatz aus einem Tutorial kopieren und in deine Dokumentation einfügen, ohne ihn als Zitat zu kennzeichnen.
Paraphrasenplagiat
Du formulierst fremde Gedanken in eigenen Worten um, gibst aber keine Quelle an. Das kann auch passieren, wenn beim Exzerpieren die Herkunft verloren geht.
Beispiel: Du liest eine Methodik in einem Fachbuch und beschreibst sie mit anderen Worten, ohne die Quelle zu nennen.
Code-Plagiat
Du übernimmst Quellcode, Algorithmen oder Konfigurationen von Stack Overflow oder GitHub, ohne die Herkunft anzugeben.
Negativ-Beispiel
Eine Funktion von Stack Overflow kopieren und ohne Herkunftsnachweis als eigene ausgeben.
Richtig machen
Dokumentiere Autor, URL, verwendete Fassung und Datum, etwa im Codekommentar und in der Doku. Prüfe zusätzlich die Lizenz der konkreten Fassung; bei Stack Overflow gelten je nach Veröffentlichungs- oder Bearbeitungsdatum unterschiedliche CC-BY-SA-Versionen.
Weitere Formen sind das Strukturplagiat (du übernimmst eine individuelle Argumentationsstruktur ohne Kennzeichnung; eine übliche Standardgliederung allein ist kein Plagiat), das Selbstplagiat (du verwendest Teile einer eigenen früheren Arbeit ohne Hinweis oder entgegen den Prüfungsregeln; ein Selbstzitat allein erlaubt keine erneute Einreichung) und das Übersetzungsplagiat (du übersetzt einen fremdsprachigen Text ohne Quellenangabe).
Plagiat vermeiden: Die wichtigsten Regeln
Plagiate vermeiden ist einfacher, wenn du von Anfang an systematisch arbeitest. Die wichtigste Regel: Notiere bei jeder Information sofort, woher sie stammt. So kannst du die Angaben beim Schreiben leichter wiederfinden und prüfen.
Schnellcheck: Brauche ich eine Quelle?
Nutze diesen Check während des Schreibens bei jeder neuen Information.
| Situation | Quelle nötig? |
|---|---|
| Code-Snippet aus dem Internet übernommen? | Ja |
| Konfiguration oder Architekturentscheidung aus Doku/Tutorial? | Ja |
| Methodik oder Konzept aus Fachliteratur? | Ja |
| Screenshot aus fremder Software oder Webseite? | Ja |
| Information aus Meeting oder internem Dokument? | Ja |
| Allgemein bekannter Fachbegriff (z. B. „HTTP ist ein Protokoll“)? | Nein |
| Eigene Implementierung, eigene Entscheidung, eigene Daten? | Nein |
-
Code-Snippet aus dem Internet übernommen?
Quelle nötig?
Ja
-
Konfiguration oder Architekturentscheidung aus Doku/Tutorial?
Quelle nötig?
Ja
-
Methodik oder Konzept aus Fachliteratur?
Quelle nötig?
Ja
-
Screenshot aus fremder Software oder Webseite?
Quelle nötig?
Ja
-
Information aus Meeting oder internem Dokument?
Quelle nötig?
Ja
-
Allgemein bekannter Fachbegriff (z. B. „HTTP ist ein Protokoll“)?
Quelle nötig?
Nein
-
Eigene Implementierung, eigene Entscheidung, eigene Daten?
Quelle nötig?
Nein
Quellen sofort dokumentieren: Sobald du etwas liest oder findest, das du verwenden könntest, notiere Autor, Titel, Jahr und bei Internetquellen URL und Abrufdatum. Seitenzahlen nur bei paginierten Dokumenten (PDF, Buch). Nutze eine Tabelle oder ein Notizdokument. Hauptsache, die Information geht nicht verloren.
Eigene Notizen von Zitaten trennen: Wenn du Texte exzerpierst, markiere wörtliche Übernahmen sofort mit Anführungszeichen. So erkennst du später auf einen Blick, was deine eigenen Worte sind und was du zitiert hast.
In eigenen Worten schreiben: Lies eine Quelle, leg sie beiseite und schreibe dann aus dem Verständnis heraus. Vergleiche deinen Entwurf anschließend mit dem Original: Aussage und Einschränkungen müssen erhalten bleiben, die Formulierung muss eigenständig sein. Die Quelle gibst du trotzdem an, weil die Idee nicht von dir stammt.
