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Ein Plagiat in der Seminararbeit kann schwerwiegende Folgen haben. Hier erfährst du, was du zitieren musst und was nicht, wie du richtig paraphrasierst und wie du einen Ähnlichkeitsreport interpretierst. Mit Schnellcheck, Beispielen und Checkliste für die Abgabe.
Die Kurzversion: Quelle fehlt bei fremdem Gedanken? Ergänzen. Satzbau kopiert, nur Wörter getauscht? Komplett neu formulieren oder direkt zitieren. Wörtlich übernommen? Anführungszeichen setzen und Quelle angeben. Im Zweifel: Vorgaben deiner Lehrkraft prüfen.
Plagiat vermeiden in drei Schritten: 1. Alle Quellen während der Recherche notieren (Autor, Jahr, Seite), 2. Fremde Gedanken immer kennzeichnen (direkt oder indirekt), 3. Vor Abgabe Quellenangaben und Literaturverzeichnis abgleichen.
Was ist ein Plagiat?
Ein Plagiat liegt vor, wenn du fremde Ideen, Formulierungen oder Gedankengänge als deine eigenen ausgibst. Das kann absichtlich geschehen, passiert aber oft auch unbeabsichtigt durch Flüchtigkeit oder mangelnde Kenntnis der Zitierregeln. In deiner Seminararbeit erwartet die Lehrkraft, dass du klar unterscheidest zwischen deinen eigenen Überlegungen und dem, was du aus anderen Quellen übernommen hast.
Die Konsequenzen eines Plagiats variieren je nach Schule oder Hochschule. Sie reichen von einer schlechteren Note über das Nichtbestehen der Arbeit bis hin zu disziplinarischen Maßnahmen. Auch wenn die Regeln unterschiedlich streng ausgelegt werden, ist eines klar: Wer sauber arbeitet, hat nichts zu befürchten.
Der Unterschied zwischen Plagiat und korrektem Zitieren liegt in drei Punkten: Du gibst die Quelle an, du kennzeichnest korrekt (Anführungszeichen bei wörtlicher Übernahme, „vgl." bei sinngemäßer), und du formulierst eigenständig um, wenn du nicht direkt zitierst. Fehlt einer dieser Punkte, kann es als Plagiat gewertet werden.
Vollplagiat: Du gibst einen fremden Text vollständig oder in großen Teilen als eigenen aus. Das ist die schwerwiegendste Form.
Teilplagiat: Du übernimmst einzelne Sätze, Abschnitte oder Formulierungen ohne Quellenangabe. Auch kleine Passagen zählen.
Ideenplagiat: Du übernimmst einen Gedankengang oder eine Argumentation, ohne die Quelle zu nennen, auch wenn du alles in eigenen Worten schreibst.
Übersetzungsplagiat: Du übersetzt einen fremdsprachigen Text und gibst ihn ohne Quellenangabe als eigenen aus. Auch bei eigener Übersetzung: Originalquelle angeben.
Selbstplagiat: Du verwendest Passagen aus einer eigenen früheren Arbeit, ohne das kenntlich zu machen.
Die Grundregeln zum Plagiat gelten überall gleich: Fremde Gedanken kennzeichnen, Quellen angeben, eigenständig formulieren. Was variiert: der geforderte Zitierstil (Harvard, APA, Fußnoten), ob eine Eigenständigkeitserklärung verlangt wird, wie streng mit Plagiatssoftware geprüft wird (an Hochschulen häufiger als an Schulen), welche Regeln für KI-Tools gelten und welche Konsequenzen bei Verstößen drohen. Prüfe immer die konkreten Vorgaben deiner Schule, Hochschule oder Lehrkraft.
Was musst du zitieren – und was nicht?
Die zentrale Frage beim Zitieren lautet: Stammt der Gedanke von dir oder von jemand anderem? Die Antwort bestimmt, ob du eine Quelle brauchst. Dabei geht es nicht nur um wörtliche Übernahmen, sondern um jede Information, Idee oder Argumentation, die du aus einer Quelle übernimmst.
