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Exposé Seminararbeit: Aufbau, Beispiele und Tipps für eine überzeugende Skizze

Exposé für die Seminararbeit schreiben: Aufbau, Beispiel und Vorlage | BachelorHero

Inhaltsverzeichnis

Ein Exposé für die Seminararbeit ist eine Projektskizze von häufig 1–2 Seiten (je nach Vorgabe bis zu 3), mit der du Thema, Fragestellung, Vorgehen und Zeitplan zum Feedback oder zur Freigabe einreichst. Es besteht aus sechs Bausteinen: Arbeitstitel, Fragestellung, Forschungsstand, Methodik, vorläufige Gliederung sowie Zeitplan und erste Literatur. Hier findest du den kompletten Aufbau, zwei Beispiele aus verschiedenen Fächern, eine Vorlage zum Kopieren und eine Checkliste für die Abgabe.

Auf einen Blick

Exposé Seminararbeit in sechs Teilen: 1. Thema und Arbeitstitel, 2. Fragestellung, 3. Forschungsstand, 4. Methodik, 5. Vorläufige Gliederung, 6. Zeitplan und erste Literatur. Umfang: häufig 1–2 Seiten, je nach Vorgabe bis zu 3. Das Exposé ist eine Planungsskizze, keine Zusammenfassung der fertigen Arbeit.

Was ist ein Exposé?

Der Begriff kommt vom lateinischen „exponere" (darlegen). Ein Exposé legt offen, was du vorhast, bevor du mit dem eigentlichen Schreiben beginnst. Es hilft dir, deine Gedanken zu ordnen, und gibt deinem Dozenten die Möglichkeit, frühzeitig Feedback zu geben. Im nächsten Abschnitt siehst du, wie sich das Exposé von Gliederung und Abstract unterscheidet.

Exposé vs. Gliederung vs. Abstract: Unterschiede

Drei Begriffe, die oft verwechselt werden, aber unterschiedliche Funktionen erfüllen. Die Entscheidungshilfe: Wenn du wissen willst, was du schreiben sollst, prüfe den Zeitpunkt und Zweck.

Exposé vs. Gliederung vs. Abstract: Unterschiede im Überblick | BachelorHero
Exposé

Zeitpunkt: Vor dem Schreiben der Arbeit

Zweck: Planung und Feedback/Freigabe (je nach Seminar)

Inhalt: Fragestellung, Methodik, Forschungsstand, vorläufige Gliederung, Zeitplan

Umfang: Häufig 1–2 Seiten, je nach Vorgabe bis zu 3

Gliederung

Zeitpunkt: Vor oder während des Schreibens

Zweck: Strukturierung der Arbeit

Inhalt: Nur Kapitelstruktur mit Überschriften

Umfang: Grober Richtwert: halbe bis eine Seite (reine Auflistung)

Abstract

Zeitpunkt: Nach Fertigstellung der Arbeit

Zweck: Zusammenfassung für Lesende

Inhalt: Fragestellung, Methode, zentrale Ergebnisse, Fazit

Umfang: Häufig 150 bis 250 Wörter, je nach Vorgabe auch kürzer oder länger

Merkhilfe: Das Exposé ist ein Plan (vor der Arbeit), die Gliederung ist ein Teil des Exposés und der Arbeit, das Abstract ist eine Zusammenfassung (nach der Arbeit). Wenn dein Dozent ein Exposé verlangt, reicht eine Gliederung allein nicht aus.

Wozu dient das Exposé bei der Seminararbeit?

Das Exposé erfüllt mehrere Funktionen gleichzeitig. Für dich ist es ein Planungsinstrument: Du überprüfst, ob dein Thema tragfähig ist, ob die Fragestellung präzise genug formuliert ist und ob du einen realistischen Zeitplan hast. Viele Probleme, die sonst erst beim Schreiben auffallen, erkennst du bereits im Exposé.

Für deinen Dozenten ist das Exposé eine Entscheidungsgrundlage. Er sieht, ob du das Seminarthema verstanden hast, ob deine Fragestellung zum Seminarkontext passt und ob dein Vorgehen methodisch sinnvoll ist. Frühzeitiges Feedback verhindert, dass du in eine falsche Richtung arbeitest.

