Ein Plagiat in der Seminararbeit kann schwerwiegende Folgen haben. Hier erfährst du, was du zitieren musst und was nicht, wie du richtig paraphrasierst und wie du einen Ähnlichkeitsreport interpretierst. Mit Schnellcheck, Beispielen und Checkliste für die Abgabe.
Die Kurzversion: Quelle fehlt bei fremdem Gedanken? Ergänzen. Satzbau kopiert, nur Wörter getauscht? Komplett neu formulieren oder direkt zitieren. Wörtlich übernommen? Anführungszeichen setzen und Quelle angeben. Im Zweifel: Vorgaben deiner Lehrkraft prüfen.
Plagiat vermeiden in drei Schritten
-
Alle Quellen während der Recherche notieren (Autor, Jahr, Seite)
-
Fremde Gedanken immer kennzeichnen (direkt oder indirekt)
-
Vor Abgabe Quellenangaben und Literaturverzeichnis abgleichen
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein Plagiat?
Ein Plagiat liegt vor, wenn du fremde Ideen, Formulierungen oder Gedankengänge als deine eigenen ausgibst. Das kann absichtlich geschehen, passiert aber oft auch unbeabsichtigt durch Flüchtigkeit oder mangelnde Kenntnis der Zitierregeln. In deiner Seminararbeit erwartet die Lehrkraft, dass du klar unterscheidest zwischen deinen eigenen Überlegungen und dem, was du aus anderen Quellen übernommen hast.
Die Konsequenzen eines Plagiats variieren je nach Schule oder Hochschule. Sie reichen von einer schlechteren Note über das Nichtbestehen der Arbeit bis hin zu disziplinarischen Maßnahmen. Sorgfältiges Arbeiten und nachvollziehbare Belege helfen dir, Plagiate zu vermeiden.
Der Unterschied zwischen Plagiat und korrektem Zitieren liegt in drei Punkten: Du gibst die Quelle an, du kennzeichnest Übernahmen nach deinem Zitierstil (kurze direkte Zitate mit Anführungszeichen, indirekte Zitate je nach Stil mit „vgl.“), und du formulierst eigenständig um, wenn du nicht direkt zitierst. Fehlt einer dieser Punkte, kann es als Plagiat gewertet werden.
Die Grundregeln zum Plagiat gelten überall gleich: fremde Gedanken kennzeichnen, Quellen angeben, eigenständig formulieren. Was variiert: der geforderte Zitierstil (Harvard, APA, Fußnoten), ob eine Eigenständigkeitserklärung verlangt wird, wie streng mit Plagiatssoftware geprüft wird (an Hochschulen häufiger als an Schulen), welche Regeln für KI-Tools gelten und welche Konsequenzen bei Verstößen drohen.
Hinweis zu Vorgaben: Prüfe immer die konkreten Vorgaben deiner Schule, Hochschule oder Lehrkraft.
Plagiatsvarianten
| Variante | Was dahintersteckt |
|---|---|
| Vollplagiat | Du gibst einen fremden Text vollständig oder in großen Teilen als eigenen aus. Das ist die schwerwiegendste Form. |
| Teilplagiat | Du übernimmst einzelne Sätze, Abschnitte oder Formulierungen ohne Quellenangabe. Auch kleine Passagen zählen. |
| Ideenplagiat | Du übernimmst einen Gedankengang oder eine Argumentation, ohne die Quelle zu nennen, auch wenn du alles in eigenen Worten schreibst. |
| Übersetzungsplagiat | Du übersetzt einen fremdsprachigen Text und gibst ihn ohne Quellenangabe als eigenen aus. Auch bei eigener Übersetzung: Originalquelle angeben. |
| Selbstplagiat | Du verwendest Passagen aus einer eigenen früheren Arbeit, ohne das kenntlich zu machen. |
-
Vollplagiat
Was dahintersteckt
Du gibst einen fremden Text vollständig oder in großen Teilen als eigenen aus. Das ist die schwerwiegendste Form.
