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Die richtige Zitierweise in der Seminararbeit: Stile, Regeln und Beispiele

Zitierweise in der Seminararbeit: Stile, Regeln und Beispiele | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Die Zitierweise in deiner Seminararbeit bestimmt, wie du fremde Gedanken kennzeichnest und nachweist. Du wählst einen Zitierstil (APA, Harvard oder deutsche Zitierweise), wendest ihn konsequent an und unterscheidest zwischen direkten und indirekten Zitaten. Hier erfährst du, welcher Stil zu deinem Fach passt und wie du typische Fehler vermeidest.

Auf einen Blick

Zitierweise Seminararbeit: Wähle einen Stil (APA, Harvard, deutsche Zitierweise) und wende ihn einheitlich an. Direkte Zitate stehen in Anführungszeichen mit Seitenzahl. Indirekte Zitate geben Inhalte in eigenen Worten wieder, ebenfalls mit Quellenangabe. Jede fremde Aussage braucht einen Beleg.

So wählst du den Zitierstil in 2 Minuten

Folge diesen vier Schritten, um schnell den passenden Stil zu finden:

  • 1 Vorgaben prüfen: Gibt es einen Leitfaden vom Lehrstuhl, Fachbereich oder in der Modulbeschreibung? Falls ja, ist der Stil bereits festgelegt.
  • 2 Fachkonventionen beachten: Ohne Vorgabe orientierst du dich am Fach: Sozialwissenschaften/Psychologie → APA, Geisteswissenschaften/Jura → deutsche Zitierweise, Wirtschaft → oft Harvard.
  • 3 Vorlage/Template anlegen: Erstelle dir ein Beispieldokument mit korrekten Zitaten in deinem Stil als Referenz.
  • 4 Literaturverwaltung einrichten: Programme wie Citavi oder Zotero formatieren automatisch im gewählten Stil und verhindern Fehler.

Warum korrektes Zitieren wichtig ist

Korrektes Zitieren ist keine Formalie, sondern eine Grundregel wissenschaftlichen Arbeitens. Du machst damit transparent, welche Gedanken von dir stammen und welche du von anderen übernommen hast. Das schützt dich vor dem Vorwurf des Plagiats und zeigt, dass du dich mit der Forschungsliteratur auseinandergesetzt hast.

Für deine Lesenden hat korrektes Zitieren einen praktischen Nutzen: Sie können deine Aussagen nachprüfen und bei Interesse die Originalquellen selbst lesen. Das macht deine Argumentation nachvollziehbar und stärkt die Glaubwürdigkeit deiner Arbeit. Außerdem zeigst du, dass du die Konventionen deines Fachs beherrschst.

Ein häufiges Missverständnis: Viele denken, nur wörtliche Übernahmen müssten belegt werden. Das stimmt nicht. Auch wenn du Inhalte in eigenen Worten wiedergibst, bleibt die Idee fremd und muss nachgewiesen werden. Die Regeln zur Plagiatsvermeidung gelten für alle Quellenarten.

Seminararbeit vs. Hausarbeit: Zitierregeln

Die Grundregeln des Zitierens sind bei Seminararbeiten und Hausarbeiten identisch: Du kennzeichnest fremde Gedanken, gibst Quellen an und wendest einen einheitlichen Stil an. Der Unterschied liegt nicht in den Regeln selbst, sondern in den Vorgaben und Erwartungen.

Die Bezeichnung variiert je nach Hochschule. Was an einer Universität als Seminararbeit gilt, heißt anderswo Hausarbeit. Manche Fachbereiche verwenden beide Begriffe synonym, andere unterscheiden nach Umfang oder Seminartyp. Entscheidend für die Zitierweise ist nicht der Name, sondern der Leitfaden deines Moduls oder Lehrstuhls.

Praktische Konsequenz: Prüfe immer zuerst, ob es einen Zitierleitfaden gibt. Falls nicht, frag deine Seminarleitung nach dem bevorzugten Stil. Die allgemeinen Empfehlungen in diesem Artikel gelten für beide Arbeitsformen, aber lokale Vorgaben haben immer Vorrang.

Die wichtigsten Zitierstile im Überblick

Vergleich der Zitierstile: APA, Harvard und deutsche Zitierweise | BachelorHero

Die Wahl des Zitierstils hängt von deinem Fach und den Vorgaben deiner Hochschule ab. In Deutschland sind drei Stile besonders verbreitet: APA, Harvard und die deutsche Zitierweise. Alle drei erfüllen denselben Zweck, unterscheiden sich aber in der Form.