Ein gut durchdachtes Exposé spart Zeit. Statt beim Schreiben zu merken, dass die Fragestellung zu breit oder die Literaturlage zu dünn ist, klärst du das vorab. Die investierte Zeit zahlt sich aus, weil du später fokussierter arbeiten kannst.

Exposé Seminararbeit: Aufbau in sechs Bausteinen

Aufbau eines Exposés für die Seminararbeit: Thema, Fragestellung, Methodik, Gliederung, Zeitplan, Literatur | BachelorHero

Der Aufbau eines Exposés folgt einer bewährten Struktur. Die sechs Bausteine bauen logisch aufeinander auf: vom Thema über die Fragestellung bis zum konkreten Zeitplan. Je nach Dozent oder Fachbereich können einzelne Elemente wichtiger sein als andere. Im Zweifel orientiere dich an den Vorgaben deines Seminars.

Baustein 1: Thema und Arbeitstitel

Du benennst dein Thema und formulierst einen vorläufigen Titel. Der Arbeitstitel darf sich im Laufe der Arbeit noch ändern, sollte aber bereits zeigen, worum es geht.

Beispiel: „Der Einfluss sozialer Medien auf die politische Meinungsbildung bei Studierenden"

Stolperstelle Zu vage formulieren. „Social Media und Politik" sagt noch nicht, was genau untersucht wird.

Baustein 2: Fragestellung

Die Fragestellung ist das Herzstück des Exposés. Sie definiert, was du herausfinden willst. Eine gute Fragestellung ist konkret, beantwortbar und relevant für das Seminarthema.

Beispiel: „Inwiefern beeinflussen algorithmisch kuratierte Social-Media-Feeds die Wahrnehmung politischer Themen bei Studierenden?"

Stolperstelle Keine erkennbare Frage formulieren. Wenn Lesende nicht wissen, was du untersuchst, fehlt der Fokus.

Baustein 3: Forschungsstand

Du skizzierst kurz, was zu deinem Thema bereits erforscht wurde. Welche Studien, Theorien oder Debatten gibt es? Wo siehst du eine Lücke oder einen neuen Blickwinkel?

Satzschablone 1: „Bisherige Forschung zeigt, dass [Erkenntnis]. Jedoch wurde [Aspekt] bisher wenig untersucht. Daher fragt diese Arbeit…"

Satzschablone 2: „[Autor Jahr] argumentiert, dass [These]. Dem gegenüber steht [Gegenposition]. Diese Arbeit prüft, inwiefern…"

Tipp bei dünner Literaturlage: Fokus enger ziehen (Region, Zeitraum, Zielgruppe einschränken), angrenzende Forschungsfelder einbeziehen oder begriffliche Varianten prüfen.

Stolperstelle Zu ausführlich werden. Im Exposé reichen 3 bis 5 Sätze. Die vertiefte Darstellung kommt in die Seminararbeit.

Baustein 4: Methodik

Du erklärst, wie du deine Fragestellung beantworten willst. Bei theoretischen Arbeiten beschreibst du, welche Texte du analysierst und nach welchen Kriterien du sie auswählst. Bei empirischen Arbeiten nennst du die Erhebungsmethode, Stichprobe und den Zeitrahmen.

Reine Literaturarbeit: „Analyse von 8 bis 10 Fachtexten zum Filterblasen-Diskurs (Auswahl nach Aktualität und Zitierhäufigkeit) unter Anwendung des Framing-Ansatzes."

Kleine Empirie im Seminar: „Explorative Online-Befragung (n=20 bis 30) unter Studierenden im Zeitraum KW 3 bis 4. Die Befragung erhebt nur notwendige Daten und erfolgt anonymisiert; vor Teilnahme wird informiertes Einverständnis eingeholt."

Machbarkeit: Bei empirischen Arbeiten im Seminar ist eine kleine Stichprobe (15 bis 30 Personen) oft realistischer als große Erhebungen. Kläre vorab mit deinem Dozenten.