-
Teilplagiat
Was dahintersteckt
Du übernimmst einzelne Sätze, Abschnitte oder Formulierungen ohne Quellenangabe. Auch kleine Passagen zählen.
-
Ideenplagiat
Was dahintersteckt
Du übernimmst einen Gedankengang oder eine Argumentation, ohne die Quelle zu nennen, auch wenn du alles in eigenen Worten schreibst.
-
Übersetzungsplagiat
Was dahintersteckt
Du übersetzt einen fremdsprachigen Text und gibst ihn ohne Quellenangabe als eigenen aus. Auch bei eigener Übersetzung: Originalquelle angeben.
-
Selbstplagiat
Was dahintersteckt
Du verwendest Passagen aus einer eigenen früheren Arbeit, ohne das kenntlich zu machen.
Was musst du zitieren und was nicht?
Die zentrale Frage beim Zitieren lautet: Stammt der Gedanke von dir oder von jemand anderem? Die Antwort bestimmt, ob du eine Quelle brauchst. Dabei geht es nicht nur um wörtliche Übernahmen, sondern um jede Information, Idee oder Argumentation, die du aus einer Quelle übernimmst.
Allgemeinwissen: Fakten, die in deinem Fach und auf deinem Niveau als bekannt gelten. Was Allgemeinwissen ist, hängt vom Kontext ab: In einer Biologie-Seminararbeit ist „DNA besteht aus Nukleotiden“ Grundwissen, in anderen Fachkontexten kann ein Beleg sinnvoll sein.
Grenzfälle: „Der Zweite Weltkrieg endete 1945“ braucht keine Quelle. „Die Kapitulation wurde am 7. Mai 1945 in Reims unterzeichnet“ ist spezifisch genug für einen Beleg.
Spezifische Forschungsergebnisse, Statistiken und Definitionen aus einer bestimmten Quelle brauchen dagegen einen Beleg.
Eigene Beobachtungen und Ergebnisse: Wenn du selbst Daten erhoben, Experimente durchgeführt oder Beobachtungen gemacht hast, sind das deine Ergebnisse. Du beschreibst sie, ohne eine Quelle zu nennen.
Eigene Argumentation und Schlussfolgerungen: Deine Interpretation der Fakten, deine Bewertung, deine Schlüsse. Hier zeigst du, was du aus den Quellen machst.
Die Belege mit „Müller“ sind in diesem Artikel fiktive Beispiele.
Definitionen und Fachbegriffe: Mit Selbstkundgabe ist gemeint, dass eine Äußerung auch etwas über die sprechende Person erkennen lässt (vgl. Schulz von Thun Institut o. J.).
Daten, Statistiken und Zahlen: 2023 nutzten 94 % der befragten 12- bis 19-Jährigen, die das Internet nutzten, WhatsApp täglich oder mehrmals pro Woche (vgl. mpfs 2023, S. 32 f.).
Theorien, Modelle und Methoden: Das Kommunikationsquadrat unterscheidet Sachinformation, Selbstkundgabe, Beziehungshinweis und Appell (vgl. Schulz von Thun Institut o. J.).
Interpretationen und Bewertungen anderer: Müller sieht in diesem Trend eine Gefahr für die demokratische Meinungsbildung (vgl. Müller 2022, S. 78).
Wörtliche Übernahmen: „Die Sprache ist das Haus des Seins“ (Heidegger 1947, S. 5). Kurze direkte Zitate stehen in Anführungszeichen; längere können je nach Zitierstil als Blockzitat gesetzt werden.
Im Zweifel: zitieren. Wenn du unsicher bist, ob etwas Allgemeinwissen ist oder nicht, gib lieber eine Quelle an, denn fehlende Quellenangaben können zum Plagiat werden. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig, aber bleib lesbar: Wenn fast jeder Satz eine Quelle braucht, fehlt oft deine eigene Einordnung oder Argumentation.