APA-Stil

Der APA-Stil stammt von der American Psychological Association und ist in den Sozialwissenschaften, der Psychologie und verwandten Fächern Standard. Der Quellennachweis erfolgt als Kurzbeleg im Fließtext.

Direktes Zitat

„Die Motivation steigt bei autonomer Aufgabenwahl" (Deci & Ryan, 2000, S. 235).

Indirektes Zitat

Autonome Aufgabenwahl kann die Motivation erhöhen (Deci & Ryan, 2000, S. 235).

Im Literaturverzeichnis

Deci, E. L., & Ryan, R. M. (2000). The „what" and „why" of goal pursuits. Psychological Inquiry, 11(4), 227–268.

Hinweis: Das internationale APA-Manual nutzt „p." für Seiten. Deutsche Leitfäden verwenden häufig „S." – folge deiner lokalen Vorgabe und bleibe konsistent.

Harvard-Stil

Der Harvard-Stil funktioniert ähnlich wie APA mit Kurzbelegen im Text. Er ist in den Wirtschaftswissenschaften und einigen Naturwissenschaften verbreitet. Die genaue Formatierung variiert stark je nach Hochschule und Leitfaden.

Direktes Zitat

„Die Motivation steigt bei autonomer Aufgabenwahl" (Deci/Ryan 2000: 235).

Indirektes Zitat

Autonome Aufgabenwahl kann die Motivation steigern (Deci/Ryan 2000: 235).

Im Literaturverzeichnis

Deci, E. L./Ryan, R. M. (2000): The „what" and „why" of goal pursuits. In: Psychological Inquiry 11 (4), S. 227–268.

Hinweis: Bei direkten Zitaten nie „vgl." verwenden. Bei indirekten Zitaten ist „vgl." keine Harvard-Standardregel, wird aber in manchen deutschen Leitfäden verlangt.

Deutsche Zitierweise (Fußnoten)

Die deutsche Zitierweise nutzt Fußnoten am Seitenende. Sie ist in den Geisteswissenschaften, der Rechtswissenschaft und der Geschichtswissenschaft verbreitet. Der Fließtext bleibt dadurch übersichtlicher.

Im Text

„Die Motivation steigt bei autonomer Aufgabenwahl."¹

In der Fußnote (Erstnennung)

¹ Deci, Edward L./Ryan, Richard M.: The „what" and „why" of goal pursuits. In: Psychological Inquiry 11 (2000), H. 4, S. 227–268, hier S. 235.

In der Fußnote (Wiederholung)

² Vgl. Deci/Ryan, goal pursuits, S. 240.

Wichtig: Einheitlichkeit und lokale Anpassungen

Einheitlichkeit geht vor: Egal welchen Stil du wählst, wende ihn konsequent in der gesamten Arbeit an. Ein Wechsel zwischen Stilen wirkt unprofessionell und kann als Formfehler gewertet werden.

Lokale Anpassungen beachten: Deutsche Leitfäden weichen oft von den Originalstilen ab. Beispiel: Das offizielle APA-Manual nutzt „p." für Seitenzahlen, deutsche Adaptionen oft „S.". Ebenso ist „vgl." bei indirekten Zitaten keine APA-Regel, sondern eine verbreitete deutsche Ergänzung. Dein Leitfaden entscheidet.

Direkte und indirekte Zitate

Direktes und indirektes Zitieren in der Seminararbeit | BachelorHero

Beim direkten Zitat übernimmst du den Wortlaut exakt so, wie er in der Quelle steht. Du setzt den Text in Anführungszeichen und gibst die genaue Seitenzahl an. Direkte Zitate eignen sich für prägnante Definitionen, zentrale Thesen oder besonders treffende Formulierungen, die du nicht besser ausdrücken könntest.

Direktes Zitat: Regeln

Der Wortlaut muss exakt übernommen werden, einschließlich Rechtschreibfehler (mit [sic] markieren). Auslassungen kennzeichnest du mit [...], Ergänzungen mit [Ergänzung]. Längere Zitate werden oft eingerückt und ohne Anführungszeichen gesetzt. Achtung: Die Grenze variiert je nach Stil (APA: ab 40 Wörtern, andere Stile: oft ab 3 Zeilen). Prüfe deinen Leitfaden.