Stolperstelle Methodik vergessen oder zu vage. „Literaturanalyse" ist ein Anfang, aber präziser wäre: welche Texte, welche Auswahlkriterien, welcher Analyserahmen.

Baustein 5: Vorläufige Gliederung

Du zeigst die geplante Struktur deiner Arbeit. Die Gliederung kann sich noch ändern, sollte aber bereits eine logische Abfolge erkennen lassen.

Beispiel: 1. Einleitung, 2. Theoretische Grundlagen, 3. Methodisches Vorgehen, 4. Analyse, 5. Diskussion, 6. Fazit

Stolperstelle Zu detailliert werden. Im Exposé reicht die Hauptstruktur. Unterkapitel entwickelst du beim Schreiben.

Baustein 6: Zeitplan und Literatur

Du gibst einen groben Zeitrahmen an und listest erste Literatur auf. Der Zeitplan zeigt, dass du realistisch planst. Plane immer einen Puffer und eine Feedback-Schleife mit deinem Dozenten ein.

Variante A (4 Wochen): Woche 1: Literaturrecherche / Woche 2-3: Schreiben / Woche 4: Überarbeitung und Abgabe (knapp, nur für kurze Arbeiten)

Variante B (8 Wochen): Woche 1-2: Literaturrecherche / Woche 3: Feedback zum Exposé einarbeiten / Woche 4-6: Schreiben / Woche 7: Überarbeitung und Korrektur / Woche 8: Puffer und Abgabe

Erste Literatur: Liste 2–5 zentrale Quellen mit vollständigen bibliografischen Angaben im korrekten Zitierstil. Falls du erst 2 hast: Nenne sie sauber und beschreibe kurz deine nächste Suchstrategie.

Stolperstelle Kein Puffer eingeplant. Recherche dauert oft länger, und Dozenten-Feedback braucht Zeit. Mindestens eine Woche Puffer einplanen.

Zeitplan im Exposé der Seminararbeit: Meilensteine und Puffer einplanen | BachelorHero
Je nach Dozent zusätzlich gefragt

Manche Dozenten erwarten über die sechs Bausteine hinaus weitere Angaben: Problemstellung und Relevanz (Warum ist das Thema wichtig?), Ziel, These oder Hypothesen (Was willst du zeigen?), Material oder Quellenkorpus (Bei Text- oder Medienanalysen: Welche Texte genau?) oder Begriffsdefinitionen (Zentrale Begriffe vorab klären). Prüfe die Vorgaben deines Seminars.

Checkliste: Ist mein Exposé vollständig?

Mit dieser Checkliste prüfst du, ob dein Exposé alle wichtigen Punkte enthält. Geh die Fragen durch, bevor du das Exposé einreichst.

Exposé-Checkliste für die Seminararbeit: Ist alles vollständig? | BachelorHero
Exposé-Checkliste
  • Thema: Ist der Arbeitstitel aussagekräftig und zeigt er den Fokus?
  • Fragestellung: Ist sie konkret genug für eine Seminararbeit? Vermeide reine Ja/Nein-Fragen ohne Bedingungen. Ja/Nein-Fragen sind okay, wenn Bedingungen, Vergleich oder Mechanismus bereits im Fragesatz stecken (z. B. „Führt X unter Bedingung Y zu Z?" / „Gilt A im Vergleich zu B?"). Sonst ergänze: „inwiefern…" / „unter welchen Bedingungen…".
  • Forschungsstand: Zeigst du, was bereits bekannt ist und wo deine Arbeit ansetzt?
  • Methodik: Ist das Vorgehen nachvollziehbar? Nennst du Auswahlkriterien oder Erhebungsmethode?
  • Gliederung: Ist die logische Abfolge erkennbar? Trägt jedes Kapitel zur Beantwortung bei?
  • Zeitplan: Ist er realistisch? Hast du Puffer und Feedback-Zeit eingeplant?
K.O.-Kriterien: Wann ist das Exposé nicht abgabefertig?

Fragestellung zu breit

„Wie funktioniert Kommunikation?" kann keine Seminararbeit beantworten.