Sonderfall Gesetzestexte und Normen: Gesetze belegst du mit der genauen Vorschrift, etwa § 242 BGB. Ob du sie zusätzlich in einem Verzeichnis aufführst, richtet sich nach deinem Zitierleitfaden. Bei technischen Normen wie DIN-Normen nennst du Normnummer, Ausgabedatum und die betreffende Stelle; führe sie nach deinem Zitierstil im Literatur- oder Normenverzeichnis auf. Definitionen aus Standardwerken oder Lehrbüchern sind ebenfalls zitierpflichtig.
Schnellcheck: Ist das schon ein Plagiat?
Mit diesen fünf Fragen prüfst du in 30 Sekunden, ob eine Stelle in deiner Arbeit problematisch sein könnte. Geh sie der Reihe nach durch.
Frage 1: Stammt die Idee, Information oder Formulierung aus einer Quelle?
Nein → Kein Plagiat. Ja → Weiter zu Frage 2.
Frage 2: Ist es in deinem Fach und auf deinem Niveau Allgemeinwissen?
Ja, in eigenen Worten → Kein Plagiat. Fremden Wortlaut übernommen, nein oder unsicher → Weiter zu Frage 3.
Frage 3: Hast du die Quelle angegeben (Fußnote oder Kurznachweis im Text und, soweit nach deinem Zitierstil vorgesehen, vollständiger Eintrag im Literaturverzeichnis)?
Ja → Weiter zu Frage 4. Nein → Quelle ergänzen, dann weiter zu Frage 4.
Beispiel Fußnote: „Text.“¹ → ¹Müller 2023, S. 15.
Beispiel Harvard: „Text“ (Müller 2023, S. 15).
Frage 4: Ist eine wörtliche Übernahme als Zitat gekennzeichnet?
Ja, mit Anführungszeichen oder als Blockzitat und mit Beleg → Korrekt zitiert. Wörtlich, aber nicht markiert → Kennzeichnung ergänzen. Kein wörtliches Zitat → Weiter zu Frage 5.
Frage 5: Hast du den Text wirklich eigenständig umformuliert (anderer Satzbau, andere Wortwahl)?
Ja → Kein Plagiat. Nein → Eigenständig neu formulieren oder direkt zitieren.
Zitate und Paraphrasen richtig nutzen
Direkte Zitate geben den Wortlaut wieder. Indirekte Zitate geben fremde Inhalte in eigenen Worten wieder, etwa als Zusammenfassung oder Paraphrase. Die folgenden drei Beispiele zeigen diese Möglichkeiten; jede Übernahme braucht eine Quellenangabe.
Direktes Zitat
Kurze direkte Zitate setzt du in Anführungszeichen. Längere Zitate können nach deinem Zitierstil als eingerückte Blockzitate ohne Anführungszeichen stehen. Gib den Wortlaut genau wieder und kennzeichne Änderungen nach deinem Zitierstil, etwa Ergänzungen durch eckige Klammern und Auslassungen durch Auslassungspunkte.
Beispiel: „Wissenschaftliches Arbeiten erfordert eine systematische Vorgehensweise“ (Müller 2023, S. 15).
Einsatz: Nutze direkte Zitate sparsam, etwa bei prägnanten Definitionen, zentralen Aussagen oder wenn die Formulierung selbst relevant ist.
Indirektes Zitat
Du gibst den Inhalt in eigenen Worten wieder, kennzeichnest aber, dass der Gedanke aus einer Quelle stammt. In der deutschen Zitierweise steht oft „vgl.“ vor der Quellenangabe.
Beispiel: Müller betont, dass ein planvolles Vorgehen beim wissenschaftlichen Schreiben nötig ist (vgl. Müller 2023, S. 15).
Einsatz: Nutze indirekte Zitate, wenn du Informationen zusammenfassen oder in deinen Argumentationsfluss einbetten willst.