Quellentypen richtig zitieren
In Projektarbeiten tauchen Quellentypen auf, die in klassischen Hausarbeiten selten vorkommen: GitHub-Repositories, Stack Overflow-Antworten, Herstellerdokumentationen oder interne Meetings.
Die folgenden Beispiele zeigen ein mögliches Format und wo du die Angabe platzierst. Passe Namen, URLs und Daten an deine tatsächlichen Quellen an.
GitHub-Repository
Im Code: // Quelle: github.com/expressjs/express/releases/tag/4.18.2, Version 4.18.2, abgerufen am 07.09.2026
Literaturverz.: Express.js Contributors (2022): Express, Version 4.18.2, https://github.com/expressjs/express/releases/tag/4.18.2, abgerufen am 07.09.2026
Stack Overflow-Antwort
Im Code: // Adaptiert von georg: stackoverflow.com/a/9229821, Fassung vom 16.05.2025, abgerufen am 07.09.2026
Literaturverz.: georg (2012, bearbeitet 2025): Antwort auf „Remove duplicate values from a JavaScript array“, Stack Overflow, https://stackoverflow.com/a/9229821, abgerufen am 07.09.2026
Herstellerdokumentation / RFC
Im Text: vgl. Rousos 2026, Abschnitt „Authentication concepts“
Literaturverz.: Rousos, Mike (2026): Overview of ASP.NET Core Authentication, Microsoft Learn, https://learn.microsoft.com/en-us/aspnet/core/security/authentication/?view=aspnetcore-10.0, abgerufen am 07.09.2026
Interne Spezifikation
Im Text: gemäß interner Spezifikation Netzwerkarchitektur v2.1
Literaturverz.: Muster GmbH (2025): Netzwerkarchitektur, Version 2.1, internes Dokument
Gespräch / Meeting
Im Text: laut Gespräch mit M. Schmidt, Teamleiter Entwicklung, 15.12.2025
Im Anhang: Gesprächsprotokoll, falls gefordert und zur Weitergabe freigegeben
Screenshot (eigene Anwendung)
Unter der Abbildung: Eigene Darstellung
Screenshot (fremde Software)
Unter der Abbildung: Screenshot aus Visual Studio Code 1.85, aufgenommen am 06.01.2026
Direktes Zitat (Originalsprache): „Each of these integrations is verified by an automated build (including test) to detect integration errors as quickly as possible.“ (Fowler 2024, Einleitungsabsatz).
Indirektes Zitat: Bei Continuous Integration werden zusammengeführte Änderungen automatisiert gebaut und getestet, damit Integrationsfehler früh auffallen (vgl. Fowler 2024, Einleitungsabsatz).
Quelle des Beispiels: Fowler, Martin (2024): Continuous Integration, https://martinfowler.com/articles/continuousIntegration.html, abgerufen am 07.09.2026.
Schnellcheck: Gibt die Paraphrase den Sinn korrekt wieder? Ist sie eigenständig formuliert und klar belegt? Bloßes Austauschen einzelner Wörter reicht nicht.
Bei Webquellen ohne Seitenzahlen verwendest du für genaue Fundstellen je nach Zitierstil etwa eine Abschnittsüberschrift oder Absatznummer. Einen vollständigen Überblick über Zitierstile findest du im Ratgeber zum Zitieren in der Projektarbeit.
KI-Tools transparent dokumentieren
KI-Werkzeuge wie ChatGPT oder GitHub Copilot können beim Formulieren oder Programmieren helfen. Sie ersetzen aber keine belastbaren Fachquellen. Wenn ein Tool Fakten, Studien oder Methoden nennt, prüfst du sie an der Originalquelle und belegst diese. Soll die KI-Ausgabe selbst Untersuchungsgegenstand sein, dokumentierst du sie nach den Regeln deiner Institution als Material, nicht als unabhängigen Nachweis für ihre eigenen Behauptungen.
KI-Nutzung dokumentieren: Was, wo, wie?
| Aspekt | Das gehört hinein |
|---|---|
| Was dokumentieren | Anbieter, Tool bzw. Modell, Zweck, Umfang und Datum, genau nach der lokalen Vorgabe. |
| Wo dokumentieren | Dort, wo es deine Prüfungsstelle verlangt, etwa im Methodenteil, Hilfsmittelverzeichnis oder Anhang. |
| Was nicht geht | Ungeprüfte KI-Ausgaben als Beleg für Tatsachen verwenden. |
| Wie verifizieren | Fakten gegen Originalquellen prüfen und dann diese Quellen zitieren. |
-
Was dokumentieren
Das gehört hinein
Anbieter, Tool bzw. Modell, Zweck, Umfang und Datum, genau nach der lokalen Vorgabe.