Allgemeinwissen: Fakten, die in deinem Fach und auf deinem Niveau als bekannt gelten. Was Allgemeinwissen ist, hängt vom Kontext ab: In einer Biologie-Seminararbeit ist „DNA besteht aus Nukleotiden" Grundwissen, in einer Geschichtsarbeit nicht. Grenzfälle: „Der Zweite Weltkrieg endete 1945" braucht keine Quelle. „Die Kapitulation wurde am 8. Mai 1945 in Reims unterzeichnet" ist spezifisch genug für einen Beleg. Konkrete Zahlen, Daten und Definitionen sind fast nie Allgemeinwissen.
Eigene Beobachtungen und Ergebnisse: Wenn du selbst Daten erhoben, Experimente durchgeführt oder Beobachtungen gemacht hast, sind das deine Ergebnisse. Du beschreibst sie, ohne eine Quelle zu nennen.
Eigene Argumentation und Schlussfolgerungen: Deine Interpretation der Fakten, deine Bewertung, deine Schlüsse. Hier zeigst du, was du aus den Quellen machst.
Definitionen und Fachbegriffe: „Unter Kommunikation versteht man den Austausch von Informationen" (vgl. Schulz von Thun 2019, S. 25).
Daten, Statistiken und Zahlen: „2023 nutzten 89 % der Jugendlichen täglich Social Media" (vgl. JIM-Studie 2023, S. 12).
Theorien, Modelle und Methoden: „Das Vier-Ohren-Modell unterscheidet vier Ebenen einer Nachricht" (vgl. Schulz von Thun 2019, S. 44).
Interpretationen und Bewertungen anderer: „Müller sieht in diesem Trend eine Gefahr für die demokratische Meinungsbildung" (vgl. Müller 2022, S. 78).
Wörtliche Übernahmen: „Die Sprache ist das Haus des Seins" (Heidegger 1947, S. 5). Direkte Zitate stehen immer in Anführungszeichen.
Im Zweifel: zitieren. Wenn du unsicher bist, ob etwas Allgemeinwissen ist oder nicht, gib lieber eine Quelle an. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig, aber bleib lesbar: Wenn fast jeder Satz eine Quelle braucht, fehlt oft deine eigene Einordnung oder Argumentation. Fehlende Quellenangaben können zum Plagiat werden.
Sonderfall Gesetzestexte und Normen: Gesetze (z. B. § 242 BGB) und technische Normen (z. B. DIN-Normen) kannst du direkt zitieren, ohne sie wie Literatur zu behandeln. Gib die genaue Fundstelle an (Paragraph, Absatz). Definitionen aus Standardwerken oder Lehrbüchern sind hingegen zitierpflichtig.
Schnellcheck: Ist das schon ein Plagiat?
Mit diesen fünf Fragen prüfst du in 30 Sekunden, ob eine Stelle in deiner Arbeit problematisch sein könnte. Geh sie der Reihe nach durch.
Frage 1: Stammt die Idee, Information oder Formulierung aus einer Quelle?
Nein → Kein Plagiat. Ja → Weiter zu Frage 2.
Frage 2: Ist es in deinem Fach und auf deinem Niveau Allgemeinwissen?
Ja → Kein Plagiat. Nein oder unsicher → Weiter zu Frage 3.
Frage 3: Hast du die Quelle angegeben (Fußnote oder Kurznachweis im Text, vollständiger Eintrag im Literaturverzeichnis)?
Ja → Weiter zu Frage 4. Nein → Quelle ergänzen.
Beispiel Fußnote: „Text."¹ → ¹Vgl. Müller 2023, S. 15.
Beispiel Harvard: „Text" (vgl. Müller 2023, S. 15).
Frage 4: Ist es ein wörtliches Zitat? Steht es in Anführungszeichen?
Ja und ja → Kein Plagiat. Wörtlich, aber keine Anführungszeichen → Anführungszeichen ergänzen.