Paraphrase
Du formulierst den Gedanken vollständig um: anderer Satzbau, andere Wortwahl, gleicher Inhalt. Auch hier ist eine Quellenangabe Pflicht, da die Idee nicht von dir stammt.
Beispiel: Wer akademisch schreibt, muss methodisch und strukturiert vorgehen (vgl. Müller 2023, S. 15).
Einsatz: Nutze Paraphrasen, um fremde Gedanken flüssig in deinen Text zu integrieren. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.
Die Wahl der Zitatart hängt vom Zweck ab. Direkte Zitate eignen sich für besonders prägnante Aussagen. Indirekte Zitate und Paraphrasen zeigen, dass du die Quelle verstanden hast und in deinen eigenen Gedankengang einordnen kannst. Für die meisten Fälle sind sie die bessere Wahl.
Richtig paraphrasieren in drei Schritten
Eine gute Paraphrase gibt den Kern einer Aussage in völlig neuen Worten und mit eigener Satzstruktur wieder. Das erfordert mehr als nur einzelne Wörter auszutauschen. Ein häufiger Fehler ist das sogenannte Patchwriting: Du änderst nur einzelne Wörter oder stellst Satzteile um, behältst aber die Struktur des Originals bei. Das gilt nicht als eigenständige Formulierung, selbst wenn du eine Quelle angibst. Mit der folgenden Methode gelingt dir eine echte Paraphrase.
Die Drei-Schritte-Methode
-
Verstehen
Lies den Originaltext so oft, bis du den Kern in einem Satz zusammenfassen kannst. Frag dich: Was ist die Hauptaussage?
-
Notieren
Schließe das Buch oder die Datei. Schreibe den Gedanken aus dem Gedächtnis in eigenen Worten auf, ohne auf das Original zu schauen.
-
Vergleichen
Öffne das Original wieder. Prüfe: Hast du den Kern getroffen? Unterscheidet sich dein Satzbau deutlich? Wenn ja, füge die Quellenangabe hinzu. Wenn nicht, formuliere neu oder zitiere direkt.
Original: „Wissenschaftliches Arbeiten erfordert eine systematische Vorgehensweise.“
Schlecht (Patchwriting)
Wissenschaftliches Arbeiten braucht ein systematisches Vorgehen (vgl. Müller 2023, S. 15).
Nur zwei Wörter ersetzt,
Satzstruktur identisch. Das ist keine eigenständige Formulierung.
Gut (echte Paraphrase)
Wer akademisch schreibt, muss methodisch und strukturiert vorgehen (vgl. Müller 2023, S. 15).
Anderer Satzbau, andere
Wortwahl, gleicher Inhalt. Mit Quellenangabe ist das korrekt.
Abbildungen, Tabellen und KI-Tools
Nicht nur Texte müssen zitiert werden. Auch Abbildungen, Tabellen und Diagramme brauchen eine Quellenangabe. Und bei KI-Tools wie ChatGPT gelten besondere Regeln.
Abbildungen und Tabellen zitieren
Belege die Herkunft nach deinem Zitierleitfaden und führe die Quelle dort auf, wo es deine Vorgaben verlangen. Eine Quellenangabe beantwortet aber nur die Frage nach der Herkunft. Sie klärt nicht automatisch, ob du das Bild verwenden darfst. Prüfe deshalb zusätzlich Lizenz oder eine gesetzliche Erlaubnis. Das Zitatrecht nach § 51 UrhG setzt einen echten Zitatzweck voraus; außerdem verlangt § 63 UrhG grundsätzlich eine Quellenangabe. Das ist eine allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung.
Übernommene Grafik
Abb. 1: [Titel] (Quelle: [Autor Jahr, Seite])
Eigene Grafik nach Vorlage
Abb. 2: [Titel] (eigene Darstellung nach [Autor Jahr, Seite])
Eigene Grafik mit fremden Daten
Abb. 3: [Titel] (eigene Darstellung, Daten: [Quelle Jahr])
Komplett eigene Grafik
Abb. 4: [Titel] (eigene Darstellung)
Nutze „nach“, wenn Struktur oder Idee der Grafik aus der Quelle stammen. Nutze die Form mit eigener Darstellung und Datenangabe, wenn nur die Daten fremd sind, die Visualisierung aber von dir.