-
Wo dokumentieren
Das gehört hinein
Dort, wo es deine Prüfungsstelle verlangt, etwa im Methodenteil, Hilfsmittelverzeichnis oder Anhang.
-
Was nicht geht
Das gehört hinein
Ungeprüfte KI-Ausgaben als Beleg für Tatsachen verwenden.
-
Wie verifizieren
Das gehört hinein
Fakten gegen Originalquellen prüfen und dann diese Quellen zitieren.
Zur Unterstützung bei [Arbeitsschritt] wurde [Anbieter, Tool/Modell] am [Datum] eingesetzt. Umfang und Bearbeitungsschritte wurden nach [lokaler Vorgabe] dokumentiert. Sachliche Aussagen wurden anhand der angegebenen Originalquellen geprüft.
Dieses Muster ersetzt nicht die Vorgabe deiner Prüfungsstelle.
Die genauen Regeln zur KI-Nutzung variieren je nach Institution. Frag vor dem Einsatz deine Betreuung, was erlaubt ist und wie du die Nutzung dokumentieren sollst. Offenlegung macht eine nach deinen Regeln unzulässige Nutzung nicht zulässig. Als übergeordnete Orientierung ordnet die DFG den Einsatz generativer Modelle im wissenschaftlichen Arbeiten ein; maßgeblich bleibt deine lokale Prüfungsregel.
Plagiatsprüfung: So nutzt du sie richtig
Plagiatsprüfungen vergleichen deinen Text mit dem jeweils verfügbaren, je nach Anbieter unterschiedlichen Korpus. Sie markieren Ähnlichkeiten; ob eine Übernahme korrekt gekennzeichnet ist, musst du inhaltlich beurteilen. Das Tool liefert daher Hinweise, kein Plagiatsurteil.
Prozentwerte richtig interpretieren: Ein Plagiatschecker zeigt einen Prozentsatz an Übereinstimmungen. Das bedeutet nicht automatisch, dass du plagiiert hast. Typische harmlose Treffer sind: korrekt zitierte Passagen mit Anführungszeichen, dein Literaturverzeichnis (das enthält bewusst fremde Titel), Standardformulierungen wie „Im Folgenden wird untersucht“ und etablierte Fachbegriffe. Problematisch können dagegen unbelegte Übernahmen jeder Länge sein; bewerte deshalb Fundstelle, Quelle, Eigenleistung und Kennzeichnung statt nur die Textmenge.
Report abarbeiten: 5 Schritte
-
Trefferliste öffnen
Geh jeden markierten Abschnitt einzeln durch.
-
Verzeichnistreffer einordnen
Titel und bibliografische Angaben erzeugen erwartbare Treffer; prüfe trotzdem, ob das Verzeichnis korrekt ist.
-
Zitate prüfen
Sind Übernahme, Quelle und gegebenenfalls Seitenangabe exakt und nach deinem Stil gekennzeichnet?
-
Paraphrasen prüfen
Ist die Formulierung eigenständig und die fremde Aussage trotzdem belegt?
-
Echte Lücken schließen
Korrigiere fehlende Zitatkennzeichnungen, falsche oder unvollständige Belege und zu eng am Original formulierte Paraphrasen.
Prüfe vor einem Upload bei jedem Dienst, ob und wofür deine Arbeit gespeichert oder weiterverwendet wird. Wird sie in eine Vergleichsdatenbank aufgenommen, kann sie später selbst als Treffer erscheinen. Kläre bei personenbezogenen oder vertraulichen Inhalten zuerst, ob der Upload zulässig ist, und nutze ein von deiner Prüfungsstelle empfohlenes Verfahren.
Checkliste vor der Abgabe
Bevor du deine Projektarbeit abgibst, geh diese sechs Schritte durch. Damit prüfst du zentrale Risiken vor der Abgabe systematisch.
-
Quellenprüfung
Gleiche alle Belege und Verzeichniseinträge gegen die Originalquellen ab.
-
Code und Abbildungen
Prüfe, ob alle externen Code-Snippets und Grafiken eine Quellenangabe haben.
-
Selbstplagiat prüfen
Kennzeichne Material aus früheren Arbeiten. Längere wörtliche Passagen aus deinem Projektantrag versiehst du bei Bedarf mit einem kurzen Hinweis.