Beispiel kurzes Zitat

Laut Müller ist „die intrinsische Motivation der stärkste Prädiktor für Lernerfolg" (Müller, 2019, S. 45).

Beispiel mit Auslassung

Die Studie zeigt, dass „Studierende [...] bei selbstgewählten Themen signifikant bessere Ergebnisse erzielen" (Müller, 2019, S. 47).

Das indirekte Zitat (Paraphrase) gibt den Inhalt einer Quelle in eigenen Worten wieder. Du verwendest keine Anführungszeichen, brauchst aber trotzdem eine Quellenangabe. Die Kennzeichnung variiert: In der deutschen Zitierweise beginnt die Fußnote häufig mit „Vgl.", bei APA und Harvard ist „vgl." keine Standardregel, wird aber in manchen deutschen Adaptionen verlangt. Die Callout-Box oben zum Thema „lokale Anpassungen" erklärt das genauer.

Indirektes Zitat: Regeln

Formuliere den Inhalt vollständig um, ohne die Bedeutung zu verändern. Ersetze nicht nur einzelne Wörter, sondern baue den Satz neu auf. Seitenzahl bei Paraphrasen: Je nach Leitfaden optional. Bei Bezug auf eine konkrete Stelle ist sie empfohlen; bei allgemeinen Aussagen zu einem Werk kann sie entfallen. Die Beispiele unten zeigen beide Varianten.

Original

„Die intrinsische Motivation ist der stärkste Prädiktor für Lernerfolg."

Paraphrase mit Seitenzahl (APA)

Müller (2019, S. 45) konnte nachweisen, dass der Lernerfolg maßgeblich von der Eigenmotivation der Lernenden abhängt.

Paraphrase ohne Seitenzahl (APA)

Die Selbstbestimmungstheorie betont den Einfluss intrinsischer Motivation auf den Lernerfolg (Müller, 2019).

Paraphrase (Fußnote)

Der Lernerfolg hängt maßgeblich von der Eigenmotivation ab.¹
→ ¹ Vgl. Müller, Anna: Lernmotivation, München 2019, S. 45.

In Seminararbeiten sollten indirekte Zitate überwiegen. Sie zeigen, dass du den Inhalt verstanden hast und in deine eigene Argumentation einbinden kannst. Direkte Zitate setzt du gezielt ein, wenn der Wortlaut selbst wichtig ist. Eine Arbeit, die hauptsächlich aus direkten Zitaten besteht, wirkt wie eine Sammlung fremder Texte statt wie eine eigenständige Auseinandersetzung.

Wann du zitieren musst

Die Grundregel ist einfach: Alles, was nicht von dir selbst stammt, braucht eine Quellenangabe. Das gilt für Fakten, Zahlen, Definitionen, Theorien, Argumente und Interpretationen anderer. Sobald du Wissen verwendest, das du nicht selbst erarbeitet hast, musst du die Herkunft angeben.

Keine Quellenangabe brauchst du bei: Allgemeinwissen (z. B. „Die Erde ist rund"), eigenen Schlussfolgerungen aus deiner Analyse und selbst erhobenen Daten (die du aber methodisch beschreiben musst). Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu viel zitieren als einmal zu wenig.

Bei Internetquellen gelten dieselben Regeln. Auch Online-Texte, Statistiken von Websites oder Informationen aus Datenbanken müssen belegt werden. Das Abrufdatum ist stilabhängig: APA 7 verlangt es nur bei Inhalten, die sich fortlaufend ändern können (z. B. Wiki-Artikel, ungearchivierte Nachrichtenseiten, dynamische Webseiten). Bei stabilen Quellen mit DOI ist es nicht nötig. Viele deutsche Leitfäden fordern das Abrufdatum generell. Die FAQ unten erklärt die Details.

Tipp

Notiere dir beim Lesen sofort die vollständigen Quellenangaben. Mit einer Literaturverwaltung wie Citavi oder Zotero sparst du dir das mühsame Nachrecherchieren am Ende. Die Programme formatieren deine Quellenangaben auch automatisch im gewählten Zitierstil.

Sonderfälle richtig lösen

In fast jeder Seminararbeit tauchen Quellen auf, die nicht ins Standardschema passen. Hier findest du die häufigsten Sonderfälle mit konkreten Lösungen. Die genaue Formatierung variiert je nach Zitierstil, das Prinzip bleibt gleich.