Frage 5: Hast du den Text wirklich eigenständig umformuliert (anderer
Satzbau, andere Wortwahl)?
Ja → Kein Plagiat. Nein → Eigenständig neu formulieren oder direkt zitieren.
Die drei Zitatarten richtig nutzen
In wissenschaftlichen Arbeiten gibt es drei Möglichkeiten, fremde Inhalte korrekt einzubinden: das direkte Zitat, das indirekte Zitat und die Paraphrase. Alle drei erfordern eine Quellenangabe. Der Unterschied liegt in der Art der Übernahme.
Du übernimmst den Wortlaut exakt und setzt ihn in Anführungszeichen. Selbst kleinste Änderungen musst du kennzeichnen, etwa durch eckige Klammern bei Auslassungen.
Beispiel: „Wissenschaftliches Arbeiten erfordert eine systematische Vorgehensweise" (Müller 2023, S. 15).
Nutze direkte Zitate sparsam: bei prägnanten Definitionen, zentralen Aussagen oder wenn die Formulierung selbst relevant ist.
Du gibst den Inhalt in eigenen Worten wieder, kennzeichnest aber, dass der Gedanke aus einer Quelle stammt. In der deutschen Zitierweise steht oft „vgl." vor der Quellenangabe.
Beispiel: Wissenschaftliches Arbeiten setzt laut Müller ein methodisches Vorgehen voraus (vgl. Müller 2023, S. 15).
Nutze indirekte Zitate: wenn du Informationen zusammenfassen oder in deinen Argumentationsfluss einbetten willst.
Du formulierst den Gedanken vollständig um: anderer Satzbau, andere Wortwahl, gleicher Inhalt. Auch hier ist eine Quellenangabe Pflicht, da die Idee nicht von dir stammt.
Beispiel: Wer akademisch schreibt, muss methodisch und strukturiert vorgehen (vgl. Müller 2023, S. 15).
Nutze Paraphrasen: um fremde Gedanken flüssig in deinen Text zu integrieren. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.
Die Wahl der Zitatart hängt vom Zweck ab. Direkte Zitate eignen sich für besonders prägnante Aussagen. Indirekte Zitate und Paraphrasen zeigen, dass du die Quelle verstanden hast und in deinen eigenen Gedankengang einordnen kannst. Für die meisten Fälle sind sie die bessere Wahl.
Richtig paraphrasieren in drei Schritten
Eine gute Paraphrase gibt den Kern einer Aussage in völlig neuen Worten und mit eigener Satzstruktur wieder. Das erfordert mehr als nur einzelne Wörter auszutauschen. Ein häufiger Fehler ist das sogenannte Patchwriting: Du änderst nur einzelne Wörter oder stellst Satzteile um, behältst aber die Struktur des Originals bei. Das gilt nicht als eigenständige Formulierung, selbst wenn du eine Quelle angibst. Mit der folgenden Methode gelingt dir eine echte Paraphrase.
Schritt 1 – Verstehen: Lies den Originaltext so oft, bis du den Kern in einem Satz zusammenfassen kannst. Frag dich: Was ist die Hauptaussage?
Schritt 2 – Notieren: Schließe das Buch oder die Datei. Schreibe den Gedanken aus dem Gedächtnis in eigenen Worten auf, ohne auf das Original zu schauen.
Schritt 3 – Vergleichen: Öffne das Original wieder. Prüfe: Hast du den Kern getroffen? Unterscheidet sich dein Satzbau deutlich? Wenn ja, füge die Quellenangabe hinzu.
Original: „Wissenschaftliches Arbeiten erfordert eine systematische Vorgehensweise."
„Wissenschaftliches Arbeiten braucht ein systematisches Vorgehen" (vgl. Müller 2023, S. 15).
Nur zwei Wörter ersetzt, Satzstruktur identisch. Das ist keine eigenständige Formulierung.
„Wer akademisch schreibt, muss methodisch und strukturiert vorgehen" (vgl. Müller 2023, S. 15).