KI-Tools und Paraphraser
Die Regeln für KI-Tools variieren stark. Manche Schulen und Hochschulen erlauben KI als Hilfsmittel (etwa zur Ideenfindung oder Korrektur), andere verbieten sie komplett. Undeklarierte KI-generierte Texte können als Täuschungsversuch gewertet werden.
Wichtig: Frag deine Lehrkraft, welche Regeln gelten. Wenn KI erlaubt ist, dokumentiere die Nutzung so, wie es deine Prüfungs- oder Kursvorgaben verlangen. Die KI-Charta des GSI der LMU zeigt beispielsweise, wie ein Institut Transparenz und Dokumentation konkret regelt; sie ist keine allgemeingültige Vorgabe.
Tool: [z. B. ChatGPT, Claude]
Zweck: [z. B. Ideenfindung, Gliederungsentwurf, Korrekturlesen]
Umfang: [z. B. Unterstützung bei der Strukturierung von Kapitel 2]
Nachweis: [z. B. Prompts im Anhang / keine Textübernahme]
Achte darauf: Riskant ist, KI zur Textgenerierung entgegen den Regeln zu nutzen oder eine verlangte Offenlegung wegzulassen. Welche Folgen das hat, bestimmt deine Prüfungsordnung.
KI ersetzt keine belastbaren Belege. Prüfe inhaltliche Aussagen an nachprüfbaren Originalquellen. Ob und wie du KI-Ausgaben selbst zitierst oder dokumentierst, richtet sich nach den Vorgaben deiner Schule oder Hochschule. Eine praktische Einordnung findest du auch im Artikel zur Eigenständigkeitserklärung für Seminararbeiten.
Prüfe Texte aus Paraphraser-Tools am Original: Werden nur Wörter ersetzt oder Satzteile umgestellt, ist das noch keine eigenständige Paraphrase. Auch eine gelungene Umformulierung braucht den Beleg der Originalquelle.
Ähnlichkeitsreport richtig lesen
Viele Schulen und Hochschulen prüfen abgegebene Arbeiten mit Plagiatssoftware. Diese Programme vergleichen deinen Text mit einer Datenbank und zeigen Übereinstimmungen an. Ein hoher Prozentwert ist aber nicht automatisch ein Problem, und ein niedriger Wert ist keine Garantie für eine plagiatsfreie Arbeit.
So gehst du mit dem Report um
-
Treffer einzeln prüfen
Schau dir jede markierte Stelle an. Ist ein direktes Zitat korrekt gekennzeichnet und belegt, ist die Übereinstimmung kein Plagiat.
-
Quellenangaben prüfen
Hat die markierte Stelle eine Quellenangabe? Fehlt der Beleg, ergänze ihn. Auch mit Beleg musst du prüfen, ob der Wortlaut korrekt zitiert oder eigenständig paraphrasiert wurde.
-
Formulierung prüfen
Ist die Stelle zu nah am Original (gleicher Satzbau, nur Synonyme)? Dann formuliere eigenständig um oder zitiere direkt.
-
Entscheiden
Behebe den jeweiligen Fehler: Beleg und Kennzeichnung ergänzen, eigenständig mit Beleg paraphrasieren oder die Passage streichen.
Grenzen der Software: Plagiatssoftware findet vor allem wörtliche Übereinstimmungen in dem Quellenbestand, den das jeweilige Tool durchsucht. Welche Datenbanken, Sprachen und Dokumenttypen erfasst werden, hängt vom Anbieter und den Einstellungen ab. Ein niedriger Prozentwert bedeutet deshalb nicht, dass alles korrekt ist. Sorgfältiges Arbeiten von Anfang an ist wichtiger als jeder Softwarecheck.