Sonderfälle beim Zitieren in der Seminararbeit: Beispiele und Lösungen | BachelorHero
Mehrere Autoren

Die Darstellung hängt von der Anzahl der Autoren und dem Zitierstil ab.

Zwei Autoren: Beide werden genannt.

APA: (Müller & Schmidt, 2020) · Harvard: (Müller/Schmidt 2020) · Fußnote: Müller/Schmidt, Lernstrategien, S. 15.

Drei und mehr Autoren: Oft wird nur der erste Autor mit „et al." genannt.

APA: (Müller et al., 2020) · Im Literaturverzeichnis alle Autoren auflisten.

Organisation als Autor (Corporate Author): Der Organisationsname ersetzt den Autorennamen.

Beispiel: (Statistisches Bundesamt, 2024) oder (WHO, 2023).

Fehlende Angaben

Manchmal fehlen Autor, Datum oder Seitenzahlen. So gehst du damit um:

Kein Autor: Beginne mit dem Titel (ggf. gekürzt).

APA: („Digitalisierung im Bildungswesen", 2020, S. 12) · Fußnote: Digitalisierung im Bildungswesen, in: Zeitschrift für Pädagogik 45 (2020), S. 10–25, hier S. 12.

Kein Datum: Verwende „o. J." (ohne Jahr) oder „n.d." (no date).

Beispiel: (Müller, o. J.) oder (Müller, n.d.).

Keine Seitenzahl (Website, E-Book): Nutze Absatz-, Kapitel- oder Abschnittsangaben.

Beispiele: (Müller, 2020, Abs. 3) · (Müller, 2020, Kap. 2) · (Müller, 2020, Abschnitt „Methodik").

Mehrere Werke desselben Autors im selben Jahr: Unterscheide sie durch Kleinbuchstaben nach der Jahreszahl. Im Text: (Müller, 2020a) und (Müller, 2020b). Im Literaturverzeichnis ordnest du die Werke alphabetisch nach Titel und vergibst die Buchstaben entsprechend.

Sekundärzitate: Wenn du eine Quelle nur aus zweiter Hand kennst, kennzeichne das deutlich. Sekundärzitate sollten die Ausnahme sein, etwa wenn die Originalquelle nicht zugänglich ist. Die Formatierung variiert: APA nutzt „zitiert nach" (Originalautor, Jahr, zitiert nach Sekundärautor, Jahr), in Fußnoten schreibst du oft „zit. n." oder „zitiert nach". Im Literaturverzeichnis erscheint nur die Quelle, die du tatsächlich gelesen hast.

Quellenangaben richtig formatieren

Die Formatierung der Quellenangaben hängt vom gewählten Zitierstil ab. Unabhängig vom Stil gilt: Jede Quelle, die du im Text zitierst, muss im Literaturverzeichnis erscheinen. Umgekehrt gehören nur Quellen ins Verzeichnis, die du tatsächlich zitiert hast. Hier findest du konkrete Beispiele für die drei gängigsten Stile.

APA-Stil: Beispiele

Buch (deutsche Adaption mit „S.")

Im Text: (Krapp, 2005, S. 45)

Literaturverzeichnis: Krapp, A. (2005). Pädagogische Psychologie (5. Aufl.). Beltz.

Zeitschriftenartikel (internationales APA mit „p.")

Im Text: (Ryan & Deci, 2000, p. 68)

Literaturverzeichnis: Ryan, R. M., & Deci, E. L. (2000). Self-determination theory and the facilitation of intrinsic motivation. American Psychologist, 55(1), 68–78. https://doi.org/10.1037/0003-066X.55.1.68

Internetquelle

Im Text: (Statistisches Bundesamt, 2024)

Literaturverzeichnis: Statistisches Bundesamt. (2024, 15. März). Bevölkerung in Deutschland. https://www.destatis.de/DE/Themen/ Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung

Hinweis: Das Original-APA-Manual nutzt „p." für Seitenzahlen. Deutsche Leitfäden verwenden oft „S." – beide Varianten sind oben gezeigt. Orientiere dich an deiner Vorgabe.