Keine Methode erkennbar

Ohne Vorgehen weiß niemand, wie du zur Antwort kommst.

Kein Bezug zum Seminar

Das Thema muss zum Seminarkontext passen.

Zeitplan ohne Puffer

Wenn alles auf Kante genäht ist, reicht ein unvorhergesehenes Problem.

Exposé Seminararbeit: Beispiele

Hier siehst du zwei vollständige Beispiele für Exposés aus verschiedenen Fachbereichen. Beachte, wie sich Fragestellung und Methodik je nach Fach unterscheiden, während die Grundstruktur gleich bleibt.

Beispiel-Exposé: Sozialwissenschaften

Arbeitstitel

Der Einfluss sozialer Medien auf die politische Meinungsbildung bei Studierenden

Fragestellung

Inwiefern beeinflussen algorithmisch kuratierte Social-Media-Feeds die Wahrnehmung politischer Themen bei Studierenden? Die Arbeit untersucht, ob und wie die personalisierte Informationsauswahl auf Plattformen wie Instagram und TikTok die politische Meinungsbildung junger Erwachsener prägt.

Forschungsstand

Bisherige Studien (Pariser 2011, Sunstein 2017) thematisieren Filterblasen-Effekte primär im Kontext älterer Nutzergruppen und textbasierter Plattformen. Die spezifische Rolle visueller Plattformen bei der Meinungsbildung Studierender ist weniger erforscht. Diese Lücke adressiert die vorliegende Arbeit.

Methodik

Literaturbasierte Analyse unter Anwendung des Framing-Ansatzes. Ergänzend werden Ergebnisse einer explorativen Online-Befragung (n=30) unter Studierenden der Universität X herangezogen, um theoretische Erkenntnisse empirisch zu kontextualisieren.

Vorläufige Gliederung

1. Einleitung / 2. Theoretischer Rahmen: Filterblasen und algorithmische Kuration / 3. Methodisches Vorgehen / 4. Analyse: Social Media und politische Wahrnehmung / 5. Diskussion der Befunde / 6. Fazit

Zeitplan

KW 1-2: Literaturrecherche und Fragebogenerstellung / KW 3: Durchführung Befragung / KW 4-6: Analyse und Schreiben / KW 7: Überarbeitung / KW 8: Abgabe

Erste Literatur

Pariser, E. (2011): The Filter Bubble. / Sunstein, C. (2017): #Republic. / Bruns, A. (2019): Are Filter Bubbles Real?

Beispiel-Exposé: Literaturwissenschaft

Arbeitstitel

Das Motiv der Entfremdung in Franz Kafkas „Die Verwandlung"

Fragestellung

Wie gestaltet Kafka das Motiv der Entfremdung in „Die Verwandlung" literarisch? Die Arbeit analysiert, welche narrativen und sprachlichen Mittel Kafka einsetzt, um Gregors zunehmende Isolation darzustellen.

Forschungsstand

Die Kafka-Forschung hat das Entfremdungsmotiv vielfach untersucht (Alt 2005, Stach 2014). Weniger Beachtung fand bisher die Rolle der Raumdarstellung als Mittel der Isolation. Hier setzt die Arbeit an.

Methodik

Textimmanente Analyse der Erzählung unter besonderer Berücksichtigung von Raummetaphern und Kommunikationsstrukturen. Ergänzend wird Sekundärliteratur zur Kafka-Interpretation herangezogen.

Vorläufige Gliederung

1. Einleitung / 2. Entfremdung als literarisches Motiv / 3. Raumdarstellung in „Die Verwandlung" / 4. Kommunikationsabbruch und Isolation / 5. Fazit

Zeitplan

Woche 1: Primärtext und Sekundärliteratur sichten / Woche 2-3: Analyse und Schreiben / Woche 4: Überarbeitung und Abgabe

Beide Beispiele zeigen eine typische Länge von etwa einer Seite. Der Unterschied: Die sozialwissenschaftliche Arbeit kombiniert Literaturanalyse mit einer kleinen Empirie, die literaturwissenschaftliche Arbeit ist rein textbasiert. Je nach Fach und Dozent variiert die erwartete Tiefe.