Anderer Satzbau, andere Wortwahl, gleicher Inhalt. Mit Quellenangabe ist das korrekt.
Abbildungen, Tabellen und KI-Tools
Nicht nur Texte müssen zitiert werden. Auch Abbildungen, Tabellen und Diagramme brauchen eine Quellenangabe. Und bei KI-Tools wie ChatGPT gelten besondere Regeln.
Die Quellenangabe in der Beschriftung unter der Abbildung ist immer Pflicht. Zusätzlich kann je nach Zitierstil die Quelle im Literaturverzeichnis oder in einem separaten Abbildungsverzeichnis aufgeführt werden. Prüfe die Vorgaben deiner Schule oder Hochschule.
Übernommene Grafik: „Abb. 1: Titel (Quelle: Müller 2023, S. 45)"
Eigene Grafik nach Vorlage: „Abb. 2: Titel (eigene Darstellung nach Müller 2023, S. 45)" – nutze „nach", wenn Struktur oder Idee der Grafik aus der Quelle stammen.
Eigene Grafik mit fremden Daten: „Abb. 3: Titel (eigene Darstellung, Daten: Statistisches Bundesamt 2024)" – nutze diese Form, wenn nur die Daten fremd sind, die Visualisierung aber von dir.
Komplett eigene Grafik: „Abb. 4: Titel (eigene Darstellung)"
Die Regeln für KI-Tools variieren stark. Manche Schulen und Hochschulen erlauben KI als Hilfsmittel (etwa zur Ideenfindung oder Korrektur), andere verbieten sie komplett. Undeklarierte KI-generierte Texte können als Täuschungsversuch gewertet werden.
Wichtig: Frag deine Lehrkraft, welche Regeln gelten. Wenn KI erlaubt ist, dokumentiere die Nutzung transparent.
Vorlage zur KI-Dokumentation (wenn erlaubt):
- Tool: [z. B. ChatGPT-4, Claude]
- Zweck: [z. B. Ideenfindung, Gliederungsentwurf, Korrekturlesen]
- Umfang: [z. B. Unterstützung bei der Strukturierung von Kapitel 2]
- Nachweis: [z. B. Prompts im Anhang / keine Textübernahme]
Riskant ist: KI zur Textgenerierung nutzen, ohne das offenzulegen. Auch wenn der Text „einzigartig" ist, gilt das als Täuschung, wenn die Vorgaben Offenlegung verlangen.
KI ersetzt keine wissenschaftlichen Quellen. Nutze KI höchstens als Hilfsmittel zur Ideenfindung oder Strukturierung. Alle inhaltlichen Aussagen belegst du mit nachprüfbaren Quellen (Fachliteratur, Studien, Primärquellen). KI-Ausgaben selbst sind in der Regel nicht zitierfähig, weil sie nicht reproduzierbar und nicht wissenschaftlich geprüft sind. Je nach Vorgaben musst du die KI-Nutzung dokumentieren oder als verwendetes Tool angeben.
Paraphraser-Tools sind problematisch: Sie ändern oft nur Synonyme, ohne den Satzbau wirklich umzustrukturieren. Das Ergebnis ist häufig Patchwriting, kein eigener Text.
Ähnlichkeitsreport richtig lesen
Viele Schulen und Hochschulen prüfen abgegebene Arbeiten mit Plagiatssoftware. Diese Programme vergleichen deinen Text mit einer Datenbank und zeigen Übereinstimmungen an. Ein hoher Prozentwert ist aber nicht automatisch ein Problem, und ein niedriger Wert ist keine Garantie für eine plagiatsfreie Arbeit.
Schritt 1 – Treffer einzeln prüfen: Schau dir jede markierte Stelle an. Ist es ein direktes Zitat in Anführungszeichen? Dann ist der Treffer korrekt und kein Problem.
Schritt 2 – Quellenangaben prüfen: Hat die markierte Stelle eine Quellenangabe? Wenn ja und korrekt, ist es kein Plagiat. Wenn nein, ergänze die Quelle.