Warum der Prozentwert allein nichts aussagt: Es gibt keinen allgemeingültigen Prozentwert, der allein ein Plagiat beweist. Typische Treffer, die den Wert erhöhen, aber kein Problem sind: korrekt zitierte Passagen in Anführungszeichen, dein Literaturverzeichnis, Standardformulierungen wie „Im Folgenden wird untersucht“. Prozentwerte variieren je nach Tool, Datenbankgröße und Einstellungen. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern ob jeder einzelne Treffer korrekt gekennzeichnet und belegt ist.
Die häufigsten Plagiat-Fallen beheben
-
Fehlende Quellennotizen
Problem: Der häufigste Grund für unbeabsichtigte Plagiate. Wenn du beim Lesen keine genauen Notizen machst, weißt du später nicht mehr, woher eine Information stammt.
So behebst du es: Schreibe von Anfang an zu jedem Gedanken Autor, Jahr und Seitenzahl auf.
-
Copy and Paste ohne Markierung
Problem: Du kopierst Textpassagen während der Recherche in dein Dokument und vergisst, welche Stellen noch fremd formuliert sind.
So behebst du es: Markiere kopierte Passagen sofort farblich (z. B. rot) oder mit einem Kommentar.
-
Oberflächliches Paraphrasieren
Problem: Das bloße Ersetzen einzelner Wörter reicht nicht.
So behebst du es: Nutze die Drei-Schritte-Methode (verstehen, notieren, vergleichen).
-
Sekundärzitate verschweigen
Problem: Du zitierst eine Quelle, die du nur aus einem anderen Buch kennst, als hättest du sie selbst gelesen.
So behebst du es: Versuche zuerst, die Primärquelle zu beschaffen. Wenn das nicht möglich ist, kennzeichne das Sekundärzitat nach deinem Zitierstil, etwa mit dem Muster „[Primärautor Jahr], zitiert nach [Sekundärautor Jahr, Seite]“.
-
Internetquellen vergessen
Problem: Du übernimmst Inhalte aus Wikipedia, Blogs oder Online-Artikeln, ohne sie wie gedruckte Literatur zu belegen.
So behebst du es: Notiere jede Online-Quelle mit URL und Abrufdatum.
Tipps zu Online-Quellen findest du im Artikel Internetquellen richtig zitieren.
Quellen-Workflow beim Schreiben
-
Während der Recherche
Notiere zu jeder Information sofort Autor, Jahr und Seitenzahl. Markiere kopierte Passagen farblich.
-
Beim Schreiben
Versieh jedes Zitat und jede Paraphrase sofort mit einem Platzhalter-Nachweis (z. B. „[Autor, Seite prüfen]“). Ersetze alle Platzhalter vor der Abgabe.
-
Vor der Abgabe
Gleiche das Literaturverzeichnis mit allen Nachweisen im Text ab. Prüfe, ob alle nach deinem Zitierstil erforderlichen Einträge vorhanden sind und zu den Belegen im Text passen. Ersetze Sekundärzitate möglichst durch Primärquellen.
Abgabe-Check: Bist du bereit?
Mit dieser kurzen Checkliste gehst du vor der Abgabe auf Nummer sicher.
-
Quellenangaben vollständig: Ist jede übernommene zitierpflichtige Information mit einer Quelle versehen?
-
Direkte Zitate markiert: Sind alle wörtlichen Übernahmen durch Anführungszeichen oder als Blockzitat gekennzeichnet?
-
Paraphrasen eigenständig: Hast du wirklich in eigenen Worten und eigenem Satzbau formuliert?
-
Abbildungen zitiert: Haben alle Grafiken und Tabellen eine Quellenangabe?
-
Literaturverzeichnis abgeglichen: Enthält dein Literaturverzeichnis alle nach deinem Zitierstil erforderlichen Quellen?
-
Zitierstil einheitlich: Verwendest du durchgängig denselben Stil?