Vorlage zum Kopieren

Mit dieser Vorlage kannst du dein Exposé Schritt für Schritt aufbauen. Ersetze die Platzhalter in eckigen Klammern durch deine eigenen Inhalte. Die Struktur funktioniert für verschiedene Fächer, passe die Formulierungen an dein Thema an.

Vorlage Exposé Seminararbeit

Arbeitstitel

[Formuliere einen aussagekräftigen Titel, der Thema und Fokus erkennen lässt]

Fragestellung

[Formuliere eine konkrete Frage, die du in der Arbeit beantworten willst. Erkläre in 2-3 Sätzen, was genau du untersuchen möchtest.]

Forschungsstand

[Skizziere in wenigen Sätzen, was zu deinem Thema bereits bekannt ist. Welche Lücke oder welchen neuen Blickwinkel adressierst du?]

Methodik

[Beschreibe dein Vorgehen: Analysierst du Texte? Führst du eine Befragung durch? Welchen theoretischen Rahmen nutzt du?]

Vorläufige Gliederung

1. Einleitung / 2. [Theoretische Grundlagen] / 3. [Methodik oder Analyse] / 4. [Hauptanalyse] / 5. [Diskussion] / 6. Fazit

Zeitplan

[Woche X: Literaturrecherche / Woche Y: Schreiben / Woche Z: Überarbeitung und Abgabe]

Erste Literatur

[Liste 2–5 zentrale Quellen, die du bereits identifiziert hast. Bei weniger als 3: beschreibe kurz deine Suchstrategie]

Wichtig

Prüfe vor der Abgabe die Vorgaben deines Seminars. Manche Dozenten haben eigene Vorlagen oder erwarten zusätzliche Angaben wie eine Selbstreflexion oder einen Bezug zur Seminarliteratur. Die Vorlage ist ein Ausgangspunkt, den du anpassen kannst.

Typische Fehler vermeiden

Zu breite Fragestellung: „Wie funktioniert Social Media?" lässt sich nicht in einer Seminararbeit beantworten. Grenze ein: auf eine Plattform, eine Nutzergruppe, einen Aspekt. Je konkreter die Frage, desto fokussierter die Arbeit.

Fehlender Bezug zum Seminar: Das Exposé sollte zeigen, wie dein Thema zum Seminarthema passt. Wenn das Seminar „Politische Kommunikation" heißt, erkläre, warum deine Fragestellung dazu gehört. Ein Satz in der Einleitung reicht oft. Schablone: „Im Seminar [Titel] steht [Thema] im Fokus; diese Arbeit untersucht [Fragestellung], um [Beitrag/Bezug]."

Unrealistischer Zeitplan: Viele unterschätzen, wie lange Literaturrecherche dauert. Plane Puffer ein. Wenn du empirisch arbeitest, kalkuliere Zeit für Fragebogenentwicklung, Durchführung und Auswertung.

Methodik vergessen: Auch bei theoretischen Arbeiten solltest du dein Vorgehen beschreiben. „Literaturanalyse" ist besser als nichts, aber präziser wäre: „Analyse ausgewählter Fachtexte unter Anwendung des Konzepts X."

Exposé als fertige Arbeit schreiben: Das Exposé ist eine Skizze, keine Miniatur-Seminararbeit. Halte dich kurz. Wenn du merkst, dass du ausformulierst statt zu skizzieren, bist du zu ausführlich.

Nächste Schritte: Vom Exposé zur Seminararbeit

Dein Exposé ist eingereicht oder freigegeben? Dann beginnt die eigentliche Arbeit. Nutze das Exposé als Leitfaden: Die Fragestellung gibt die Richtung vor, die Gliederung strukturiert dein Schreiben, der Zeitplan hält dich auf Kurs.

Starte mit der vertieften Literaturrecherche. Im Exposé hast du erste Quellen genannt, jetzt erweiterst du systematisch. Nutze Datenbanken, Bibliothekskataloge und die Literaturverzeichnisse deiner Ausgangstexte. Ein Literaturverwaltungsprogramm spart Zeit beim Zitieren.