Schritt 3 – Formulierung prüfen: Ist die Stelle zu nah am Original (gleicher Satzbau, nur Synonyme)? Dann formuliere eigenständig um oder zitiere direkt.
Schritt 4 – Entscheiden: Bei echten Problemen: umformulieren, Quelle ergänzen oder Passage streichen.
Grenzen der Software: Plagiatssoftware findet vor allem wörtliche Übereinstimmungen mit öffentlich zugänglichen Quellen. Umformulierte Passagen, Quellen hinter Paywalls, fremdsprachige Texte oder ältere Bücher werden oft nicht erkannt. Ein niedriger Prozentwert bedeutet nicht, dass alles korrekt ist. Sorgfältiges Arbeiten von Anfang an ist wichtiger als jeder Softwarecheck.
Warum der Prozentwert allein nichts aussagt: Es gibt keinen festen Grenzwert, ab dem eine Arbeit „zu viel" Ähnlichkeit hat. Typische Treffer, die den Wert erhöhen, aber kein Problem sind: korrekt zitierte Passagen in Anführungszeichen, dein Literaturverzeichnis, Standardformulierungen wie „Im Folgenden wird untersucht". Prozentwerte variieren je nach Tool, Datenbankgröße und Einstellungen. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern ob jeder einzelne Treffer korrekt gekennzeichnet und belegt ist.
Die häufigsten Plagiat-Fallen beheben
Fehlende Quellennotizen: Der häufigste Grund für unbeabsichtigte Plagiate. Wenn du beim Lesen keine genauen Notizen machst, weißt du später nicht mehr, woher eine Information stammt. Lösung: Schreibe von Anfang an zu jedem Gedanken Autor, Jahr und Seitenzahl auf.
Copy and Paste ohne Markierung: Du kopierst Textpassagen während der Recherche in dein Dokument und vergisst, welche Stellen noch fremd formuliert sind. Lösung: Markiere kopierte Passagen sofort farblich (z. B. rot) oder mit einem Kommentar.
Oberflächliches Paraphrasieren: Das bloße Ersetzen einzelner Wörter reicht nicht. Lösung: Nutze die Drei-Schritte-Methode (verstehen, notieren, vergleichen).
Internetquellen vergessen: Wikipedia, Blogs oder Online-Artikel sind Quellen wie gedruckte Literatur. Lösung: Jede Online-Quelle mit URL und Abrufdatum notieren. Tipps dazu findest du im Artikel Internetquellen richtig zitieren.
Sekundärzitate verschweigen: Du zitierst eine Quelle, die du nur aus einem anderen Buch kennst, als hättest du sie selbst gelesen. Lösung: Versuche zuerst, die Primärquelle zu beschaffen. Wenn das nicht möglich ist, kennzeichne das Sekundärzitat mit „zitiert nach" (z. B. „Müller 2020, zitiert nach Schmidt 2023, S. 45").
Während der Recherche: Zu jeder Information sofort Autor, Jahr, Seitenzahl notieren. Kopierte Passagen farblich markieren.
Beim Schreiben: Jedes Zitat und jede Paraphrase sofort mit Platzhalter-Nachweis versehen (z. B. „[Müller S. ?]"). Nie „später ergänzen" – das vergisst du.
Vor der Abgabe: Literaturverzeichnis mit allen Nachweisen im Text abgleichen. Jede Quelle im Text muss im Verzeichnis stehen und umgekehrt. Sekundärzitate möglichst durch Primärquellen ersetzen.
Abgabe-Check: Bist du bereit?
Mit dieser kurzen Checkliste gehst du vor der Abgabe auf Nummer sicher.
- Quellenangaben vollständig: Ist jede übernommene Information mit einer Quelle versehen?
- Direkte Zitate markiert: Stehen alle wörtlichen Übernahmen in Anführungszeichen?
- Paraphrasen eigenständig: Hast du wirklich in eigenen Worten und eigenem Satzbau formuliert?