Harvard-Stil: Beispiele

Buch

Im Text: (Kromrey 2009: 45)

Literaturverzeichnis: Kromrey, H. (2009): Empirische Sozialforschung. 12. Aufl. Stuttgart: Lucius & Lucius.

Zeitschriftenartikel

Im Text: (Mayer/Müller 2018: 112)

Literaturverzeichnis: Mayer, H. O./Müller, K. (2018): Kompetenzentwicklung im Studium. In: Zeitschrift für Hochschulentwicklung 13 (3), S. 100–120.

Internetquelle

Im Text: (Statistisches Bundesamt 2024)

Literaturverzeichnis: Statistisches Bundesamt (2024): Bevölkerung in Deutschland. Online: https://www.destatis.de/DE/Themen/ Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung [Abruf: 15.03.2024].

Hinweis: „vgl." bei indirekten Zitaten ist keine Standard-Harvard-Regel, wird aber in manchen deutschen Leitfäden verlangt.

Deutsche Zitierweise (Fußnoten): Beispiele

Buch

Fußnote (Erstnennung): ¹ Flick, Uwe: Qualitative Sozialforschung. Eine Einführung, 9. Aufl., Reinbek 2021, S. 45.

Fußnote (Wiederholung): ² Flick, Qualitative Sozialforschung, S. 50.

Zeitschriftenartikel

Fußnote: ³ Becker, Rolf/Hecken, Anna E.: Warum werden Arbeiterkinder vom Studium abgelenkt?, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 61 (2009), H. 1, S. 30–59, hier S. 42.

Wiederholung: ⁴ Vgl. Becker/Hecken, Arbeiterkinder, S. 45.

Internetquelle

Fußnote: ⁵ Statistisches Bundesamt: Bevölkerung in Deutschland, https://www.destatis.de/DE/ Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung (Abruf: 15.03.2024).

Wichtig: Diese Beispiele zeigen gängige Formate, aber die Details können je nach Hochschule und Leitfaden abweichen. Manche Fachbereiche haben eigene Anpassungen. Die offiziellen Stil-Handbücher (APA Publication Manual, etc.) und der Leitfaden deines Lehrstuhls sind immer die verbindliche Referenz.

Typische Fehler und wie du sie behebst

  • Fehler: Stilwechsel innerhalb der Arbeit. Du beginnst mit APA, wechselst zu Fußnoten und mischst Formate im Literaturverzeichnis. Fix: Entscheide dich vor dem Schreiben für einen Stil. Lege eine Vorlage mit Beispielzitaten an und nutze eine Literaturverwaltung, die automatisch formatiert.
  • Fehler: Seitenzahl vergessen. Bei direkten Zitaten fehlt die genaue Fundstelle. Fix: Trage die Seitenzahl direkt beim Exzerpieren ein. Bei indirekten Zitaten ist sie empfehlenswert, wenn du dich auf eine konkrete Stelle beziehst. Bei Quellen ohne Seitenzahlen nutze Alternativen wie Absatz- oder Kapitelnummern (siehe Abschnitt „Sonderfälle").
  • Fehler: Zu viele direkte Zitate. Die Arbeit wirkt wie eine Zitatsammlung statt wie eine eigenständige Auseinandersetzung. Fix: Setze direkte Zitate gezielt ein, wenn der Wortlaut selbst wichtig ist (Definitionen, prägnante Thesen). Den Rest paraphrasierst du. Als Orientierung: Wenn du auf einer Seite sehr viele direkte Zitate hast, prüfe, ob du mehr in eigenen Worten formulieren kannst. Die Erwartungen variieren je nach Fach und Dozent.
  • Fehler: Sekundärzitat nicht gekennzeichnet. Du gibst eine Quelle wieder, die du nur aus zweiter Hand kennst, ohne das zu markieren. Fix: Kennzeichne Sekundärzitate explizit (z. B. „zitiert nach"). Besser: Lies die Originalquelle selbst, wenn sie zugänglich ist.
Achtung: Plagiat

Auch unbeabsichtigte Fehler beim Zitieren können als Plagiat gewertet werden. Wenn du einen Absatz paraphrasierst, aber die Quellenangabe vergisst, ist das formal ein Plagiat.

Prävention: Prüfe vor der Abgabe jeden Absatz: Habe ich alle fremden Gedanken belegt? Viele Hochschulen bieten kostenlose Plagiatsprüfungs-Tools an.