Beim Schreiben achte auf den roten Faden. Jedes Kapitel sollte zur Beantwortung deiner Fragestellung beitragen. Wenn du merkst, dass sich der Fokus verschiebt, passe entweder die Gliederung an oder kehre zur ursprünglichen Fragestellung zurück.

Druckfertig machen: Wenn alles geschrieben und korrigiert ist, exportiere als PDF. Prüfe Formatierung, Seitenränder und Literaturverzeichnis. Falls du die Arbeit gedruckt abgeben musst, plane Zeit für Druck und Bindung ein.

Häufig gestellte Fragen

Wie lang sollte ein Exposé für eine Seminararbeit sein?

Typischerweise umfasst ein Exposé für eine Seminararbeit 1 bis 2 Seiten. Bei umfangreicheren Seminaren können auch 3 Seiten erwartet werden. Entscheidend ist, dass alle geforderten Bausteine enthalten sind. Frag im Zweifel deinen Dozenten nach konkreten Vorgaben.

Was schreibe ich in den Forschungsstand, wenn ich erst 2 Quellen habe?

Das reicht für den Anfang. Nutze die vorhandenen Quellen, um zu zeigen, dass Forschung zum Thema existiert. Ergänze, welchen Aspekt du vertiefen willst. Im Exposé ist der Forschungsstand eine Skizze, keine vollständige Literaturübersicht. Schreib ehrlich: „Erste Recherchen zeigen, dass… Eine systematische Literatursuche folgt." Das signalisiert Planung statt Lücke.

Kann ich ein Exposé abgeben, ohne fertige Gliederung?

Ja, aber du brauchst zumindest eine grobe Struktur mit 4 bis 6 Hauptkapiteln. Die Gliederung im Exposé ist vorläufig und darf sich ändern. Wichtig ist, dass die logische Abfolge erkennbar ist: Einleitung, Theorie/Grundlagen, Analyse/Empirie, Fazit. Unterkapitel kannst du später entwickeln.

Kann sich die Fragestellung nach dem Exposé noch ändern?

Ja, kleinere Anpassungen sind normal und erlaubt. Das Exposé ist eine Planungsskizze, keine bindende Festlegung. Wenn sich bei der Recherche zeigt, dass ein anderer Fokus sinnvoller ist, sprich das mit deinem Dozenten ab. Dokumentiere größere Änderungen kurz und begründe sie beim nächsten Feedbackgespräch.

Wird das Exposé benotet oder ist es nur Feedbackgrundlage?

Das variiert stark je nach Seminar. In vielen Fällen dient das Exposé nur als Grundlage für Feedback und fließt nicht in die Note ein. Manche Dozenten bewerten jedoch auch die Qualität des Exposés als Teil der Gesamtleistung. Kläre das vorab, damit du weißt, wie viel Zeit du investieren solltest.

Muss ich im Exposé schon korrekt zitieren?

Wenn dein Fachbereich oder Dozent Vorgaben macht: halte sie ein. Falls nicht: arbeite konsistent (ein Stil für alle Angaben). In der Literaturliste sollten die Angaben vollständig sein (Autor, Jahr, Titel, Quelle). Im Fließtext reichen oft Kurzbelege (Autor Jahr). Im Zweifel: frag nach den Dozentenvorgaben.

Brauche ich für jede Seminararbeit ein Exposé?

Nicht unbedingt. Ob ein Exposé verlangt wird, hängt vom Seminar, Fachbereich und Dozenten ab. In manchen Fächern ist es Standard, in anderen wird direkt die fertige Arbeit erwartet. Selbst wenn kein Exposé gefordert ist, kann es dir bei der Planung helfen.

Was mache ich, wenn meine Fragestellung nach Feedback geändert werden muss?

Dokumentiere die ursprüngliche und die neue Fragestellung kurz schriftlich und halte fest, warum die Änderung sinnvoll ist. So kannst du bei Rückfragen nachvollziehbar erklären, wie sich dein Fokus entwickelt hat. Bei größeren Änderungen kann ein aktualisiertes Exposé hilfreich sein.

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