- Abbildungen zitiert: Haben alle Grafiken und Tabellen eine Quellenangabe?
- Literaturverzeichnis abgeglichen: Enthält dein Literaturverzeichnis alle zitierten Quellen?
- Zitierstil einheitlich: Verwendest du durchgängig denselben Stil?
Eine sauber zitierte Arbeit zeigt, dass du dich mit dem Thema auseinandergesetzt hast und die wissenschaftlichen Spielregeln beherrschst. Wenn alles passt, prüfe noch Formatierung und Seitenzahlen. Dann bist du bereit für den Druck.
Häufig gestellte Fragen
Was gilt als Allgemeinwissen und braucht keine Quelle?
Allgemeinwissen ist kontext- und fachabhängig. Was in Biologie Grundwissen ist, kann in Geschichte eine Quelle brauchen. Faustregel: Wenn es in einem allgemeinen Lexikon ohne Quellenangabe steht und auf deinem Niveau als bekannt gilt, ist es Allgemeinwissen. Konkrete Zahlen, Daten, Definitionen und spezifische Details brauchen fast immer eine Quelle. Im Zweifel: lieber zitieren.
Wie zitiere ich Abbildungen und Tabellen richtig?
In der Regel steht die Quelle in der Beschriftung unter der Abbildung oder Tabelle, z. B. „Quelle: Müller 2023, S. 45" oder „Eigene Darstellung nach Müller 2023, S. 45". Bei selbst erstellten Grafiken mit fremden Daten gibst du die Datenquelle an. Bilder aus dem Internet brauchen je nach Zitierstil zusätzlich das Abrufdatum. Prüfe die Vorgaben deiner Schule.
Ist die Nutzung von KI-Tools wie ChatGPT ein Plagiat?
Das hängt von den Vorgaben deiner Schule oder Hochschule ab. Manche erlauben KI als Hilfsmittel, andere verbieten sie komplett. In jedem Fall musst du die Nutzung offenlegen, wenn es verlangt wird. Undeklarierte KI-Texte können als Täuschung gewertet werden. Frag im Zweifel deine Lehrkraft.
Was mache ich bei einem hohen Ähnlichkeitswert im Plagiatscheck?
Prüfe jeden Treffer einzeln. Korrekte Zitate in Anführungszeichen sind kein Problem. Problematisch sind Passagen ohne Quellenangabe oder zu nah am Original. Bei echten Treffern: umformulieren, Quelle ergänzen oder Passage streichen. Ein hoher Prozentwert allein sagt noch nichts aus.
Muss ich Vorlesungsfolien und Skripte zitieren?
Ja. Auch unveröffentlichte Lehrmaterialien wie Vorlesungsfolien, Skripte oder Handouts sind Quellen und müssen zitiert werden. Im Literaturverzeichnis gibst du an: Autor, Titel, Art des Dokuments (z. B. „unveröffentlichtes Vorlesungsskript"), Institution und Jahr. Die genaue Formatierung hängt vom Zitierstil ab.
Was ist Selbstplagiat und wann ist es ein Problem?
Selbstplagiat bedeutet, Passagen aus einer eigenen früheren Arbeit zu übernehmen, ohne das kenntlich zu machen. In Seminararbeiten kann das problematisch sein, wenn du z. B. Teile einer Hausarbeit wiederverwendest. Ob es erlaubt ist, hängt von den Vorgaben ab. Wenn du frühere eigene Texte nutzen willst, frag deine Lehrkraft und kennzeichne die Übernahme.
Wie zitiere ich ein Sekundärzitat korrekt?
Ein Sekundärzitat nutzt du nur, wenn du die Primärquelle nicht beschaffen kannst. Format: „Müller 2020, zitiert nach Schmidt 2023, S. 45". Im Literaturverzeichnis führst du nur die Quelle auf, die du tatsächlich gelesen hast (hier: Schmidt). Versuche immer zuerst, die Originalquelle zu finden.
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