Eine sauber zitierte Arbeit zeigt, dass du dich mit dem Thema auseinandergesetzt hast und die wissenschaftlichen Spielregeln beherrschst. Wenn alles passt, prüfe noch Formatierung und Seitenzahlen. Dann kannst du deine Seminararbeit drucken lassen.
Häufig gestellte Fragen
Was gilt als Allgemeinwissen und braucht keine Quelle?
Allgemeinwissen ist kontext- und fachabhängig. Was in Biologie Grundwissen ist, kann in Geschichte eine Quelle brauchen. Faustregel: Was in deinem Fach und auf deinem Niveau allgemein bekannt ist, braucht meist keinen Beleg. Spezifische Forschungsergebnisse, Statistiken und Definitionen aus einer bestimmten Quelle musst du belegen. Übernimmst du deren Formulierung wörtlich, kennzeichne und belege das Zitat auch bei einem allgemein bekannten Inhalt. Im Zweifel: lieber zitieren.
Wie zitiere ich Abbildungen und Tabellen richtig?
Wo der Beleg steht, bestimmt dein Zitierleitfaden. Ein Muster lautet „Quelle: [Autor Jahr, Seite]“. Bei selbst erstellten Grafiken mit fremden Daten gibst du die Datenquelle an. Wichtig: Eine Quellenangabe ersetzt nicht die nötige Nutzungserlaubnis. Prüfe daher zusätzlich Lizenz, Zitatrecht und die Vorgaben deiner Schule oder Hochschule.
Ist die Nutzung von KI-Tools wie ChatGPT ein Plagiat?
Das hängt von den Vorgaben deiner Schule oder Hochschule ab. Manche erlauben KI als Hilfsmittel, andere verbieten sie komplett. Wenn eine Offenlegung verlangt wird, musst du die Nutzung angeben. Undeklarierte KI-Texte können als Täuschung gewertet werden. Frag im Zweifel deine Lehrkraft.
Was mache ich bei einem hohen Ähnlichkeitswert im Plagiatscheck?
Prüfe jeden Treffer einzeln. Ein korrekt gekennzeichnetes und belegtes Zitat ist kein Plagiat. Problematisch sind fehlende Belege, unmarkierte wörtliche Übernahmen oder zu nah am Original formulierte Paraphrasen. Behebe den jeweiligen Fehler: Beleg und Kennzeichnung ergänzen, eigenständig mit Beleg paraphrasieren oder die Passage streichen. Ein hoher Prozentwert allein sagt noch nichts aus.
Muss ich Vorlesungsfolien und Skripte zitieren?
Wenn du Inhalte daraus übernimmst, musst du sie nach den Vorgaben deines Zitierstils belegen. Bei nicht öffentlich zugänglichen Lehrmaterialien kann außerdem die Verwendung eingeschränkt sein. Kläre im Zweifel mit der Lehrkraft, ob und wie das Material zitiert werden darf.
Was ist Selbstplagiat und wann ist es ein Problem?
Selbstplagiat bedeutet, Passagen aus einer eigenen früheren Arbeit zu übernehmen, ohne das kenntlich zu machen. In Seminararbeiten kann das problematisch sein, wenn du z. B. Teile einer Hausarbeit wiederverwendest. Ob es erlaubt ist, hängt von den Vorgaben ab. Wenn du frühere eigene Texte nutzen willst, frag deine Lehrkraft und kennzeichne die Übernahme.
Wie zitiere ich ein Sekundärzitat korrekt?
Ein Sekundärzitat nutzt du nur, wenn du die Primärquelle nicht beschaffen kannst. Ein Musterbeleg lautet „[Primärautor Jahr], zitiert nach [Sekundärautor Jahr, Seite]“. Welche Quelle ins Literaturverzeichnis gehört, richtet sich nach deinem Zitierstil. Versuche immer zuerst, das Original zu finden.
Die Diskussion schreiben
Fußnoten richtig setzen
Internetquellen richtig zitieren