Nächster Schritt: Literaturverzeichnis erstellen

Deine Zitierweise ist festgelegt und du weißt, wann du direkt und wann indirekt zitierst. Jetzt geht es an das Literaturverzeichnis. Dort listest du alle zitierten Quellen alphabetisch nach Autorennachname auf. Das Verzeichnis steht am Ende deiner Arbeit, vor dem Anhang.

Ein letzter Prüfschritt: Gehe dein Literaturverzeichnis durch und kontrolliere, ob jeder Eintrag mindestens einmal im Text vorkommt. Gleichzeitig prüfst du, ob jede Quelle im Text auch im Verzeichnis steht. Diese Gegenprüfung verhindert typische Flüchtigkeitsfehler.

Wenn alles korrigiert und formatiert ist, exportierst du dein Dokument als PDF. Prüfe im PDF noch einmal die Seitenumbrüche und ob alle Fußnoten korrekt angezeigt werden.

Häufig gestellte Fragen

Welchen Zitierstil soll ich für meine Seminararbeit verwenden?

Regel: Leitfaden vorhanden → Leitfaden folgen. Kein Leitfaden → Fachkonventionen beachten (Psychologie/Sozialwissenschaften: APA, Geisteswissenschaften/Jura: Fußnoten, Wirtschaft: oft Harvard). Im Zweifel: Seminarleitung fragen. Wichtig: Einmal gewählt, den Stil konsequent in der gesamten Arbeit anwenden.

Wie zitiere ich eine Quelle ohne Seitenzahl?

Nutze alternative Angaben: Absatznummer, Kapitel oder Abschnittsüberschrift. Beispiele: (Müller, 2020, Abs. 5) oder (Müller, 2020, Kap. 3) oder (Müller, 2020, Abschnitt „Methodik"). Bei Videos gibst du den Zeitstempel an: (TED, 2021, 04:32). Wenn keine Alternative existiert, reichen Autor und Jahr: (Müller, 2020).

Wie zitiere ich drei oder mehr Autoren (et al.)?

Bei drei und mehr Autoren nennst du nur den ersten Autor mit „et al." Beispiel: (Müller et al., 2020, S. 45). Im Literaturverzeichnis alle Autoren auflisten. Achtung: Ab wann „et al." gilt, variiert: APA 7 ab 3 Autoren, manche Leitfäden ab 4. Prüfe deine Vorgaben.

Wie kennzeichne ich Sekundärzitate korrekt?

Wenn du eine Quelle nur aus zweiter Hand kennst, nutze „zitiert nach". Beispiel APA: (Weber, 1922, zitiert nach Krapp, 2005, S. 34). Beispiel Fußnote: Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft, Tübingen 1922, S. 12, zit. n. Krapp, Andreas: Pädagogische Psychologie, Weinheim 2005, S. 34. Im Literaturverzeichnis erscheint nur Krapp (die Quelle, die du gelesen hast). Sekundärzitate nur nutzen, wenn das Original nicht zugänglich ist.

Wann brauche ich ein Abrufdatum bei Internetquellen?

APA 7: Nur bei Inhalten, die sich fortlaufend ändern können (z. B. Wiki-Artikel, ungearchivierte Nachrichtenseiten, dynamische Webseiten). Bei stabilen Quellen mit DOI oder festem Veröffentlichungsdatum kein Abrufdatum nötig. Deutsche Leitfäden: Fordern das Abrufdatum oft generell bei allen Internetquellen. Faustregel: Prüfe deinen Leitfaden und bleibe in der gesamten Arbeit konsistent.

Muss ich Allgemeinwissen belegen? Wie oft muss ich zitieren?

Allgemeinwissen braucht keinen Beleg (z. B. „Die Erde dreht sich um die Sonne"). Sobald eine Aussage fachspezifisch, umstritten oder aus einer Quelle übernommen ist, musst du zitieren. Faustregel: Im Zweifel lieber einmal zu viel belegen als zu wenig. Häufigkeit: In vielen Absätzen, die auf fremden Erkenntnissen basieren, ist mindestens eine Quellenangabe nötig. Wenn mehrere Sätze oder Absätze auf derselben Quelle beruhen, kann eine Sammelangabe am Ende des Gedankengangs ausreichen (je nach Stil/Leitfaden). Deine eigenen Analysen und Schlussfolgerungen belegst du nicht – außer du stützt dich dabei auf bestimmte Quellen.

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