-
Literaturverzeichnis
Gleiche Belege und Literaturverzeichnis nach deinem Zitierstil ab. Nicht zugängliche persönliche Mitteilungen werden etwa nach APA nur im Text belegt.
-
Plagiatsprüfung
Prüfe alle inhaltlich relevanten Treffer im Kontext und schließe Kennzeichnungslücken.
-
Geforderte Erklärung
Füge die von deiner Prüfungsstelle verlangte Erklärung in der richtigen Fassung bei und unterschreibe sie, falls gefordert.
Konsequenzen bei Plagiaten: Einordnung, Verfahren und mögliche Folgen richten sich nach der für dich geltenden Prüfungsordnung und der Entscheidung der Prüfungsstelle. Ein Ähnlichkeitsbericht entscheidet das nicht automatisch. Kläre Unsicherheiten vor der Abgabe mit deiner Betreuung; bei einem bereits eröffneten Verfahren orientierst du dich an den offiziellen Hinweisen und holst bei Bedarf qualifizierte Beratung ein.
Prüfe außerdem die Gliederung und das Inhaltsverzeichnis ein letztes Mal, bevor du die finale Version erstellst. Exportiere die Arbeit als PDF und kontrolliere Formatierung und Seitenzahlen. Falls du eine gedruckte Version benötigst, findest du Optionen unter Projektarbeit drucken und binden.
Häufig gestellte Fragen
Wann nutze ich bei GitHub-Quellen Release, Tag oder Commit-Hash?
Nutze das Release (z. B. v4.18.2), wenn du eine stabile, veröffentlichte Version referenzierst. Der Tag ist sinnvoll bei Projekten ohne formale Releases. Den Commit-Hash (z. B. a1b2c3d) verwendest du, wenn du einen exakten Codestand brauchst, etwa bei Bug-Reproduktion oder Fork-Verweisen. Bei Forks gibst du zusätzlich an, von welchem Repo geforkt wurde.
Wie zitiere ich Screenshots korrekt (eigene vs. fremde)?
Bei eigenen Screenshots deiner Anwendung kennzeichnest du die eigene Erstellung. Bei fremder Software oder Webseiten dokumentierst du nach deinem Leitfaden etwa Produkt, Version, Betreiber, URL und Datum. Prüfe zusätzlich, ob du den sichtbaren Inhalt verwenden darfst; eine Quellenangabe ersetzt kein Nutzungsrecht.
Was muss ich bei Open-Source-Lizenzen (MIT, GPL) beachten?
Lizenz und Plagiat sind verschiedene Dinge: Plagiat betrifft die Zuschreibung, die Lizenz deine Nutzungsrechte und Pflichten. Kennzeichne fremden Code als Quelle und prüfe die konkrete Lizenz bereits vor der Nutzung. Bei Veröffentlichung, Repository oder Kundenübergabe können zusätzliche Pflichten greifen; eine Quellenangabe ersetzt sie nicht.
Mein Plagiatscheck zeigt Treffer im Literaturverzeichnis. Ist das ein Problem?
Treffer im Literaturverzeichnis sind erwartbar, müssen aber wie alle Funde im Kontext geprüft werden. Auch korrekt gekennzeichnete Zitate, Fachbegriffe und Standardformulierungen können Übereinstimmungen erzeugen. Ein Ähnlichkeitswert ist deshalb weder ein Plagiatsnachweis noch eine Entwarnung.
Was passiert, wenn in meiner IHK-Projektarbeit ein Plagiat entdeckt wird?
Ein Plagiat kann als Täuschungshandlung gewertet werden. Nach § 22 der Prüfungsordnung der IHK Wiesbaden wird dann die betroffene Prüfungsleistung mit null Punkten bewertet. In schweren Fällen kann dies den Prüfungsteil oder die gesamte Prüfung betreffen; vor der endgültigen Entscheidung ist der Prüfling anzuhören. Entscheidend sind die für dich geltende Prüfungsordnung und die Entscheidung des zuständigen Prüfungsausschusses.
Wie gebe ich Konfigurationen oder Infrastructure-as-Code an?
Behandle übernommene YAML-, JSON- oder Terraform-Dateien wie anderen fremden Code. Dokumentiere Quelle, konkrete Version oder Commit und Abrufdatum dort, wo es dein Leitfaden verlangt, etwa im Codekommentar, Methodenteil oder Quellenverzeichnis. Prüfe außerdem die Lizenz des Ausgangsmaterials.
Abkürzungsverzeichnis erstellen
Einleitung der Projektarbeit
Gliederung der Projektarbeit